Theosophical Society, Cardiff Lodge,

206 Newport Road, Cardiff, CF24 – 1DL

 

Die Geheimlehre Band II

DIE GEHEIMLEHRE

VON H. P. BLAVATSKY

 

DIE VEREINIGUNG VON WISSENSCHAFT

RELIGION UND PHILOSOPHIE

 

BAND II

ANTHROPOGENESIS

Great Theosophists

 

Cardiff Lodge Website

 

Cardiff Blavatsky Archive

 

Cardiff Theosophical Archive

 

A

ZWÖLF STROPHEN AUS DEM BUCHE DES DZYAN

VERLAG J.J. COUVREUR - DEN HAAG - HOLLAND

AUS DEM ENGLISCHEN DER DRITTEN AUFLAGE

ÜBERSETZT VON DR. PHIL. ROBERT FROEBE

 

Vorläufige Bemerkungen

Die Lemnos-geborenen Kabiren

Die Geheimnisse von Kouyunjik

Lemurien und Atlantis

Geologische Perioden

Die Tropen am Pol

 

ERSTER TEIL.

ANTHROPOGENESIS.

Zwölf Strophen aus dem Buche des Dzyan

E.

Strophe I.

Anfänge des fühlenden Lebens

Urdinge des Kosmos

Drache und Schlange

Merkur und Sonne

Die himmlischen Führer der Menschheit

Shukra und die Erde

Das Eine und die Vielen

Das Geheimnis der Sieben

Die drei Arten des Lichtes

Die Schöpfungszahlen

Entwicklung, nicht Schöpfung

Adam Kadmon

Der erste Streit im Himmel

Zwei vorsintflutliche Astronomen

Nârada uns Asuramaya

Der Spiegel der Zukunft

 

Strophe II.

Die ununterstützte Natur fehlt

Was der Erdwirbel hervorbrachte

Die Ungetüme des Chaos

Die ununterstützte physische Natur fehlt

Schöpfung göttlicher Wesen nach den exoterischen

Berichten

Die Körper des Brahmâ

Die vier Klassen von Schöpfern

Was die Götter sagen

Wer sind die Flammen?

Der göttliche Wille des Êros

Die Zeitrechnung der Brâhmanen

Die Rasse, die niemals stirbt

Yugas und Kalpas

Variationen der exakten Wissenschaft

Die Welteinteilung ein intelligenter Plan

 

Strophe III.

Versuche, den Menschen zu schaffen

Die Herren des Mondes

Die verschiedenen Klassen der Schöpfer

Das lebendige geistige Feuer

Der Mensch ein Gott in tierischer Form

“Feuer”, “Funken” und “Flammen”

Der Sohn des Yah

 

Strophe .

Schöpfung der Ersten Rassen

Der Mensch nicht vollkommen erschaffen

Über die Gleichartigkeit und Verschiedenheit der

inkarnierenden Kräfte

Pitris der Götter und Dämonen

Vorfahren der Menschen

Die Weigerung zu schaffen

Was Prometheus symbolisierte

Berichte von alten Rassen

Der Svastika

Eine Prophezeiung der siebten Rasse

Der ursprüngliche Mensch ein Mißerfolg

Verlegenheit der Assyriologen

Was der Wasserstoff wirklich ist

Die Entwicklung der Sinne

 

Strophe V.

Die Entwicklung der Zweiten Rasse

Die Tabula Smaragdina

Die “Schalen” der Sheba Hachaloth

Das geheime Werk Chiram

Die Feuergottheit

Fortpflanzungsarten

Darwin über androgyne Formen

Naudin´s ursprüngliches Blastema

Die Allegorie von Kastor und Pollux

Der göttliche Hermaphrodit

Das Rätsel der Sphinx

Jah-Hovah androgyn

Der esoterische Kain

Der jüdische Gottname

 

Strophe .

Die Entwicklung der “Schweißgeborenen”

Der Schwan und das Ei

Zweigeschlechtliche Fortpflanzung

Die doppelgeschlechtliche Dritte Rasse

Das Schattenbild der Elohim

Ein paar Worte über “Fluten” und “Noahs”

Die Arche des Manu

Die “Sintflut” eine universale Überlieferung

Die arktischen Symbole

Der jüdische Noah und der chaldäische Noah

Die “weiße” Insel

Wie alt ist die Menschheit?

Konnten die Menschen vor 18 000 000 Jahren existieren?

Adam-Galatea

Was ist Entwicklung?

Ein “Organismus ohne Organe”

Die Wissenschaft schweigt

“Urzeugung”

Ozeane von Kohlensäure?

 

Strophe .

Von der halbgöttlichen bis herab zur ersten

menschlichen Rasse

Das “schwarze Feuer” des “Zohar”

Die “Widersacher” der Götter

Ursprüngliche Fortpflanzungsarten

Monaden und Runden

Wie die ersten Säugetiere hervorgebracht wurden

Die Götter sind vergötterte Menschen

Chhâyâ-Geburt

Die Geschichte von Kandu und Pramlochâ erklärt

“Schweißgeborene” und Androgyne

Die Geburtstage der Dhyânîs

 

Strophe I.

Die Entwicklung der Säugetiere: der Erste Fall

Die Menschen, die Vorfahren der Tiere

Archaische Zoologie

Die Sünde der gemütlosen Menschen

Was die Einwendungen gegen das Vorhergehende sein

können

Die Darwinisten im Irrtum

Der wirkliche ursprüngliche Mensch

 

Strophe IX.

Die schließliche Entwicklung des Menschen

Die Ursache der Entartung

Die knochenlose Rasse

Hybridenbildung

Die Trennung der Geschlechter

Ursprüngliche Sprache

Die Umformung der Erde

Paradiese, Schlangen und Drachen

Der Garten Eden - ein Kollegium

Fliegende Kamele

Kirchers Drache

Hat Satan irgendwelche Wirklichkeit?

Zwei Schulen der Magie

Der siebte Sohn des siebten Sohnes

Buddhas großer Berg

Wissenschaftlicher “Glaube” an Drachen

Fliegende Drachen

Die “Söhne Gottes” und die “Heilige Insel”

Der Kontinent der Götter

Das Zeugnis des Jacolliot

Die Kolosse von Bamian

 

Strophe X.

Die Geschichte der Vierten Rasse

Die mondfarbige Rasse

Die Mysterien bei den Mayas

Satanische Mythen

Der heilige Satan

Caput Angelorum

Theologische Lichtputzer

Erklärung der “Prinzipien”

Der Mensch, der blasse Schatten Gottes

Satan, eine Centrifugalkraft

Das Opfer der feurigen Engel

Das “Bewußte Wesen”

Die Antworten auf Einwendungen

Archaische Lehren in den “Purânen” und in der

“Genesis”. Physische Entwicklung

Herr Gladstone tötet die “Genesis”

Eine Lektion in der Naturgeschichte

Die Widersprüche der Wissenschaft

Die “unbedingte Regel” der Wissenschaft wird durch die

Thatsachen nicht gerechtfertigt

Das innere Gesetz der fortschreitenden Entwicklung

Die Natur ist gleichförmig

In Millionen Jahren

Ein Rundgemälde der frühen Rassen

Bailly und Faber

Der “natürliche” Fall

Die Symbolik des Kronos

Die Rassen in der griechischen Mythologie

Das goldene Zeitalter

Keine Teufel außerhalb der Menschheit

Die Riesen

Sind die Riesen eine Erdichtung?

Das Zeugnis des Altertums

Riesen der Vierten Rasse

Die heiligen Vier

Die Kinder des Brahmâ

Menschliche und tierische Kreuzung

Der stumme Mensch, welcher auf allen Vieren geht

Die Rassen mit dem “dritten Auge”

Der Mensch, der Speicher aller Lebenskeime

Altpesrische Symbolik

“Dreiäuigige” Sterbliche

Occulte Physiologie

Der Sitz der Seele

Die Entwicklung des Auges

Das überzählige Auge ist jetzt eine Drüse

Die Zahl der Monaden ist begrenzt

Das Gesetz der Wiedervergeltung

Die ursprünglichen Manus der Menschheit

Die sieben und vierzehn Manus

Die “Masken” der Exoterik

Die vier früheren Rassen

Die esoterische Bedeutung des “Fisches”

Der innere Mensch im “Zohar”

 

Strophe .

Die Civilisation und Vernichtung der Vierten und

Fünften Rasse

Darstellung von Wahrheiten

Die Entartung der Menschheit

Die indische Symbolik

Die Magier in den Tagen des Krishna

Der Strom des atlantischen Ozeans

Zu Fuß quer durch die Meere

Klimaschwankungen

Cyklen innerhalb der Cyklen

Die alten Kontinente

Die geheimen Analen

Bestehende Zeugen der versunkenen Kontinente

Die Statuen von Bamian

Das Kunstwerk der Initiierten

Cyklopische Ruinen und Kolossalsteine als Zeugen der

Riesen

Beseelte Steine

Die “Wagsteine” in Europa

Lebende, sprechende, und sich bewegende Steine

Universale Zeugen

Es bedarf eines Gottes, um ein Mensch zu werden

 

Strophe XII.

Die Fünfte Rasse und ihre Göttlichen Unterweiser

Der “große Drache” und die “Schlangen”

Die Pole haben sich dreimal verschoben

Schlangen und Drachen unter verschiedenen

Symbolismen

Die Naassenischen Gnostiker

Die siderischen und kosmischen Glyphen

Die zwei mystischen Pole

Gott und Natur anthropomorphisiert

Wer waren Enoch und die anderen?

Die Pole, das “himmlische Maß”

Der menschliche, jedoch göttliche Drache

Unsere Göttlichen Unterweiser

Hermes in der Astronomie und anderwärts

Was die Priester dem Herodot erzählten

Was sind “Geister”?

Platos Idee vom Bösen

Der Weizen von den Göttern herabgebracht

Das Geheimnis des Azazel

Der trunkene Indra

Der Ursprung des satanischen Mythos

Das Geheimnis des Drachen

Agni der Feuergott

Merodach-Michael

Die Sonnengötter schöpferische Kräfte

Wer zuerst das Weib erschuf

Jehova-Ophiomorphos

Noah war ein Kabir, daher muß er ein Dämon gewesen

sein

Die Flutlegenden

Die ältesten persischen Überlieferungen über den

polaren, und die versunkenen Kontinente

Die Legenden von Iran

Esoterische Chronologie

Der perische Phönix

Der arktische Kontinent

Das unerreichbare Land

Westliche Spekulationen begründet auf den

griechischen und purânischen Überlieferungen

Die Orientalisten auf dem Holzweg

Zukünftige Kontinente symbolisiert

Das Rätsel des Altertums

Was Marcellus sagt

Der “Fluch” von einem philosophischen Gesichtspunkt

aus

Der alte und der moderne Mensch

Die Travestie des Prometheus

Christus verknüpft mit Epaphos

Der Irrtum des Arrian erklärt

War Aischylos initiiert?

Die Gabe des Prometheus

Ergänzende Bruchstücke aus einem e zu

den Versen der Strophe XII

Die “Buddhas des Bekenntnisses”

Die ältesten Berichte über die Atlantis

Das Schicksal der Atlantis

Die “östlichen Äthiopier”

Die ägyptischen Tierkreise

Theorien eines selbsterschaffenen Adepten

Der Stammbaum unserer Rasse

Das ägyptische Labyrinth

 

SCHLUSS.

“In den Sternen geschriebene” Geschichte

Ableugnung im Großen

Historische “Lügner”

Die zukünftige neue Rasse

Die zukünftige Menschheit

 

ZWEITER TEIL.

DIE ENTWICKLUNG DER SYMBOLIK.

.

Die esoterischen Lehrsätze in jeder Schrift bestätigt

Die Veden von Initiierten geschrieben

I.

Adam-Adami

Die Agrikultur der Nabathäer

Nebo, der Gott der Weisheit

Die kabbalistischen vier Adame

 

II.

Das “Allerheiligste”. Seine Erniedrigung

Was war der Kreistanz?

Christliche Symbolik

Der Gott Iao

Die Etymologie von “Sakrament”

Ich bin der ich bin

Was die Juden wirklich sind

Jehova ein Stellvertreter

Wer war Abraxas?

 

V.

Über den Mythos von den “Gefallenen Engeln” in

seinen verschiedenen Aspekten

Der böse Geist: wer und was?

Der “Affe Gottes”

Die Genesis des Teufels

Der Engel des Antlitzes

Trügerische Übersetzung der Bibel

Die Veden, einstmals universal

Die Götter des Lichtes gehen hervor aus den Göttern

der Finsternis

Die Söhne der Ewigkeit

Die Schatten der Schatten

Was die Âdityas sind?

Der “Zohar” über die Gefallenen

Die vielen Bedeutungen des “Streites im Himmel”

Erinnerungen an das Schicksal der Atlantier

Verschiedene Namen für Initiierte

Das Symbol des “Baumes”

Der Târakakrieg

Der Titanenkampf

Sarpas - Schlangen - Nâgas

Der Ursprung der exoterischen Religionen

Die Heiligkeit der Schlangen

 

 V.

Ist das Plerôma Satans Lager?

Lebendige Teufel

Jehova, ein darstellender Geist

Âkâsha, das Mysterium magnum

Die Seele und das Herz der Großen Mutter

Der Logos und Satan sind eins

Das Siebente Geheimnis der Schöpfung

Die Zahl 888

 

 .

Prometheus, der Titan. Sein Ursprung im alten Indien

Die Esche Yggdrasil

Die Poesie der modernen Orientalisten

Das Geschenk des Prometheus

Missverstandene griechische Ideen

Die Sechs Brüder des Krishna

 

 .

Enoïchion-Henoch

Der Adept stirbt nur um zu leben

Was Enoch esoterisch ist

Die geheime Kraft der Satane

 

 I.

Die Symbolik der Mysteriennamen Iao und Jehova, mit

ihrer Beziehung zu Kreuz und Kreis

Die Juden allein das Erbteil des Jehova

Ein grotesker Vers erklärt

Das Alter des Kreuzes

Ein persönlicher ist ein endlicher Gott

Ein Plagiat Pascals

Kreuz und Kreis

Verschiedenheiten der Kreuzsymbolik

Das himmlische “Meerschwein”

Die Rishis und die Plejaden

Deus enim et circulus est

Der Fall des Kreuzes in die Materie

Das höchste Gut des Plato

Das Rätsel des Kreuzes

Der Schlaf von Siloah

Die Bedeutung der Kreuzigung

Das wirkliche Vaterunser

 

X.

Die Upanishaden der gnostischen Literatur

Die sieben Donner

Pistis Sophia

Wahrheit zwischen zwei Grundsätzen

Die Weisheit des Göttlichen Selbsts

Das Alter der Kapilas

 

 X.

Das Kreuz und die pythagoräische Dekade

Die drei Wissenschaften

Die mystische Bedeutung von Makara

Poseidons fünf Diener

Die Rätsel der Symbolik

Der “goldene Leuchter”

Die Wurzel der Wahrheit

Die Scharen der Gesegneten

Der “Wurm, der niemals stirbt”

Der Mensch, der Schmäher Gottes

 

 .

Das Geheimnis der Siebenheit

Saptaparna

Die “hieroglyphische Sechsheit”

Geistige und physische Entsprechungen

Der theogonische Schlüssel

Noah in einem neuen Gewande

Die Tetraktys im Verhältnis zum Siebeneck

Die Wurzeln der Dinge

Die “Stimme der Natur”

Die Siebenheit demonstriert

Beweise aus einem gnostischen Evangelium

Das siebenfältige Element in den Veden

Die vedischen Lehren

Die zoroastrische Siebenheit

Die “Atem” des “Einen Atems”

Die Siebenheit in den exoterischen Werken

Die Siebenzahl in den Purânen

Wer sind die Maruts?

Der Fluch der beständigen Wiedergeburt

Persische Symbologie

Sieben in Astronomie, Wissenschaft und Magie

Der Naroscyklus

Verschiedene cyklische Berechnungen

Die Siebtheit in der Physiologie

Das haarige Symbol

Die Zahl Sieben in der Chemie

Die sieben Priester der Zuñis

Die sieben Seelen der Ägyptologen

Die Siebenheit in Ägypten

Die “Prinzipien” in der ägyptischen “Metaphysik”

Die “Wassermenschen” des “Bundahish”

Die Trans- und Cishimâlayische esoterische Lehre

Eine Allegorie aus der “Anugîtâ”

Endlos ist das Suchen nach Wahrheit

DRITTER TEIL.

ZUSÄTZE.

Wissenschaft und die Geheimlehre einander

gegenübergestellt

681

.

Archaische oder moderne Anthropologie?

“Physiologische” wider “natürliche” Zuchtwahl

Die occulten und die modernen Lehren

“Das Armutszeugnis der Naturwissenschaft”

“Allmächtige Entwicklung”

Physische und geistige Evolution vereinbart

 

I.

Die Urmenschheit wird von der Wissenschaft angeboten  

Eine unbegründete Anklage gegen die Alten

Verschiedene Fortpflanzungsarten

Fertige Sprachmaterialien

Wissenschaftliche Grenzverletzer

Herr Huxley benutzt ein “Löschhorn”

Ein absolut theoretischer pithekoider Mensch

Die Sozuren - der Wissenschaft gänzlich unbekannte

Geschöpfe

Plastidul-Seelen und bewusste Nervenzellen

Ein vorsichtiger Schritt zur “Magie”

Die Bedeutung der Seele bei Haeckel

II.

Die fossilen Überreste des Menschen und des

anthropoiden Affen

Geologische Thatsachen betreffend die Frage ihrer

Verwandtschaft

Unüberwindliche Schwierigkeiten

“Entstellte Abbilder” ihrer tierischen Väter

Westlicher Evolutionismus

Hanumân, der Affengott

Des Gorillas Ansprache an den Evolutionisten

Die Darwinisten und ihre Gegner

Darwinismus und das Alter des Menschen: die

Anthropoiden und ihre Ahnen

Huxleys kühne Spekulationen

Der Stammbaum der Affen

 

V.

Dauer der geologischen Perioden, Rassencyklen und

das Altertum des Menschen

Babylonische Daten

Widersprechende Hypothesen

Moderne wissenschaftliche Spekulationen über die

Zeitalter der Erde, tierische Entwicklung und den

Menschen

Die Materialisten uneins

Planetarische Lebensimpulse

Über Planetenketten und ihre Vielheit

Von andern Welten außer der unsern

Bewusstseinszustände

In der “Bibel” erwähnte Welten

Die Könige von Edom

Wissenschaft und Occultismus können noch

übereinstimmen

Ergänzende Bemerkungen zur esoterischen

geologischen Chronologie

Abtrünnige des Darwinismus

Die zwei Wissenschaften einander gegenübergestellt

Die Befähigung der “Animalisten”

Eine Rettung für die Wissenschaft

Zwischen zwei Leeren

Ein paläolithtischer Landseer

Steigen und Fallen der Cilvilisation

Sonderbare Geständnisse der Wissenschaft

Ein einstmals tropischer Pol

Der paläolithische Mensch - ein Kalligraph

Herbert Spencer über spezielle Schöpfungen

 V.

Organische Entwicklung und schöpferische Centren

Der “Grundplan’” und die “Planer”

Der “Meganthropus”

Der Ursprung und die Entwicklung der Säugetiere

Schmidts Diagramm

Faktoren im Ursprung der Arten

Herkunft und Verteilung der europäischen

paläolithischen Rassen

Afrika in Europa

Ein langsames Zugeständnis

 

 .

Spuren von Riesen, Civilisationen und

untergegangenen Kontinenten in der Geschichte

Eine geheimnisvolle Nation

Die Genossen der Affen und der Engel

Die occulte Auslegung der “Bibel”

Die Symbole des seelenmordenden Kirchentums

Das Alter von Ägypten

Die Gräber der Riesen

Rassen von Riesen

Wer waren die Druiden?

Die altpersische Ansicht von den sieben Erden

Der druidische Glaube an die Wiedergeburt

Einige Angaben über die heiligen Inseln und Kontinente

in den Klassikern, esoterisch erklärt

 

Die Mensch, “deren Schlaf nie durch Träume gestört

war”

Das Erbe der Atlantis

“Die größeren Götter des Olympos”

Die Kraft der Namen

Die Söhne von Coelus und Terra

Die Kinder der Niobe

Die “Insel der Göttlichen Könige”

Wer waren die Nephilim?

Auf Geschichte aufgebaute Philosophie

 

 .

Wissenschaftliche und geologische Beweise für die

Existenz verschiedener versunkener Kontinente

Die Geologie bestätigt den Occultismus

Die Überlieferung so wahr wie die Geschichte

Atlantis für die Ethnologie notwendig

Asträa fällt auf ihr Haupt

Scharfsinnige Erklärungen

Haeckel hat einmal recht

Ein schließlicher und unwiderleglicher Beweis

Genus ist jetzt gesagt

Hört beide Seiten!

Der Prolog zur esoterischen Wahrheit

 

 

VORLÄUFIGE BEMERKUNGEN

ÜBER DIE ARCHAISCHEN STROPHEN

UND DIE VIER VORGESCHICHTLICHEN KONTINENTE Facies totius universi, quamvis infinitis modis variet, manet tamen semper eadem. (SPINOZA.)

Die Strophen dieses Buches samt den dazugehörigen en sind

denselben archaischen Aufzeichnungen entnommen, wie Strophen über

Kosmogenie im Band I. So weit als möglich ist eine wörtliche Übersetzung

gegeben: aber einige dieser Strophen sind zu dunkel, um ohne Erklärung

verständlich zu sein, und daher werden sie, ebenso wie im ersten Bande, zuerst

vollständig gegeben, so wie sie stehen, und dann, wenn sie Vers um Vers mit

ihren en vorgenommen werden, wird ein Versuch gemacht, sie klarer

zu machen, durch in Fußnoten beigefügte Worte, in Vorwegnahme der vollständigeren Erklärung des s.

Was die Entwicklung der Menschheit anbelangt, so stellt die Geheimlehre drei

neue Sätze auf, die in unmittelbarem Gegensatze zur modernen Wissenschaft

stehen, ebenso wohl wie zu landläufigen religiösen Dogmen. Sie lehrt: a) die

gleichzeitige Entwicklung von sieben menschlichen Gruppen auf sieben

verschiedenen Teilen unserer Kugel; b) die Hervorbringung des astralen von

dem physischen Körper, indem der erstere ein Modell für den letzteren ist; und c)

daß der Mensch, in dieser Runde, allen Säugetieren - einschließlich der

menschenähnlichen Affen - vorausging. [1] Die Geheimlehre ist nicht die einzige,

die von den ursprünglichen Menschen spricht, die gleichzeitig auf den sieben

Teilen der Kugel hervorgebracht wurden. In dem göttlichen Pymander des

Hermes Trismegistus finden wir dieselben sieben ursprünglichen Menschen [2]

aus der Natur und dem himmlischen Menschen, in dem kollektiven Sinne des

Wortes, nämlich aus den schöpferischen Geistern hervorgehen.: und in den

Bruchstücken der chaldäischen Täfelchen, die von George Smith gesammelt

wurden, auf denen die babylonische Schöpfungslegende verzeichnet steht,

werden in der ersten Kolumne der Cutha-Tafel sieben menschliche Wesen „mit

Rabengesichtern“, das heißt von schwärzlich dunkler Gesichtsfarbe, welche von

den „(sieben) großen Göttern erschaffen“ wurden, erwähnt. Oder, wie in den Zeilen 16, 17 und 18 erklärt wird:

Inmitten der Erde wuchsen sie auf und wurden groß,

Und vermehrten sich an Zahl,

 :32.Bemerkungen

Sieben Könige, Brüder aus der selben Familie. [3]

Dies es sind die sieben Könige von Edom, auf welche die Kabbalah Bezug

nimmt: die erste Rasse, welche unvollkommen war, das heißt, geboren ward

bevor die „Wage“ (die Geschlechter) existierte, und welche daher zerstört wurde.

[4]

Sieben Könige, Brüder, erschienen und erzeugten Kinder, 6000 an der Zahl

waren ihre Völker. Der Gott Nergas (Tod) zerstörte sie. „Wie zerstörte er sie?“

Indem er ins Gleichgewicht (oder in die Wage) jene brachte, welche noch nicht

existierten. [5]

Sie wurden zerstört, als eine Rasse, indem sie in ihrer eigenen Nachkommenschaft (durch Ausschwitzung) aufgingen: das heißt, die geschlechtslose Rasse reinkarnierte sich in der (potentiell)

doppelgeschlechtlichen; die letzteren in den androgynen, diese wiederum in den

geschlechtlichen, der späteren dritten Rasse. Wären die Tafeln weniger

verstümmelt, so würde man finden, daß sie Wort für Wort denselben Bericht

enthalten, wie er in den archaischen Aufzeichnungen und im Hermes enthalten

sind, zum mindesten was die Grundthatsachen, wenn auch nicht, was die kleinen

Einzelheiten anbelangt: denn Hermes ist durch schlechte Übersetzungen nicht

weniger entstellt worden.

Es ist ganz sicher, daß die scheinbare Übernatürlichkeit dieser freilich

allegorischen Lehren den buchstäblich aufgefaßten Behauptungen der Bibel [6]

Ebenso diametral entgegengesetzt ist, als den jüngsten Hypothesen der

Wissenschaft, so daß sie leidenschaftlichen Widerspruch hervorrufen wird. Die

Occultisten jedoch wissen, daß sie die Überlieferungen der esoterischen

Philosophie die richtigen sein müssen, einfach deshalb, weil sie die logischesten

sind, und weil sie jede Schwierigkeit beheben. Außerdem haben wir die

ägyptischen Bücher des Thoth und das Totenbuch, und die indischen Purânen

mit ihren sieben Manus, sowie die chaldäisch-assyrischen Bücher, deren Ziegel

sieben ursprüngliche Mensch oder Adame erwähnen; die wirkliche Bedeutung

dieses Namen kann mit Hilfe der Kabbalah ermittelt werden. Jene, die etwas von

den samothrakischen Mysterien wissen, werden sich auch daran erinnern, daß

der Gattungsname der Kabiren war: die „heiligen Feuer“, welche an sieben

stellen der Insel Elektria oder Samothrake hervorbrachte der „Kabir, geboren auf

der heiligen Lemnos“ - der dem Vulkan geweihten Insel.

 :32.Bemerkungen

[1] Siehe Genesis II, 19. Adam wird im siebten Vers geschaffen und im

neunzehnten Vers wird gesagt: “Denn als Gott der Herr gemacht hatte von

der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel,

brachte er sie zu dem Menschen, daß er sie nennte.“ Somit wurde der

Mensch vor den Tieren erschaffen; denn die im ersten Kapitel erwähnten

Tiere sind die Tierkreiszeichen, indessen der Mensch, „ein Männlein oder

Fräulein“, nicht der Mensch ist, sondern die Schar der Sephiroth, Kräfte oder

Engeln, „geschaffen ihm (Gott) zum Bilde, zum Bilde Gottes“. Adam, der

Mensch, ist nicht nach diesem Bilde geschaffen, noch wird es in der Bibel so

behauptet. Obendrein ist der zweite Adam esoterisch eine Siebenheit, welche

sieben Menschen oder vielmehr Gruppen von Menschen darstellt. Denn der

erste Adam, der Kadmon, ist die Zusammenfassung der zehn Sephiroth. Von

diesen bleibt die obere Dreiheit in der archetypischen Welt als die zukünftige

„Dreieinigkeit“, während die sieben niederen Sephiroth die geoffenbarte

körperliche Welt schaffen, und diese Siebenheit ist der zweite Adam. Die

Genesis und die Mysterien, auf welchen sie aufgebaut wurde, kamen aus

Ägypten. Der „Gott“ des ersten Kapitels der Genesis ist der Logos, und „Gott

der Herr“ des zweiten Kapitels sind die schöpferischen Elohim, die niederen Mächte.

[2] So sagt Pymander: „Dies ist das Geheimnis, das bis zum heutigen Tage

verborgen war. Da die Natur mit dem himmlischen Menschen (den Elohim

oder Dhyänis) sich vermischte, brachte sie ein Wunder hervor . . . sieben

Menschen, alle männlich und weiblich (hermaphroditisch) . . . entsprechend

der Natur der sieben Lenker“ (II, 29) , oder der sieben Scharen der Pitris oder

Elohim, welche ihn aussendeten und schufen. Dies ist sehr klar, aber

trotzdem - man sehe nur die Erklärungen selbst unserer modernen

Theologen, von Männern, die für gescheidt und gelehrt gelten. In den

Theologischen und philosophischen Werken des Hermes Trismegistus, des

 :32.Bemerkungen

christlichen (?) Neuplatonikers, einem Werke, das von John David Chambers,

vom Oriel College in Oxford, kompiliert ist, fragt der Übersetzer verwundert:

„was die sieben Menschen bedeuten sollen?“ Er behebt die Schwierigkeit durch die Schlußfolgerung, daß, da „der ursprüngliche vorbildliche Mensch (Adam Kadmon oder Genesis I) mannweiblich war, . . . . die sieben die darauffolgenden in der Genesis genannten Patriarchen bedeuten mögen“ (p.  9). Eine wahrhaft theologische Art, den gordischen Knoten zu zerhauen!

[3] George Smiths Chaldean Account of Genesis, p. 103.

[4] Vgl. Zohar, Siphra Dtzenioutha, Idra Suta, 2928, Franck, Die Kabbala (La

Kabbale, p. 205).

[5] Siphra Dtzenioutha.

[6] Da nunmehr behauptet wird, daß die chaldäischen Täfelchen, welche die allegorische Beschreibung der Schöpfung, des Falles, der Flut, selbst bis zur Legende vom babylonischen Turme geben, geschrieben wurden „vor der zeit des Moses“ (Smith´s Chaldean Account of Genesis), wie kann da der Pentateuch eine „Offenbarung“ genannt werden? Er ist einfach eine andere Lesart derselben Geschichte.

  :32.Bemerkungen

Nach Pindar war dieser Kabis, dessen Name Adams war, [7] in den

Überlieferungen von Lemnos das Vorbild des aus dem Schoße der Erde

geborenen ursprünglichen Menschen. Er war der Urtypus der ersten Männlichen

in der Reihe der Schöpfung, und war einer der sieben authochthonen Vorfahren

oder Stammväter der Menschheit. [8] Wenn wir damit die Thatsache

zusammenhalten, daß Samothrake von den Phöniziern kolonisiert worden war,

und vor ihnen von den geheimnisvollen Pelasgern, welche aus dem Osten

kamen, und uns auch der Wesensgleichheit der „Mysterien“-Götter der Phönizier,

Chaldäer und Isrealiten erinnern, so wird es leicht sein, zu entdecken, woher

auch der verworrene Bericht über die Noachidische Flut kam. Es ist in jüngster

Zeit unleugbar geworden, daß die Juden, welche ihre ursprünglichen Ideen über

die Schöpfung von Moses erhielten, welcher sie von den Ägyptern hatte, ihre

Genesis und ihre ersten kosmogonischen Traditionen, als sie von Ezra und

anderen umschrieben wurden, aus dem chaldäisch-akkadischen Bericht

zusammengetragen haben. Es ist daher genügend, die babylonischen und

assyrischen keilschriftlichen und anderen Inschriften zu untersuchen, um auch

darin hier und da zerstreut nicht nur die ursprüngliche Bedeutung des Namens

Adam, Admi oder Adami zu finden, sondern auch die Erschaffung der sieben

Adams oder Wurzeln der Menschen, physisch geboren von der Mutter Erde, und

geistig oder astral von dem göttlichen Feuer der Vorfahren. Von den

Assyriologen, die mit den esoterischen Lehren unbekannt sind, könnte

schwerlich erwartet werden, daß sie der geheimnisvollen und immer

wiederkehrenden Zahl sieben auf den babylonischen Zylindern irgend größere

Aufmerksamkeit schenken, als sie ihr schenken, wenn sie dieselbe in der

Genesis und in der übrigen Bibel finden. Jedoch, die Zahlen der Ahnengeister

und ihrer sieben Gruppen menschlicher Nachkommenschaft stehen auf den

Zylindern, trotz des zertrümmerten Zustandes der Bruchstücke, und sind da

ebenso deutlich zu finden wie im Pymander und im Buche des verborgenen

Geheimnisses der Kabbalah. In dem letzteren ist Adam Kadmon der

sephirothische Baum, sowie auch der „Baum der Erkenntnis des Guten und

Bösen“. Und dieser Baum, sagt Vers 32, „hat rund um sich sieben Säulen“ oder

Paläste der sieben schöpferischen Engel, welche in den Sphären der sieben

Planeten auf unserer Kugel wirken. Wie Adam Kadmon ein kollektiver Name ist,

so ist es auch der Name des Menschen Adam. George Smith sagt in seinem Chaldäischen Schöpfungsbericht:

Das Wort Adams, welches in diesen Legendes für das erste menschliche

Wesen angewendet wird, ist offenbar kein Eigenname, sondern wird bloß

gebraucht als eine Bezeichnung für Menschheit. Adam erscheint als ein

413 :32.Bemerkungen

Eigenname in der Genesis, aber ist sicherlich an einigen Stellen bloß in demselben Sinne angewendet wie das assyrische Wort. [9] [7] Philosophoumena, v. 7; Millers Ausgabe, p. 98.

[8] Ebenda, p. 108.

[9] P. 86.

413 :32.Bemerkungen

Obendrein beruhen weder die chaldäische noch die biblische Flut mit ihren

Geschichten von Xisuthrus und Noah auf der universalen, oder auch nur auf der

atlantischen Flut, die in der indischen Allegorie vom Vaivasvata Manu erzählt ist.

Sie sind die auf den esoterischen Mysterien von Samothrake beruhenden

exoterischen Allegorien. Wenn die älteren Chaldäer die in den purânischen

Legenden verborgene Wahrheit gekannt haben, so wußten die anderen Nationen

nur von dem samothrakischen Mysterium und allegorisierten dieselbe. Sie

paßten es ihren astronomischen und anthropologischen, oder vielmehr

phallischen Begriffen an. Von Samothrake ist historisch bekannt, daß sie im

Altertume berühmt war wegen einer Flut, welche das Land überschwemmte und

die Spitzen der höchsten Berge erreichte; ein Ereignis, welches vor der

Argonautenzeit stattfand. Sie wurde ganz plötzlich von Wassern aus dem

Schwarzen Meere überflutet, welches bis dahin als ein See betrachtet worden

war. [10] Aber die Isrealiten hatten weiter eine andere Legende, um darauf ihre

Allegorie aufzubauen, die Legende von der Flut nämlich, welche die

gegenwärtige Wüste Gobi zum erstenmale in einen See verwandelte, vor etwa

10 000 oder 12 000 Jahren, und die vielen Noahs mit ihren Familien in die

umliegenden Berge trieb. Da die babylonischen Berichte bloß jetzt aus

Hunderttausenden von Bruchstücken zusammengesetzt sind, - der Erdhügel von

Kouyunjik allein hat durch Layards Ausgrabungen mehr als zwanzigtausend Fragmente von Inschriften ergeben so sind die hier angeführten Beweise verhältnismäßig dürftig; aber so wie sie sind, bestätigen sie nahezu jede von unseren Lehren, drei zum allermindesten ganz sicherlich.

Diese sind:

1.       Daß die Rasse, welche als erste in die Zeugung verfallen sollte, eine dunkle

Rasse (zalmat-qaqadi) war, welche sie die Adamu oder dunkle Rasse nennen,

und daß Sarku oder die lichte Rasse für eine lange Zeit noch in der Folge rein

blieb.

2.       Daß die Babylonier zwei Hauptrassen zur Zeit des Falles anerkannten,

während die Rasse der Götter, die etherischen Doppelgänger der Pitris, diesen

beiden vorangegangen war. Dies ist Sir H. Rawlinson´s Ansicht. Diese Rassen

sind unsere zweite und dritte Wurzelrasse.

3.       Daß die sieben Götter, von denen jeder einen Menschen oder eine Gruppe

von Menschen schuf, die „eingekerkerten oder inkarnierten Götter“ waren. Diese

Götter waren: der Gott Zi; der Gott Zi-ku, edles Leben, Vorsteher der Reinheit;

415 :32.Bemerkungen

der Gott Mir-ku, edle Krone, „Erretter vom Tode der (später) eingekerkerten

Götter“, und Schöpfer der „dunklen Rasse, welche seine Hand gemacht hat“: der

Gott Libzu, „weise unter den Göttern“; der Gott Nissi; der Gott Suhhab; und Hea

oder Sa, ihre Zusammenfassung, der Gott der Weisheit und der Tiefe, identifiziert

mit Oannes-Dagon, zur Zeit des Falles, und kollektiv der Demiurg oder Schöpfer

genannt. [11]

In den babylonischen Fragmenten sind zwei sogenannte „Schöpfungen“ und da

die Genesis sich daran hielt, so finden wir ihre ersten zwei Kapitel unterschieden

als die elohitische und die jehovitische Schöpfung. Ihre richtige Ordnung ist

jedoch weder in diesen, noch in irgendwelchen anderen exoterischen Berichten

enthalten. Nun beziehen sich diese „Schöpfungen“ nach den occulten Lehren die

eine auf die Bildung der ursprünglichen sieben Menschen durch die Vorfahren,

die Pitris oder Elohim, und die andere auf die der menschlichen Gruppen nach

dem Falle.

Alles dieses wird im Verlaufe unseres Fortschreitens im Lichte der Wissenschaft

und von den Schriften aller altern Nationen, einschließlich der Bibel

entnommenen Vergleichungen untersucht werden. Unterdessen, bevor wir uns

der Anthropogenesis der vorhistorischen Rassen zuwenden, mag es von Nutzen

sein, sich über die Namen zu einigen, die den Festländern gegeben werden

sollen, auf denen die großen Rassen, die unserer adamischen Rasse

vorangingen, geboren wurden, lebten und starben. Ihre archaischen und

esoterischen Namen waren zahlreich und änderten sich mit der Sprache der

Nation, welche sie in ihren Annalen und Schriften erwähnte. Was im Vendidâd, z.

B. als Airyana Vaêjô [12] bezeichnet wird, wo der ursprüngliche Zoroaster [13]

geboren war, wird in der purânischen Litteratur Shveta Dvîpa, Berg Meru, der

Aufenthalt des Vishnu u. s. w. genannt und in der Geheimlehre heißt es einfach

das „Land der Götter“ unter ihren Führern, den „Geistern dieses Planeten“.

Daher wird es in Anbetracht der möglichen und sogar sehr wahrscheinlichen

Verwirrung, die entstehen kann, für zweckdienlicher gehalten, für jeden der vier

beständig erwähnten Kontinente einem dem gebildeten Leser vertrauteren

Namen anzunehmen. Es wird daher vorgeschlagen, den ersten Kontinent, oder

vielmehr das erste Festland, auf dem die erste Rasse von den göttlichen Vorfahren evolviert wurde, zu nennen:

I.  Das Unvergängliche Heilige Land.

415 :32.Bemerkungen

Der Grund für den Namen ist der, daß behauptet wird, daß diese „unvergängliche

heilige Land“ niemals das Schicksal der anderen Kontinente teilte, weil es das

einzige ist, dessen Bestimmung es ist, vom Anbeginne bis zum Ende des

Manvantara durch eine jede Runde zu dauern. Es ist die Wiege des ersten

Menschen und die Wohnung des letzten göttlichen Sterblichen, der als Shishta

zum zukünftigen Samen der Menschheit auserwählt ist. Über dieses

geheimnisvolle und heilige Land kann sehr wenig gesagt werden, ausgenommen

vielleicht, daß, nach einem poetischen Ausdrucke in einem der e, der

„Polarstern sein wachsames Auge auf ihm von der Morgen [14] Dämmerung bis

zum Ende des Zwielichtes eines Tages des Großen Atems ruhen hat.“

II. Der hyperborëische Kontinent.

Dies wird der für den zweiten Kontinent gewählte Namen sein, für das Land,

welches seine Vorgebirge südwärts und westwärts von dem Nordpole erstreckte,

um die zweite Rasse zu empfangen und das Ganze dessen, was heute als

Nordasien bekannt ist, in sich schloß. So lautete der Name, den die ältesten

Griechen der weitentfernten und geheimnisvollen Gegend gaben, wohin ihre

Überlieferungen Apollo, den Hyperborëer, jedes Jahr reisen ließ. Astronomisch

ist Apollo natürlich die Sonne, welche, ihre hellenischen Heiligtümer verlassend,

es liebte, alljährlich dieses weitentfernte Land zu besuchen, wo, wie man sagte,

die Sonne während der einen Hälfte des Jahres niemals unterging.

[korrekter Abdruck siehe Buch]

sagt ein Vers in der Odyssee. [15]

Aber historisch oder besser vielleicht ethnologisch und geologisch, ist die

Bedeutung eine andere. Das Land der Hyperborëer, die Gegend, welche sich

erstreckte jenseits des Boreas, des kaltherzigen Gottes der Schneefälle und

Stürme, welcher es liebte, auf der Bergkette Ripäus tief zu schlafen, war weder

ein eingebildetes Land, wie die Mythologen vermuten, noch auch ein Land in der

Nachbarschaft von Skythien und der Donau. [16] Es war ein wirklicher Kontinent,

ein aufrichtig gemeintes Land, welches in jenen frühen Tagen keinen Winter

kannte, und dessen traurige Überreste selbst heute noch nicht mehr als eine

Nacht und einen Tag im Laufe des Jahres haben. Die nächtlichen Schatten fielen

niemals auf dasselbe, sagten die Griechen, denn es ist das „Land der Götter“,

der Lieblingsaufenthalt Apollos, des Gottes des Lichtes und seine Einwohner

sind seine geliebten Priester und Diener. Dies mag jetzt als eine poetische

415 :32.Bemerkungen

Dichtung betrachtet werden; aber damals was es dichterisch gestaltete Wahrheit.

[10] Siehe Plinius, , c. 12; Strabo 10; Herodot , c. 109; Pausanias, , c.

4, u. s. w.

[11] Chaldean Account of Genesis, p. 82.

[12] Siehe Bun-Dehesh, 79, 12.

[13] Unter „ursprünglich“ meinen wir den Amshaspend, genannt

„Zarâthushtra, der Herr und Lenker des von Yima in diesem Lande

gemachten Vara“. Es gab verschiedene Zarathushtras oder Zertusts, der

Dabistan allein zählt dreizehn auf; aber diese waren alle Reinkarnationen des

ersten. Der letzte Zoroaster war der Begründer des Feuertempels von Azareksh und der Verfasser der Werke über die ursprüngliche heilige magische Religion, welche Alexander zerstört hat.  [14] In Indien genannt ein „Tag des Brahmâ“.

[15] X. 86.

[16] Siehe Volcker, Mythological Geography, pp. 145 bis 170.

415  :32.Bemerkungen

III.     Lemurien.

Den dritten Kontinent schlagen wir vor, Lemurien zu nennen. Der Name ist eine

Erfindung oder Idee des Herrn P. L. Sclater, welcher zwischen 1850 und 1860

aus zoologischen Gründen die thatsächliche Existenz, in vorgeschichtlichen

Zeiten, eines Kontinentes behauptet, welcher sich, wie er zeigte, von

Madagaskar bis Ceylon und Sumatra erstreckte. Er schloß in sich einige Teile

des heutigen Afrika; aber im übrigen ist dieses Festland, welches sich vom

indischen Ozean bis Australien erstreckte, jetzt gänzlich unter Wassern der

Südsee verschwunden, und hat nur hier und da einige von seinen

Hochlandspitzen übriggelassen, welche jetzt Inseln sind. Herr A. R. Wallace, der

Naturforscher, schreibt an Herrn Charles Gould:

Es erstreckt sich das Australien der Tertiärperioden bis nach Neuguinea und zu den Salomoninseln und vielleicht bis Fidschi, und aus seinen Beuteltiertypen folgt ein Zusammenhang mit dem nördlichen Kontinent während der sekundären Periode. [17]

Der Gegenstand ist anderwärts ausführlich behandelt. [18]

.   Atlantis.

So nennen wir den vierten Kontinent. Er wäre das erste historische Land, wenn

die Überlieferungen der Alten größere Aufmerksamkeit erfahren würden, als es

bis jetzt der Fall was. Die berühmte Insel jenes Namens des Plato war bloß ein

Bruchstück dieses großen Festlandes. [19]

V.      Europa.

Der fünfte Kontinent war Amerika; aber da es bei den Antipoden gelegen ist, so

sind es Europa und Kleinasien, die mit ihm fast gleichaltrig sind, welche

allgemein von den indoârischen Occultisten als der fünfte bezeichnet werden.

Wenn Ihre Lehre dem Erscheinen der Festländer nach ihrer geologischen und

geographischen Ordnung folgen würde, so müßte diese Klassifikation geändert

werden. Aber da die Reihenfolge der Kontinente der Entwicklungsfolge der

Rassen angepaßt ist, von der ersten bis zur fünften, unserer arischen

Wurzelrasse, so muß Europa der fünfte große Kontinent genannt werden. Die

Geheimlehre zieht Inseln und Halbinseln nicht in Rechnung, noch folgt sie der

modernen geographischen Verteilung von Land und Meer. Seit dem Tage ihrer

417 :33.Bemerkungen

frühesten Lehren und der Zerstörung der großen Atlantis hat sich das Antlitz der

Erde mehr als einmal geändert. Es gab eine Zeit, da das Delta von Ägypten und

Nordafrika zu Europa gehörten, bevor die Bildung der Straße von Gibraltar und

eine weitere Hebung des Kontinentes den Anblick der Karte von Europa gänzlich

veränderte. Die letzte ernste Veränderung geschah vor etwas 12 000 Jahren,

[20] und darauf folgte das Versinken von Platos kleiner atlantischen Insel, welche

er nach ihrem Ursprungskontinent Atlantis nennt. Geographie war in den Tagen

des Altertums ein Teil der Mysterien. Der Zohar sagt:

Diese Geheimnisse (von Land und Meer) wurden den Männern der Geheimwissenschaft mitgeteilt, aber nicht den Geographen. [21]

Die Behauptung, daß der physische Mensch ursprünglich ein ungeheurer

vortertiärer Riese was und daß er vor 18 000 000 Jahren existierte, muß natürlich

den Bewunderern und Gläubigen der modernen Gelehrsamkeit unsinnig

erscheinen. Der ganze Heerbann der Biologen wird sich abwenden von der

Vorstellung von einem Titanen der dritten Rasse aus dem sekundären Zeitalter,

einem Wesen, das geeignet war, gegen die damals riesenhaften Ungetüme von

Luft, Meer und Land mit Erfolg zu kämpfen; seine Vorväter freilich, die

ätherischen Vorbilder der Atlantier, hatten sich wenig vor dem zu fürchten, was

sie nicht verletzen konnte. Es steht dem modernen Anthropologen vollkommen

frei, über unsere Titanen zu lachen, so wie er über den biblischen Adam lacht,

oder wie der Theologe über den Menschenaffenvorfahren des ersten lacht. Die

Occultisten und ihre gestrengen Kritiker mögen fühlen, daß sie ihre Rechnungen

diesmal ziemlich gut gegenseitig berichtigt haben. Die occulten Wissenschaften

beanspruchen auf jeden Fall weniger und geben mehr, als die Darwinsche Anthropologie sowohl, wie auch die biblische Theologie.  [17] Mythical Monsters, p. 47.

[18] Es ist jedoch zu bemerken, daß Herr Wallace die Idee Herrn Sclaters

nicht annimmt und ihr sogar entgegentritt. Herr Sclater vermutet ein Land oder

einen Kontinent, welcher ebedem Afrika, Madagaska und Indien vereinigte,

aber nicht Australien und Indien, und Herr A. R. Wallace zeigt, in seiner

Geographical Distribution of Animals und im Island Life, daß die Hypothese

417 :33.Bemerkungen

eines solchen Landes durch die angeführten zoologischen Gründe durchaus

nicht gerechtfertigt sind. Aber er gesteht zu, daß eine viel engere

Nachbarschaft zwischen Indien und Australien sicher bestanden hat und zwar

in einer so weit entfernten Zeit, daß dieselbe sicherlich „prätertiär“ war, und

fügt in einem Privatbriefe hinzu, daß „diesem angenommenen Lande noch

kein Name gegeben worden ist“. Doch das Land existierte und war natürlich

„prätertiär“, weil Lemurien , wenn wir diesen Namen für den dritten Kontinent

annehmen, zu Grunde gegangen war, bevor sich Atlantis vollständig entwickelt hatte, und Atlantis war gesunken und ihre Hauptteile waren verschwunden, vor dem Ende der Miocänperiode.  [19] Siehe den Geheimbuddhismus.

[20] Ein „Zufall“ mehr:

„Nun ist es erwiesen, daß in jüngerer geologischer Zeit diese Strecke von Nordafrika in der That eine Halbinsel von Spanien war, und daß ihre Vereinigung mit Afrika im Norden bewirkt wurde durch den Durchbruch der Straße von Gibraltar, im Süden und Osten durch eine Hebung, welcher die Sahara ihr Dasein verdankt. Noch jetzt werden die Ufer des einstigen Saharameeres gekennzeichnet durch die Gehäuse derselben Schnecken, die am Mittelmeer leben.“ (Prof. Oscar Schmidt, Deszendenzlehre und Darwinismus, p. 207.)

[21] III. fol. 10 a.

417  :33.Bemerkungen

Auch sollte die esoterische Chronologie niemanden erschrecken; denn in Bezug

auf Zahlen sind die größten Autoritäten des Tages so unbeständig und unsicher

wie die Wellen des Mittelmeeres. Allein in Bezug auf die Dauer der geologischen

Perioden sind die Gelehrten der Royal Society alle hoffnungslos im Ungewissen

und springen von einer Million zu fünfhundert Millionen Jahren mit der größten

Leichtigkeit, wie mehr als einmal im Laufe dieser Vergleichung gesehen werden

wird.

Man nehme für unseren gegenwärtigen Zweck nur ein Beispiel - die Berechnung

des Herrn Croll. Ob nach diesem Gewährsmanne 2 500 000 Jahre die Zeit seit

dem Beginne der Tertiärzeit oder der Eocänperiode darstellen, wie ihn ein amerikanischer Geologe sagen läßt; [22] oder ob dieser Herr Croll „fünfzehn Millionen seit dem Beginne der Eocänperiode zugesteht“, wie ein englischer Geologe zitiert, [23] beide Zahlenreihen decken die von der Geheimlehre aufgestellten Behauptungen. [24]

Denn, wenn man, wie die letztere thut, zwischen vier und fünf Millionen Jahre

zwischen der beginnenden und der schließlichen Entwicklung der vierten

Wurzelrasse angiebt, auf den lemuro-atlantischen Kontinenten; eine Million Jahre

für die fünfte oder ârische Rasse bis zum gegenwärtigen Datum und ungefähr

850 000 seit dem Untergange der letzten mächtigen Halbinsel der großen

Atlantis - so kann alles dies leicht stattgefunden haben innerhalb der 15 000 00

Jahre, welche Herr Croll der Tertiärzeit zugesteht. Aber chronologisch

gesprochen ist die Dauer der Periode von nebensächlicher Wichtigkeit, da wir am

Ende noch gewisse amerikanische Gelehrte als Rückhalt haben. Diese Herren

halten, unbekümmert um die Thatsache, daß ihre Behauptungen nicht

zweifelhaft, sondern widersinnig genannt werden, doch daran fest, daß der

Mensch bereits in der Sekundärzeit existierte. Sie haben menschliche

Fußstapfen auf Felsen dieser Formation gefunden, und des weiteres findet Herr

de Quatrefages keinen stichhaltigen wissenschaftlichen Grund, warum der Mensch nicht während der Sekundärzeit existiert haben solle.

Die Zeitalter und Perioden in der Geologie sind, in nüchterner Wahrheit, rein

konventionelle Ausdrücke, da sie bis jetzt kaum abgegrenzt sind, und obendrein

nicht zwei Geologen oder Naturforscher in Bezug auf die Zahlen

übereinstimmen. So ist dem Occultisten von der gelehrten Bruderschaft ein

weiter Spielraum zur Auswahl gelassen. Sollen wir zu einer unserer Stützen

Herrn T. Mellard Read nehmen? Dieser Herr behauptet in einer Ansprache über

„Kalkstein als ein Zeiger geologischer Zeit“. gerichtet von ihm im Jahre 1878 an

419 :33.Bemerkungen

die Royal Society, daß das Mindestmaß von Zeit, welches zur Bildung der

sedimentären Schichten und zur Ausscheidung des Kalkstoffes notwendig ist, in

runden Ziffern 600 000 000 Jahre beträgt; [25] oder sollen wir für unsere

Zeitrechnung Unterstützung aus Herrn Darwins Werken suchen, worin er

entsprechend seiner Theorie für die organischen Umformungen 300 bis 500

Millionen Jahre verlangt? Sir Charles Lyell und Professor Houghton begnügten

sich, den Beginn der kambrischen Periode bezw. auf 200 bis 240 Mill. Jahre

zurückzuversetzen. Geologen und Zoologen behaupten die längste Zeit, obwohl

Herr Huxley einstmals den Beginn der Verkrustung der Erde auf 1000 000 000

Jahre zurückversetzte und kein Jahrtausend davon nachlassen wollte.

[22] A. Winchell, Professor der Geologie, Word-Life, p. 369.  [23] Herr Charles Gould, ehemaliger geologischer Landvermesser von Tasmanien, in den Mythical Monsters, p. 84.

[24] Sir Charles Lyell, welchem die „glückliche Erfindung“ der Ausdrücke

Eocän, Miocän und Pliocän zur Bezeichnung der drei Unterteilungen der

Tertiärzeit zugeschrieben wird, hätte wirklich seinen „Geisteskindern“ irgend

eine annähernde Länge vermachen sollen. Da er jedoch die Dauer dieser

Perioden den Spekulationen der Spezialisten überlassen hat, so sind die

größte Verwirrung und Unsicherheit das Resultat dieses glücklichen

Gedankens. Es erscheint als ein hoffnungsloses Beginnen, mit Erfolg eine

einzige Ziffernreihe aus einem Werke anzuführen, ohne Gefahr zu laufen, sich

von demselben Verfasser in einem früheren oder einem folgenden Buche

widersprochen zu finden. Sir William Thomson, eine der hervorragendsten

unter den modernen Autoritäten, hat seine Meinung über das Alter der Sonne

und die Zeit der Verfestigung der Erdkruste ungefähr ein Halbdutzendmale

geändert. In Thomson und die Taits Natural Philosophy finden wir bloß 10 000

000 Jahre zugestanden seit der Zeit, seit die Temperatur der Erde ein

Erscheinen von vegetabilischem Leben auf der letzteren gestattete. (App. D ff;

419 :33.Bemerkungen

auch Trans. Roy. Soc. Edin., XXIII. Pt. I. 157, 1862, wo 847 widerrufen wird.)

Herr Darwin giebt als Sir William Thomson Schätzung „ein Minimum von 98

und ein Maximum von 200 Millionen Jahren seit dem Festwerden der Kruste.“

(Siehe Ch. Gould, a. a. O., p. 83.) In demselben Werke (Nat. Phil.) werden 80

Millionen angegeben seit der Zeit der beginnenden Verkrustung bis zum

gegenwärtigen zustande der Welt. Und in seiner letzten Vorlesung, wie

anderwärts gezeigt ist, erklärt Sir William Thomson (1887), daß die Sonne

nicht älter als 15 000 000 Jahre ist! Unterdessen gestattet auf Grund seiner

Schlussfolgerungen über die Grenzen der Zeitdauer der Sonnenwärme, nach

Zahlen, die vorher von Sir William Thomson aufgestellt worden waren, Herr

Croll 60 000 000 Jahre seit dem Beginne der kambrischen Periode. Das ist

hoffnungsvoll für die Liebhaber von exaktem Wissen. Was immer für Zahlen

also die Geheimwissenschaft geben mag, dieselben werden sicherlich durch

irgend eines der modernen Männer der Wissenschaft, die man für Autoritäten

hält, bestätigt werden.

[25] Siehe Proceedings, Royal Society, London, XXI. 281.

419  :33.Bemerkungen

Aber der Hauptpunkt liegt für uns nicht in der Einhelligkeit oder

Meinungsverschiedenheit der Naturforscher in Bezug auf die Dauer der

geologischen Perioden, sondern vielmehr in ihrer - wunderbarerweise -

vollkommenen Übereinstimmung bezüglich eines Punktes und zwar eines sehr

wichtigen. Sie alle stimmen darin überein, daß während der Miocänzeit – einerlei

ob vor 1 oder 10 Mill. Jahren - Grönland und sogar Spitzbergen die Überreste

unseres zweiten oder hyperböräischen Kontinentes, „ein nahezu tropisches

Klima hatten“. Nun hatten die vorhomerischen Griechen eine lebendige

Überlieferung bewahrt von diesem „Lande der ewigen Sonne“, worin ihr Apollo

jedes Jahr reiste.

Die Wissenschaft sagt uns:

Während des Miocäns entwickelte sich Grönland (in 70° n. B.) eine Fülle von

Bäumen, wie die Eibe, die immergrüne Sequioe, den der kalifornischen Art verwandten Mammutbaum, Buchen, Platanen, Weiden, Eichen, Pappeln und Walnussbäume, sowie eine Magnolie und einen Zapfenfarn. [26] Kurz gesagt, Grönland hatte südliche Pflanzen, die den nördlichen Gegenden unbekannt sind.

Und nun entsteht die natürliche Frage. Wenn die Griechen in den Tagen des

Homer Kenntnis hatten von einem hyperboräischen Land, d. i. einem gelobten

Lande jenseits des Bereiches des Boreas, des Gottes des Winters und des

Sturmes, einer idealen Region, welche die späteren Griechen und ihre

Schriftsteller vergeblich jenseits Skythien zu versetzen suchen, einem Lande, wo

die Nächte kurz waren und die Tage lang und jenseits desselben von einem

Lande, wo die Sonne niemals unterging und die Palme im Freien wuchs - wenn

sie von alledem Kenntnis hatten, wer hat ihnen denn davon erzählt? Zu ihrer Zeit,

und Zeitalter vorher, muß Grönland sicherlich bereits mit ewigem Schnee, mit

niemals auftauendem Eise bedeckt gewesen sein, gerade so wie heute. Alles

läuft darauf hinaus, zu zeigen, daß das Land mit den kurzen Nächten und den

langen Tagen Norwegen oder Skandinavien war, jenseits dessen das gelobte

Land des ewigen Lichtes und Sommers lag. Damit die Griechen dies alles wissen

konnten, muß die Überlieferung zu ihnen von einem Volke hergelangt sein, daß

älter war als sie selbst, das vertraut war mit jenen klimatischen Einzelnheiten,

von denen die Griechen selber nichts wissen konnten. Sogar in unseren Tagen

vermutet die Wissenschaft, daß jenseits der Polarmeere, an dem unmittelbaren

Umkreise des Nordpoles ein Meer existiert, das niemals zufriert, und ein

Festland, das immer grün ist. Die archaischen Lehren und auch die Purânen - für

1 :34.Bemerkungen

jemanden, der ihre Allegorien versteht - enthalten dieselben Behauptungen. Für

uns genüge somit die starke Wahrscheinlichkeit, daß während der Miocänperiode der modernen Wissenschaft, zu einer Zeit, da Grönland ein nahezu tropisches Land war, daselbst ein Volk lebte, das jetzt der Geschichte unbekannt ist.

ANMERKUNG.

Der Leser wird ersucht, im Gedächtnisse zu behalten, daß die folgenden

en der Zeit nach nicht strenge zusammenhängend sind. In Teil I werden

die Strophen, welche ein Skelett der Darlegung bilden, gegeben und gewisse

Punkte kommentiert und erklärt. In den folgenden en Teil II und III

werden verschiedene Einzelheiten zusammengebracht und eine vollständigere

Erklärung des Gegenstandes versucht.

[26] Gould, Mythical Monsters, p. 91.

1 :34.Strophen aus dem Buch des Dzyan

ERSTER TEIL.

ANTHROPOGENESIS.

ZWÖLF STROPHEN AUS DEM „BUCHE DES DZYAN“, MIT EN.

E

ZU DEN ZWÖLF STROPHEN UND IHREN AUSDRÜCKE NACH IHRER

ZAHLENBEZEICHNUNG NACH STROPHEN UND SHOKLAS.

STROPHE I.

1. Der Lha oder Geist der Erde. 2. Anrufung der Erde an die Sonne. 3. Was die

Sonne antwortet. 4. Umwandlung der Erde.

1. DER LHA (a), WELCHER DIE VIERTE [1] DREHT; IST EIN DIENER DES

(DER) LHAS DER SIEBEN [2] , (b) WELCHE KREISEN, IHRE WAGEN

LENKEND UM IHREN HERREN, DAS EINE AUGE [3] UNSERER WELT. SEIN

ATEM GAB LEBEN DEN SIEBEN [4] . ER GAB LEBEN DER ERSTEN ©.

„Sie sind Alle Drachen der Weisheit“, fügt der  hinzu. (d)

(a)     „Lha“ ist die alte Bezeichnung in den transhimâlayischen Gebieten für „Geist“,

für irgend ein himmlisches oder übermenschliches Wesen, und er umfaßt die ganze Reihe himmlischer Hierarchien, von einem Erzengel oder Dhyâni, bis herab zu einem Engel der Finsternis, oder irdischen Geist.

(b)     Dieser Ausdruck zeigt in klarer Sprach, daß er Schutzgeist unserer Kugel,

welche die vierte in der Kette ist, dem Hauptgeist (oder Gott) der sieben

planetarischen Genien oder Geister untergeordnet ist. Wie bereits erklärt, hatten

die Alten, in ihrer Götterlitanei, sieben Haupt-Mysteriengötter, deren Anführer

exoterisch die sichtbare Sonne, oder der achte war, und esoterisch der zweite

Logos, der Demiurg. Die Sieben - welche jetzt, in der christlichen Religion, zu

den „Sieben Augen des Herrn“ geworden sind - waren die Regenten der sieben

Haupt-Planeten; aber diese wurden nicht nach der Aufzählung gerechnet, welche

später von Leuten erdacht wurde, welche die wirklichen Mysterien entweder

vergessen hatten oder eine unzutreffende Vorstellung von derselben besaßen,

und schlossen weder die Sonne, noch den Mond, noch die Erde in sich. Die

Sonne war exoterisch das Haupt der zwölf großen Götter oder

Tierkreiskonstellationen; und esoterisch der Messiah, der Christos - das von dem

Großen Atem oder der Einen „gesalbte“ Wesen - umgeben von seinen zwölf untergeordneten Mächten, untergeordnet hinwiederum auch einem jeden der sieben Mysteriengötter der Planeten.

„Die Sieben Höheren veranlassen die Sieben Lhas, die Welt zu erschaffen“, sagt

ein ; dies bedeutet, daß unsere Erde - um die übrigen bei Seite zu

lassen - von irdischen Geistern „geschaffen“ oder gestaltet wurde. während die

Regenten einfach die Aufseher waren. Die ist der erste Keim von dem, was

später sich zu dem Baume der Astrologie und Astrolatrie auswuchs. Dies wird

von den alten Kosmogonien bestätigt, so von jenen des Hermes, der Chaldäer,

der Âryer, der Ägypter, und sogar der Juden. Die Zeichen des Tierkreises - die

„heiligen Tiere“ oder der „Himmelsgürtel“ - sind ebenso wohl die Bne´ Alhim -

Söhne der Götter oder der Elohim - wie die Geister der Erde; aber sie sind

diesen vorausgehend. Some und Sin, Isis und Diana, sind alle Mond-Götter oder

Göttinnen, genannt die Väter und Mütter unserer Erde, welche ihnen

untergeordnet ist. Aber diese sind ihrerseits ihren „Vätern“ und „Müttern“ - die

letzteren sind vertauschbar und bei jeder Nation verschieden - untergeordnet,

den Göttern und ihren Planeten, wie z.B. Jupiter, Saturn, Bel, Brihaspati, u. s. w.

(c)     „Sein Atem gab Leben den Sieben“, bezieht sich ebenso sehr auf die Sonne,

welche den Planeten Leben giebt, als auch auf den „Hohen“, die geistige Sonne,

welche dem ganzen Kosmos Leben giebt. Die astronomischen und

astrologischen Schlüssel, welche das Thor zu den Geheimnissen der Theogonie

eröffnen, können nur in den späteren Glossaren, welche die Strophen begleiten,

gefunden werden.

In den apokalyptischen Shoklas der archaischen Aufzeichnungen ist die Sprache

ebenso symbolisch, wenn auch weniger mythisch, als in den Purânen. Ohne die

Hilfe der späteren e, die von den Generationen von Adepten kompiliert sind, wäre es unmöglich, die Bedeutung richtig zu verstehen.

In den alten Kosmogonieen sind die sichtbaren und die unsichtbaren Welten die

doppelten Glieder einer und derselben Kette. Wie der unsichtbare Logos, mit

seinen Sieben Hierachieen - eine jede repräsentiert oder personifiziert durch

ihren obersten Engel oder Rektor - eine MACHT bilden, die innere und die

unsichtbare; so bilden in der Welt der Formen die Sonne und die sieben

Hauptplaneten die sichtbare und thätige Potenz; die letztere Hierarchie ist

sozusagen der sichtbare und gegenständliche Logos zu dem Unsichtbaren und

den - ausgenommen auf den niedrigsten Stufen - immer subjektiven Engeln.

So heißt es - um ein weniges zur Erklärung vorwegzunehmen - daß eine jede

Rasse bei ihrer Entwicklung unter dem unmittelbaren Einflusse eines der

Planeten geboren ist; die Erste Rasse empfing ihren Lebensodem von der

4125 :35. I

Sonne, wie späterhin gesehen werden wird; indes die Dritte Menschheit - jene,

welche in die Zeugung verfielen, oder aus androgynen getrennte Wesenheiten

wurden, die einen männlichen und die anderen weiblich - unter dem unmittelbaren Einfluß stehen soll der Venus, ‘der kleinen Sonne’, in der die Sonnenscheibe ihr Licht aufspeichert.“ [1] Die vierte Kugel, oder unsere Erde. Alle Glossen zu der Übersetzung des Textes der Strophen und e sind solche der Schreiberin. An einzelnen Stellen mögen sie unvollständig und selbst unangemessen vom indischen Standpunkte sein; aber in dem Sinne, der ihnen in der transhymâlayischen Esoterik beigelegt wird, sind sie richtig. In jedem Fall nimmt die Schreiberin allen Tadel auf sich. Da sie niemals persönliche Unfehlbarkeit beansprucht hat, so mag das, was auf ihre eigene Autorität hin gegeben ist, vieles zu wünschen übrig lassen, insbesondere in den sehr verwickelten Fällen, wo allzu tiefe Metaphysik mitspielt. Die Lehre wird dargeboten, wie sie verstanden ist; und in Anbetracht dessen, daß es für jedes Symbol und jede Allegorie sieben Schlüssel der Erklärung giebt, wird eine Bedeutung, die, sagen wir vom psychologischen oder astronomischen Standpunkte aus nicht zutreffend sein mag, sich nichtsdestoweniger vom physischen oder metaphysischen als ganz richtig erweisen.  [2] Den Planetengeistern.

[3] Loka Chakshus.

[4] Den Planeten.

4125  :35. I

Die Übersicht der Strophen in Band I zeigte, daß die Genesis [5] der Götter und

Menschen in und von einem und demselben Punkt ihren Ursprung nimmt,

welcher ist die Eine Universale, Unveränderliche, Ewige und Unbedingte

EINHEIT. Wir haben gesehen, daß sie in ihrem ursprünglichen geoffenbarten

Aspekt wurde: 1. in der Sphäre der Objektivität und Physik. URSPRÜNGLICHE

SUBSTANZ und KRAFT - centripetale und centrifugale, positive und negative,

männliche und weibliche, u. s. w.; 2. in der Welt der Metaphysik der GEIST DES

WELTALLS, oder kosmische Ideenbildung, von einigen genannt LOGOS.

Dieser Logos ist die Spitze des pythagoräischen Dreiecks. Wenn das Dreieck

vollständig ist, wird es zur Tetraktys, oder zum Dreieck im Viereck, und ist das

duale Symbol des vierbuchstabigen Tetragammaton in dem geoffenbarten

Kosmos, und seines wurzelhaften dreifachen Strahles in dem Unmanifestierten -

seinem Noumenon.

Aber mehr metaphysisch ist die hier gegebene Klassifikation der Urdinge des

Kosmos mehr eine solche der Bequemlichkeit als der unbedingten

philosophischen Genauigkeit. Am Beginne eines großen Manvantara offenbart

sich Parabrahman als Mûlaprakriti und sodann als Logos. Dieser Logos ist

gleichbedeutend mit dem „Unbewussten Universalgemüt“ u. s. w. der westlichen

Pantheisten. Er bildet die Grundlage der Subjekt-Seite des geoffenbarten Daseins, und ist die Quelle aller Offenbarungen individuellen Bewusstseins.

Mûlaprakriti oder Ursprüngliche Kosmische Substanz ist die Unterlage der

Objektiv-Seite der Dinge - die Grundlage aller gegenständlichen Entwicklung und

Weltentstehung.

Kraft taucht also nicht mit der Ursprünglichen Substanz ais der Parabrahmischen

Latenz auf. Sie ist die Umwandlung des überbewussten Gedankens des Logos in

Energie, eingegossen sozusagen in die Vergegenständlichung des Letzteren aus

der potentiellen Latenz in der Einen Wirklichkeit. Hieraus entspringen die

wunderbaren Gesetze der Materie; hieraus der „erste Eindruck“, der vom Bischof

Temple so nutzlos erörtert worden ist. Die Kraft ist somit nicht gleichzeitig mit der

ersten Objektivierung von Mûlaprakriti. Da aber die letztere getrennt von ihr

unbedingt und notwendigerweise träge ist - eine bloße Abstraktion - so ist es

nichtsdestoweniger unnötig, ein allzu feines Spinnengewebe von

Spitzfindigkeiten, betreffend die Ordnung der Aufeinanderfolge der kosmischen

Urdinge auszuspinnen. Kraft folgt auf Mûlaprakriti; aber minus Kraft ist Mûlaprakriti für alle praktischen Absichten und Zwecke nichtexistierend. [6]

4127 :35. I

Der Himmlische Mensch oder Tetragrammaton, welcher der Protogonos ist,

Tikkoun, der Erstgeborene aus der passiven Gottheit und die erste Offenbarung

des Schattens dieser Gottheit, ist die universale Form und Idee, welche den

Geoffenbarten Logos erzeugt, Adam Kadmon, oder das vierbuchstabige Symbol,

in der Kabbalah, des Weltalls selbst, auch genannt der Zweite Logos. Der Zweite

entspringt aus dem Ersten und entwickelt das Dritte Dreieck; [7] aus welchem

letzteren (der niedern Schar der Engel) die Menschen hervorgebracht sind. Mit

diesem dritten Aspekt werden wir uns gegenwärtig zu beschäftigen haben.

Der Leser muß sich vor Augen halten, daß ein großer Unterschied ist zwischen

dem Logos und dem Demiurgos, denn der eine ist der Geist und der andere die

Seele; oder wie Dr. Wildner es darstellt:

Dianoia und Logos sind gleichbedeutend, Nous ist höherstehend und in enger

Verwandtschaft mit [korrekter Abdruck siehe Buch], der eine ist das höhere Erfassen, die andere das Begreifen - der eine ist noëtisch, die andere phrenisch.

[5] Nach Dr. A. Wilder´s gelehrter Definition ist Genesis, [korrekter Abdruck

siehe Buch], nicht Schöpfung, sondern „ein Hervorkommen des Ewigen in den

Kosmos und die Zeit“; „ein Kommen aus dem esse in das existere“, oder aus dem „Sein“ in das „Dasein“ - wie ein Theosoph sagen würde.  [6] Wegen einer näheren Erklärung der Ursprünge, wie sie die Esoterik der Bhagavad Gîtâ enthält, siehe die Bemerkung hierzu, veröffentlicht in The Theosophist für Februar, März und Juni 1887, Madras.  [7] Siehe den Sephirothischen Baum.

4127 :35. I

Obendrein wurde der Mensch in verschiedenen Systemen als der Dritte Logos betrachtet. Die

esoterische Bedeutung des Wortes Logos - Sprache oder Wort, Verbum - ist die Wiedergabe des

verborgenen Gedankens in gegenständlichen Ausdrucke, wie in einem Lichtbild. Der Logos ist

der Spiegel, welcher das GÖTTLICHE GEMÜT zurückwirft, und das Weltall ist der Spiegel des

Logos, obwohl der letztere das Sein des Weltalls ist. Wie des Logos Alles in dem Weltalle des

Plerôma wiederspiegelt, so spiegelt der Mensch in sich alles wieder, was er in seinem Weltalle,

der Erde, sieht und findet. Das sind die drei Häupter der Kabbala - „unum intra alterum, et

alterum super alterum“. [8] „Jedes Weltall (Welt oder Planet) hat seinen eigenen Logos“ sagt die

Lehre. Die Sonne wurde von den Ägyptern immer als das „Auge des Osiris“ genannt, und war

selbst der Logos, der Ersterzeugte, oder das der Welt offenbar gemachte Licht, „welches ist das

Gemüt und der göttliche Verstand des Verborgenen.“ Nur durch den siebenfältigen Strahl dieses

Lichtes erhalten wir Kenntnis von dem Logos durch den Demiurg. indem wir den letzteren als den

„Schöpfer“ unseres Planeten und von allem, was zu diesem gehört, betrachten, und den ersteren

als die führende Kraft dieses „Schöpfers“ - gut und böse zur selben Zeit, der Ursprung des Guten

und der Ursprung des Bösen. Dieser „Schöpfer“ ist werde gut noch böse an sich, sondern seine

differentiierten Aspekte in der Natur lassen ihn den einen oder den anderen Charakter

annehmen. mit den unsichtbaren und unbekannten Universen, die durch den Raum verstreut

sind, hatte keiner der Sonnengötter irgend etwas zu thun. Die Idee ist sehr klar ausgedrückt in

den Büchern des Hermes, und in jeder alten Volkssage. Sie wird gewöhnlich durch den Drachen

und die Schlange versinnbildlicht - den die Magie der rechten und die der linken Hand. In dem

epischen Gedichte von Finnland, der Kalewala [9] wird der Ursprung der Schlange des Bösen

gegeben: sie ist geboren aus dem Speichel der Syöjätär, und mit einer lebendigen Seele begabt

von dem bösen Prinzipe, Hiisi. ein Streit wird beschrieben zwischen den zweien, dem „bösen

Dinge“, der Schlange oder dem Zauberer, und Ahti, dem Drachen oder weisen Magier

Lemminkäinen. Der letztere ist einer von den sieben Söhnen der Ilmatar, der jungfräulichen

„Lüftetochter“, ihr, „die vom Himmel in das Meer sich niederließ“ vor der Schöpfung, d. i. der in

der Materie des sinnliches Lebens umgewandelte Geist.

Es liegt eine Welt von Bedeutung und occultem Gedanken in den folgenden wenigen Zeilen,

wunderbar wiedergegeben von Dr. J. M. Crawford in Cincinnati.

Der Held Lemminkäinen:

Hauet zu mit Macht des Zaubers

Und zerbricht den Zaun in Stücke,

Haut in Splitter sieben Stangen,

Schlägt den Schlangenwall in Trümmer.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Wenig kümmert sich das Untier,

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

4129 :35. I

Stürzet mit dem gift´gen Rachen

Auf das Haupt des Lemminkäinen.

Doch der Held, sich rasch besinnend,

Spricht des Wissens Meisterworte,

Die aus fernen Zeiten stammen,

Die die Mutter ihn gelehret.

(d)     In China werden die Menschen des Fohi, oder des „Himmlischen Menschen“, die zwölf Tien-Hoang

genannt, die zwölf Hierachieen von Dhyânis oder Engeln, mit menschlichen Antlitzen und

Drachenkörpern; der Drache steht für göttliche Weisheit oder Geist; [10] und sie erschaffen

Menschen, indem sie sich selbst in sieben Figuren von Lehm (Erde und Wasser) inkarnieren, die

in der Gestalt dieser Tien-Hoang angefertigt sind - eine dritte Allegorie. [11] Die zwölf Asen der

skandinavischen Edden thun das Gleiche. In dem geheimen Katechismus der Drusen von Syrien

·        eine Legende, die Wort für Wort von den ältesten Stämmen nahe und um den Euphrat

wiederholt wird - wurden die Menschen von den „Söhnen Gottes“ geschaffen, welche zur Erde

niederstiegen, und nachdem sie sieben Mandragoras gesammelt hatten, die Wurzeln beseelten,

die sodann zu Menschen wurden. [12]

Alle diese Allegorien deuten auf einen und denselben Ursprung - auf die doppelte und dreifache

Natur des Menschen; doppelt als männlich und weiblich; dreifach, weil er aus einer geistigen und

psychischen Wesenheit innen, und einem materiellen Gewebe außen besteht.

[8] Zohar, Idra Suta, Abschnitt .

[9] J. B. Alden; New-York 1888; II. 432, 434. (Vgl. die deutsche Übersetzung von A.

Schiefner, Helsingfors 1852, S. 167 und 168. Der Übers.)

[10] Es ist zum wiederholtem Male festgestellt worden, daß die Schlange ein Symbol der

Weisheit und occulten Erkenntnis ist. „Die Schlange ist seit frühesten Zeiten, von denen wir

irgendwelche historische Nachricht haben, mit dem Gotte der Weisheit in Verbindung

gebracht worden,“ schreibt C. Staniland Wake. „Dieses Tier war das besondere Sinnbild von

Thot oder Taut . . . und von allen jenen Göttern, wie Hermes (?) und Seth, die mit ihm in

Verbindung gebracht werden können- Dies ist auch wahr von dem dritten Gliede der

ursprünglichen chaldäischen Dreiheit, Hea oder Hoa.“ Nach Sir Henry Rawlinson, „beziehen

sich die wichtigsten Beinamen dieses Gottes auf ‘seine Funktionen als der Quelle der

4129 :35. I

Erkenntnis und Wissenschaft.’ Nicht nur ist er ‘der intelligente Fisch’, sondern sein Name

kann gelesen werden in den beiden Bedeutungen von ‘Leben’ und von einer

‘Schlange’ [einem initiierten Adepten], und er kann betrachtet werden als ‘gebildet von der

großen Schlange, welche einen so hervorragenden Platz unter den Göttersymbolen einnimmt

auf den schwarzen Steinen, welche die babylonischen Wohlthaten aufzählen’.“ (The Great

Pyramid, p. 75). Aeskulap, Serapis, Pluto, Esmun und Kneph, sind alles Gottheiten mit den

Attributen der Schlange, sagt Dupuis. Sie sind alle Heiler, Verleiher von geistige und

körperlicher Gesundheit, und Erleuchtung. Die aus einer Aspis gebildete Krone, die

Thermuthis, gehört der Isis zu, der Göttin des Lebens und Heilens. Die Upanishaden haben

eine Abhandlung über die Wissenschaft der Schlangen - mit anderen Worten, die

Wissenschaft der occulten Erkenntnis; und die Nâgas des exoterischen Buddhismus sind

nicht „die fabelhaften Geschöpfe, von der Natur von Schlange . . . höherstehend als der

Mensch, und als die Beschützer des Gesetzes des Buddha betrachtet“, wie Schlagintweit

glaubt, sondern wirkliche lebendige Menschen, einige höherstehend als die Menschen kraft

ihrer occulten Erkenntnis, und die Schützer von Buddhas Gesetz, insofern sie seine

metaphysischen Lehrsätze richtig erklären, andere moralisch tieferstehend, weil sie

„schwarze Magier“ sind. Daher wird mit Recht erklärt, daß Gautama Buddha „wie es heißt,

ihnen ein mehr philosophisches Religionssystem gelehrt hat, als den Menschen, welche

nichts genügend vorgeschritten waren, um ihn zur Zeit seines Erscheinens zu verstehen.“ (Ebenda, p. 72)

[11] Vgl. die Symbols of the Bonzes.

[12] Die Mandragora sind die Dudaim der Bibel, der Rahel und Lea. Die Wurzeln der Pflanze

sind fleischig, haarig, und gegabelt, und stellten roh die Glieder, den Rumpf und sogar den

Kopf eines Menschen dar. Ihre magischen und geheimnisvollen Eigenschaften sind seit den

allerältesten Zeiten in Fabel und Spiel verkündet worden. Von Rahel und Lea, welche Hexerei

damit trieben, bis herab zu Shakespeare, welcher von „kreischen“ spricht -„

Alraunen gleich, die aus der Erd´ gerissen,

4129 :35. I

Den Menschen, der sie hört, in Wahnsinn jagen.“

·        war die Mandragora die magische Pflanze im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Wurzeln sind ohne irgend welchem merkbaren Stengel, und große Blätter wachsen aus

dem Kopfe der Wurzel wie ein riesiger Haarschopf. Sie zeigen wenig Ähnlichkeit mit einem

Menschen, soweit sie in Spanien, Italien, Kleinasien oder Syrien gefunden wurden, aber auf

der Insel Kreta, und in Karamanien nahe der Stadt Adan haben sie eine wunderbar

menschliche Gestalt, und sind als Amulette sehr hoch geschätzt. Sie werden auch getragen

von Frauen als ein Zauber gegen Unfruchtbarkeit, und zu anderen Zwecken. Sie sind

besonders wirksam in „schwarzer Magie“.

4129  :35. I

2. DIE ERDE SPRACH: „HERR DES STRAHLENDEN ANGESICHTES [13] ,

MEIN HAUS IST LEER . . . . . SENDE DEINE SÖHNE, DIESES RAD [14] ZU

BEVÖLKERN. DU SANDEST DEINE SIEBEN SÖHE DEM HERRN DER

WEISHEIT. (a) ER SIEHT DICH SIEBENMAL NÄHER BEI SICH, SIEBENMAL

MEHR FÜHLT ER DICH . (b) DU HAST DEINEN DIENERN , DEN KLEINEN

RINGEN, VERBOTEN, DEIN LICHT UND DEINE WÄRME AUFZUFANGEN,

DEINE GROSSEN GÜTE AUF IHREM WEG AUFZUHALTEN. SENDE

DIESELBE JETZT DEINER DIENERIN !“

(a)      Der „Herr der Weisheit“ ist Merkur, oder Budha.

(b)     Der moderne  erklärt die Worte als eine Bezugnahme auf die

wohlbekannte Thatsache, daß Merkur siebenmal mehr Licht und Wärme von der

Sonne erhält, als die Erde, oder selbst die schöne Venus, welche nur das

Doppelte von dem Betrage erhält, der auf unsere unbedeutende Kugel fällt. Ob

die Thatsache im Altertum bekannt war, möge aus dem Gebete des „Erdgeistes“

an die Sonne geschlossen werden, wie es im Texte gegeben ist. [15] Die Sonne

jedoch weigert sich, die Kugel zu bevölkern, da sie noch nicht bereit ist, Leben zu

empfangen.

Merkur als ein astrologischer Planet, ist noch occulter und geheimnisvoller als

Venus. Er ist wesensgleich mit dem altpersischen Mithra, dem Genius oder Gott,

„gestellt zwischen die Sonne und den Mond, der beständige Begleiter der

‘Sonne’ der Weisheit.“ Pausanias (Buch V) zeigt, daß er einen Altar mit Jupiter

gemeinschaftlich hat. Er hatte Schwingen, um auszudrücken, daß er die Sonne

auf ihrem Laufe begleitet; und er wurde genannt der Bote und Sonnenwolf,

„solaris luminis particeps“. Er war der Führer und Aufrufer der Seelen, der große

Magier und Hierophant. Virgil zeichnet ihn, wie er seinen Stab nimmt, um aus

dem Orkus die darein versenkten Seelen hervorzubeschwören - tum virgam

capit, hac animas ille evocat Orco. [16] Er ist der goldfarbige Merkur, der

[korrekter Abdruck siehe Buch], den zu nennen die Hierophanten verboten. Er

ist in der griechischen Mythologie durch einen der „Hunde“ (Wachsamkeit)

symbolisiert, welche durch himmlische Heerde (occulte Weisheit) bewachen,

oder Hermes Anubis oder wiederum Agathodaemon. Er ist der Argus, welcher

die Erde bewachte, der von letzterer fälschlich für die Sonne selbst gehalten

wird. Durch die Vermittlung des Merkur betete der Kaiser Julian jede Nacht zur

Sonne; denn, wie Vossius sagt:

Alle Theologen behaupten, daß Merkur und die Sonne eins sind. . . . Er war

4131 :36. I

der beredteste und weiseste aller Götter, was nicht zu verwundern ist, da

Merkur in so naher Nachbarschaft sich befindet zur Weisheit und zum Worte

Gottes (der Sonne), daß er mit beiden vermengt wurde. [17]

Vossius spricht hier eine größere occulte Wahrheit aus, als er ahnte. Der Hermes

der Griechen ist eng verwandt mit der indischen Saramâ und dem Sârameya, dem göttlichen Wächter, „welcher die goldene Herde der Sterne und Sonnenstrahlen bewacht.“ In den klareren Worten des s:

Die Kugel, vorwärtsgetrieben von dem Geiste der Erde und seinen sechs

Gehilfen, erhält alle ihre Lebenskräfte, Leben und Macht durch die Vermittlung

der sieben planetarischen Dhyânis von dem Geiste der Sonne. Sie sind seine Boten von Licht und Leben.

Gleichwie eine jede der sieben Regionen der Erde, ein jede von den sieben [18]

Erstgeborenen (den ursprünglichen Menschgruppen) ihr Licht und Leben von

ihrem besonderen Dhyâni - im geistigen, und von dem Palaste (Hause, dem

Planeten) dieses Dhyâni - im körperlichen erhält; so ist es mit den sieben großen

Rassen, die darauf geboren werden sollen. Die erste ist geboren unter der

Sonne, die zweite unter Brihaspati (Jupiter); die dritte unter Lohitânga (Mars,

dem „feuerleibigen“, und auch unter Venus oder Shukra); die vierte unter Soma

(dem Monde, auch unserer Kugel, indem die vierte Sphäre unter und von dem

Monde geboren ist) und Shani, Saturn [19] , dem Krûralochana (übelaugigen),

und dem Asita (dunklen); die fünfte unter Budha (Merkur).

So ist es auch mit dem Menschen und mit jedem „Menschen“ (jedem Prinzipe) im

Menschen. Jeder erlangt seine besondere Eigenschaft von seinem

Hauptplaneten (dem Planetengeiste), daher ist jeder Mensch eine Siebenheit

(oder eine Verbindung von Prinzipien, von denen ein jedes seinen Ursprung in

einer Eigenschaft dieses besonderen Dhyâni hat.) Jede thätige Macht oder Kraft

der Erde kommt zu ihr von einem der sieben Herren. Licht kommt durch Shukra

(Venus), welcher eine dreifache Zufuhr empfängt, und ein Drittel davon an die

Erde abgiebt. Daher heißen die beiden „Zwillingsschwestern“, aber der Geist der

Erde ist dienstbar dem „Herrn“ des Shukra. Unsere weisen Menschen

repräsentieren die zwei Globen, die eine oben, die andere unter dem doppelten

Zeichen (dem ursprünglichen Svastika beraubt seiner vier Arme, oder dem Kreuz,

[korrekter Abdruck siehe Buch]. [20]

4131 :36. I

[13] Die Sonne.

[14] Erde.

[15] Kopernikus schrieb seine Theorieen über den „Umlauf der Himmelskörper“ im 16. Jahrhundert, und der Zohar, wenn auch erst von Moses de Leon im 13. Jahrhundert kompiliert, stellt fest:

„Im buche des Hammannunah, des alten (oder des altehrwürdigen), lernen

wir . . . daß die Erde sich um sich selbst in Form einer Kugel dreht; daß einige

zu oberst sind, andere unten, daß . . . . es einzelne Länder der Erde giebt,

welche beleuchtet sind, während andere in Dunkelheit sind; diese haben den

Tag, während es für die ersteren Nacht ist; und es giebt Länder, in denen es

beständig Tag ist, oder welchen zumindesten die Nacht nur wenige

Augenblicke dauert.“ Zohar, III, fol. 10 a, citiert in Myer´s Qabbalah, p. 139.

[16] Siehe auch 19. Fargard des Vendîdâd über diese himmlische Miliz.

[17] Idolat., II. 373.

[18] Die Wissenschaft lehr, daß die Venus von der sonne zweimal so viel Licht

und Wärme erhält, als die Erde. So heißt es, daß dieser Planet der Vorläufer der Morgendämmerung und des Zwielichtes, der strahlendste von allen Planeten, der Erde ein Drittel von dem Vorrate giebt, den er empfängt, und zwei Teile für sich selbst zurückbehalten hat. Dies hat eine occulte sowohl, wie eine astronomische Bedeutung.

[19] „Wie es oben ist, so ist es untern“, ist der Hauptgrundsatz occulter

Philosophie. Da der Logos siebenfältig ist, d. i. durch den ganzen Kosmos als

sieben Logoi unter sieben verschiedenen Formen erscheint, oder, wie von

gelehrten Brâhmanen verkündet wird: „jeder von diesen die Mittelfigur von

4131 :36. I

einem der sieben Hauptzweige der alten Weisheitsreligion ist“; und da die sieben Prinzipien, welche den sieben verschiedenen Zuständen von Prajnâ oder Bewußtsein entsprechen, mit den sieben Zuständen der Materie und mit den sieben Formen der Kraft zusammenhängen, so muß die Einteilung die gleiche sein in allem, was die Erde betrifft.

[20] Venus ist also [Symbolabbildung, siehe Buch], die Erde

[Symbolabbildung, siehe Buch]

4131  :36. I

Das „doppelte Zeichen“ ist, wie jeder Schüler des Occultismus weiß, das Symbol

des männlichen und des weiblichen Prinzipes in der Natur, des positiven und des

negativen, denn der Svastika oder [korrekter Abdruck siehe Buch;

Henkelkreuz] ist alles dieses und noch viel mehr. Das ganze Altertum, immer

seit der Geburt der Astronomie - welche der vierten Rasse von einem der Könige

der göttlichen Dynastie mitgeteilt worden war - und auch der Astrologie, stellte

die Venus in seinen astronomischen Tafeln als eine über dem Kreuze balancierte

Kugel dar und die Erde als eine Kugel unter einem Kreuze. Die esoterische

Bedeutung davon ist die Erde verfallen in die Zeugung, oder in die Fortpflanzung

der Art durch geschlechtliche Vermehrung. Aber die späteren westlichen

Nationen haben nicht verfehlt, dem eine ganz andere Erklärung zu geben. Sie

erklärten das Zeichen durch ihre Mystiker - die von dem Lichte der lateinischen

Kirche geleitet waren - seiner Bedeutung nach dahin, daß unsere Erde und alles,

was sich darauf befindet, durch das Kreuz erlöst wurde, während Venus - anders

bezeichnet Lucifer oder Satan - dasselbe mit Füßen trete. Venus ist der

occulteste, mächtigste und geheimnisvollste aller Planeten; derjenige, dessen

Einfluß auf, und Verwandtschaft zur Erde am allerbedeutendsten ist. Im

exoterischen Brâhmanismus ist Venus oder Shukra - eine männliche Gottheit

[21] - der Sohn des Bhrigu, eines der Prajâpati und eines vedischen Weisen, und

ist Daitya-Guru, oder der Priester-Lehrer der ursprünglichen Giganten. Die ganze

Geschichte des Shukra in den Purânen bezieht sich auf die dritte und vierte Rasse.

Wie der  sagt:

Durch Shukra geschah es, daß die „Doppelten“ (die Hermaphroditen) der Dritten

(Wurzelrasse) abstammten von den ersten „Schweißgeborenen“, Daher wird er

dargestellt unter dem Symbol [Symbolabbildung, siehe Buch] (dem Kreise und

Durchmesser) während der Dritten (Rasse), und unter [Symbolabbildung, siehe

Buch] während der vierten.

Dies bedarf einer Erläuterung. Der Durchmesser, wenn er sich einzeln in einem

Kreise vorfindet, steht für weibliche Natur; für die erste ideale Welt, selbsterzeugt

und selbstgeschwängert durch den allgemein verbreiteten Geist des Lebens -

und bezieht sich so auch auf die ursprüngliche Wurzelrasse. Sie wird androgyn,

sowie sich die Rassen und alles übrige auf Erden zu ihren physischen Formen

entwickeln, und das Symbol wird in einen Kreis mit einem Durchmesser

verwandelt, von welchem aus eine Vertikallinie herabläuft, zum Ausdrucke des

noch nicht getrennten männlichen und weiblichen - das erste und früheste

ägyptische Tau, [Symbolabbildung, siehe Buch], worauf es [Symbolabbildung,

siehe Buch] wird, oder männliche und weibliche getrennt [22] und in die Zeugung

4133 :37. I

hermaphroditisch; daher die „bärtige“ Venus in der Mythologie.

[22] Daher ist das christliche Kreuz, wenn man seinen religiös-metaphysischen

Aspekt ausser Acht lässt, symbolisch viel mehr phallisch als der heidnische Svastika.

[23] Das Henkelkreuz ist das astronomische Planetenzeichen der Venus, und „bedeutet die Existenz der Gebärkraft im geschlechtlichen Sinne, und es war dies eines der Attribute von Isis, der Mutter, von Eva, Haurah, oder Mutter Erde, und war so anerkannt bei allen alten Völkern in einer oder der anderen Ausdrucksweise.“ (Aus einem modernen kabbalistischen Manuskript.) [24] Siehe Moore´s Hindû Pantheon.

4133  :37. I

Jede auf Erden verübte Sünde wird von Ushanas-Shukra gefühlt. Der Guru der

Daityas ist der Schutzgeist der Erde und der Menschen. Jede Veränderung auf

Shukra wird auf der Erde gefühlt und von ihr wiedergespiegelt.

Shukra, oder Venus, wird somit als der Unterweiser der Daityas, der Riesen der

vierten Rasse dargestellt, welche nach der indischen Allegorie erstmals die

Herrschaft über die ganze Erde erlangten und die kleineren Götter besiegten. Die

Titanen der westlichen Allegorie stehen ebenfalls in engem Zusammenhange mit

Venus-Lucifer, der von den späteren Christen mit Satan identifiziert wurde. Und

da Venus. ebenso wie Isis, mit Kuhhörnern auf ihrem Haupte dargestellt wurde,

mit dem Symbole der mystischen Natur - welches vertauschbar ist mit dem

Monde und diesen bedeutet, da sie alle Mondgöttinnen waren - so wird das

Zeichen dieses Planeten jetzt von den Theologen zwischen die Hörner des

mystischen Lucifers versetzt. [25] Infolge der phantastischen Auslegung der

archaischen Überlieferung, welche behauptet, daß Venus sich gleichzeitig

(geologisch) mit der Erde verändert, dass, was immer auf der einen stattfindet,

auch auf der anderen stattfindet, und daß ihre gemeinsame Veränderung groß

und zahlreich waren - aus diesem Gründen wiederholt dies der heilige Augustin,

indem er die verschiedenen Veränderungen der Konfiguration, Farbe und selbst

der Umlaufbahn auf jenen theologisch ausgesponnenen Charakter von Venus-Lucifer

bezieht. Er geht sogar in seiner frommen Phantasie so weit, die letzten

Veränderungen des Planeten mit der Noachidischen und mythischen Flut,

welche 1796 v. Chr. stattgefunden haben soll, in Zusammenhang zu bringen. [26]

Da Venus keine Satelliten hat, so heißt es allegorisch, daß Âsphujit (dieser

„Planet“) die Erde, die Nachkomme des Mondes adoptierte, „welche über ihren

Vorfahr hinauswuchs und ihm viel Beschwerde machte“ - eine Bezugnahme auf

den occulten Zusammenhang zwischen beiden. Der Regent (des Planeten)

Shukra [27] liebte sein Adoptivkind so sehr, daß er sich als Ushanas inkarnierte

und ihm vollkommene Gesetze gab, welche in späteren Zeitaltern mißachtet und

verworfen wurden. Eine andere Allegorie, im Harivansha, ist die, daß Shukra zu

Shiva kam und ihn bat, seine Schüler, die Daityas und Asuras, vor den

kämpfenden Göttern zu beschützen; und daß er zur Förderung seiner Absicht

einen Yogaritus vollzog, „den Rauch von Spreu mit abwärts gerichtetem Haupte

durch 1000 Jahre einzuziehen.“ Dies bezieht sich auf die große Neigung der

Venusachse - die sich auf fünfzig Grade beläuft - und darauf, daß Venus von

ewigen Wolken umhüllt ist. Aber das bezieht sich bloß auf die physische

Konstitution des Planeten. Die occulte Mystik hat mit seinem Regenten, dem

beseelenden Dhyân Chohan sich zu beschäftigen. Die Allegorie, welche

4135 :37. I

behauptet, daß Vishnu von Shukra verflucht wurde, siebenmal wiedergeboren zu

werden auf Erden zur Strafe dafür, daß er seine (Shukras) Mutter getötet hatte,

ist voll von occulter philosophischer Bedeutung. Es bezieht sich nicht Auf die

Avatâras des Vishnu, denn diese sind neun an der Zahl - der Zehnte sollte erst

kommen - sondern auf die Rassen der Erden. Die Christen wussten dies wohl in

den ersten Zeiten, denn einer der frühesten Päpste ist unter seinem Pontifexnamen als Lucifer bekannt.

[25] Athenäus zeigt, daß der erste Buchstaben vom Namen Satan´s in alter Zeit durch einen Bogen und durch eine Mondsichel dargestellt wurde; und einige römische Katholiken, liebe gute Menschen, möchten das Publikum überreden, daß die Muselmänner den Halbmond zu Ehren der mondsichelartigen Hörner Lucifers zu ihrem Nationalwappen erkoren haben.

Venus ist immer seit der Aufstellung der römisch-katholischen Dogmatik mit

Satan und Lucifer, oder dem großen Drachen, identifiziert worden, entgegen

aller Vernunft und Logik. Wie von den Symbologen und Astronomen gezeigt

wird:

„Die Gedankenverbindung zwischen der Schlange und der Idee der Dunkelheit hatte eine astronomische Begründung. Die Stellung, welche das Sternbild Draco einstmals einnahm, zeigte, daß die Große Schlange der Beherrscher der Nacht war. Dieses Sternbild stand früher gerade im Mittelpunkte des Himmelsgewölbes, und ist so ausgedehnt, daß es der Große Drache genannt wurde. Sein Körper erstreckt sich über sieben Tierkreiszeichen; und Dupuis, welcher in dem Drachen der Apokalypse eine Bezugnahme auf die himmlische Schlange sieht, sagt: „Es ist nicht zu verwundern, daß ein so ausgedehntes Sternbild von dem Verfasser jenes Buches als ein großer Drache mit sieben Häupter dargestellt wurde, welcher den dritten Teil der Sterne vom Himmel zog und sie auf die Erde warf.“ (Staniland Wake, The Great Pyramid, p. 79: Dupuis, III, 255.)

Nur wußte Dupuis niemals, warum Draco, einstmals der Polstern - das

4135 :37. I

Sternbild des Führers, Guru oder Lenkers - von der Nachwelt so erniedrigt

wurde. „Die Götter unserer Väter sind unsere Teufel“, sagt ein asiatisches

Sprichwort. Als Drace aufhörte, der „Leitstern“, die führende Sternengottheit

zu sein, teilte er das Schicksal aller gefallenen Götter. Seth und Typhon war

einstmals, wie Bunsen uns sagt, „ein großer Gott, allgemein angebetet durch

ganz Ägypten, welcher den Herrschern der 18. und 19. Dynastie die Symbole

des Lebens und der Macht verlieh. Aber in der Folge, im Verlaufe der 20.

Dynastie, wird er plötzlich als ein böser Dämon behandelt, in solchem Maße,

daß sein Bild und Name auf allen Denkmälern und Inschriften, die erreichbar

waren, verlöscht wurde. Der wirkliche occulte Grund wird in diesen Blättern gegeben werden.

[26] De Civitate Dei, LXXI. I.

[27] Shukra ist der Sohn des Bhrigu, des großen Rishi, und eines der Sieben

Prajâpati, des Begründers des Stammes der Bhrârgavas, aus welchem

Parashu Râma geboren wurde

4135  :37. I

Jede Welt hat ihren väterlichen Stern und ihren schwesterlichen Planeten. So ist

die Erde das Adoptivkind und der jüngere Bruder der Venus, aber ihre Bewohner

sind von eigener Art . . . . Alle fühlenden vollständigen Wesen (volle siebenfältige

Menschen oder höhere Wesen) werden bei ihren Anfängen Formen und

Organismen ausgestattet in voller Harmonie mit der Natur und dem Zustande der

Sphäre, welche sie bewohnen. [28]

Die Daseinssphäre, oder Lebenscentren, welche isolierte Kerne sind, die ihre

Menschen und ihre Tiere hervorbringen, sind zahllos; nicht eines hat

irgendwelche Ähnlichkeit mit seinem Schwestergenossen oder mit irgend einem

anderen in seiner eigenen besonderen Sippe. [29]

Alle haben eine physische und geistige Natur.

Die Urkerne sind ewig und immerdauernd; die Kerne periodisch und endlich. Die

Urkerne bilden einen Teil des Absoluten. Sie sind die Schießscharten jener

schwarzen undurchdringlichen Festung, die für immer dem menschlichen oder

selbst dem dhyânischen Blicke verborgen ist. Die Kerne sind das Licht der Ewigkeit, das daraus hervorbricht.

Dieses LICHT ist es, welches sich zu den Formen der „Herren des Seins“

verdichtet - von denen die ersten und höchsten kollektiv JIVÂTMÂ sind oder

Pratyagâtmâ (von dem es figürlich heißt, daß er aus Paramâtmâ hervorgeht. Er

ist der Logos der griechischen Philosophen - da er am Beginne eines jeden

neuen Manvantara erscheint.) Von diesen abwärts - gebildet aus den sich

beständig verdichtenden Wellen dieses Lichtes, das auf der objektiven Ebene

zum großen Stoffe wird - gehen die zahlreichen Hierarchieen der schöpferischen

Kräfte hervor; einige formlos, andere ihre eigene unterschiedliche Form besitzend, andere wieder, die niedrigsten (Elementale) ohne den Sitz einer eigenen Form, sondern jede Form annehmend entsprechend den sie umgebenden Bedingungen.

Somit besteht nur ein Absoluter Upâdhi (Basis) im geistigen Sinne, aus, auf und

in welchem für manvantarische Zwecke die zahllosen Centren aufgebaut sind,

auf denen die universellen, cyklischen und individuellen Evolutionen während der

thätigen Periode vor sich gehen.

Die beseelenden Intelligenzen, welche diese verschiedenen Seinscentren

beleben, werden von den Menschen jenseits der Großen Gebirgskette [30] ohne

4137 :38. I

Unterscheidung als die Manus, die Rishis, die Pitris [31] , die Prajâpati, und so

fort bezeichnet; und als Dhyâni-Buddhas, die Chohans, Melhas (Feuergötter),

Bodhisattvas, [32] und andere, auf dieser Seite. Die wahrhaft Unwissenden

nennen sie Götter; die gelehrten Profanen den Einen Gott; und die Weisen, die

Initiierten, ehren in ihnen bloß die manvantarischen Offenbarungen von TAT,

über welches weder unsere Schöpfer (die Dhyân Chohans), noch deren

Geschöpfe jemals irgend etwas erörtern oder wissen können. Das ABSOLUTE,

lässt sich nicht definieren, und kein Sterblicher oder Unsterblicher hat es jemals

gesehen oder erfasst während der Periode des Daseins. Das Veränderliche kann

nicht das Unveränderliche kennen, noch kann das, was lebt, das Absolute Leben

wahrnehmen.

„Daher kann der Mensch keinen höheren Wesen kennen als seine eigenen

Vorfahren.“ „Noch soll er sie anbeten“, sondern er solle lernen, wie er in die Welt

kam.

Die Zahl Sieben, die Fundamentalzahl unter allen anderen Zahlen in jedem

nationalen religiösen System, von Kosmogonie abwärts bis zum Menschen,

muss ihren Daseinsgrund haben. Sie findet sich bei den alten Amerikanern

ebenso hervorragend wie bei den alten Âriern und Ägyptern. Die Frage wird im

zweiten Teile dieses Bandes vollständig behandelt werden; unterdessen mögen

hier ein paar Thatsachen gegeben werden. Es sagt der Verfasser von den

Heiligen Mysterien bei den Mayas und den Quiches vor 11 500 Jahren: [33]

Sieben scheint die heilige Zahl im eigentlichen Sinne des Wortes bei allen

civilisierten Nationen des Altertums gewesen zu sein. Warum? Diese Frage ist

niemals zufriedenstellend beantwortet worden. Jedes einzelne Volk hat eine andere Erklärung gegeben, je nach den besonderen Lehrsätzen seiner (exoterischen) Religion. Daß sie die Zahl der Zahlen für die in die heiligen Mysterien Eingeweihten gewesen ist, darüber kann kein Zweifel bestehen.

Pythagoras . . . nennt sie das „Vehikel des Lebens“, welches Körper und Seele

enthält, da sie gebildet ist aus einer Vierheit, das ist: Weisheit und Intellekt,

und aus einer Dreiheit, oder Handlung und Stoff. Der Kaiser Julian, in Matrem

und in Oratio, [34] drückt sich folgendermaßen aus: „Wollte ich die Initiation in

unsere geheimen Mysterien berühren, welche die Chaldäer in Bezug auf den siebenstrahligen Gott bacchantisch feierten, die Seele erleuchtend durch ihn, so hätte ich Dinge zu sagen, die dem Haufen unbekannt, aber wohlbekannt den heiligen Theurgisten.“ [35]

Und wer, der mit den Purânen, dem Totenbuche, dem Zendavesta, den

assyrischen Ziegeln, und schließlich mit der Bibel bekannt ist, und das

4137 :38. I

beständige Vorkommen der Zahl sieben in diesen Aufzeichnungen von Völkern,

die seit den ältesten Zeiten her ohne Zusammenhang und so weit getrennt sind,

kann die folgende Thatsache, die von demselben Erforscher der alten Mysterien

mitgeteilt wird, als einen Zufall betrachten? Indem er von dem Vorherrschen der

Sieben als einer mystischen Zahl bei den Einwohnern des „westlichen Kontinentes“ von Amerika spricht, fügt er hinzu, daß dies nicht weniger bemerkenswert ist.

[28] Dies ist ein offener Widerspruch gegen Swedenborg, welcher sah, auf

„der ersten Erde der Astralwelt“, Einwohner gekleidet wie die europäischen

Bauern; und auf der vierten Erde Frauen gekleidet wie die Schäferinnen auf

einem Maskenball! Sogar der berühmte Astronom Huygens litt an der

irrtümlichen Vorstellung, daß andere Welten und Planeten Arten von Wesen

haben, die mit denen der Erde lebenden gleichartig sind und dieselben

Gestalten, Sinne, Gehirnkraft, Künste, Wissenschaften, Wohnungen, selbst

bis zum gleichen Stoffe ihrer Kleidungsstücke besitzen! (Théorie du Monde).[29] Dies ist eine moderne Glosse. Sie ist den alten en beigefügt zum klareren Verständnisse jener Schüler, welche esoterische Kosmogenie studieren, nachdem sie durch die westliche Wissenschaft hindurchgegangen sind. Die älteren Glossen sind zu überreich an Beiworten und Redefiguren, als daß sie leicht aufgefasst werden könnten.

[30] „Jenseits“ der großen Bergkette bedeuten in diesem Falle Indien, da dieses für die tibetanische Gegend die transhimâlayische ist.  [31] Der Ausdruck Pitris ist von uns in den Shlokas gebraucht, um ihr Verständnis zu erleichtern, aber er ist nicht se gebraucht in den ursprünglichen Strophen, wo sie ihre eigenen bestimmten Benennungen haben, außerdem daß sie „Väter“ und „Vorfahren“ genannt werden.

4137 :38. I

[32] Es ist ein Irrtum, die Verehrung der menschlichen Bodhisattvas oder

Manjushri buchstäblich zu nehmen. Es ist wahr, daß exoterisch die

Mahâyânaschule Anbetung derselben ohne Unterschied lehrt, und daß Huien-Tsang

davon spricht, daß einige Schüler des Buddha verehrt wurden. Aber

esoterisch waren es nicht der Schüler oder der gelehrte Manjushri persönlich,

welche Ehren empfingen, sondern die göttlichen Bodhisattvas und Dhyâni-Buddhas,

welche die menschlichen Formen belebten (amilakha, wie die Mongolen sagen).

[33] Der Verfasser dieses Werkes ist August Le Plongeon. Er und seine Frau sind in den Vereinigten Staaten wohlbekannt wegen ihrer unermüdlichen Arbeiten in Central-Amerika. Sie haben das Grabmal des königlichen Kan Coh zu Cichen-Itza entdeckt. Der Verfasser scheint zu glauben und den Beweis dafür zu versuchen, daß das esoterische Wissen der Ârier und Ägypter von den Mayas herstammte. Wenn aber auch sicherlich gleichzeitig mit Platos Atlantis, gehörten doch die Mayas dem fünften Kontinente an, welchem Atlantis und Lemurien vorangegangen waren.  [34] Richtiger: In Matrem Deorum, Oratio V.

[35] P. 143.

4137  :38. I

Denn:

Sie erscheint häufig in den Popol-vuh. Wir finden sie ferner in den sieben

Familien, von denen Sahagun und Clavigero sagen, daß sie die mystische

Persönlichkeit mit Namen Votan begleitet haben, den berühmten Begründer

der großen Stadt Nachan, die von einigen mit Palenque identifiziert wird; in

den sieben Höhlen, [36] aus welchen die Vorfahren der Nahualtas aufgetaucht

sein sollen; in den sieben Städten von Cibola, beschrieben von Coronado und

Niza; . . . in den sieben Antillen; in den sieben Heroen, welche, wie uns gesagt

wird, der Sintflut entronnen sind.

Heroen obendrein, deren Anzahl sich in jeder Sintflutgeschichte als die gleiche

vorfindet - von den sieben Rishis, die mit Vaivasvata Manu gerettet wurden,

herab bis zu Noahs Arche, in welche Vieh, Vögel und lebende Geschöpfe „je

sieben und sieben“ genommen wurden. So finden wir die Zahlen 1, 3, 5, 7 als

vollkommene, weil durchaus mystische Zahlen in jeder Kosmogonie und

Entwicklung lebender Wesen eine hervorragende Rolle spielen. In China werden

die 1, 3, 5, 7 „himmlische Zahlen“ genannt in dem kanonischen „Buch der Veränderung“ - Yi King, oder Transformation, wie in „Evolution“.

Die Erklärung davon wird offenbar, wenn man die alten Symbole untersucht: alle

diese haben als Grundlage und Ausgangspunkt die Zahlen, welche nach dem archaischen Manuskript im Vorworte zum ersten Bande gegeben sind.

[Symbolabbildung, siehe Buch], das Sinnbild der Entwicklung und des Falles in

die Erzeugung oder Materie, spiegelt sich wieder in den alten mexikanischen

Bildhauerarbeiten und Malerein, sowie in den kabbalastischen Sephiroth und

dem ägyptischen Tau. Man untersuche die mexikanischen Manuskripte (Add.

MSS. Brit. Mus. 9789) [37] und man wird es finden in Gestalt eines Baumes,

dessen Stamm mit zehn Früchten bedeckt ist, bereit gepflückt zu werden von

einem Manne und einem Weibe, zu jeder Seite von ihm eins, während sich auf

dem Gipfel des Stammes zwei Zweige horizontal nach rechts und links sprießen,

und so ein vollständiges [Symbolabbildung, siehe Buch] (Tau) bilden; die Enden

der beiden Zweige tragen obendrein ein jedes ein dreifaches Büschel, und ein

Vogel - der Vogel der Unsterblichkeit, Âtma oder der göttliche Geist - sitzt

zwischen den beiden, und bildet so das Siebente. Dies stellt dieselbe Idee dar

wie der sephirothische Baum, zehn im ganzen, aber, wenn von seiner oberen

Dreiheit getrennt, sieben übrig lassend. Diese sind die himmlischen Früchte, die

zehn, oder [Symbolabbildung, siehe Buch], 10, geboren aus den beiden

unsichtbaren Samen, dem männlichen und dem weiblichen, zusammen

ausmachend die 12, oder das Dodekahedron des Weltalls. Das mystische

System enthält den · , den Centralpunkt; die 3 oder [Symbolabbildung, siehe

4139 :38. I

Buch; Dreieck]; die 5, [Symbolabbildung, siehe Buch; Pentagramm]; und die 7,

oder [Symbolabbildung, siehe Buch]; oder wiederum [Symbolabbildung, siehe

Buch]; das Dreieck im Viereck und den vereinigenden Punkt in dem

verschlungenen doppelten Dreiecke. Soweit in Bezug auf die Welt der Urbilder.

Die Erscheinungswelt erhält ihren Höhepunkt und den Wiederschein von Allem

im MENSCHEN. Daher ist er das mystische Viereck - in seinem metaphysischen

Aspekt - die Tetraktys; und er wird zum Würfel auf der schöpferischen Ebene.

Sein Symbol ist der auseinandergefaltete Würfel [38] und die 6 welche zur 7 wird,

oder das [Symbolabbildung, siehe Buch], 3 in die Quere (das Weibliche) und 4

vertikal: und dies ist der Mensch, die Kulmination der Gottheit auf Erden, dessen

Körper das Kreuz von Fleisch ist, auf, durch und in welchem er beständig

kreuzigt und tötet den göttlichern Logos, oder sein HÖHERES SELBST. Jede

Philosophie und Kosmogonie sagt:

Das Weltall hat einen Lenker (kollektiv in der Mehrzahl) vorgesetzt, welcher das WORT (Logos) genannt wird: der webende Geist ist eine Königin: diese beiden sind die erste Macht nach dem EINEN.

Diese sind Geist und Natur, welche beiden unser illusorisches Weltall bilden. Die

zwei Unzertrennlichen verbleiben im Weltall der Ideen, so lange dasselbe dauert,

und tauchen dann zurück in Parabrahman, das eine immer unveränderliche. „Der

Geist, dessen Wesenheit ewig, eins und selbstexistirend ist“, strahlt ein reines

ätherisches Licht aus - ein doppeltes Licht, das für dies elementaren Sinne nicht

wahrnehmbar ist - nach den Purânen, der Bibel, dem Sepher Jetzirah, den

griechischen und lateinischen Hymnen, dem Buche des Hermes, dem

chaldäischen Buch der Zahlen, der Esoterik des Lao-tse, und überall sonst. In

der Kabbalah, welche die geheime Bedeutung der Genesis erklärt, ist dieses Licht der Doppelmensch, oder die androgynen (richtiger geschlechtslosen)

Engel, deren generischer Name Adam Kadmon ist. Sie sind es, welche den

Menschen vollständig machen, dessen ätherische Form von anderen göttlichen,

aber viel niedrigeren Wesen emaniert ist, welche den Körper mit Lehm, oder mit

dem „Staube des Bodens“ verfestigen - eine Allegorie freilich, aber ebenso wissenschaftlich wir irgendwelche Darwinsche Evolution, und wahrer.

Der Verfasser der Quelle der Masse sagt. daß die Grundlage der Kabbalah und

aller ihrer mystischen Bücher auf den zehn Sephiroth beruhen gemacht ist.; was

eine Grundwahrheit ist. Er zeigt diese Zehn Sephiroth oder die zehn Zahlen wie

folgt:

[Symbolabbildung, siehe Buch]

4139 :38. I

Der Kreis ist die Null; seine vertikale Durchmesserlinie ist die erste oder

ursprüngliche Eins (das Wort oder der Logos), aus der die 2 entspringt, die 3,

und so fort bis zur 9, der Grenze der Ziffern. Die 10 ist die erste göttliche

Offenbarung, [39] welche jede mögliche Kraft des exakten Ausdruckes der

Proportion enthält - das heilige Jod. Durch diese Kabbalah wird uns gelehrt,

daß diese Sephiroth die Zahlen oder Emanationen des himmlischen Lichtes

(20612 zu 6561) waren; sie waren die 10 Worte, D B R I M , 41 224: das Licht,

dessen Ausfluß sie waren, war der himmlische Mensch, der Adam- KDM (die

144 - 144); und das Licht, nach dem neuen Testamente oder Bunde (41 224) schuf Gott; gerade so wie nach dem alten Testamente Gott (Alhim, 31 415) das Licht (20 612 zu 6561) schafft. [40]

[36] Diese sieben Höhlen, sieben Städten, u. s. w., u. s. w., stehen in jedem

Falle für die sieben Centren oder Zonen, auf denen die sieben ursprünglichen

Gruppen der ersten Wurzelrasse geboren waren.  [37] Als Stich wiedergegeben in den Heiligen Mysterien der Mayas und der Quiche auf S. 134 (engl.)

[38] Siehe Source of Measures, p. 50-53.

[39] Siehe Isis Unveiled, II. pp. 300 ff. wegen eines Beweises für das hohe Alter des decimalen Ziffernsystems.

[40] Siehe Masonic Review, Cincinnati, June, 1886, Art. “The Cabbalah. - No.

,” p. 10.

4139  :38. I

Nun giebt es drei Arten von Licht im Occultismus, sowie in der Kabbalah. 1. Das

abstrakte und absolute Licht, welches Finsternis ist; 2. das Licht des Geoffenbart-Ungeoffenbarten,

von einigen genannt der Logos; und 3. das letztere Licht

reflektiert in den Dhyân Chohans, den kleineren Logois - den Elohim, kollektiv -

welche ihrerseits dasselbe auf das objektive Weltall ausgießen. Aber in der

Kabbalah - neu herausgegeben und den christlichen Lehrsätzen sorgfältig

angepasst von den Kabbalisten des 13. Jahrhunderts - werden die drei Lichter

beschrieben als: 1. das klare und durchdringende, das des Jehovah; 2.  reflektiertes Licht; und 3. Licht in abstracto.

Das Licht, abstrakt genommen, (in einem metaphysischen oder symbolischen

Sinn) ist Alhim (Elohim, Gott), während das klare durchdringende Licht Jehovah ist. Das Licht der Alhim gehört der Welt im allgemeinen an, in ihrer Gänze und allgemeinen Völle, hingegen das Licht des Jehovah ist jenes, welches der wichtigsten Hervorbringung angehört, dem Menschen, in den dieses Licht eindrang und ihn erschuf. [41]

Der Verfasser der Source of Measures verweist den Leser treffend auf Inman´s

Ancient Faiths Embodied in Ancient Names, II.. 648. Dortselbst wird eine Abbildung von der vesica piscis, Maria, und dem weiblichen Emblem, kopiert aus einem Rosenkranze der gelobten Jungfrau Maria, welcher gedruckt wurde zu Venedig, 1542.

und daher, wie Inman bemerkt, „mit Erlaubnis der Inquisition, und infolgedessen

orthodox“, dem Leser zeigen, was die lateinische Kirche verstanden hat unter

dieser „eindringenden Kraft des Lichtes und den Wirkungen davon“. Wie traurig

entstellt - durch ihre stattgefundene Anwendung auf die rohesten

anthropomorphischen Vorstellungen - sind unter christlicher Auslegung die

edelsten und großartigsten, weil erhabensten, Ideen der östlichen Philosophie

von der Gottheit geworden!

Die Occultisten im Osten nennen dieses Licht Daiviprakriti, und die im Westen

das Licht des Logos. Es ist das Licht des Logos, die unmittelbare

Wiederspiegelung des immer Unerkennbaren auf der Ebene der universalen

Offenbarung. Aber hier ist die Erklärung davon, gegeben von den modernen

Christen aus der Kabbalah. Wie der soeben angeführte Schriftsteller bemerkt:

Auf die Völle der Welt im allgemeinen mit ihrem hervorragendsten Inhalten,

4141 :39. I

dem Menschen, bezieht sich der Ausdruck Elohim-Jehovas. In Auszügen aus dem Sohar sagt der ehrw. Dr. Cassel (ein Kabbalist) zum Beweise dessen, daß die Kabbalah die Lehre von der Dreieinigkeit aufstellt, unter anderem:

„Jehovah ist Elohim (Alhim)“ . . . Durch drei Schritte werden Gott (Alhim) und

Jehovah dasselbe, und obwohl getrennt, sind sie ein jedes und zusammengenommen aus demselben Einen. [42]

Auf ähnliche Weise wird Vishnu zur Sonne, dem sichtbaren Symbole der

unpersönlichen Gottheit. Vishnu wird geschrieben als „die sieben Regionen des

Weltalls mit drei Schritten durchschreitend.“ Aber für die Hindûs ist dies eine

exoterische Erzählung, eine äußerliche Lehre und eine Allegorie, während die

Kabbalisten es für die esoterische und letzte Bedeutung ausgeben. Doch um fortzufahren:

Nun ist das Licht, wie gezeigt, 20 612 zu 6561. als die richtige Verkündung

des integralen und numerischen Verhältnisses des Durchmessers zum

Umfange eines Kreises. Gott (Alhim, das ist 31 415 zu Eins, eine modificierte

Form des Obigen) ist die Reduktion desselben, um so eine Normaleinheit,

Eins zu erhalten, als die allgemeine Grundlage jeder Berechnung und jeder

Abmessung. Aber für die Hervorbringung des tierischen Lebens, und für

besonderes Zeitmaß, oder das lunare Jahr, jenen Einfluß. welcher die

Empfängnis und die embryonale Entwicklung verursacht, müssen die Zahlen

des Jehovahmaßes (des „Mensch gleich Jehovah“-Maßes), nämlich 113 zu

355, spezialisiert werden. [43] Aber dieses letztere Verhältnis ist bloß eine

modificierte Form von Licht, oder 20612 zu 6561, als ein Pi-Wert, indem es

bloß eine Variation desselben ist (d. i. 20612 zu 6561 ist 31415 zu eins, und

355 zu 113 ist 31415 oder Alhim oder Gott), und auf eine solche Art, daß das

eine in das andere übergeführt und von dem anderen abgeleitet werden kann:

und dies sind die drei Stufen, mittelst derer die Einheit und Gleichartigkeit der

göttlichen Namen gezeigt werden kann. Das heißt, die zwei sind bloß

Variationen desselben Verhältnisses, nämlich von pi. Der Zweck dieses

es ist, für die Kabbalah denselben Maßbrauch aufzuweisen, wie er

in den drei Bünden der Bibel in Anwendung war, und in den Symbolen der Maurerei, wie soeben bemerkt. [44]

Zuerst also werden die Sephiroth als Licht beschrieben, das heißt, sie selber

sind eine Funktion von, thatsächlich dasselbe wie die Offenbarung des Ain

Soph; und sie sind dies durch die Thatsache, daß „Licht“ das Verhältnis von

20 612 zu 6561 repräsentiert, als Teil der „Worte“, D B R I M, 41 224, oder,

4141 :39. I

was das Wort betrifft, Dabar, 206 (= 10 Ellen). „Licht“ ist in so hohem Grade

der Kehrreim der Kabbalah, was die Erklärung der Sephiroth anbelangt, daß

das berühmte Buch über die Kabbalah Sohar oder „Licht“ heißt. In diesem

finden wird Ausdrücke von der folgenden Art: „Das Unendliche war vollständig

unbekannt und verbreitete kein Licht, bevor der leuchtende Punkt mit Gewalt

zur Sichtbarkeit durchbrach.“ „Als Er zuerst die Form annahm (der Krone, oder

der ersten Sephira), ließ Er 9 glänzende Lichter daraus hervorgehen, welche,

durch dieselbe hindurchscheinend, ein helles Licht nach allen Seiten

verbreiteten:“ - das ist, diese 9 mit seiner eins (welche, nach dem Obigen, der

Ursprung der 9 war) zusammen bildeten die 10, das ist [Symbolabbildung, siehe Buch], oder [Symbolabbildung, siehe Buch], oder die heilige Zehn (Zahlen oder Sephiroth), oder Jod - und diese Zahlen waren „das Licht“.  Gerade so wie im Evangelium des St. Johannes Gott (Alhim, 31 415 zu eins) jenes Licht (29612 zu 6561) war, durch welches (Licht) alle Dinge gemacht waren. [45]

Im Sepher Jetzirah oder der „Zahl der Schöpfung“ wird der ganze

Entwicklungsvorgang durch Zahlen gegeben. In seinem „zweiunddreißig Pfaden

der Weisheit“ wird die Zahl 3 viermal wiederholt, und die Zahl 4 fünfmal. Daher ist

die Weisheit von Gott in Zahlen (Sephrim oder Sephiroth) enthalten, denn

Sepher (oder S-ph-r, wenn unvokalisiert) bedeutet „rechnen“. Und daher finden

wir auch bei Plato die Behauptung, daß die Gottheit bei der Herstellung des Weltalls „geometrisiert“.

[41] Ebenda, a. a. O.

[42] Ebenda, p. 11.

[43] Siehe Source of Measures, pp. 276 ff., App. .

[44] Dieser Satz ist nach der ersten Auflage übersetzt. (Der Übers.)

[45] Art., Masonic Review, pp. 11, 12.

4141  :39. I

Das kabbalistische Buch, der Sepher Jetzirah, beginnt mit einer Feststellung der

verborgenen Weisheit von Alhim in Sephrim, d. i. der Elohim in den Sephiroth.In den zweiunddreißig Pfaden, in verborgener Weisheit, verzeichnete Jah, IHVH, Tzabaoth, Elohi von Israel, Alhim des Lebens, El der Gnade und Barmherzigkeit - der erhabene erhöhte Bewohner der Höhe, und König des Immerdauernden Seinen Namen [46] - heilig ist er! in den drei Sephrim, nämlich:

B - S´phr-r, V - S´phr-r, V - Siph-o-r.

Herr Ralston Skinner fährt fort:

Dieser  legt dar die „verborgene Weisheit“ des Urtextes durch

verborgene Weisheit, das ist, durch den Gebrauch von Worten, welche eine

spezielle Reihe von Zahlen und eine spezielle Phraseologie an sich tragen,

welche darlegen wird gerade das Erklärungssystem, welches wir in der

hebräischen Bibel so genau zutreffen finden . . . In der Darlegung dieses

Schemas, um es zu bekräftigen, und um seine detaillierte Auseinandersetzung

zu einem Allgemeinen Postulat auszuarbeiten, - nämlich das eine Wort „Sephrim“ (Sephiroth), von der Zahl Jezirah, erklärt der Verfasser die Trennung dieses Wortes in die drei untergeordneten, ein Spiel mit einem gewöhnlichen Wort, s-ph-r, oder Zahl.

Der Prinz Al-Chazari [47] sagt zu dem Rabbi: „Ich wünsche jetzt, daß du mir

einige der hauptsächlichsten oder leitenden Prinzipien der Naturphilosophie

mitteilen mögest, welche, wie du sagst, in früherer Zeit von ihnen (den alten

Weisen) ausgearbeitet wurden;“ worauf der Rabbi die Antwort giebt: „Zu

solchen Prinzipien gehört die Schöpfungszahl unseres Rassenvaters

Abraham“ (das ist Abram und Abraham, oder die Zahlen 41224 und 41252). Er

sagt dann, daß dieses Buch der Zahl davon handelt, die „Alhim-heit und Ein-heit

durch (DBRIM)“ zu lehren, nämlich durch die Zahlen des Wortes „Worte“.

Das ist, es lehrt den Gebrauch des Verhältnisses 31415 zu Eins, durch 41224,

welches letztere, bei der Beschreibung der Bundeslade, in zwei Teile geteilt

wurde durch die zwei steinernen Tafeln, auf denen diese DBRIM, oder 41224,

geschrieben oder eingegraben waren - oder 20612 x 2. Er kommentiert

sodann diese drei untergeordnet gebrauchten Worte, und trägt Sorge, in

bezug auf eines von ihnen den  zu machen, „und Alhim (31415 zu

Eins) sagte: es sei Licht (20615 zu 6561).“

Die Worte, wie sie der Text giebt, sind:

[korrekter Abdruck siehe Buch, S.43]

und der Rabbi sagt, dieselben kommentierend: „Es lehrt die Alhim-heit (31415)

und Ein-heit (den Durchmesser zu Alhim), durch Worte (DBRIM = 41224),

durch welche auf der einen Seite unendlicher Ausdruck zu heterogenen

Schöpfungen ist, und auf der anderen eine schließliche harmonische

Tendenz- zur Ein-heit“ (welches, wie jederman weiß, die mathematische

Funktion pi der Schulen ist, welche die Sterne des Himmels mißt, wägt und

zählt, und sie doch wieder auflöst zurück zur schließlichen Einheit des Uni-versums)

„durch Worte. Ihr schließlicher Akkord vervollkommnet sich selbst zu

jener Ein-heit, welche sie anordnet, und welche besteht aus

[korrekter Abdruck siehe Buch, S.43]

das ist, der Rabbi läßt in seinem ersten  das jod oder i aus einem

der Worte aus, während er es hierauf wieder einsetzt. Wenn wir die Werte

dieser untergeordneten Worte nehmen, so finden wir für sie 340, 340 und 346;

·        zusammen sind diese 1026, und die Teilung des allgemeinen Wortes in diese ist geschehen, um diese Zahlen hervorzubringen - welche mittelst T ´mura auf verschiedene Arten zu verschiedenen Zwecken verändert werden

können. [48]

Der Leser wird ersucht, sich der vierten Strophe des ersten Bandes Shokla 3 und

 zuzuwenden [49] , um zu finden, daß die 3, 4, (7), und die dreimal

sieben, oder 1065, die Zahl des Jehovah, die Zahl ist der 21 Prajâpati, erwähnt

im Mahâbhârata, oder der drei Sephrim (Worte in Ziffern oder Figuren). Und

dieser Vergleich zwischen den schöpferischen Kräften der archaischen

Philosophie und den anthropomorphischen Schöpfer des exoterischen

Judentums (nachdem die Esoterik der Juden ihre Wesensgleichheit mit der

Geheimlehre erkennen läßt), wird den Schülern zu der Wahrnehmung und

Entdeckung , daß in Wahrheit Jehovah bloß ein „Mond-“ oder „Zeugungs-“Gott

ist. Es ist eine, jedem gewissenhaften Schüler der Kabbalah wohlbekannte

Thatsache, daß, je mehr er sich in dieselbe vertieft, desto mehr er sich davon

überzeugen läßt, daß, wenn nicht die Kabbalah - oder was von ihr übrig ist - im

Lichte der östlichen esoterischen Philosophie gelesen wird, ihr Studium nur zu

der Entdeckung führt, daß auf den vom exoterischen Judentum und Christentum

gezogenen Linien der Monotheismus beider nichts Erhabeneres ist als alter

Sternendienst, jetzt beschützt von moderner Astronomie. Die Kabbalisten hören

niemals auf zu wiederholen, daß die ursprüngliche Intelligenz niemals verstanden

4143 :39. I

werden kann. Sie kann nicht begriffen werden, noch kann sie localisiert werden,

daher muß sie namenlos und negativ bleiben. Daher stellte man sich von dem

Ain Suph - dem „Unerkennbaren“ und „UNNENNBAREN“ - da Es nicht offenbar

gemacht werden konnte, vor, daß es Offenbarungskräfte emaniere. Daher

kommt es, daß der menschliche Intellekt allein mit seinen Emanationen sich zu

beschäftigen hat und haben kann. Die christliche Theologie, welche die Lehre

von den Emanationen verworfen und dieselben durch unmittelbare, bewußte

Schöpfungen von Engeln und dem übrigen aus dem Nichts ersetzt hat, findet

sich jetzt hoffnungslos gestrandet zwischen Supernaturalismus oder Wunder,

und Materialismus. Ein außer-weltlicher Gott ist verhängnisvoll für die

Philosophie; eine inner-weltliche Gottheit - d. i. Geist und Materie voneinander

untrennbar- ist eine philosophische Notwendigkeit. Man trenne sie, und das, was

übrig bleibt, ist ein grober Aberglaube unter einer Maske von Emotionalismus.

Aber warum „geometrisieren“, wie Plato es hat, warum diese Emanationen unter

der Form einer ungeheuern arithmetischen Tafel darstellen? Die Frage wird von

dem soeben angeführten Schriftsteller gut beantwortet, welcher sagt:

Mentale Wahrnehmung muß, um physische Wahrnehmung zu werden, das

kosmische Prinzip des Lichtes haben: und unser mentaler Kreis der der

physischen Sichtbarkeit oder Licht selber sein.

Solche Begriffe werden derart formuliert, wurden zum Fundamente der

Philosophie vom Göttlichen, das sich im Weltall offenbart. [50]

[46] Der englische Text hat statt „Seinen Namen“, „und Sein Name“ (Der

Übers.)

[47] In dem Buche Al-Chazari des Jehuda-ha-Levi, übersetzt von Dr. D.

Cassel.

[48] a. a. O., pp. 12, 18.

[49] I. pp. 117 ff.

[50] a. a. O., p. 2.

4143  :39. I

Das ist Philosophie. Es ist anders, wenn wir den Rabbi in Al-Chazari sagen

finden:

Unter s´ph-r ist zu verstehen - Berechnung und Wägen der geschaffenen

Körper. Denn die Berechnung, mit Hilfe derer ein Körper in Harmonie oder

Symmetrie konstruiert, durch welche er in der Konstruktion recht angeordnet

und auf dem Gegenstande, wie er geplant ist, entsprechend gemacht werden

muß, besteht schließlich aus Zahl, Ausdehnung, Maße, Gewicht; -

koordiniertes Verhältnis von Bewegungen, sodann Harmonie der Musik,

müssen ganz und gar aus Zahl, das ist s´ph-r, bestehen. . . . Unter Sippor (s

´phor) sind zu verstehen die Worte von Alhim (206-1 von 31415 zu eins), wozu

sich der Plan dem Rahmen oder der Form der Konstruktion vereint oder

anpaßt; zum Beispiel - es wurde gesagt, „es werde Licht.“ Das Werk geschah,

indem die Worte gesprochen wurden, das ist, indem die Zahlen des Werkes

hervorkamen. [51]

Das heißt das Geistige ohne Skrupel vermaterialisieren. Aber die

Kabbalah war nicht immer den anthropo-monotheistischen

Begriffen so wohl angepaßt. Vergleiche dies mit irgend einem der

sechs Schulen von Indien. Zum Beispiel in Kapilas Sânkhya

Philosophie bleibt, wenn nicht allegorisch gesprochen Purusha auf

die Schultern von Prakriti steigt, die letztere unvernünftig, während

der erstere ohne sie unthätig bleibt. Daher muß die Natur (im

Menschen) ein Zusammengesetztes aus Geist und Stoff werden,

bevor er zu dem wird, was er ist; und der im Stoffe verborgene

Geist muß stufenweise zu Leben und Bewußtsein erweckt werden.

Die Monade hat durch ihre mineralische, pflanzliche und tierische

Form hindurchzugehen, bevor das Licht des Logos im tierischen

Menschen erweckt wird. Deshalb kann bis dahin der letztere nicht

als „Mensch“ bezeichnet werden, sondern ist als eine in immer

welchselnde Formen eingekerkerte Monade zu betrachten.

Entwicklung, nicht Schöpfung mit Hilfe von Worten wird in den

Philosophieen des Ostens, selbst in ihren exoterischen

Aufzeichnungen, anerkannt. Ex oriente lux. Sogar der Name des

ersten Menschen in der mosaischen Bibel hatte seinen Ursprung in

Indien, trotz Professor Max Müllers Verneinung. Die Juden

erhielten ihren Adam von Chaldäa; und Adam-Adami ist ein

zusammengesetztes Wort und daher ein mannigfaltiges Symbol,

und beweist die occulten Dogmen.

4145 :40. I

Es ist dies kein Ort für philologische Untersuchungen. Aber der Leser möge

daran erinnert sein, daß die Worte Ad und Adi im Sanskrit der „erste“ bedeuten;

im Aramäischen „ein“ (Ad-ad, der „einzige“); im Assyrischen „Vater“, woher Ak-ad

oder „Vater-Schöpfer“. [52] Und sobald einmal die Behauptung als richtig

befunden wird, wird es ziemlich schwer, Adam auf die mosaische Bibel allein zu

beschränken und darin einfach einen jüdischen Namen zu sehen.

Es besteht eine häufige Verwirrung in den Attributen und Genealogieen der

Götter in ihren Theogonieen, dem Alpha und dem Omega der Aufzeichnungen

dieser symbolischen Wissenschaft, wie sie der Welt von den halbinitiierten

brâhmanischen und biblischen Schriftstellern gegeben sind. Doch konnte eine

solche Verwirrung nicht durch die frühesten Nationen, die Abkömmlinge und

Schüler der göttlichen Unterweiser angerichtet worden sein; denn sowohl

Attribute wie Genealogieen waren untrennbar verknüpft mit kosmogonischen

Symbolen, indem die „Götter“ das Leben und das lebengebende „Seelenprinzip“

der verschiedenen Regionen des Weltalls sind. Nirgends und bei keinem Volke

wurde der Spekulation gestattet, über diese geoffenbarten Götter hinaus zu

schweifen. Die schrankenlose und unendliche Einheit bliebt für jede Nation ein

jungfräulicher verbotener Boden, unbetreten von den Gedanken des Menschen,

unberührt von fruchtloser Spekulation. Die einzige Bezugnahme auf sie lag in der

einfachen Vorstellung von ihrer diastolischen und systolischen Eigenschaft, von

ihrer periodischen Ausdehnung oder Erweiterung, und Zusammenziehung. In

dem Weltalle mit allen seinen unzähligen Myriaden von Systemen und Welten,

die in Ewigkeit verschwinden und wiedererscheinen, mußten die

anthropomorphisierten Kräfte oder Götter, ihre Seelen, mit ihren Körpern aus

dem Sehkreise verschwinden. Wie unser Katechismus sagt:

„Der Atem, welcher zurückführt in den ewigen Busen, der sie ausatmet und

einatmet.“

Die ideale Natur, der abstrakte Raum, in welchem alles im Weltalle Befindliche

geheimnisvoll und unsichtbar erzeugt wird, ist dieselbe weibliche Seite der

zeugenden Kraft in der Natur, in der vedischen, sowie in jeder anderen

Kosmogonie. Aditi ist Sephira, und die Sophia der Gnostiker, und Isis, die

jungfräuliche Mutter des Horus. In jeder Kosmogonie steht hinter der

„schöpferischen“ Gottheit, und höher als diese, eine Höhere Gottheit, ein Planer,

ein Baumeister, von dem der Schöpfer bloß der ausführende Agent ist. Und noch

höher, darüber und rundumher, innen und außen, ist das Unerkennbare und das

Unbekannte, die Quelle und Ursache aller dieser Emanationen.

4145 :40. I

[51] Ebenda, p. 14.

[52] Die Bezeichnung Ak-ad (oder Akkadier) gehört derselben Klasse an wie

Ad-m, Ha-va (Eva), Aeden (Eden); Ak-Ad bedeutet „Sohn des Ad“, wie die

Söhne des Ad im alten Arabien. Ad-ad, der „einzige“ und der „erste“ war der

Ad-on oder „Herr“ von Syrien und Gatte der Ad-ar-gat oder Aster´t, der

asyrischen Göttin. Und Gan-Aeden (Eden) oder Ganudia war Babylonien und

Mesopotamien. Im Assyrischen bedeutete Ak Schöpfer, wobei der Buchstabe

k guttural kh (ah) ausgesprochen wurde. Nach Swedenborgs Mysticismus war

Adam nicht ein Mensch, sondern eine Kirche (?) ursprünglichen Lichtes. In

den Veden ist Aditi das ursprüngliche Licht, der Âkâsha der Erscheinungswelt.

4145  :40. I

Es wird somit leicht, den Grund anzugeben, warum Adam-Adami sich in der

chaldäischen Schrift findet, die sicherlich früher ist als die mosaischen Bücher.

Im Assyrischen ist Ad der „Vater“, und im Aramäischen ist Ad „ein“, und Ad-ad

der „einzige“, während Ak im Assyrischen „Schöpfer“ ist. So wurde Ad-am-ak-ad-mon

zum Adam-Kadmon in der Kabbalah (Zohar), und bedeutete thatsächlich

der „Eine (Sohn) des göttlichen Vaters, oder Schöpfer“, denn die Worte am und

om bedeuteten einstmals in fast jeder Sprache das „Göttliche oder die Gottheit“.

Somit gelangten Adam-Kadmon und Adam-Adami zu der Bedeutung: „Die erste

Emanation des Vater-Mutter oder der göttlichen Natur“, und buchstäblich der

„erste Göttliche“. Und es ist leicht zu sehen, daß Ad-Argat (oder Aster´t, die

syrische Göttin, die Gemahlin des Ad-on, des Herrgottes von Syrien oder des

jüdischen Adonai), und Venus, Isis, Ister, Mylitta, Eva u. s. w. wesensgleich sind

mit der Aditi und Vâch der Hindûs. Sie sind alle die „Mütter alle Lebendigen“ und

„der Götter“. Andererseits - kosmisch und astronomisch - wurden ale männlichen

Götter zuerst „Sonnengötter“, sodann, theologisch, die „Sonnen der

Gerechtigkeit“, und die Logoi, die alle durch die Sonne symbolisiert sind. [53] Sie

sind alle Protogonoi - Erstgeborene - und Mikroprosopoi. Bei den Juden war

Adam-Kadmon dasselbe wie Athamaz, Tamaz, oder der Adonis der Griechen -

„der Eine mit und von seinem Vater“ - welchen „Vater“ während der späteren

Rassen zum Helios wird, zur Sonne, als Apollo Karneios [54] , zum Beispiel,

welcher der „Sonnengeborene“ war; Osiris, Ormazd und so fort hatten zu

Nachfolgern - und fanden sich späthin in diese verwandelt - noch irdischere

Typen: wie den Prometheus, den Gekreuzigten des Berges Kasbek, Herkules,

und so viele andere Sonnengötter und Heroen, bis sie alle dahin gelangten,

nichts Besseres zu bedeuten als phallische Symbole.

Im Zohar heißt es:

Der Mensch wurde erschaffen von den Sephiroth (auch Elohim-Javeh), und

sie erzeugten durch gemeinsame Kraft des irdischen Adam.

Daher sagen in der Genesis die Elohim: „Siehe, der Mensch ist geworden als

unser einer“. Aber in der indischen Kosmogonie oder „Schöpfung“ erschafft

Brahmâ-Prajâpati geistig den Virâj und die Rishis; daher werden die letzteren

ausdrücklich die „aus der Seele geborenen Söhne des Brahmâ genannt; und

diese besondere Weise des Erzeugens schloß jede Idee von Phallicismus aus,

auf jeden Fall bei den frühen menschlichen Nationen. Dieses Beispiel

veranschaulicht gut die betreffende Geistigkeit der zwei Nationen.

4147 :40. I

[53] Adam-Jehovah, Brahmâ und Mars sind in einem Sinne wesensgleich; sie

sind alle Sinnbilder für die ursprünglichen oder anfänglichen Zeugungskräfte

für die Zwecke der menschlichen Fortpflanzung. Adam ist rot, und das sind

auch Brahmâ-Virâj und Mars - Gott und Planet. Wasser ist das „Blut“ der

Erde; daher stehen alle diese Namen im Zusammenhang mit Erde und

Wasser. „Es bedarf Erde und Wasser, um eine menschliche Seele zu

erschaffen“, sagt Moses. Mars ist wesensgleich mit Kârttikeya, dem Gotte des

Krieges (in einem Sinne) - welcher Gott geboren ist aus dem Schweiße des

Shiva, Shiva-gharmaja und der Erde. Im Mahâbhârata wird er als ohne

Dazwischentreten eines Weibes geboren dargestelt. Und er wird auch Lohita,

der Rote genannt, wie Adam, und die anderen „ersten Menschen“. Daher hat

der Verfasser von The Source of Measures ganz recht mit dem Gedanken,

daß Mars (und alle anderen Götter mit ähnlichen Attributen) „als der Gott des

Krieges und des Blutvergießens nur eine sekundäre Idee war, entspringend

aus der primären des Blutvergießens bei der Empfängnis im Anfange.“ Daher

wurde Jehovah später ein kämpfender Gott, „Herr der Heerscharen“, und

einer, der Krieg gebietet. Er ist der aggressive Zodh - oder Kain, durch

Permutation, der seinen (weiblichen) Bruder schlug, dessen „Blut von der

Erde schreiet,“ indem die Erde aufgethan hatte ihr Maul, um das Blut zu

empfangen. (Genesis .)

[54] Apolle Karneios ist sicherlich eine griechische Umformung des indischen

Krishna-Karna. Karna bedeutet strahlend, und Karneios, was ein Titel des

Apollo bei den Kelten wie bei den Griechen war, bedeutete „Sonnengeboren“.

4147 :40. I

3.       DA SPRACH DER HERR DES STRAHLENDEN ANGESICHTES: „ICH

WERDE DIR EIN FEUER SENDEN, WENN DEIN WERK BEGONNEN IST.

ERHEBE DEINE STIMME ZU ANDEREN LOKAS; WENDE DICH AN DEINEN

VATER, DEN HERRN DES LOTUS [55] , (a) UM SEINE SÖHNE . . . . . DEIN

VOLK SOLLE UNTER DER HERRSCHAFT DER VÄTER [56] SEIN. DEINE

MENSCHEN WERDEN STERBLICHE SEIN. DIE MENSCHEN DES HERRN

DER WEISHEIT [57] , NICHT DIE SÖHNE DES SOMA [58] , SIND

UNSTERBLICH. LASS AB VON DEINEN KLAGEN (b). DEINE SIEBEN HÄUTE

SIND NOCH AUF DIR . . . DU BIST NICHT BEFREIT. DEINE MENSCHEN SIND

NICHT BEFREIT ©.

(a)      Kumuda-Pati ist der Mond, der Vorfahr der Erde, in seiner Region der Soma-loka.

Obwohl die Pitris oder Väter Söhne der Götter sind, anderwärts Söhne des

Brahmâ oder selbst der Rishis, sind sie allgemein bekannt als die Mondvorfahren.

(b)     Pitri-Pati ist der Herr oder König der Pitris. Yama, der Gott des Todes und der

Richter der Sterblichen. Die Menschen des Budha, des Merkur, sind

metaphorisch „unsterblich“ durch ihre Weisheit. So ist der gemeinsame Glaube

jener, welche jedem Sterne oder Planeten die Bewohntheit zuschreiben - und es

giebt Männer der Wissenschaft, Herrn Flammarion unter anderen, welche lebhaft

daran glauben, auf Grund logischer sowohl astronomischer Daten. Da der Mond

ein niedriger stehender Körper ist - sogar der Erde gegenüber, geschweige von

anderen Planeten, so können die von seinen Söhnen - den Mondmenschen oder

Mondvorfahren - aus seiner Schale oder seinem Körper hervorgebrachte irdische

Menschen nicht unsterblich sein. Sie können nicht hoffen, wirkliche,

selbstbewußte und intelligente Menschen zu werden, wenn sie nicht sozusagen

„fertiggestellt werden“ von den anderen Schöpfern. So ist in der purânischen

Legende der Sohn des Mondes (des Soma) Budha (Merkur), der Intelligente und

der Weise, weil er der Sproß ist von Soma, dem Regenten des sichtbaren

Mondes, nicht von Indu, dem physischen Monde. Somit ist Merkur der ältere

Bruder der Erde, metaphysisch - ihr Stiefbruder, sozusagen. Der Sproß des

Geistes - während sie (die Erde) der Sproß des Körpers ist. Diese Allegorien

haben eine tiefere und wissenschaftlichere Bedeutung - astronomisch und

geologisch - als unsere modernen Physiker zuzugestehen Willens sind. Der

ganze Cyklus des ersten „Streites im Himmel“, des Târakâ-maya, ist ebenso voll

an philosophischen, wie an kosmogonischen und astronomischen Wahrheiten.

Man kann darin die Lebensbeschreibung aller Planeten in der Geschichte ihrer

Götter und Beherrscher verfolgen. Ushanas (Shukra, oder Venus), der

Busenfreund des Soma und der Feind des Brihaspati (Jupiter), des

„Unterweisers der Götter“, dessen Weib Târâ oder Tarakâ entführt worden war

4149 :41. I

von dem Monde, von Soma - „welcher mit ihr den Budha erzeugte“ - nahm auch

thätigen Anteil in diesem Kriege gegen die „Götter“ und wurde sofort zu einer

dämonischen (Asura) Gottheit degradiert, und das blieb er bis zum heutigen

Tage. [59]

Hier bezieht sich das Wort „Menschen“ auf die himmlischen Menschen, oder auf

das, was man in Indien die Pitaras oder Pitris nennt, die Väter, die Vorfahren der

Menschen. Dies beseitigt nicht die angesichts der modernen Hypothesen

bestehende scheinbare Schwierigkeit der Lehre, welche zeigt, daß diese

Vorfahren oder Ahnen die ersten menschlichen Adama aus ihren Seiten als

astrale Schatten erschaffen. und obwohl es eine Verbesserung ist gegenüber der

Rippe Adams, so werden doch noch geologische und klimatische

Schwierigkeiten vorgebracht werden. So jedoch ist die Lehre des Occultismus.

(c)     Der Organismus des Menschen war in einer jeden Rasse seinen Umgebungen angepaßt. Die erste Wurzelrasse war ebenso ätherisch, wie die unsere materiell ist. Die Nachkommenschaft der sieben Schöpfer, welche die sieben ursprünglichen Adame evolvierten [60] , bedurfte sicherlich keiner gereinigten Gase zum Atmen und Leben. Daher behauptet der Occultist, wie sehr auch die Unmöglichkeit dieser Lehre von den Verehrern der modernen Wissenschaft mit Nachdruck vertreten werden mag, das sich der Fall, wie

dargestellt, Aeonen von Jahren, sogar vor der Entwicklung des Lemuriers, des

ersten körperlichen Menschen, welche vor 18 000 000 Jahren stattfand,

zugetragen hat.

Die archaischen Schriften lehren, daß am Beginne eines jeden lokalen Kalpas,

oder Runde, die Erde wiedergeboren wird, und die vorläufige Entwicklung wird in

einem der Bücher des Dzyan und den en dazu wie folgt beschrieben:

„Wie der menschliche Jîva (Monade), wenn er in einen neuen Schoß eintritt, mit

einem neuen Körper wiederbedeckt wird, so auch der Jîva der Erde; er bekommt

mit jeder Runde eine vollkommenere und festere Bedeckung, nachdem er aufs

neue aus dem Schoße des Raumes in die Gegenständlichkeit aufgetaucht ist.“

Dieser Vorgang ist natürlich von den Wehen der neuen Geburt, oder von

geologischen Umwälzungen begleitet.

Die einzige Bezugnahme hierauf ist enthalten in einem Verse des Bandes vom

Buche des Dzyan, wo derselbe sagt:

4.       NACH GROSSEN WEHEN WARF SIE [61] IHRE ALTEN DREI AB UND ZOG

IHRE NEUEN SIEBEN HÄUTE AN; UND STAND DA IN IHRER ERSTEN:

4149 :41. I

Dies bezieht sich auf das Wachstum der Erde, indem in der Strophe, welche von

der ersten Runde handelt, im  gesagt wird:

„Nachdem die wendellose (Avikâra) unveränderliche Natur (Wesenheit,

Sadaikarûpa) erwacht war und sich in (einen zustand von) Kausalität (Avyakta)

verwandelt (differentiiert) hatte, und aus einer Ursache (Kârana) zu ihrer eigenen

abgesonderten Wirkung (Vyakta) geworden war, wurde sie aus einer

unsichtbaren zu einer sichtbaren. Das Kleinste der Kleinen (das atomitischeste

der Atome; oder anîyasâm anîyâsâm) wurde zum Einen und den Vielen

(Ekânekarûpa); und indem es das Weltall hervorbrachte, brachte es auch hervor

den vierten Loka (unsere Erde) in dem Blumengewinde der sieben Lotusse. Das

Achyuta wurde dann zum Chyuta.“ [62]

Es heißt von der Erde, daß sie „ihre alten drei“ Häute abwarf, weil sich dies auf

die drei vorhergehenden Runden bezieht, durch welche sie bereits

hindurchgegangen ist; die gegenwärtige ist die Vierte Runde unter den sieben.

Beim Beginne einer jeden neuen Runde, nach einer Periode der Verdunkelung,

wirft die Erde - so wie es auch die anderen sechs „Erden“ thun - ihre alten Häute

ab, oder man vermutet, daß sie dieselben abwirft, so wie es die Schlange thut;

daher wird sie in dem Aitareya-Brâhmana die Sarpa-Râjnî, die „Königin der

Schlangen“ genannt, und, „die Mutter von allem, was sich bewegt.“ Die „sieben

Häute“, in deren erster sie jetzt steht, beziehen sich auf die sieben geologischen

Veränderungen, welche die Entwicklung der sieben Wurzelrassen der

Menschheit begleiten und mit ihr korrespondieren.

Strophe II, welche von dieser Runde spricht, beginnt mit einigen Worten, welche

in betreff des Alters unserer Erde Aufschluß geben. Die Chronologie wird an

entsprechender Stelle gegeben werden. In dem der ersten Strophe

beigegebenen e werden zwei Persönlichkeiten erwähnt, Nârada und

Asuramaya, insbesondere der letztere. Alle Berechnungen werden dieser

archaischen Celebrität zugeschrieben; und das folgende wird den Lesern mit

einigen dieser Zahlen oberflächlich bekannt machen.

[55] Kumuda-Pati.

[56] Pitri-Pati.

[57]Budha, Merkur.

4149 :41. I

[58] Des Mondes.

[59] Ushanas-Shukra, oder Venus, ist unser natürlicher Lucifer, der

Morgenstern. Der Sinnreichtum dieser Allegorie in ihren mannigfaltigen

Bedeutungen ist in der That groß. So ist Brihaspati (der Planet Jupiter), oder

Brahmanaspati im Rig Veda eine Gottheit, welche das Symbol und das

Vorbild der exoterischen oder ritualistischen Verehrung ist. Er ist der Priester,

Opferer, Bittflehende, und das Mittel, durch welches die Gebete der

Sterblichen die Götter erreichen. Er ist der Purohita (Hauspriester oder

Hotkaplan) des indischen Olymps und der geistliche Guru der Götter. Soma

ist der Mysteriengott und steht der mystischen und occulten Natur im

Menschen und im Weltalle vor. Târâ, das Weib des Priesters, welche den

Verehrenden symbolisiert, zieht die esoterischen Wahrheiten ihrer bloßen

Schale, der Exoterik vor; daher wird sie als von Soma fortgetragen dargestellt.

Nun ist Soma der heilige Saft des Namens, welcher mystische Visionen und

Tranceoffenbarungen verleiht, eine Vereinigung, deren Resultat Budha

(Weisheit), Merkur, Hermes u. s. w. ist; kurz gesagt jene Wissenschaft,

welche von den Brihaspatis der Theologie bis zum heutigen Tage als teuflisch

und satanisch ausgeschrieen wird. Was Wunder, wenn wir finden, daß bei der

Ausbreitung des Kreises dieser Allegorie die christliche Theologie sich des

Streites der indischen Götter eifrig annimmt, und den Ushanas (Lucifer),

welcher dem Soma gegen jene alte Personification ritualistischer Verehrung

(Brahmanaspati, den Herrn der Brâhmanen, jetzt zu Jupiter-Jehovah

geworden) zu Hilfe kam, als Satan., als den „Feind Gottes“ betrachtet!

[60] Wie anderwärts gezeigt, ist es nur der Himmlische Mensch, Adam-Kadmon,

des ersten Kapitels der Genesis, welcher „Gott zum Bilde und

Gleichnis“ gemacht wird. Von dem Adam des zweiten Kapitels heißt es nicht,

daß er nach diesem Bilde oder nach dem Gleichnisse gemacht sei, bevor er

nicht von der verbotenen Frucht gegessen hatte. Der erstere Adam ist die

4149 :41. I

sephirothische Schar; der zweite Adam ist die gemütlose erste menschliche

Wurzelrasse; der dritte Adam ist die Rasse, welche sich spaltete, deren

Augen geöffnet sind.

[61] Die Erde.

[62] Achyuta ist ein nahezu unübersetzbarer Ausdruck. Er bedeutet das, was

dem Falle oder dem Wandel zum Schlechteren nicht unterworfen ist: das

Nichtfallende; und ist der Gegensatz zu Chyuta, dem Gefallenen. Die

Dhyânîs, welche sich in den menschlichen Formen der dritten Wurzelrasse

inkarnieren und diese mit Intellekt (Manas) begaben, werden die Chyuta

genannt, weil sie in die Zeugung fallen.

4149 :41. I

ZWEI VORSINTFLUTLICHE ASTRONOMEN.

Für das Denken des östlichen Schülers des Occultismus sind zwei Gestalten in

unlösbarem Zusammenhange mit mystischer Astronomie, Chronologie und deren

Cyklen. Zwei erhabene und geheimnisvolle Gestalten, gleich zwei Riesen sich

auftürmend in der urzeitlichen Vergangenheit, tauchen vor ihm auf, so oft er sich

auf Yugas und Kalpas zu beziehen hat. Wann, in welchem Zeitalter der

Vorgeschichte sie lebten, weiß ausgenommen einige wenige Menschen auf der

Welt niemand, und kann es niemals wissen, mit jener Sicherheit, welche die

exakte Chronologie erfordert. Es mag vor 100 000, es mag vor 1 000 000 Jahren

gewesen sein, so viel die äußere Welt jemals wissen wird. Der mystische Westen

und Freimaurerei sprechen laut von Enoch und Hermes. Der mystische Osten

spricht von Nârada, dem alten vedischen Rishi, und von Asuramaya, dem

Atlantier.

Es wurde bereits angedeutet, daß von allen den unveränderlichen Charakteren

im Mahâbhârata und in den Purânen Nârada, der Sohn des Brahmâ im Matsya

Purâna, der Sprosse des Kashyapa und der Tochter des Daksha im Vishnu

Purâna, der allergeheimnisvollste ist. Er wird von Parâshara mit dem Ehrentitel

eines Deva-Rishi (eines göttlichen Rishis vielmehr, als einer Halbgottes) belegt,

und doch wird er von Daksha und sogar von Brahmâ verflucht. Er benachrichtigt

Kansha, daß Bhagavân, oder Vishnu in der Exoterik, sich in dem achten Kinde

der Devakî inkarnieren wolle, und bringt dadurch den Zorn des indischen

Herodes über Krishna´s Mutter; und dann, von einer Wolke herab, auf der er sitzt

·        unsichtbar wie ein echter Mânasaputra - preist er Krishna, entzückt über die

Heldenthat des Avatârs, das Ungeheuer Keshin zu töten. Nârada ist hier, dort

und überall; und trotzdem giebt es keines der Purânen die wahren Eigenschaften

dieses großen Feindes der physischen Fortpflanzung.

Was immer jene Eigenschaften in der indischen Esoterik sein mögen, Nârada -

welcher im cishimâlayischen Occultismus Pesh-Hun genannt wird, der

„Gesandte“, oder griechisch der Angelos - ist der einzige Vertraute und der

Vollzieher der universalen Anordnungen von Karma und Adi-Budha; eine Art von

thätigem und sich stets inkarnierenden Logos, welcher die menschlichen

Angelegenheiten von Anbeginne bis zum Ende des Kalpa leitet und lenkt.

Pesh-Hun ist allgemeines, nicht speziell indisches Besitztum. Er ist die

geheimnisvolle, lenkende, intelligente Kraft, welche den Anstoß zu den Cyklen,

Kalpas und universalen Ereignissen giebt und ihren Schwung regelt. [63] Er ist

der sichtbare Ausgleicher von Karma in einem allgemeinen Maßstabe; der

Begeisterer und Leiter der größten Helden dieses Manvantara. In den

exoterischen Werken wird er mit einigen sehr unschmeichelhaften Namen belegt,

4151 :41. I

so z. B. mit Kalikâraka, der Streitmacher, Kapivaktra, der Affengesichtige, und

selbst mit Pishuna, der Späher, obwohl er anderwärts Deva-Brahmâ genannt

wird. Selbst Sir William Jones war sehr betroffen von diesem geheimnisvollen

Charakter, nach dem, was er bei seinen Sanskritstudien sammelte. Er vergleicht

ihn mit Hermes und Merkur, und nennt ihn den „beredten Boten der Götter“. [64]

All dieses, neben der Thatsache, daß die Inder ihn für einen großen Rishi halten,

„welcher unaufhörlich auf Erden umherwandelt und guten Rat giebt“, führte den

verstorbenen Dr. Kenealy [65] dahin, in ihm einen seiner zwölf Messiasse zu

sehen. Er war vielleicht nicht so weit von der wirklichen Spur entfernt, als einige

denken.

Was Nârada wirklich ist, kann in Druck nicht erklärt werden; auch würden die

modernen Generationen von Profanen nicht viel aus der Mitteilung entnehmen.

Aber es mag erwähnt werden, daß, wenn in dem indischen Pantheon eine

Gottheit existiert, welche dem Jehovah gleicht in Versuchen durch „Eingebung“

von Gedanken und „Verhärten“ der Herzen jener, welche er zu seinen

Werkzeugen und Opfern machen will, es Nârada ist. Nur ist bei dem letzteren

kein Verlangen vorhanden, einen Vorwand zum „Schlagen“ zu erhalten, und so

zu zeigen: „Ich bin Gott der Herr“. Auch geschieht es nicht aus irgend einem

ehrgeizigen oder selbstsüchtigen Beweggrund, sondern fürwahr um den

allgemeinen Fortschritte und der allgemeinen Entwicklung zu dienen und sie zu

leiten.

Nârada ist einer der wenigen hervorragenden Charaktere, wenn wir einige Götter

ausnehmen, in den Purânen, welche die sogenannten niederen oder infernalen

Regionen, Pâtâla, besuchen. Ob nun Nârada alles, was er wußte, durch seinen

Verkehr mit dem tausendköpfigen Shesha, der Schlange, welche die sieben

Pâtâlas und die ganze Welt wie ein Diadem auf ihren Häuptern trägt, und welche

der große Lehrer der Astronomie ist, [66] gelernt hat oder nicht, sicher ist, daß er

den Guru des Garga in Bezug auf seine Kenntnis cyklischer Verwicklungen

übertrifft. Er ist es, der die Ansicht über unsern Fortschritt und über unser

nationales Wohl und Wehe hat. Er ist es, der die Kriege in Gang bringt und ihnen

ein Ende macht. In den alten Strophen wird dem Pesh-Hun zugeschrieben, daß

er alle astronomischen und kosmischen Cyklen der Zukunft berechnet und

aufgezeichnet und den ersten Betrachtern des Himmelsgewölbes die

Wissenschaft gelehrt habe. Und Asuramaya soll alle seine astronomischen

Werke auf jene Aufzeichnungen begründet und die Dauer zukünftiger Cyklen bis

zum Ende dieses Lebenscyklus oder dem Ende der siebenten Rasse bestimmt

haben.

4151 :41. I

[63] Dies ist vielleicht der Grund, warum uns in der Bhagavad Gîtâ gesagt

wird, daß Brahmâ dem Nârada zu Anbeginn mitgeteilt hatte, daß alle

Menschen ohne Ausnahme, selbst Mlechchhas, Kastenlose und Barbaren die

wahre Natur von Vâsudeva zu erkennen und Glauben zu dieser Gottheit zu

haben lernen können.

[64] Siehe Asiatic Researches, I. 265

[65] . Book of God, 60.

[66] Shesha, welcher auch Ananta ist, der unendliche, und der „Cyklus der

Ewigkeit“ in der Esoterik, soll sein astronomisches Wissen dem Garga

mitgeteilt haben, dem ältesten Astronomen von Indien, der ihn sich geneigt

gemacht hatte, und hinfort alles in betreff der Planeten und der Erklärung der

Vorzeichen wußte.

4151  :41. I

Es giebt unter den geheimen Büchern ein Werk, genannt der Spiegel der

Zukunft, in welchem alle die Kalpas innerhalb von Kalpas, und Cyklen im Schoße

des Shesha oder der unendlichen Zeit aufgezeichnet sind. Dieses Werk wird

dem Pesh-Hun-Nârada zugeschrieben. Es besteht ein anderes altes Werk,

welches verschiedenen Atlantiern zugeschrieben wird. Diese beiden

Aufzeichnungen versehen uns mit den Zahlen unserer Cyklen, und mit der

Möglichkeit, das Datum zukünftiger Cyklen zu berechnen. Die chronologischen

Berechnungen jedoch, welche gegenwärtig mitgeteilt werden sollen, sind jene

der Brâhmanen, wie weiterhin erklärt: aber die meisten derselben sind auch jene

der Geheimlehre.

Die Chronologie und die Berechnungen der brâhmanischen Initiierten beruhen

auf den indischen Tierkreisaufzeichnungen und auf den Werken des

obengenannten Astronomen und Magiers - Asuramaya. Die atlantischen

Tierkreisaufzeichnungen können nicht irren, da sie unter der Anleitung jener

zusammengestellt wurden, welche der Menschheit unter anderem zum ersten

Male die Astronomie lehrten.

Aber hier treten wir neuerlich mit Bedacht und ohne Sorge einer neuen

Schwierigkeit entgegen. Man wird uns sagen, daß unsere Behauptung von der

Wissenschaft widersprochen wird, in der Person eines Mannes, der (im Westen)

als eine große Autorität in Bezug auf alle Gegenstände der Sanskritlitteratur

betrachtet wird - Professor Albrecht Weber zu Berlin. Das ist nun einmal zu

unserm großen Bedauern nicht anders; und wir sind bereit, das zu vertreten, was

jetzt gesagt wird. Asuramaya, auf welchen die epische Überlieferung als auf den

ältesten Astronomen in Âryavârta hinweist, als auf einem, dem „der Sonnengott

Kenntnis der Sterne mitgeteilt hat,“ in eigener Person, wie Dr. Weber selbst

bemerkt, wird von diesem auf eine sehr geheimnisvolle Weise mit dem

„Ptolemaios“ der Griechen identifiziert. Kein gewichtigerer Grund wird von ihm für

diese Identifikation angeführt als der folgende:

Dieser letztere Name (Ptolemaios) wurde, wie wir aus der Inschrift des

Piyadasi ersehen, zum indischen „Turamaya“, woraus der Name „Asura Maya“

sehr leicht entstehen konnte.

Ohne Zweifel „konnte“ er das, aber die Lebensfrage lautet: Giebt es

irgendwelche guten Beweise dafür, daß er so entstanden ist? Der einzige

Beweis, der dafür geliefert wird, besteht darin, daß es so sein muß:

Weil . . . dieser Maya ausdrücklich nach Romaka-pura im Westen gewiesen

wird. [67]

4153 :42. I

Die Mâyâ ist offenkundig, nachdem kein Sanskritist unter den Europäern sagen

kann, wo diese Örtlichkeit Romakapura sich befand, abgesehen davon freilich,

daß sie irgendwo „im Westen“ war. Jedenfalls, da kein Mitglied der Asiatischen

Gesellschaft oder westlicher Orientalist jemals auf brâhmanische Lehren hören

wird, ist es nutzlos, die Einwürfe der europäischen Orientalisten in Erwägung zu

ziehen. Romakapura war „im Westen“, gewiß, da es einem wesentlichen

Bestandteil des verschwundenen Kontinentes Atlantis bildete. Und es ist

gleichermaßen gewiß, daß es Atlantis war, wohin in den indischen Purânen der

Geburtsort des Asuramaya verlegt wurde, „der ein ebenso großer Magier als ein

großer Astrologe und Astronom war.“ Obendrein weigert sich Prof. Weber, dem

indischen Tierkreis irgendwelches hohe Alter zuzuschreiben, und fühlt sich

geneigt zu glauben, daß die Inder einen Tierkreis überhaupt nicht kannten, bevor

sie nicht

einen solchen von den Griechen entlehnt hatten. [68]

Diese Behauptung widerstreitet den ältesten Überlieferungen von Indien und

muß daher übergangen werden. Wir sind umsomehr berechtigt, über sie

hinwegzugehen, als der gelehrte deutsche Professor uns in der Einleitung zu

seinem Werke selber sagt:

Außer den natürlichen Hindernissen, welche die Forschung (in Indien)

erschweren, herrscht noch ein dichter Nebel von Vorurteil und vorgefaßten

Meinungen, der über dem Lande lagert und es wie einen Schleier einhüllt. [69]

Kein Wunder, wenn Dr. Weber selber in diesem Schleier gefangen zu

unwillkürlichen Irrtümern verleitet worden sein sollte. Hoffen wir, daß er jetzt

besser unterrichtet ist.

Einerlei nun, ob Asuramaya als ein moderner Mythos zu betrachten ist, als eine

Persönlichkeit, die zur Zeit der makedonischen Griechen blühte, oder als das,

wofür ihn die Occultisten ausgeben, auf jeden Fall stimmen seine Berechnungen

vollständig mit jenen der geheimen Aufzeichnungen überein.

Aus Bruchstücken unermesslich alter, dem atlantischen Astronomen

zugeschriebener und in Südindien gefundener Werke wurde der anderwärts

erwähnte Kalender von zwei sehr gelehrten Brâhmanen in den Jahren 1884 und

1885 zusammengestellt. [70] Das Werk wird von den besten Pandits als fehlerlos

bezeichnet - vom brâhmanischen Standpunkt - und bezieht sich insoweit auf die

Chronologie der orthodoxen Lehren. Wenn wir seine Behauptungen mit jenen

4153 :42. I

vergleichen, die einige Jahre vorher in Isis Unveiled gemacht wurden, ferner mit

den bruchstückweisen Lehren, die von einigen Theosophen veröffentlicht

wurden, und mit den vorliegenden Angaben, welche aus den heiligen Büchern

des Occultismus herstammen, so wird sich das Ganze als vollkommen

übereinstimmend erweisen, außer in eingen Einzelheiten, die nicht erklärt

werden können; denn es müßten dabei Geheimnisse einer höheren Initiation -

die der Schreiberin ebenso unbekannt sind als dem Leser - enthüllt werden, und

das kann nicht geschehen.

[67] Siehe The History of Indian Literature, p. 253, von Prof. A. Weber; in

Trübner´s Oriental Series

[68] Selbst die Mayaindianer von Guatemala hatten ihren Tierkreis seit

unsagbar alter Zeit. Und „der ursprüngliche Mensch handelte in jedem

Zeitalter unabhängig von Zeit und Ort auf die gleiche Weise“, bemerkt ein

französischer Schriftsteller.

[69] Ebenda, p. 2.

[70] Tirukkanda Panchanga für das Kaliyugajahr 4986, von Chintamany

Raghanaracharyam Sohn des berühmten Staatsastronomen zu Madras, und

Tartakamala Venkata Krishna Rao.

4153  :42. II

STROPHE II.

DIE UNUNTERSTÜTZTE NATUR FEHLT.

5.       Nach enormen Perioden schafft die Erde Ungeheuer. 6. Die „Schöpfer“

finden keinen Gefallen daran. 7. Sie trocknen die Erde auf. 8. Die Formen

werden von ihnen zerstört. 9. Die ersten großen Gezeiten. 10. Der Beginn der

Verkrustung.

5.       DAS RAD WIRBELTE DURCH DREISSIG KAROS WEITER. [1] ES

ERBAUTE RUPAS; [2] WEICHE GESTEINE, WELCHE ERHÄRTETEN, [3]

HARTE PFLANZEN, WELCHE WEICH WURDEN. [4] SICHTBARES AUS

UNSICHTBAREM, INSEKTEN UND KLEINE LEBEWESEN. [5] SIE [6]

SCHÜTTELTE SIE VON IHREM RÜCKEN, SO OFT SIE DIE MUTTER

ÜBERFLUTETEN(a) . . . . . NACH DREISSIG KAROS DREHTE SIE SICH UM.

SIE LAG AUF IHREM RÜCKEN; AUF IHRER SEITE. . . . . SIE WOLLTE KEINE

SÖHNE DES HIMMELS RUFEN, SIE WOLLTE KEINE SÖHNE DER WEISHEIT

VERLANGEN. SIE SCHUF AUS IHREM EIGENEN SCHOSSE. SIE BRACHTE

WASSERMENSCHEN HERVOR, SCHRECKLICH UND BÖSE.(b)

(a)      Dies bezieht sich auf eine Neigungsveränderung der Erdachse - deren

verschiedene stattfanden - auf eine daraus folgende Sintflut und Chaos auf der

Erde (was sich jedoch nicht auf das ursprüngliche Chaos bezieht), wobei

Ungeheuer, halb menschlich, halb tierisch, hervorgebracht hat. Wir finden das im

Totenbuche erwähnt, und auch in dem chaldäischen Schöpfungsberichte, auf

den Cutha Tafeln, so sehr diese auch verstümmelt sind.

Es ist nicht einmal eine Allegorie. Hier haben wir Thatsachen, die sich in der

Erzählung des Pymander wiederholt finden, so wie auf den Chaldäischen

Schöpfungstäfelchen. Die Verse mögen größtenteils in Schacht gehalten werden

durch die Kosmogonie, wie sie von Berosus gegeben wurde, welche von

Eusebius bis zur Unendlichkeit entstellt worden ist, von der aber einige Züge in

von alten griechischen Schriftstellern - Apollodor, Alexander Polyhistor u. s. w. -

hinterlassenen Bruchstücken noch gefunden werden können. „Die schrecklichen

und bösen Wassermenschen“ - welche die Hervorbringung der physischen Natur

allein waren, ein Ergebnis des „Entwicklungsantriebes“ und des ersten

Versuches, den „Menschen“, die Krone, und das Streben und Ziel alles tierischen

Lebens auf Erden zu erschaffen - werden in unseren Strophen als Fehlversuche

dargestellt. Finden wir nicht dasselbe in der Berosischen Kosmogonie, die mit

solcher Heftigkeit als der Gipfelpunkt heidnischen Unsinns angeklagt wird? Und

4155 :42. II

doch, welcher von den Evolutionisten kann sagen, daß die Dinge im Anbeginne

sich nicht so ereignet haben, wie sie beschrieben werden? Daß nicht, wie in den

Purânen, den ägyptischen und chaldäischen Bruchstücken, und sogar in der

Genesis behauptet wird, zwei, und selbst mehr „Schöpfungen“ stattgefunden

haben vor der letzten Ausgestaltung der Kugel; welche, bei der Änderung ihrer

geologischen und atmosphärischen Zustände auch ihr Pflanzenreich, ihr

Tierreich und ihre Menschen geändert sah? Diese Behauptung stimmt nicht nur

mit jeder alten Kosmogonie, sondern auch mit der modernen Wissenschaft, und

sogar bis einem gewissen Grade mit der Entwicklungslehre, wie mit wenigen

Worten gezeigt werden kann.

In den ältesten Weltkosmogonien giebt es keine „dunkle Schöpfung“, keinen

„bösen Drachen“, der von einem Sonnengott überwunden wird. Selbst für die

Akkadier war die große Tiefe - der wässerige Abgrund, oder Raum - der

Geburtsort und Wohnsitz von Ea, der Weisheit, der unerkennbaren unendlichen

Gottheit. Aber bei den Semiten und den späteren Chaldäern wird die

unergründliche Tiefe der Weisheit zur groben Materie, zur sündhaften Substanz,

und Ea verwandelt sich in Tiamat, den Drachen, erschlagen von Merodach, oder

Satan, in den Astralwogen.

In den indischen Purânen sieht man Brahmâ, den Schöpfer, verschiedene

„Schöpfungen“ nach ebenso vielen Mißerfolgen neu beginnen, und zwei große

Schöpfungen werden erwähnt, [7] die Pâdma- und die Vârâhaschöpfung, die

gegenwärtige, in welcher die Erde aus dem Wasser von Brahmâ in der Gestalt

eines Ebers, dem Varâha Avatâra, emporgehoben wurde. Die Schöpfung wird

dargestellt als ein Spiel, als eine Unterhaltung (Lîlâ) des schöpferischen Gottes.

Der Zohar spricht von ursprünglichen Welten, welche ebenso bald zu Grunde

gingen, als sie ins Dasein traten. Und dasselbe heißt es im Midrasch, wo Rabbi

Abahu ausdrücklich erklärt, [8] daß „der Heilige“ der Reihe nach verschiedene

Welten erschaffen und zerstört hat, bevor er mit der gegenwärtigen Erfolg hatte.

Dies bezieht sich nicht nur auf andere Welten im Raume, sondern auch auf ein

Geheimnis unserer eigenen Kugel, das in der Allegorie von den „Königen von

Edom“ enthalten ist. Denn die Worte, „Dieser da gefällt mir“, werden in der

Genesis [9] wiederholt, wenn auch in entstellter Ausdrucksweise, wie üblich. Die

chaldäischen Bruchstücke über Kosmogonie in den Keilinschriften und

anderwärts zeigen zwei getrennte Schöpfungen von Tieren und Menschen, von

denen die erste zerstört wurde, da sie ein Mißerfolg war. Die kosmogonischen

Tafeln zeigen, daß dieser unserer thatsächlichen Schöpfung andere

vorangingen; [10] und wie vom Verfasser von The Qabbalah gezeigt wird, sagt

die Kabbalah dasselbe, im Zohar, in der Siphra Dtzenioutha, im Jovah Rabba

128 a, u. s. w.

4155 :42. II

[1] In Jahren, 300 Millionen Jahre, oder drei occulte Zeitalter. Der Rig Veda

hat dieselbe Einteilung. In dem „Hymnus des Arztes“ (X. 97. 1) heißt es, das

„die Pflanzen ins Dasein traten drei Zeitalter (Triyugam) vor den Göttern“ auf

unserer Erde. (Siehe „Chronologie der Brâhmanen“ am Ende dieser Strophe.)

[2] Formen.

[3] Minerale.

[4] Vegetation.

[5] Sarîsripa, Svapada.

[6] Die Erde.

[7] Diese beiden dürfen nicht mit den sieben Schöpfungen oder en in

einem jeder Kalpa verwechselt werden. Die primäre und sekundäre

Schöpfung sind hier gemeint.

[8] In Bereschith Rabba, Parscha IX.

[9] I. 31.

[10] Siehe Hibbert Lectures, 1887, Sayce, p. 390.

4155  :42. II

(b)     Oannes, oder Dagon, der chaldäische „Mann-Fisch“, teilt seine Kosmogonie

und Genesis in zwei Teile. Zuerst der Abgrund der Wasser und Finsternis, worin

höchst scheußliche Wesen wohnten - Menschen mit Flügeln, vierflüglige und

zweiflüglige Menschen, menschliche Wesen mit zwei Köpfen, mit den Beinen

und den Hörnern eines Bockes - unsere „Ziegenmenschen“ [11] -

Hippocentauren, Stiere ,mit Menschenköpfen, und Hunde mit Fischschwänzen.

Kurz, Verbindungen von verschiedenen Tieren und Menschen, von Fischen,

Kriechtieren und anderen ungeheuerlichen Tieren, die gegenseitig von einander

Gestalt und Antlitz annahmen. Das weibliche Element, in dem sie wohnten, ist

personifiziert durch Thatlatth - die See oder das „Wasser“ - welche schließlich

von Belus, dem männlichen Prinzipe, besiegt wurde. Und Polyhistor sagt:

Belus kam und hieb das Weib auseinander; und aus der einen Hälfte von ihr

bildete er die Erde, und aus der anderen Hälfte den Himmel: und zu gleicher

Zeit zerstörte er die Tiere in ihr. [12]

Wie von Isaac Myer zutreffend bemerkt wird:

Bei den Akkadiern hatte jeder Gegenstand und jede Kraft in der Natur ihren Zi

oder Geist. Die Akkadier gestalteten ihre Gottheiten zu Dreiheiten, gewöhnlich

zu männlichen (oder vielmehr geschlechtslosen?), die Semiten hatten auch

triadische Gottheiten, aber führten das Geschlecht ein [13]

·        oder den Phallicismus. Bei den Âriern und den ältesten Akkadiern sind alle Dinge Emenationen durch, nicht von einem Schöpfer oder Logos. Bei den Semiten ist alles erzeugt.

6.       DIE WASSERMENSCHEN, SCHRECKLICH UND BÖSE, SCHUF SIE

SELBST AUS DEN ÜBERBLEIBSELN VON ANDEREN. [14] AUS DEM

ABFALLE UND SCHLEIM IHRER ERSTEN, ZWEITEN UND DRITTEN [15]

BILDETE SIE DIESELBEN. DIE DHYÂNI KAMEN UND SAHEN. . . DIE DHYÂNI

AUS DEM HELLEN VATER-MUTTER, AUS DEN WEISSEN [16] REGIONEN

KAMEN SIE, AUS DEN WOHNUNGEN DER UNSTERBLICHEN

STERBLICHEN. [17] (a)

(a)      Die in unseren Strophen gegebenen Erklärungen sind viel klarer als das, was

die Schöpfungslegende nach der Cutha-Tafel ergeben würde, selbst wenn sie

vollständig wäre. Was jedoch auf derselben erhalten ist, bestätigt jene. Denn

nach der Tafel vernichtet der „Herr der Engel“ die Menschen im Abgrunde, wo

4157 :43. II

nach ihrer Niedermetzelung „nicht einmal die Leichname und Abfälle übrig

gelassen wurden“. Hierauf schaffen sie, die Großen Götter, Menschen mit den

Körpern von Vögeln der Wüste, menschliche Wesen, „sieben Könige, Brüder aus

derselben Familie“, u. s. w.., was eine Bezugnahme auf die

Fortbewegungsfähigkeiten der ursprünglichen ätherischen Körper der Menschen

ist, welche ebensogut fliegen konnten als gehen, [18] welche aber „vernichtet

wurden“, weil sie nicht „vollkommen“ waren, d.h. sie „waren geschlechtslos, wie

die Könige von Edom“.

Losgelöst von Metaphern und Allegorien, was wird die Wissenschaft zu dieser

Idee von ursprünglicher Erschaffungen der Art sagen? Sie wird dagegen

auftreten, daß „Engel“ und „Geister“ irgend etwas damit zu thin haben; aber wenn

Natur und das physische Gesetz die Schöpfer von alledem sind, was jetzt auf

Erden ist, warum konnte es „keinen solchen Abgrund“ geben, da die Kugel mit

Wasser bedeckt war, in denen eine Unzahl von ungeheuerlichen Wesen

hervorgebracht wurde? Sind die „menschlichen Wesen“ und die Tiere mit

Menschenköpfen und doppelten Antlitzen der Angriffspunkt des Einwandes?

Aber wenn der Mensch bloß ein höheres Tier ist und sich aus der tierischen Art

durch eine unendliche Reihe von Umwandlungen entwickelt hat, warum konnten

nicht, in den ersten Bemühungen der Natur, die „fehlenden Glieder“ menschliche

Köpfe auf Tierkörper aufgesetzt besitzen, oder, zweiköpfig, Köpfe von Tieren

haben oder umgekehrt? Zeigt man uns nicht im Verlaufe der geologischen

Perioden, in den Zeitaltern der Reptilien und der Säugetiere, Eidechsen mit

Vogelflügeln, und Schlangenköpfe mit Tierkörpern. [19] Und wenn wir vom

Standpunkt der Wissenschaft argumentieren, liefert uns nicht unsere moderne

Menschenrasse gelegentlich Exemplare von Monstrositäten: zweiköpfige Kinder,

Tierkörper mit Menschenköpfen, hundsköpfige Kinder, u. s. w.? Und dies

beweist, daß, wenn die Natur noch jetzt solche Launen ausführt, da sie sich seit

Zeitalter in der Ordnung ihres Entwicklungswerkes beruhigt hat, Ungeheuer wie

die von Berosus beschriebenen eine Möglichkeit in ihrem Eröffnungsprogramm

waren; eine Möglichkeit, die sogar einstmals als ein Gesetz existiert haben mag,

bevor sie ihre Arten aussuchte und auf sie regelmäßig einzuwirken begann. Und

dies gestattet nun thatsächlich einen bestimmten Beweis vermöge der bloßen

Thatsache des „Rückschlages“, wie es die Wissenschaft nennt.

[11] Woher die Gleichheit der Ideen? Die Chinesen haben dieselben

Überlieferungen. Nach dem Kommentator Kwoh P´oh ist in dem Werke,

4157 :43. II

genannt Shan-Hai-King, „Wunder zu See und Land“, einem Werke, das von

dem Geschichtsschreiber Chung Ku geschrieben wurde und von dem Kaiser

Yü (2255 v. Ch.) auf neun Urnen gemachten Inschriften, eine Zusammenkunft

mit Menschen erwähnt, welche zwei verschiedene Gesichter auf ihren Köpfen

haben, vorne und hinten, mit Ungetümen mit Ziegenköpfern und

menschlichen Antlitzenm u. s. w. Gould, in seinen Mythical Monsters (p. 27),

wo er die Namen einiger naturgeschichtlicher Schriftsteller giebt, erwähnt den

Shan-Hai-King. „Nach dem Kommentator Kwoh P´oh (276-324 n. Ch.) wurde

dieses Werk dreitausend Jahre vor seiner Zeit zusammengestellt, oder in

einem Abstande um sieben Dynastieen. Yang Sun aus der Ming-Dynastie

(beginnend 1368 n. Ch.) bemerkt, daß es von Kung Chia oder Chung Ku (?)

zusammengestellt sei“ - wie oben gesagt. „Chung Kug . . . zur Zeit der letzten

Kaisers aus der Han-Dynastie (1818 v. Ch.) brachte aus Furcht, daß der

Kaiser die von der alten Zeit handelnden Bücher vernichtet werde, dieselben

auf seiner Flucht nach Yin.“

[12] Cory´s Ancient Fragments, Originalausgabe p. 25.

[13] Qabbalah, p. 246.

[14] Aus den mineralischen, pflanzlichen und tierischen Überbleibseln.

[15] Runde.

[16] Solar-lunaren.

[17] Götter und Planetengeister, insbesondere die Ribhus. „Die drei Ribhus“,

die auch „dreimal sieben“ werden nach der Zahl ihrer Gaben.

[18] Man erinnere sich an die „geflügelten Rassen“ des Plato, und an die

Popol-Vuh-Berichte über die erste menschliche Rasse, welche gehen, fliegen

4157 :43. II

und die Gegenstände, wenn sie auch noch fern waren, sehen konnten.

[19] Siehe Mythical Monstern, von Charles Gould.

4157  :43. II

Das ist es, was die Lehre lehrt und durch zahlreiche Beweise darthut. Aber wir

werden weder auf die Zustimmung der dogmatischen Theologie, noch auf die der

materialistischen Wissenschaft warten, sondern mit den Strophen fortfahren.

Mögen diese für sich selbst sprechen, mit Hilfe des auf sie durch die

e und ihre Erklärungen geworfenen Lichtes; der wissenschaftliche

Aspekt dieser Fragen wird späterhin betrachtet werden.

So wurde gezeigt, daß die physische Natur, als sie sich bei der Schöpfung von

Tier und Mensch allein überlassen war, gefehlt hat. Sie kann die ersten zwei

Reiche hervorbringen, sowie auch das der niederen Tiere, aber wenn die Reihe

an den Menschen kommt, so sind geistige, unabhängige und intelligente Kräfte

zu seiner Erschaffung erforderlich, abgesehen von den „Hautröcken“ und dem

„Atem des tierischen Lebens“. Die menschlichen Monaden vorhergehender

Runden brauchen etwas Höheres als rein physische Materialien, um damit ihre

Persönlichkeiten aufzubauen, bei Strafe eines Zurückbleibens noch unter irgend

einem „Frankensteinschen“ Tier. [20]

7.       SIE FANDEN KEINEN GEFALLEN. „UNSER FLEISCH IST NICHT DA. [21]

KEINE GEEIGNETEN RÛPAS FÜR UNSERE BRÜDER VON DER FÜNFTEN.

KEINE WOHNUNGEN FÜR DIE LEBEN. [22] REINE WASSER, NICHT TRÜBE,

MÜSSEN SIE TRINKEN. (a) LASST UNS SIE [23] AUFTROCKNEN.“

(a)     Es sagt der Katechismus zu den en:

Jene, welche den physischen Menschen mit den neuen Manvantaras bilden,

steigen aus den materiellen Welten herab. Sie sind untergeordnete Lha (Geister),

im Besitze eines doppelten Körpers (einer astralen innerhalb einer etherischen

Form). Sie sind Bildner und Schöpfer unseres Körpers der Täuschung . . . . .

In die von den Lha (Pitris) projizierten Formen steigen die Zwei Buchstaben [24]

(die Monade, auch genannt der „doppelte Drache“) herab aus den Sphären der

Erwartung. [25] Aber sie sind wie ein Dach ohne Mauern oder Pfeiler, worauf es

ruhen könnte . . . .

Der Mensch braucht vier Flammen und drei Feuer, um einer zu werden auf der

Erde, und er braucht die Essenz der neunundvierzig Feuer [26] , um vollkommen

zu sein. Es sind jene, die die höheren Sphären verlassen haben, die Götter des

Willens [27] , welche den Manu der Täuschung vollständig machen. Denn der

„doppelte Drache“ hat keinen Halt an der bloßen Form. Er ist wie der Windhauch

ohne Baum oder Zweig, um ihn zu empfangen und zu beherbergen. Er kann die

Form nicht beeinflussen, wo kein Agens der Übertragung (Manas, das „Gemüt“)

vorhanden ist, und die Form ihn nicht kennt.

4159 :43. II

In den höchsten Welten sind die drei eins [28] auf Erden wird zuerst die eins

zwei. Sie sind wie die zwei (Seiten-) Linien eines Dreiecks, das seine Grundlinie

verloren hat - welche das dritte Feuer ist. [29]

Nun erfordert dies einige Erklärung, bevor wir irgendwie weiter gehen. Um dies

insbesondere zum Besten unserer ârischen Hindûbrüder zu thun - deren

esoterische Auslegung von unsern eigenen verschieden sein mögen - müssen

wir ihnen das Vorhergehende durch gewissen Stellen in ihren eigenen

exoterischen Büchern, nämlich den Purânen, erklären. In den Allegorien der

letzteren wird Brahmâ, welcher kollektiv die schöpferische Kraft des Weltalls ist,

wie folgt beschrieben:

Beim Anbeginne der Yugas (Cyklen) . . . . . im Besitze des Verlangens und der

Macht zu schaffen, und getrieben von den Kräften dessen, was geschaffen

werden soll, läßt er immer und immer wieder beim Beginne eines Kalpa eine

ähnliche Schöpfung emporsprießen. [30]

Es ist nunmehr beabsichtigt, den exoterischen Bericht im Vishnu Purâna zu

untersuchen, und zu sehen, wie sehr oder wie wenig er mit unserer occulten

Darstellung übereinstimmt.

[20] Im ersten Bande der kürzlich veröffentlichten Introduction à l’Étude des

Races Humaines, von Herrn de Quatrefages, findet sich ein Beweis dafür,

daß seit der posttertiären Periode und selbst noch seit früher - nachdem

während dieses Zeitalters bereits viele Rassen über die Erdoberfläche

zerstreut waren - der Mensch sich in seinem körperlichen Aufbau nicht um ein

Jota geändert hat. Und wenn der Mensch durch Zeitalter von einer Faune

umgeben war, welche sich von einer Periode oder Cyklus zum andern

änderte, welche ausstab, welche in anderen Formen wiedergeboren wurde -

so daß jetzt nicht ein einziges Tier, groß oder klein, auf Erden existiert, das

mit dem Menschen jener Phase gleichalt ist - wenn also jedes Tier umgeformt

wurde mit Ausnahme des Menschen selbst, so beweist diese Thatsache nicht

nur sein hohes Alter, sondern auch, daß er ein besonderes Reich darstellt.

4159 :43. II

Warum sollte er allein der Umformung entronnen sein? Weil, sagt de

Quatrefages, die von ihm in seinem Kampfe mit der Natur und den immer

wechselnden geologischen Bedingungen und Elementen gebrauchte Waffe

„seine psychische Kraft war, nicht seine physische Kraft oder sein Körper“,

wie es bei den Tieren der Fall ist. Man gebe dem Menschen bloß jene Menge

von Verstand und Vernunft, mit der andere Säugetiere begabt sind, und mit

seiner gegenwärtigen körperlichen Organisation wird er sich als das

hilfloseste aller Geschöpfe der Erde erweisen. Und da alles auf den Beweis

hinausläuft, daß der menschliche Organismus mit allen seinen Eigenschaften,

Eigenheiten und Idiosynkrasien auf unserer Kugel bereits in jenen weit

entfernten geologischen Perioden bestand, als noch nicht eine einzige Art der

jetzt existierenden Säugetierformen vorhanden war, was ist die

unvermeidliche Schlußfolgerung? Doch folgende: Nachdem alle menschlichen

Rassen von einer und derselben Art sind, so folgt daraus, daß diese Art die

älteste aller jetzt lebenden Säugetiere ist. Daher ist sie die beständigste und

ausdauerndste von allen, und war bereits ebenso voll entwickelt wie jetzt, als

alle anderen jetzt bekannten Säugetiere noch nicht einmal ihre ersten

Annäherungen zur Erscheinung auf dieser Erde machten. So lautet die

Ansicht des großen französischen Naturforschers, der damit dem

Darwinismus einen schrecklichen Schlag versetzt.

[21] Sagten sie.

[22] Die Monaden der „Darstellungen“ von Menschen aus der dritten Runde,

die ungeheuern affenartigen Formen.

[23] Die Wasser.

[24] In dem esoterischen System werden die sieben „Prinzipien“ im Menschen

durch sieben Buchstaben dargestellt. Die ersten zwei sind noch heiliger als

die vier Buchstaben des Tetragrammaton.

4159 :43. II

[25] Die Zwischensphären, worin es heißt, die Monaden, welche nicht Nirvâna

erreicht haben, in unbewußter Unthätigkeit zwischen den Manvantaras

schlummern.

[26] Anderwärts erklärt. Die drei Feuer, Pâvaka, Pavamâna, und Shuchi,

welche fünfundvierzig Söhne hatten, die mit ihren drei Vätern und deren Vater

Agni die neunundvierzig Feuer ausmachen. Pavamâna, das durch Reibung

hervorgebrachte Feuer, ist der Vater der „Feuer der Asuras“; Shushi, das

Sonnenfeuer, ist der Vater der „Feuer der Götter“; und Pâvaka, das

elektrische Feuer, ist der Vater der „Feuer der Pitris“. (Siehe Vâyu Purâna.)

Aber das ist eine Erklärung auf der materiellen und irdischen Ebene. Die

Flammen sind verlöschend und nur periodisch; die Feuer - ewig in ihrer

dreifachen Einheit. Sie entsprechen den vier niedrigeren und den drei

höheren menschlichen „Prinzipien“.

[27] Die Suras, welche später die A-Suras werden.

[28] Âtmâ, Buddhi und Manas. In Devachan ist das höhere Element das

Manas erforderlich, um es zu einem Zustande der Wahrnehmung und des

Bewußtseins für die entkörperte Monade zu machen.

[29] Katechismus, Buch III, Abt. 9.

[30] Siehe Vishnu Purâna, Buch I, Kap. V., Schlußshloka. Fitzedward Hall´s

Wiedergabe des Textes, in Wilson´s Übersetzung, I. 88. Auch Mânava-Dharma

Shâstra, I. 30.

4159  :43. II

SCHÖPFUNG GÖTTLICHER WESEN NACH DEN EXOTERISCHEN

BERICHTEN.

Im Vishnu Purâna, welches sicherlich die älteste von allen den Schriften dieses

Namens ist, finden wir, wie in allen andern, Brahmâ, als den männlichen Gott, für

die Zwecke der Schöpfung „vier Körper, bekleidet mit drei Eigenschaften“

annehmen. [31] Es heißt:

Auf diese Art, Maitreya, sind Jyotsnâ (Morgendämmerung), Râtri (Nacht),

Ahan (Tag), und Sandhyâ (Abend [Zwielicht]) die vier Körper des Brahmâ. [32]

Wie Parâshara erklärt: wenn Brahmâ die Welt aufs neue zu erschaffen und

Nachkommenschaft zu bilden wünscht durch seinen Willen, in vierfältigem

Zustand, oder die vier Ordnungen der Wesen, genannt Götter (Dhyân Chohans),

Dämonen [33] (d. i. mehr materielle Devas), Vorfahren (Pitris) und Menschen, so

„sammelt er yogaartig (yûyuge) sein Gemüt in sich selbst.“

Seltsam zu sagen, beginnt er mit der Erschaffung der Dämonen, welche so den

Vorrang von den Engeln oder Göttern einnehmen. Dies ist keine

Vernunftwidrigkeit, noch ist es einer Inkonsequenz zuzuschreiben, sondern es

hat wie alles übrige eine tiefe esoterische Bedeutung, die einem, der von

christlich theologischem Vorurteil frei ist, ganz klar ist. Wer sich vor Augen hält,

daß das Prinzip Mahat, oder Intellekt, das „Universalgemüt“ (wörtlich das

„Große“), welches die Esoterische Philosophie als die „geoffenbarte

Allwissenheit“ erklärt - die „erste Hervorbringung von Pradhâna, der

ursprünglichen Materie, wie das Vishnu Purâna sagt, aber der erste kosmische

Aspekt von Parabrahman oder das esoterische Sat, die Universalseele [34] , wie

der Occultismus lehrt, an der Wurzel des SELBST-Bewußtseins steht, wird den

Grund verstehen, warum. Die sogenannten Dämonen - welche esoterisch das

sich selbst behauptende und intellektuell thätige Prinzip sind - sind sozusagen

der positive Pol der Schöpfung; daher das zuerst hervorgebrachte. Dies ist in

kurzem der Vorgang, wie er allegorisch in den Purânen erzählt wird.

Nachdem Brahmâ sein Gemüt in sich konzentriert hatte und die Eigenschaft

der Dunkelheit seinen angenommenen Körper durchdrang, wurden zuerst die

Asuras hervorgebracht, welche aus seiner Lende hervorging; worauf er seinen

Körper vorließ, und dieser in Nacht verwandelt wurde.

Zwei wichtige Punkte sind hierin inbegriffen: (a) Ursprünglich, im Rig Veda,

werden die Asuras als geistige göttliche Wesen gezeigt: ihre Etymologie ist

II

abgeleitet von Asu, Atem, der „Hauch Gottes“, und sie bedeuten dasselbe wie

der höchste Geist oder der zoroastrische Ahura. Späterhin, für Zwecke der

Theologie und des Dogma, läßt man sie aus Brahmâs Lende hervorgehen, und

ihr Name begann abgeleitet zu werden von a privativum, und Sura, einem Gott,

also „nicht-ein Gott“, und sie wurden zu den Feinden der Götter. (b) Jede alte

Theologie ohne Ausnahme - von der ârischen und ägyptischen bis herab zu der

des Hesiod - stellt in der Reihenfolge der kosmogonischen Entwicklung die Nacht

vor den Tag; sogar die Genesis, in der „Finsternis ist auf der Tiefe“ vor dem

„ersten Tage“. Der Grund dafür ist der, daß eine jede Kosmogonie - mit

Ausnahme der Geheimlehre - mit der sogenannten „zweiten Schöpfung“ beginnt;

nämlich mit dem geoffenbarten Weltall, dessen Schöpfungsgeschichte mit einer

ausgesprochenen Differentiation zwischen dem ewigen Lichte der „ersten

Schöpfung“, deren Geheimnis für immer „Finsternis“ bleiben muß für de

spähende endliche Vorstellung und den Intellekt des Profanen, und der

sekundären Entwicklung der geoffenbarten sichtbaren Natur beginnen muß. Der

Veda enthält die ganze Philosophie dieser Einteilung, ohne jemals von unseren

Orientalisten richtig erklärt worden zu sein, da es von ihnen niemals verstanden

worden ist.

Fortfahrend im Erschaffen, nimmt Brahmâ eine andere Form an, die des Tages,

und erschafft aus seinem Atem die Götter, welche mit der Eigenschaft der Güte

(Passvität) begabt sind. [35] In seinem nächsten Körper herrschte die

Eigenschaft der großen Passivität vor, welche auch (negative) Güte ist, und aus

der Seite dieser Persönlichkeit gingen die Pitris hervor, die Vorfahren der

Menschen, weil, wie der Text erklärt, Brahmâ „sich selbst (während des

Vorganges) als den Vater der Welt dachte. [36] Dies ist Kriyâ-shakti - die an

anderem Orte erklärte geheimnisvolle Yogakraft. Dieser Körper des Brahmâ

wurde, als er abgelegt war, zur Sandhyâ, dem abendländischen Zwielicht, dem

Intervall zwischen Tag und Nacht.

Schließlich nahm Brahmâ seine letzte Form an, die von der Eigenschaft der

Unreinheit durchdrungen war.

Und daraus wurden die Menschen, in welchen die Unreinheit (oder

Leidenschaft) vorherrscht, hervorgebracht.

Dieser Körper wurde abgeworfen zur Dämmerung, oder dem morgenstündlichen

Zwielicht - dem Zwielicht der Menschheit. Hier steht Brahmâ esoterisch für die

Pitris. Er ist kollektiv der Pitâ, der „Vater“.

Die wahre esoterische Bedeutung dieser Allegorie muß jetzt erklärt werden.

Brahmâ symbolisiert hier persönlich die kollektiven Schöpfer der Welt und der

Menschen - das Weltall mit seinen zahllosen Hervorbringungen von beweglichen

und (scheinbar) unbeweglichen Dingen. [37] Er ist kollektiv die Prijâpatis, die

Herren des Seins; und die vier Körper versinnbildlichen die vier Klassen von

schöpferischen Mächten oder Dhyan Chohans, die im e zu Shloka I,

Strophe , des Band I beschrieben sind. Die ganze Philosophie von der

sogenannten „Schöpfung des Guten und Bösen“ in dieser Welt resultiert daraus,

und beruht auf dem korrekten Verständnisses dieser Vier Körper des Brahmâ.

[31] Dies hat in der Esoterik einen unmittelbaren Bezug auf die sieben

„Prinzipien“ des geoffenbarten Brahmâ oder Weltalles, in derselben Ordnung,

wie im Menschen. Exoterisch sind es nur vier „Prinzipien“.

[32] Wilson´s Übersetzung, I. 81.

[33] Dämonen ist eine sehr unbestimmt gebrauchtes Wort, da es auf eine

große Zahl von niederen - d. i. materiellen - Geistern und kleineren Göttern

Anwendung findet, die so bekannt werden, weil sie mit den höheren „Krieg

führen“; aber sie sind keine Teufe.

[34] Dieselbe Ordnung der Prinzipien im Menschen: Âtmâ (Geist). Buddhi

(Seele), sein Vehikel, wie die Materie das Vâhan des Geistes, und Manas

(Gemüt), das dritte, oder das fünfte mikrokosmisch. Auf der Ebene der

Persönlichkeit ist Manas das erste.

[35] Somit, sagt der , ist der Ausspruch: „bei Tage sind die Götter

am mächtigsten, und bei Nacht die Dämonen“, rein allegorisch.

[36] Dieses „sich selbst denken“ als dies, das oder etwas anderes, ist der

Hauptfaktor in der Hervorbringung einer jeden psychischen oder selbst

physischer Phänomene. Die Worte „wer immer zu diesem Berge sagen wird:

hebe dich weg und falle in die See, und er wird nicht zweifeln . . . . so wird

II

dies geschehen,“ sind keine leeren Worte. Nur das Wort „Glauben“ sollte mit

„Willen“ übersetzt werden. Glaube ohne Willen ist wie eine Windmühle ohne

Wind der Erfolge ermangelnd.

[37] Dieselbe Idee findet sich in den ersten vier Kapiteln der Genesis, mit

ihrem „Herrn“ und „Gott“, welche die Elohim und der androgyne Eloha sind.

 II

Der Leser wird jetzt vorbereitet sein, die wirkliche, die esoterische Bedeutung des

Folgenden zu verstehen. Obendrein muß ein wichtiger Punkt aufgeklärt werden.

Indem die Christliche Theologie willkürlich festgestellt und beschlossen hatte,

daß Satan mit seinen gefallenen Engeln der frühesten Schöpfung angehörte,

indem Satan der erstgeschaffene, der weiseste und schönste von Gottes

Erzengeln war, ward das Wort ausgegeben, der Grundton angeschlagen. Hinfort

ließ man alle heidnischen Schriften denselben Sinn ergeben, und alle wurden als

dämonisch aufgewiesen, und es wurde und wird behauptet, daß Wahrheit und

Thatsächlichkeit dem Christentum angehören und erst mit ihm beginnen. Selbst

die Orientalisten und Mythologen, von denen einige überhaupt keine Christen

sind, sondern „Ungläubige“, oder Männer der Wissenschaft, traten, sich selbst

unbewußt und vermöge der bloßen Kraft der Ideenassociation und Gewohnheit,

in die theologisiche Schablone ein.

Rein brâhmanische Erwägungen, die auf Machtgier und Ehrgeiz beruhten, ließen

die Massen in Unwissenheit über große Wahrheiten verbleiben; und dieselben

Gründe führen die Initiierten unter den Christen dahin, stillschweigend zu bleiben,

während jene, welche die Wahrheit niemals gekannt hatten, die Ordnung der

Dinge entstellten, indem sie die Hierarchie der „Engel“ nach ihrer exoterischen

Form beurteilten. Somit wurde, ebenso wie die Asuras in den populären Glauben

zu den aufrührerischen niedern Göttern wurden, die die höheren bekämpften,

auch der höchste Erzengel, in Wahrheit der Agathodämon, der älteste

wohlwollende Logos, in der Theologie zum „Widersacher“ oder Satan. Aber wird

dies durch die richtige Auslegung irgend einer alten Schrift bestätigt? Die Antwort

lautet: gang gewiß nicht. So wie die altpersischen Schriften des Zend Aveste, der

Vendîdâd und andere die spätere schlaue Verschiebung der Götter im indischen

Pantheon richtigstellen und aufdecken, und durch Ahura die Asuras in ihre

rechtmäßige stelle in der Theogonie wieder einsetzen, so behaupten die neuen

Entdeckungen der chaldäischen Täfelchen den guten Namen der ersten

göttlichen Emanationen. Dies ist leicht bewiesen. Die christliche Engellehre ist

unmittelbar und ausschließlich hergeleitet von jener der Pharisäer, welche ihre

Lehrsätze aus Babylon brachten. Die Sadducäer, die wirklichen Hüter der

Gesetze des Moses, wußten nichts von irgendwelchen Engeln, indem sie sogar

die Unsterblichkeit der menschlichen Seele (nicht des persönlichen Geistes)

bestritten. In der Bibel sind die einzigen Engel, von denen gesprochen wird, die

in Genesis  erwähnten „Söhne Gottes“ - welche jetzt als die Nephilim, die

gefallenen Engel betrachtet werden - und verschiedene Engel in menschlicher

Form, die „Boten“ des jüdischen Gottes, dessen eigener Rang eine schärfere

Untersuchung, als bisher gegeben wurde, erheischt. Wie oben gezeigt, nannten

4163II

die alten Akkadier Ea Weisheit, welche von den späten Chaldäern und Semiten

entstellt wurde zur Tiamat, Tisalat, und der Thatlatth des Berosus, dem

weiblichen Meerdrachen, jetzt Satan. Fürwahr - „Wie bist du gefallen (durch die

Hand des Menschen), o heller Stern und Sohn des Morgens“!

Was sagen uns nun die babylonischen „Schöpfungs“-Berichte, wie sie sich auf

den assyrischen Ziegelbruchstücken finden; eben jene Berichte, auf welche die

Pharisäer ihre Engellehre begründeten? Man vergleiche Herrn George Smith´s

Assyrische Entdeckungen [38] und seinen Chaldäischen Schöpfungsbericht. [39]

Die Tafeln mit der Geschichte der sieben verruchten Götter oder Geister enthält

den folgenden Bericht; wir drucken die wichtigen Stellen cursiv:

1. In den ersten Tagen die bösen Götter,

2. die Engel, die in Aufruhr waren, welche in dem niederen Teile des Himmels

3. geschaffen worden waren,

4. sie verursachten ihr böses Werk

5. nachsinnend mit verruchten Häuptern . . . . u. s. w.

Somit wird uns so klar als möglich gezeigt, auf einem Stücke, welches

unzerbrochen blieb, so daß keine zweifelhafte Leseart sein kann, daß die

„aufrührerischen Engel in dem niedrigeren Teile des Himmels“ geschaffen

worden waren, d. i. daß sie einer materiellen Entwicklungsebene angehörten und

angehören, obwohl dieselbe, da sie nicht die Ebene ist, mit der wir durch unsere

Sinne bekannt gemacht werden, im allgemeinen für uns unsichtbar bleibt, und

daher als subjektiv betrachtet wird. Hatten die Gnostiker darnach so unrecht,

wenn sie behaupten, daß diese unsere sichtbare Welt, und insonderheit die Erde

von niedrigeren Engeln, den unteren Elohim erschaffen wurde, deren einer, wie

sie lehrten, der Gott von Israel war? Diese Gnostiker waren den Aufzeichnungen

der archaischen Geheimlehre der Zeit nach näher, und mal sollte ihnen daher

eine bessere Kenntnis des Inhaltes zugestehen als den nichtinitiierten Christen,

welche Jahrhunderte später es auf sich nahmen, das, was gesagt war,

umzugestalten und zu korrigieren. Aber sehen wir, was dieselbe Tafel weiter sagt:

7. Es waren ihrer sieben (die verruchten Götter).

Dann folgt die Beschreibung derselben. Der vierte ist eine „Schlange“, das

phallische Sinnbild der vierten Rasse in der menschlichen Entwicklung.

4163II

15. Sie, ihrer sieben, Sendboten des Gottes Anu, ihres Königs.

Nun gehört Anu der chaldäischen Trinität an, und ist in einem Aspekte

wesensgleich mit Sin, dem „Monde“. Und der Mond in der hebräischen Kabbalah

ist die Argha des Samens alles materiellen Lebens und ist kabbalistisch noch

enger verbunden mit Jehovah, welcher doppelgeschlechtlich ist, ebenso wie Anu.

Sie sind beide in der Esoterik dargestellt und betrachtet von einem doppelten

Aspekte aus: männlich oder geistig, weiblich oder materiell, oder Geist und

Materie, die zwei antagonistischen Prinzipien. Daher wird in den Zeilen 28 bis 41

gezeigt, wie die „Sendboten des Anu“, welcher Sin, der „Mond“ ist, schließlich

von eben demselben Sin mit Hilfe von Bel, der Sonne, und Ishtar, der Venus,

überwältigt werden. Dies wird von den Assyriologen als ein Widerspruch

betrachtet, aber es ist einfach Metaphysik in der esoterischen Lehre.

[38] P. 398 (engl.).

[39] P. 107 (engl.).

 

Es giebt mehr als eine Auslegung, denn es giebt sieben Schlüssel zu dem

Geheimnisse des „Falls“. Obendrein giebt es zwei „Fälle“ in der Theologie: die

Empörung der Erzengel und ihren „Fall“, und den „Fall“ von Adam und Eva. So

werden sowohl die niedrigen, als auch die höheren Hierarchien eines

mutmaßlichen Verbrechens beschuldigt. Das Wort „mutmaßlich“ ist der wahre

und richtige Ausdruck, denn in beiden Fällen beruht es auf einem

Mißverständnis. Beide werden im Occultismus als karmische Wirkungen

betrachtet , und beide gehören dem Gesetze der Entwicklung an - der

intellektuellen und spirituellen auf der einen Seite, der physischen und

psychischen auf der andern. Der „Fall“ ist eine universelle Allegorie. Sie stellt an

das eine Ende der Leiter der Entwicklung den „Aufruhr“, d. i. die Thätigkeit des

differentiierenden Denkens oder Bewußtseins auf seinen verschiedenen Ebenen,

welches Vereinigung mit dem Stoffe sucht; und an das andere, das niedere

Ende, den Aufruhr des Stoffes gegen den Geist, oder der Thätigkeit entgegen

der geistigen Trägheit. Und hier liegt der Keim eines Irrtums, welcher so

verderbliche Wirkungen auf die Intelligenz civilisierter Gesellschaften durch mehr

als 1800 Jahre gehabt hat. In der ursprünglichen Allegorie wurde der Stoff - also

die mehr materiellen Engel - als der Besieger des Geistes betrachtet, oder der

Erzengel, welcher auf dieser Ebene „fielen“.

Sie vom flammenden Schwert (oder den tierischen Leidenschaften) hatten die

Geister der Finsternis in die Flucht gejagt.

Aber die letzteren hatten für die Oberherrschaft der bewußten und göttlichen

Geistigkeiten auf Erden gekämpft und fehlten, unterliegend der Macht des

Stoffes. Aber im theologischen Dogma sehen wir das Umgekehrte. Michael,

2welcher ist wie Gott“, der Stellvertreter des Jehovah, welcher der Leiter der

himmlischen Scharen ist - wie Lucifer in Miltons Phantasie der der höllischen

Scharen - behält die Oberhand über Satan. Es ist wahr, daß die Natur Michaels

abhängt von der seines Schöpfers und Meisters. Wer der letztere ist, kann man

durch sorgfältiges Studium der Allegorie des „Krieges im Himmel“ nach dem

astronomischen Schlüssel herausfinden. Wie von Bentley gezeigt wurde, sind

der „Kampf der Titanen gegen die Götter“ im Hesiod. und auch der Krieg der

Asuras, oder der Târakâmaya, gegen die Devas, in der purânischen Legende, in

allem übereinstimmend bis auf die Namen. Die Aspekte der Sterne zeigen -

Bentley nimmt das Jahr 945 v. Chr. als das nächste Datum für eine solche

Konjunktion - daß:

4165II

Alle Planeten, mit Ausnahme des Saturn, waren auf derselben Seite des

Himmels wie Sonne und Mond.

Und daher waren sie seine Gegner. Und doch ist es Saturn oder der jüdische

„Mondgott“, welcher als der Überwiegende gezeigt wird, von Hesiod wie von

Moses, von welchen beiden keiner verstanden wurde. Auf diese Weise wurde die

wirkliche Bedeutung verzerrt.

4165I

STROPHE II. - Fortsetzung.

8. DIE FLAMMEN KAMEN. DIE FEUER MIT DEN FUNKEN; DIE NACHTFEUER

UND DIE TAGFEUER. (a) SIE TROCKNETEN AUF DIE TRÜBEN DUNKLEN

GEWÄSSER. MIT IHRER HITZE ZERSTÖRTEN SIE DIESELBEN. DIE LHAS [1]

VON OBEN UND DIE LHAMAYIN [2] VON UNTEN KAMEN. (b) SIE

ERSCHLUGEN DIE FORMEN, WELCHE ZWEI- UND VIERGESICHTIG

WAREN. SIE BEKÄMPFTEN DIE BOCKMENSCHEN, UND DIE

HUNDSKÖPFIGEN MENSCHEN, UND DIE MENSCHEN MIT FISCHKÖPFEN.

(a)  Die „Flammen“ sind eine Hierarchie von Geistern parallel, wenn nicht gar

identisch mit den „brennenden“ feurigen Saraph (Seraphim) erwähnt von Jesaja

[3] , mit jenen, welche nach der hebräischen Theogonie den „Thron des

Allmächtigen“ umstehen. Melha ist der Herr der „Flammen“. Wenn er auf Erden

erscheint, nimmt er die Persönlichkeit eines Buddha an, sagt eine populäre

Legende. Er ist einer der ältesten und verehrtesten Lhas, ein buddhistischer St.

Michael.

(b) Das Wort „unten“ darf nicht in der Bedeutung von höllischen Regionen

genommen werden, sondern einfach in der eines geistigen, oder vielmehr

ätherischen Wesens von einem niedrigeren Grade, weil näher zur Erde oder eine

Stufe höher als unsere irdische Sphäre; während die Lhas Geister der höchsten

Sphären sind - daher der Name der Hauptstadt von Tibet, Lha-ssa.

Außer dem einer Behauptung rein physischer Natur, und welche der Entwicklung

des Lebens auf Erden angehört, kann auch noch ein anderer allegorischer Sinn

diesem Shloka beigelegt werden, oder in der That, wie gelehrt wird,

verschiedene. Die „Flammen“ oder „Feuer“ repräsentieren den Geist oder das

männliche Element, und „Wasser“ die Materie oder das entgegengesetzte

Element. Und hier finden wir wieder, in der Thätigkeit des Geistes. welcher die

rein materielle Form zerschlägt, eine Bezugnahme auf den ewigen Kampf, auf

der physischen und psychischen Ebene, zwischen Geist und Materie, überdies

eine wissenschaftliche kosmische Thatsache. Denn, wie im nächsten Verse

gesagt wird:

9. MUTTER-WASSER, DIE GROSSE SEE, WEINTE. SIE ERHOB SICH, SIE

VERSCHWAND IN DEM MONDE, WELCHER SIE ERHOBEN HATTE,

WELCHER SIE GEBOREN HATTE.

Was kann dies nun bedeuten? Ist es nicht eine offenbare Bezugnahme auf den

Gezeitenvorgang in dem frühen Zustande der Geschichte unseres Planeten in

4167I

seiner vierten Runde? Die moderne Forschung war in letzter Zeit eifrig in ihren

Spekulationen über die paläozoischen Springfluten. Herrn G. H. Darwins Theorie

ging dahin, daß vor nicht weniger als 52 000 000 Jahren - und wahrscheinlich

viel früher - der Mond aus der bildsamen Masse der Erde entsprang. Ausgehend

von dem Punkte, auf dem die Untersuchung von Helmholtz, Ferrel, Sir William

Thomson und anderen hinterlassen wurde, verfolgte er den Verlauf durch die

Gezeiten bewirkten Verzögerungen der Rotationsbewegungen der Erde weit

zurück bis ganz in die Nacht der Zeit, und versetzte den Mond während der

Kindheit unseres Planeten bloß in „einen Bruchteil seiner jetzigen Entfernung“.

Kurz gesagt, seine Theorie war, daß der Mond es war, welcher sich von der Erde

losgetrennt hat. Da die Fluterhebung mit dem Schwunge der kugelförmigen

Masse zusammenfiel - die Fliehkraft war damals nahezu gleich der Schwerkraft -

wurde die letzter überwunden, und die flutartig erhobene Masse konnte sich so

von der Erde trennen. [4]

Die occulte Lehre ist dem entgegengesetzt. Der Mond ist viel älter als die Erde;

und, wie in Band I erklärt ist, verdankt die letztere ihr Dasein dem ersteren, wie

immer auch Astronomie und Geologie die Sache erklären mögen. Daher die

Gezeiten, und die Anziehung zum Monde hin, wie ersichtlich aus dem

beständigen Bestreben des flüssigen Teiles der Kugel, sich selbst zu seinem

Vater zu erheben. Dies ist eine Bedeutung des Satzes, daß Mutter-Wasser „sich

erhob, und in dem Monde verschwand, welcher sie erhoben hatte, welcher sie

geboren hatte.“

10.     ALS SIE [5] ZERSTÖRT WAREN, VERBLIEB MUTTER ERDE BLOSS. [6]

SIE VERLANGTE GETROCKNET ZU WERDEN. [7]

Die Zeit der Verkrustung der Erde war gekommen. Die Wasser hatten sich

getrennt und der Vorgang war eingeleitet. Es war der Beginn eines neuen

Lebens. Dies ist, was ein Schlüssel uns offenbart. Ein anderer Schlüssel lehrt

uns den Ursprung des Wassers, seine Vermischung mit dem Feuer - „flüssiges

Feuer“ nennt er es - und läßt sich in eine alchimistische Beschreibung der

Nachkommen der beiden ein - der festen Stoffe, wie z. B der Mineralien und

Erden. Aus den „Wassern des Raumes“. der Nachkommenschaft des

männlichen Geist-Feuers und des weiblichen (gasförmigen) Wassers wurde der

ausgebreitete Ozean auf Erden. Varuna ist herabgezogen aus dem unendlichen

Raume, um als Neptun über die endlichen Meere zu herrschen. Wie immer findet

man, daß die Volksphantasie auf einer streng wissenschaftlichen Grundlage ruht.

4167I

[1] Geister.

[2] Auch Geister.

[3] . 2-6.

[4] Aber siehe die später in den Werken verschiedener Geologen gegen diese

These angeführten Schwierigkeiten. Vergleiche Sir R. S. Ball´s Aufsätze in

der Nature, XXI, 79-82, 103-107, Nov. 24 und Dec. 1, 1881.

[5] Die Rûpas.

[6] Die Göttin, welche diese ursprünglichen Ungeheuer gebar, war in dem

Berichte des Berosus Thalatth, im Griechischen Thalassa, die See.

[7] Siehe zum Vergleiche den Schöpfungsbericht des Berosus, wie er im

Alexander Polyhistor erhalten ist, und die scheußlichen Wesen, geboren aus

dem zweifältigen Prinzipe - Erde und Wasser - in dem Abgrunde der

ursprünglichen Schöpfung; Narâs (Centauren, Menschen mit Pferdebeinen

und menschlichem Körpern), und Kinnaras (Menschen mit Pferdeköpfen),

geschaffen von Brahmâ am Beginne des Kalpa.

4167 I

Wasser ist überall das Symbol des weiblichen Elementes; Mater, wovon der

Buchstabe M kommt, ist bildmäßig hergeleitet von [Symbolabbildung, siehe

Buch], einer Wasserhieroglyphe. Es ist die universale Matrix oder die „große

Tiefe“. Venus, die große Mutter-Jungfrau, geht hervor aus der Meereswelle, und

Kupido oder Erôs ist ihr Sohn. Aber Venus ist die spätere mythologische Variante

von Gäa, Gaia, der Erde, welche in ihrem höheren Aspekt Prakriti ist, die Natur,

und metaphysisch Aditi, und sogar Mûlaprakriti, die Wurzel von Prakriti, oder ihr

Ding an sich.

Somit ist Kupido oder Liebe in seinem ursprünglichen Sinne Erôs, der göttliche

Wille, oder das Verlangen sich selbst durch die sichtbare Schöpfer zu

offenbaren. Daher wird Fohat, das Vorbild des Erôs, auf Erden zu der großen

Kraft. „Lebenselektrizität“ oder zum Geiste des „Lebengebens“. Erinnern wir uns

der griechischen Theogonie und gehen wir in den Geist ihrer Philosophie ein. Es

wird uns von den Griechen gelehrt, daß alle Dinge einschließlich der Götter ihr

Dasein dem Ozean und seinem Weibe Tethys verdanken, welche letztere Gaea

ist, die Erde oder Natur. Aber was ist der Ozean? Ozean ist der unermessliche

Raum - der Geist im Chaos - welcher die Gottheit ist; und Tethys ist nicht die

Erde, sondern die ursprüngliche Materie im Vorgange der Formung. In unserem

Falle ist es nicht mehr Aditi-Gaea, welche den Ouranos oder Varuna

hervorbrachte, den Hauptâditya unter den sieben Planetengöttern, sondern

Prakriti, materialisiert und lokalisiert. Der Mond, männlich seinem theogonischen

Charakter nach, ist nur in seinem kosmischen Aspekt das weibliche

Zeugungsprinzip, sowie die Sonne das männliche Emblem davon ist. Wasser ist

die Hervorbringung des Mondes, einer androgynen Gottheit bei jeder Nation.

Die Entwicklung geht im Kosmos sowohl, wie bei der Bildung der kleinsten Kugel

nach den Gesetzen der Analogie vor sich. So findet das obige, welches sich auf

die Verfahrungsweise zur Zeit der Erscheinung des Weltalles bezieht, auch seine

Anwendung in dem Falle der Bildung unserer Erde.

Die Strophe, welche jetzt kommentiert wird, beginnt mit der Erwähnung von

dreißig Karors, 3000 000 000 Jahren. Wir mögen gefragt werden: Was konnten

die Alten von der Dauer geologischer Perioden wissen, wenn kein moderner

Gelehrter oder Mathematiker im stande ist, ihre Dauer mit irgend etwas, was

einer annähernden Genauigkeit gleichkommt, zu berechnen? Einerlei ob sie

bessere Mittel gehabt haben oder nicht - und es wird behauptet, daß sie solche

hatten, wie aus ihren Tierkreisen hervorgeht - jedenfalls soll jetzt die

Zeitrechnung der alten Brâhmanen so getreu als möglich gegeben werden.

4169aI

4169aI

DIE ZEITRECHNUNG DER BRÂHMANEN.

Kein größeres Rätsel existiert in der Wissenschaft, kein Problem ist

hoffnungsloser unlösbar, als die Frage: Wie alt - auch nur annäherungsweise -

sind Sonne und Mond, die Erde und der Mensch? Was weiß die moderne

Wissenschaft von der Dauer der Weltzeitalter, oder auch nur von der Lage der

geologischen Perioden? Nichts; unbedingt nichts.

Wenn man sich an die Wissenschaft um chronologische Angaben wendet, so

wird einem von jenen, die offen und ehrlich sind, z. B. von Herrn Pengelly, dem

hervorragenden Geologen, gesagt: „Wir wissen es nicht.“ [8] Man wird lernen,

daß bis jetzt keine verläßlichen zahlenmäßige Schätzung der Zeitalter der Welt

und des Menschen angestellt werden konnte, und daß Geologie sowie

Anthropologie im Uferlosen treiben. Wenn aber ein Schüler der esoterischen

Philosophie sich erkühnt, die Lehren der occulten Wissenschaft vorzubringen, so

wird er sofort angegriffen. Warum soll das so sein, nachdem die größten

Gelehrten, wenn sie auf ihre eigenen physikalischen Methoden beschränkt

wurden, eine auch nur annäherungsweise Übereinstimmung zu erreichen nicht

im stande waren?

Es ist wahr, daß die Wissenschaft deshalb kaum getadelt werden kann. In der

That sind in der kimmerischen Finsternis der vorgeschichtlichen Zeitalter die

Forscher in einem Labyrinth verloren, dessen große Gänge keine Thüren haben

und keinen sichtbaren Ausgang in die vorzeitliche Vergangenheit gestatten.

Verloren in dem Irrgange ihrer eigenen widerstreitenden Spekulationen, und, wie

sie es immer gethan haben, das Zeugnis der östlichen Überlieferung verwerfend,

ohne irgendwelchen Anhaltspunkt oder einen einzigen sicheren Meilenstein zu

ihrer Führung - was können die Geologen oder Anthropologen anders thun, als

den dünnen Ariadnefaden aufzuheben, wo sie ihn zuerst wahrnehmen, und dann

vollständig aufs Geratewohl vorzugehen? Daher sagt man uns zuerst, daß das

entfernteste Datum, bis zu dem sich urkundliche Aufzeichnungen erstreckt, jetzt

von der Anthropologie allgemein betrachtet wird als lediglich „der früheste

deutlich sichtbare Punkt der vorgeschichtlichen Zeit“ - mit den Worten des

Schreibers des Artikels in der Encyclopedia Britannica.

Gleichzeitig wird zugestanden, daß „über jenen Zeitpunkt hinaus sich eine lange

unbestimmte Reihe von vorgeschichtlichen Zeitalter zurückerstreckt.“

Mit jener näher bezeichneten „Zeitaltern“ werden wir beginnen. Sie sind

„vorgeschichtlich“ lediglich für das bloße Auge der Materie. Für das geistige

Adlerauge des Sehers und des Propheten einer jeden Rasse erstreckt sich der

Ariadnefaden über jene „geschichtliche Zeit“ hinaus ohne Unterbrechung oder

Riß, sicher und stetig, bis ganz in die Nacht der Zeit; und die Hand, welche ihn

4169bI

hält, ist zu mächtig, um ihn fallen oder auch nur abbrechen zu lassen.

Aufzeichnungen existieren, obwohl sie von den Profanen als phantatisch

verworfen werden mögen; obzwar thatsächlich viele von ihnen stillschweigend

von Philosophen und Männern von großer Gelehrsamkeit angenommen werden

und einer unveränderten Ablehnung nur von Seite der offiziellen und kollektiven

Körperschaft der orthodoxen Wissenschaft begegnen. Und da die letztere es

ablehnt, uns auch nur eine annähernde Vorstellung von der Dauer der

geologischen Zeitalter zu geben - außer in ein paar einander widerstreitenden

und widersprechenden Hypothesen - so sehen wir zu, was die ârische

Philosophie uns lehren kann.

Solche Berechnungen, wie sie im Manu und in den Purânen gegeben sind -

ausgenommen unwichtige und ganz offenbar absichtliche Übertreibungen - sind,

wie bereits festgestellt, nahezu übereinstimmend mit jenen, welche in der

esoterischen Philosophie gelehrt werden. Dies kann gesehen werden aus dem

Vergleiche der beiden in irgend einem indischen Kalender von anerkannter

Orthodoxie.

Der beste und vollständigste aller solcher Kalender in der Gegenwart, wie die

gelehrten Brâhmanen von Südindien verbürgen, ist der bereits erwähnte Tamil-Kalender,

genannt das Tirukkanda Panchânga, kompiliert, wie man uns sagt, aus

und in voller Übereinstimmung mit geheimen Bruchstücken von Asuramaya´s

Daten. Und so wie Asuramaya der größte Astronom gewesen sein soll, so lispelt

man sich auch zu, daß er der mächtigste „Zauberer“ gewesen sei von der

„weißen Insel, welche schwarz geworden war vor Sünde“, d. i. von den Inseln der

Atlantis.

[8] Wegen eines ähnlichen Zugeständnisses siehe Prof. Lefèvre´s Philosophy,

481.

4169bI

Die „weiße Insel“ ist ein symbolischer Name. Asuramaya soll, z. B. nach der

Überlieferung des Jnâna-bhâskara, in Romaka-pura, im Westen, gelebt haben;

weil der Name eine Anspielung auf das Land und die Wiege der

„Schweißgeborenen“ der dritten Rasse ist. Jenes Land oder Festland war

Zeitalter vorher verschwunden, bevor Asuramaya lebte, nachdem er ein Atlantier

war. Aber er war ein unmittelbarer Abkömmlich der Weisen Rasse, der Rasse,

die niemals stirbt. Zahlreich sind die Legenden über diesen Helden, den Zögling

des Sûrya, des Sonnengottes selbst, wie die indischen Berichte angeben. Es ist

von geringer Wichtigkeit, ob er auf der einen oder auf der andern Insel lebte,

aber die Frage ist die, zu beweisen, daß er kein Mythos war, zu dem Dr. Weber

und andere ihn machen möchten. Die Thatsache, daß Romaka-pura im Westen

als der Geburtsort dieses Helden der Urzeit genannt wird, ist um so

interessanter, weil es so sehr bedeutsam in betreff der esoterischen Lehre über

die schweißgeborenen Rassen ist, die Menschen, die aus den „Poren ihrer

Eltern“ geboren sind. „ROMA-KÛPAS“ bedeutet „Haarporen“ im Sanskrit. Im

Mahâbhârata [9] heißt es von einem Volke mit Namen Raumas, daß es aus den

Poren des Vîabhadra hervorgebracht worden sei, des schrecklichen Riesen,

welcher das Opfer des Daksha zerstörte. Andere Stämme und Leute werden

auch als auf diese Art geboren dargestellt. All dies sind Bezugnahmen auf die

spätere zweite und frühere dritte Wurzelrasse.

Die folgenden Zahlen sind aus dem soeben angeführen Kalender: eine Fußnote

bemerkt die Punkte des Nichtübereinstimmens mit den Zahlen der Ârya Samâj

Schule:

I.  Vom Beginne der kosmischen Entwicklung

[10] bis zu dem Hindûjahre Tarana (oder

1887)

1 955 884

687 Jahre.

II. Das (astrale), mineralische, vegetabile

und animale Reich bis hinaus zum

Menschen brauchten zur Entwicklung 300 000 000 Jahre. [11]

III. Zeit seit dem ersten Erscheinen der

„Menschheit“ (auf unserer Planetenkette)

1 664 500

987 Jahre. [12]

4171I

.   Die Zahl, die abgelaufen ist seit dem

„Vaivasvata Manvantara“ [13] - oder der

menschlichen Periode - bis zum Jahre

1887 ist gerade 18 618 728 Jahre.

V.  Die volle Periode eines Manvantara ist 308 448 000 Jahre.

.   Vierzehn Manvantaras, plus der Periode

eines Satya Yuga machen einen Tag des

Brahmâ, oder ein vollendetes Manvantara,

oder

4 320 000

000 Jahre.

Daher besteht ein Mahâ Yuga aus 4 320 000 Jahren. [14]

Das Jahr 1887 seit dem Beginne des Kali

Yuga 4 989 Jahre.

[9] XII. 10308.

[10] Die esoterische Lehre sagt, daß diese „kosmische Entwicklung“ sich bloß

auf unser Sonnensystem bezieht; indessen das exoterische Hindûtum, wenn

wir nicht irren, die Zahlen sich auf das ganze System des Weltalls beziehen

läßt.

[11] Ein anderer Punkt der Nichtübereinstimmung. Der Occultismus sagt, daß

die astralen Vorbilder des mineralischen, vegetabilen und animalistischen

Reiches bis hinauf zum Menschen diese Zeit (300 Millionen Jahre) zur

Entwicklung gebraucht haben, sich neu bildend aus den abgestossenen

Materialien der vorhergegangenen Runde, die, zwar seht dicht und körperlich

in ihrem eigenen Cyklus, verhältnismäßig ätherisch sind im Vergleich zu der

Materialität unserer gegenwärtigen mittleren Runde. Bei Ablauf dieser 300

Millionen Jahre, auf dem Wege zum physischen und materiellen, hinab auf

4171I

dem absteigenden Bogen, beginnt die Natur mit der Menschheit und wirkt

nach abwärts, indem sie bei ihrem Fortschreiten die Formen verhärtet oder

materialisiert. So gehören die Versteinerungen, die in Schichten gefunden

werden, welchen ein Alter nicht von achtzehn, sondern von vielen Hundert

Millionen Jahren zugeschrieben werden muß, in Wirklichkeit Formen der

vorhergegangenen Runde an, welche während ihrer Lebenszeiten viel mehr

ätherisch waren als körperlich, so wie wir das körperliche kennen. Daß wir sie

als greifbare Formen wahrnehmen und ausgraben, ist dem erwähnten

Materialisations- oder Krystallisierungsvorgange zuzuschreiben, welcher in

der Folgezeit stattfand, beim Beginne der vierten Runde, und seinen

Höhepunkt nach der Erscheinung des Menschen erreichte, indem er mit

seiner körperlichen Entwicklung gleichlaufend fortschritt. Dies allein erläutert

die Thatsache, daß der Grad der Stofflichkeit auf Erden mit der ihrer

Bewohner gleichen Schrittes sich ändert. Und so findet der Mensch jetzt als

greifbare Versteinerungen, was einstmal die (für seine gegenwärtigen Sinne)

ätherische Formen der niedrigen Reiche waren. Die obigen brâhmanischen

Zahlen beziehen sich auf die Entwicklung beginnend auf Kugel A, und in der

ersten Runde. In diesem Bande sprechen wir nur von dieser vierten Runde.

[12] Diesen Unterschied und die Veränderung der Ziffern in den letzten drei

Dreiergruppen von Ziffern, zu erklären kann die Schreiberin nicht

unternehmen. Nach jeglicher Berechnung sollten nach Abzug der dreihundert

Millionen die Ziffern so stehen: 1 655 884 687. Aber sie sind so gegeben, wie

sie in dem obengenannten Tamil-Kalender aufgestellt sind und wie sie

übersetzt wurden. Die Schule des verstorbenen Pandit Dayânand Sarasvâti,

des Begründers des Ârya Samâj, giebt ein Datum von 1 960 852 987. Siehe

das Ârya Magazine von Lahore, dessen Umschlag die Worte trägt: „Ârische

Aera 1 960 852 987.“

[13] Vaivasvata Manu ist das einzige menschliche Wesen - einige

4171I

Darstellungen geben ihm noch die sieben Rishis bei - welches in der Matsya

Avatâra Allegorie aus der Flut in einem Boote gerettet wurde, wie Noah in der

Arche. Darnach wäre dieses Vaivasvata Manvantara die „nachsintflutliche“

Zeit. Dies bezieht sich jedoch nicht auf die spätere „atlantische“ oder Noahs

Sintflut, auch nicht auf die kosmische „Flut“ oder den Pralaya der

Verdunkelung, welcher unserer Runde vorherging, sondern auf das

Erscheinen der Menschheit in der letzteren Runde. Es wird gleichwohl ein

großer Unterschied gemacht zwischen dem Naimitika, dem gelegentlichen

oder zufälligen, dem Prâkritika, dem elementaren, dem Atyantika, dem

absoluten, und dem Nitya, dem beständigen Pralaya; der letztere wird

beschrieben als „Brahmâs mögliche Wiederverschmelzung des Weltalls am

Ende von Brahmâs Tag“. Von einem gelehrten brâhmanischen Theosophen

wurde die Frage aufgeworfen: „Ob es etwas derartiges giebt wie einen

kosmischen Pralaya; weil sonst der Logos (Krishna) wiedergeboren werden

müßte, und er doch Aja (ungeboren) ist.“ Wir können nicht sehen, warum.

Vom Logos heißt es nur metaphorisch, daß er geboren wird, so wie die Sonne

täglich geboren wird, oder vielmehr ein Strahl dieser Sonne morgens geboren

wird und, wie man sagt, stirbt, wenn er verschwindet, während er doch

einfach in die väterliche Wesenheit wieder aufgenommen ist. Kosmischer

Pralaya ist für die sichtbaren Dinge, nicht für die Aûpa-, die formlose Welt. Der

kosmische oder universale Pralâya kommt nur am Ende von einhundert

Jahren des Brahmâ, wenn, wie es heißt, die universale Auflösung stattfindet.

Dann, sagen die exoterischen Schriften, nimmt der Avyaya, das durch Vishnu

symbolisierte ewige Leben den Charakter des Rudra, der Zerstörers, an, tritt

in die sieben Strahlen der Sonne ein und trinkt alle Wasser des Weltalls auf.

„Also ernährt dehnen sich die sieben Sonnenstrahlen zu sieben Sonnen aus

und setzen den ganzen Kosmos in Flammen.“

[14] Weil ein Maha Yuga der 1000ste Teil eines Tages des Brahmâs ist.

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Um dies in seinen Einzelheiten noch klarer zu machen, werden die folgenden Berechnungen des Rao Bahadur P. Sreenivas Row aus dem Theosophist vom November 1885 mitgeteilt.

JAHRE DER STERBLICHEN.

360 Tage der Sterblichen machen ein Jahr 1

Krita Yuga enthält 1 728 000

Tretâ Yuga enthält 1 296 000

Dvâpara Yuga enthält 864 000

Kali Yuga enthält 432 000

Die Summe der genannten vier Yugas bildet ein Mahâ Yuga 4 320 000

Einundsiebzig solcher Mahâ Yugas bilden die Regierungszeit eines Manu 306 720 000

Die Regierung von vierzehn Manus umfaßt die Dauer von 994 Mahâ Yugas, und ist gleich 4 294 080 000

Dazu die Sandhis, d. i. die Zwischenzeiten zwischen den Regierungen der einzelnen Manus, welche sich auf sechs Mahâ Yugas belaufen, gleich 25 920 00

Die Gesamtsumme dieser Reiche und Zwischenreiche von vierzehn Manus ist 1000 Mahâ Yugas, welche einen Kalpa ausmachen, d. i. einen Tag des Brahmâ 4 320 000 000

Da Brahmâs Nacht von gleicher Dauer ist, so würden ein Tag und eine Nacht Brahmâs enthalten 8 640 000 000

360 solcher Tage und Nächte machen ein Jahr des Brahmâ, gleich 3 110 400 000 000

100 solcher Jahre bilden die ganze Periode des Zeitalters des Brahmâ, d. i. den Mahâ Kalpa 311 040 000 000 000

Dies sind die durch ganz Indien angenommenen exoterischen Zahlen, und sie stimmen ziemlich nahe mit jenen der Geheimwerke überein. Die letzteren erweitern sich jedoch durch eine Teilung in eine Anzahl von

esoterischen Cyklen, die niemals in brâhmanischen volkstümlichen Schriften erwähnt werden - von denen eine, die Einteilung der Yugas in Rassencyklen, anderwärts als ein Beispiel gegeben ist. Die übrigen sind in ihren

Einzelnheiten natürlich niemals veröffentlicht worden. Sie sind aber nichtdestoweniger mit jeden „zweimalgeborenen“ (Dvija oder initiierten) Brâhmanen bekannt, und die Purânen enthalten Bezugnahmen auf einige von

ihnen in verhüllten Redewendungen, welche kein sich nur an die Thatsachen haltender Orientalist bis jetzt herauszubringen versucht hat, noch herausbringen könnte, wenn er wollte.

Diese heiligen astronomischen Cyklen sind von einem unermeßlichen Alter, und die meisten von ihnen gehören, wie festgestellt, den Berechnungen des Nârada und des Asuramaya an. Der letztere steht in dem Ansehen

eines Rieses und Zauberers. Aber die vorsintflutlichen Riesen - die Gibborim der Bibel - waren nicht alle schlecht oder Zauberer, wie die christliche Theologie, welche in jedem Occultisten einen Knecht des Bösen sieht,

haben möchte; noch waren sie schlechter als viele der „getreuen Söhne der Kirche“. ein Torquemanda oder eine Katharina von Medici verübten sicherlich mehr Unrecht in ihrer Zeit, und im Namen ihres Meisters, als irgend

ein atlantischer Riese oder ein Halbgott des Altertums jemals gethan hat, ob er nun Kyklops hieß, oder Medusa, oder selbst der orphische Titan, das schlangenfüchsige Ungeheuer, das als Ephialtes bekannt war. Es gab

4173I

gute „Riesen“ in der alten Zeit ebensogut, als es jetzt böse „Zwerge“ giebt; und die Rakshasas und Yakshas von Lankâ waren nicht schlechter als unsere heutigen Dynamithelden, und als gewisse christliche und zivilisierte

Generale während der heutigen Kriege. Auch sind sie keine Erdichtungen.

Wer über Briareus und Orion zu lachen pflegt, sollte es bleiben lassen, nach Karnac oder Stonehenge zu gehen oder auch nur davon zu sprechen,

bemerkt irgendwo ein moderner Schriftsteller.

Da die oben gegeben brâhmanischen Zahlen annähernd die grundlegenden Berechnungen unseres esoterischen Systems sind, so wird der Leser aufgefordert, sie sorgfältig im Gedächtnis zu behalten.

In der Encyclopedia Britannica finden wir das letzte Wort der Wissenschaft, daß der menschlichen Vorzeit nur „Zehner von Jahrtausenden“ als Spielraum zugestanden sind. Es wird einleuchtend, da diese Zahlen, da man

sie zwischen 10 000 und 100 000 schwanken lassen kann, sehr wenig, wenn überhaupt etwas bedeuten, und die Dunkelheit, welche die Frage umgiebt, nur noch dichter machen. Was hat es ferner für Wert, daß die

Wissenschaft die Entstehung des Menschen in die Zeit des „prä- oder postglacialen Gletscherschuttes“ verlegt, wenn man uns im selben Augenblicke sagt, daß die sogenannte „Eiszeit“ einfach eine lange Aufeinanderfolge

von Zeiträumen ist, welche

ohne plötzliche Wechsel irgendwelcher Art sich zu dem abschatteten, was die menschliche oder recente Periode genannt wird . . . indem das Übereinandergreifen der geologischen Perioden vom Anbeginne der Zeit

an die Regel gewesen ist. [15]

Die letztere „Regel“ läuft nur auf die noch verwirrendere, wenn auch streng wissenschaftlich und richtige Meinung hinaus:

Selbst heutzutage ist der Mensch ein Zeitgenosse der Eiszeit in den Alpenthälern und Finnmarken. [16]

[15] a. a. O., Art. „Geologie“.

[16] Ebenda. Das läßt selbst für die bilbische „Adam Chronologie“ mit den 6000 Jahren eine Möglichkeit offen.

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Soweit würden wir, wären nicht die von der Geheimlehre, und selbst vom exoterischen Hindûismus und seinen Überlieferungen gegebenen Lehren gewesen, bis heute in verwirrter Unsicherheit zwischen den unbestimmten

„Zeitaltern“ der einen Schule der Wissenschaft, den „Zehntausenden“ von Jahren der anderen, und den 6000 Jahren der Bibelausleger schwankend gelassen sein. Dies ist einer der verschiedenen Gründe, warum wir bei

aller Schlußfolgerungen der Gelehrten von heutzutage gebührenden Ehrerbietungen gezwungen sind, sie in allen solchen Fragen des vorgeschichtlichen Altertums unbeachtet zu lassen.

Die moderne Geologie und Anthropologie können selbstverständlich mit unseren Anschauungen nicht übereinstimmen. Aber der Occultismus wird gegen diese zwei Wissenschaften ebensoviele Waffen finden, als er gegen

astronomische und physikalische Theorieen gefunden hat, trotz der Versicherungen Herrn Laing´s, daß:

in (chronologischen) Berechnungen dieser Art, betreffend ältere und jüngere Formationen, keine Theorie liegt, sondern daß sie auf feststehenden Thatsachen begründet und nur von einer gewissen möglichen (?)

Fehlergrenze nach beiden Seiten eingeschlossen sind. [17]

Der Occultismus wird an der Hand wissenschaftlicher Bekenntnisse den Beweis führen, daß die Geologie gar sehr im Irrtum ist, und sehr oft sogar mehr als die Astronomie. In eben diesem Abschnitte des Herrn Laing,

welcher der Geologie in Bezug auf Richtigkeit den Vorrang vor der Astronomie zuspricht, finden wir eine Stelle, die mit den Geständnissen der besten Geologen selbst in offenbarem Widerspruch steht. Der Verfasser sagt:

Kurz, die Schlußfolgerungen der Geologie, zum mindesten bis hinaus zur silurischen Periode [18] , wo die gegenwärtige Ordnung der Dinge ziemlich begonnen war, sind annähernde (wahrlich so!) Thatsachen und

nicht Theorieen, indessen die astronomischen Schlußfolgerungen Theorieen sind, die sich auf so unsicheren Daten begründen, daß sie, während sie in einigen Fällen unglaublich kurze Resultate geben, . . .in

anderen nahezu unglaublich lange Resultate geben. [19]

Darnach wird dem Leser bedeutet, daß der „sicherste Kurs“

der zu sein scheint, anzunehmen, daß die Geologie wirklich beweist, daß die Dauer der gegenwärtigen Ordnung der Dinge irgendwie mehr als 100 Millionen Jahre gewesen sei, und daß die Astronomie eine

ungeheure, aber unbekannte Zahl darüber hinaus in der Vergangenheit, und eine kommende in der Zukunft für Geburt, Wachstum, Reife, Verfall und Tod des Sonnensystems giebt, von welchem unsere Erde ein

kleiner Planet ist, der jetzt die Bewohnbarkeitsperiode durchläuft. [20]

Nach vergangener Erfahrung urteilend hegen wir nicht den geringsten Zweifel, daß, wenn einmal die Aufgabe gestellt würde, „den abgeschmackten unwissenschaftlichen und unsinnigen Behauptungen der eoterischen (und

esoterischen) ârischen Chronologie“ entgegenzutreten, der Gelehrte mit den „unglaublich kurzen Resultaten“, d. i. nur 15 000 000 Jahren, und der Gelehrte, welcher „600 000 000 Jahre verlangen möchte“, zusammen mit

jenen, welche Herrn Huxleys Zahlen von 1 000 000 000 [21] „seit die Sedimentbildung in Europa begann“, annehmen, alle gleich dogmatisch sein würden, einer wie der andere. Auch würden sie nicht ermangeln, den

Occultisten und den Brâhmanen daran zu erinnern, daß allein die modernen Männer der Wissenschaft diejenigen sind, welche die exakte Wissenschaft vorstellen, deren Pflicht es ist, „Ungenauigkeit“ und „Aberglaube“ zu

bekämpfen.

Die Erde durchläuft die „Bewohnbarkeitsphase“ nur in Bezug auf die gegenwärtige Ordnung der Dinge, und insoweit unsere gegenwärtige Menschheit mit ihren thatsächlichen „Hautröcken“ und ihrem Phosphor für Knochen

und Gehirn in Betracht kommt.

Wir sind bereit, die von der Geologie angebotenen 100 Millionen Jahre zuzugestehen, da man uns gelehrt hat, daß unsere gegenwärtige körperliche Menschheit - oder die Vaivasvata Menschheit - erst vor achtzehn

Millionen Jahren begann. Aber die Geologie hat uns keine Thatsachen zu geben über die Dauer der geologischen Perioden, wie wir gezeigt haben, nicht mehr in der That als die Astronomie. Der anderwärts angeführte

authentische Brief von Herrn W. Pengelly, F. R. S., sagt:

Es ist gegenwärtig, und vielleicht für alle Zukunft, unmöglich, die geologische Zeitrechnung auch nur annäherungsweise auf Jahre oder auch nur auf Jahrtausende zu bringen.

Und nachdem sie bisher noch niemals einen fossilen Menschen von irgend einer anderen als der gegenwärtigen Form ausgegraben hat - was weiß die Geologie von ihm? Sie hat Zonen und Schichten und, mit diesen,

ursprüngliches Tierleben bis hinab zum Silur verfolgt. Wenn sie auf dieselbe Weise den Menschen bis hinab zu seiner ursprünglichen protoplasmischen Form verfolgt haben wird, dann werden wir gestehen, daß sie etwas

von dem ursprünglichen Menschen wissen mag. Wenn es nicht sehr wesentlich für die „Einflüsse der modernen wissenschaftlichen Entdeckungen auf das moderne Denken“ ist, ob

der Mensch in einem Zustande stetigen, wenn auch langsamen Fortschreitens während der letzten 50 000 Jahre einer Periode von 15 Millionen, oder während der letzten 500 000 Jahre einer Periode von 15

Millionen existiert hat, [22]

wie Herr S. Laing seinen Lesern sagt, so ist es sehr so für die Behauptungen der Occultisten. Wenn nicht die letzteren zeigen, daß es eine Möglichkeit, wo nicht eine vollkommene Gewißheit ist, daß der Mensch vor

achtzehn Millionen Jahren gelebt hat, so hätte die Geheimlehre ebensogut ungeschrieben bleiben können. Ein Versuch muß daher in dieser Richtung gemacht werden, und zwar werden unsere modernen Geologen und

Männer der Wissenschaft im allgemeinen als Zeugen für diese Thatsache im dritten Teile dieses Bandes geführt werden. Unterdessen, und ungeachtet der Thatsache, daß die indische Chronologie von den Orientalisten

beständig als eine Erdichtung hingestellt wird, die auf keiner „thatsächlichen“ Berechnung beruht, [23] sondern bloß ein „kindisches Großtum“ ist, wird sie nichtdestoweniger oft bis zur Unkenntlichkeit verdreht, um sie

westlichen Theorieen Rechnung tragen zu lassen und anzupassen. Mit keinen Zahlen hat man sich jemals mehr unberufen befaßt und mißhandelt, als die berühmten 4, 3, 2, mit den darauffolgenden Nullen, der Yugas und

4175I

Mahâ Yugas.

[17] Modern Science and Modern Thought, 48.

[18] Zur Silurperiode, was Mollusken und tierischen Leben betrifft - zugegeben; aber was wissen sie vom Menschen?

[19] Ebenda. a. a. O.

[20] Ebenda, 49.

[21] Winchell, World-Life, 180.

[22] a. a. O. 49.

[23] Willson´s Vishnu Purâna, I. 51.

4175I

Da der ganze Cyklus der vorgeschichtlichen Ereignisse, wie z. B. die Entwicklung und Umformung der Rassen und das allgemeine Alter des Menschen, von der genannten Zeitrechnung abhängt, so wird es äußerst wichtig,

dieselbe durch andere bestehende Berechnungen zu kontrollieren. Wenn die östliche Chronologie verworfen wird, so werden wir zum mindesten den Trost haben, zu beweisen, daß keine andere - sei es in den Zahlen der

Wissenschaft oder der Kirchen - auch nur eine Spur verläßlicher ist. Wie Professor Max Müller es ausdrückt, ist es ebenso nützlich, zu beweisen, was ein Ding nicht ist, als zu zeigen, was es sein kann. Sobald es uns

gelingt, die Fehler sowohl der christlichen, wie auch der wissenschaftlichen Berechnungen aufzuweisen - indem wir ihnen eine unparteiische Möglichkeit der Vergleichung mit unserer Chronologie einräumen - wird keine

von diesen einen vernünftig zu rechtfertigenden Grund haben, von dem aus sie die esoterischen Zahlen als weniger verläßlich denn ihre eigenen bezeichnen könnte.

Wir können hier den Leser auf unser früheres Werk, auf Isis entschleiert [24] verweisen, wegen einiger Bemerkungen betreffs der Zahlen, die einige Seiten weiter oben angeführt wurden.

Heute mögen ein paar weitere Thatsachen der dort gemachten Mitteilung, die bereits einem jeden Orientalisten bekannt ist, hinzugefügt werden. Die Heiligkeit des Cyklus von 4320, mit darauffolgenden Nullen, liegt in dem

Umstande, daß die Ziffern, welche ihn bilden, einzeln oder in verschiedenen Zusammenstellungen vereint genommen, jede und alle die größten Geheimnisse in der Natur symbolisieren. In der That, ob man nun die 4

getrennt nimmt, oder die 3 für sich, oder die zwei zusammen, welche 7 ausmachen, oder wieder die drei, 4, 3, 2, welche zusammengezählt 9 geben, alle diese Zahlen haben ihre Anwendung in den heiligsten und

occultesten Dingen, und bezeichnen die Wirkung der Natur in ihren ewigen periodischen Erscheinungen. Sie sind niemals irrende, beständig wiederkehrende Zahlen, welche jenem, der die Geheimnisse der Natur studiert,

ein wahrhaft göttliches System enthüllen, einen intelligenten Plan in der Weltentstehung, welcher natürliche kosmische Einteilungen von Zeiten, Jahreszeiten, unsichtbaren Einflüsse, astronomische Erscheinungen ergiebt,

mit ihrer Entwicklung und Rückwirkung auf die irdische und selbst auf die moralische Natur; auf Geburt, Tod, und Wachstum, auf Gesundheit und Krankheit. Alle diese natürlichen Ereignisse sind begründet auf und hängen

ab von cyklischen Vorgängen im Kosmos selbst, und bewirken periodische Agentien, welche, von außen einwirkend, die Erde und alles, was auf ihr lebt und atmet, von einem Ende bis zum andern eines jeden Manvantara

beeinflussen. Ursachen und Wirkungen sind esoterisch, exoterisch und „endoexoterisch“, so zu sagen.

In Isis entschleiert schrieben wir, was wir jetzt wiederholen: Wir befinden uns am Grunde eines Cyklus und offenbar in einem Übergangszustand. Plato teilt den intellektuellen Fortschritt des Weltalles während eines jeden

Cyklus in fruchtbare und unfruchtbare Perioden. In den sublunaren Regionen, sagt er, bleiben die Sphären der verschiedenen Elemente ewig in vollkommener Harmonie mit der göttlichen Natur; „aber ihre Teile“, infolge

einer zu engen Nachbarschaft zur Erde und ihrer Vermischung mit dem irdischen (welches Materie ist, und daher das Bereich des Bösen) „sind manchmal in Übereinstimmung und manchmal im Gegensatz zur (göttlichen)

Natur“. Wenn jene Kreisläufe - welche Éliphas Lévi die „Ströme des Astrallichtes“ nennt - in dem universalen Ether, welcher in sich jedes Element enthält, in Harmonie mit dem göttlichen Geiste stattfinden, so erfreut sich

unsere Erde und alles, was zu ihr gehört, einer fruchtbaren Periode. Die occulten Kräfte der Pflanzen, Tiere und Mineralien sympathisieren magisch mit den „oberen Naturen“, und die göttliche Seele des Menschen ist in

vollkommenem Einverständnis mit diesen „niederen“. Aber während der unfruchtbaren Periode verlieren die letzteren ihre magische Sympathie, und der geistige Blick der Mehrheit der Menschen ist so geblendet, daß er

jeden Begriff von höheren Kräften seines eigenen Göttlichen Geistes verliert. Wir sind in einer unfruchtbaren Periode; das achtzehnte Jahrhundert, während dessen das bösartige Fieber des Skepticismus so

unwiderstehlich ausbrach, hat den Unglauben als Erbkrankheit dem neunzehnten aufgebürdet. Der göttliche Intellekt ist im Menschen verhüllt; sein tierisches Gehirn allein „philosophiert“. Und allein philosophierend, wie

kann es die „Seelen-Lehre“ verstehen?

Um nicht den Faden der Erzählung zu unterbrechen, werden wir einige schlagende Beweise für diese cyklischen Gesetze im zweiten Teil geben, und fahren unterdessen mit unseren Erklärungen der geologischen und

rassischen Cyklen fort.

[24] I. 32.

4177 :48. III

STROPHE III.

VERSUCHE, DEN MENSCHEN ZU SCHAFFEN.

11.     Das Herabsteigen des Demiurgen. 12. Die Mondgötter erhalten den Auftrag

zu schaffen. 13. Die höheren Götter weigern sich.

11.     DER HERR DER HERREN KAM. VON IHREM KÖRPER TRENNTE ER DIE

WASSER, UND DIES WAR DER HIMMEL OBEN, DER ERSTE HIMMEL. [1]

Hier verfällt die Überlieferung wieder auf das Universale. Ebenso wie in der

frühesten Darstellung, die in den Purânen wiederholt ist, so auch in der letzten,

dem mosaischen Bericht.

In der ersteren heißt es:

Als die Welt ein einziger Ozean geworden war, da schloß Er, der Herr (der

Gott, welcher die Form des Brahmâ hat), daß innerhalb der Wasser die Erde

läge, und im Verlangen, sie emporzuheben (sie zu trennen), schuf er sich

selbst in einer anderen Form. Wie er im vorhergehenden Kalpa (Manvantara)

die Gestalt einer Schildkröte eingenommen hatte, so nahm er in diesem die

Gestalt eines Ebers an, u. s. w. [2]

In der elohistischen „Schöpfung“ [3] erschafft „Gott“ „eine Form zwischen den

Wassern“, und sagt: „es erscheine trockenes Land“. Und nun kommt der

traditionelle Nagel, an den der esoterische Teil der kabbalistischen Auslegung

aufgehängt ist.

[1] Die Atmosphäre, oder die Luft, des Firmament.

[2] Harivamasha, I. 36.

[3] Genesis, I. 6-9

4178 :48. III

12.     DIE GROSSEN CHOHANS [4] RIEFEN ZU DEN HERREN DES MONDES,

DER LUFTIGEN KÖRPER: „BRINGET HERVOR MENSCHEN [5] , MENSCHEN

VON EURER NATUR.GEBET IHNEN [6] IHRE FORMEN IM INNERN. SIE [7]

WIRD HÜLLEN AUFBAUEN AUSSEN. [8] MÄNNLICH-WEIBLICH WERDEN SIE

SEIN. HERREN DER FLAMME AUCH. . . . .“

Wer sind die „Herren des Mondes“? In Indien werden sie Pitris oder

„Mondvorfahren“ genannt, aber in den hebräischen Rollen ist es Jehovah selbst,

welcher der „Herr des Mondes“ ist, kollektiv als die Schar, und auch als einer der

Elohim. Die Astronomie der Hebräer und ihre „Einhaltung der Zeiten“ wurde

durch den Mond geregelt. Ein Kabbalist hat gezeigt, das „Daniel . . . sprach von

Gottes Vorsehung nach bestimmten festgesetzten Zeiten“, und daß die

Offenbarung Johannis „spricht von einer sorgfältig gemessenen kubischen Stadt,

die aus den Himmeln herniederfährt“, u. s. w., und fügt hinzu:

Aber die belebende Kraft des Himmels lag hauptsächlich am Monde. ... Er war

der hebräische [korrekter Abdruck siehe Buch] (Jehovah), - und St. Paulus

schärft ein: - „So lasset nun niemand euch Gewissen machen über eure

Einhaltung des 7ten Tages, und des Tages des Neumondes - welches ist der

Schatten von dem, das zukünftig war; aber der Körper (oder Substanz) ist von

Christus,“ d. i. Jehovah, - jene Funktion dieser Kraft, welche „machte das

unfruchtbare Weib zur freudigen Mutter von Kindern“ - „denn sie sind eine

Gabe des Jehovah“, . . . . was ein Schlüssel ist zu dem Einwande, welchen ihr

Gemahl der Sunamitin machte, da sie zu dem Manne Gottes ging: - „denn es

ist weder der 7te Tag noch der Tag des Neumondes.“ Die lebendigen Kräfte

der Konstellationen hatten mächtige Kriege markiert durch die Bewegungen

und Stellungen der Sterne und Planeten, und insbesondere als das Resultat

der Konjunktion von Mond, Erde und Sonne. Bentley kommentiert den

indischen „Krieg zwischen den Göttern und den Riesen“ als markiert durch die

Verfinsterung der Sonne im aufsteigenden Knoten des Mondes, 945 v. Ch. (!),

zu welcher geboren [9] oder aus dem Meere hervorgebracht wurde SRI (Sarai,

S-r-i, das Weib des hebräischen Abraham), [10] welcher die Venus-Aphroditus

(sic) der Westlichen war, Emblem „des Lunisolarjahres, oder des Mondes (da

Sri das Weib des Mondes ist; siehe die Fußnote), der Göttin des Wachstums“

[11] . . . . (Daher) war das große Denkmal und Landmarke der exakten

Periode des lunaren Jahres und Monats, wonach dieser Cyklus (von 19

tropischen Sonnenjahren und 235 Mondumläufen) berechnet werden konnte,

der Berg Sinai - auf welchen der Herr Jehovah herabstieg. . . . . . Paulus

spricht (dann) als ein Mystagoge, wenn er in Bezug auf das freie Weib und

4179 :48. III

das unfreie Weib des Abraham sagt: - „Denn Hagar (das unfreie Weib des

Abraham) heißt in Arabien der Berg Sinai.“ Wie konnte ein Weib ein Berg

sein? und ein solcher Berg! Jedoch in einem Sinne . . . war sie es, und zwar in

einem sehr wunderbar wahren. Ihr Name war Hagar, hebräisch [korrekter

Abdruck siehe Buch], dessen Zahlen als 235 sich lesen, oder in exaktem

Maße, gegen die Zahl der lunaren Monate, welche 19 tropischen Jahren gleich

kommen, um diesen Cyklus zu vollenden und das Gleichnis und die

Ähnlichkeit gut zu machen: der Berg Sinai ist, in der esoterischen Sprache

dieser Weisheit, das Denkmal der exakten Zeit des Lunarjahres und Monates,

nach welchen dieser geistige belebende Cyklus berechnet werden konnte -

und welcher Berg in der That genannt wurde (Fuerst) „der Berg des Mondes

(Sin)“. So konnte auch Sarai (SRI), das Weib des Abram, kein Kind haben,

bevor nicht ihr Name geändert wurde in Sarah, [korrekter Abdruck siehe

Buch], was ihr die Eigenschaft dieses lunaren Einflusses gab. [12]

Das mag als eine Abschweifung von dem Hauptgegenstande betrachtet werden:

aber es ist eine sehr notwendige mit Rücksicht auf christliche Leser. Denn wer -

wenn er ohne Voreingenommenheit die bezüglichen Legenden von Abram, Sarai

oder Sarah, welche „schön anzuschauen war“, und jene von Brahmâ und

Sarasvatî, oder Shrî, Lakshmî-Venus, mit den Beziehungen aller dieser zum

Monde und Wasser studiert hat; - und insbesondere einer, der die wirkliche

kabbalistische Bedeutung des Namens Jehovah und seine Beziehung zu, und

seinen Zusammenhang mit dem Monde versteht - wer kann zweifeln, daß die

Geschichte des Abram auf der des Brahmâ beruht, oder daß die Genesis nach

den alten Umrisses geschrieben ward, die von einer jeden alten Nation benutzt

wurde? Alles in den alten Schriften ist allegorisch - alles beruht auf und ist

untrennbar verknüpf mit Astronomie und Kosmolatrie.

[4] Herren.

[5] Wurde ihnen gesagt.

[6] d. i. den Jîvas oder Monaden.

[7] Mutter Erde oder Natur.

4179 :48. III

[8] Zu äußeren Körpern.

[9] Nach der wunderbaren Chronologie des Bentley, welcher zu einer Zeit

schrieb, da die biblische Zeitrechnung noch unbestritten war; und auch nach

der jener moderner Orientalisten, welche die indischen Daten verkleinern, so

weit als sie können.

[10] Nun ist Shrî die Tochter des Bhrigu eines der Prajâpatis und Rishis, des

Hauptes der Bhrigus, der „Verzehrer“, der luftigen Götterklasse. Sie ist

Lakshmî, das Weib des Vishnu, und sie ist Gaurî, die „Braut des Shiva“, und

sie ist Sarasvatî, die „wässrige“, das Weib des Brahmâ, weil die drei Götter

und Göttinnen eines sind, unter drei Aspekten. Man lese die Erklärung es

Parâshara im Vishnu Purâna (I. I., Wilson´s Übers., I. 119) und man wird

verstehen. „Der Herr von Shrî ist der Mond,“ sagt er, und „Shrî ist das Weib

von Nârâyana, dem Gott der Götter“; Shrî oder Lakshmî (Venus) ist Indrâni,

sowie sie Sarasvatî ist, denn in den Worten des Parâshara: „Hari (oder

Îshvara, der Herr) ist alles, was männlich genannt wird (im Weltall); Lakshmî

ist alles, was weiblich genannt wird. Es ist nicht anderes als dieselben.“ Daher

ist sie die weibliche, und „Gott“ ist die männliche Natur.

[11] Shrî ist die Göttin von, und selber das „Glück und Gedeihen“.

[12] Masonic Review (Cincinnati), Juni 1886. Art. „The Cabbalah. - No. ,“ 15-

17

4179  :48. III

13.     SIE [13] GINGEN EIN JEDER IN SEIN ZUGEWIESENES LAND: SIEBEN

VON IHNEN, EIN JEDER AN SEINE STELLE. DIE HERREN DER FLAMME

BLEIBEN ZURÜCK. SIE WOLLTEN NICHT GEHEN, SIE WOLLTEN NICHT

SCHAFFEN.

Die geheimen Lehren zeigen, daß die göttlichen Vorfahren die

Menschen auf sieben Teilen der Kugel erschufen, „ein jeder an

seiner Stelle“ – d. i. ein jeder eine äußerlich und innerlich

verschiedene Rasse von Menschen, und in verschiedenen Zonen.

Diese polygenetische Behauptung wird anderwärts betrachtet, in

Strophe . Aber wer sind „Sie“, welche erschaffen, und die

„Herren der Flamme“, „welche nicht erschaffen wollten“? Der

Occultismus teilt die „Schöpfer“ in zwölf Klassen; von welchen vier

„Befreiung“ erlangt haben bis zum Ende des „großen Zeitalters“, die

fünfte ist daran, sie zu erreichen, aber bleibt noch thätig auf den

intellektuellen Ebenen, während die sieben noch unter

unmittelbarem karmischen Gesetz stehen. Diese letzteren wirken

auf den menschentragenden Globen unserer Kette.

Die exoterischen indischen Bücher erwähnen sieben Klassen von

Pitris, und unter diesen zwei verschiedene Arten von Vorfahren

oder Ahnen: die Barhishad und die Agnishvâtta; oder jene, welche

im Besitze des „heiligen Feuers“ sind, und jene, welche desselben

entbehren. Der indische Ritualismus scheint sie mit Opferfeuern in

Zusammenhang zu bringen, und mit Grihastha Brâhmanen in

früheren Inkarnationen; mit jenen, welche ihre hausväterlichen

heiligen Feuer in ihren früheren Geburten unterhalten haben, wie

sie wollten, und mit jenen, welche dies nicht gethan. Die

Unterscheidung ist, wie gesagt, aus den Veden hergeleitet. Die

erste und höchste Klasse (esoterisch), die Agnishvâtta, werden in

der exoterischen Allegorie als Grihastha oder brâhmanische

Hausväter dargestellt, welche dadurch, daß sie in ihren

vergangenen Geburten in anderen Manvantaras es unterlassen

hatten, ihre häuslichen Feuer zu unterhalten und Brandopfer

darzubringen, jeden Anspruch darauf verloren hatten, daß ihnen

Darbringungen mit Feuer gewidmet werden. Hingegen werden die

Barhishad, welche Brâhmanen sind, die ihre hausväterlichen

heiligen Feuer unterhalten haben, bis zum heutigen Tage so

verehrt. Somit werden die Agnishvâtta als das Feuer entbehrend,

und die Barhishad als im Besitze desselben befindlich dargestellt.

Aber die esoterische Philosophie erklärt die ursprünglichen

Eigenschaften als durch den Unterschied zwischen den Naturen

4181 :49. III

der beiden Klassen veranlaßt: die Agnishvâtta Pitris entbehren des

„Feuers“, d. i. des Zeugungstriebes, weil sie zu göttlich und rein

sind; indessen die Barhishad, welche die mit der Erde enger

verknüpften Mondgeister sind, die schöpferischen Elohim der Form

oder des Adams von Staub sind.

Die Allegorie sagt, daß Sanandana und andere Vedhas, die Söhne des Brahmâ,

seine ersten Nachkommenschaft:

ohne Begierde oder Leidenschaft waren, durchdrungen von heiliger Weisheit,

dem Weltalle entfremdet und ohne Begierde nach Nachkommenschaft. [14]

Das ist es auch, was in dem Shloka gemeint ist mit den Worten:

„sie wollten nicht schaffen“, und wird wie folgt erklärt: „die

ursprünglichen Ausstrahlungen aus der schöpferischen Kraft sind

der Unbedingten Ursache zu nahe. Sie sind einen Übergang

bildende und verborgene Kräfte, welche sich erst den nächsten und

den darauf folgenden Abstufungen entwickeln werden.“

Dies macht es klar. Daher heißt es, daß Brahmâ Zorn empfunden habe, als er

sah, daß jene

verkörperten Geister hervorgebracht aus seinen Gliedern (gâtra), sich nicht

vermehren wollten.

Hierauf, in der Allegorie, erschafft er weitere sieben aus der Seele geborene

Söhne, [15] nämlich Marichi, Atri, Angiras, Pulastya, Pulaha, Kratu und

Vasishtha, welcher letztere oft ersetzt ist durch Daksha, den fruchtbarsten unter

den Schöpfern. In den meisten texten werden diese sieben Söhne des Vaishtha-Daksha

die Sieben Rishis den dritten Manvantara genannt; das letztere bezieht

sich sowohl auf die dritte Runde, als auch auf die dritte Wurzelrasse und ihre

Zweigrassen in der vierten Runde. Diese sind alle die Schöpfer, der

verschiedenen Wesen auf dieser Erde, die Prajâpati, und zur selben Zeit

erscheinen sie als verschiedenartige Reinkarnationen in den früheren

Manvantaras oder Rassen.

[13] Die Mondgötter.

[14] Vishnu Purâna, I. ., Wilson´s Übers., I. 101.

4181 :49. III

[15] Siehe Mahâbhârata, Mokshadharma Parvan.

4181  :49. III

Es wird somit klar, warum die Agnishvâtta, des gröberes „schöpferischen Feuers“

entbehrend, daher nicht im stande, den physischen Mensche zu schaffen, ohne

Doppelgänger oder Astralkörper zur Aussendung, da sie ohne irgend welche

„Form“ waren, in den exoterischen Allegorien als Yogîs, Kumâras (keusche

Jünglinge) dargestellt, welche zu „Rebellen“, Asuras, kämpfenden und

widerstand leistenden Göttern [16] u. s. w. wurden. Doch waren sie allein es,

welche den Menschen vollständig machen, d. i., aus ihm ein selbstbewußtes,

beinahe ein göttliches Wesen – einen Gott auf Erden machen konnten. Die

Barhishad, obwohl im Besitze des schöpferischen „Feuers“, entbehrten des

höheren Mahatischen Elements. Auf einer Ebene mit den niederen „Prinzipien“

stehend – mit jenen, welche der groben objektiven Materie vorangehen –

konnten sie bloß den äußeren Menschen, oder vielmehr das Vorbild des

physischen, den astralen Menschen hervorbringen. Somit, obwohl wir sie mit der

Aufgabe von Brahmâ betraut sehen – dem kollektiven Mahat oder universalen

göttlichen Gemüt – wiederholt sich das „Geheimnis der Schöpfung“ auf Erden,

nur in einem verkehrten Sinne, wie in einem Spiegel.

Diejenigen, welche nicht im stande sind, den geistigen unsterblichen Mensche

zu schaffen, projizieren das unvernünftige Vorbild (den Astralkörper) des

körperlichen Wesens; und, wie man sehen wird, waren es jene, welche sich nicht

vermehren wollten, die sich selbst dem Wohle und der Erlösung der geistigen

Menschheit opferten. Denn, zur Vollendung des siebenfältigen Menschen sind

als Zusatz zu seinen drei niederen Prinzipien, und um dieselben mit seiner

geistigen Monade zusammenzukitten – welche in einer solchen Form niemals

anders als in einem absolut latenten Zustande wohnen könnte – zwei

verbindende „Prinzipien“ notwendig: Manas und Kâma. Dies erfordert ein

lebendiges geistiges Feuer des mittleren Prinzipes aus dem fünften und dritten

Zustande des Plerôma. Aber dieses Feuer ist der Besitz der Dreiecke, nicht der

(vollkommenen) Würfel, welche die Englischen Wesen symbolisieren; [17] indem

die ersteren sich von der Ersten Schöpfung her in den Besitz desselben gesetzt

haben und dasselbe für sich selbst verwendet haben sollen, wie in der Allegorie

des Prometheus. Diese sind die thätigen, und daher – im Himmel – nicht länger

mehr „reinen“ Wesen. Sie sind die unabhängigen und freien Intelligenzen

geworden, welche in jeder Theogonie als für diese Unabhängigkeit und Freiheit

kämpfende dargestellt werden, und daher als – im gewöhnlichen Sinne –

„aufrührerisch gegen das göttliche passive Gesetz“. Diese sind dann jene

„Flammen“ – die Agnishvâtta – welche, wie in dem Shloka gezeigt,

„zurückbleiben“, anstatt mit den anderen zusammen daranzugehen, die Mensche

auf Erden zu schaffen. Aber die wahre esoterische Bedeutung ist die, daß die

meisten von ihnen bestimmt waren, sich als die Egos der bevorstehenden Ernte

der Menschheit zu inkarnieren.

Das menschliche Ego ist weder Âtman noch Buddhi, sondern das

Höhere Manas; die intellektuelle Frucht und Blüte des

intellektuellen selbstbewußten Egoismus – im höheren geistigen

Sinne. Die alten Werke beziehen sich darauf als auf das Kârana

Sharira auf der Ebene des Sûtrâtmâ, welcher der „goldene Faden“

ist, auf welchem, wie Perlen, die verschiedenen Persönlichkeiten

des Höheren Ichs aufgereiht sind. Wenn dem Leser gesagt würde,

wie in den halbesoterischen Allegorien, daß diese Wesen

zurückkehrende Nirvânîs aus vorhergehenden Mahâ-Manvantaras

sind – Zeitalter von unberechenbarer Dauer, welche in die Ewigkeit

dahingerollt sind, von einer noch unermeßlicheren Zeit – so würde

er schwerlich den Text richtig verstehen; während einige

Vedântisten sagen könnten: „dies ist nicht so; der Nirvânî kann

niemals zurückkehren“; welches wahr ist während des Manvantara,

dem er angehört, und irrtümlich, wo die Ewigkeit in Betracht kommt.

Denn es heißt in den heiligen Shlokas:

„Der Faden des strahlenden Glanzes, welcher unvergänglich ist, und sich nur

auflöst im Nirvâna, taucht wieder daraus auf in seiner Unversehrtheit an dem

Tage, an welchem das Große Gesetz alle Dinge zur Thätigkeit zurückruft.“

Daher, weil die höheren Pitris oder Dhyânis bei seiner physischen Schöpfung

nicht beteiligt waren, finden wir den ursprünglichen Menschen – hervorgegangen

aus den Körpern seiner geistig „feuerlosen“ Vorfahren – beschrieben als

luftförmig, der Dichtigkeit entbehren, und „gemütlos“. Er hatte kein mittleres

Prinzip, welches ihm als Vermittlung zwischen dem Höchsten und Niedrigsten

dienen konnte – zwischen dem geistigen Menschen und dem physischen Gehirn

·        denn Manas fehlte ihm. Die Monaden, welche in jenen leeren Schalen sich inkarnierten, blieben ebenso unbewußt, als da sie von ihren früheren

unvollständigen Formen und Trägern getrennt waren. Es ist keine Möglichkeit der

Schöpfung, oder Selbstbewußtsein in einem „reinen“ Geiste auf dieser unserer

Ebene, wenn nicht seine allzu gleichartige, vollkommene – weil göttliche – Natur

sozusagen vermischt wird mit, und gekräftigt durch eine bereits differenziierte

Wesenheit. Nur die untere Linie des Dreieckes –welches die erste Triade

darstellt, die aus der universalen Monade hervorgeht – kann dieses benötigte

Bewußtsein auf der Ebene der diffenziierten Natur liefern. Aber wie konnten

diese reinen Ausstrahlungen, welche nach diesem Prinzipe ursprünglich selbst

„unbewußt“ (in unserem Sinne) gewesen sein müßte, von irgend welchem

Nutzen bei der Beschaffung des erforderlichen Prinzipes sein, da sie dasselbe

selber kaum besessen haben konnten?

Die Antwort ist schwierig zu verstehen, wenn man nicht wohl

vertraut ist mit der philosophischen Metaphysik einer anfanglosen

und endlosen Reihe von kosmischen Wiedergeburten, und ganz

durchdrungen wird und bekannt mit jenem unveränderlichen

Naturgesetze, welches EWIGE BEWEGUNG ist, cyklische und

spirale – daher fortschreitend selbst in ihrem scheinbaren

Rückschritte. Das eine göttliche Prinzip, das namenlose TAT der

Veden ist das universale Ganze, welches weder in seinen geistigen

Aspekten und Emanationen, noch in seinen körperlichen Atomen

jemals in „absoluter Ruhe“ sein kann, ausgenommen während der

Nächte des Brahmâ. Daher sind auch die „Erstgeborenen“ jene,

welche beim Beginne eines Manvantara zuerst in Bewegung

gesetzt werden, und so die ersten sind, in die niederen Sphären

der Materialität zu verfallen. Sie, die in der Theologie die „Thronen“

genannt werden, und der „Stuhl Gottes“ sind, müssen die ersten

inkarnierten Menschen auf Erden sein; und es wird begreiflich,

wenn wir an die endlose Reihe der vergangenen Manvantaras

denken, zu finden, daß die letzten die ersten werden mußten, und

die ersten die letzten. Wir finden, kurz gesagt, daß die höheren

Engel vor zahllosen Aeonen die „Sieben Kreise“ durchbrochen, und

sie heiligen Feuers „beraubt“ hatten; das bedeutet in klaren Worten,

daß sie während ihrer vergangenen Inkarnationen, in den

niedrigeren sowie in den höheren Welten, alle Weisheit aus

denselben assimiliert hatten – den Wiederschein von Mahat in

seinen verschiedenen Intensitätsgraden. Kein Wesen, sei es

englisch oder menschlich, kann den Zustand von Nirvâna oder der

absoluten Reinheit erlangen, ausgenommen durch Aeonen des

Leidens und durch die Erkenntnis des Bösen sowohl wie des

Guten, da im anderen Falle das letztere unverständlich bleiben

würde.

[16] Weil, wie die Allegorie zeigt, die Götter, welche keine eigenen

persönlichen Verdienste hatten, aus Furcht vor der Heiligkeit jener selbst-strebenden

inkarnierten Wesen, welche Asketen und Yogîs geworden waren

und so die Macht der ersteren durch ihre selbsterworbenen Kräfte

umzustürzen drohten - dieselben anklagten. Alles dieses hat eine tiefe

philosophische Bedeutung und bezieht sich auf die Entwicklung und

Erlangung göttlicher Kräfte durch Selbstdarstellung. Einige Rishi-Yogîs

werden in den Purânen als viel mächtiger denn die Götter hingestellt.

Sekundäre Götter oder zeitweilige Mächte in der Natur (die Kräfte) sind

verurteilt zu verschwinden; nur das geistige Wirkungsvermögen kann ihn

dahin führen, eins zu werden mit dem UNENDLICHEN und dem

UNBEDINGTEN.

[17] Das Dreieck wird ein Fünfeck (fünffältig) auf Erden

Zwischen dem Menschen und dem Tiere – deren Monaden oder

Jîvas im Grunde wesensgleich sind – liegt der unüberschreitbare

Abgrund der Mentalität und des Selbstbewußtseins. Was ist das

menschliche Gemüt in seinem höheren Aspekt, woher kommt es,

wenn es nicht ein Teil ist der Wesenheit – und, in einigen seltenen

Inkarnationsfällen, die Wesenheit selbst – eines höheren Wesens;

eines solchen von einer höheren und göttlichen Ebene? Kann der

Mensch – ein Gott in der tierischen Form – die Hervorbringung der

materiellen Natur durch bloße Entwicklung sein, geradeso wie das

Tier es ist, welches sich vom Menschen durch die äußere Gestalt,

aber durchaus nicht durch die Stoffe seines körperlichen Aufbaus

unterscheidet, und von derselben, wenn auch unentwickelten

Monade beseelt ist – in Anbetracht dessen, daß die intellektuellen

Fähigkeiten der beiden sich von einander unterscheiden wie die

Sonne von einem Glühwurm? Und was ist es, das einen solchen

Unterschied schafft, wenn nicht der Mensch ein Tier plus einem

lebendigen Gotte innerhalb seiner körperlichen Hülle? Halten wir an

und legen uns selbst ernstlich die Frage vor, unbekümmert um die

Schrullen und Sophismen der materialistischen wie der

psychologisch modernen Wissenschaft.

Bis zu einem gewissen Grade, das ist zugestanden, ist selbst die Esoterische

Lehre allegorisch. Um die letztere dem Durchschnittsverstande begreiflich zu

machen, ist der Gebrauch von in eine verständliche Form gebrachten Symbolen

erforderlich. Daher die allegorischen und halb-mythischen Erzählungen in den

exoterischen, und die bloß halb-metaphysischen und objektiven Darstellungen in

den esoterischen Lehren. Denn die rein und transcendental geistigen Begriffe

sind nur für das Empfindungsvermögen jener passend, welche „sehen ohne

Augen, hören ohne Ohren, und empfinden ohne Organe,“ nach der

anschaulichen Ausdrucksweise des s. Dem allzu puritanischen

Idealisten steht es frei, den Lehrsatz zu vergeistigen, während der moderne

Psychologe einfach versuchen würde, unsere „gefallene“, aber noch göttliche -

göttliche in ihrem Zusammenhange mit Buddhi – Menschenseele wegzugeistern.

Das Geheimnis, welches mit den hoch geistigen Vorfahren des göttlichen

Menschen innerhalb des irdischen Menschen verknüpft ist, ist sehr groß. Seine

doppelte Erschaffung ist in den Purânen angedeutet, während man sich seiner

esoterischen Bedeutung nur durch das gegenseitige Vergleichen der vielen

verschiedenen Berichte, und dadurch, daß man sie in ihrem symbolischen und

allegorischen Charakter liest, nähern kann. So ist es in der Bibel, sowohl in der

Genesis als auch sogar in den Briefen des Paulus. Denn dieser „Schöpfer“,

welcher in dem zweiten Kapitel der Genesis „Gott der Herr“ genannt wird, ist in

dem Originale die Elohim, oder Götter (die Herren) in der Mehrzahl; und während

einer von ihnen den irdischen Adam aus Staub macht, haucht der zweite ihm den

Atem des Lebens ein, und der dritte macht aus ihm eine lebendige Seele, und

alle diese Deutungen sind in der Mehrzahl des Wortes Elohim enthalten [18] oder

wiederum, wie Paulus sagt:

Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der andere (der letzte, oder

vielmehr höchste) Mensch ist der Herr vom Himmel. [19]

In der ârischen Allegorie werden die rebellischen Söhne des Brahmâ alle

dargestellt als heilige Asketen und Yogîs. Wiedergeboren in jedem Kalpa,

suchen sie gewöhnlich das Werk der menschlichen Zeugung zu verhindern.

Wenn Daksha, der Führer der Prajâpatis oder Schöpfer, 10 000 Söhne zum

Zwecke der Bevölkerung der Welt hervorbringt, so tritt Nârada – ein Sohn des

Brahmâ, der große Rishi, und dem Wesen nach ein Kumâra, wenn auch nicht

dem Namen – dazwischen, und vereitelt zweimal das Vorhaben Dakshas, indem

er jene Söhne überredet, heilige Asketen zu bleiben, und die Ehe zu fliehen.

Dafür verflucht Daksha den Nârada, „als ein Mensch wiedergeboren“ zu werden,

wie Brahmâ ihn vorher verflucht hat wegen seiner Weigerung zu heiraten und

Nachkommenschaft zu erhalten, indem er sagte: „gehe zu Grunde in deiner

gegenwärtigen (Deva- oder Engel-) Form; und nimm deinen Aufenthalt in dem

Schoße“ – d. i. werde ein Mensch. [20]

Ungeachtet der verschiedenen einander widersprechenden

Lesearten derselben Geschichte, ist es leicht zu sehen, daß

Nârada zu jener Klasse von „Erstgeborenen“ Brahmâ´s gehört,

welche sich alle aufrührerisch gegen das Gesetz der tierischen

Zeugung erwiesen haben, wofür sie sich als Menschen zu

inkarnieren hatten. Von allen vedischen Rishis ist Nârada, wie

bereits gezeigt, der unveränderlichste, weil er mit den occulten

Lehren – insbesondere mit den geheimen Cyklen und Kalpas – am

engsten verbundene ist.

Gewisse sich widersprechende Behauptungen über diesen Weisen

haben die Orientalisten sehr beunruhigt. So wird er dargestellt, wie

er sich unbedingt weigert, zu „schaffen“ oder Nachkommenschaft

zu haben, und sogar seinen Vater Brahmâ einen „falschen Lehrer“

nennt, weil er ihm rät zu heiraten wie im Nârada-Pancha-Râtra

erzählt ist; nichtsdestoweniger wird er als einer, der Prajâpatis oder

Vorfahren erwähnt! Im Nâradîya Purâna beschreibt er die Gesetze

und Pflichten der ehelosen Adepten; und da diese occulten

Pflichten sich zufälligerweise nicht mit dem Bruchstücke von

4185 :50. III

ungefähr 3000 Strophen vorfinden, welches in dem Besitze von

europäischen Museen ist, werden die Brâhmanen für Lügner

erklärt; wobei die Orientalisten vergessen, daß das Nâradîya

angeblich 25 000 Strophen enthält, und daß es nicht sehr

wahrscheinlich ist, daß solche Manuskripte sich in den Händen von

den indischen Profanen finden sollten, die bereit sind, irgend ein

kostbares Palmenblatt für eine rote Suppe zu verkaufen. Es

genüge die Bemerkung, daß Nârada vorzugsweise der Deva-Rishi

des Occultismus ist und daß der Occultist, welcher nicht Nârada

nach seinen sieben esoterischen Schilffflächen erwägt, analysiert

und studiert, niemals im stande sein wird, gewisse

anthropologische, chronologische, und selbst kosmische Mysterien

zu ergründen. Er ist eines der oben erwähnten Feuer, und spielt

eine Rolle in der Entwicklung dieses Kalpa von dem Anbeginne

seines Aufdämmerns bis zu seinem Endzustande. Er ist ein

Schauspieler, welcher in einem jeden der auf einander folgenden

Akte oder Wurzelrassen des gegenwärtigen manvantarischen

Dramas auftritt, in den Weltallegorieen, welche den Grundton der

Esoterik anschlagen, und jetzt dem Leser vertrauter werden. Aber

sollen wir uns an andere alte Schriften und Dokumente wenden,

um eine Bestätigung der „Feuer“, „Funken“ und „Flammen“? Sie

sind zahlreich, wenn man sie nur an den richtigen Stellen sucht.

[18] Seth, wie Bunsen und andere gezeigt haben, ist nicht nur der

„ursprüngliche Gott“ der Semiten - einschließlich der ersten Juden - sondern

auch ihr „halbgöttlicher Vorfahr“. Denn sagt Bunsen (Gott in der Geschichte,

II. 36): „Der Stammbaum des Seth der Genesis, Vaters des Enosch (des

Mannes) muß ursprünglich als gleichlaufend gedacht werden mit dem von

Elohim, Adams Vater, abgeleiteten.“ „Nach Bunsen war die Gottheit (oder

Gott Seth) der uralte Gott von Nordägypten und Palästina“, sagt Staniland

Wake, in The Great Pyramid (p. 61). Und Seth wurde in der späteren

Theologie der Ägypter als ein „böser Dämon“ behandelt, sagt derselbe

Bunsen, denn er ist eins mit Typhon und logisch folgerichtig eins mit den

indischen Dämonen.

[19] I. Korinth, XV. 47.

[20] Vâyu Purâna; Harivamsha, 170.

4185  :50. III

In dem kabbalistischen Buche des verborgenen Geheimnisses sind sie klar

verkündet, wie auch in der Ha Idra Zuta Qadisha, oder „kleineren heiligen

Versammlung“. Die Sprache ist sehr mystisch und verhüllt, aber doch noch

verständlich. In den letzteren geht, zwischen den Funken früherer Welten,

„Flammen und Funken schlagend“ aus dem göttlichen Feuersteine, der „Arbeiter“

daran, den Menschen zu schaffen, „männlich und weiblich“ (427). Von diesen

„Flammen und Funken“ – Engeln und ihren Welten, Sternen und Planeten – heißt

es figürlich, daß sie erlöschen und sterben, d. i. „ungeoffenbart“ bleiben, bis ein

bestimmter Naturvorgang vollendet ist. Um zu zeigen, wie dicht vor dem Blicke

der Öffentlichkeit die wichtigsten Thatsachen der Entstehung des

Menschengeschlechtes verhüllt sind, werden jetzt zwei Stellen aus zwei

kabbalistischen Büchern aufgeführt. Die erste ist aus der Ha Idra Zuta Qadisha:

429. Von einem Lichtträger (einem der sieben heiligen Planeten) von unerträglicher Helligkeit ging aus eine strahlende Flamme wegsprühend wie ein ungeheuer und mächtiger Hammer jene Funken, welche die früheren Welten waren.

430. Und mit höchst feinem Ether waren diese vermengt und wechselseitig mit

einander verbunden, aber nur wenn sie miteinander vereinigt waren gleichwie

der Große Vater und die Große Mutter.

431. Von Hoa Selbst, ist AB, der Vater; und von Hoa, Selbst, ist Rauch, der

Geist; welche verborgen sind in dem Alten der Tage, und darin ist dieser Ether

verborgen.

432. Und er war verbunden mit einem Lichtträger (einem Planeten und seinem

Engel oder Regenten), welcher hervorging aus diesem Lichtträger von

unerträglicher Helligkeit, welcher verborgen ist in dem Schoße von Aima, der

Großen Mutter. [21]

„Nun handelt der folgende Auszug aus dem Zohar [22] , unter der Überschrift „die

voradamischen Könige“, auch von demselben Geheimnisse:

Wir haben gelernt in den Siphrah D´tziunathah, daß der At´-ti´kah D´At-ti´kin,

der Alte der Alten, bevor Er Seine Form bereitete, Könige bildete und Könige

eingrub, und Könige skizzierte (Menschen, die „Könige“ der Tiere) und sie

konnten nicht existieren: bis er sie umwarf und sie bis nach einer Zeit verbarg,

weshalb geschrieben steht: „Und diese sind die Könige, welche in dem Lande

4187 :50. III

Edom regierten“ . . . . Und sie konnten nicht existieren bis Resha Hiv´rah, das

weiße Haupt, der At´-ti´kah D´At´-ti´-kin, der Alte der Alten, sich selbst

einrichtete, Als Er sich selbst einrichtete, bildete Er alle Formen oben und

unten . . . . Bevor Er sich in Seiner Form einrichtete, waren nicht geformt alle

jene, welche Er zu formen wünschte, und alle Welten waren zerstört . . .. Sie

blieben nicht an ihren Plätzen, weil die Form der Könige nicht geformt war, wie

sie hätte sein sollen, und die Heilige Stadt noch nicht bereitet war. [23]

Nun ist die klare Bedeutung dieser zwei allegorischen und metaphysischen

Untersuchungen einfach die: Welten und Menschen wurden abwechselnd

gebildet und zerstört, unter dem Gesetze der Entwicklung und aus vorher

existierendem Material. Bis beide, die Planeten und ihre Menschen, in unserem

Falle unsere Erde und ihre tierischen und menschlichen Rassen, das wurden,

was sie jetzt in dem gegenwärtigen Cyklus sind – entgegengesetzte polare

Kräfte, eine ins Gleichgewicht gebrachte Verbindung von Geist und Stoff, des

positiven und negativen, des männlichen und des weiblichen. Bevor der Mensch

physisch männlich und weiblich werden konnte, mußten sein Vorbild, die

schöpferischen Elohim, seine Form auf dieser sexuellen Ebene astral einrichten,

das heißt, die Atome und die organischen Kräfte, welche auf die Ebene der

gegebenen Differenziation herabstiegen, mußten in die von der Natur

beabsichtigte Ordnung gebracht werden, um so beständig auf eine unbefleckte

Weise dieses Gesetz auszuführen, welches die Kabbalah die „Wage“ nennt,

wodurch alles, was existiert, als männlich und weiblich existiert in seiner

schließlichen Vollendung, in diesem gegenwärtigem Zustande von Stofflichkeit.

Chokmah, Weisheit, der männliche Sephira, mußte sich in, und durch Binah, die

intelligente Natur, oder Verstand, ausbreiten. Daher mußte die erste menschliche

Wurzelrasse, geschlechtslos und gemütslos, umgeworfen werden und

„verborgen bis nach einer Zeit“; d. i. die Erste Rasse, anstatt zu sterben,

verschwand in der zweiten Rasse, wie gewisse niedere Lebewesen und Pflanzen

in ihrer Nachkommenschaft thun. Es war eine allgemeine Umwandlung. Die

Erste wurde die Zweite Wurzelrasse, ohne sie zu erzeugen, sie hervorzubringen,

oder zu sterben.

„Sie gingen vorüber miteinander,“ wie geschrieben steht: „Und er starb“ und ein anderer „herrschte an seiner statt“.

[21] Siehe Mather´s Kabbalah Unveiled, p. 302.

4187 :50. III

[22] Übersetzt in Isaac Myer´s Qabbalah, p. 386.

[23] Zohar III., 135 a, 292 a, Idra Zutah. Brody Ausg. Idra Zutah.

4187  :50. III

Warum? Weil die „Heilige Stadt noch nicht bereitet war“. [24] Und was ist die

„Heilige Stadt“? Ma-Qom – der geheime Platz oder der Schrein – auf Erden; mit

andern Worten, die menschliche Gebärmutter, die mikrokosmische Kopie und

Wiederschein der Himmlischen Matrix, des weiblichen Raumes oder

ursprünglichen Chaos, in welchem der männliche Geist den Kein des Sohnes

oder des sichtbaren Weltalls befruchtet. Und zwar dies so sehr, daß in dem

Abschnitte über „die Emanationen des männlichen und weiblichen Prinzips“ im

Zohar, es heißt, daß auf dieser Erde die Weisheit von dem „Alten Heiligen“ „nicht

scheint, ausgenommen im männlichen und weiblichen.“

(„Hokhmah Weisheit ist der Vater und Binah Verstand ist die Mutter). . . . . Und

wenn sie sich, das eine mit dem andern, verbinden, so bringen sie hervor und

verbreiten und emanieren die Wahrheit. In den Aussprüchen des Rabbi Ye-yeva,

Sabbah, d. i. der Alte, lernten wir dies; Was ist Binah Verstand? Aber

wenn sie verbinden in dem einen das andere, das [korrekter Abdruck siehe

Buch, S.89] in dem [korrekter Abdruck siehe Buch, S.89], so werden sie

geschwängert und bringen einen Sohn hervor, und daher heißt es Binah, Verstand. Es bedeutet BeN YaH, d. i. Sohn des YaH. Das ist die Vollständigkeit des Ganzen. [25]

Dies ist auch die „Vollständigkeit“ des Phallicismus bei den Rabbinern, seine

vollkommene Vergötterung, indem das Göttliche zum Tierischen herabgezogen

ist, das Erhabene in die Roheit des Irdischen. Nichts so anschaulich Rohes

existiert im östlichen Occultismus, noch in der ursprünglichen Kabbalah - dem

chaldäischen Buch der Zahlen. Wir haben bereits in Isis Unveiled gesagt:

Wir finden es etwas unweise von Seite der katholischen Schriftsteller, die

Schalen ihres Zorns in Sätze auszugießen wie diese: „In einer großen Anzahl

von Pagoden, der phallische Stein, immer und jeder Zeit, wie der griechische

batylos, die brutalunanständige Form des lingham annehmend . . . des Mahâ

Deva.“ Bevor sie ein Symbol mit Schmutz bewerfen, dessen tiefsinnige

metaphysische Bedeutung zu hoch ist für das Begriffsvermögen der modernen

Vorkämpfer jener Religion der Sinnlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes, des

römischen Katholizismus, sind sie verpflichtet, ihre ältesten Kirchen zu

zerstören, und die Form der Kuppeln ihrer eigenen Tempel zu ändern. Der

Mahadeo von Elephanta, der Runde Turm von Bhagulpore, die Minarete des

Islam - einerlei ob abgerundet oder zugespitzt - sind Urbilder des

Glockenturms von S. Marco zu Venedig, der Rochester-Kathedrale und des

modernen Domes von Mailand. Alle diese Spitztürme, Türmchen, Kuppeln und

4189 :51. III

christlichen Tempel sind die Wiederholung der ursprünglichen Idee des lithos,

des aufgerichteten Phallus. [26]

Nichtsdestoweniger, und wie immer dem auch sein mag, die Thatsache, daß mit

alle diese hebräischen Elohim, Funken, und Cherubim wesensgleich sind mit

Devas, Rishis und den Feuern und Flammen, den Rudras und den

neunundvierzig Agnis der alten Ârier, ist hinlänglich bewiesen durch und in der

Qabbalah.

[24] Gen. XXVI. 31 ff.; Myer´s Qabbalah, ebenda.  [25] Zohar, III. 290 a, Brody ausg. Idra zutah, angeführt in Isaac Myer´s Qabbalah, pp. 387, 388.

[26] II. 5.

4189 :51.

STROPHE .

SCHÖPFUNG DER ERSTEN RASSEN.

14. Schöpfung der Menschen. 15. Sie sind leere Schatten . 16. Die Schöpfer sind in Verlegenheit, wie sie einen denkenden Menschen schaffen sollen. 17.  Was zur Bildung eines vollkommenen Menschen notwendig ist.

14. DIE SIEBEN SCHAAREN, DIE AUS DEM WILLEN GEBORENEN [1]

HERREN, ANGETRIEBEN VON DEM GEISTE DES LEBENGEBENS, [2]

TRENNEN AB MENSCHEN VON SICH SELBER, EIN JEDER VON SEINER

EIGENEN ZONE.

Sie warfen ihre „Schatten“ oder Astralkörper ab – wenn man von einem solchen

ätherischen Wesen wie einem „Mondgeist“ annehmen kann, daß er sich eines

astralen, außer eines kaum greifbaren Körpers, erfreue. In einem anderen

 heißt es, daß die Vorfahren den ersten Menschen ausatmeten, wie

von Brahmâ erklärt wird, daß er die Suras oder Götter ausgeatmet habe, wodann

sie zu Asuras (von Asu, Atem) wurden. In einem dritten heißt s, die neugeschaffenen Menschen, die „Schatten der Schatten“ waren.

In Bezug auf diesen Satz – „Sie waren die Schatten der Schatten“ – mögen ein

paar weitere Worte gesagt und eine vollständigere Erklärung versucht werden.

Der erste Entwicklungsvorgang der Menschheit ist viel leichter anzunehmen als

der, welcher darauf folgt, obwohl der eine wie alle anderen solchen Vorgänge

werden verworfen und bezweifelt, sogar von einigen Kabbalisten, insbesondere

den westlichen, welche die gegenwärtigen Wirkungen studieren, es aber

unterlassen haben, deren erste Ursachen zu studieren. Auch fühlt sich die

Schreiberin nicht zur Erklärung einer Fortpflanzungsweise berufen, welche so

schwer richtig zu würdigen ist, ausgenommen von einem östlichen Occultisten.

Daher ist es nutzlos, hier in Einzelheiten bezüglich des Vorganges einzugehen,

obwohl derselbe in den geheimen Büchern genau beschrieben ist, weil es nur

dazu führen würde, von der profanen Welt bisher unbekannte Thatsachen zu

sprechen und daher dazu, daß sie missverstanden werden. Ein Adam, der aus

dem Staube des Bodens gemacht ist, wird für eine gewisse Klasse von Schülern

sich immer als annehmbarer erweisen als einer, der sich dem ätherischen Körper

projiziert wurde; obwohl man von dem ersteren Vorgang niemals etwas gehört

hat, während der letztere, wie alle wissen, vielen Spiritisten in Europa und

4190 :51.

Amerika wohl bekannt ist, die vor allen andern ihn verstehen sollten. Denn wer

von jenen, welche Zeugen bei der Erscheinung einer sich materialisierenden

Form waren, welche aus den Poren des Mediums oder zu anderen Zeiten aus

seiner linken Seite heraussickerte, könnte ermangeln, zum mindesten an die

Möglichkeit einer solchen Geburt zu glauben? Wenn es im Weltalle solche

Wesen giebt, wie Engel oder Geister, deren unkörperliche Wesenheit ein

intelligentes Wesen ausmachen kann trotz der Abwesenheit irgend eines (für

uns) festen Organismus; und wenn da jene sind, welche glauben, daß ein Gott

den ersten Menschen aus Staub machte, und ihm eine lebendige Seele einblies

·        und es giebt Millionen über Millionen, welche beides glauben – was enthält

diese unsere Lehre, das so unmöglich wäre? Sehr bald wird der Tag anbrechen,

an dem die Welt zu wählen haben wird, ob sie die wunderbare Erschaffung des

Menschen (und des Kosmos dazu) aus nichts, nach dem toten Buchstabe der

Genesis, annehmen will, oder einen ersten Menschen, geboren von einem

phantastischen Bindeglied – das bis jetzt vollständig „fehlend“ ist – dem

gemeinsamen Ahnen den Menschen und des „wahren Affen“. [3] Zwischen diese

beide Irrtümer tritt die occulte Philosophie. Sie lehrt, daß der erste

Menschenstamm von höheren und halbgöttlichen Wesen aus ihren eigenen

Wesenheiten heraus projiziert wurde. Wenn auch der letztere Vorgang als ein

abnormaler oder selbst unbegreiflicher – weil in der Natur an diesem Punkte der

Entwicklung veralteter – zu betrachten ist, so ist er doch auf Grund gewisser

„spiritualistischer“ Thatsachen als möglich erwiesen. Welche nun, fragen wir, von

den drei Hypothesen oder Theorien ist die vernünftigste und die am wenigsten

widersinnige? Gewiß kann niemand – er sei denn ein seelenblinder Materialist –

jemals gegen die occulte Lehre Einwendung machen.

[1] Oder aus der Seele Geborenen.

[2] Fohat.

[3] „Es konnte Huxley, auf die genauesten vergleichend-anatomischen

Untersuchungen gestützt, den hochwichtigen Satz aussprechen, daß die

anatomischen Verschiedenheiten zwischen dem Menschen und den höchst

stehenden Affen (Gorilla, Schimpanse) geringer sind, als diejenigen zwischen

den letzteren und den niedrigeren Affen. Für unsern menschlichen

4190 :51.

Stammbaum aber folgt hieraus unmittelbar der notwendige Schluß, daß das

Menschengeschlecht sich aus echten Affen allmählich entwickelt hat.“ (Über

die Entstehung des Menschengeschlechts, von Ernst Häckel. Ges. populäre Vorträge aus dem Gebiete der Entwicklungslehre. I. p. 53.)

4190  :51.

Nun entnehmen wir, wie gezeigt wurde aus der letzteren, daß der Mensch nicht

als das „vollkommene“ Wesen erschaffen wurde, welches er jetzt ist, wie unvollkommen er auch noch bleibt.

Es gab eine geistige, eine psychische, eine intellektuelle und eine animalische

Evolution, von dem höchsten zum niedersten, sowie eine physikalische

Entwicklung – vom einfachen und gleichartigen hinauf zum

zusammengesetzteren und verschiedenartigeren, wenn auch nicht ganz nach

den Linien, die uns von den modernen Evolutionisten aufgezeichnet sind. Diese

doppelte Entwicklung in zwei entgegengesetzte Richtungen erforderte

verschiedene Zeitalter von verschiedenartigen Naturen und Stufen der

Geistigkeit und Verstandeskraft, um das Wesen zu bilden, das jetzt als Mensch

bekannt ist. Ferner, das eine, unbedingte, immer thätige und niemals irrende

Gesetz, welches nach denselben Regeln von einer Ewigkeit (oder Manvantara)

zur anderen vorgeht – beständig eine aufsteigende Stufenleiter für das

geoffenbarte bietend, oder für das, was wir die große Täuschung (Mahâ-Mâyâ)

nennen, aber den Geist immer tiefer und tiefer auf der einen Seite in die

Stofflichkeit versenkend, und ihn dann durch das Fleisch erlösend und befreiend

·        dieses Gesetz, sagen wir, benützt für diese Zwecke die Wesen von anderen

und höheren Ebenen, Menschen, oder Gemüter (Manus) in Übereinstimmung mit

ihren karmischen Erfordernissen.

An dieser Stelle wird der Leser neuerdings aufgefordert, sich der indischen

Philosophie und Religion zuzuwenden. Die Esoterik der beiden ist in

Übereinstimmung mit unserer Geheimlehre, wie sehr auch die Form verschieden

und andersartig sein mag.

4191 :52.

ÜBER DIE GLEICHARTIGKEIT UND VERSCHEDENHEITEN DER

INKARNIERENDEN KRÄFTE.

Die Vorfahren des Menschen, genannt in Indien Väter, Pitaras, oder Pitris, sind

die „Schöpfer“ unserer Körper und niederen Prinzipien. Sie sind wir selbst, als die

ersten Persönlichkeiten, und wir sind sie. Der ursprüngliche Mensch wäre „Bein

von ihrem Bein und Fleisch von ihrem Fleisch“, wenn sie Knochen und Fleisch

hätten. Wie festgestellt, waren sie „Mondwesen“.

Die Begaber des Menschen mit seinem bewussten, unsterblichen EGO, sind die

„Sonnenengel“ – ob nun metaphorisch oder buchstäblich so betrachtet. Der

esoterische Name dieser Sonnenengel ist, buchstäblich, die „Herren“ (Nâth) der

„ausdauernden unaufhörlichen Hingabe“ (Pranidhâna). Daher scheinen die von

dem fünften Prinzipe (Manas) in Verbindung zu stehen mit, oder verursacht zu

haben das System des Yogîs, welche aus Pranidhâna ihre fünfte Regel machen.

[4] Es ist bereits erklärt worden, warum die transhymâlaischen Occultisten sie als

offenbar wesensgleich mit jenen betrachten, welche in Indien Kumâras, Agnishvâttas, und die Barhishads genannt werden.

Wie scharf und wahr ist Platos Ausdruck, wie tiefsinnig und philosophisch seine

Bemerkung über die (menschliche) Seele oder das Ich, wenn er es definiert als

„eine Zusammensetzung aus dem Selben und dem Anderen.“ Und doch, wie

wenig ist dieser Wink verstanden worden, da die Welt ihn in dem Sinne nahm,

daß die Seele der Atem Gottes sei, des Jehovah. Es ist „das Selbe und das

Andere“, wie der große initiierte Philosoph sagte; denn das Ich – das „Höhere

Selbst“, wenn verschmolzen mit und eingetaucht in die göttliche Monade – ist der

Mensch, und doch das Selbe wie das „Andere“; der in ihm inkarnierte Engel ist

dasselbe mit dem universalen Mahat. Die großen klassischen Schriftsteller und

Philosophen fühlten diese Wahrheit, wenn sie sagten:

Es muß etwas in uns sein, was unsere Gedanken hervorbringt. Etwas sehr

Feines; es ist ein Atem; es ist Feuer; es ist Ether; es ist Quintessenz; es ist ein

zartes Abbild; es ist eine Denkthätigkeit; es ist eine Zahl; es ist eine Harmonie.

[5]

All dies sind die Mânanas, Asuras, und andere Beherrscher und Pitris, welche in

der dritten Rasse inkarnierten, und auf diese und verschiedene andere Weisen

die Menschheit mit Gemüt begabten.

4192 :52.

[4] Siehe Yoga Shâstra, II. 32.

[5] Voltaire.

4192 :52.

Es giebt sieben Klassen von Pitris, wie unten gezeigt, drei unkörperliche und vier

körperliche; und zwei Arten, die Agnishvâtta und die Barhishad. Und wir können

hinzufügen, daß, wie es zwei Arten von Pitris giebt, so auch eine doppelte und

eine dreifache Reihe von Barhishad und Agnishvâtta. Die ersteren, welche ihre

astralen Doppelgänger hervorgebracht haben, werden als Söhne von Atri

wiedergeboren, und sind die „Pitris der Dämonen“, oder körperlichen Wesen, auf

Grund der Autorität des Manu; [6] indeß die Agnishvâtta wiedergeboren werden

als Söhne des Marîchi, eines Sohnes des Brahmâ, und die „Pitris der Götter“ sind. [7]

Das Vâyu Purâna erklärt, daß die sieben Ordnungen der Pitris ursprünglich die

ersten Götter gewesen seien, die Vairâjas, welche Brahmâ mit dem Yogaauge

in den ewigen Sphären schaute, und welche die Götter der Götter sind. . . . .

Das Matsya . . . . fügt hinzu, daß die Götter sie verehrten. [8]

Der Harivamsha unterscheidet die Vairâjas als eine Klasse der Pitris allein, [9]

eine Behauptung, welche in den Geheimlehren bestätigt wird, die jedoch die

Vairâjas mit den älteren Agnishvâtta [10] und den Râjasas, oder Âbhûtarajasas

identifizieren, welche unkörperlich sind, sogar ohne astrales Phantom.

Von Vishnu wird in den meisten Manuskripten gesagt, daß er in und durch sie

sich inkarniert habe.

Im Raivata Manvantara wiederum wurde Hari, der beste der Götter, geboren von Sambhûti als der göttliche Mânasa – beginnend mit den Gottheiten Râjasas. [11]

Sambhûti war eine Tochter des Daksha und Weib des Marîchi, des Vaters der

Agnishvâtta, welche zusammen mit den Râjasas immer mit den Mânasas

verbunden sind. Wie von einem viel tüchtigeren Sanskritisten als Wilson, von

Herrn Fitzedward Hall bemerkt wird:

Mânasa ist kein ungeeigneter Name für eine Gottheit, welche mit den Râjasas

verbunden ist. Wie scheinen darin mânasam zu haben – dasselbe wie manas – mit der Veränderung der Endung, die notwendig ist, um eine männliche Personifikation auszudrücken. [12]

Alle Söhne des Virâja sind Mânasas, sagt Nîlakantha. Und Virâja ist Brahmâ, und

daher werden die Unkörperlichen Pitris Vairâjas genannt, weil sie Söhne des Virâja sind, sagt das Vâyu Purâna.

4193 :53.

Wir könnten unsere Beweise ins Unendliche vermehren, aber es ist nutzlos. Die

Weisen werden unsern Sinn erstehen, die Unweisen werden nicht gebraucht. Es

giebt dreiunddreißig Karors oder dreihundertunddreißig Millionen von Göttern in

Indien. Aber, wie von dem gelehrten Vortragenden über die Bhagavad Gîtâ bemerkt wird:

Sie mögen alle Devas sein, aber sie sind durchaus nicht alle „Götter“, in dem hohen geistigen Sinne, welchen man dem Ausdrucke beilegt.

Dies ist ein unglücklicher Fehler, der gewöhnlich von den Europäern gemacht

wird. Deva ist eine Art von geistigem Wesen, und weil dasselbe Wort in

gewöhnlicher Sprechweise in der Bedeutung Gott gebraucht wird, folgt daraus

durchaus nicht, daß wir dreiunddreißig Karors von Göttern haben und verehren. Diese Wesen haben, wie ungezwungen geschlossen werden kann, eine gewisse Verwandtschaft mit einem von den drei zusammensetzenden Upâdhis (Grundprinzipien), in welche wir den Menschen geteilt haben. [13]

Die Namen der Gottheiten von einer gewissen mystischen Klasse ändern sich

mit jedem Manvantara. Die zwölf Großen Götter, Jayas, erschaffen von Brahmâ,

um ihn bei seinem Schöpfungswerke am ersten Anfange des Kalpa beizustehen,

welche, verloren in Samâdhi, es vernachlässigten zu schaffen – worauf sie

verflucht wurden zu wiederholten Malen geboren zu werden in einem jeden

Manvantara bis zum siebenten – werden so beziehungsweise genannt: Ajitas,

Tushitas, Satyas, Haris, Vaikunthas, Sâdhyas und Âdityas: [14] sie sind Tushitas

im zweiten Kalpa und Âdityas in dieser Vaivasvata-Periode, [15] abgesehen von

anderen Namen für jedes Zeitalter. Aber sie sind wesensgleich mit den Mânasas

oder Râjasas, und diese mit unseren inkarnierenden Dhyân Chohans.

Ja; abgesehen von jenen Wesen, welche, wie die Yakshas, Gandharvas,

Kinnaras, u. s. w., in ihren Individualitäten genommen, die Astralebene

bewohnen, giebt es wirkliche Devas, und zu diesen Klassen gehören die Âdityas,

die Vairâjas, die Kûmaras, die Asuras, und alle jene hohen himmlischen Wesen,

welche die occulte Lehre Manasvin nennt, die Weisen, allen voran, welche auch

alle Menschen zu selbstbewussten geistig intellektuellen Wesen gemacht haben

würden, wären sie nicht „verflucht“ worden, in die Zeugung zu verfallen, und für

ihre Pflichtvernachlässigung selber als Sterbliche wiedergeboren zu werden.

[6] Manava-Dharana Shâstra, III. 196.

4193 :53.

[7] Matsya und Padma Purânas und Kullûka über das Manava-Dharma

Shâstra, III. 195. Wir wissen ganz gut, daß das Vâyu und das Matsya Purâna

(angenehmer Weise für die westliche Deutung) die Agnishvâtta mit den

Jahreszeiten identifizieren, und die Barhishad Pitris mit den Monaten; sie

fügen eine vierte Klasse hinzu – Kâvyas – cyklische Jahre. Aber identifizieren

nicht die christlichen katholischen Katholiken ihre Engel mit Planeten, und sicht nicht die sieben Rishis zu den Saptarshis geworden – einem Sternbilde?  Sie sind Gottheiten, welche allen cyklischen Einteilungen verstehen.

[8] Vishnu Purâna, Wilson, III. 158, 159.

[9] Shlokas 935, 936.

[10] Das Vâyu Purâna zeigt die Virâja-loka genannte Region von den Agnishvâtta bewohnt.

[11] Wilson, ebenda, III. 17, Note von Fitzedward Hall.

[12] a. a. O., ebenda.

[13] Siehe Theosophist, February, 1887, p. 360.

[14] Siehe Wilson, II. 36.

[15] Siehe Vâyu Purâna.

4193  :53.

STROPHE . – Fortsetzung.

15. SIEBENMAL SIEBEN SCHATTEN [16] VON ZUKÜNFTIGEN MENSCHEN

[17] (a) WURDEN [18] GEBOREN, EIN JEDER VON SEINER EIGENEN FARBE

[19] UND ART. (b) EIN JEDER [20] UNTERGEORDNET SEINEM VATER. [21]

DIE VÄTER, DIE KNOCHENLOSEN, KONNTEN NICHT LEBEN GEBEN DEN

WESEN MIT KNOCHEN. IHRE NACHKOMMENSCHAFT WAREN BHÛTA, [22]

OHNE FORM UND OHNE GEMÜT . DESHALB WERDEN SIE DIE CHHÂYÂ-

[23] RASSE GENANNT. ©

(a) Manu, wie bereits bemerkt, kommt von der Wurzel man, denken, daher ein

„Denker“. Sehr wahrscheinlich entsprangen aus diesem Sanskritwort die

lateinische mens, Gemüt, der ägyptische Menes, das „Meister-Gemüt“, die

pythagoräische monas, oder bewußte „denkende Einheit“, auch Gemüt, und

selbst unser manas oder (engl.) mind, das fünfte Prinzip im Menschen. Daher

heißen diese Schatten Amânasa, „gemütlos“.

Bei den Brâhmanen sind die Pitris sehr heilig, weil sie die Vorfahren [24] oder

Ahnen der Menschen sind – die ersten Manushyas auf dieser Erde – und der

Brâhmane opfert ihnen, wenn ihm ein Sohn geboren wird. Sie sind mehr geehrt

und ihr Ritual ist wichtiger als die Verehrung der Götter. [25] Wollen wir jetzt nicht nach einem philosophischen Sinne in dieser doppelten Gruppe von Vorfahren suchen?

Da die Pitris in sieben Klassen geteilt sind, so haben wir hier wiederum die

mystische Zahl. Nahezu alle Purânen stimmen darin überein; daß drei von

diesen Arûpa (formlos) sind, während vier körperlich sind; die ersteren sind

intellektuell und geistig, die letzteren materiell und des Intellektes entbehrend.

Esoterisch sind es die Asuras, welche die drei ersten Klassen von Pitris bilden -

„geboren in dem Körper des Zwielichts“. Ihre Väter, die Götter, waren verdammt,

als Narren auf Erden begoren zu werden, nach dem Vâyu Purâna. Die Legenden

sind absichtlich vermengt und sehr verschwommen gemacht: Die Pitris sind in

der einen die Söhne der Götter, und in einer anderen jene des Brahmâ; während

eine dritte sie zu Unterweisern ihrer eigenen Väter macht. Es sind die Scharen

der vier materiellen Klassen, welche die Menschen gleichzeitig auf den sieben

Zonen schaffen.

Nun, mit Bezug auf die sieben Klassen von Pitris, von denen eine jede wieder in

sieben geteilt ist, ein Wort an die Schüler und eine Frage an die Profanen. Diese

Klasse der „Feuer Dhyânîs“, welche wir aus unbestreitbaren Gründen mit den

Agnishvâttas identifizieren, heißt in unserer Schule das „Herz“ des Dhyân-Chohanischen

Körpers, und soll sich in der Dritten Menschenrasse inkarniert und

4195 :53.

dieselbe vollkommen gemacht haben. Die esoterische Geheimnislehre spricht

von einer geheimnisvollen Beziehung, welche zwischen der siebenfältigen

Wesenheit oder Substanz dieses englischen Herzens und der Menschen

besteht, von welchem jedes körperliche Organ und jede seelische und geistige

Thätigkeit ein Wiederschein, sozusagen ein Abbild auf der irdischen Ebene, von

dem Muster oder Vorbild oben ist. Warum, wird gefragt, sollte eine solche

seltsame Wiederholung der Zahl sieben in dem anatomischen Baue eines

Menschen sein? Warum sollte das Herz vier niedere Kammern und drei höhere

Einteilungen haben, in so seltsamer Übereinstimmung mit der siebenfältigen

Einteilung der menschlichen Prinzipien, welche in zwei Gruppen getrennt sind,

die höhere und die niedere; und warum sollte dieselbe Einteilung sich in den

verschiedenen Klassen der Pitris, und insbesondere unserer Feuer Dhyânîs

finden? Weil, wie bereits festgestellt, diese Wesen in vier körperliche oder

gröbere, und in drei unkörperliche oder feinere Prinzipien“, oder mit welchem

beliebigen anderen Namen man sie nennen mag, zerfallen. Warum senden die

sieben Nervenplexusse des Körpers sieben Strahlen aus? Warum giebt es diese

sieben Plexusse, und warum sieben verschiedene Schichten in der menschlichen Haut?

Der  sagt:

Nachdem sie ihre Schatten ausgesendet und Menschen aus einem Elemente

(Ether) gemacht haben, stiegen die Vorfahren zu Mahâ-Loka empor, von woher

sie periodisch herabsteigen, wenn die Welt erneuert wird, um neue Menschen

hervorzubringen.

Die Feinen Körper bleiben ohne Verstand (Manas) bis zur Ankunft der Suras

(Götter), welche jetzt Asuras (Nicht-Götter) heißen.

„Nicht-Götter“ für die Brâhmanen vielleicht, aber die höchsten „Atem“ für die

Occultisten; nachdem jene Vorfahren (Pitaras), die formlosen und die

intellektuellen, sich weigern, den Menschen zu bilden, aber ihn mit Gemüt

begaben; während die vier körperlichen Klassen bloß seinen Körper schaffen.

Dies ist sehr klar gezeigt in verschiedenen Texten des Rig Veda – der höchsten

Autorität für einen Hindû von irgend welcher Sekte. Dort bedeutet Asura „geistig

göttlich“. Und das Wort wird als ein Synonym für Höchster Geist benützt, und der

Ausdruck Asura, in dem Sinne von einem „Gott“ wird auf Varuna und Indra und

vorzugsweise auf Agni angewendet – welche drei in der alten Zeit die drei

höchsten Götter waren, bevor die brâhmanische Theo-Mythologie die wahre

Bedeutung von fast Allem in den archäischen Schriften verzerrte. Aber da der

Schlüssel jetzt verloren ist, so werden die Asuras kaum erwähnt.

Im Zend Avesta findet sich dasselbe. In der altpersischen oder magischen

4195 :53.

Religion ist Asura der Herr Asura Vishvavedas, der „alles kennende“ oder

„allwissende Herr“; und Asura Mazdhâ, welcher später Ahura Mazdhâ wird, ist,

wie Bentley zeigt. „der Herr, welcher Intelligenz verleiht“ – Asura Medhâ und

Ahura Mazdâo. [26] An anderer Stelle in diesem Werke wird gezeigt, auf gleich

gute Autorität hin, daß der indo-iranische Asura immer als siebenfältig betrachtet

wurde. Diese Thatsache, verbunden mit dem Namen Mazdhâ, wie oben, welcher

aus dem siebenfältigen Asura den „Herrn“, oder die „Herren“ kollektiv, „welche

Intelligenz verleihen, macht, verbindet die Amshaspends mit den Asuras und mit

den inkarnierenden Dhyân Chohans sowohl, wie mit den Elohim, und den sieben

beseelenden Göttern von Ägypten, Chaldaea, und jedem anderen Lande.

[16] Chhâyâs.

[17] Oder Amânasas.

[18] Derart.

[19] Hautfarbe.

[20] Auch.

[21] Schöpfer.

[22] Phantome.

[23] Bild oder Schatten.

[24] Dies war angedeutet in Isis Unveiled (I. XXXI.), obwohl die volle

Erklärung damals nicht gegeben werden konnte: „Die Pitris sind nicht die

Vorfahren der gegenwärtig lebenden Menschen, sondern jene der (ersten)

menschlichen Art oder Adamischen Rasse; die Geister der menschlichen

Rassen, welche, auf der großen Stufenleiter der absteigenden Entwicklung,

unseren Menschenrassen vorangingen und körperlich sowohl wie geistig

4195 :53.

unserer modernen Pgymäen weit überlegen waren. Im Manava-Dharma Shâstra heißen sie Mond-Vorfahren.“ [25] Siehe die „Gesetze des Manu“ - Manava-Dharma Shâstra, III. 2,3.  [26] „Sacred Books of the East,“ Vol. , The Zend-Avesta, Pt. I. LI., übers.

von James Darmesteter.

4195  :53.

Diese „Götter“ weigerten sich, den Menschen zu schaffen, nicht wie in den

exoterischen Berichten angegeben wird, weil ihr Stolz zu groß war, die

himmlische Kraft ihrer Wesenheit mit den Kindern der Erde zu teilen, sondern

aus bereits angedeuteten Gründen. Jedoch hat die Allegorie endlosen Phantasien Raum gegeben und die Theologie hat in jedem Lande daraus den Vorteil gezogen, ihre Anklage gegen diese Erstgeborenen oder die Logoi zu begründen, und als eine Wahrheit den Gemütern der Unwissenden und Leichtgläubigen einzuprägen. [27]

Das christliche System ist nicht das einzige, welches diese Götter zu Dämonen

degradiert hat. Zoroastrianismus und selbst Brâhmanismus haben die gleiche Gelegenheit benützt, um Gewalt über das Gemüt des Volkes zu gewinnen.

Selbst in der chaldäischen Exoterik werden Wesen, welche sich weigern zu

erschaffen, und dadurch angeblich dem Demiurgen entgegentreten, als Geister

der Finsternis geschmäht. Die Suras, welche ihre intellektuelle Unabhängigkeit

gewinnen, bekämpfen die Suras, welche derselben entbehren und als ihre Leben

in nutzlosem Zeremoniendienst, welcher auf blindem Glauben begründet ist,

verbringend dargestellt werden, - ein Wink. Der jetzt von den orthodoxen

Brâhmanen ignoriert wird – und sofort werden die ersteren zu A-Suras. Die Erst-

und aus der Seele geborenen Söhne der Gottheit weigern sich,

Nachkommenschaft zu schaffen , und werden von Brahmâ verflucht, als

Menschen geboren zu werden. Sie werden zur Erde hinab geschleudert, welche

später im theologischen Dogma in die infernalen Regionen umgewandelt wird.

Ahriman vernichtet den von Ormazd geschaffenen Stier – welcher das Sinnbild

des irdischen trügerischen Lebens ist, des „Keimes der Sorge“ – und, indem man

vergisst, daß der vergängliche endliche Same sterben muß, damit die Pflanze

der Unsterblichkeit, die Pflanze des geistigen ewigen Lebens sprießen und leben

könne, wird Ahriman als der Feind, die widerstrebende Kraft, der Teufel

ausgerufen. Typhon schneidet Osiris in vierzehn Stücke, um ihn daran zu

hindern, die Welt zu bevölkern und so Elend zu schaffen; und Typhon wird in der

exoterischen theologischen Lehre zur Macht der Finsternis. Aber all dies ist die

exoterische Schale. Die Verehrer der letzteren sind es, welche die Bemühung

und Selbstaufopferung jener, welche den Menschen zu ihrem ursprünglichen

Zustande der Göttlichkeit durch selbstbewußte Anstrengungen verhelfen

möchten, dem Ungehorsame und Aufruhr zuschreiben; und diese Verehrer der

Form sind es, welche Dämonen aus den Engeln des Lichtes gemacht haben.

Die esoterische Philosophie jedoch lehrt, daß ein Drittel [28] der Dhyânîs – d. i.

die drei Klassen der Arûpa Pitris, begabt mit Intelligenz, „mit einem formlosen

Atem, zusammengesetzt aus intellektuellem, nicht elementaren Substanzen“ [29]

einfach durch das Gesetz der Karma und der Entwicklung bestimmt waren, auf

Erden wiedergeboren oder inkarniert zu werden. [30] Einige von diesen waren

Nirmânakâyas von anderen Manvantaras. Daher sehen wir sie in allen Purânen

auf dieser Kugel im dritten Manvantara – lies dritte Wurzelrasse – als Könige,

Rishis und Helden wiedererscheinen. Dieser Lehrsatz, zu philosophisch und

metaphysisch, um von den Massen erfasst zu werden, wurde, wie bereits gesagt,

von der Priesterschaft zum Zwecke der Beherrschung der ersteren durch abergläubische Furcht, entstellt.

 

Die angeblichen „Anführer“ waren also einfach jene, welche von dem karmischen

Gesetze gezwungen, den Becher der Galle bis zum letzten bitteren Tropfen

auszutrinken, sich aufs neue inkarnieren und so aus den von ihren niederen

Brüdern projizierten astralen Statuen verantwortliche denkende Wesen machen

mußte. Einige sollen sich geweigert haben, weil sie in sich nicht die notwendigen

Materialien hatten – d. i. einen Astralkörper – denn sie waren Arûpa. Die

Weigerung anderer bezog sich darauf, daß sie in lange vergangenen

vorhergehenden Manvantaras Adepten und Yogîs gewesen waren; ein anderes

Geheimnis. Aber späterhin, als Nirmânakâyas, opferten sie sich selber zum

besten und zur Erlösung der Monaden, welche warteten, bis die Reihe an sie

kam, und welche im anderen Falle ungezählte Zeitalter in unverantwortlichen,

tiergleichen, wenn auch der Erscheinung nach menschlichen Formen hätten

dahinschmachten müssen. Es mag eine Parabel und eine Allegorie innerhalb

einer Allegorie sein. Ihre Lösung ist der Intuition des Schülers überlassen, wenn

er nur das folgende mit seinem geistigen Auge liest.  [27] Vergleiche auch was gesagt ist über Makara und die Kumâras in Verbindung mit dem Zodiak.

[28] Daher die folgenden Behauptungen der Vision des St. Johannes, erwähnt

in seiner Apokalypse, über „den großen roten Drachen, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen“, dessen „Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels und warf sie auf die Erde.“ (Kap. XII.)

[29] Siehe Harivamsha, 932.

 :54.

[30] Der Vers „warf sie auf die Erde“ zeigt klar seinen Ursprung aus der

größten und ältesten Allegorie der ârischen Mystiker, welche, nach der

Vernichtung der atlantischen Riesen und Zauberer, die Wahrheit verbargen -

die astronomische, physikalische und göttliche, da sie ein Blatt aus der

praekosmischen Theogonie ist - unter verschiedenen Allegorieen. ist eine

wirkliche Theodicee der sogenannten „gefallenen Engel“; die Willigen und die

Unwilligen, die Schöpfer und jene, welche sich weigerten zu schaffen, werden

jetzt von den christlichen Katholiken höchst verwirrend durcheinandergemengt, welche vergessen, daß ihr höchster Erzengel - St.

Michael, welcher dargestellt wird, wie er den Drachen der Weisheit oder der

göttlichen Selbstaufopferung - jetzt mißnannt und verleumdet als Satan -

besiegt (bemeistert und assimiliert), als erster sich geweigert hat zu schaffen!

Dies hat zu endloser Verwirrung geführt. So wenig versteht die christliche

Theologie die wunderliche Sprache des Ostens und seine Symbolik, daß sie

sogar den chinesisch-buddhistischen und indischen exoterischen Ritus,

während gewisser Finsternisse einen Lärm erheben, nach seinem toten

Buchstabensinne dahin erklärt, es solle der „große rote Drache“ verscheucht

werden, der sich verschworen habe, das „Licht“ zu entführen! Aber hier

bedeutet „Licht“ die esoterische Weisheit, und wir haben die geheime

Beeutung dr Ausdrücke Drache, Schlange, u. s. w. hinlänglich erklärt, welche

alle sich auf Adepten und Initiierte beziehen.

  :54.

Was ihre Bildner oder Vorfahren anbetrifft – jene Engel, welche in den

exoterischen Legenden dem Gesetze gehorchten – so müssen sie wesensgleich

sein mit den Barhishad Pitris oder den Pitri-Devatâs, d. i. jenen, welche im

Besitze des physischen schöpferischen Feuers waren. Sie konnten nur die

menschliche Monade schaffen oder vielmehr nur mit ihren eigenen astralen

Selbsten bekleiden, aber sie konnten nicht den Menschen nach ihrem Bild und

Gleichnis machen. „Der Mensch soll nicht sein wie einer von uns“, sagen die

schöpferischen Götter, beauftragt mit der Herstellung des niederen Tieres –

sondern höher. [31] Daß sie das Ebenbild der Menschen aus ihren eigenen

göttlichen Wesenheit schufen, bedeutet esoterisch, daß sie es waren, welche die

·        erste Rasse wurden, und so ihr Schicksal und weitere Entwicklung teilten. Sie

wollten nicht, einfach weil sie nicht konnten, dem Menschen jenen heiligen

Funken geben, welcher zur Blüte der menschlichen Vernunft und

Selbstbewußtseins aufflammt und sich ausbreitet, denn sie hatten ihm nicht zu

vergeben. Dies war jener Klasse von Devas überlassen, welche in Griechenland

unter dem Namen Prometheus symbolisiert wurden; jenen, welche nichts zu thun

hatten mit dem physischen Körper, aber alles mit dem rein geistigen Menschen.

Jede Klasse von Schöpfern begabt den Menschen mit dem, was sie zu geben

hat; die eine bildet seine äußere Form; die andere giebt ihm ihre Wesenheit,

welche später infolge der persönlichen Anstrengung des Individuums das

Menschliche Höhere Selbst wird; aber sie konnten den Menschen nicht machen

wie sie selbst waren, - vollkommen, weil sündelos; sündelos, weil bloß im Besitze

der ersten, blassen, schattenhaften Umrisse von Attributen, und diese alle

vollkommen – vom menschlichen Standpunkte – weiß, rein und kalt, wie der

jungfräuliche Schnee. Wo kein Körper ist, da ist kein Verdienst. Die Menschheit,

„von der Erde irdisch“, war nicht bestimmt, von den Engeln des Ersten Göttlichen

Atems geschaffen zu werden. Daher heißt es, daß sie sich geweigert haben, zu

schaffen, und daß der Mensch von materielleren Schöpfern gebildet werden

mußte [32] , die ihrerseits nur das geben konnten, was sie in ihren eignen

Naturen hatten und nicht mehr. Gehorsam dem ewigen Gesetze konnten die

reinen Götter aus sich selbst nur schattenhafte Menschen projiciieren, etwas

weniger etherisch und geistig, weniger göttlich und vollkommen als sie selber –

aber noch immer Schatten. Die erste Menschheit war daher ein blasses Abbild

ihrerVorfahren; zu materiell, selbst in ihrer Feinheit, um eine Hierarchie von

Göttern zu sein; zu geistig und rein, um Menschen zu sein – thatsächlich begabt

mit jeder negativen (nirguna) Vollkommenheit. Vollkommenheit, um solche voll zu

sein, muß aus der Unvollkommenheit geboren sein, das Unzerstörbare muß aus

dem Zerstörbaren hervorwachsen, indem es das letztere zu seinem Träger und

Grundlage und Kontrast hat. Unbedingtes Licht ist unbedingte Dunkelheit und

4199 :54.

umgekehrt. Thatsächlich giebt es weder Licht noch Dunkelheit in den Bereichen

der Wahrheit. Gut und Böse sind Zwillinge, die Nachkommenschaft von Raum

und Zeit, unter der Herrschaft der Mâyâ. Trenne sie, indem du sie

auseinanderschneidest, und sie werden beide sterben. Keines besteht an sich,

da jedes aus dem anderen erzeugt und geschaffen werden muß, um ins Dasein

zu treten; beide müssen gekannt und erfasst sein, bevor sie Gegenstände der

Wahrnehmung werden, daher müssen sie im sterblichen Gemüte geteilt werden.

Nichtsdestoweniger, da die trügerische Unterscheidung besteht, ist eine

niedrigere Ordnung von schöpferischen Engeln erforderlich, um bewohnte

Kugeln zu „erschaffen“ – insbesondere die unsere – oder um mit dem Stoffe

dieser irdischen Ebene sich zu befassen. Die philosophischen Gnostiker waren

die ersten, welche in der geschichtlichen Zeit so dachten, und auf Grund dieser

Anschauung verschiedene Systeme erfanden. Daher findet man in ihren

Schöpfungsplänen ihre „Schöpfer“ immer einen Platz gerade am Fuße der Leiter

des geistigen Seins einnehmen. Von ihnen wurden jene, welche unsere Erde und

ihre Sterblichen erschaffen hatte, gerade an die Grenze der mâyâvischen

Materie versetzt und ihren Anhängern wurde gelehrt zu denken – zum großen

Missbehagen der Kirchväter – daß für die Schöpfung jener im geistigen und

moralischen Sinne jämmerlichen Rassen, welche unsere Kugel zieren, keine

hohe Gottheit verantwortlich gemacht werden könne, sondern bloß Engel einer

niederen Hierarchie, [33] in welche Klassen sie den jüdischen Gott Jehovah verbannten.

[31] Siehe Genesis und Platos Timäus.

[32] Trotz alle gegenteiligen Anstrengungen der christlichen Theologie -

welche sich mit dem hebräischen esoterischen Bericht von der Schöpfung des

Menschen beladen hat, welchen sie buchstäblich versteht - keine vernünftige

Entschuldigung für ihren „Gott, den Schöpfer“ finden, welche einen Menschen

ohne Gemüt und Sinn hervorbringt; noch kann sie die Bestrafung

rechtfertigen, die auf eine Thatsache folgte, bezüglich derer Adam und Eva

sich für unzurechnungsfähig erklären könnten. Denn wenn man zugesteht,

daß das Paar in Unwissenheit von Gut und Böse war, bevor es die verbotene

Frucht aß, wie konnte man von ihm erwarten, daß er wisse, daß Ungehorsam

4199 :54.

böse sei? Wenn beabsichtigt war, daß der ursprüngliche Mensch ein

halbverständiges, oder vielmehr verstandloses Wesen bleiben solle, dann war

seine Schöpfung zwecklos und sogar grausam, wenn von einem allmächtigen

und vollkommenen Gotte bewirkt. Aber Adam und Eva werde, sogar in der Genesis, dargestellt, als geschaffen von einer Klasse niederer göttlicher Wesen, den Elohim, welche so eifersüchtig auf ihre persönlichen Vorrechte als vernünftige und intelligente Geschöpfe sind, daß sie dem Menschen nicht gestatten wollen, zu werden „als unser einer“. Dies ist klar, selbst nach dem buchstäblichen Sinne der Bibel. Die Gnostiker hatten daher Recht, wenn sie den jüdischen Gott als zu einer Klasse von niedrigeren, materiellen und nicht sehr heiligen Bewohnern der unsichtbaren Welt gehörig betrachteten.  [33] In Isis Unveiled werden verschiedene dieser gnostischen Systeme gegeben. Eines ist dem Codex Nazaräus, der Schrift der Nazarener entnommen, welche, obwohl sie lange vor den Tagen Christi, und selbst vor den Gesetzen Mosis existierten, Gnostiker waren, und viele von ihnen Initiierte. Sie hielten ihre „Mysterien des Lebens“ in Nazara )dem alten und neuen Nazareth) ab, und ihre Lehren sind ein getreuer Wiederhall der Unterweisung der Geheimlehre - von denen wir einige jetzt zu erklären unternehmen.

4199  :54.

Von der gegenwärtigen verschiedene Menschheiten werden in allen alten

Kosmogonien erwähnt. Plato spricht im Phädrus von einer „beflügelten“

Menschenrasse. Aristophanes spricht in Platos Gastmahl von einer androgynen

Rasse mit runden Körpern.. Im Pymander ist sogar das Tierreich doppelgeschlechtig.

So heißt es:

Als der Umkreis vollendet war, wurde der Knoten gelockert . . . . und alle Tiere,

welche gleichermaßen mannweiblich waren, wurden aufgelöst (getrennt) zusammen mit dem Menschen . . . (denn) . . . die Ursachen mußten Wirkungen auf Erden hervorbringen. [34]

Hinwieder, in dem alten Quiche-Manuskript, den Popol Vuh – veröffentlicht von

dem verstorbenen Abbé Brasseur de Bourbourg – werden die ersten Menschen

als eine Rasse beschrieben, „deren Blick unbegrenzt war, und die alle Dinge

sofort kannte“: somit die göttliche Erkenntnis der Götter, nicht der Sterblichen

zeigte. Die Geheimlehre, welche die unvermeidlichen Übertreibungen der

Volksphantasie richtig stellt, giebt die Thatsachen, wie sie in den archaischen

Symbolen aufgezeichnet sind.

(b) Diese „Schatten“ wurden geboren „ein jeder von seiner eigenen Farbe und

Art“, ein jeder auch „untergeordnet seinem Vater“, oder Schöpfer, weil der

letztere ein vollständiges Wesen seiner Art war. Die e beziehen den

ersten Satz auf die Farbe oder Hautbeschaffenheit einer jeden derart

entwickelten Menschenrasse. Im Pymander nehmen die sieben ursprünglichen

Menschen, geschaffen von der Natur aus dem „Himmlischen Menschen“, alle an

den Eigenschaften der sieben „Lenker“ oder Herrscher teil, welche den Menschen liebten – ihren eigenen Wiederschein und Zusammenfassung.

In den nordischen Legenden erkennt man in Asgard, der Wohnung der Götter,

sowie auch in den Asen selber, dieselben in die volkstümlichen „Mythen“

verwobenen Orte und Personifikationen wie in unserer Geheimlehre; und wir

finden sie in den Veden, den Purânen, den altpersischen Schriften und der

Kabbala. Die Asen von Skandinavien, die Beherrscher der Welt, welche der

unseren voranging, deren Name wörtlich bedeutet die “Säulen der Welt“, ihre

„Stützen“ sind somit wesensgleich mit den griechischen Kosmokratoren, den

sieben „Arbeitern“ oder Rektoren des Pymander, den sieben Rishis und Pitris

von Indien, den sieben chaldäischen Göttern und sieben bösen Geistern, den

01 :54.

sieben kabbalistischen Sephiroth, zusammengefasst von der oberen Dreiheit,

und selbst den sieben Planetengeistern der christlichen Mystiker. Die Asen

erschaffen die Erde, die Meere, den Himmel und die Wolken, die ganze sichtbare

Welt aus den Überresten des erschlagenen Riesen Ymir; aber sie erschaffen

nicht den MENSCHEN, sondern bloß seine Form aus der Ask oder dem

Eschenbaum. Odin ist es, der ihn mit Leben und Seele begabt, nachdem Lodur

ihm Blut und Knochen gegeben, und schließlich ist es Hönir, welcher ihn mit

seinem Intellekt (Manas) und mit seinen bewußten Sinnen versieht. [35] Die

nordische Ask, der hesiodische Eschenbaum, auf dem die Menschen des

Bronzezeitalters hervorgingen, der dritten Wurzelrasse, und der Tzité-Baum des

Popol Vuh, aus dem die mexikanische dritte Menschenrasse geschaffen wurde,

sind alle eins. Dies kann von jedem Leser deutlich gesehen werden, Aber den

occulten Grund, warum die nordische Yggdrasil, der indische Ashvatta, der

Gogardbaum, der hellenische Baum des Lebens, und der tibetanische

Zampunbaum eins sind mit dem kabbalistischen sephirothischen Baume und

selbst mit dem heiligen Baume, der von Ahura Mazda gemacht wurde, und dem

Baume von den – welcher unter den westlichen Schülern kann ihn sagen? [36]

Nichtsdestoweniger sind die Früchte von allen diesen „Bäumen“ einerlei on

Pippala, oder Haoma, oder selbst der prosaischere Apfel der „Pflanzen des

Lebens“ in Thatsache und Wahrheit. Die Vorbilder unserer Rassen waren alle

eingeschlossen in dem mikrokosmischen Baume, welcher in und unter dem

großen makrokosmischen Weltbaume wuchs und sich entwickelte; [37] und das

Geheimnis ist halb enthüllt im Dîrghatamas, wo es heißt:

Pippala, die süße Frucht des Baumes, auf den die Geister kommen, welche die Wissenschaft lieben, und wo die Götter alle Wunder bewirken.

Wie beim Gogardbaume, so wohnt unter den üppigen Zweigen aller dieser

Weltenbäume die „Schlange“. Aber während der makrokosmische Baum die

Schlange der Ewigkeit und der absoluten Weisheit selbst ist, sind jene, welche in

dem mikrokosmischen Baume wohnen, die Schlangen der geoffenbarten

Weisheit. Die eine ist das Eins und All; die anderen sind ihre reflektierten Teile.

Der „Baum“ ist natürlich der Mensch selbst, und die in einem jeden wohnende

Schlange das bewußte Manas, das Verbindungsglied zwischen Geist und Materie, Himmel und Erde.

Überall ist es dasselbe. Die „schaffenden“ Kräfte bringen den Menschen hervor,

aber sie verfehlen ihr Endziel. Alle diese Logoi streben, den Menschen mit

bewußtem unsterblichen Geiste zu begaben, reflektiert bloß in dem Gemüte

01 :54.

(Manas); sie fehlen, und alle werden als für den Misserfolg, wenn nicht für den

bloßen Versuch gestraft dargestellt. Welches ist die Natur der Bestrafung? Ein

Urteil auf Gefangenschaft in der unteren oder niederen Region, welche unsere

Erde ist, die niedrigste in ihrer Kette; eine „Ewigkeit“ – im Sinne der Dauer des

Lebenscyklus – in der Dunkelheit der Materie oder innerhalb des tierischen

Menschen. Den halb unwissenden und halb hinterlistigen Kirchenvätern gefiel es,

das anschauliche Symbol zu entstellen. Sie machten sich die Metapher und

Allegorie in einer jeden alten Religion zu nutze, sie zum Vorteile der neuen zu

drehen. So wurde der Mensch in die Finsternis einer materiellen Hölle

umgewandelt; sein göttliches Bewußtsein, erlange von seinem innewohnenden

Prinzip, dem Mânasas, oder dem inkarnierten Deva, wurde zu den grellen Flammen der infernalen Region, und unsere Kugel zu dieser Hölle selbst.

Pippala, Haoma, die Frucht des Baumes der Erkenntnis wurden als die

verbotene Frucht verleumdet und die „Schlange der Weisheit“, die Stimme der

Vernunft und des Bewußtseins, blieb für Zeitalter gleichbedeutend mit dem gefallenen Engel, welcher der alte Drache ist, der Teufel!  Dasselbe gilt für die anderen hohen Symbole.

[35] Asgard and the Gods, p. 4.

[36] Her James Darmesteter, der Übersetzer des Vendîdâd, spricht davon mit

den Worten: „Der Baum, was immer er sein mag . . . .“ - „Sacred Books of the

East“, vol. . p. 200.

[37] Platos Timäus

01  :54.

Der Svastika, das heiligste und mystischste Symbol von Indien, das „Jaina

Kreuz“, wie es jetzt von den Maurern genannt wird, ist trotz unmittelbaren

Zusammenhangs und selbst Identität mit dem christlichen Kreuz, auf dieselbe

Weise entehrt worden.

Es ist das „Zeichen des Teufels“, sagen uns die indischen Missionare.  Scheint es nicht auf dem Haupte der großen Schlange des Vishnu, auf dem tausendköpfigen Shesha-Ananta, in den Tiefen von Pâtâla, dem indischen Naraka oder Hölle? Das thut es: aber was ist Ananta?

Als Shesha ist er der nahezu endlose manvantarische Cyklus der Zeit und wird

unendliche Zeit selbst, wenn genannt Ananta, die große siebenköpfige Schlange,

auf welcher Vishnu, die ewige Gottheit, während der pralayischen Unthätigkeit

ruht.

Was hat Satan zu thun mit diesem hochmetaphysischen Symbol?

Der Svastika ist das am meisten philosophisch wissenschaftliche von allen

Symbolen, sowie auch das verständlichste. Es ist die Zusammenfassung in ein

paar Linien von dem ganzen Werke der „Schöpfung“ oder Entwicklung, wie man

vielmehr sagen sollte, von der Kosmotheogonie abwärts zur Anthropogonie, von

dem unteilbaren unsichtbaren Parabrahman bis zum bescheidenen Moner der

materialistischen Wissenschaft, dessen Genesis dieser Wissenschaft ebenso

unbekannt ist, als die der Allgottheit selbst. Der Svastika findet sich an der Spitze

der religiösen Symbole einer jeden alten Nation. Er ist der „Hammer des

Arbeiters“ in dem chaldäischen Buch der Zahlen, der „Hammer“ wie oben

erwähnt, in dem Buche des verborgenen Geheimnisses, „welcher Funken schlägt

aus dem Feuersteine“ (dem Raume), welche Funken zu Welten werden. Er ist

Thors Hammer, die magische Waffe, von den Zwergen geschmiedet gegen die

Riesen oder die praekosmischen titanischen Kräfte der Natur, welche sich

empören, und solange sie in der Region der Materie lebendig sind, nicht von den

Göttern – den Agenten der universalen Harmonie – unterworfen werden, sondern

zuerst vernichtet werden müssen. Das ist der Grund, warum die Welt aus den

Überresten des ermordeten Ymir gebildet wurde. Der Svastika ist die Miölnir, der

„Sturmhammer“; und daher wird gesagt, daß, wenn die Asen, die heiligen Götter,

nachdem sie gereinigt sind durch das Feuer – das Feuer der Leidenschaften

und Leiden in ihren Lebensinkarnationen – geeignet werden, auf Ida in ewigem

Frieden zu wohnen, der Miölnir sodann nutzlos werden wird. Dies wird sein,

wenn die Bande der Hel – der göttlichen Königin des Totenreiches – sie nicht

länger binden werden, weil das Reich des Bösen dahingegangen sein wird.

03 :55.

Surtur´s Flammen hatten sie nicht zerstört, auch nicht die tobenden Wasser (der verschiedenen Sintfluten). . . . . Da waren . . . die Söhne des Thors. Sie brachten den Miölnir mit sich, nicht als eine Kriegswaffe, sondern als den Hammer, um damit die neuen Himmel und die neue Erde einzuweihen. [38]

Wahrhaftig, zahlreich sind seine Bedeutungen! In dem makrokosmischen Werke

bezieht sich der „Schöpfungshammer“ mit seinen vier rechtwinklig gebogenen

Armen auf die beständige Bewegung und Umwälzung des unsichtbaren Kosmos

der Kräfte. In dem des geoffenbarten Kosmos und unserer Erde deutet er auf die

Rotation der Achsen der Welt und ihrer äquatorialen Gürtel in den Cyklen der

Zeit; die zwei Linien, welche den Svastika [Symbolabbildung, siehe Buch] bilden,

bedeuten Geist und Materie, die vier Hacken weisen auf die Bewegung in den

umlaufenden Cyklen hin. Angewendet auf den Mikrokosmos, den Menschen,

zeigt er ihn als ein Bindeglied zwischen Himmel und Erde: die rechte Hand ist

erhoben am Ende eines horizontalen Armes, die linke zeigt zur Erde. Auf der

Smaragdenen Tafel des Hermes ist die erhobene rechte Hand beschrieben mit

dem Worte „Solve“, die linke mit dem Worte „Coagula“. Er ist zu ein und

derselben Zeit ein alchimistisches, kosmogonisches, anthropologisches und

magisches Zeichen, mit sieben Schlüsseln zu seiner inneren Bedeutung. Es ist

nicht viel gesagt, daß die zusammengesetzte Symbolik dieses universalen und

bedeutsamsten Zeichens den Schlüssel zu den sieben großen Geheimnissen

des Kosmos enthält. Geboren in den mystischen Vorstellungen der ersten Ârier

und von ihnen versetzt gerade an die Schwelle der Ewigkeit, auf das Haupt der

Schlange Ananta, fand es seinen geistigen Tod in den scholastischen

Auslegungen der mittelalterlichen Anthropomorphisten. Es ist das Alpha und das

Omega der universalen schöpferischen Kraft, welche sich aus dem reinen Geiste

entwickelt und in grobem Stoffe endet. Es ist auch der Schlüssel zu dem Cyklus

der Wissenschaft, göttlich und menschlich; und derjenige, welcher seine volle

Bedeutung versteht, ist für immer befreit von den Mühsalen der Mahâ-Mâyâ, der

großen Täuschung und Betrügerin. Das Licht, welches unter dem göttlichen

Hammer hervorscheint, welcher jetzt zu dem Hammer der Stuhlmeister der

Freimaurerlogen verkleinert ist, genügt, das Dunkel irgendwelcher menschlichen

Systeme oder Einbildungen zu zerstreuen.

[38] Siehe Asgard an the Gods, p. 305.

03 :55.

Wie prophetisch sind die Gesänge der drei nordischen Göttinnen, welchen die

Raben des Odin von der Vergangenheit und der Zukunft raunen, während sie in

ihrer kristallenen Wohnung unterhalb des strömenden Flusses herumflattern. Die

Gesänge sind alle niedergeschrieben auf den „Rollen der Weisheit“, von denen

viele verloren, aber einige noch übrig sind; und sie wiederholen in poetischer

Allegorie die Lehren der archaischen Zeitalter. Wir wollen aus Dr. Wagners

Asgard und die Götter zusammenfassen, was die „Erneuerung der Welt“ betrifft,

welche eine Prophezeiung über die siebente Rasse unserer Runde ist, ausgesprochen in Ausdrücken der Vergangenheit.

Der Miölnir hatte seine Pflicht in dieser Runde gethan, und:

Auf dem Idafelde, dem Felde der Auferstehung (für die fünfte Runde),

versammelten sich die Söhne der höchsten Götter, und in ihnen erhoben sich

wieder ihre Väter (die Egos aller ihrer vergangenen Inkarnationen). Sie

sprachen von der Vergangenheit und der Gegenwart, und erinnerten sich der

Weisheit und der Prophezeiungen ihrer Ahnen, die alle in Erfüllung gegangen

waren. Nahe bei ihnen, aber von ihnen nicht erblickt, war der Starke, der

Mächtige Eine, welcher alle Dinge beherrscht, Friede macht zwischen jenen,

welche einander zürnen, und die ewigen Gesetze anordnet, welche die Welt

regieren. Sie alle wußten, daß er da war, sie fühlten seine Gegenwart und

seine Kraft, aber sie wußten nicht seinen Namen. Auf seinen Befehl erhob sich

die neue Erde aus den Wassern (des Raumes). Nach Süden hin über dem

Idafelde machte er einen anderen Himmel mit Namen Audlang, und weiter

weg einen dritten, bekannt als Widblain. Über Gimil´s Höhle wurde ein

wundervoller Palast errichtet, welcher mit Gold bedeckt war und hell in der

Sonne erstrahlte. )Diese sind die drei stufenweise aufsteigenden Kugeln

unserer Kette.) Dort thronen die Götter, wie sie es gewohnt waren, und

erfreuten sich der Wiederherstellung und der besseren Zeit. Von Gimil´s

Höhen (der siebenten Kugel, der höchsten und reinsten) blickten sie herab auf

die glücklichen Nachkommen von Lif (und Lifthrasir, den zukünftigen Adam

und Eva der gereinigten Menschheit) und machten es ihnen zur Bestimmung,

höher zu klimmen, sich in Kenntnis und Weisheit zu erheben, in Mitleid und in

Thaten der Liebe, Stufe um Stufe, von einem Himmel zum andern, bis sie

schließlich geeignet seien, mit den Göttlichen im Hause des Allvater vereinigt

zu werden. [39]

05 :55.

Wer die Lehren des esoterischen Budhismus, oder der esoterischen Weisheit, so unvollkommen sie auch bisher skizziert sind, kennt, wird klar die in dem obigen enthaltene Allegorie sehen.

Ihre mehr philosophische Bedeutung wird besser verstanden werden, wenn der

Leser den Mythos vom Prometheus sorgfältig überdenkt. Er ist im weiteren

Verlaufe untersucht in dem Lichte des indischen Pramantha. Indem einige

Orientalisten ihn zu einem rein physiologischen Symbol erniedrigt und bloß mit

irdischem Feuer in Zusammenhang gebracht haben, ist ihre Auslegung eine

Beleidigung einer jeden Religion, einschließlich des Christentums, dessen

größtes Geheimnis also in den Stoff herabgezogen wird. Die „Reibung“ des

göttlichen Pramantha und der Arani konnte sich unter diesem Bilde nur von den

brutalen Vorstellungen der deutschen Materialisten denken lassen – der

schlechtesten, die es giebt. Es ist wahr, daß das göttliche Knäblein, Agni bei der

Sanskrit sprechenden Rasse, welche Ignis wurde bei den Lateinern, geboren

wird aus der Vereinigung von Pramantha und Arani – dem Svastika – während

der Opfrzeremonie. Aber was damit? Tvashtri (Vishvakarman) ist der „göttliche

Künstler und Zimmermann“, [40] und ist auch der Vater der Götter und des

„schöpferischen Feuers“ in den Veden. So alt ist das Symbol und so heilig, daß

schwerlich eine Ausgrabung in den Gegenden alter Städte gemacht wird, ohne

daß es gefunden wird. Eine Anzahl solcher Terrakottascheiben, genannt

fusaioles, wurden von Dr. Schliemann unter den Ruinen des alten Troja

gefunden. Beide Formen, [Symbolabbildung, siehe Buch] und [Symbolabbildung,

siehe Buch], wurden in großer Menge ausgegraben, ihr Vorhandensein ist ein

Beweis mehr dafür, daß die alten Trojaner und ihre Vorfahren reine Ârier waren.

© Chhâyâ, wie bereits erklärt, ist das Astralbild. Sie hat diese Bedeutung in

Sanskritwerken. So wird Sanjnâ, geistiges Bewußtsein, das Weib des Sûrya, der

Sonne dargestellt, wie sie sich in das Dickicht zurückzieht, um ein asketisches

Leben zu führen, und ihrem Gatten ihre Chhâyâ, Schatten oder Bild, zurücklässt.

[39] Ebenda, a. a. O.

[40] „Der Vater des heiligen Feuers“, schreibt Prof. Jolly, „trug den Namen

Tvashtri . . . Seine Mutter war Mâyâ. Er selbst wurde bezeichnet als Akta

(Gesalbter, [korrekter Abdruck siehe Buch]), nachdem der Priester auf sein

05 :55.

Haupt den spirituösen (?) Soma und auf seinen Körper durch Opfer gereinigte

Butter gegossen hatte.“ (Man before Metals, p. 190.) Die Quelle seiner

Information ist von dem französischen Darwinisten nicht angegeben. Aber die

Zeilen sind angeführt, um zu zeigen, daß Licht selbst über den Materialisten

aufzudämmern beginnt. Adalbert Kühn, in seiner Herabkunft des Feuers,

identifiziert die beiden Zeichen [Symbolabbildung, siehe Buch] und

[Symbolabbildung, siehe Buch] mit Arani, und bezeichnet sie mit diesem

Namen. Er fügt hinzu: „Dieser Prozeß des Feuerentzündens führte die

Menschen natürlich zu der Idee geschlechtlicher Fortpflanzung“ usw. Warum

konnte nicht eine würdigere und eine occultere Idee den Menschen dahingeführt haben, dieses Symbol zu erfinden, insoferne als es in einem seiner Aspekte mit de menschlichen Fortpflanzung zu Zusammenhang steht?  Aber seine Hauptsymbolik bezieht sich auf die Kosmogonie.

„Agni, in dem Zustande von Akta oder dem Gesalbten, erinnert an Christus“,

bemerkt Prof. Jolly. „Mâyâ an Maria, seine Mutter; Tvashtri an St. Joseph, den

Zimmermann der Bibel.“ Im Rig Veda ist Vishvakarman der höchste und

älteste der Götter und ihr „Vater“. Er ist der „Zimmermann oder Erbauer“, weil

Gott selbst von den Monotheisten der „Baumeister des Weltalls“ genannt wird.Doch ist die ursprüngliche Idee rein metaphysisch und hatte keinen Zusammenhang mit dem späteren Phallicismus.

05  :55.

16. WIE WERDEN DIE MANUSHYA [41] GEBOREN? DIE MANUS MIT

GEMÜTERN, WIE WERDEN SIE GEMACHT? (a) DIE VÄTER [42] RIEFEN ZU

IHRER HILFE IHR EIGENES FEUER, [43] WELCHES DAS FEUER IST, DAS IN

DER ERDE BRENNT. DER GEIST DER ERDE RIEF ZU SEINER HILFE DAS

SONNENFEUER. [44] DIESE DREI [45] BRACHTEN DURCH IHRE

VEREINTEN ANSTRENGUNGEN EIN GUTES RÛPA HERVOR. ES [46]

KONNTE STEHEN, GEHEN, LAUFEN, LIEGEN ODER FLIEGEN. ABER ES

WAR NOCH IMMER NUR EINE CHHÂYÂ, EIN SCHATTEN OHNE VERSTAND.

(b) . . .

(a) Hier wird wiederum eine Erklärung notwendig im Lichte und mit Hilfe der

exoterischen, hinzugefügt zu den esoterischen, Schriften. Die Manushyas

(Menschen) und die Manus sind hier gleichbedeutend mit dem chaldäischen

Adam – welcher Ausdruck durchaus nicht den ersten Menschen bedeutet, wie

bei den Juden, oder ein einzelnes Individuum, sondern die Menschheit kollektiv,

wie bei den Chaldäern und Assyriern. Die vier Ordnungen und Klassen der

Dhyân Chohans aus den Sieben, sagt der , „waren die Vorfahren des

Verborgenen Menschen“ – d. i. des feinen Inneren Menschen. Die Lha des

Mondes, die Mondgeister, waren, wie bereits erwähnt, bloß die Vorfahren seiner

Form, d. i. des Musters, nach welchem die Natur ihre äußere Entwicklung auf ihn

begann. Somit war der ursprüngliche Mensch, als er erschien, bloß ein

verstandloses Bhûta [47] oder „Phantom“. Diese „Schöpfung“ war ein Misserfolg.

(b) Dieser Versuch war wiederum ein Mißerfolg. Er versinnbildlicht die

Vergeblichkeit der ununterstützten Versuche der physischen Natur, auch nur ein

vollkommenes Tier zu bilden – geschweige denn einen Menschen. Denn die

Väter, die Niederen Engel, sind alle Naturgeister, und die höheren Elementale

besitzen auch eine ihnen eigentümliche Intelligenz; aber das ist nicht genügend,

um einen denkenden Menschen zu bilden. „Lebendiges“ Feuer war nötig, jenes

Feuer, welches dem menschlichem Gemüte seine Selbstwahrnehmung und

Selbstbewußtsein giebt, oder Manas; und die Nachkommenschaft von Pârvaka

und Shuchi sind das tierisch elektrische und das solare Feuer, welche Tiere

erschaffen und so bloß eine körperliche Konstitution für dieses erste Astralmodell

des Menschen liefern konnten. Die ersten Schöpfer also waren die Pygmalions

des ursprünglichen Menschen: sie verfehlten, die Statue zu beleben –intellektuell.

Diese Strophe ist, wie wir sehen werden, sehr bedeutsam. Sie erklärt das

Geheimnis und füllt die Kluft zwischen dem beseelenden Prinzipe im Menschen –

07IV

dem höheren Selbst oder der menschlichen Monade – und der tierischen

Monade. Die beide eins und dasselbe sind, obwohl die erstere mit göttlicher

Intelligenz begabt ist, und die letztere bloß mit instinktiver Befähigung. Wie ist der

Unterschied zu erklären und wie wird die Gegenwart des Höheren Selbst im Menschen begründet?

Der  sagt:

Die Söhne von Mahat sind die Beleber der menschlichen Pflanze. Sie sind die

Wasser, welche auf den dürren Boden des verborgenen Lebens fallen, und der

Funke, welcher das menschliche Tier belebt. Sie sind die Herren des geistigen

ewigen Lebens . . . . Im Anbeginne (in der Zweiten Rasse) atmeten einige (von

den Herren) bloß von ihrer Wesenheit in die Manushya (Menschen) und einige

nahmen im Menschen ihre Wohnung.

Dies zeigt, daß nicht alle Menschen Inkarnationen der „göttlichen Rebellen“

wurden, sondern bloß wenige unter ihnen. Die übrigen hatten ihr fünftes Prinzip

einfach belebt durch den hineingeworfenen Funken, was den großen

Unterschied zwischen den intellektuellen Fähigkeiten der Menschen und Rassen

erklärt. Hätten nicht die „Söhne des Mahat“ allegorisch gesprochen, die

dazwischenliegenden Welten übersprungen, in ihrem Triebe nach intellektueller

Freiheit, so würde der tierische Mensch niemals imstande gewesen sein, von

dieser Erde emporzudringen und durch Selbstanstrengung sei schließliches Ziel

zu erreichen. Die cyklische Pilgerschaft hätte durch alle Ebenen des Daseins

halb unbewußt, wenn nicht gänzlich unbewußt, wie in dem Falle des Tieres,

vollbracht werden müssen. Infolge dieses Aufruhrs des intellektuellen Lebens

gegen die ungesunde Unthätigkeit des reinen Geistes sind wir, was wir sind –

selbstbewußte, denkende Menschen, mit den Fähigkeiten und Eigenschaften von

Göttern in uns, für das Gute so sehr wie für das Böse. Daher sind die Aufrührer

unsere Heilande. Möge der Philosoph wohl über das nachsinnen, und mehr als

ein Geheimnis wird ihm klar werden. Nur durch die anziehende Kraft der

Widersprüche können die beiden Gegensätze – Geist und Stoff – auf Erden

verkittet werden, und geschmolzen in dem Feuer selbstbewußten Erfahrens und

Duldens, sich selbst in Ewigkeit vermählt finden. Dies wird die Bedeutung vieler

bisher unverständlicher Allegoriien, die thörichterweise „Fabeln“ genannt wurden,

enthüllen.

Es erklärt, um einen Anfang zu machen, die im Pymander aufgestellte

Behauptung, daß der „himmlische Mensch“, der „Sohn des Vaters“, welcher Teil

hatte an der Natur und Wesenheit der sieben Lenker, oder Schöpfer und

07IV

Beherrscher der materiellen Welt, durch die Harmonie drang, und die Feste der (Sieben) Kreise (von Feuer) durchbrechend, so die abwärts gerichtete Natur zeigte und offenbar machte.  [48]

[41] Der wirkliche Manushya.

[42] Barhishad (?)

[43] Das Kavyavâhana, elektrisches Feuer.

[44] Shuchi, der Geist in der Sonne.

[45] Die Pitris und die zwei Feuer.

[46] Die Form.

[47] Es ist nicht klar, warum Bhûtas von den Orientalisten in den Purânen als

„böse Geister“ übersetzt werden sollen. Im Vishnu Purâna (I. V; Wilsons

Übers., Fitzedward Hall´s Note, I, 83) sagt der Shloka einfach: „Feinde,

fürchterlich dadurch, daß sie affenfarbig und fleischverzehrend sind“; und das

Wort bedeutet jetzt in Indien „Gespenster“, ätherische oder astrale Phantome,

während es in der esoterischen Lehre elementare Substanzen bedeutet,

etwas, was aus verfeinerter, nicht zusammengesetzter Wesenheit gemacht ist

und insbesondere den astralen Doppelgänger irgend eines Menschen oder

Tiers. In diesem Falle sind diese ursprünglichen Menschen die Doppelgänger

der ersten ätherischen Dhyânîs oder Pitris.

[48] Siehe Pymander, Everard´s Übers., II, 17-29.

07

Es erklärt jeden Vers in der hermetischen Erzählung, sowie auch die griechische

Allegorie des Prometheus. Was das wichtigste von allem ist, es erklärt die vielen

allegorischen Berichte über die „Kämpfe im Himmel“, einschließlich des in der

Offenbarung mit Bezug auf das christliche Dogma von den „gefallenen Engeln“.

Es erklärt den „Aufruhr“ der ältesten und höchsten Engel, und die Bedeutung

davon, daß sie vom Himmel hinabgeschleudert wurden in die Tiefen der Hölle, d.

i. der Materie. Es löst sogar die neueste Verlegenheit der Assyriologen, welche

durch den verstorbenen George Smith ihre Verwunderung wie folgt ausdrücken:

Meine erste Idee von diesem Teile (dem Aufruhr) war, daß der Kampf mit den

Mächten des Bösen der Schöpfung voranging; ich glaube jetzt, daß er auf die

Erzählung von Falle folgte. [49]

In demselben Werke [50] giebt Herr George Smith eine Abbildung, nach einem

frühen babylonischen Cylinder, von dem heiligen Baume der Schlange, dem

Manne und dem Weibe. Der Baum hat sieben Äste; drei auf der Seite des

Mannes, vier auf der des Weibes. Diese Äste sind typisch für die sieben

Wurzelrassen, in deren dritten, gerade an ihrem Schlusse, die Trennung der

Geschlechter und der sogenannte Fall in die Zeugung erfolgte. Die drei ältesten

Rassen waren geschlechtslos, sodann hermaphroditisch; die anderen vier

männlich und weiblich, als voneinander unterschieden. Wie der Verfasser uns

sagt:

Der Drache, welcher in dem chaldäischen Schöpfungsberichte den Menschen

zur Sünde verleitet, ist das Geschöpf der Tiamat, des lebendigen Prinzipes des Meeres und des Chaos . . . . welches den Gottheiten bei der Schöpfung der Welt entgegenstand. [51]

Dies ist ein Irrtum. Der Drache ist das männliche Prinzip, oder der Phallus,

personifiziert, oder vielmehr animalisiert; und Tiamat, die „Verkörperung des

Geistes des Chaos“. Der Tiefe, oder des Abgrundes ist das weibliche Prinzip, der

Schoß. Der „Geist des Chaos und der Unordnung“ bezieht sich auf die mentale

Störung zu der dies führte. Er ist das sinnliche, anziehende, magnetische Prinzip,

welches blendet und verführt, das immer lebendige, thätige Element, welches die

ganze Welt in Unordnung, Chaos und Sünde wirft. Die Schlange verführt das

Weib, aber das letztere ist es, welches den Mann verführt, und beide sind eingeschlossen in den karmischen Fluch, wenn auch nur als eine natürliche Wirkung einer hervorgebrachten Ursache. George Smith sagt:

Es ist klar, daß der Drache in den Fluch wegen des Falles eingeschlossen ist,

und daß die Götter (die Elohim, eifersüchtig darüber, den Menschen von Lehm

09IV

zu einem Schöpfer seinerseits werden zu sehen, wie alle Tiere) auf das Haupt

des Menschengeschlechtes alle Übel herabrufen, welche die Menschheit

treffen. Weisheit und Wissen sollen ihm schaden, er soll Familienzwiste

haben, er soll der Tyrannei unterworfen sein, er wird die Götter erzürnen . . . er

soll in seinen Begierden enttäuscht werden, er soll nutzloses Gebet

aussenden . . . er soll zukünftige Sünde begehen. Ohne Zweifel setzen darauf

folgende Zeilen diese Gegenstände fort, aber wiederum ist unsere Erzählung

unterbrochen, und sie beginnt erst wieder, wo die Götter zum Kriege rüsten

gegen die Kräfte des Bösen, welche angeführt sind von Tiamat (dem Weibe).

[52]

Dieser Bericht ist in der Genesis zu monotheistischen Zwecken weggelassen.

Aber es ist eine missverstandene Politik – ohne Zweifel geboren aus Furcht und

Rücksicht für dogmatische Religion und ihre Aberglauben – die chaldäischen

Bruchstücke nach der Genesis wiederherzustellen zu suchen, während die letztere, die viel jünger ist als irgend eines de Bruchstücke, nach den ersteren erklärt werden sollte.

17. DER ATEM [53] BRAUCHTE EINE FORM; DIE VÄTER GABEN SIE. DER

ATEM BRAUCHTEN EINEN GROBEN KÖRPER; DIE ERDE FORMTE IHN.

DER ATEM BRAUCHTE DEN GEIST DES LEBENS; DIE SONNENLHAS

HAUCHTE IHN IN SEINE FORM. DER ATEM BRAUCHTE EINEN SPIEGEL

SEINES KÖRPERS; [54] „WIR GABEN IHN UNSEREN EIGENEN!“ – SAGTEN

DIE DHYÂNÎS. DER ATEM BRAUCHTE EINEN TRÄGER DER BEGIERDEN;

[55] „ER HAT IHN!“ – SAGTE DER ABLEITER DER WASSER. [56] ABER DER

ATEM BRAUCHT EIN GEMÜT, UM DAS WELTALL ZU UMFASSEN; „WIR

KÖNNEN DIES NICHT GEBEN!“ SAGTEN DIE VÄTER. „ICH HATTE ES NIE!“ –

SAGTE DER GEIST DER ERDE. „DIE FORM WÜRDE VERZEHRT, WÜRDE

ICH IHM MEINES GEBEN!“ – SAGTE DAS GROSSE FEUER [57] . . . . DER

MENSCH [58] BLIEB EIN LEERES SINNLOSES BHÛTA. . . . SO HABEN DIE

KNOCHENLOSEN LEBEN GEGEBEN JENEN, WELCHE [59] WELCHE MENSCHEN MIT KNOCHEN WURDEN IN DER DRITTEN WELT. [60]

Da sich eine volle Erklärung in dem  zu Strophe V findet, so werden

ein paar Bemerkungen jetzt genügen. Der „Vater“ des ursprünglichen physischen

Menschen, oder seines Körpers, ist das vitale elektrische Prinzip, welches in der

sonne wohnt. Der Mond ist seine „Mutter“, wegen jener geheimnisvollen Kraft im

Monde, welcher einen ebenso entschiedenen Einfluß auf die menschliche

Schwangerschaft und Zeugung hat, welche er regelt, als auch auf das Wachstum

09IV

von Pflanzen und Tieren. Der „Wind“ oder Ether, welcher in diese Falle für das

Agens der Übertragung steht, wodurch jene Einflüsse von den zwei Lichtkörpern

herabgebracht und über de Erde verbreitet werden, wird als der „Ernährer“ [61]bezeichnet; während das „geistige Feuer“ allein aus dem Menschen eine göttliche und vollkommene Wesenheit macht.  [49] Chaldean Account of Genesis, p. 92.

[50] S. 91.

[51] Ebenda, a. a. O.

[52] Ebenda, a. a. O.

[53] Die menschliche Monade.

[54] Einen astralen Schatten.

[55] Kâma Rûpa.

[56] Shuchi, das Feuer der Leidenschaft und des tierischen Instinktes.

[57] Das Sonnenfeuer.

[58] Der werdende Mensch.

[59] Später.

[60] Rasse.

[61] Siehe Shloka 22.

09

Nun, was ist dieses „geistige Feuer“? In der Alchemie ist es Wasserstoff im

allgemeinen; während in der esoterischen Wirklichkeit es die Emanation oder der

Strahl ist, welcher aus seinem Ding an sich, dem „Dhyân des Ersten Elementes“

hervorgeht. Wasserstoff ist Gas nur auf unserer irdischen Ebene. Aber selbst in

der Chemie „wäre“ Wasserstoff „die einzige existierende Form von Materie, in

unserem Sinne des Ausdruckes“, [62] und ist sehr nahe verwandt mit Protyle,

welche unser Layam ist. Er ist der Vater und Erzeuger sozusagen, oder vielmehr

der Upâdhi (Basis) von beiden, Luft und Wasser, und ist in der That „Feuer, Luft

und Wasser“: eins unter drei Aspekten; daher die chemische und alchimistische

Dreieinigkeit. In der Welt der Offenbarung, oder Materie, ist er das

gegenständliche Symbol und die stoffliche Ausstrahlung aus dem subjektiven

und rein geistigen, wirkliches Dasein habenden Wesen in dem Bereiche der

Dinge an sich. Mit Recht konnte Godfrey Higgins des Wasserstoff vergleichen,

und sogar identifizieren mit To In, dem „Einen“ der Griechen. Denn, wie er

bemerkt, Wasserstoff ist nicht Wasser, obwohl er es erzeugt; Wasserstoff ist

nicht Feuer, obwohl er es offenbart oder schafft; noch ist er Luft, obwohl die Luft

als ein Ergebnis der Vereinigung von Wasser und Feuer betrachtet werden kann

·        da Wasserstoff in dem wässerigen Elemente der Atmosphäre gefunden wird. Er

ist drei in eins.

Wenn man vergleichende Theogonie studiert, so ist es leicht zu finden, daß das

Geheimnis dieser „Feuer“ in den Mysterien eines jeden alten Volkes gelehrt

wurde, vornehmlich auf Samothrake. Es ist nicht der geringste Zweifel, daß die

Kabiren, die geheimsten aller alten Gottheiten, Götter und Menschen, große

Gottheiten und Titanen, wesensgleich sind mit den Kumâras und Rudras, an

deren Spitze Kârttikeya steht - auch ein Kumâra. Das ist ganz einleuchtend,

sogar exoterisch; und diese indischen Gottheiten waren, wie die Kabiren, die

personifizierten heiligen Feuer der occultesten Kräfte der Natur. Die

verschiedenen Zweige der ârischen Rasse, der asiatische und der europäische,

der indische und der griechische, thaten ihr bestes, ihre wahre Natur, wenn nicht

ihre Wichtigkeit zu verheimlichen. Ebenso wie im Falle der Kumâras, ist die Zahl

der Kabiren unsicher. Einige sagen, daß ihrer nur drei oder vier wären; andere

sagen sieben. Axierus, Axiocersa, Axiocercsus und Casmilus können sehr gut

als die alter egos der vier Kumâras - Sanat-Kumâra, Sananda, Sanaka und

Sanâtana - stehen. Die ersteren Gottheiten, deren angeblicher Vater Vulkan war,

wurden oft vermengt mit den Dioskuren, Korybanten, Anaktes usw.; geradeso

wie die Kumâras, deren angeblicher Vater Brahmâ ist - oder vielmehr die

„Flamme seines Zornes“, welche ihn drängte, die neunte oder Kaumâra-Schöpfung

zu vollbringen, welche Rudra oder Nîlalohita (Shiva) und die Kumâras

zum Ergebnis hatte - vermengt wurden mit den Asuras, den Rudras und den

11IV

Pitris, aus dem einfachen Grunde, weil sie alle eins sind - d. i. korrelative Kräfte

und Feuer. Es ist hier kein Raum, diese „Feuer“ und ihre wirkliche Bedeutung zu

beschreiben, obwohl wir es versuchen mögen, wenn der Rest dieses Werkes jemals veröffentlicht wird. Unterdessen mögen ein paar weitere Erklärungen hinzugefügt werden.

Das Vorhergehende sind alles Geheimnisse, die vielmehr der persönlichen

Intuition des Schülers zur Lösung überlassen, als beschrieben werden müssen.

Wenn er etwas von dem Geheimnisse des Feuers lernen will, so möge er sich an

gewisse Werke der Alchimisten wenden, welche das Feuer sehr richtig mit jedem

Elemente in Zusammenhang bringen, so wie die Occultisten. Der Leser muß sich

daran erinnern, daß die Alten Religionen und die Naturwissenschaften

zusammen mit der Philosophie als eng und untrennbar miteinander verknüpft

betrachteten. Äskulap war der Sohn des Apollo - der Sonne oder des Feuers des

Lebens; zur gleichen Zeit Helios, Pythios und der Gott der Orakelweisheit. In

exoterischen Religionen, ebenso sehr wie in der esoterischen Philosophie,

werden die Elemente - insbesondere Feuer, Wasser und Luft - zu den Vorfahren

unserer fünf körperlichen Sinne gemacht und daher mit ihnen unmittelbar auf

eine occulte Weise verbunden. Diese körperlichen Sinne gehören sogar zu einer

niedrigeren Schöpfung, als zu der in den Purânen Pratisarga oder „sekundäre

Schöpfung“ genannt. „Flüssiges Feuer geht hervor aus Ungetrenntem Feuer“,

sagt ein occulter Satz.

Der Kreis ist der Gedanke; der Durchmesser (oder die Linie) ist das Wort; und

ihre Vereinigung ist das Leben.

In der Kabbalah ist Bath-Kol die Tochter der göttlichen Stimme oder des

ursprünglichen Lichtes, Shekinah. In den Purânen und der indischen Exoterik ist

Vâch, die Stimme, der weibliche Logos des Brahmâ - eine Permutation von Aditi,

dem ursprünglichen Lichte. Und wenn Bath-Kol in der jüdischen Mystik eine

artikulierte, über das natürliche hinausgehende Stimme vom Himmel ist, welche

dem „auserwählten Volke“ die heiligen Überlieferungen und Gesetze offenbart,

so ist dies bloß deshalb, weil Vâch vor dem Judentume die „Mutter der Veden“

genannt wurde, welche in die Rishis eintrat und sie durch ihre Offenbarung

begeisterte; gerade so wie Bath-Kol die Propheten von Israel und die jüdischen

Hohenpriester begeistert haben will. Und die beiden existieren bis zum heutigen

Tage in ihren bezüglichen heiligen Symbologieen, weil die Alten Ton oder

Sprache mit dem Ether des Raumes in Verbindung brachten, dessen Merkmal

der Ton ist. Daher sind Feuer, Wasser und Luft die ursprüngliche göttliche

11IV

Dreieinigkeit.

Ich bin dein Gedanke, dein Gott, älter als das feuchte Prinzip, das Licht, welches in der Dunkelheit (dem Chaos) strahlt, und das glänzende Wort Gottes (Ton) ist der Sohn der Gottheit. [63]

[62] Siehe Genesis of the Elements, von W. Crookes, p. 21.  [63] Pymander, I, 6. Die Gegner des Hindûismus mögen das Obige Pantheismus, Polytheismus oder wie es ihnen sonst beliebt, nennen, Wenn die Wissenschaft nicht gänzlich durch Vorurteil verblendet ist, wird sie in diesem Berichte eine tiefe Kenntnis der Naturwissenschaften und Physik, sowie der Metaphysik und Psychologie sehen. Aber um dies zu verstehen, muß man die Personifikationen studieren, und dann sie in chemische Atome übersetzen. Man wird dann finden, daß es sowohl der physischen und selbst der rein materialistischen Wissenschaft Genüge leistet, sowie auch jenen, welche in der Entwicklung das Werk der „Großen Unbekannten Ursache“ in ihren erscheinungsbedingten und trügerischen Anblicken sehen.

11

Somit müssen wir gut die „Erste Schöpfung“ studieren, bevor wir die Zweite

verstehen können. Die erste Rasse hatte drei rudimentäre Elemente in sich; und

noch kein Feuer; weil nach den Alten die Evolution des Menschen und das

Wachstum und die Entwicklung seiner geistigen du körperlichen Sinne der

Evolution der Elemente auf der kosmischen Ebene dieser Erde untergeordnet

war. Alles geht aus Prabhavâpyaya hervor, die Entwicklung der schöpferischen

und fühlenden Prinzipien in den Göttern, und sogar die sogenannte

schöpferische Gottheit selbst. Dies findet sich in den Namen und Beinamen,

welche dem Vishnu in den exoterischen Schriften gegeben werden. Wie der

orphische Protologos, wird er Pûrvaja, „prägenetisch“ genannt, und die anderen

Namen verbinden ihn in ihrer absteigenden Ordnung mehr und mehr mit der Materie.

Die folgende Ordnung nach parallelen Linien kann in der Entwicklung der Elemente und der Sinne gefunden werden; oder im kosmisch-terrestrischen „Menschen“ oder „Geist“, und im sterblichen physischen Menschen.  1. Ether Gehör Ton.

2. Luft Gefühl Ton und Gefühl.

3. Feuer oder Licht Gesicht Ton, Gefühl und Farbe.

4. Wasser Geschmack Ton, Gefühl, Farbe und Geschmack.

5. Erde Geruch Ton, Gefühl, Farbe, Geschmack und Geruch.

Wie man sieht, fügt jedes Element seinen eigenen Merkmalen jene seines

Vorgängers hinzu; sowie jede Wurzelrasse der vorhergehenden Rasse dem

charakterisierenden Sinn hinzufügt. Dasselbe ist wahr in der siebenfältigen

„Schöpfung“ des Menschen, welcher sich stufenförmig in sieben Stadien

entwickelt, und nach denselben Prinzipien, wie des weiteren gezeigt werden wird.

Während somit die Götter, oder Dhyân Chohans (Devas), hervorgehen aus der

Ersten Ursache - welche nicht Parabrahman ist, weil das letztere die

ALLURSACHE ist, und nicht als die „Erste Ursache“ bezeichnet werden kann -

welche Erste Ursache in den brâhmanischen Büchern Jagad-Yoni, der „Schoß

der Welt“, genannt wird, emaniert die Menschheit aus diesen aktiven Agentien im

Kosmos. Aber die Menschen waren während der ersten und zweiten Rasse

keine physikalischen Wesen, sondern bloße Rudimente der zukünftigen

Menschen; Bhûtas, welche hervorgingen aus Bhûtâdi, dem „Ursprung“ oder dem

„Ursprungsorte“, woraus die Elemente entsprangen.“ Daher gingen sie mit allem

Übrigen aus Prabhavâpyaya hervor, „dem Orte, aus welchem de Ursprung, und

in welchem die Wiederauflösung aller Dinge geschieht, wie von dem

13IV

Kommentator zum Vishnu Purâna erklärt wird. Daher auch unsere physischen

Sinne. Daher selbst die höchste „geschaffene“ Gottheit in unserer Philosophie.

Als eins mit dem Weltalle, ob wir sie jetzt Brahmâ, Îshvara oder Purusha nennen,

ist sie eine Geoffenbarte Gottheit - somit „geschaffen“ oder begrenzt und bedingt.

Dies ist leicht bewiesen, selbst aus den exoterischen Lehren.

Nachdem er das unerkennbare, ewige Brahma (neutrum oder abstrakt) genannt

wurde, wird der Pundarîkâksha, „die höchste oder unvergängliche Herrlichkeit“,

sobald er anstatt als Sadaika-Rûpa, „wandellose“ oder „unveränderliche“ Natur

als Ekâneka-Rûpa, „zugleich einzeln und vielfältig“ angerufen wird, wird er, die

Ursache, verschmolzen mit seinen eigenen Wirkungen; und seine Namen, wenn

in esoterische Ordnungen gebracht, zeigen die folgende absteigende Stufenleiter:

Mahâpurusha oder Paramâtman Höchster Geist.

Âtman oder Pûrvaja (Protologos) Der Lebendige Geist der Natur.

Indriyâtman oder Hrishîkesha Geistige oder Intellektuelle Seele (eins mit den

Sinnen).

Bhûtâtman Die Lebendige oder Lebensseele.

Kshetrajña Verkörperte Seele oder das Weltall von Geist und Stoff.

Bhrântidarshanatah Falsche Wahrnehmung - Materielles Weltall.

Der letztere Name bedeutet etwas, was infolge einer falschen oder irrtümlichen

Auffassung als eine materielle Form wahrgenommen oder vorgestellt wird, aber

thatsächlich bloß Mâyâ. Täuschung ist, wie alles in unserem physischen Weltall.

In strenger Analogie mit den Attributen dieses Brahma findet in beiden Welten,

der geistigen und der materiellen, die Entwicklung der Dhyân-Chohanischen

Wesenheiten statt. Die Merkmale der letzteren werden ihrerseits kollektiv im

Menschen reflektiert, und in einem jeden seiner Prinzipien; von denen ein jedes

in sich selbst in derselben fortschreitenden Reihenfolge einen Teil ihrer verschiedenen „Feuer“ und Elemente enthält.

13V

STROPHE V.

DIE ENTWICKLUNG DER ZWEITEN RASSE.

18. Die Söhne von Yoga. 19. Die geschlechtslose zweite Rasse. 20. Die Söhne

der „Söhne des Zwielichts“. 21. Der „Schatten“, oder der Astralmensch, zieht sich

nach innen zurück und der Mensch entwickelt einen physischen Körper.

18. DIE ERSTEN [1] WAREN DIE SÖHNE VON YOGA. IHRE SÖHNE WAREN

DIE KINDER DES GELBEN VATERS UND DER WEISSEN MUTTER.

In dem späteren  wird der Satz übersetzt:

Die Söhne der Sonne und des Mondes, der Säugling des Ethers (oder des

„Windes“) (a) . . . . Sie waren die Schatten der Schatten der Herren (b). Sie (die

Schatten) dehnten sich aus. Die Geister der Erde bekleideten sie; die

Sonnenlhas erwärmten sie. (d. i. unterhielten das Lebensfeuer in den werdenden

physischen Formen). Die Atem hatten weder Feuer noch Wasser aus ihrem eigenen ©.

(a) Man erinnere sich in diesem Zusammenhange der Tabula Smaragdina des

Hermes, deren esoterische Bedeutung sieben Schlüssel besitzt. Der

astrochemische ist den Schülern wohlbekannt, der anthropologische soll jetzt

gegeben werden. Das „Eine Ding“, welches darin erwähnt wird, ist der Mensch.

Es heißt:

Der Vater jenes Einen Einzigen Dinges ist die Sonne; seine Mutter ist der Mond; der Wind trägt es in seinem Schoße, und seine Amme ist die Geistige Erde.

In der occulten Wiedergabe desselben wird hinzugefügt: „und Geistiges Feuer ist

sein Unterweiser (Guru).“

Dieses Feuer ist das Höhere Selbst, das Geistige Ich, oder das, was sich ewig

reinkarniert unter dem Einflusse seiner niedrigeren persönlichen Selbste, welche

mit jeder Wiedergeburt wechseln, voll von Tanha oder der Begierde zu leben. Es

ist ein seltsames Gesetz der Natur, daß auf dieser Ebene die höhere (geistige)

Natur sozusagen in den Banden der niedrigeren sein soll. Wenn nicht das Ego

Zuflucht im Âtman, dem ALLGEISTE, nimmt, und gänzlich in die Wesenheit

desselben untertaucht, so kann das persönliche Ego es bis zum bitteren Ende

treiben. Dies kann nicht vollständig verstanden werden, wenn sich nicht der

15V

Schüler mit dem Geheimnisse der Entwicklung vertraut macht, welche auf

dreifacher Bahn fortschreitet - auf der geistigen, seelischen und körperlichen.

Das, was zur Entwicklung treibt und dieselbe erzwingt, d. i. das Wachstum und

die Entwicklung des Menschen auf Vervollkommnung hintreibt, ist (a) die

Monade, oder das, welches darin unbewusst durch eine davon unzertrennliche

Kraft wirkt; und (b) der niedere Astralkörper oder das persönliche Selbst. Die

erstere, einerlei ob eingekerkert in einem pflanzlichen oder tierischen Körper, ist

begabt mit jener Kraft, ist in der That jene Kraft selbst. Infolge ihrer

Wesensgleichheit mit der ALLKRAFT, welche wie gesagt der Monade innewohnt,

ist sie allmächtig auf der Arûpa oder formlosen ebene. Auf unserer Ebene ist ihre

Wesenheit zu rein, daher bleibt sie allmögend, aber wird individuell unthätig. Zum

Beispiel die Strahlen der Sonne, welche zum Wachstum der Pflanzenwelt beitragen, wählen nicht diese oder jene Pflanze aus, um auf sie zu scheinen.

Entwurzle die Pflanzen und übertrage sie auf ein Grundstück, wo der

Sonnenstrahl sie nicht erreichen kann, und der letztere wird ihr nicht folgen. So

ist es mit dem Âtman; wenn nicht das Höhere Selbst oder Ego gegen seine

Sonne - die Monade - graviert, wird das Niedere Ego oder das Persönliche

Selbst in jenem Falle die Oberhand haben. Denn dieses Ich, mit seiner wilden

Selbstsucht und tierischen Begierde, ein sinnloses Leben zu leben (Tanha), ist

es, welches der „Macher des Zeltes“ ist, wie Buddha es im Dhammapada [2]

nennt. Daher der Ausdruck, die Geister der Erde bekleiden die Schatten und

dehnten sie aus. Zu diesen „Geistern“ gehören zeitweilig die menschlichen

Astralen Selbste, und diese sind es, welche das körperliche Zelt des Menschen

für die Monade und ihr bewusstes Prinzip, Manas, zur Wohnung geben oder

erbauen. Aber die „Sonnen“-Lhas, oder Geister, erwärmen die Schatten. Dies ist

physisch und buchstäblich wahr; metaphysisch, oder auf der seelischen und

geistigen Ebene, ist es gleichermaßen wahr, daß der Âtman allein den innern

Menschen erwärmt; d. i. er erleuchtet ihn mit dem Strahle des göttlichen Lebens

und ist allein imstande, dem innern Menschen oder dem reinkarnierenden Ego

seine Unsterblichkeit mitzuteilen. Somit werden wir finden, daß für die ersten drei

und einhalb Wurzelrassen, hinauf bis zum Mittel- oder Wendepunkte, die astralen

Schatten der „Vorfahren“, der lunaren Pitris, die gestaltenden Kräften in den

Rassen sind, und die körperliche Form bilden und ihre Entwicklung allmählich zur

Vollendung treiben - dies auf Kosten eines verhältnismäßigen Verlustes an

Geistigkeit. Dann, vom Wendepunkt an ist es das Höhere Ich oder inkarnierende

Prinzip, der Nous oder das Gemüt, welches über das tierische Ich herrscht und

es lenkt, so oft es nicht von dem letzern nach abwärts geführt wird. Kurz gesagt,

die Geistigkeit ist auf ihrem aufsteigenden Bogen, und das tierische oder

physische hindert sie nur dann stetig auf dem Pfade ihrer Entwicklung

15V

fortzuschreiten, wenn die Selbstsucht der Persönlichkeit den wirklichen Innern

Menschen so stark mit ihrem tödlichen Gifte angesteckt hat, daß die nach

aufwärts gerichtete Anziehung alle Macht über den denkenden vernünftigen

Menschen verloren hat. In nüchterner Wahrheit: Laster und Gottlosigkeit sind

eine abnormale, unnatürliche Offenbarung in dieser Periode unserer

menschlichen Entwicklung - zum mindesten sollten sie es sein. Die Thatsache,

daß die Menschen niemals selbstsüchtiger und lasterhafter waren, als sie es jetzt

ist - civilisierte Nationen haben mit Erfolg aus dem erstern eine ethische

Eigenschaft, aus dem letzern eine Kunst gemacht -, ist ein weiterer Beweis für

die eine Ausnahme machende Natur der Erscheinung.

[1] Nämlich Rasse.

[2] Shlokas 153, 154.

15 V

Das ganze System ist in dem Chaldäischen Buch der Zahlen, und selbst im

Zohar, wenn man nur die Bedeutung der apokalyptischen Anspielungen versteht.

Zuerst kommt Ain Suph, der „Verborgene des Verborgenen“, dann der Punkt,

Sephira und die späteren Sephiroth; dann die Atzilatische Welt, eine Welt der

Emanationen, welche drei andere Welten hervorbringt - die erste die Briatische

Welt, genannt der Thron, der Aufenthalt der reinen Geister; die zweite Welt der

Formengebung oder die Jetziratische, die Wohnung der Engel, welche die dritte

oder Welt der Handlung hervorbrachten, die Asiatische Welt, welche die Erde

oder unsere Welt ist; und doch heißt es von dieser Welt - welche auch Kliphoth

genannt wird, welche die (sechs anderen) Sphären, [korrekter Abdruck siehe

Buch], enthält, und Materie - daß sie das Reich des „Fürsten der Finsternis“ ist.

Dies ist so klar festgestellt als möglich; denn Metatron, der Engel der zweiten

Briatischen Welt, der ersten bewohnbaren Welt bedeutet Sendbote, [korrekter

Abdruck siehe Buch], Engel, genannt der große Lehrer; und unter ihm sind die

Engel der dritten oder Jetziratischen Welt, deren zehn und sieben Klassen die

Sephiroth sind [3] , von denen gesagt wird:

Sie bewohnen oder beleben diese Welt als essentielle Wesenheiten und Intelligenzen, und ihre Korrelate und logischen Gegensätze bewohnen die dritte bewohnbare Welt, genannt die Asiatische.

Diese Gegensätze heißen die „Schalen“, [korrekter Abdruck siehe Buch], oder

Dämonen, [4] welche die sieben Zonen mit Namen Sheba Hachaloth bewohnen,

welche einfach die sieben Zonen unserer Kugel sind. [5] Ihr Fürst heißt in der

Kabbalah Samael, der Engel des Todes, welcher auch die verführende Schlange

Satan ist; aber dieser Satan ist auch Lucifer, der helle Engel des Lichtes, der

Licht- und Lebenbringer, die „Seele“, die den Heiligen, den anderen Engeln,

entfremdet ist, und zwar für eine Periode, die Zeit vorwegnehmend, wann sie auf

Erden herabsteigen werden, um sich ihrerseits zu inkarnieren.

Das Buch der Weisheit lehrt:

Alle Seelen (Monaden) sind präexistent in den Welten der Emanationen. [6]

Und der Zohar lehrt, daß in der „Seele“ der wirkliche Mensch ist, d. i. das Ego

und das bewusste Ich bin, das Manas.

Josephus sagt, den Glauben der Essener wiederholend:

(Die Seelen) steigen herab aus der reinen Luft, um an die Körper gekettet zu werden. [7]

17V

Und Philo stellt fest, daß:

die Luft voll war (von Seelen), und daß jene, welche der Erde zunächst waren,

herabsteigend, um an sterbliche Körper gebunden zu werden, zu den Körpern

zurückkehren, indem sie in denselben zu leben verlangen. [8]

Weil durch und in der menschlichen Form sie fortschreitende Wesen werden,

während die Natur des Engels rein intransitiv ist; deshalb hat der Mensch in sich

die Kraft, die Fähigkeit der Engel zu übersteigen. Deshalb sagen die Initiierten,

daß der Brâhmane, der Zweimalgeborene, die Götter oder Devas beherrscht; und Paulus wiederholt es in seinem Briefe an die Korinther:

Wisset ihr nicht, daß wir (die Initiierten) über die Engel richten werden. [9]

Schließlich wird in jeder alten Schrift und Kosmogonie gezeigt, daß sich der

Mensch ursprünglich als eine leuchtende unkörperliche Form entwickelte, über

welche, wie das in die Form des Bildhauers gegossene geschmolzene Erz, das

physische Gerüst seines Körpers von, durch und aus den niederen Formen und

Typen des tierischen, irdischen Lebens aufgebaut wurde. Der Zohar sagt:

Die Seele und die Form, wenn sie auf Erden herabsteigen, ziehen ein irdisches

Gewand an.

Sein protoplastischer Körper war nicht aus jenem Stoffe gebildet, aus dem unsere sterbliche Hüllen geformt werden.

Als Adam im Garten Eden weilte, war er in das himmlische Gewand gekleidet,

welches das Gewand des himmlischen Lichtes ist . . . Licht von jenem Lichte,

welches im Gebrauch stand in dem Garten Eden. [10] Der Mensch (der Himmlische Adam) wurde geschaffen von den zehn Sephiroth der Jetziratischen Welt, und durch ihre gemeinsame Kraft erzeugten die sieben Engel einer noch niedrigeren Welt den Irdischen Adam. Zuerst fiel Samael, und dann, den Menschen betrügend (?), verursachte er auch dessen Fall.

(b) Der Satz, „sie waren Schatten der Schatten der Herren“ - d. i. die Vorfahren

schufen den Menschen aus ihren eigenen Astralkörpern - erklärt einen

universalen Glauben. Man glaubt im Osten von den Devas, daß sie keine

eigenen „Schatten“ haben. „Die Devas werfen keine Schatten“, und dies ist das

sichere Zeichen eines guten, heiligen Geistes.

17V

© Warum hatten sie weder Feuer noch Wasser aus ihrem eigenen? [11] Weil

das, was der Wasserstoff für die Elemente und Gase auf der objektiven Ebene

ist, sein Ding an sich in der Welt der mentalen oder subjektiven Phänomene ist;

nachdem seine dreieinige verborgene Natur in seinen drei aktiven Emanationen

aus den drei höheren Prinzipien im Menschen wiedergespiegelt ist, nämlich

Geist, Seele und Gemüt, oder Âtman, Buddhi und Manas. Er ist die geistige und

auch die materielle menschliche Basis. Der rudimentäre Mensch, nachdem er

von der „Luft“ oder dem „Winde“ ernährt worden ist, wird später zum

vollkommenen Menschen; wenn er, mit der Entwicklung des „geistigen Feuers“,

des Noumenons der „Drei in Einem“ innerhalb Seines Selbst, von seinem Innern

Selbst oder Unterweiser die Weisheit des Selbstbewusstseins erlangt, welche er

am Anfang nicht besitzt. Hier wird wiederum der göttliche Geist durch die Sonne

oder das Feuer symbolisiert; die göttliche Seele durch das Wasser und den Mond, welche beide für den Vater und die Mutter von Pneuma stehen, der menschlichen Seele oder Gemüt, symbolisiert durch den Wind oder die Luft, denn Pneuma bedeutet „Hauch“.

[3] Dies ist symbolisiert in dem phythagoräischen Dreieck, den zehn Yods darinnen, und den sieben Ecken des Dreiecks und des Quadrats.  [4] Daher wird der kabbalistische Name der „Schalen“ der Astralform gegeben, dem Kâma Rûpa genannten Körper, welcher zurückgelassen wird von den Höheren Engeln in der Gestalt des Höheren Manas, wenn das letztere nach Devachan abgeht, seinen Rückstand verlassend.  [5] Mackanzie´s Royal Masonic Cyclopaedia, p. 409-.

[6] I, 20.

[7] De Bell. Jud., II, 12.

[8] De Gignat., p. 222 C.; De Somniis, p. 455 D.; welches zeigt, daß die

Essener an Wiedergeburt und viele Reinkarnationen auf Erden glaubten, wie

auch Jesus selber that - eine Thatsache, die wir aus dem neuen Testament

17V

selbst beweisen können.

[9] I. . 3.

[10] Zohar, II. 229 b.

[11] Dies wird jedoch, wie wir gezeigt haben, von der Esoterik der Genesis

bestätigt. Nicht nur werden darin die Tiere nach dem „Adam von Staub“

erschaffen, sondern Vegetation wird auf der Erde gezeigt, bevor „die Himmel

und die Erde geschaffen waren“. „Jede Pflanze des Feldes, bevor sie auf der

Erde war“ (II. 5). Nun, wenn nicht die occulte Auslegung angenommen wird -

welche zeigt, daß in der vierten Runde die Kugel mit Vegetation bedeckt war,

und die erste (astrale) Menschheit hervorgebracht war, bevor kaum irgend

etwas darauf wachsen und sich entwickeln konnte - was kann der tote

Buchstabe bedeuten? Einfach, daß das Gras auf der Erde der Kugel war,

bevor diese Kugel geschaffen war? Und doch ist die Bedeutung von Vers 6,

welcher sagt, „aber ein Nebel ging auf von der Erde und feuchtete alles Land“,

bevor es regnete, und ließ die Bäume u. s. w. wachsen, klar genug. Er zeigt auch, in welcher geologischen Periode es geschah, und ferner, was mit „Himmel“ und „Erde“ gemeint ist. Es bedeutete das Firmament und das trockene, verkrustete Land, getrennt und überlagert von seinen Dämpfen und Ausdünstungen. Obendrein muß sich der Schüler vor Auge halten, daß, wie Adam Kadmon, das „männliche und weibliche Wesen“ der Genesis I, kein körperliches, menschliches Wesen ist, sondern die Schar der Elohim, unter welchen Jehovah selbst war - auch die Tiere, welche in diesem Kapitel nach dem buchstäblichen Text als vor den Menschen „geschaffen“ erwähnt werden, keine Tiere waren, sondern die Tierkreiszeichen und andere Himmelskörper.

17 V

Daher heißt es in der Smaragdenen Tafel - entstellt durch christliche Hände:

Das Obere stimmt mit dem Unteren überein; und das Untere mit dem Oberen, um

dieses eine wahrhaft wundervolle Werk zu wirken (welches der Mensch ist).

Denn das geheime Werk des Chiram, oder König Hiram in der Kabbalah, „eins

mit dem Wesen nach, aber drei im Aspekt“, ist das Universale Agens oder Lapis

Philosophorum. Die Krönung des Geheimen Werkes ist der geistige

vollkommene Mensch an dem einen Ende der Linie; die Vereinigung der drei

Elemente ist das occulte Lösungsmittel in der „Seeleder Welt“, der kosmischen

Seele oder dem Astrallichte an dem andern; und auf der materiellen Ebene ist es

der Wasserstoff in seinem Verhalten zu den anderen Gasen. To On fürwahr; der

EINE, „den niemand gesehen hat außer dem Sohne“; welcher Satz sich sowohl

auf den metaphysischen und physischen Kosmos bezieht, als auch auf den

geistigen und materiellen Menschen. Denn wie könnte der letztere To On

verstehen, den „Einen Vater“, wenn seine Manas, der „Sohn“, nicht wird (wie)„Eins mit dem Vater“, und durch diese Absorption Erleuchtung von dem göttlichen „Unterweiser“ oder Guru - Âtmâ-Buddhi - erhält?

Wie der  sagt:

Wenn du die ZWEITE (sogenannte Schöpfung) verstehen willst, o Lanoo, so sollst du zuerst ihre Beziehung zur ERSTEN studieren. [12] Die Erste Rasse hatte drei Elemente, aber kein lebendiges Feuer. Warum? Weil:

„Wir sagen vier Elemente, mein Sohn, aber wir sollten sagen drei“, sagt Hermes

Trismegistus. „In dem Ersten Kreise“, oder Schöpfung, bedeutet das mit [Symbolabbildung, siehe Buch] bezeichnete: „Wurzel“, wie in dem zweiten desgleichen.

So finden wir in der Alchimie oder westlichen Hermetik - einer Abart der östlichen

Esoterik:

[Symbolabbildung, siehe

Buch]

[Symbolabbildung, siehe

Buch]

[Symbolabbildung, siehe

Buch]

Sulphur Flamma Spiritus

Hydrargyrum Natura Aqua

Sal Mater Sanguis.

[12] Buch des Dzyan, III. 19.

 

Und diese drei sind alle Quaternitäten, vervollständigt durch ihre Wurzel, das

Feuer. Der Geist, jenseits der geoffenbarten Natur, ist der feurige ATEM in seiner

absoluten Freiheit. In dem geoffenbarten Weltall ist er die centrale geistige

Sonne, das elektrische Feuer allen Lebens. In unserm System ist er die sichtbare

Sonne, der Geist der Natur, der irdische Gott. Und in, auf, und rund um die Erde

der feurige Geist davon - Luft, fluidisches Feuer: Wasser, flüssiges Feuer; Erde,

festes Feuer. Alles ist Feuer - Ignis in seiner schließlichen Beschaffenheit, oder I,

dessen Wurzel ist 0 (Null) in unseren Vorstellungen, das All in der Natur und

deren Gemüt. „Pro-Metor“ ist göttliches Feuer. Es ist der Schöpfer, der Zerstörer,

der Erhalter. Die ursprünglichen Namen der Götter stehen alle in

Zusammenhang mit Feuer - von Agni, dem ârischen, bis zum jüdischen Gott,

welcher ein „verzehrendes Feuer“ ist. In Indien wird Gott in verschiedenen

Dialekten genannt Eashoor, Esur, Iswur, und Îshvara im Sanskrit, der Herr, von

Isha, aber dies ist ursprünglich der Name von Shiva, dem Zerstörer; und die drei

vedischen Hauptgottheiten sind Agni (Ignis), Vâyu und Sûrya - Feuer, Luft und

die Sonne, drei occulte Grade vom Feuer. Im Hebräischen bedeutet [korrekter

Abdruck siehe Buch] (Aza) „erleuchten“, und [korrekter Ausdruck siehe Buch]

(Asha) ist „Feuer“. Im Occultismus ist „ein Feuer anzünden“ gleichbedeutend mit

dem Hervorrufen einer der drei großen Feuerkräfte, oder „Gott anrufen“. Im

Sanskrit ist die Wurzel Ush Feuer oder Hitze; und das ägyptische Wort Osiris ist

zusammengesetzt, wie Schelling zeigt, aus den beiden Bestandteilen Aish und

Asr, oder ein „Feuerzauberer“. Aesar im alten Etruskischen bedeutet einen Gott,

indem es vielleicht von dem Asura der Veden abgeleitet ist. Îshvara ist ein

analoger Ausdruck, wie Dr. Kenealy dachte, welcher die Bhagavad Gîtâ anführt,

um zu zeigen, daß:

Îshvara wohnt in jedem sterblichen Wesen, und setzt durch seine übernatürlichen Kräfte alle Dinge in Bewegung, welche das Rad der Zeit besteigen.

Er ist fürwahr der Schöpfer und der Zerstörer.

Man nahm an, daß das ursprüngliche Feuer eine unersättliche Gier des

Verschlingens habe. Maximus vom Tyrus erzählt, daß die alten Perser Brennstoff

in das Feuer warfen mit dem Ausrufe: Verschlinge, o Herr! In der irischen Sprache bedeutet easam oder asam machen oder erschaffen.  (Und) Aesar war auch der Name eines der alten irischen Götter; die buchstäbliche Bedeutung des Wortes ist „ein Feuer entzünden“. [13]

Die christlichen Kabbalisten und Symbologen, welche den Pymander entstellten -

unter welchen der Bischof von Ayre, Francois de Tours, im 16. Jahrhundert hervorragte - teilten die Elemente auf folgende Art ein:

Die vier Elemente, gebildet aus göttlichen Substanzen, und die Geister der Salze

21V

der Natur repräsentiert durch:

[Symbolabbildung, siehe Buch] St. Mathäus. Engel-Mensch.

Wasser (Jesus-Christus,

Engel-Mensch,

Mikael).

[korrekter Abdruck siehe Buch] St. Markus. Der Löwe. Feuer.

[korrekter Abdruck siehe Buch] St. Lukas. Der Stier. Erde.

[korrekter Abdruck siehe Buch] St. Johannes. Der Adler. Luft. [14]

[korrekter Abdruck siehe Buch] Die Quintessenz, [korrekter Abdruck siehe

Buch], Flamma-Virgo (Jungfernöl), Flamma durissima, Virgo, Lucis aeterna Mater.Die erste Menschenrasse bestand also einfach aus den Bildern, den astralen Doppelgängern ihrer Väter, welche die Bahnbrecher oder die am meisten vorgeschrittenen Wesenheiten aus einer vorhergehenden, jedoch niedrigeren Sphäre waren, deren Schale jetzt unser Mond ist. Aber selbst diese Schale ist allvermögend, denn, da sie die Erde erzeugt hatte, ist diese das Phantom des Mondes, welcher, angezogen durch magnetische Verwandtschaft, ihre ersten Bewohner, die vormenschlichen Ungetüme, zu bilden suchte (siehe oben Strophe II). [15]

Um sich dessen zu vergewissern, hat sich der Schüler wieder an die

chaldäischen Bruchstücke zu wenden und zu lesen, was Berosus sagt. Berosus

erhielt seine Aufklärung, so sagt er uns, von Ea, der mann-weiblichen Gottheit

der Weisheit. Während die Götter in dem androgynen Schoße dieser Weisheit

(Svabhâvat, Mutter-Raum) erzeugt wurden, wurden ihre Wiederscheine auf

Erden zu dem Weibe Omorôka, welches die chaldäische Thavatth (oder

Thalatth) ist, die griechische Thalassa, die Tiefe oder die See, welche esoterisch

und selbst exoterisch der Mond ist. Es war der Mond (Omorôka), welcher der

ungeheuerlichen Schöpfung unbeschreiblicher Wesen vorstand, welche von den

Dhyânîs erschlagen wurden. [16]

Das Gesetz der Entwicklung zwang die Mondväter, in ihrem monadischen

Zustande durch alle Formen des Lebens und Daseins hindurchzugehen; aber am

Ende der dritten Runde waren sie bereits menschlich in ihrer göttlichen Natur,

und wurden so berufen, die Schöpfer der Formen zu werden, welche bestimmt

waren, die Zelte für jene weniger vorgeschrittenen Monaden zu liefern, die an der

Reihe waren, sich zu inkarnieren. Diese „Formen“ heißen „Söhne von Yoga“, weil

Yoga - Vereinigung mit Brahmâ exoterisch - der höchste Zustand der passiven

21V

unendlichen Gottheit ist, da er alle göttlichen Energien enthält und die Wesenheit

von Brahmâ ist, von welchem es heißt, daß er als Brahmâ alles durch Yogakraft

erschaffe. Brahmâ, Vishnu und Shiva sind die mächtigsten Energien von Gott,

Brahma (neutrum), sagt ein purânischer Text. Yoga ist hier dasselbe wie

Dhyâna, welches Wort wieder synonym ist mit Yoga in dem tibetanischen Text,

wo die „Söhne von Yoga“ genannt werden „Söhne von Dhyâna“, oder von jene

der abstrakten Meditation, durch welche Dhyâni-Buddhas ihre himmlischen Söhne, die Dhyâni-Bodhisattvas, erschaffen.

Alle Geschöpfe in der Welt haben ein jedes ein Höheres über sich. Dieses

Höhere dessen inneres Vergnügen es ist, in jene zu emanieren, kann nicht die

Ausströmung mitteilen, bis sie nicht angebetet haben (d. i. meditiert haben wie

während des Yoga). [17]

[13] Kenealy, The Book of God, p. 114,115.

[14] Jenen, welche fragen möchten: Was hat Wasserstoff zu thun mit der Luft

oder Oxydation? - wird geantwortet: Studiert zuerst das ABC der occulten

Chemie! In ihrem, ängstlichen Bestreben jedoch, Pymander, den „Mund des

Geheimnisses“, mit St. Johannes dem Täufer prophetisch zu identifizieren,

haben die christlichen Symbologen damit auch die sieben Kabiren und die

assyrischen Stiere mit den Cherubin der Juden und den Aposteln identifiziert.

Da sie obendrein eine Scheidungslinie zwischen den vieren und den dreien zu

ziehen hatten - welche letztere die gefallenen Engel waren; und ferner, um es

zu vermeiden, dieselben mit den „Sieben Geistern des Angesichtes“, den

Erzengeln, in Verbindung zu bringen, warfen sie ohne Förmlichkeit alle

hinaus, die sie nicht zu erkennen beliebten. Daher die Verdrehung in der

Reihenfolge der Elemente, um dieselben mit der Reihenfolge der Evangelien

in Übereinstimmung zu bringen und den Engel-Menschen mit Christus zu

identifizieren. Bei den Chaldäern, den Ägyptern - von welchen Moses die

Chroub (Cherubin in ihrer tierischen Form) übernahm - und bei den Ophiten;

bei allen diesen wurden die Engel, die Planeten und die Elemente mystisch

21V

und alchimistisch symbolisiert durch den Löwen (Mikael); den Stier (Uriel);

den Drachen (Raphael); den Adler (Gabriel); den Bären (Thot-Sabaoth); den

Hund (Erataoth); das Maultier (Uriel oder Thantabaoth). Alle diese haben eine

näher bestimmende Bedeutung.

[15] Nach der ersten Auflage übersetzt. (Der Übers.).

[16] Siehe Hibbert Lectures 1887, p. 379 ff.

[17] Sepher M´bv Sha-arim, nahe dem Ende, übersetzt von Isaac Myer

Qabbalah, p. 110

21 V

19. DIE ZWEITE RASSE (WAR) DIE HERVORBRINGUNG VON KNOSPUNG

UND AUSDEHNUNG, DIE UNGESCHLECHTIGE [18] VON DEM

GESCHLECHTSLOSEN. [19] SO WARD, O LANOO, DIE ZWEITE RASSE

HERVORGEBRACHT.

Wissenschaftliche Autoritäten werden am meisten diese ungeschlechtliche

Rasse, die zweite, die Väter der sogenannten „Schweißgeborenen“, und

vielleicht noch mehr die dritte Rasse, die „Eingeborenen Androgynen“ bestreiten.

Diese zwei Arten von Zeugung sind die am schwierigsten zu verstehenden,

insbesondere für den westlichen Verstand. Es ist einleuchtend, daß keine

Erklärung versucht werden kann für jene, welche nicht Schüler der occulten

Metaphysik sind. Die europäische Sprache hat keine Worte, um Dinge

auszudrücken, welche die Natur im jetzigen Stadium der Evolution nicht mehr

wiederholt, Dinge, welche daher für den Materialisten keinen Sinn haben können.

Aber es giebt Analogien. Es wird nicht geleugnet, daß im Anbeginne der

physischen Entwicklung in der Natur Vorgänge stattgefunden haben müssen,

zum Beispiel Urzeugung, die, jetzt erloschen, sich in anderen Formen

wiederholen. So sagt man uns, daß die mikroskopische Untersuchung kein

Beharren irgendeiner besonderen Art der Lebensfortpflanzung zeigt. Denn sie

zeigt:

Derselbe Organismus kann im Verlaufe seines Lebenscyklus verschiedene Metamorphosen durchlaufen, und während einige derselben geschlechtlich, und in anderen ungeschlechtlich sein, d. i., er kann sich abwechselnd reproduzieren durch das Zusammenwirken zweier Wesen von entgegensetztem Geschlechte, oder auch durch Spaltung oder Knospung aus nur einem Wesen, welches ohne Geschlecht ist. [20]

„Knospung“ ist gerade das in der Strophe gebrauchte Wort. Wie konnten diese

Chhâyâs sich selbst anders fortpflanzen; nämlich die zweite Rasse erzeugen, da

sie ätherisch ungeschlechtlich, und selbst bis dahin ohne Träger der Begierde,

ohne Kâma Rûpa waren, welches sich erst in der dritten Rasse entwickelte. Sie

evolvierten die zweite Rasse unbewusst, wie einige Pflanzen thun. Oder vielleicht

wie die Amöbe, nur nach einem mehr ätherischen, nachdrucksvolleren und

großartigeren Maßstabe. Wenn in der That die Zellentheorie in gleicher Weise

auf die Botanik und Zoologie Anwendung findet, und sich auf die Morphologie

sowie auf die Physiologie der Organismen erstreckt, und wenn die

mikroskopischen Zellen von der Naturwissenschaft als unabhängige Lebewesen

angesehen werden - geradeso wie der Occultismus die „Feurigen Leben“

23V

betrachtet -, so liegt keine Schwierigkeit in der Idee des ursprünglichen Zeugungsprozesses.

Man betrachte die ersten Stadien einer Keimzelle. Ihr Kern wächst, verändert

sich und bildet einen Doppelkegel oder eine Spindel, so [Symbolabbildung, siehe

Buch], innerhalb der Zelle. Diese Spindel nähert sich der Wand der Zelle und

eine Hälfte derselben wird in Form von sogenannten „Polarzellen“ ausgestoßen.

Diese Polarzellen sterben jetzt, und der Embryo entwickelt sich aus dem

Wachstum und der Furchung des übrig bleibenden Teiles des Kernes, welcher

durch die Substanz der Zelle ernährt wird. Warum also konnten nicht Wesen so

gelebt haben und auf diese Art hervorgebracht worden sein - am ersten Anfange

der Entwicklung von Mensch und Säugetier?

Dies mag vielleicht als eine Analogie dienen, um eine Idee von dem Vorgange zu

geben, durch den die Zweite Rasse aus der Ersten gebildet wurde.

Die Astralform, welche die Monade bekleidete, war, wie auch jetzt noch,

umgeben von ihrer eiförmigen Sphäre der Aura, welche hier der Substanz der

Keimzellen oder des Eies entspricht. Die Astralform selbst ist der Kern, jetzt,

sowie damals, durchdrungen von dem Lebensprinzipe.

Wenn die Zeit der Fortpflanzung herankommt, so „stößt“ das Sub-astrale ein

Kleinbild seiner Selbst aus dem Eie der umgebenden Aura „aus“. Dieser Keim

wächst und ernährt sich von der Aura, bis er voll entwickelt wird, wo er dann sich

allmählich von seinem Vater trennt und dabei mit sich seine eigene Aurasphäre

fortträgt; geradeso wie wir sehen, daß lebende Zellen ihre Art durch Wachstum

und darauf folgende Zweiteilung fortpflanzen.

Die Analogie mit den „Polarzellen“ scheint sich gut zu bewähren, da ihr Tod jetzt

dem Wechsel entsprechen würde, welcher durch die Trennung der Geschlechter

eingeführt wurde, als Schwangerschaft in utero, d. i. innerhalb der Zelle, die Regel wurde.

Wie der  uns sagt:

Die frühere Zweite (Wurzel-) Rasse waren die Väter der „Scheißgeborenen“; die

spätere Zweite (Wurzel-) Rasse waren selbst „Schweißgeborenen.“

Diese Stelle aus dem  bezieht sich auf das Werk der Entwicklung

vom Anbeginne einer Rasse bis zu seinem Schlusse. Die „Söhne von Yoga“,

oder die ursprüngliche Astralrasse hatten sieben Stadien der Entwicklung,

rassisch oder kollektiv; sowie jedes Einzelwesen sie hatte und noch hat. Es war

nicht bloß Shakespeare, welcher die Zeitalter des Menschen in eine Reihe von

sieben einteilte, sondern die Natur selbst. So wurden die ersten Unterrassen der

Zweiten Rasse zuerst nach dem auf Grund des Gesetzes der Analogie

beschriebenen Vorgange geboren; während die letzten allmählich, gleichen

Schrittes mit der Entwicklung des menschlichen Körpers auf andere Weise

23V

gebildet zu werden begannen. Der Fortpflanzungsvorgang hatte auch in einer

jeden Rasse sieben Stadien, wovon ein jedes Aeonen von Zeit ausfüllte. Welcher

Physiologe oder Biologe kann sagen, ob die gegenwärtige Zeugungsart, mit allen

ihren Schwangerschaftsphasen, älter ist als eine halbe Million oder höchsten eine Million Jahre, nachdem ihr Beobachtungscyklus vor kaum einem Jahrhundert angefangen hat?

Ursprüngliche menschliche Hermaphroditen sind eine den Alten wohlbekannte

Naturthatsache und bilden eine der größten Schwierigkeiten Darwins. Doch ist es

sicherlich keine Unmöglichkeit, sondern im Gegenteil eine große

Wahrscheinlichkeit, daß Zwitterbildung in der Entwicklung der Ersten Rasse

existierte, während auf Grund der Analogie und auf dem der Existenz eines

einzigen universalen Gesetzes in der physischen Entwicklung; welches

verschiedenartig wirkt in dem Aufbaue von Pflanze, Tier und Mensch, es so sein

muß. Die irrtümlichen Theorien der Monogenesis und der Abstammung des

Menschen von den Säugetieren an Stelle der Abstammung der Säugetiere vom

Menschen sind verderblich für die Vollkommenheit der Evolution, wie sie in den

modernen Schulen nach Darwinschen Grundzügen gelehrt wird, und sie werden

angesichts der unüberwindlichen Schwierigkeiten, auf die sie stoßen,

aufgegeben werden müssen. Die occulte Überlieferung - wenn die Ausdrücke

Wissenschaft und Erkenntnis in diesem Punkte dem Altertume abgesprochen

werden - kann allein die Widersprüche versöhnen und die Kluft ausfüllen. Ein

talmudischer Lehrsatz sagt:

Wenn du das Unsichtbare kennen willst, so öffne deine Augen weit für das Sichtbare.

[19] Schatten.

[20] S. Laing, Modern Science and Modern Thought, p. 90.

23 V

In der Abstammung des Menschen kommt die folgende Stelle vor, welche zeigt,

wie nahe Darwin der Annahme dieser alten Lehre kam.

Es ist lange bekannt gewesen, daß im Reiche der Wirbeltiere das eine

Geschlecht Rudimente verschiedener, zu dem Fortpflanzungssystem

gehöriger, accessorischer Teile trägt, die eigentlich dem entgegengesetzten

Geschlechte angehören . . . . Irgend ein entfernter Vorfahr des ganzen

Wirbeltierreiches schein zwittergeschlechtlich oder androgyn gewesen zu sein.

[21] Aber hier begegnen wir einer besonderen Schwierigkeit. In der Klasse der

Säugetiere besitzen die Männlichen Rudimente eines Uterus mit den

anliegenden Gängen der vesiculae prostaticae: sie tragen auch Rudimente

von mammae und einige männliche Beuteltiere haben Spuren eines

Beutelsackes. Andere analoge Thatsachen könnten hinzugefügt werden.  Müssen wir nun annehmen, daß irgend ein außerordentlich altes Säugetier androgyn geblieben ist, nachdem es die Hauptunterscheidungsmerkmale seiner Klasse erlangt hatte und sich daher von den niederen Klassen des Wirbeltierreiches abgetrennt hatte? Dies scheint sehr unwahrscheinlich, [22]

denn wir müssen die Fische betrachten, die niedrigste von allen Klassen, um noch existierende androgyne Formen zu finden. [23]

Herr Darwin ist offenbar sehr abgeneigt, die Hypothese anzunehmen, welche von

den Thatsachen mit solcher Kraft aufgedrängt wird, nämlich die Hypothese eines

ursprünglichen androgynen Stammes, von dem die Säugetiere entsprangen.

Seine Erklärung lautet:

Daß verschiedene accessorische Organe, die jedem einzelnen Geschlechte

eigentümlich sind, sich beim entgegengesetzten Geschlechte im rudimentären

Zustande vorfinden, kann dadurch erklärt werden, daß solche Organe

allmählich von dem einen Geschlecht erworben, und dann in einem mehr oder

weniger unvollkommenen Zustande auf das andere Geschlecht vererbt wurden. [24]

Er führt als Beispiel an den Fall von „Sporen, Federn und leuchtenden Farben,

die für den Kampf oder zum Schmuck von männlichen Vögeln erworben“ und nur

teilweise von ihren weiblichen Nachkommen geerbt wurden. Für das behandelte

Problem ist jedoch offenbar eine befriedigendere Erklärung erforderlich, da die

Thatsachen von einem viel hervorragenderen und wichtigeren Charakter sind, als

die bloß oberflächlichen Einzelheiten, mit denen sie von Darwin verglichen

werden. Warum nicht unparteiisch die Beweiskraft zu Gunsten des

Hermaphroditismus zugestehen, welcher die alte Faune charakterisiert? Der

25V

Occultismus schlägt eine Lösung vor, welche den Thatsachen auf höchst

umfassende und einfache Art gerecht wird. Solche Überbleibsel eines früheren

androgynen Stammes müssen in gleiche Reihe gestellt werden mit der

Zirbeldrüse und anderen gleich geheimnisvollen Organen, welche uns ein

stillschweigendes Zeugnis für die Wirklichkeit von Verrichtungen liefern, welche

schon seit langem im Verlaufe des tierischen und menschlichen Fortschrittes verkümmert sind, aber welche einst eine wichtige Rolle in der allgemeinen Ökonomie des ursprünglichen Lebens gespielt haben.

Die occulte Lehre kann auf jeden Fall vorteilhaft mit der der freisinnigsten Männer

der Wissenschaft verglichen werden, welche über den Ursprung des ersten Menschen Theorien aufgestellt haben.

[21] Und warum nicht alle ersten Stammrassen, die menschlichen sowohl als die tierischen; und warum ein „entfernter Vorfahr“?

[22] Augenscheinlich so, nach den Regeln der Entwicklungslehre, welche die

Säugetiere auf irgend einen amphibischen Ahnen zurückführt.

[23] Zweite Ausgabe, p. 161.

[24] Ebenda, p.162.

25V

Lange vor Darwin stellte Naudin, welcher den Namen Blastema dem gab, was

die Darwinisten Protoplasma nennen, eine halb occulte und halb

wissenschaftliche materialistische Theorie auf. Er ließ Adam, den

ungeschlechtlichen, plötzlichen aus dem Lehm entspringen, wie es in der Bibel

genannt wird, aus dem Blastema der Wissenschaft. Wie Naudin erklärt:

Aus dieser Larvenform der Menschheit bewirkte die Entwicklungskraft die

Vollendung der Art. Zur Aufführung dieses großen Phänomens hatte Adam

durch eine Phase der Unbeweglichkeit und Unbewusstseins hindurchzugehen,

welche sehr ähnlich war dem Nymphenzustande von Tieren, die eine Metamorphose eingehen. [25]

Für den hervorragenden Botaniker war Adam jedoch nicht ein einzelner Mensch,

sondern die Menschheit, welche blieb:

verborgen innerhalb eines zeitweiligen Organismus, bereits unterschieden von

allen anderen und nicht imstande, mit irgend einem derselben eine Verbindung einzugehen.

Er zeigt die Unterscheidung der Geschlechter vollendet durch einen Sprossungsvorgang, welcher dem der Quallen und der Seescheiden ähnlich ist.

Die Menschheit also physiologisch konstituiert, würde eine für die rasche Hervorbringung der verschiedenen großen Menschenrassen genügende Entwicklungskraft behalten.

De Quatrefages kritisiert diese Stellungnahme in dem Menschengeschlecht. Sie

ist unwissenschaftlich, sagt er, oder genau gesprochen, Naudins Ideen „bilden

nicht eine wissenschaftliche Theorie“, insofern als das ursprüngliche Blastema in

seiner Theorie mit der „ersten Ursache“ in Verbindung gebracht wird, welche, wie

er glaubt, in dem Blastema alle vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen

Wesen der Möglichkeit nach gemacht hat, und somit in Wirklichkeit diese Wesen

in Masse geschaffen hat; obendrein betrachtet Naudin nicht einmal die „zweiten

Ursachen“, oder ihre Thätigkeit in dieser Evolution der organischen Welt. Die

Wissenschaft, welche sich nur mit „zweiten Ursachen“ beschäftigt, hat somit

27V

zu der Theorie des Herrn Naudin nichts zu sagen. [26]

Noch wird sie irgend mehr zu den occulten Lehren zu sagen haben, denen

Naudin bis zu einem gewissen Grade nahe gekommen ist. Denn, wenn wir nur in

seinem „ursprünglichen Blastema“ die Dhyân-Chohanische Wesenheit sehen, die

Chhâyâ oder den Doppelgänger der Pitris, welche in sich selbst die Möglichkeit

aller Formen enthält, sind wir ganz in Übereinstimmung. Aber es giebt zwei

wirkliche und wesentliche Unterschiede zwischen unseren Lehren. Herr Naudin

erklärt, daß die Entwicklung in plötzlichen Sprüngen und Anprallen fortgeschritten

sei, anstatt sich langsam über Millionen von Jahren zu erstrecken; und sein

ursprüngliches Blastema ist nur mit blinden Instinkten begabt - eine Art

unbewusster Erster Ursache im geoffenbarten Kosmos - was eine

Widersinnigkeit ist. Statt dessen ist es unsere Dhyân-Chohanische Wesenheit -

die Causalität der Primären Ursache, welche den physischen Menschen schafft -

welche die lebendige thätige und kraftvolle Materie ist (an sich schwanger mit

jenem tierischen Bewusstsein einer höheren Art, wie es sich bei der Ameise und

beim Biber findet), die die lange Reihe physiologischer Differentiationen hervorbringt. Abgesehen davon ist sein „alter und allgemeiner Vorgang der Schöpfung“ aus Protoorganismen so occult, als irgend eine Theorie von Paracelsus oder Khunrath sein kann.

Ferner sind die kabbalistischen Werke voll von Beweis dafür. Der Zohar zum

Beispiel sagt, daß jeder Typus im sichtbaren seinen Prototypus im unsichtbaren

Weltalle hat.

Alles, was in der niederen (unserer) Welt ist, findet sich in der oberen. Die niedere und die obere üben wechselseitig auseinander Wirkung und Gegenwirkung aus. [27]

20. IHRE VÄTER WAREN DIE SELBSTGEBORENEN. DIE

SELBSTGEBORENEN, DIE CHHÂYÂ AUS DEN STRAHLENDEN KÖRPERN

DER HERREN, DER VÄTER, DER SÖHNE DES ZWIELICHTS.

Die „Schatten“ oder Chhâyâs werden die Söhne der „Selbstgeborenen“ genannt,

da der letztere Name auf alle Götter und Wesen angewendet wird, die durch den

Willen, sei es einer Gottheit, sei es eines Adepten geboren sind. Den Homunculis

des Paracelsus würde vielleicht auch dieser Name gegeben werden, obwohl der

letztere Vorgang auf einer viel materiellen Ebene stattfindet. Der Name „Söhne

des Zwielichts“ zeigt, daß die „selbstgeborenen“ Vorfahren unserer Lehre

27V

wesensgleich sind mit den Pitris des Brâhmanischen Systems, da der Titel eine

Bezugnahme auf die Art ihrer Geburt ist; indem es heißt, daß diese Pitris aus Brahmâs „Körper des Zwielichts“ hervorgegangen sind, wie in den Purânen gesagt ist.

21.ALS DIE RASSE ALT WURDE, MISCHTEN SICH DIE ALTEN WASSER MIT

DEN FRISCHEN WASSERN(a). ALS IHRE TROPFEN TRÜBE WURDEN,

VERGINGEN SIE UND VERSCHWANDEN IN DEM NEUEN STROME, IN DEM

HEISSEN LEBENSSTROME. DAS ÄUSSERE DER ERSTEN WURDE DAS

INNERE DER ZWEITEN(b). DER ALTE FLÜGEL WURDE DER NEUE SCHATTEN, UND DER SCHATTEN DES FLÜGELS©.

(a)     Die alte oder ursprüngliche Rasse ging auf in die zweite Rasse und wurde

eins mit ihr.

(b)     Dies ist der geheimnisvolle Vorgang der Umformung und Entwicklung der

Menschheit. Das Material der ersten Formen - schattenhaft, ätherisch und

negativ - wurde in die Formen der zweiten Rasse eingezogen oder absorbiert

und wurde so die Ergänzung derselben. Der  erklärt dies mit der

Bemerkung, daß, da die Erste Rasse einfach aus den astralen Schatten der

schöpferischen Vorväter bestand, die natürlich weder astrale noch physische

Körper aus ihrem eigenen hatten - diese Rasse niemals starb. Ihre „Menschen“

schwanden allmählich dahin, indem sie in die Körper ihrer eigenen

„schweißgeborenen“ Nachkommenschaft absorbiert wurden, die dichter waren

als ihre eigenen. Die alte Form verging und wurde absorbiert und verschwand in

die neue Form, die mehr menschlich und körperlich war. Es gab keinen Tod in

jenen Tagen einer Periode, die glückseliger war als das goldene Zeitalter; aber

das erste oder väterliche Material wurde benützt zur Bildung des neuen Wesens,

um Körper und selbst die inneren oder niedrigeren Prinzipien oder Körper der

Nachkommenschaft zu bilden.

[25] De Quatrefagesm L´espèce humaine. (The Human Species, p. 124;

„International Scientific Series“, Volume XXVI).

[26] Ebenda, p.125.

[27] Fol. 186.

27V

27 V

(c)     Wenn der „Schatten“ sich zurückzieht, d. i. wenn der Astralkörper mit festerem Fleische überdeckt wird, entwickelt der Mensch einen physischen

Körper. Der „Flügel“ oder die ätherische Form, welche ihren Schatten und Bild

hervorbrachte, wurde der Schatten des Astralkörpers und seiner eigenen Nachkommenschaft. Die Ausdrucksweise ist sonderbar, aber originell.

Da keine Gelegenheit sein dürfte, auf dieses Geheimnis später Bezug zu

nehmen, ist es ebenso gut, sogleich die doppelte Bedeutung zu erklären, welche

in der griechischen Mythe, die sich auf diese besondere Entwicklungsphase

bezieht, enthalten ist. So findet sich in den verschiedenen Abarten der Allegorie

von der Leda und ihren zwei Söhnen Kastor und Pollux, von welchen Abarten

eine jede eine besondere Bedeutung hat. So spricht Buch  der Odysse von

Leda als von der Gemahlin des Tyndareus, welche ihrem Gatten „zwei Söhne

von mutigen Herzen“ gebar - Kastor und Pollux. Jupiter verleiht ihnen ein

wundervolles Geschenk und Vorrecht. Sie sind halb unsterblich; sie leben und

sterben, jeder der Reihe nach, und jeden Tag [korrekter Abdruck siehe Buch]

[28] . Als die Tyndariden sind die Zwillingsbrüder ein astronomisches Symbol und

stehen für Tag und Nacht; ihre beiden Weiber, Phoebe und Hilaeira, die Töchter

des Apollo oder der Sonne, personifizieren die Morgendämmerung und das

Zwielicht. [29] Hinwieder in der Allegorie, in der Zeus als der Vater der beiden

Heroen gezeigt wird - die aus dem Ei geboren sind, welches Leda hervorbringt -,

ist der Mythos gänzlich theogonisch. Er bezieht sich auf jene Gruppe kosmischer

Allegorieen, worin die Welt als aus dem Eie geboren beschrieben wird. Denn

Leda nimmt in ihm die Gestalt eines weißen Schwanes an, während sie sich mit

dem Göttlichen Schwane oder Brahma-Kalahamsa vereinigt. Leda ist dann der

mythische Vogel, welchem in den Überlieferungen der verschiedenen Völker der

ârischen Rasse verschiedene ornithologische Formen von Vögeln zugeschrieben

werden, welche alle goldene Eier legen. [30] In der Kalewala, dem epischen

Gedichte von Finnland, schafft die schöne Tochter des Ether, die

„Wassermutter“, die Welt in Verbindung mit einer „Ente“ - einer andern Form des

Schwanes oder der Gans, Kalahamsa - welches sechs goldene Eier, und das

siebente, ein „Ei von Eisen“, in ihren Schoß legt. Aber die Abart der Leda-Allegorie,

welche eine unmittelbare Beziehung auf den mystischen Menschen

hat, findet sich nur bei Pindar, [31] mit einer schwächern Anspielung darauf in

den homerischen Hymnen. [32] Kastor und Pollux sind darin nicht mehr die

Dioskuren des Apollodor, [33] sondern werden das hochbedeutsame Symbol des

doppelten Menschen, des sterblichen und des unsterblichen. Nicht nur das,

sondern, wie man jetzt sehen wird, sind sie auch das Symbol der dritten Rasse

und ihrer Umformung aus dem Tiermenschen in einen Gottmenschen, der bloß

einen tierischen Körper hat.

29V

Pindar zeigt Leda als sich in derselben Nacht mit ihrem Gatten und auch mit dem

Vater der Götter - mit Zeus - vereinigend. Auf diese Art ist Kastor der Sohn des

Sterblichen, Pollux der Nachkomme des Unsterblichen. In der aus diesem

Anlasse zugerichteten Allegorie heißt es, daß in einem Rachestreite gegen die

Aphariden [34] Pollux den Lynceus tötet - „den der von allen Sterblichen das

schärfste Auge hatte“ - daß aber Kastor von Idas verwundet wird, „welcher sieht

und weiß“. Zeus macht dem Kampf ein Ende, indem er seinen Blitz schleudert,

und die letzten zwei Kämpfer tötet. Pollux findet seinen Bruder sterbend. [35] In

seiner Zerzweiflung ruft er Zeus an, auch ihn zu erschlagen. „Du kannst

überhaupt nicht sterben,“ antwortet der Meister der Götter; „du bist von göttlicher

Abstammung.“ Aber er lässt ihm die Wahl: Pollux wird entweder unsterblich

bleiben und ewig im Olymp leben; oder wenn er seines Bruders Schicksal in allen

Dingen teilen will, muß er die Hälfte seines Daseins unterirdisch verbringen, und

die andere Hälfte in den goldenen himmlischen Räumen. Diese

Halbunsterblichkeit, welche auch von Kastor geteilt werden soll, wird von Pollux

angenommen. [36] Und somit leben die Zwillingsbrüder abwechselnd, der eine

während des Tages und der andere während der Nacht. [37]

Ist dies bloß eine poetische Erdichtung? Eine Allegorie, eine von jenen

„Sonnenmythen“-Erklärungen, die das Höchste zu sein scheinen, bis wohin sich

ein moderner Orientalist aufschwingen kann? In der That, es ist viel mehr. Hier

haben wir eine Anspielung auf die „Eigeborene“ dritte Rasse, deren erste Hälfte

sterblich ist, d. i. unbewusst in ihrer Persönlichkeit und nichts in sich habend, das

überleben könnte, [38] und deren spätere Hälfte unsterblich wird in ihrer

Individualität, auf Grund ihres fünften Prinzipes, welches durch die beseelenden

Götter ins Lebens gerufen wurde, und so die Monade mit dieser Erde verknüpft.

Dies ist Pollux; während Kastor den persönlichen sterblichen Menschen

repräsentiert, ein Tier von nicht einmal höherer Art, wenn es von der göttlichen

Individualität losgelöst ist. „Zwillinge“ fürwahr; aber durch den Tod für immer

geschieden, wenn nicht Pollux, bewegt durch die Stimme der Zwillingsschaft,

seinem weniger begünstigten sterblichen Bruder Anteil gewährt an seiner

eigenen göttlichen Natur, und ihn so mit seiner eigenen Unsterblichkeit vereinigt.

Dies ist die occulte Bedeutung des metaphysischen Aspektes der Allegorie. Ihre

weit verbreitete moderne Erklärung - so berühmt im Altertum, wie uns Plutarch

sagt, [39] als symbolisch für brüderliche Hingabe - nämlich, daß sie ein dem

Schauspiele der Natur entlehntes Bild von Sonne und Mond war, ist schwach

und ungenügend, die geheime Bedeutung zu erklären. Abgesehen von der

Thatsache, daß der Mond bei den Griechen in der exoterischen Mythologie

29V

weiblich war und daher kaum als Kastor betrachtet, und zur selben Zeit mit Diana

identifiziert werden konnte, würden alte Symbologen, welche die Sonne, den

König aller Gestirne, für das sichtbare Bild der höchsten Gottheit hielten, ihn nicht

in Pollux, der bloß ein Halbgott war, personifiziert haben. [40]

Wenn wir von der griechischen Mythologie zu den mosaischen Allegorieen und

Symbolik übergehen, werden wir eine noch auffallendere Bestätigung desselben

Lehrsatzes unter einer andern Form finden. Nicht imstande, in ihnen die

„Eigeborenen“ nachzuweisen, werden wir doch unverkennbar in den ersten vier

Kapiteln der Genesis die Androgynen und die ersten drei Rassen der Geheimlehre finden, verborgen unter höchst sinnreicher Symbologie.  [28] Odyssee, . 298-305; Ilias, III. 243.

[29] Hyg., Fab., 80. Ovid., Fast., 700 ff. Siehe Decharme´s Mythologie de la Grèce Antique, p. 653.

[30] Siehe Decharme, ebenda, p. 652.

[31] Nem., X. 80 ff. Theokr., XXIV. 131.

[32] XXXIV v. 5. Theokr., XXII. 1.

[33] III. 10, 7.

[34] Apollodorus, III. 1.

[35] Kastors Grabmal wurde in Sparta in alter Zeit gezeigt, sagt Pausanias (III.13, 1) und Plutarch sagt, daß er zu Argos der Halbsterbliche oder Halbheros, [korrekter Abdruck siehe Buch], genannt wurde (Quest. Gr., 23).  [36] Pindar, Nem., X. 60 ff., Dissen.

[37] Schol. Eurip., Orest., 463. Dindorf. Siehe Decharme, a. a. O., p. 654.

29V

[38] Die Monade ist unpersönlich und ein Gott an sich, wenn auch auf dieser Ebene unbewusst. Denn geschieden von ihrem dritten (oft sogenannten fünften) Prinzip, dem Manas, welches die Horizontallinie des ersten geoffenbarten Dreiecks oder Dreieinigkeit ist, kann sie auf dieser irdischen Ebene kein Bewusstsein oder Wahrnehmung der Dinge haben. „Das Höchste sieht durch das Auge des Niedrigsten“ in der geoffenbarten Welt, Purusha (Geist) bleibt blind ohne Hilfe von Prakriti (Materie) in den materiellen Sphären; und dasselbe gilt von Âtmâ-Buddhi ohne Manas.  [39] Moral., p. 484 f.

[40] Diese seltsame Idee und Erklärung ist von Decharme in seiner

Mythologie de la Grèce Antique (p. 655) angenommen. „Kastor und Pollux“,

sagt er, „sind nichts als die Sonne und der Mond, vorgestellt als Zwillinge . . . .

Die Sonne, das unsterbliche und mächtige Wesen, welches jeden Abend vom

Horizonte verschwindet und unter die Erde hinabsteigt, als ob sie dem

brüderlichen Gestirne Platz machen wollte, welches mit der Nacht zum Leben

kommt, ist Pollux, welcher sich für Kastor aufopfert; Kastor, welcher geringer

ist als sein Bruder, verdankt diesem seine Unsterblichkeit: Denn der Mond, sagt Theophrastus, ist nur eine andre, aber schwächere Sonne (De Ventis, 17)“.

29 V

DER GÖTTLICHE HERMAPHRODIT.

Ein undurchdringlicher Schleier des Geheimnisses ward nach dem Untergange

des letzten Überrestes der atlantischen Rasse vor ungefähr 12 000 Jahren über

die occulten und religiösen Geheimnisse geworfen, damit sie nicht von den

Unwürdigen geteilt und so entwürdigt würden. Von diesen Wissenschaften sind

jetzt einige exoterisch geworden - wie zum Beispiel die Astronomie in ihren rein

mathematischen und physikalischen Aspekten. Aber ihre Dogmen und Sätze,

welche alle symbolisiert und der einzigen Obhut von Parabel und Allegorie

überlassen waren, sind vergessen worden, und daher wurde die Bedeutung

verkehrt. Nichtsdestoweniger findet man den Hermaphroditen in den Schriften

und Überlieferungen von fast jeder Nation; und warum eine solche einmütige

Übereinstimmung, wenn das Behauptete bloß eine Erdichtung ist?

Unter der Decke dieses Geheimnisses wurde die fünfte Rasse dahin geführt,

religiöse Mysterien einzuführen oder vielmehr wiedereinzuführen, in denen alte

Wahrheiten den kommenden Generationen unter dem Schleier von Allegorie und

Symbolik gelehrt werden konnten. Betrachtet den unvergänglichen Zeugen der

Entwicklung der Menschenrassen von der göttlichen, und insbesondere von der

androgynen Rasse, die ägyptische Sphinx, dieses Rätsel der Zeitalter! Die

göttliche Weisheit, welche sich auf Erden inkarniert und gezwungen ist, die

bittere Frucht der persönlichen Erfahrung von Schmerz und Leid zu kosten, die

auf Erden nut unter dem Schatten des Baumes der Erkenntnis von Gut und Böse

hervorgebracht wird - ein Geheimnis, zuerst bekannt nur den Elohim, den Selbstinitiierten, „Höheren Göttern“. [41]

[40] Diese seltsame Idee und Erklärung ist von Decharme in seiner

Mythologie de la Grèce Antique (p. 655) angenommen. „Kastor und Pollux“,

sagt er, „sind nichts als die Sonne und der Mond, vorgestellt als Zwillinge . . . .

Die Sonne, das unsterbliche und mächtige Wesen, welches jeden Abend vom

Horizonte verschwindet und unter die Erde hinabsteigt, als ob sie dem

brüderlichen Gestirne Platz machen wollte, welches mit der Nacht zum Leben

kommt, ist Pollux, welcher sich für Kastor aufopfert; Kastor, welcher geringer

ist als sein Bruder, verdankt diesem seine Unsterblichkeit: Denn der Mond, sagt Theophrastus, ist nur eine andre, aber schwächere Sonne (De Ventis, 17)“.

 

 

Im Buche Enoch haben wir Adam, [42] den ersten Göttlichen Androgynen, der

sich in Mann und Weib trennt, und Jah-Heva in der einen Form oder Rasse wird,

und Kain und Abel [43] - männlich und weiblich - in seiner andern Form oder

Rasse - der doppelgeschlechtliche Jehovah, [44] ein Echo seines ârischen

Vorbildes Brahmâ-Vâch. Danach kommen die dritte und vierte Wurzelrasse der

Menschheit [45] - das heißt Rassen von Männern und Weibern, oder Individuen

entgegengesetzten Geschlechtes, nicht länger geschlechtlose Halbgeister oder

Androgynen, wie die beiden Rassen waren, welche ihnen vorangingen. Diese

Thatsache ist angedeutet in jeder Anthropogenie. Sie findet sich in Fabel und

Allegorie, in Mythe und geoffenbarten Schriften, in Legende und Überlieferung.

Denn von all den großen Geheimnissen, ererbt von Initiierten aus grauem

Altertum, ist dies eines der größten. Es erklärt das zweigeschlechtliche Element,

welches sich in jeder schöpferischen Gottheit findet, in Brahmâ-Virâj-Vâch, wie in

Adam-Jehovah-Eva, auch in Kain-Jehovah-Abel. Denn das „Buch von des Adam

Geschlecht“ erwähnt nicht einmal Kain und Abel, sondern sagt bloß:

Und schuf sie, ein Männlein und Fräulein, . . . und hieß ihre Namen Adam. [46]

Dann fährt er fort:

Und Adam . . . . zeugte einen Sohn, der seinem Bilde ähnlich war, und hieß ihn Seth. [47]

Hierauf zeugt er andere Söhne und Töchter und beweist damit, daß Kain und

Abel seine eigenen allegorischen Permutationen sind. Adam steht für die

ursprüngliche menschliche Rasse, insbesondere in ihrem kosmo-siderischen

Sinne. Nicht so jedoch in ihrer theo-anthropologischen Bedeutung. Der

zusammengesetzte Name Jehovah, oder Jâh-Hovah, welcher männliches Leben

und weibliches Leben bedeutet - zuerst androgyn, dann in Geschlechter getrennt

·        wird in diesem Sinne in der Genesis vom fünften Kapitel an, gebraucht. Wie der

Verfasser von der Source of Measures sagt:

Diese zwei Worte, aus denen Jehovah zusammengesetzt ist, bilden die ursprüngliche Idee des Mannweiblichen, als des Urhebers der Geburt. [48] Denn der hebräische Buchstabe Jod war das membrum virile und Hovah war Eva, die Mutter alles Lebendigen, oder die Erzeugerin, Erde und Natur. Der Verfasser glaubt daher:

 

Man sieht, daß die vollkommene Eins (der vollkommene weibliche Kreis, oder

Yoni, 20612, numerisch) als Urheberin der Maße, auch die Form annimmt von

Geburtsursprung als Hermaphrodite Eins; daher die phallische Form und Benützung.

Genau so; nur kam „die phallische Form und Benützung“ lange Zeitalter später;

und die erste und ursprüngliche Bedeutung von Enos, dem Sohne des Seth, war

die der ersten auf die gegenwärtige gewöhnliche Weise von Mann und Weib

geborenen Rasse, denn Seth ist kein Mensch, sondern eine Rasse. Vor ihm war

die Menschheit hermaphroditisch. Indem Seth das erste Resultat (physiologisch)

nach dem „Falle“ ist, ist er auch der erste Mensch. Daher wird sein Sohn Enos

bezeichnet als der „Sohn des Menschen“. Seth repräsentiert die spätere dritte Rasse.

Um den wirklichen Mysteriennamen des Ain Suph - des schrankenlosen und

endlosen Nichtdings - geheim zu halten, haben die Kabbalisten die

zusammengesetzte Attributsbenennung eines der persönlichen schöpferischen

Elohim vorgebracht, dessen Namen Yah oder Jah war - die Buchstaben i oder j

oder y sind vertauschbar - oder Jah-Hovah, d. i. männlich und weiblich; [49] Jah-Eva,

ein Hermaphrodit oder die erste Form der Menschheit, der ursprüngliche

Adam von Erde, nicht einmal Adam-Kadmon, dessen „aus der Seele geborener

Sohn“ mystisch der irdische Jah-Hovah ist. und da er dies wusste, hat der schlaue rabbinische Kabbalist daraus einen Namen gemacht, der so geheim (sekret) war, daß er ihn später nicht veröffentlichen konnte, ohne das ganze Schema preiszugeben; und daher war er gezwungen, ihn heilig (sakriert) zu machen.

 

Wie enge die Identität zwischen Brahmâ-Prajâpati und Jehovah-Sephiroth ist,

zwischen Brahmâ-Virâj und Jehovah-Adam, können allein die Bibel und die

Purânen verglichen zeigen. Analysiert und im selben Lichte gelesen, bieten sie

einen zwingenden Beweis, daß sie zwei Kopien desselben Originals sind -

gemacht zu zwei von einander weit entfernten Zeitpunkten. Man vergleiche noch

einmal in Bezug auf diesen Gegenstand Genesis . 1 und 26, und Manu I. 32,

und sie werden beide ihren Sinn darbieten. Im Manu steht Brahmâ, welcher, wie

Jehovah oder Adam in der Genesis, beides, Mensch und Gott ist und seinen

Körper in männlich und weiblich teilt, in seiner esoterischen Bedeutung für die

symbolische Personifikation der schöpferischen und zeugenden Kraft, sowohl

göttlich als auch menschlich. Der Zohar liefert einen noch überzeugenderen

Beweis der Identität, indem einige Rabbiner Wort für Wort gewisse purânische

Originalausdrücke wiederholen; z. B. die: „Schöpfung“ wird gewöhnlich betrachtet

in den brâhmanischen Büchern als die Lîlâ, die Lust oder das Spiel, die

 

Unterhaltung des Höchsten Schöpfers.

Vishnu, der somit getrennte und ungetrennte Substanz Geist und Zeit ist,

spielt wie ein munterer Knabe, wie ihr lernten sollt, indem ihr seinen Scherzen

lauscht. [50]

Man vergleiche nun damit, was in dem Buche Nobeleth ´Hokhmah gesagt ist:

Die Kabbalisten sagen, daß das Insdaseintreten der Welten durch Lust

geschah, indem Ain Suph (?!) über sich selbst erfreut war und von sich selbst

zu sich selbst blitzte und strahlte . . . . was alles Lust genannt wird. [51]

Somit ist es nicht eine „seltsame Idee der Kabbalisten“, wie der soeben

angeführte Verfasser bemerkt, sondern eine rein purânische, ârische Idee. Nur,

warum aus Ain Suph einen Schöpfer machen?

Der „göttliche Hermaphrodit“ ist also Brahmâ-Virâj; und der der Semiten, oder

richtiger der Juden, ist Hehovah-Kain-Abel. Nur waren und sind die „Heiden“

aufrichtiger und gerader als die späteren Isrealiten und Rabbis, welche unleugbar

die wirkliche Bedeutung ihrer exoterischen Gottheit kannten. Die Juden betrachten den ihnen gegeben Namen - die Yah-Oudi - als eine Schmähung.

Doch haben sie oder hätten, wenn sie es nur wollten, ein ebenso unleugbares

Recht, sich die alten Yah-Oudi zu nennen, die „Jah-hovier“, als die Brâhmanen

haben, sich selbst Brâhmanen zu nennen, nach ihrer nationalen Gottheit. Denn

Jah-hova ist der generische Name der Gruppe oder Hierarchie von

schöpferischen Planetenengeln, unter deren Sterne ihre Nation sich entwickelt

hat. Er ist einer von den planetarischen Elohim der Regentengruppe des Saturn.

Vers 26 des Kapitels  der Genesis, wenn richtig gelesen, würde allein schon

ihnen ein solches Recht geben, denn er nennt die neuen Menschenrasse -

entsprungen von Seth und Enos - Jehovah, etwas ganz verschiedenes von der in

der Bibel angenommenen Übersetzung, welche lauten sollte:

Ihm ward auch geboren ein Sohn, Enos; da begannen die Menschen sich

selbst Jah oder Yah-hovah zu nennen,

nämlich, Männer und Weiber, die „Herren der Schöpfung“. Man braucht bloß den

oben erwähnten Vers im hebräischen Originaltexte und im Lichte der Kabbalah

zu lesen, um zu finden, daß an Stelle der Worte, wie sie jetzt übersetzt stehen,

die richtige Übersetzung lauten sollte:

 

Da begannen die Menschen sich selbst Jehovah zu nennen; und nicht:

Zu derselben Zeit fing man an zu predigen von des Herren Namen; welches letztere eine Missübersetzung ist, einerlei ob absichtlich oder nicht.

Wiederum die wohlbekannte Stelle:

Ich habe einen Mann von dem Herren.

sollte lauten:

Ich habe einen Mann gleich Jehovah. [52]

Luther übersetzt die Stelle auf die eine Art, die römischen Katholiken anders.

Bischof Wordsworth übersetzt sie:

Cain - ich habe erzeugt - Kain von Kâ´nithi, ich habe erzeugt.

Luther:

Ich habe den Mann, den Herren (Jehovah).

Und der Verfasser von The Source of Measures:

Ich habe gemessen einen Mann gleich Jehovah.  Die letzte ist die richtige Übersetzung, denn (a) ein berühmter Rabbiner, ein Kabbalist, erklärte die Stelle der Schreiberin auf genau dieselbe Art, und (b)

diese Darstellung ist identisch mit der, welche in der Geheimlehre des Ostens

mit Bezug auf Brahmâ enthalten ist.

[42] Adam (Kadmon) ist, wie Brahmâ und Mars, das Symbol der zeugenden

und schöpferischen Kraft als Typus von Wasser und Erde - ein alchimistisches

Geheimnis. „Es braucht Erde und Wasser, um eine menschliche Seele zu

 

schaffen“, sagte Moses. Mars ist der indische Mangala, der Planet Mars

gleichwesend mit Kârttikeya, dem „Kriegsgott“; er ist Gharma - ja, geboren aus

Shiva´s Schweiß und aus der Erde. Er ist Lohita, der Rote, wie Brahmâ auch

und Adam. Der indische Mars ist wie Adam von keinem Weibe und Mutter

geboren. Bei den Ägyptern war Mars das ursprüngliche Zeugungsprinzip, und

so sind Brahmâ in der exoterischen Lehre und Adam in der Kabbalah.

[43] Abel ist Chebel, bedeutend „Geburtswehen“, Empfängnis.

[44] Siehe Isis Unveiled, II. 398, wo Jehovah gezeigt wird als Adam und Eva

vereinigt, und Hevah und Abel als die weibliche Schlange.

[45] Siehe Isis Unveiled, I. 305: „Die Vereinigung dieser zwei Rassen brachte

hervor eine dritte . . . Rasse.“

[46] Genesis, V. 2.

[47] Ebenda, V. 3.

[48] P. 159.

[49] Jod in der Kabbalah hat als Symbol die Hand, den Zeigefinger und das Lingam, indem es numerisch die vollkommene Eins ist; aber es ist auch die Zahl 10, männlich und weiblich, wenn geteilt.  [50] Vishnu Purâna, I. II.; Wilson´s Übers., I. 20.

[51] Angeführt in Myer´s Qabbalah, p. 110.

[52] Siehe Source of Measures, p. 277.

 

In Isis entschleiert, [53] wurde von der Schreiberin erklärt:

Kain . . . . ist der Sohn des „Herrn“, nicht des Adam.

Der „Herr“ ist Adam Kadmon, der „Vater“ von Yod-heva, „Adam-Eva“, oder

Jehovah, dem Sohne des sündigen Gedankens, nicht dem Nachkommen von

Fleisch und Blut. Seth, auf der andern Seite, ist der Führer und der Vorfahre der

Rassen der Erde; denn er ist der Sohn von Adam exoterisch. Aber esoterisch ist

er der Nachkomme von Kain und Abel, nachdem Abel oder Hebel etwas

Weibliches ist, das Gegenstück und die weibliche Hälfte des männlichen Kain,

und Adam ist der kollektive Name für Mann und Weib.

Männlich und weiblich (zacher va nakobeh) schuf er sie . . . . und nannte ihren

Namen Adam.

Diese Verse in der Genesis von Kapitel I-V sind absichtlich für kabbalistische

Zwecke durcheinandergemengt. Nach dem „Menschen“ von Genesis I, 26, und

Enos, dem Sohne des Menschen, von , 26; nach Adam, dem ersten

androgynen, nach Adam Kadmon, dem geschlechtslosen (dem ersten) Logos -

Adam und Eva einmal getrennt, kommen schließlich Jehovah-Eva und Kain-Jehovah.Diese stellen verschiedene Wurzelrassen dar, denn Millionen von Jahren sind zwischen ihnen vergangen.

Daher sind die ârischen und semitischen Theoanthropographien zwei Blätter von

demselben Stamme; ihre bezüglichen Personifikationen und symbolischen Persönlichkeiten stehen zu einander in folgender Weise in Beziehung:

I.  Das „Unerkennbare“, das auf verschiedene Weise im rigvedischen Verse erwähnt wird, so als „Nichts war“. späterhin Parabrahman genannt - der

[korrekter Abdruck siehe Buch], Ain, Nichts, oder Ain Suph der Kabalisten - und

wieder, der „Geist“ (Gottes), der auf der Fläche der Wasser schwebt, in der

Genesis. Alle diese sind wesensgleich. Obendrein ist in Genesis I, Vers 2 als

Vers 1 in den geheimen kabbalistischen Texten gesetzt, wo ihm die Elohim

folgen, „welche den Himmel und die Erde erschaffen,“ Diese absichtliche

Verschiebung der Reihenfolge der Verse war notwendig für monotheistische und

kabbalistische Zwecke. Jeremias Fluch gegen jene Elohim (Götter), so den

Himmel und Erde nicht gemacht haben, [54] zeigt, daß es andere Elohim gab,

welche dies thaten.

II. Der Himmlische Manu-Svâyambhuva, welcher aus Svayambhû-Nârâyana

35V

entsprang, dem „Selbstexistierenden“, der Adam Kadmon der Kabbalisten, und

der androgyne Mensch“ von Genesis I, sind auch wesensgleich.

III.     Manu-Svâyambhuva ist Brahmâ oder der Logos; und er ist Adam Kadmon,

welcher in Genesis , 5, sich in zwei Hälften trennt, männlich und weiblich, und

so Jah-Hovah oder Jehovah-Eva wird; wie Manu-Svâyambhuva oder Brahmâ

sich trennt, um „Brahmâ-Virâj und Vâch-Virâj“ zu werden, männlich und weiblich.

Alles übrige von den Texten und Versionen sind „Masken“.

.   Vâch ist die Tochter von Brahmâ und wird genannt Shata-Rûpa, „die

Hundertförmige“, und Sâvitrî, die Erzeugerin, die Mutter der Götter und alles

Lebendigen. Sie ist wesensgleich mit Eva, „der Mutter (aller Harren oder Götter

oder) alles Lebendigen.“ Außerdem sind viele andere occulte Bedeutungen.

Was über den Gegenstand Isis entschleiert geschrieben ist, wenn auch verstreut

und damals sehr vorsichtig ausgedrückt, ist richtig.

Bei der esoterischen Erklärung von Hesekiels Rad heißt es über Jodhovah oder

Jehovah:

Wenn der Ternar am Beginne des Tetragramms genommen wird, so drückt er

aus die göttliche Schöpfung geistig, d. i. ohne fleischliche Sünde: als ein entgegengesetztes Ende genommen drückt er die letztere aus; er ist weiblich.

Der Name Eva ist aus drei Buchstaben zusammengesetzt, der des

ursprünglichen oder himmlischen Adam ist mit einem Buchstaben

geschrieben, Jod oder Yod; daher darf es nicht gelesen werden Jehovah,

sondern Ieva oder Eva. Der Adam der ersten Kapitels ist der geistige, daher

rein androgyne, Adam Kadmon. Wenn das Weib aus der linken Rippe des

zweiten Adam (von Staub) hervorgeht, ist die reine Jungfrau getrennt und

wird, in die „Zeugung“ oder dem abwärts gerichteten Cyklus verfallend, zum

Skorpion, dem Emblem für Sünde und Stoff. Während der aufwärts steigende

Cyklus auf die rein geistigen Rassen hinweist, oder die zehn vorsintflutlichen

Patriarchen, die Prajâpatis oder Sephiroth, angeführt von der schöpferischen

Gottheit selber, welche da ist Adam Kadmon oder Yodcheva (geistig), ist der

niedere (Jehovah) der der irdischen Rassen, angeführt von Enoch, oder der

Wage, dem siebenten; welcher, weil er halb-göttlich, halb-irdisch ist, von Gott,

wie es heißt, lebend entrückt worden ist. Enoch oder Hermes, oder die Wage sind eins. [55]

Dies ist nur eine von den verschiedenen Bedeutungen. Es ist nicht notwendig,

den Schüler daran zu erinnern, das der Skorpion das astrologische Zeichen der

35V

Zeugungsorgane ist. Gleichwie die indischen Rishis sind die Patriarchen alle in

ihren Zahlen umsetzbar sowohl, als vertauschbar. Je nach dem Gegenstande,

auf welchen sie sich beziehen, werden sie 10, 12, 7 oder 5, oder sogar 14, und

sie haben dieselbe esoterische Bedeutung, wie die Manus oder Rishis.

[53] II. 464 ff.

[54] Jeremias, X. 11.

[55] Isis Unveiled, II. 462, 463.

35 V

Obendrein hat Jehovah, wie gezeigt werden kann, eine Verschiedenheit von Etymologien, aber nur jene sind wahr, welche sich in der Kabbalah finden.

[korrekter Abdruck siehe Buch] (Jeve) ist der alttestamentarische Ausdruck, und

wurde ausgesprochen Ya-va. Inman vermutet, daß er zusammengezogen ist aus

den beiden Worten [korrekter Abdruck siehe Buch], Yaho-Iah, Jaho-Jah, oder

Jaho ist Jah. Punktiert ist er [korrekter Abdruck siehe Buch], was jedoch eine

rabbinische Grille ist, um ihn mit dem Namen Adoni oder [korrekter Abdruck

siehe Buch] zu assoziieren, welcher dieselben Punkte hat. Es ist sonderbar, und

in der That schwerlich begreiflich, daß die Juden in alter Zeit den Namen

[korrekter Abdruck siehe Buch] Adoni lasen, da sie doch so viele Namen hatten,

von denen Jeho, und Jah, und Iah einen Teil bildeten. Aber so war es. Und Philo

Byblus, welcher uns das sogenannte Fragment des Sanchunathon giebt, schrieb

ihn mit griechischen Buchstaben [korrekter Abdruck siehe Buch], Javo oder

Jevo. Theodoret sagt, daß die Samaritaner ihn Yahva aussprechen, und die

Juden Yaho. Prof. Gibbs jedoch schlägt als Punktierung der vier vor: [korrekter

Abdruck siehe Buch] (Yeh-hou-vih); und er zerhaut den gordischen Knoten

seiner wahren occulten Bedeutung. Denn in dieser letzten Form, ein hebräisches

Zeitwort, bedeutet er „er will - sein.“ [56] Er wurde auch abgeleitet von dem

chaldäischen Zeitworte [korrekter Abdruck siehe Buch], oder [kokorrekter

Abdruck siehe Buch], eue (eve), oder eua (eva), „sein“. Und so war es, nachdem

nur von Enosh, dem „Sohne des Menschen“, die wahrhaft menschlichen Rassen

anfangen und „sein“ sollten, als männlich und weiblich. Diese Behauptung

empfängt weitere Bestätigung, insofern Parkhurst das Zeitwort [korrekter

Abdruck siehe Buch] bedeuten lässt: (1) „herabfallen“ „(d. i. in die Zeugung oder

Materie);“ und (2) „sein, fortbestehen“ - als eine Rasse. Daß die Aspirata des

Wortes eua (Eva), „sein“, [korrekter Abdruck siehe Buch], Heve (Eve) ist,

welches das Femininum von [korrekter Abdruck siehe Buch], und dasselbe wie

Hebe, die griechische Göttin der Jugend und die olympische Braut des Herakles

ist, lässt den Namen Jehovah noch klarer in seiner ursprünglichen doppelgeschlechtlichen Form erscheinen.

Da er im Sanskrit Silben fand wie Jah und Yah, z. B. Jah-navî, „Ganges“, und

Jagan-nâtha, „Herr der Welt“, so wird es klar, warum Herr Rawlinson in seinen

Werken so sehr von einem ârischen oder vedischen Einflusse auf die

frühzeitliche Mythologie von Babylon überzeugt ist. Auch ist es nicht mehr zu

verwundern, daß die angeblichen zehn Stämme von Israel während der

Gefangenschaftsperiode verschwanden, ohne eine Spur zurückzulassen, wenn

wir dahin belehrt werden, daß die Juden thatsächlich nur zwei Stämme hatten -

jene von Judah und von Levi. Die Leviten waren obendrein überhaupt kein

Stamm, sondern eine priesterliche Kaste. Die Abkömmlinge sind nur ihren

37V

Ahnen, den verschiedenen Patriarchen, in dünne Sternenluft nachgefolgt. Es gab

Brahms und A-brahms in der alten Zeit fürwahr und bevor der erste Jude

geboren wurde. Jede Nation hielt ihren ersten Gott und Götter für androgyn; und

es konnte auch icht anders sein, da sie ihre entfernten ursprünglichen Vorfahren,

ihre doppelgeschlechtlichen Ahnen, als göttliche Wesen und Götter betrachteten,

geradeso wie es die Chinesen bis zum heutigen Tage thun. Und sie waren in

einem Sinne göttliche, wie es auch ihre erste menschliche Nachkommenschaft

war¸ die „aus der Seele geborene“ ursprüngliche Menschheit, welche ganz sicherlich doppelgeschlechtlich war, wie alle älteren Symbole und Überlieferungen zeigen.

Unter den sinnbildlichen Allegorieen und der sonderbaren Ausdrucksweise der

Priesterschaft de alten Zeit liegen verborgen Andeutungen auf Wissenschaften, die bis jetzt während des gegenwärtigen Cyklus noch unentdeckt sind. Wie wohl auch ein Schüler mit der hieratischen Schrift und dem Hieroglyphensystem der Ägypter vertraut sein mag, muß er doch vor allem erst lernen, ihre Aufzeichnungen zu untersuchen. Er hat sich zu vergewissern, Zirkel und Lineal in der Hand, daß die Bilderschrift, welche er untersucht, auf die Linie übereinstimmt mit gewissen feststehenden geometrischen Figuren, welche die verborgenen Schlüssel zu solchen Aufzeichnungen sind, bevor er sich auf eine Erklärung einlässt.

Aber es giebt Mythen, welche für sich selbst sprechen. In diese Klasse können

wir einschließen die doppelgeschlechtlichen ersten Schöpfer einer jeden

Kosmogonie. Den griechischen Zeus-Zên (Äther), und Chtonia (die chaotische

Erde) und Metis (Wasser) seine Frauen, Osiris und Isis-Latona - der erster

Gott repräsentiert auch Äther, die erste Emanation aus der Höchsten Gottheit,

Amun, der ursprünglichen Quelle des Lichtes; die Göttin Erde und Wasser

wiederum; Mithras, den felsengeborenen Gott, das Symbol des männlichen

Weltenfeuers, oder das personifizierte Ursprüngliche Licht, und Mithra, die

Feuergöttin, zugleich seine Mutter und sein Weib; das reine Element des

Feuers (das aktive oder männliche Prinzip) betrachtet als Licht und Wärme, in

Vereinigung mit Erde und Wasser, oder Materie (dem weiblichen oder passiven Element der kosmischen Zeugung.“ [57] All dies sind Berichte über den ursprünglichen göttlichen Hermaphroditen.

[56] Siehe zum Vergleiche Hosea, XII. 6, wo er so punktiert ist.

37V

[57] Isis Unveiled, I. 156.

37

STROPHE .

DIE ENTWICKLUNG DER „SCHWEISSGEBORENEN“.

22.     Fortsetzung de Entwicklung der drei Rassen.

23.     Die Zweite Rasse erschafft die dritte und vergeht.

22. DANN ENTWICKELTE DIE ZWEITE, DIE EIGEBORENE, DIE DRITTE [1] .

DER SCHWEISS WUCHS, SEINE TROPFEN WUCHSEN, UND DIE TROPFEN

WURDEN HART UND RUND. DIE SONNE ERWÄRMTE IHN; DER MOND

KÜHLTE UND GESTALTETE IHN; DER WIND ERNÄHRTE IHN BIS ZU

SEINER REIFE. DER WEISSE SCHWAN VOM STERNENGEWÖLBE [2]

ÜBERSCHATTETE DEN GROSSEN TROPFEN. DAS EI DER ZUKÜNFTIGEN

RASSE, DER MENSCHENSCHWAN [3] DER SPÄTEREN DRITTEN (a).

ZUERST MANNWEIBLICH, DANN MANN UND WEIB (b).

(a)  Der Text der Strophe schließt deutlich in sich, daß der menschliche Embryo

von außen her durch kosmische Kräfte ernährt wurde, und daß das „Vater-Mutter“

offenbar den Keim lieferte, welcher reifte; aller Wahrscheinlichkeit nach

ein „schweißgeborenes Ei“, welches abgetrennt von dem „doppelten“ Vorfahr auf

irgend eine geheimnisvolle Weise ausgebrütet werden mußte. Es ist

verhältnismäßig leicht, sich eine Eier hervorbringende Menschheit vorzustellen,

da selbst jetzt noch der Mensch in einem Sinne „eigeboren“ ist. Magendie obendrein, erwähnt in seinem Precis Élémentaire de Physiologie einen Fall, wo die Nabelschnur gerissen und vollständig vernarbt war und doch das Kind lebend geboren wurde, und fragt sachgemäß:

Wie wurde der Kreislauf in diesem Organe durchgeführt?

Auf der nächsten Seite sagt er:

Nichts ist gegenwärtig bekannt über die Art der Verdauung des Fötus.

Und in Bezug auf seine Ernährung stellt er die folgende Frage auf:

Was können wir also von der Ernährung des Fötus sagen? Die

physiologischen Werke enthalten nur unbestimmte Vermutungen über diesen

39VI

Gegenstand.

„Ach was“, kann der Skeptiker sich ereifern, „Magendies Buch gehört der

letztvergangenen Generation an, und die Wissenschaft hat seither solche

Fortschritte gemacht, daß sein Brandmal der Unwissenheit nicht länger mehr der

Zunft aufgedrückt werden kann.“ In der That; wenden wir uns also an eine sehr

große Autorität in Bezug auf Physiologie, nämlich Sir Michael Foster, und wir

werden ihn zum Nachteile der modernen Wissenschaft sagen finden:

In Bezug auf die Entstehung und Entwicklung der funktionellen Thätigkeiten

des Embryos ist unsere Kenntnis nahezu ein leeres Blatt. Wie wissen kaum

irgend etwas über die verschiedenen Stufen, auf welchen die ursprünglichen

Grundeigenschaften des Protoplasmas des Eies zu den verwickelten

Erscheinungen differenziert werden, welche wir in diesem Buche zu erklären

versucht haben. [4]

Die Studenten vom Trinity College in Cambridge werden jetzt gütig einen

Schleier vor die Statue der Hygieia hängen und die Augen der Büsten des Galen

und Hippokrates verbinden, damit sie nicht vorwurfsvoll auf ihre entarteten

Nachkommen blicken. Eine weitere Thatsache müssen wir bemerken. Sir

Michael schweigt vorsichtig über den Fall der gerissenen Nabelschnur, den sein

großer französischer Kollege angeführt hat.

(b) Dies ist eine sehr seltsame Behauptung nach der Erklärung der e.

Um es klar zu machen; nachdem die erste Rasse die Zweite durch „Knospung“

erschaffen hat, wie oben erklärt, bringt die Zweite Rasse die Dritte hervor -

welche selbst in drei verschiedene en zerfällt, welche aus

verschiedenartig erzeugten Menschen besteht. Die ersten zwei von diesen sind

hervorgebracht auf eine ovipare Art, die vermutlich der modernen

Naturwissenschaft unbekannt ist. Während die ersten Unterrassen der Dritten

Menschheit ihre Art durch ein gewisses Ausschwitzen von Feuchtigkeit oder

Lebensflüssigkeit fortpflanzten, deren zusammenrinnende Tropfen eine eiförmige

Kugel bildeten - oder sollen wir sagen ein Ei - welche als ein äußerer Träger für

die darin stattfindende Erzeugung eines Fötus oder Kindes diente, änderte sich

bei den späteren Unterrassen die Fortpflanzungsweise, zum mindesten in ihren

Resultaten. Die Kleinen der früheren Unterrassen waren gänzlich geschlechtslos

·        formlos sogar, soweit uns bekannt ist [5] - aber jene späteren Unterrassen wurden androgyn geboren. In der Dritten Rasse fand die Trennung der Geschlechter statt. Die Menschheit war zuerst ungeschlechtlich, wurde dann ausgesprochen hermaphroditisch oder doppelgeschlechtlich, und schließlich

39VI

begannen die menschenenthaltenden Eier allmählich und ihrer evolutionellen

Entwicklung nach nahezu unbemerkbar zuerst Wesen hervorzubringen, in denen

ein Geschlecht das andere überwog, und schließlich unterschiedene Männer und

Weiber. Und nun wollen wir nach einer Bestätigung dieser Behauptung in den

religiösen Legenden des Ostens und Westens suchen. Nehmen wir zuerst die

„Eigeborene Rasse“. Man denke an Kashyapa, den vedischen Weisen, und den

fruchtbarsten der Schöpfer. Er war der Sohn des Marîchi, des aus der Seele

geborenen Sohnes des Brahmâ - und man ließ ihn zum Vater der Nâgas oder

Schlangen werden, neben anderen Wesen. Exoterisch sind die Nâgas

halbgöttliche Wesen, welche ein menschliches Gesicht und den Schwanz einer

Schlange haben. Doch gab es eine Rasse von Nâgas - es heißt, daß sie nur

tausend an der Zahl waren - geboren oder vielmehr entsprungen aus Kadrû,

Kashyapas Weib, zum Zwecke der Bevölkerung von Pâtâla, welches unleugbar

Amerika ist, wie gezeigt werden wird; und es gab einen Nâga-Dvîpa, einen von

den sieben Teilen von Bhâratavarsha oder Indien, der von einem Volke bewohnt

war, welches denselben Namen trug, und von dem selbst einige Orientalisten zugeben, daß es historisch ist und mancherlei Spuren bis zum heutigen Tag hinter sich zurückgelassen hat.

[1] Rasse.

[2] Der Mond.

[3] Hamsa.

[4] Text-Book of Philosophy, dritte Ausg., 1879, p. 623.

[5] Siehe den Timäus.

39

Nun ist der Punkt, auf den gegenwärtigen der größte Nachdruck gelegt wird, der,

daß, welchen Ursprung immer man für den Menschen behaupten möge, seine

Entwicklung in dieser Reihenfolge stattfand: (1) geschlechtslos, wie alle ersten

Formen sind; (2) sodann wurde er durch einen natürlichen Übergang ein

„solitärer Hermaphrodit“, ein zweigeschlechtliches Wesen; und (3) schließlich

teilte er sich und wurde, was er jetzt ist. Die Wissenschaft lehrt uns, daß alle

ursprünglichen Formen, obwohl geschlechtslos, „doch die Kraft, die Vorgänge

einer ungeschlechtlichen Vermehrung einzugehen, beibehielten“; warum also

sollte der Mensch von diesem Naturgesetze ausgeschlossen sein?

Zweigeschlechtliche Fortpflanzung ist eine Entwicklung, eine spezialisierte und

vervollkommnete Form auf der Stufenleiter der Materie, von dem durch Teilung

geschehenden Fortpflanzungsakte. Die occulten Lehren sind in hervorragendem

Maße panspermisch, und die frühe Geschichte der Menschheit ist nur „vor

gewöhnlichen Sterblichen verborgen“; auch ist die Geschichte der ursprünglichen

Rassen für die Initiierten nicht in das Grab der Zeit versenkt, wie sie es für die

profane Wissenschaft ist. Daher, unterstützt auf der einen Seite von jener

Wissenschaft, welche uns fortschreitende Entwicklung und eine innere Ursache

für jede äußere Veränderung als ein Gesetz in der Natur zeigt; und auf der

andern Seite von einem unbedingten Glauben an die Weisheit - wir können

selbst sagen Pansophia - der universalen Überlieferung, die von den Initiierten

gesammelt und aufbewahrt sind, welche sie zu einem nahezu fehlerlosen

System vervollkommnet haben -, also unterstützt, wagen wir es, die Lehre klar

darzustellen.

In einem trefflichen Aufsatz, geschrieben vor ungefähr fünfzehn Jahren, zeigt

unser gelehrter und geschätzter Freund Prof. Alexander Wilder aus New York die

unbedingte Logik und Notwendigkeit des Glaubens an das: „Die ursprüngliche

Rasse war doppelgeschlechtlich“, und giebt eine Anzahl von wissenschaftlichen

Gründen dafür. [6] Er bringt zuerst vor, daß ein großer Teil der

Pflanzenschöpfung die Erscheinung der Zweigeschlechtigkeit zeigt, indem die

Linnéische Einteilung der pflanzlichen Reiche ebenso sehr der Fall, wie in den

niedrigeren Formen, vom Hanf bis zum Pyramidenpappel und zum Götterbaum.

Im Tierreiche ist es ebenso. Im Insektenleben erzeugt die Motte einen Wurm,

und der Wurm wird zur Motte; wie in den Mysterien das große Geheimnis

ausgedrückt wurde: Taurus Draconum genuit, et Taurum Draco. Die

korallenbildende Familie, welche nach Agassiz, viele Hunderttausende von

Jahren der gegenwärtigen geologischen Periode gebraucht hat, um die Halbinsel

von Florida aufzubauen, bringt ihre Nachkommenschaft aus sich selbst hervor

wie die Knospen und Verzweigungen in einem Baume. Die Bienen verhalten sich

einigermaßen nach denselben Regeln. Die Aphiden oder Blattläuse halten Haus

 

wie die Amazonen, und jungfräuliche Mütter pflanzen die Rasse durch zehn aufeinanderfolgende Generationen fort.

Was sagen die alten Weisen, die philosophischen Lehrer des Altertums?

Aristophanes spricht über den Gegenstand in Platos Gastmahl wie folgt:

Unsere Natur war in alter Zeit nicht dieselbe wie sie jetzt ist. Sie war androgyn;

Form und Name gehörten und waren gemeinsam beiden, dem Mann und dem

Weib . . . Ihre Körper . . . waren rund, und die Art ihres Laufens kreisförmig. [7]

Sie waren fruchtbar an Kraft und Stärke und hatten gewaltigen Ehrgeiz. Daher

teilte Zeus einen jeden von ihnen in zwei und macht sie so schwächer; Apolle,

unter seiner Anleitung, schloß die Haut zu.

Meshia und Meshiane war bloß ein einziges Individuum bei den alten Persern.

Sie lehrten auch, daß der Mensch die Hervorbringung des Lebensbaumes war

und in androgynen Paarenwuchs, bis sie bei einer folgenden Abänderung der menschlichen Form getrennt wurden.

In dem Buche der Schöpfung (Toleduth) von Adam wird der Vers:

Und Gott schuf (bara, brachte hervor) den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und er schuf sie, ein Männlich und Fräulein.

·        wenn esoterisch gelesen, den wahren sinn geben, nämlich:

Die Elohim (Götter) brachten hervor aus sich selbst (durch Modifikation) den

Menschen nach ihrem Bilde . . . . schufen sie ihn (die kollektive Menschheit

oder Adam), männlich und weiblich schuf er (die kollektive Gottheit) sie. [8][6] Siehe Auszüge aus diesem Aufsatze in The Theosophist, Februar 1883, woraus das folgende in Kürze wiedergeben ist.

[7] Vergleiche Hesekiel´s Gesicht (Kap. I) von den vier göttlichen Wesen,

„welche gestaltet waren wie ein Mensch“ und doch das Aussehen eines

Rades hatten, „wenn sie gingen, gingen sie auf vier Seiten . . . . denn es war

ein lebendiger Wind in den Rädern.“

 

[8] Eugibinus, ein Christ, und die Rabbiner Samuel Menasseh ben Israel und

Maimonides lehrten, daß „Adam zwei Gesichter hatte und eine Person, und

von Anbeginn an zugleich männlich und weiblich war - männlich auf der einen

Seite und weiblich auf der anderen (wie Manu´s Brahmâ); aber später wurden

die Teile getrennt.“ Der einhundertneununddreißigste Psalm Davids wurde

von Rabbi Jeremiah ben Eliazar als Beweis dafür angeführt: „Du hast mich

gebildet hinten und vorne“, nicht eingeschlossen, wie es in der Bibel steht,

was widersinnig und ohne Bedeutung ist, und dies zeigt, wie Professor Wilder

glaubt, „daß die ursprüngliche Form der Menschheit androgyn war.“

 

Dies wird den esoterischen Punkt zeigen. Die geschlechtslose Rasse war ihre

erste Hervorbringung, eine Modifikation von und aus ihnen selbst, den reinen

geistigen Existenzen; und dies war Adam allein. Davon kam die Zweite Rasse:

Adam-Eva, oder Jod-Heva, unthätige Androgynen; und schließlich die Dritte,

oder der „sich trennende Hermaphrodit“, Kain und Abel, welche die vierte

hervorbringen, Seth-Enos, u.s.w. Diese Dritte, die letzte halbgeistige Rasse, war

auch der letzte Träger der göttlichen und angeborenen Weisheit, welche den

Enochs, den Sehern dieser Menschheit ureigen war. Die Vierte, welche von der

Frucht vom Baume des Guten und Bösen gekostet hat - Weisheit, bereits

vereinigt mit irdischer, und daher unreiner Intelligenz, [9] hatte infolgedessen jene

Weisheit durch Initiation und schweren Kampf zu erlangen. Und die Vereinigung

von Weisheit und Intelligenz, wobei die erstere die letztere beherrscht, heißt in

den hermetischen Büchern „der Gott, welcher die doppelte Fruchtbarkeit der

beiden Geschlechter besitzt.“

Mystisch wurde Jesus für mannweiblich gehalten. So finden wir in den

orphischen Hymne, die während der Mysterien gesungen wurden: „Zeus ist ei

Mann, Zeus ist unsterbliche Maid“. Der ägyptische Ammon war die Göttin Neith

in seiner andern Hälfte. Jupiter hat weibliche Brüste, Venus ist in einigen ihrer

Statuen bärtig, und Ilâ, die Göttin, ist auch Su-dyumna, der Gott, als Vaivasvata´s

Nachkommenschaft.

Professor Wilder sagt:

Der Name Adam oder Mensch schließt in sich selbst diese doppelte Form des

Daseins ein. Er ist wesensgleich mit Athamas oder Thomas (Tamil, Tam), welches durch das griechische Didymos, ein Zwilling, wiedergegeben wird; wenn daher das erste Weib später als der erste Mann gebildet wurde, so muß sie logisch notwendigerweise „aus dem Menschen genommen sein“.  Dementsprechend lesen wir: „Und die Seite, welche Gott der Herr (Elohim)

von dem Menschen genommen hatte, machte er zu seinem Weibe.“ Das hier

gebrauchte hebräische Wort ist Tzala, dem die Übersetzung entspricht, die wir

gegeben haben. Es ist leicht, die Legende im Berosis zu verfolgen, welche sagt, daß Thalatth (die Omorôka oder Herrin von Urka) der Anfang der Schöpfung war. Sie war auch Telita (? Melita), die Königin des Mondes . . . .

Die zwei merkwürdigen Zwillingsgeburten der Genesis, die von Kain und Abel,

und die von Esau und Jakob, deuten dieselbe Idee an. Der Name Hebel ist

dasselbe wie Eva und seine Charakteristik scheint weiblich zu sein. „Zu Dir

soll sein Verlangen sein“, sagte Gott der Herr zu Kain; „und Du sollst über ihn

herrschen.“ Dieselben Worte waren zu Eva gesprochen worden. „Dein

Verlangen soll zu deinem Manne sein; und er soll über dich herrschen.“

43 (1 of 7)

Somit ist eine ehemalige doppelgeschlechtliche Einheit der menschlichen dritten

Wurzelrasse ein Lehrsatz in der Geheimlehre. Ihre jungfräulichen Individuen

wurden zu „Göttern“ erhoben, weil jene Rassen ihre „göttliche Dynastie“

repräsentierte. Die Neueren sind zufrieden, die männlichen Herren der Vierten

Rasse zu verehren, welche die Götter der ursprünglichen Menschheit „männlich

und weiblich“ waren. Wie im ersten Bande festgestellt, entwickeln sich die

Menschheit in derselben Ordnung und gleichlaufend mit den vier Elementen,

indem jede neue Rasse der Begegnung mit dem hinzukommenden Elemente

physiologisch angepaßt ist. Unsere Fünfte Rasse nähert sich rasch dem fünften

Elemente - man nenne es interstellaren Ether, wenn man will - welches jedoch

mehr mit Psychologie als mit Physik zu thun hat. Wir Menschen haben gelernt, in

jedem Klima zu leben, einerlei ob kalt oder tropisch, aber die ersten zwei Rassen

hatten nichts zu thun mit Klima, noch waren sie von irgendwelcher Temperatur

oder Wechsel derselben abhängig. Und so - wird uns gelehrt - lebten die

Menschen bis herab zum Schlusse der Dritten Wurzelrasse, da ein ewiger

Frühling auf der ganzen Kugel herrschte, wie ihn jetzt die Bewohner des Jupiter

genießen; einer Welt, welche, wie Herr Camille Flammarion sagt:

Nicht wie die unsere dem Wechsel der Jahreszeiten und plötzlichen Temperaturschwankungen unterworfen ist, sondern bereichert durch alle Schätze eines ewigen Frühlings. [10]

Astronomen, welche behaupten, daß Jupiter sich nach unseren Begriffen in

einem geschmolzenen Zustand befindet, sind aufgefordert, ihren Streit mit

diesem gelehrten Astronomen auszugleichen. [11] Man muß sich jedoch immer

vor Augen halten, daß der erwähnte „ewige Frühling“ ein Zustand ist, der nur von

den Jupiterbewohnern als solcher erkannt wird. Aber es ist kein „Frühling“, wie

wir ihn kennen. In diesem Vorbehalte liegt die Versöhnung zwischen den beiden

hier angeführten Theorieen. Beide umfassen teilweise Wahrheiten.

Es ist somit eine universelle Überlieferung, daß sich die Menschheit zu ihrer

gegenwärtigen Gestalt stufenweise aus einem nahezu durchsichtigen Zustande

des Gewebes entwickelt hat, und zwar weder durch Wunder noch durch

geschlechtlichen Verkehr. Obendrein ist dies in voller Übereinstimmung mit den

alten Philosophien; von jenen von Ägypten und Indien, mit ihren göttlichen

Dynastien, bis herab zu jener des Plato. Und alle diese universalen Glauben

müssen in eine Klasse gereiht werden mit den „Ahnungen“ und „hartnäckigen

Vorstellungen“, von denen einige unausrottbar sind, in den Volksglauben. Solche

43 (2 of 7)

Glauben sind, wie Louis Figuier bemerkt,

häufig das Ergebnis der Weisheit und Beobachtung einer unendlichen Anzahl

menschlicher Generationen . . . . (Denn), eine Überlieferung, welche einen gleichförmigen und universalen Bestand hat, hat das ganze Gewicht eines wissenschaftlichen Zeugnisses. [12]

Und es giebt mehr als eine solche Überlieferung in den purânischen Allegorieen,

wie gezeigt worden ist. Obendrein wird die Lehre, daß die erste Rasse der Menschheit aus den Chhâyâs oder Astralbildern der Pitris gebildet wurde, vollständig bestätigt im Zohar.

Nach dem Tzelem, dem Schattenbilde der Elohim (der Pitris, machte Er Adam

(den Menschen). [13]

Es wurde wiederholt als ein Einwand vorgebracht, daß, wie hoch auch der Grad

des metaphysischen Denkens im alten Indien war, die alten Ägypter sich nichts

anderen als eines groben Bilderdienstes und Tierdienstes rühmen konnten;

Hermes, so wird behauptet, sei das Werk griechischer Mystiker gewesen, welche

in Ägypten lebten. Darauf kann die Antwort gegeben werden: ein unmittelbarer

Beweis dafür, daß die Ägypter an die Geheimlehre glaubten, ist der, daß sie

ihnen bei der Initiiation gelehrt wurde. Mögen die Gegner die Eclogae Physicae

et Ethicae des Stobäus, des griechischen Kompilators alter Fragmente, welcher

im fünften Jahrhunderte n. Chr. lebte, aufschlagen. Das folgende ist eine von ihm

herrührende Abschrift eines alten hermetischen Fragmentes, welches die ägyptische Seelentheorie zeigt. Wort für Wort übersetzt sagt es:

Von einer Seele, von der des Alls, entspringen alle Seelen, welche sich

ausbreiten, als ob sie mit Absicht über die Welt verbreitet wären. Diese Seelen

erfahren viele Umformungen; solche, die bereits kriechende Geschöpfe sind,

verwandeln sich in Wassertiere; von diesen Wassertieren stammen die

Landtiere her; und von den letzteren die Vögel. Von den Wesen, welche

droben in der Luft (Himmel) leben, sind die Menschen geboren. Bei der

Erreichung dieses Zustandes der Menschen, empfangen die Seelen das

Prinzip der (bewußten) Unsterblichkeit, werden Geister, und treten dann ein in

den Chor der Götter.

43 (3 of 7)

[9] Siehe die Vereinigung von Chokmah, Weisheit, mit Binah, Intelligenz, oder

Jehovah, dem Demiurgen, genannt Verstand, in den Sprüchen Solomons

(). Den Menschen ruft die Weisheit (göttliche occulte Weisheit) zu: „O ihr

Einfältigen, versteht die Weisheit; und ihr Narren seid eines verständigen Herzens“. Es ist Geist und Materie, der Nous und die Psyche; von welch letzterer St. Jakob sagt, daß sie „irdisch, sinnlich und teuflisch“ ist.  [10] Pluralité des Monds, p. 69.

[11] Eine von Herrn W. Mattieu Williams im Jahre 1881 entwickelte Hypothese

scheint auf die Astronomen nur wenig Eindruck gemacht zu haben. Es sagt der Verfasser von „Die Nahrung der Sonne“ in Knowledge, Dez. 23., 1881:

„Wenn ich jetzt die Untersuchungen des Dr. Andrews auf die Bedingungen

des Zustandes der Sonne anwende . . . .so schließe ich, daß die Sonne

keinen Kern hat, weder fest, noch flüssig, noch gasförmig, sondern aus

dissociierter Materie im kritischen Zustande zusammengesetzt ist, umgeben

zuerst von einer flammenden Hülle, welche der Wiederverbindung der

dissociierten Materie zuzuschreiben ist, und außerhalb dieser von einer

anderen Hülle von Dämpfen, welche durch diese Verbindung entstehen.“

Dies ist eine neue Theorie, die zu den anderen Hypothesen hinzugefügt

werden soll, ganz wissenschaftlich und orthodox. Die Bedeutung des

„kritischen Zustandes“ wird von Herrn W. Mattieu Williams in derselben

Zeitschrift (Dez. 9, 1881) in einem Aufsatze über „Feste Körper, Flüssigkeiten

und Gase“ erklärt. Die Gelehrte spricht über ein Experiment des Dr. Andrews

mir Kohlensäure, und sagt:

„Wenn 88° erreicht ist, so schwindet die Grenze zwischen Flüssigkeit und

Gas; Flüssigkeit und Gas haben sich zu einem geheimnisvollen,

dazwischenliegenden Fluidum verbunden; ein unbestimmtes flutendes Etwas

43 (4 of 7)

erfüllt die ganze Röhre - eine etherisch gemachtes Flüssigkeit oder ein

sichtbares Gas. Man halte ein rotglühendes Schüreisen zwischen das Auge

und das Licht; man wird eine aufwärts strömende Welle einer Bewegung

sehen von etwas, das wie flüssige Luft erscheint. Die Erscheinung des

Mischfluidums in der Röhre ist dem ähnlich, aber merklich dichter, und steht

offenbar zwischen dem flüssigen und dem gasförmigen Zustande der Materie,

wie Pech oder Sirup zwischen fest und flüssig steht.“

Die Temperatur, bei welcher dies geschieht, wurde von Dr. Andrews „Kritische

Temperatur“ genannt; hier sind der gasförmige und der flüssige Zustand „kontinuierlich“, und es ist wahrscheinlich, daß alle anderen Substanzen, welche in diesen beiden Zuständen bestehen können, ihre eigenen, besonderen kritischen Temperaturen haben.

Bei weiterer Spekulation über diesen „kritischen“ Zustand äußert Herr W.  Mattieu Williams einige ganz occulte Theorieen über Jupiter und andere Planeten. Er sagt:

„Unsere Begriffe von festen Körpern, Flüssigkeiten und Gasen sind aus unseren Erfahrungen über den Zustand der Materie hier auf dieser Erde abgeleitet. Könnten wir auf einen anderen Planeten versetzt werden, so würden sie seltsam verändert. Auf dem Merkur würde das Wasser unter die kondensierbaren Gase gehören; auf dem Mars unter die schmelzbaren festen Körper; aber wohin auf dem Jupiter?

Neue Beobachtungen geben uns das Recht, diesen als eine kleine Sonne zu

betrachten, mit einer äußeren Hülle wolkigen Stoffes, anscheinend aus

teilweise kondensiertem Wasser, aber rotglühend, oder wahrscheinlich noch

heißer im Inneren. Seine Dampfatmosphäre ist offenbar von ungeheurer

Tiefe, und da die Schwerkraft auf seiner sichtbaren äußeren Oberfläche

43 (5 of 7)

zweiundeinhalbmal so groß ist als die unserer Erdoberfläche, so muß der

Luftdruck bei einem Hinabsteigen unter diese sichtbare Oberfläche bald den

Betrag erreichen, bei dem der Wasserdampf in seinen kritischen Zustand

versetzt wird. Wir können daher schließen, daß die Meere des Jupiter weder

aus gefrorenem, noch flüssigem, noch gasförmigem Wasser bestehen,

sondern Meere oder Atmosphären von kritischen Wasser sind. Wenn

irgendwelche Fische oder Vögel darin schwimmen oder fliegen, so müssen

sie sehr kritisch organisiert sein.“ - Da die ganze Masse des Jupiter 300mal

größer ist als die der Erde und sein nach dem Mittelpunkt zu gerichtete

Kompressionskraft derselben proportional ist, würden seine Materialien, wenn

sie jenen auf der Erde ähnlich und nicht heißer wären, erheblich dichter sein,

und der Planet würde ein höheres spezifisches Gewicht haben. Aber wir

wissen aus der Bewegung seiner Satelliten, daß an Stelle dessen sein

spezifisches Gewicht weniger als ein Viertel von dem der Erde beträgt. Dies

rechtfertigt den Schluß, daß er intensiv heiß ist; denn selbst Wasserstoff

würde, wenn er kalt wäre, unter einem solchen Drucke dichter werden, als der

Jupiter ist.

„Da alle elementaren Substanzen als feste Körper, Flüssigkeiten oder Gase,

oder kritisch existieren können, je nach den Bedingungen von Temperatur

und Druck, so bin ich zu dem hypothetischen Schlusse berechtigt, daß Jupiter

weder ein fester, noch ein flüssiger oder gasförmiger Planet ist, sondern ein

kritischer Planet oder ein Gestirn, das innerlich aus associierten Elementen im

kritischen Zustande zusammengesetzt ist und von einer dichten Atmosphäre

ihrer Dämpfe und jener von einigen ihrer Verbindungen, wie z. B. Wasser

umgeben ist, Dieselbe Überlegung trifft bei Saturn und anderen großen und

nicht dichten Planeten zu.“

Es ist befriedigend zu sehen, wie sich die „wissenschaftliche Einbildung“ jedes

Jahr enger dem Grenzlande unserer occulten Lehren nähert.

43 (6 of 7)

[12] The Day after Death, p. 23.

[13] Cremona Ausgabe, III. 76 a: Brody Ausg., III. 159 a; Qabbalah, Isaac Myer p. 420.

43 (7 of 7)

23.     DIE SELBSTGEBORENEN WAREN DIE CHHAYAS, DIE SCHATTEN AUS

DEN KÖRPERN DER SÖHNE DES ZWIELICHTES. WERDER WASSER NOCH

FEUER KONNTE SIE ZERSTÖREN. IHRE SÖHNE WURDEN. [14]

Dieser Vers kann nicht ohne die Hilfe der e verstanden werden. Er

bedeutet, daß die erste Wurzelrasse, die „Schatten“ der Vorfahren, nicht verletzt

oder durch Tod zerstört werden konnten. Da sie so ätherisch und so wenig

menschlich ihrer Konstitution nach waren, konnten sie von keinem Elemente -

Flut oder Feuer - beeinflußt werden. Aber ihre „Söhne“, die Zweite Wurzelraße

konnten es und wurden so zerstört. So wie die Vorfahren gänzlich in ihrer

eigenen Astralkörpern aufgingen, welche ihre Nachkommenschaft waren, so

wurde diese Nachkommenschaft in ihren Abkömmlingen, den

„Schweißgeborenen“ absorbiert. diese waren die Zweite Menschheit -

zusammengesetzt aus den verschiedenartigsten, riesigen halbmenschlichen

Ungeheuern - den ersten Versuchen der materiellen Natur, menschliche Körper

zu bilden. Die immer blühenden Länder (Grönland unter anderen) des Zweiten

Kontinentes wurden nach einander aus Paradiesen mit ihrem ewigen Frühling, in

einen hyperboreischen Hades verwandelt. Diese Umwandlung war eine Folge

der Lageveränderung der großen Wasser der Kugel, indem die Meere ihre

Betten veränderten; und die Hauptmasse der Zweiten Rasse ging in diesen

ersten großen Wehen der Entwicklung und Verfestigung der Kugel während der

menschlichen Periode zu Grunde. Solcher großer Umwälzung haben bereits vier

stattgefunden. [15] Und wir können für uns selbst eine fünfte im richtigen Verlaufe der Zeit erwarten.

[14] So zerstört.

[15] Die erste ereignete sich, als das, was jetzt der Nordpol ist, von den späteren Kontinenten getrennt wurde.

45

EIN PAAR WORTE ÜBER „FLUTEN“ UND „NOAHS“.

Die Berichte in den verschiedenen Purânen sind in ihren Einzelheiten so

widerspruchsvoll, wie alles übrige. Während so im Rig-Veda Idâ oder Ilâ die

Unterrichterin des Vaivasvata Manu genannt wird, macht Sâyana aus ihr eine

Göttin, welche der Erde vorsteht, und das Shatapatha Brâhmana zeigt sie als die

Tochter Manus, als ein Kind seines Opfers, und späterhin als sei (Vaivasvata´s)

Weib, mit welchem er die Rasse der Manus erzeugte. In den Purânen ist sie

hinwieder Vaivasvatas Tochter, jedoch das Weib von Budha (Weisheit), dem

unrechtmäßigen Sohne des Mondes (Soma) und des Weibes des Planeten

Jupiter (Brihaspati), der Târâ. all dies, welches dem Profanen als ein Wirrwarr

erscheint, ist voll von philosophischer Bedeutung für den Occultisten. Schon auf

der Oberfläche der Erzählung ist ein geheimer und heiliger Sinn wahrnehmbar;

alle Einzelheiten jedoch sind so absichtlich vermischt, daß nur das erfahrene

Auge eines Initiierten ihnen folgen und die Ereignisse in ihre richtige Reihenfolge

setzen kann.

Die Geschichte, wie sie im Mahâbhârata erzählt ist, schlägt den Grundton an,

und doch bedarf sie einer Erklärung durch den geheimen Sinn, welcher in der

Bhagavad Gîtâ enthalten ist. Sie ist der Prolog zu dem Drama unserer (fünften)

Menschheit. Während Vaivasvata an dem Flussufer in Andacht versunken war,

fleht ein Fisch um seinen Schutz vor einem größeren Fisch. Er rettet ihn und

setzt ihn in einen Krug; darin größer und größer wachsend, teilt dieser ihm die

Neuigkeit der bevorstehenden Sintflut mit. Dieser Fisch ist der wohlbekannte

Matsya Avatâra, der erste Avatâra des Vishnu, der Dagon [16] des chaldäischen

Xisuthrus, und noch viele andere Dinge. Die Geschichte ist zu gut bekannt, als

daß sie wiederholt zu werden brauchte. Vishnu giebt den Auftrag, ein Schiff zu

erbauen, in welchem Manu samt den sieben Rishis gerettet wird, nach dem

Mahâbhârata; doch fehlt dies in anderen Texten. Hier stehen die sieben Rishis

für die sieben Rassen, die sieben Prinzipien, und verschiedene andere Dinge; denn es ist wieder ein doppeltes Geheimnis eingeschlossen in dieser mannigfaltigen Allegorie.

Wir haben anderwärts gesagt, daß die Große Flut verschiedene Bedeutungen

hatte, und daß sie sich, sowie auch der „Fall“, auf geistige wie auf körperliche,

auf kosmische wie auf irdische Ereignisse bezog: wie oben, so ist es unten. Das

Schiff oder die Arche - Navis - kurz gesagt, als das Symbol des weiblichen

Zeugungsprinzipes, ist vorgebildet am Himmel durch den Mond und auf Erden

durch den Schooß. Beide sind die Gefäße und Träger der Samen des Lebens

47

und Seins, welche die Sonne oder Vishnu, das männliche Prinzip, belebt und

befruchtet. Die erste kosmische Flut bezieht sich auf die ursprüngliche

Schöpfung, oder die Bildung von Himmel und den Erden; in welchem Falle

Chaos und die große Tiefe für die „Flut“ stehen, und der Mond für die „Mutter“,

aus der alle Lebenskeime hervorgehen. [17] Aber die irdische Flut und ihre

Geschichte hat auch ihre doppelte Anwendung. In dem einen Falle hat sie Bezug

auf jenes Geheimnis, da die Menschheit vor gänzlicher Zerstörung durch das

sterbliche Weib bewahrt wurde, welches am Ende der dritten Rasse zum

Behälter des menschlichen Samens gemacht wurde, [18] und in dem anderen

auf den wirklichen und geschichtlichen Untergang der Atlantis. In beiden Fällen

wird die „Schaar“ – oder der Manu, welcher den „Samen rettete – Vaivasvata

Mann genannt. Daher die Verschiedenheit zwischen den purânischen und

anderen Darstellungen; während im Shatapatha Brâhmana Vaivasvata eine

Tochter hervorbringt und mit ihr die Manurasse erzeugt – eine Bezugnahme auf

die ersten menschlichen Manushyas, welche durch den Willen (Kriyâshakti)

Weiber zu erschaffen hatten, bevor diese auf natürliche Weise von den

Hermaphroditen als ein unabhängiges Geschlecht geboren wurden, die daher als

die „Töchter“ ihres Schöpfers betrachtet wurden. Die purânischen Berichte

machen Idâ oder Ilâ zum Weibe des Budha (Weisheit). Diese Darstellung bezieht

sich auf die Ergebnisse der atlantischen Flut, als Vaivasvata, der große Weise

auf Erden, die fünfte Wurzelrasse davor bewahrte, zusammen mit den Überresten der vierten zerstört zu werden.

Dies ist sehr klar gezeigt in der Bhagavad Gîtâ, welche den Krishna sagen läßt:

Die sieben großen Rishis, die vier vorhergehenden Manus, welche an meiner Weisheit teilhaben, wurden aus meinem Gemüte geboren: aus ihnen entsprangen (wurden geboren) das Menschengeschlecht und die Welt. [19] Hier sind die vier vorhergehenden Manus von den sieben, die vier Rassen, [20]

welche bereits gelebt haben, denn Krishna gehört der fünften Rasse an, da sein

Tod das Kaliyuga eröffnete. Somit ist Vaivasvata Manu, der Sohn des Sûrya, und

der Heiland unserer Rasse, verknüpft mit dem „Samen des Lebens“, sowohl

körperlich als geistig. Aber gegenwärtig, indessen wir von allen sprechen, haben

wir uns selbst nur mit den ersten zweien zu befassen.

[16] Wir müssen uns daran erinnern, daß an der Spitze der babylonischen

Götter Ea, Anu, und der ursprüngliche Bel standen; und daß Ea, der erste, der

Gott der Weisheit war, der große „Gott des Lichtes“ und der Tiefe, und daß er

identifiziert wurde mit Oannes, oder dem biblischen Dagon - dem Mann-Fische,

der sich aus dem persischen Golf erhob.

[17] Es ist viel später, daß der Mond ein männlicher Gott wurde; bei den

Hindûs war er Soma, bei den Chaldäern Nanak oder Nanar, und Sin, der

Sohn des Mulil, des älteren Bel. Die Akkadier nannten ihn den „Herrn der

Geister“; und er war der Gott von Nipur (Niffer) im nördlichen Babylonien. Es

war Mulil, welcher die Wasser der Flut vom Himmel auf die Erde fallen ließ,

weshalb ihm Xisuthrus nicht gestatten wollte, sich seinem Alter zu nähern.

Wie die modernen Assyriologen jetzt festgestellt haben, ist das nördliche

Nippur das Centrum, von dem aus die chaldäische (schwarze) Magie sich

ausbreitete; und Eridu (der südliche), welches der ursprüngliche Sitz der

Verehrung des Kulturgottes war, des Gottes der himmlischen Weisheit -

indem der Sonnengott überall die höchste Gottheit ist. Bei den Juden ist der

Mond verknüpft mit Israels Jehovah und seinem Samen, denn Ur war der

Hauptsitz der Verehrung des Mondgottes, und von Abraham wird gesagt, daß

er von Ur gekommen sei, wobei er aus einem A-bra(h)m zu einem Abraham wird.

[18] Als Nârada, der jungfräuliche Asket, dem Menschengeschlecht dadurch ein Ende zu machen drohte, daß die Söhne des Daksha verhinderte, dasselbe hervorzubringen.

[19] X. 6.

[20] Dies wird bestätigt von einem gelehrten Brâhmanen. in seinen ganz

vorzüglichen Vorlesungen über die Bhagavad Gîtâ (Theosophist, April, 1887,

p. 444) sagt der Vortragende:

„Es ist da eine Besonderheit, auf die ich ihre Aufmerksamkeit lenken muß. Er

(Krishna) spricht hier von vier Manus. Warum spricht er von Vieren? Wir sind

jetzt im siebenten Manvantara - in dem des Vaivasvata. Wenn er von den vergangenen Manus spricht, so sollte er von sechsen sprechen, aber er erwähnt nur vier. In einigen en ist ein Versuch gemacht worden, dies auf eine eigentümliche Art zu erklären.“ „Das Wort ‘Chatvârah´ wird getrennt von dem Worte ‘Manavah´, und wird bezogen auf Sanaka, Sanandana, Sanatkumâra, und Sanatsujata, welche auch inbegriffen waren unter den aus der Seele geborenen Söhnen des Prajâpati.

„Aber diese Erklärung wird zu einem höchst widersinnigen Schlusse führen,

und den Satz sich selbst widersprechen machen. Die im Text angedeuteten

Personen haben einen näher bestimmenden Zusatz in dem Satze. Es ist wohl

bekannt, daß Sanaka und die drei anderen sich weigerten, zu schaffen,

obwohl die anderen Söhne dies thun zugestimmt hatten; daher wäre es

widersinnig, wenn man von jenen Personen spricht, von denen die

Menschheit ihr Dasein begleitet, die vier auch in die Liste aufzunehmen. Die

Stelle muß erklärt werden, ohne das Kompositum in zwei Hauptwörter zu

zerlegen. Die Zahl der Manus wird dann vier sein, und die Behauptung würde

dann in Widerspruch mit dem purânischen Bericht sein, jedoch in

Übereinstimmung mit der occulten Theorie. Sie werden sich daran erinnern,

daß (im Occultismus) behauptet wird, daß wir jetzt in der fünften Wurzelrasse

sind. Jede Wurzelrasse wird als die Santati eines besonderen Manu

betrachtet. Nun ist die vierte Rasse vergangen, oder, mit anderen Worten, es

sind vier vergangene Manus gewesen.“

Die „Sintflut“ ist unleugbar eine „universale Überlieferung.“ „Eiszeiten“ waren

zahlreich und ebenso die „Sintfluten“ aus verschiedenen Gründen. Stockwell und

Croll zählen ungefähr ein halbes Dutzend Eiszeiten und darauffolgende Fluten

auf, deren früheste von ihnen auf 850 000, und deren letzte auf 100 000 Jahre

zurückversetzt wird. [21] Aber welches war unsere Flut? Sicherlich die erstere,

diejenige, welche bis zum heutigen Tage in den Überlieferungen aller Völker vom

entferntesten Altertume an aufgezeichnet bleibt; diejenige, welche schließlich die

letzten Halbinseln der Atlantis hinwegschwemmte, beginnend mit Ruta und

Daitya und endigend mit der verhältnismäßig kleinen von Plato erwähnten Insel.

Dies zeigt sich in den Übereinstimmungen gewisser Einzelheiten, in allen

Legenden. Sie war die letzte ihres gigantischen Charakters. Die kleine Flut,

deren Spuren Baron Bunsen in Centralasien fand und welche er auf ungefähr 10

000 Jahre v. Chr. versetzt, hatte weder zu thun mit der halbuniversalen Flut oder

Noahs Sintflut, - welche letztere eine rein mythische Wiedergabe alter

Überlieferungen ist – noch selbst mit dem Untergange der letzen atlantischen

Insel; oder zum mindesten hatte sie mit ihnen nur einen moralischen Zusammenhang.

Unsere fünfte Rasse – die nicht initiierten Teile derselben – hörte von vielen

Sintfluten und verwechselte dieselben und weiß jetzt nur von einer. Diese eine

veränderte den ganzen Anblick der Kugel mit ihrer Vertauschung und Verschiebung von Land und Meer.

Wir können damit die Überlieferung der Peruaner vergleichen:

Die Inkas, sieben an der Zahl, haben die Erde nach der Sintflut wieder bevölkert. [22]

Humboldt erwähnt die mexikanische Lesart derselben Legende, aber verwirrt

einigermaßen die Einzelheiten der noch erhaltenen Legende über den

amerikanischen Noah. Nichtsdestoweniger erwähnt der ausgezeichnete

Naturforscher zweimal sieben Genossen und den „göttlichen Vogel“, welcher

dem Bote der Azteken voranflog, und macht so fünfzehn auserwählte an Stelle

der sieben und der vierzehn. Dies wurde wahrscheinlich unter irgend einer

unwillkürlichen Erinnerung an Moses geschrieben, welcher fünfzehn Enkel des

Noah erwähnt haben soll, welche mit ihrem Großvater entkamen. Dann wird

wiederum Xisuthrus, der chaldäische Noah, gerettet und „lebendig“ in den

Himmel erhoben – wie Enoch – mit den sieben Göttern, den Kabirim, oder den

sieben göttlichen Titanen. Wiederum hat der chinesische Yao sieben Figuren,

welche mit ihm segeln und welche er „beleben“ wird, wenn er landet und als „menschliche Samen“ gebrauchen. Osiris, wenn er in die Arche oder das Sonnenboot eintritt, nimmt sieben Strahlen mit sich u. s. w.

Sanchuniathon macht die Aletae oder Titanen (die Kabirim) zu Zeitgenossen des

Agruerus, des großen phönizischen Gottes, - welchen Faber mit Noah zu

identifizieren suchte; [23] ferner wird vermutet, daß der Name „Titan“ hergeleitet

ist von Tit-Ain, - die „Quellen des chaotischen Abgrundes“ [24] (Tit-Theus, oder

Tityus ist die „göttliche Flut“); und so ist gezeigt, daß alle Titanen, welche sieben

sind, in Zusammenhang stehen mit der Flut und den sieben von Vaivasvata Manu geretteten Rishis. [25]

Diese Titanen sind die Söhne von Chronos, der Zeit, und Rhea, der Erde. Und da

Agruerus, Saturn und Sydyk ein und dieselbe Persönlichkeit sind, und da es

auch von den sieben Kabiren heißt, daß sie die Söhne von Sydyk oder Chronos-Saturn

sind, sind die Kabiren und Titanen wesentlich gleich. Denn einmal hatte der fromme Faber Recht in seinen Schlußfolgerungen, wenn er schrieb:

Ich zweifle nicht, daß die sieben Titanen oder Kabiren auch dasselbe sind, wie

die sieben Rishis der indischen Mythologie (?), von denen es heißt, daß sie in

einem Boot entkommen sind, zusammen mit Menu, dem Haupte (?) der Familie. [26]

Aber er ist weniger glücklich in seinen Spekulationen, wenn er hinzufügt:

Die Hindûs haben in ihren wilden Legenden verschiedenartig die Geschichte

der Noachiden verdreht (?!), doch es ist bemerkenswert, daß sie ehrfürchtig

die Zahl sieben [27] anhingen: Daher bemerkt Capt. Wilford sehr scharfsinnig,

daß „vielleicht die sieben Menus, die sieben Brahmâdicas, mitsamt den sieben

Rishis, ein und dieselben sind, und nur sieben individuelle Personen

ausmachen. [28] Die sieben Brahmâdicas waren prajâpatis, oder Herren der

prajâs oder Kreaturen. Von ihnen wurde die Menschheit hervorgebracht, und

sie sind wahrscheinlich dasselbe wie die sieben Menus . . . Diese sieben

großen Vorfahren des Menschengeschlechts waren . . . zu dem Zwecke

erschaffen, die Erde wieder mit Bewohnern zu erfüllen.“ [29] Die

wechselseitige Ähnlichkeit der Kabiren, der Titanen, der Rishis, und der

noachischen Familie, ist zu auffallend, um die Wirkung eines bloßen Zufalles

zu sein.

 [21] Stockwell, Smithsonian Contributions to Knowledge, ; R. W.

McFarland, American Journal of Science, III. . 456; und Crolls Climate and

Time. Lemurien wurde nicht durch eine Flut ertränkt, sondern durch eine vulkanische Thätigkeit zerstört, und versank darnach.  [22] Coste I., . 19.

[23] Agruerus ist Chronos, oder Saturn, und das Vorbild des isrealitischen Jehovah. Als in Zusammenhang stehend mit Argha, dem Monde oder der Arche der Erlösung, ist Noah mythologisch eins mit Saturn. Aber dann kann sich dies nicht auf die irdische Flut beziehen. (Siehe Fabers Cabiri, I. 35, 43 und 45.)

[24] Ebenda, II, 240.

[25] Sanchuniathon sagt, daß die Titanen die Söhne Chronos waren, und sieben an der Zahl; und er nennt sie Feueranbeter, Aletae (Söhne des Agni?) und Sintflutler. Al-ait ist der Gott des Feuers.

[26] Ebenda, I. 130, Anm.

[27] Von welcher sieben, wie wir bemerken wollen, die Ârier und nicht die Semiten die Urheber waren, während die Juden die Zahl von den Chaldäern erhielten.

[28] Sieben individuelle Gottessöhne, oder Pitaras, Pitris; in diesem Falle auch die Söhne des Chronos oder Saturn (Kâla, „Zeit“) und Arkiten, gleich den Kabiren und Titanen, wie ihr Name - „Mondvorfahren“ - zeigt, denn der Mond ist die Arche, oder Argha, auf dem Wasserabgrunde des Raumes.  [29] Asiatic Researches, V. 246.

Faber ward zu diesem Irrtum verleitet und baute in der Folge seine ganze

Theorie bezüglich der Kabiren auf Grund der Thatsache auf, daß der Name des

Japhet der Schrift in dem Verzeichnisse der Titanen vorkommt, welches in einem

Verse der orphischen Hymnen enthalten ist. Nach Orpheus waren die Namen der

sieben arktischen Titanen, - welche Faber mit den gottlosen Titanen, ihren

Nachkommen, zu identifizieren sich weigert – Koeus, Kroeus, Phorcys, Cronus,

Oceanus, Hyperion und Iapetus.

[korrekter Abdruck siehe Buch] [30]

Aber warum könnte nicht der babylonische Ezra den Namen des Iapetus für

einen der Söhne Noahs adoptiert haben? Die Kabiren, welche die Titanen sind,

werden auch Manes genannt, und ihre Mutter Mania, nach Arnobius. [31] Die

Hindûs können daher mit viel mehr Grund behaupten, daß die Manes ihre Manus

bedeuten und daß Mania der weibliche Manu des Râmâyana ist. Mania ist Ilâ

oder Idâ, das Weib und die Tochter des Vaivasvata Manu, mit der er „die Rasse

der Manus erzeugte.“ Wie Rhea, die Mutter der Titanen, ist sie die Erde –

Sâyana machte sie zur Göttin der Erde – und sie ist nur die zweite Auflage und

Wiederholung der Vâch. Beide, Idâ und Vâch, werden in Männer und Weiber

verwandelt; Idâ wird Sudyumna und Vâch, der „weibliche Virâj“, verwandelt sich

in ein Weib, um die Gandharvas zu bestrafen; eine Leseart bezieht sich auf

kosmische und göttliche Theorie, die andere auf die spätere Periode. Die Manes

und Mania des Arnobius sind Namen indischen Ursprungs, von den Griechen

und Lateinern aufgegriffen und entstellt.

Somit ist es kein Zufall, sondern die Folge der uralten Lehre, welche allen

gemeinsam war und deren letzte Bearbeiter die Israeliten waren, durch Ezra, den

Verfasser der mosaischen Bücher. So ungezwungen gingen sie mit anderer

Leute Eigentum um, daß der Pseudo-Berosus [32] zeigt, daß Titaea, - welche

Diodorus Siculus [33] zur Mutter der Titanen oder Sintflutler macht – das Weib

des Noah war. Faber nennt ihn den „Pseudo-Berosus“, nimmt aber die Mitteilung

an, um einen neuen Beweis gegen die Heiden zu verzeichnen, welche alle ihre

Götter von den Juden entlehnt haben, durch Umwandlung patriarchischen

Materials. Nach unserer bescheidenen Meinung ist dies einer der bestmöglichen

Beweise für genau das Gegenteil. Er zeigt so klar, als Thatsachen zeigen

können, daß die biblischen Pseudopersönlichkeiten alle aus den heidnischen

Mythen entlehnt sind, wenn das schon Mythen sein müssen. Er zeigt auf jeden

Fall, daß sich Berosus der Quelle der Genesis wohl bewußt war und daß

dieselbe den gleichen kosmischen astronomischen Charakter trug wie die

Allegorieen von Isis-Osiris und der Arche und anderen älteren „arktischen“

Symbolen. Denn Berosus sagt, daß „Titaea Magna“ später Aretia genannt [34]

und mit der Erde zusammen verehrt wurde; und dies identifiziert Titaea, Noahs

Gattin mit Rhea, der Mutter der Titanen, und mit Idâ; beide sind Göttinnen,

welche der Erde vorstehen, und die Mütter der Manus und Manes, oder Titan-Kabiren.Und Titaea-Aretia wurde als Horchia veehrt, sagt derselbe Berosus und dies ist ein Titel der Vesta, der Göttin der Erde.  Sicanus deificavit Aretiam, et nominavit eam linguâ Janigenâ Horchiam. [35]

Schwerlich unterläßt ein alter Dichter der geschichtlichen oder vorgeschichtlichen

Zeit, das Sinken der beiden Festländer – oft Inseln genannt – in der einen oder

anderen Form zu erwähnen. Daher die Zerstörung, abgesehen von Atlantis, der

phlegrischen Insel. Pausanius und Nonnus sagen uns beide:

Bis zum tiefwurzelnden Fuß erschüttert die phlegrische Insel Tobend Neptun, und versenkt die gottvergess´nen Bewohner In die Tiefen des Meeres. [36]

Faber war überzeugt, daß die phlegrische Insel Atlantis war. Aber solchen

Allegorieen sind mehr oder weniger entstellte Wiederhalle der indischen

Überlieferung von jener großen Umwälzung, welche die vierte, wirklich

menschliche, wenn auch gigantische Rasse, diejenige, welche der ârischen

voranging, befiel. Jedoch hat, wie schon gesagt, gleich allen anderen Legenden

die Legende von der Sintflut mehr als eine Bedeutung. Sie bezieht sich in der

Theogonie auf präkosmische Transformationen, auf geistige Korrelationen – wie

unsinnig auch der Ausdruck einem wissenschaftlichen Ohre klingen mag – und

auch auf die darauffolgende Weltentstehung; auf die große Flut der Wasser

(Materie) im Chaos, erweckt und befruchtet durch jene Geistesstrahlen, welche

von der geheimnisvollen Differentiation überwältigt wurden und in ihr vergingen

ein präkosmisches Geheimnis, der Prolog zu dem Drama des Seins. Anu, Bel

und Noah gingen voran dem Adam Kadmon, Adam dem Roten, und Noah;

geradeso wie Brahmâ, Vishnu und Shiva vorangingen dem Vaivasvata und den

übrigen. [37]

All dies geht darauf aus, zu zeigen, daß die halbuniversale Flut, welche der

Geologie bekannt ist – die erste Eiszeit – gerade zu der ihr von der Geheimlehre

zugeschriebenen Zeit stattgefunden haben muß: nämlich 200 000 Jahre in

runder Zahl, nach dem Beginne unserer fünften Rasse, oder ungefähr zu der

Zeit, welche die Herren Croll und Stockwell für die erste Glacialperiode angeben:

d. i. vor ungefähr 850 000 Jahren. Somit, da die spätere Störung von Geologen

und Astronomen einer „außerordentlichen Excentricität der Erdbahn“

zugeschrieben wird, und da die Geheimlehre sie derselben Ursache zuschreibt,

aber mit Hinzufügen eines anderen Faktors, der Verlegung der Erdachse – wofür

ein Beweis im Buch Enoch [38] gefunden werden kann, wenn die verhüllte

Sprache der Purânen nicht verstanden wird – sollte alles dies dazu dienen, zu

zeigen, daß die Alten etwas von den „modernen Entdeckungen“ der Wissenschaft wußten. Enoch, welcher von „der großen Neigung der Erde“ spricht, welche in „Geburtswehen ist“, ist ganz deutlich und klar.  [30] Orpheus apud Proclum in Timaeum, V. 295.

[31] Arnobius, Contra Gentes, III. 124; angeführt von Faber, a. a. O., I. 135.

[32] Ant., III. 8.

[33] Bibl., III. 170.

[34] Aretia war die weibliche Form von Artes, dem ägyptischen Mars. Daher

das chaldäische (und jetzt hebräische Wort [korrekter Abdruck siehe Buch] (Arets), „Erde“. Seyffarth, der Verfasser der Beiträge zur Kenntnis (unter „Artes“, Mars) citiert wie folgt:

Addit Cedrenus (Salm. I. c.): Stella Martis ab Aegyptiis vocatur Ertosi

(plantare, generare). class=”Fussnote”>Significat autem hoc omnis generis

procreationem et vivificationem, omnisque substaniae et materiae naturam et

vim ordinentem atque procreantem.“ Es ist die Erde als „Quelle des Seine“;

oder, wie der Verfasser von The Source of Measures (p. 186) erklärt, Arts ist

dasselbe im Hebräischen und Ägyptischen, und beide „verbinden die

ursprüngliche Idee von Erde als Quelle; genau so wie im Hebräischen selbst,

unter einer anderen Form Adam und Mâdim, Mars, dieselben sind, und die

5I

Idee von Erde verbinden mit Adam unter der Form von h-a lam-h.“ [35] Ant., V. 64.

[36] Nonnus, Dionys, . 319, citiert von Faber, a. a. O., I. 139.

[37] Siehe Isis Unveiled, II. 420 ff., wo eine oder zwei der sieben Bedeutungen

angedeutet sind.

[38] Kap. LXIX. (Sect. class=”Fussnote”>).

51

Ist das nicht einleuchtend! Nuah ist Noah, der auf den Wassern schwimmt in

seiner Arche; die letztere ist das Emblem der Argha, oder des Mondes, des

weiblichen Prinzips; Noah ist der „Geist“, welcher in die Materie fällt. Wir

finden ihn, sobald er auf die Erde herabsteigt, einen Weingarten pflanzen, den

Wein trinken, und davon trunken werden, d. i. der reine Geist wird berauscht,

sobald er gänzlich in den Stoff eingekerkert ist. Das siebente Kapitel der

Genesis ist nur eine andere Wiedergabe des ersten. Während so das letztere

lautet: „Und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf

dem Wasser“; heißt es in dem ersteren. „Also nahm das Gewässer

überhand; . . . und die Arche fuhr (mit Noah, dem Geiste) auf dem Gewässer.“

Somit ist Noah, wenn er mit dem chaldäischen Nuah wesensgleich ist, der

Geist, welcher den Stoff belebt, welch letzterer das Chaos ist, repräsentiert

durch die Tiefe oder die Gewässer der Flut. In der babylonischen Legende (wo

das praekosmische mit dem irdischen Ereignis vermengt ist) ist Istar

(Ashteroth, oder Venus, die Mondgöttin), welche in die Arche eingeschlossen

ist und eine Taube aussendet, um trockenes Land zu suchen. [39]

George Smith bemerkt in den „Tafeln“, zuerst die Schöpfung des Mondes und

dann die der Sonne: „Ihre Schönheit und Vollkommenheit werden gepriesen,

und die Regelmäßigkeit ihrer Bahn, was dahin führte, dieselbe als den Typus

eines Richters und als den Leiter der Welt zu betrachten.“ Wenn diese

Geschichte sich einfach auf eine kosmologische Umwälzung beziehen würde

·        wenn auch diese letztere universell wäre – warum sollte die Göttin Istar oder

Ashteroth, der Mond, von der Schöpfung der Sonne nach der Sintflut sprechen? Die Wasser mögen so hoch gereicht haben wie der Berg Nizir in der chaldäischen Version, oder der Jebel Djudi, das Sintflutgebirge der arabischen Legende, oder auch der Ararat der biblischen Erzählung, und selbst als der Himâlaya der indischen Überlieferung, und doch nicht bis zur Sonne gereicht haben; die Bibel selbst hält inne vor einem solchen Wunder!

Es ist offenbar, daß die Sintflut für das Volk, welches sie zuerst aufzeichnete,

eine andere, weniger problematische und viel philosophischere Bedeutung hatte als die einer universellen Flut, von der es durchaus keine geologischen Spuren giebt. [40]

Alle solchen Umwälzungen sind periodisch und cyklisch, und da Manu

Vaivasvata als ein generischer Charakter figuriert unter verschiedenen

Umständen und Ereignissen, so scheint es keinen ernsten Einwand gegen die

Annahme zu geben, daß die erste „große Flut“ eine allegorische, sowohl als auch

eine kosmische Bedeutung hatte und daß sie sich am Ende des Satya Yuga

53VI

ereignete, des „Zeitalters der Wahrheit“, als die zweite Wurzelrasse, „die Manu

mit Knochen“, zuerst als die „Schweißgeborenen“ auftraten.

Die zweite Flut – die sogenannte „universelle“, - welche die vierte Wurzelrasse

betraf – die von der Theologie ohne Beschwer als „die verfluchte Rasse der

Riesen“ betrachtet wird, als die Kaiiniten und die „Söhne des Ham“ – ist die erste

von der Geologie wahrgenommene Flut. Wenn man sorgfältig die Berichte in den

verschiedenen Legenden der Chaldäer und anderen exoterischen

Nationalwerken vergleicht. So wird man finden, daß sie alle mit den orthodoxen,

in den brâhmanischen Büchern gegebenen Erzählungen übereinstimmen.

Und man wird bemerken, daß, während im ersten Berichte „kein Gott und kein

Sterblicher schon auf Erden ist“, da Manu Vaivasvata am Himavân landet; in dem

zweiten den sieben Rishis erlaubt ist, ihm Gesellschaft zu leisten; und dies zeigt,

daß, während einige Berichte sich auf die siderische und kosmische Flut vor der

sogenannten „Schöpfung“ beziehen, andere von der großen Flut der Materie auf

Erden und wieder andere von einer wirklichen Wasserflut handeln. Im

Shatapatha Brâhmana findet Manu, daß die Flut alle lebendigen Kreaturen

weggeschwemmt hat und daß er allein übrig gelassen wurde – d. i. der Same

des Lebens allein blieb übrig von der vorhergehenden Auflösung des Weltalls,

oder dem Mahâpralaya nach einem „Tag des Brahmâ“; und das Mahâbhârata

bezieht sich einfach auf die geologische Umwälzung, welche nahezu die ganze

vierte Rasse hinwegschwemmte, um Platz für die fünfte zu machen. Daher zeigt

sich Vaivasvata Manu unter drei verschiedenen Attributen in unserer

esoterischen Kosmogonie: [41] a) als der „Wurzel-Manu“ auf Kugel A in der

ersten Runde, b) als der „Same des Lebens“ auf Kugel D in der vierten Runde

und c) als der „Same des Menschen“ beim Beginne einer jeden Wurzelrasse –

insonderheit in unserer fünften Rasse. Eben der Anfang der letzteren ist,

während des Dvâpara Yuga, [42] Zeuge der Vernichtung der verfluchten

Zauberer;

von jener Insel (Plato spricht bloß von ihrer letzten Insel) jenseits der Säulen

des Herkules im atlantischen Ozean, von welcher aus ein bequemer Übergang

zu anderen Inseln in der Nachbarschaft eines anderen großen Festlandes (Amerika) war.

[39] Isis Unveiled, II. 423,424.

53VI

[40] Ebenda, 423, Anm.

[41] Man hat sich daran zu erinnern, daß in der indischen Philosophie eine

jede unterschiedene Einheit eine solche nur während der Cyklen Mâyâ ist, da

sie eins ist in ihrer Wesenheit mit dem Höchsten oder Einen Geist. Daher

entsteht die scheinbare Verwirrung und Widerspruch in den verschiedenen

Purânen, und manchmal in in denselben Purâna, in Bezug auf dasselbe

Individuum. Vishnu - als der vielförmige Brahmâ, und als Brahma (neutrum) -

ist einer, und doch heißt es von ihm, daß er alle achtundzwanzig Vyâsas sei.

„In jedem Dvâpara (oder dritten) Zeitalter teilt Vishnu in der Person des Vyâsa

den Veda, welcher (eigentlich nur) einer ist, in viele Teile . . . .

Achtundzwanzig sind die Veden von den großen Rishis im Vaivasvata

Manvantara, in dem Dvâpara-Zeitalter bearbeitet worden; und folglich sind

achtundzwanzig Vyâsas dahingegangen.“ (Vishnu Purâna, III. 3; Wilson´s

Übers., III. 33, 34.) „Sie, die alle waren) in der Form des Veda-Vyâsa; welche

die Vyâsas ihrer bezüglichen Zeitalter waren.“ (Ebenda, a. a. O., p. 33.).

„Diese Welt ist Brahmâ, in Brahmâ, von Brahmâ . . . nichts weiter zu wissen!“

Dann wieder im Harivamsha: „Es waren (im ersten Manvantara) sieben berühmte Söhne des Vasishtha, welche (im dritten Manvantara) Söhne des Brahma waren (d. i. Rishis, die glänzende Nachkommenschaft von Ûrjâ.“)

(Ebenda, III. 6, Anm.) Das ist klar: Die Menschheit des ersten Manvantara ist

jene des siebenten und aller zwischenliegenden. die Menschheit der ersten Wurzelrasse ist die Menschheit der zweiten, dritten, vierten, fünften u. s. w.; bis zur letzten bildet sie eine cyklische und beständige Reinkarnation der Monaden, welche zu den Dhyân Chohans unserer Planetenkette gehören.

[42] Das Dvâpara Yuga ist für jede Rasse verschieden. Alle Rassen haben

ihre eigenen Cyklen, welche Thatsache einen großen Unterschied verursacht.

Zum Beispiel die vierte Unterrasse der Atlantier war in ihrem Kali Yuga, als sie

53VI

vernichtet wurden, während die fünfte in ihrem Satya oder Krita Yuga war. Die

ârische Rasse ist jetzt in ihrem Kali Yuga, und wird noch weitere 427 000

Jahre darin verbleiben, während verschiedene Familienrassen, genannt die

semitische, hamitische, u. s. w., in ihren eigenen besonderen Cyklen sind. Die

bevorstehende sechste Unterrasse - welche sehr bald beginnen mag - wird in

ihrem Satya (goldenen) Zeitalter sein, indes wir die Frucht unserer Bosheit in

unserem Kali Yuga ernten.

53

Dieses atlantische Land war das mit der „weißen Insel“ verbundene, und diese

weiße Insel war Ruta; aber das war nicht das Atala und der „weiße Teufel“ des

Oberst Wilford, [43] wie bereits gezeigt. Es mag gut sein, hier zu bemerken, daß

das Dvâpara Yuga 864 000 Jahre dauert, nach den Sanskrittexten; und daß,

wenn Kali Yuga erst vor ungefähr 5000 Jahren anfing, es gerade 869 000 Jahre

sind, seitdem jene Vernichtung stattfand. Hinwieder sind diese Ziffern nicht sehr

weit verschieden von jenen, welche die Geologen geben, die ihre Eiszeit auf 850

000 Jahre zurückversetzen.

Das Shatapatha sagt uns sodann, daß ein Weib hervorgebracht wurde, welche

zum Manu kam und erklärte, daß sie seine Tochter sei und mit welcher er lebte

und die Nachkommenschaft des Manu erzeugte. Dies bezieht sich auf die

physiologische Umwandlung der Geschlechter während der dritten Wurzelrasse.

Und die Allegorie ist zu durchsichtig klar, als daß sie vieler Erklärung bedürfte.

Natürlich wurde, wie bereits bemerkt, angenommen, daß bei der Trennung der

Geschlechter ein androgynes Wesen seinen Körper in zwei Hälften teilte – wie in

dem Falle von Brahmâ und Vâch und selbst von Adam und Eva – und daß die

weibliche in einem gewissen Sinne seine Tochter ist, geradeso wie er ihr Sohn

sein wird, „Fleisch von seinem (und ihrem) Fleisch und Bein von seinem (und

ihrem) Bein.“ Man möge auch wohl daran erinnert sein, daß keiner von unseren

Orientalisten bis jetzt in jenen „Widersprüchen und verwirrendem Unsinn“, wie

einige die Purânen nennen, wahrzunehmen gelernt hat, daß eine Bezugnahme

auf ein Yuga eine Runde bedeuten kann, eine Wurzelrasse und oft auch eine

Unterrasse, sowie auch ein aus der präkosmischen Theogonie herausgerissenes

Blatt vorstellen kann. Diese doppelte und dreifache Bedeutung wird bewiesen

durch verschiedene Bezugnahmen auf scheinbar einunddasselbe Individuum,

unter einem und demselben Namen, während sie sich in Wirklichkeit auf

Ereignisse beziehen, die durch ganze Kalpas voneinander getrennt sind. Ein

gutes Beispiel ist das der Ilâ. Sie wird zuerst als ein Ding dargestellt und dann als

ein anderes. In den exoterischen Legenden heißt es, daß Manu Vaivasvata, in

dem Verlangen Söhne zu erzeugen, ein Opfer an Mitra und Varuna anordnete;

daß aber durch ein Versehen des den Gottesdienst leitenden Brâhmanen nur

eine Tochter erhalten wurde – Ilâ oder Idâ. Dann wird, „durch die Gunst der zwei

Gottheiten“ ihr Geschlecht geändert und sie wird ein Mann, Sudyumna. Dann

wird sie wieder in ein Weib verwandelt und so fort; die Fabel fügt hinzu, daß es

Shiva und seiner Gattin beliebte, daß „sie in dem einen Monat ein Mann und im

andern Monat ein Weib sein solle.“ Dies hat eine unmittelbare Beziehung auf die

dritte Wurzelrasse, deren Menschen androgyn waren. Aber einige sehr gelehrte

Orientalisten [44] glauben und haben erklärt, daß:

55VI

Idâ ist ursprünglich Speise, Nahrung, oder ein Trankopfer von Milch: daher ein

Strom von Lobpreisungen personifiziert als die Göttin der Rede.

Den „Profanen“ wird jedoch nicht der Grund gesagt, warum „ein Trankopfer von

Milch“ oder „ein Strom von Lobpreisung“ abwechselnd männlich und weiblich

sein sollte: wenn nicht in der That irgend eine „innere Gewissheit“ dabei ist, welche wahrzunehmen die Occultisten verfehlen.

In ihrer mystischen Bedeutung steht die Vereinigung von Svâyambhuva Manu

mit Vâch-Shata-Rûpâ, seiner eigenen Tochter – was die erste „Euhemerisation“

des dualen Prinzipes ist, wovon Vaivasvata Manu und Ilâ eine zweite du eine

dritte Form sind – in kosmischer Symbolik als das Wurzelleben, der Keim, aus

dem alle Sonnensysteme, Welten, Engel und Götter entspringen. Denn, wie Vishnu sagt:

Von Manu müssen die Götter, Asuras, der Mensch, hervorgebracht werden;

Von ihm muß die Welt erschaffen werden, das, was sich bewegt und nicht bewegt.

Aber wir können schlechtere Gegner finden, als sogar die westlichen Gelehrten

und Orientalisten. Wenn in Bezug auf die Frage der Zahlen Brâhmanen mit

unserer Lehre übereinstimmen mögen, so sind wir doch nicht so sicher, daß nicht

einige von den orthodoxen konservativen Einwendungen erheben werden gegen

die Fortpflanzungsarten, die ihren Pitri Devatâs zugeschrieben werden. Man wird

uns auffordern, die Werke vorzulegen, aus denen wir zitieren, und wir werden sie

einladen, ihre eigenen Purânen etwas sorgfältiger und mit einem auf die

esoterische Bedeutung gerichteten Auge zu lesen. Und dann, wir wiederholen es

nochmals, werden sie, unter dem Schleier mehr oder weniger durchsichtiger

Allegorieen, jede hierin gemachte Behauptung durch ihre eigenen Werke

bestätigt finden. Ein oder zwei Beispiele sind bereits gegeben worden, in Bezug

auf die Erscheinung der zweiten Rasse, welche die „Schweißgeborenen“ genannt wird. Diese Allegorie wird als ein Feenmärchen betrachtet und doch verbirgt sie eine psycho-physiologische Erscheinung und eines der größten Geheimnisse der Natur.

[43] Siehe Asiatic Researches, I. 280.

55VI

[44] Siehe Dowson´s, Hindû Classical Dictionary, unter „Idâ“.

55

Aber angesichts der hierin gemachten chronologischen Behauptungen ist naturgemäß, zu fragen:

KONNTEN DIE MENSCHEN VOR 18 000 000 JAHREN EXISTIEREN?

Hierauf antwortet der Occultismus bejahend, trotz aller wissenschaftlichen

Gegner. Obendrein deckt diese Dauer nur den Vaivasvata-Manu-Menschen, d. i.

die bereits in unterschiedene Geschlechter getrennte männliche und weibliche

Wesenheit. Die zwei und einhalb Rassen, welche dieser Ereignisse vorangingen,

können vor 300 000 000 Jahren gelebt haben, nach allem, was die Wissenschaft

sagen kann. Denn die geologischen und physikalischen Schwierigkeiten auf dem

Wege der Theorie konnten nicht existieren für den ursprünglichen ätherischen

Menschen der occulten Lehren. Die ganze Streitfrage zwischen der profanen und

der esoterischen Wissenschaft beruht auf dem Glauben an und dem Nachweis

von der Existenz eines Astralkörpers innerhalb des physischen, welch ersterer

von dem letzteren unabhängig ist. Paul d´Assier, der Positivist, schein die

Thatsache hübsch klar bewiesen zu haben; [45] nicht zu reden von dem

aufgehäuften Zeugnis der Zeitalter und von dem der modernen „Spiritualisten“

und Mystiker. Es wird sich als schwierig erweisen, diese Thatsache in unserem

Zeitalter der Prüfungen, Versuche und sichtbaren Beweisen zu verwerfen.

Die Geheimlehre behauptet, daß, ungeachtet der allgemeinen Umwälzungen und

Störungen der vierten Runde unserer Kugel, welche, weil die vierte Runde die

Periode ihrer stärksten Entwicklung ist, indem sie den Mittelpunkt des ihr

bestimmten Lebenscyklus bildet – viel schrecklicher und gewaltiger waren, als

die irgend einer der drei vorhergehenden Runden – der Cyklen ihres früheren

psychischen und geistigen Lebens und ihrer halbätherischen Zustände – die

physischen Menschheit auf derselben während der letzten 18 000 000 Jahre

existiert hat. [46] Dieser Periode gingen 300 000 000 Jahre der mineralischen

und vegetabilen Entwicklung voran. Dem werden all jene widersprechen, welche

sich weigern, die Theorie von einem „knochenlosen, rein ätherischen“ Menschen

anzunehmen. Die Wissenschaft, welche nur von physischen Organismen weiß,

wird empört sein; und die materialistische Theologie noch mehr. Die erstere wird

mit logischen und verstandlichen Gründen entgegentreten, welche auf der

vorgefaßten Meinung beruhen, daß alle belebten Organismen immer auf

derselben Ebene der Materialität in allen Zeitaltern gelebt haben; die letztere mit

einem Gewebe der abgeschmacktesten Dichtungen. Der von den Theologen

gewöhnlich vorgebrachte lächerliche Anspruch beruht auf der der Wirklichkeit

nicht entsprechenden Annahme, den einzigen menschlichen Wesen im ganzen

Weltalle zu bestehen, welche auf einer Kugel wohnen und folgerichtig die besten

57VI

ihrer Art sind. [47]

Die Occultisten, welche fest an die Lehren der Mutter-Philosophie glauben,

weisen die Einwände sowohl der Theologen, als auch der Wissenschaftler

zurück. Sie behaupten ihrerseits, daß selbst während jener Perioden, in denen

eine unerträgliche Hitze geherrscht haben muß sogar an den beiden Polen, mit

aufeinanderfolgenden Fluten, Emporhebungen der Thäler und beständiger

Verschiebungen der großen Wasser und Meere, keiner dieser Umstände ein

Hindernis für menschliches Leben und Organisation bilden konnte, so wie sie es

der frühen Menschheit zuschreiben. Weder die Verschiedenartigkeit der einschließenden Regionen, die voll schädlicher Gase waren, noch die Gefahr einer kaum gefestigten Kruste konnten die erste und zweite Rasse hindern, schon während des Karbon oder des Silurzeitalters selbst aufzutreten.  [45] Siehe Posthomous Humanity; ins Englische übersetzt von H. S. Olcott, London, 1887.

[46] Professor Newcomb sagt, daß die durch Zusammenziehung freiwerdender Wärme nur 18 000 000 Jahre vorhalten werde; (Popular Astronomy, 509). Anderseits konnte eine Temperatur, welche den Bestand von Wasser gestattete, nicht früher als vor 10 000 000 Jahren erreicht sein.

(Winchells World-Life, 356.) Aber Sir William Thomson sagt, daß das ganze

Alter der Verkrustung der Erde 80 000 000 Jahre beträgt, obwohl er heuer

wiederum seine Meinung geändert hat und nur 15 000 000 Jahre für das Alter

der Sonne zuläßt. Wie in den Zusätzen gezeigt werden wird, ist das Auseinandergehen der wissenschaftlichen Meinungen so bedeutend, daß niemals irgendwelches Vertrauen auf wissenschaftliche Spekulation gesetzt werden kann.

[47] Der Aufsatz über die Mehrheit der Welten (1853) - ein Werk ohne

Urhebername, aber, wie wohl bekannt, von Dr. Whewell verfaßt - ist ein guter

Beweis dafür. Kein Christ dürfte an die Mehrheit der Welten oder an das

geologische Alter der Kugel glauben, argumentiert der Verfasser; weil, wenn

57VI

behauptet wird, daß diese Welt nur eine unter den vielen ihrer Art ist, welche

alle das Werk Gottes sind, so wie sie selbst, daß alle der Sitz von Leben sind,

alle das Bereich und die Wohnung verständiger Geschöpfe, die mit Willen

begabt, dem Gesetze unterworfen und eines freien Willens fähig sind; es

dann überspannt wäre, zu glauben, daß unsere Welt der Gegenstand der

Gnade Gottes und seiner besonderen Einmischung, seiner Mitteilungen und

seines persönlichen Besuches gewesen sein solle. Kann die Erde sich

zutrauen, für den Mittelpunkt des moralischen und religiösen Weltalls gehalten

zu werden - so fragt er - wenn sie nicht die geringste Unterscheidung hat, auf

die sie sich im physischen Weltalle stützen kann? Ist es nicht ebenso

widersinnig, eine solche Behauptung (von der Mehrheit der bewohnten

Welten) aufrecht zu erhalten, als es heute sein würde, die alte Hypothese des

Ptolemaeus aufrecht zu erhalten, welcher die Erde in den Mittelpunkt unseres

Systems versetzte? Das Obige ist aus dem Gedächtnis angeführt, aber

nahezu wörtlich. Der Verfasser verfehlt, einzusehen, daß er mit einer solchen

Vertheidigung seine eigene Seifenblase plötzlich zum platzen bringt.

57

So waren die Monaden, welche bestimmt waren, die zukünftigen Rassen zu

beseelen, bereit zur neuen Umwandlung. Sie hatten ihre Phasen der

„Immetallisation“ des Pflanzen- und Tierlebens, von der niedersten bis zur

höchsten durchlaufen und warteten auf ihre menschliche, mehr intelligente Form.

Aber was konnten die formgebenden Bildner anders thun, als den Gesetzen der

evolutionellen Natur folgen? Konnten sie, wie von dem toten Buchstaben der

Bibel behauptet wird, „Herrgott“-gleich, oder wie Pgymalion in der griechischen

Allegorie Adam-Galatea aus dem vulkanischen Staub formen und dem

Menschen eine „lebendige Seele“ einblasen? Nein; weil die Seele bereits da war,

verborgen in ihrer Monade und nur einer Bekleidung bedurfte. Pygmalion, dem

es mißlingt, seine Statue zu beseelen, und Bahak Zivo der nazaraeische

Gnostiker, dem es mißlingt, „eine menschliche Seele in dem Geschöpfe“ zu

bilden, sind als Vorstellungen viel philosophischer und wissenschaftlicher, denn

Adam im buchstäblichen Sinne genommen oder die biblischen Elohim-Schöpfer.

Die esoterische Philosophie, welche Urzeugung lehrt – nachdem die Shishta und

Prajâpati den Samen des Lebens auf die Erde geworfen hatten – zeigt, daß die

Niederen Engel dem physischen Menschen selbst mit Hilfe der Natur nur dann

bilden konnten, nachdem sie die ätherische Form aus sich selbst entwickelt

hatten und es der physischen Form überließen, sich aus ihrem ätherischen oder

wie man es jetzt nennen würde: protoplasmischen Modell zu entwickeln.

Gegen das wird man wieder Einwendungen machen; „Urzeugung“ ist eine

veraltete Theorie, wird man uns sagen. Pasteurs Experimente haben sie vor

zwanzig Jahren abgethan und Professor Tyndall ist gegen sie. Gut, nehmen wir

an, er ist. Er sollte wissen, daß, wenn auch die Urzeugung für unsere

gegenwärtige Weltperiode und wirklichen Bedingungen thatsächlich als

unmöglich nachgewiesen sein sollte – was die Occultisten leugnen – das noch

immer kein Beweis dafür wäre, daß sie nicht unter anders gearteten kosmischen

Bedingungen nicht nur in den Meeren der laurentischen Periode, sondern auch

auf der damals erschütterten Erde stattgefunden haben konnte. Es wäre

interessant, zu wissen, wie die Wissenschaft jemals das Erscheinen der Arten

und des Lebens auf Erden, insbesondere vom Menschen, erklären könnte, sobald sie gleichzeitig die biblischen Lehren und die Urzeugung verwirft.

Pasteurs Beobachtungen sind jedoch weit davon entfernt, vollkommen oder

beweiskräftig zu sein. Blanchard und Dr. Lutard verwerfen ihre Wichtigkeit, und

zeigen thatsächlich, daß sie keine haben. Die Frage ist soweit unentschieden

gelassen, sowie auch die andere: wann, zu welcher Periode das Leben auf der

Erde erschien? Was die Idee anbelangt, daß Haeckels Moner – eine Prise Salz!

·        das Problem des Ursprungs des Lebens gelöst hat, so ist sie einfach unsinnig.

59VI

Jene Materialisten, welche sich geneigt fühlen, die Theorie vom

„Selbstexistierenden“, vom „Selbstgeborenen Himmlischen Menschen“, der als

ein ätherischer, astraler Mensch dargestellt wird, geringschätzend zu betrachten,

müssen selbst einen Neuling im Occultismus entschuldigen, wenn er seinerseits

über einige Spekulationen des modernen Denkens lacht. Nachdem sehr gelehrt

bewiesen wurde, daß das ursprüngliche Protoplasmaklümpchen (Moner) weder

Tier noch Pflanze ist, sondern beides, und daß es keine Ahnen unter den einen

oder den anderen von diesen hat, weil eben dieses Moner als ein

Ausgangspunkt für alle organisierte Existenz dient, wird uns schließlich gesagt,

daß die Moneren ihre eigenen Ahnen sind. Das mag sehr wissenschaftlich sein,

aber es ist auch sehr metaphysisch; zu sehr so selbst für den Occultisten.

59VI

Wenn die Urzeugung jetzt ihre Methoden geändert hat – vielleicht infolge des

vorhandenen aufgehäuften Materials – sodaß sie nahezu der Entdeckung

entschlüpft, so war sie nichtsdestoweniger bei der Entstehung des irdischen

Lebens in vollem Schwunge. Selbst die einfache physische Form und die

Entwicklung der Arten zeigen, wie die Natur vorgeht. Der schuppengepanzerte,

riesige Saurier, der geflügelte Pterodactylus, der Megalosaurus und der hundert

Fuß lange Iguanodon der späteren Periode, sind die Umbildungen der frühesten

Repräsentanten des Tierreiches, die sich in den Ablagerungen der Primär-Epoche

finden. Es gab eine Zeit, da alle oben aufgezählten „vorsintflutlichen“

Ungeheuer als fadenartige Infusorien ohne Schale oder Kruste erschienen, ohne

Nerven, Muskeln, Organe oder Geschlecht und ihre Art durch Knospung

fortpflanzten; so wie auch mikroskopische Tiere thun, die Erbauer und Bildner

unserer Bergketten, in Übereinstimmung mit den Lehren der Wissenschaft.

Warum nicht der Mensch in diesem Falle? Warum sollte er nicht demselben

Gesetze bei seinem Wachstum, d. i. seiner allmählichen Verdichtung, gefolgt

sein? Jede vorurteilsfreie Person würde zu glauben verzeihen, daß ursprüngliche

Menschheit zuerst eine ätherische – oder, wenn man es so vorzieht, eine

ungeheuere fadenartige, gallertartige Form hatte, die von Göttern oder

natürlichen „Kräften“ entwickelt war, wuchs, sich während Millionen von Zeitaltern

verdichtete und in ihrem physischen Antrieb und Richtung riesenartig wurde, bis

sie sich zur ungeheuren körperlichen Form des Menschen der vierten Rasse

ausgestaltete – vielmehr, als zu glauben, daß er aus dem Staube der Erde

(buchstäblich) geschaffen sei, oder von irgend einem unbekannten, anthropoiden

Ahnen.

Auch verspricht unsere esoterische Theorie nicht den wissenschaftlichen Daten,

ausgenommen auf den ersten Anschein hin, wie Dr. A. Wilson, F. R. S. in einem

Briefe an die Knowledge (Dezember 23., 1881) sagt:

Entwicklung – vielmehr die Natur im Lichte der Entwicklung – ist erste seit

ungefähr fünfundzwanzig Jahren oder dergleichen studiert worden. Das ist

natürlich bloß ein kleiner Raum in der Geschichte des menschlichen Denkens.

Und gerade deshalb verlieren wir nicht die Hoffnung, daß die materialistische

Wissenschaft ihre Wege verbessern und allmählich die esoterischen Lehren annehmen wird – wenn auch zuerst getrennt von ihren (für die Wissenschaft) allzu metaphysischen Elementen.

Ist das letzte Wort über den Gegenstand der menschlichen Entwicklung bereits

gesprochen worden? Wie Professor Huxley sagt:

6I

Jede solche Antwort auf die große Frage (nach dem wirklichen Platze des

Menschen in der Natur) wird ausnahmslos von den Nachfolgern ihres

Verkünders, wenn nicht von diesem selbst, für vollständig und endgültig

ausgegeben; sie bleibt in hohem Ansehn und Wertschätzung, mag sein für ein

Jahrhundert, mag sein für zwanzig; aber ebenso ausnahmslos zeigt die Zeit, daß jede Antwort eine bloße Annäherung an die Wahrheit gewesen ist –

erträglich hauptsächlich wegen der Unwissenheit jener, von welchen sie

angenommen wurde, und gänzlich unerträglich, wenn man dem größeren

Wissen ihrer Nachfolger geprüft. [48]

Wird dieser hervorragende Darwinist die Möglichkeit zugeben, daß seine

„pithekoide Ahnenschaft“ auf die Liste der „gänzlich unerträglichen Glauben“

gesetzt werden kann, in dem „größeren Wissen“ der Occultisten? Aber woher

kommt der Wilde? Bloßes „Erheben zum civilisierten Zustande“ erklärt nicht die

Entwicklung der Form.

In demselben Briefe über „die Entwicklung des Menschen“ macht Dr. Wilson

andere seltsame Zugeständnisse. So bemerkt er in Beantwortung der Fragen, welche „G. M.“ an die Knowledge gestellt hat:

„Hat die Entwicklung irgendwelche Veränderung im Menschen bewirkt? Wenn

so, welche Veränderung? Wenn nicht, warum nicht?“ . . . Wenn wir uns

weigern zuzugestehen (wie es die Wissenschaft thut), daß der Mensch als ein

vollkommenes Wesen geschaffen wurde und dann entartet ist, so besteht nur

eine andere Annahme – die der Entwicklung. Wenn der Mensch von einem

wilden zu einem zivilisierten Zustand sich erhoben hat, so ist dies sicherlich

Entwicklung. Wie wissen noch nicht, weil ein solches Wissen schwer zu

erlangen ist, ob die menschliche Gestalt denselben Einflüssen unterworfen ist,

wie jene der niederen Tiere. Aber es ist wenig zu bezweifeln, daß die

Erhebung von der Wildheit zum civilisierten Leben „Entwicklung“ bedeutet und

in sich schließt, und zwar solche von beträchtlichem Umfange. Im Mentalen kann die Entwicklung des Menschen nicht angezweifelt werden; die sich immer erweiternde Sphäre des Denkens ist aus kleinen und rohen Anfängen entsprungen, so wie die Sprache selbst. Aber die Lebenswege des Menschen, seine Kraft der Anpassung an seine Umgebung, und zahllose andere Umstände haben es bewirkt, daß die Thatsachen und der Verlauf seiner „Entwicklung“ sehr schwierig zu verfolgen sind.

Diese große Schwierigkeit sollte die Evolutionisten vorsichtig in ihren

6I

Behauptungen machen.

Aber warum ist Entwicklung unmöglich, wenn „der Mensch als ein vollkommenes

Wesen geschaffen wurde und dann entartet ist?“ Höchstens kann sich das auf

den äußern, körperlichen Menschen beziehen. Wie in Isis entschleiert bemerkt,

beginnt Darwins Entwicklung am mittleren Punkte, anstatt für den Menschen, wie

für alles andere vom Universalen zu beginnen. Die aristotelisch-baconische

Methode mag ihre Vorteile haben, aber sie hat auch unleugbar bereits ihre

Mängel bewiesen. Pythagoras und Plato, welche vom Allgemeinen nach abwärts

fortschritten, zeigen sich jetzt als gelehrter, im Lichte der modernen

Wissenschaft, denn Aristoteles. Denn der letztere bekämpfte und rügte die Idee

des Umlaufs der Erde und sogar ihrer Rundheit, indem er schrieb:

Nahezu alle jene, welche versichern, daß sie den Himmel in seiner

Regelmäßigkeit studiert haben, behaupten, daß die Erde im Centrum steht,

aber die Philosophen der italischen Schule, in anderer Beziehung Pythagoräer

genannt, lehren durchaus das Gegenteil.

Dies, weil die Pythagoräer Inittierte waren, und die deductive Methode befolgten.Währenddessen beklagte sich Aristoteles, der Vater des induktiven Systems über jene, welche lehrten, daß: das Centrum unseres Systems von der Sonne eingenommen und die Erde nur ein Stern sei, welcher durch eine Rotationsbewegung um eben dieses Centrum Tag und Nacht hervorbringt. [49]

Dasselbe gilt mit Bezug auf den Menschen. Die in der Geheimlehre gelehrte und

jetzt dargelegt Theorie ist die einzige, welche – ohne in den Widersinn eines

„wunderbaren“ aus dem Staube der Erde erschaffenen Menschen, oder in die

noch größere Täuschung, daß der Mensch sich aus einer Prise Kalksalz, dem

exprotoplasmischen Moner, entwickle, zu verfallen – sein Erscheinen auf Erden

erklären kann.

[48] Man´s Place in Nature, p. 58.

[49] De Celo, II. 13.

61

Analogie ist das leitende Gesetz der Natur, der einzig wahre Ariadnefaden,

welcher uns durch die unentwirrbaren Pfade ihres Reiches zu ihren ersten und

letzten Geheimnissen führen kann. Die Natur ist als eine schöpferische Kraft

unendlich, und keine Generation von Naturforschern kann sich jemals rühmen,

das Verzeichnis ihrer Wege und Methoden erschöpf zu haben, wie sehr auch die

Gesetze, nach denen sie vorgeht, gleichförmig sind. Wenn wir uns vorstellen

können, wie ein Ball von „Feuernebel“ – während er Aeonen lang in den

interstellaren Räumen dahinrollt – allmählich ein Planet wird, eine

selbstleuchtende Kugel, um in den Zustand einer menschentragenden Welt oder

Erde überzugehen, und so aus einem weichen, bildsamen Körper in eine

felsenstarrende Kugel übergegangen ist; und wenn wir sehen, daß Alles auf ihr

sich aus dem kernlosen Gallertpünktchen entwickelt, das zum Sarkod [50] des

Moners wird, dann aus seinem protistischen Zustand [51] in die Form eines

Tieres übergeht, um zu einem riesigen reptilischen Ungeheuer der mesozoischen

Zeiten anzuwachsen; und dann wieder zu dem (verhältnismäßig) zwergartigen

Krokodil zusammenzuschrumpfen, das jetzt bloß auf die tropischen Regionen

beschränkt ist, und zu der überall gemeinen Eidechse [52] – wenn wir uns alles

dies vorstellen können, wie kann dann der Mensch allein dem allgemeinen

Gesetze entrinnen? „Es waren auch zu den Zeiten Riesen auf Erden“, sagt die

Genesis, und wiederholt damit die Behauptung aller anderen östlichen Schriften;

und die Titanen sind auf einer anthropologischen und physiologischen Thatsache

begründet. Und wie das hartschalige Krustentier einstmals ein Gallertpünktchen

war, ein „vollkommen gleichartiges Teilchen von Eiweiß in einem fest adhäsiven

Zustand“, so war die äußere Hülle des ursprünglichen Menschen, sein früher

„Hautrock“, plus einer unsterblichen geistigen Monade und einer psychischen

zeitlichen Form und Körper innerhalb dieser Schale. Der jetzige feste, muskulöse

Mensch, der fast für jedes Klima undurchdringlich ist, war vielleicht vor etwa 25

000 000 Jahren gerade das, was das Haeckelsche Moner ist, streng genommen

ein „Organismus ohne Organe“, eine gänzlich gleichartige Substanz mit einem

strukturlosen Eiweißkörper im Innern und einer menschlichen Form bloß nach

außen.

Kein Mann der Wissenschaft hat das Recht, in diesem Jahrhundert die Zahlen

der Brâhmanen in Sachen der Chronologie für unsinnig zu erklären; denn ihre

eigenen Berechnungen gehen oft weit über die von der esoterischen

Wissenschaft gemachten Behauptungen hinaus. Dies kann leicht gezeigt werden.

Helmholtz berechnete, daß die Abkühlung unserer Erde von einer Temperatur

von 2000° auf 200° C. einen Zeitraum von nicht weniger als 350 000 000 Jahren

eingenommen haben muß. Die westliche Wissenschaft (einschließlich der

Geologie) scheint im allgemeinen unserer Kugel ein Alter von ungefähr 500 000

63VI

000 Jahren insgesamt zu gestatten. Sir William Thomson jedoch setzt das

Auftreten des ersten Pflanzenlebens auf 100 000 000 Jahre zurück – eine

Bemerkung, der die archaischen Aufzeichnungen achtungsvoll widersprechen.

Spekulationen wechseln obendrein täglich in den Gebieten der Wissenschaft.

Unterdessen stehen einige Geologen einer solchen Begrenzung sehr feindlich

gegenüber. Volger berechnet:

daß die Zeit, welche zur Ablagerung der uns bekannten Schichten erforderlich

war, mindestens 648 Millionen Jahre betragen haben muß.

Sowohl Zeit wie Raum sind unendlich und ewig.  Die Erde, als eine materielle Existenz, ist in der That unendlich; die Veränderungen nur, welche sie erfahren hat, können durch endliche Zeitperioden bestimmt werden . . . . .

Wir müssen daher annehmen, daß der Sternenhimmel nicht nur im Raume, was kein Astronom bezweifelt, sondern auch in der Zeit ohne Anfang und Ende ist, daß er niemals erschaffen wurde, und daß er unvergänglich ist. [53] Czolbe wiederholt genau, was die Occultisten sagen. Aber die ârischen Occultisten, kann uns gesagt werden, wußten nichts von diesen späteren Spekulationen. Wie Coleman sagt:

Sie waren sogar in Unkenntnis der Kugelgestalt unserer Erde.

Darauf enthält der Vishnu Purâna eine Antwort, welche gewisse Orientalisten

gezwungen hat, ihre Augen sehr weit aufzumachen.

Die Sonne steht alle Zeit in der Mitte des Tages, und entgegengesetzt der

Mitternacht, in allen Dvîpas (Kontinenten), Maitreya. Aber da Auf- und

Untergang der Sonne beständig einander entgegengesetzt sind, - und auf

dieselbe Art alle Kardinalpunkte, und auch die Kreuzungspunkte, Maitreya, so

sprechen die Leute von einem Aufgehender Sonne dort, wo sie es sehen; und

wo die Sonne verschwindet, dort ist sie für sie im Untergange. Für die Sonne,

die immer an einem und demselben Platze ist, giebt es weder Untergang noch

Aufgang; denn was Aufgang und Untergang genannt wird, ist bloß die Sichtbarkeit und Nichtsichtbarkeit der Sonne. [54]

Dazu bemerkt Fitzedward Hall:

Die in dieser Stelle gelehrte Heliocentricität ist bemerkenswert. Ihr wird jedoch

ein wenig weiter unten widersprochen. [55]

Absichtlich widersprochen, weil sie eine geheime Tempellehre war. Martin Haug

bemerkte dieselbe Lehre an einer andern Stelle. Es ist nutzlos, die Ârier noch

weiter zu verleumden.

63VI

Kehren wir zur Chronologie der Geologen und Anthropologen zurück. Wir

fürchten, daß die Wissenschaft keine vernünftigen Gründe hat, vermöge welcher

sie den Anschauungen der Occultisten in dieser Richtung entgegentreten könnte.

Ausgenommen dem, daß „von dem Menschen, dem höchsten organischen

Wesen der Schöpfung, keine Spur in den ursprünglichen Schichten gefunden

wurde; nur in den obersten, dem sogenannten alluvialen Lager“, kann insoweit

nichts geltend gemacht werden. Daß der Mensch nicht das letzte Glied in der Säugetierfamilie war, sondern das erste in dieser Runde, ist etwas, das die Wissenschaft eines Tages anzuerkennen gezwungen sein wird. Eine ähnliche Anschauung ist auch bereits in Frankreich von einer sehr hohen Autorität angeregt worden.

Daß gezeigt werden kann, daß der Mensch in der mitteltertiären Periode gelebt

hat, und in einem geologischen Zeitalter, da noch nicht ein einziges Exemplar der

jetzt bekannten Arten von Säugetieren existierte, ist eine Behauptung, welche die

Wissenschaft nicht leugnen kann und welche jetzt von de Quatrefages [56]

bewiesen worden ist. Aber selbst wenn wir annehmen, daß seine Existenz in der

Eocänperiode noch nicht bewiesen ist, welche Zeitperiode ist verstrichen seit der

Kreidezeit? Wir sind von der Thatsache unterrichtet, daß nur die kühnsten

Geologen den Menschen weiter zurück als in die Miocänzeit zu versetzen

wagen. Aber wie lange, fragen wir, ist die Dauer jener Zeitalter und Perioden seit

der mesozoischen Zeit? Darauf, nach einem guten Teil Spekulation und Streit,

schweigt die Wissenschaft und die größten Autoritäten über den Gegenstand

sagen, wenn sie zur Antwort auf die Frage gezwungen werden: „Wir wissen es

nicht.“ Das sollte zeigen, daß die Männer der Wissenschaft in dieser Sache keine

größeren Autoritäten sind als die Profanen. Wenn, nach Professor Huxley, „die

Zeit, welche von der Kohlenformation dargestellt wird, allein sechs Millionen

Jahre ausmachte, [57] wie viel mehr Millionen wären erforderlich, die Zeit

auszufüllen zwischen der Juraperiode oder der Mitte des sogenannten

Reptilienzeitalters - da die dritte Rasse erschien - bis hinauf vom Miocän, da die

Hauptmasse der vierten Rasse versenkt wurde? [58]

[50] Oder was allgemeiner als Protoplasma bekannt ist. Diese Substanz

erhielt den Namen „Sarkod“ von Prof. Dujardin Beaumetz viel früher als ihre

gegenwärtige Benennung.

[51] Die Moneren sind in der That Protisten. Sie sind weder Tiere noch

63VI

Pflanzer, schreibt Haeckel; „der ganze Körper des Moners stellt nichts weiter

vor, als ein einzelnes, vollkommen gleichartiges Teilchen von Eiweiß in einem

fest adhäsiven Zustand.“ (Journal of Microscopical Science, Jan., 1869. p. 28.)

[52] Siehe den Iguanodon der mesozoischen Zeitalter - das hundert Fuß

lange Ungeheuer - jetzt verwandelt in die kleine Leguaneidechse von

Südamerika. Die volkstümlichen Überlieferungen über „Riesen“ der alten Zeit,

und ihre Erwähnung in jeder Mythologie, einschließlich jener der Bibel, mögen

sich eines Tages als auf Thatsachen begründet erweisen. Die Logik der Analogie allein sollte uns diese Überlieferung als wissenschaftliche Wahrheiten in der Natur annehmen lasse.

[53] Dies sind die Ansichten von Burmeister und Czolbe. Siehe Kraft und Stoff, von L. Büchner.

[54] Vishnu Purâna, II. I; Fitzedward Hall´s Wiedergabe in Wilsons Übersetzung, II. 241.

[55] Ebenda, p. 242.

[56] Introducion à l´Étude des Races Humaines.

[57] Modern Science and Modern Thought, von S. Laing, p.32.

[58] Esoteric Buddhism, p. 70.

63

Der Schreiberin ist bekannt, daß jene Fachmänner, deren Berechnungen der

Zeitalter für die Kugel und den Menschen die reichlichsten waren, immer die

furchtsamere Mehrheit gegen sich gehabt haben. Aber dies beweist sehr wenig,

da die Mehrheit selten, wenn jemals, sich auf die Dauer im Rechte erweist.

Harvey stand durch viele Jahre allein. Die Fürsprecher der Durchkreuzung des

Atlantischen Oceans mit Dampfschiffen waren in Gefahr, ihre Tage in einem

Irrenhaus zu beschließen. Mesmer wird bis zum heutigen Tage - in den

Konversationslexiken - zugleich mit Cagliostro und St. Germain als Marktschreier

und Betrüger hingestellt. Und jetzt, nachdem die Herren Charcot und Richet die

Behauptungen Mesmers gerechtfertigt haben, und der Mesmerismus unter dem

neuen Namen „Hypnotismus“ - eine falsche Nase auf ein sehr altes Gesicht - von

der Wissenschaft angenommen ist, stärkt es nicht unsere Hochachtung von jener

Mehrheit, wenn wir die Leichtfertigkeit und Sorglosigkeit sehen, mit der ihre

Mitglieder den „Hypnotismus“, die „telepathischen Beeinflussungen“ und seine

anderen Erscheinungen behandeln. Sie sprechen davon, kurz gesagt, als ob sie

seit den Tagen des Solomon daran geglaubt hätten und nicht noch vor wenigen

Jahren ihre Anhänger Wahnsinnige und Betrüger genannt hätten! [59] Derselbe Umschwung des Denkens steht bevor für die lange Periode von Jahren, welche die esoterische Philosophie als das Alter der sexuellen und physiologischen Menschheit behauptet. Daher hat sogar die Strophe, welche sagt:

„Die aus der Seele geborenen , die Knochenlosen, gaben Dasein den aus dem

Willen geborenen mit Knochen;“ - mit dem Zusatze, daß dies in der Mitte der

dritten Rasse vor 18 000 000 Jahren stattgefunden hat - daher hat diese Strophe

noch eine Aussicht, von zukünftigen Wissenschaftlern angenommen zu werden.

Insofern das Denken des neunzehnten Jahrhunderts in Betracht kommt, so

werden uns sogar einige persönliche Freunde, welche von einem abnormen

Respekt für die veränderlichen Schlussfolgerungen der Wissenschaft

durchdrungen sind, sagen, daß eine solche Behauptung unsinnig ist. Um wie viel

unwahrscheinlicher wird unsere weitere Behauptung erscheinen, daß nämlich

das Alter der ersten Rasse wiederum um Millionen von Jahren hinter diese

zurückdatiert. Denn, obwohl die genauen Zahlen vorenthalten sind - und es

gehört nicht hierher, ob die anfängliche Entwicklung der ursprünglichen

Göttlichen Rasse mit Sicherheit entweder in das frühe sekundäre, oder in das

primäre Zeitalter der Geologie zu verweisen ist - ein Ding ist klar, daß nämlich die

Zahl von 18 000 000 Jahren, welche die Dauer des geschlechtlichen,

körperlichen Menschen umfaßt, außerordentlich vermehrt werden muß, wenn der

ganze Vorgang der geistigen und physischen Entwicklung in Rechnung gezogen

65VI

wird. Viele Geologen sind in der That der Ansicht, daß die Dauer des

quarternären und tertiären Zeitalters das Zugeständnis einer solchen Schätzung

erfordert; und es ist ganz sicher, daß keine irdische Bedingung irgend welcher

Art die Hypothese eines eocänen Menschen widerlegt, wenn ein Zeugnis für

seine Wirklichkeit erscheint. Occultisten, welche behaupten, daß das obige

Datum uns weit zurückbringt in das sekundäre oder „reptilische“ Zeitalter,

können sich zur Bekräftigung der Daseinsmöglichkeit des Menschen in jenem

entfernten Altertum auf Herrn de Quatrefages berufen. Aber mit Bezug auf die

frühesten Wurzelrassen ist der Fall ganz anders. Wenn die dichte Anhäufung von

Dämpfen, überladen mit Kohlensäure, die aus dem Boden entwich, oder in der

Atmosphäre seit dem Beginn der Schichtenbildung in Schwebe erhalten war, für

das Leben der menschlichen Organismen, wie sie jetzt bekannt sind, ein

todbringendes Hindernis bildete, wieso, so wird man fragen, konnten die

ursprünglichen Menschen existiert haben? Diese Überlegung ist in Wirklichkeit

ausgeschlossen. Solche irdische Bedingungen, wie sie damals wirksam waren,

hatten keinen Berührungspunkt mit der Ebene, auf welcher die Entwicklung der

ätherischen astralen Rasse vor sich ging. Nur in verhältnismäßig jungen

geologischen Perioden hat der spirale Verlauf des cyklischen Gesetzes die

Menschheit auf die niedrigste Stufe der körperlichen Entwicklung gerissen - auf

die Ebene der grobmateriellen Ursächlichkeit. In jenen frühen Zeitaltern ging die

astrale Entwicklung allein vor sich, und die zwei Ebenen, die astrale und die

physische, [60] obwohl sie sich gleichlaufend entwickelten, hatten keinen

unmittelbaren Berührungspunkt miteinander. Es ist einleuchtend, daß ein

schattenartiger ätherischer Mensch kraft seiner Organisation - wenn man das so

nennen kann - nur zu jener Ebene in Beziehung steht, welcher die Substanz seine Upâdhi entnommen ist.

Es giebt vielleicht Dinge, welche den weitschauenden - aber nicht allschauenden

·        Augen unserer heutigen Naturforscher entgangen sein mögen; doch die Natur

selbst unternimmt es, die fehlenden Glieder zu liefern. Die agnostischen

spekulativen Denker haben zu wählen zwischen der Darstellung, wie sie von der

Geheimlehre des Ostens gegeben wird, und den hoffnungslos materialistischen

darwinistischen und biblischen Berichten über den Ursprung des Menschen; zwischen der Abwesenheit von Seele und von geistiger Entwicklung und zwischen der occulten Lehre, welche die „besondere Schöpfung“ und die „evolutionistische“ Anthropogenesis gleichermaßen verwirft.

65VI

[59] Dasselbe Schicksal steht den spiritistischen Erscheinungen und allen

anderen psychologischen Offenbarungen des inneren Menschen bevor. Seit

den Tagen von Hume, dessen Untersuchungen in einen nihilistischen

Idealismus gipfelt, hat die Psychologie ihre Stellung allmählich zu einem

krassen Materialismus verschoben. Hume wird als ein Psychologe betrachtet,

und doch leugnete er in vorhinein die Möglichkeit von Erscheinungen, an die

jetzt Millionen glauben, einschließlich vieler Männer der Wissenschaft. Die Hylo-Idealisten sind heute reine Annihilationisten. Die Schulen von Spencer und Bain sind beziehungsweise positivistisch und materialistisch, und durchaus nicht metaphysisch. Es ist Psychismus und nicht Psychologie; er erinnert einen ebenso wenig an die Vedântalehre, wie der Pessimismus des Schopenhauers und v. Hartmann an die esoterische Philosophie, das Herz und die Seele des wahren Buddhismus erinnern.

[60] Es ist zu beachten, daß obwohl die astrale und die körperliche Ebene des

Stoffes einander selbst in den frühesten geologischen Zeitaltern parallel liefen, sie doch nicht in denselben Phasen der Offenbarung standen, in der sie sich jetzt befinden. Die Erde erreichte ihren gegenwärtigen Dichtigkeitsgrad erst vor 18 000 000 Jahren. Seit damals sind sowohl die physische, wie auch die astrale Ebene beide gröber geworden.

65

Um die Frage der „Urzeugung“ wieder aufzunehmen; das Leben hat - wie die

Wissenschaft zeigt - nicht immer auf dieser irdischen Ebene geherrscht. Es gab

eine Zeit, da selbst das Haeckelsche Moner - jenes einfache

Protoplasmakügelchen - noch nicht auf dem Grunde der Meere erschienen war.

Woher kam der Anstoß, welcher die Moleküle von Kohlenstoff, Stickstoff,

Sauerstoff, u. s. w. veranlaßte, sich zum Urschleim des Oken zu gruppieren, zu

jenem organischen „Schleim“, der jetzt Protoplasma getauft ist? Was waren die

Vorbilder der Moneren? Sie konnten mindestens nicht auf Meteoriten von

anderen bereits ausgestalteten Kugeln herabgefallen sein, ungeachtet Sir

William Thomsons darauf hinzielender abenteuerlicher Theorie. Und selbst wenn

sie so gefallen wären; wenn unsere Erde ihren Vorrat an Lebenskeimen von

andern Planeten herhalten hätte; wer oder was hat sie auf jene Planeten

gebracht? Hier sind wir wieder, wenn nicht die occulte Lehre angenommen wird,

gezwungen, vor einem Wunder zu stehen - die Theorie eines persönlichen,

anthropomorphischen Schöpfers anzunehmen, dessen Eigenschaften und

Beschreibung, wie sie von den Monotheisten aufgestellt sind, ebenso sehr die

Philosophie und Logik widersprechen, wie sie das Ideal einer unendlichen

Universellen Gottheit herabsetzen, vor deren unfaßbarer hehrer Größe der

höchste menschliche Intellekt sich nichtig fühlt. Daß doch der modernde

Philosoph, während er sich eigenmächtig auf den höchsten Gipfel bisher

erreichter menschlicher Intellektualität setzt, sich nicht geistig und intuitiv so weit

hinter den Vorstellungen der alten Griechen zurückstehend zeigte, die selbst

wieder in dieser Hinsicht auf einer viel niedrigeren Stufe standen, als die

Philosophen des östlichen ârischen Altertums. Hylozoismus, wenn philosophisch

verstanden, ist der höchste Aspekt des Pantheismus. Er ist das einzig mögliche

Entrinnen aus dem blödsinnigen Atheismus, der auf törichter Materialität

begründet ist, und aus den noch blödsinnigeren anthropomorphischen

Vorstellungen der Monotheisten; zwischen welchen er auf seinem eigenen,

gänzlich neutralen Boden steht. Der Hylozoismus fordert absolutes Göttiches

Denken, welches die zahllosen thätigen, schaffenden Kräfte oder „Schöpfer“

durchdringen würde, welche Wesenheiten von jenem Göttlichen Gedanken

bewegt sind und in, von und durch ihn ihr Dasein haben; der letztere hat

nichtsdestoweniger nicht mehr persönlichen Anteil an ihnen und ihren

Schöpfungen, als die Sonne hat an der Sonnenblume und ihren Samen, oder an

der Vegetation im allgemeinen. Von solchen thätigen „Schöpfern“ weiß man, daß

sie existieren, und man glaubt an sie, weil sie von dem inneren Menschen im

Occultismus wahrgenommen und empfunden werden. So sagt der letztere, daß

eine Absolute Gottheit, da sie unbedingt und ohne Beziehung sein muß, nicht

gleichzeitig als ein thätiger, schöpferischer, einziger lebendiger Gott gedacht

67VI

werden kann, ohne unmittelbare Herabwürdigung des Ideals. [61] Eine Gottheit,

welche sich in Raum und Zeit offenbart - welche beiden einfach die Formen von

TAT sind, welches das absolute ALL ist - kann nur ein Bruchteil des Ganzen

sein. Und da jenes „All“ in seiner Unbedingtheit nicht geteilt werden kann, daher

kann dieser empfundene Schöpfer (wir sagen Schöpfer in der Mehrzahl) im

besten Falle nur der bloße Aspekt desselben sein. Um dieselbe Metapher zu

gebrachen - ungeeignet zwar, die volle Idee auszudrücken, aber wohl passend

für den gegenwärtigen Fall - so sind diese Schöpfer wie die zahlreichen Strahlen

der Sonnenscheibe, welche unbewußt und unbekümmert um das Werk bleibt;

indes ihre vermittelnden Werkzeuge, die Strahlen, in jedem Frühlinge - der

manvantarischen Dämmerung der Erde - die instrumentellen Mittel werden, die

der Natur und ihrer diffenziierten Materie innewohnende, schlummernde

Lebenskraft zu befruchten und zu erwecken. Dies wurde im Altertum so wohl

verstanden, daß selbst der mäßig religiöse Aristoteles bemerkt, daß ein solches

Werk der unmittelbaren Schöpfung für Gott ganz unschicklich wäre - [korrekter

Abdruck siehe Buch]. Plato und andere Philosophen lehrten dasselbe: Die

Gottheit kann nicht selbst Hand an die Schöpfung legen - [korrekter Abdruck

siehe Buch]. Das nennt Cudworth „Hylozoismus“. Wie der alte Zeno nach Laertius gesagt haben soll:

Die Natur ist ein von sich selbst nach im Keime vorhandene Prinzipien

bewegter Zustand; sie vervollkommnet und enthält jene verschiedenen Dinge,

welche zu bestimmten Zeiten von ihr hervorgebrachte werden, und handelt in

Übereinstimmung mit dem, von dem sie abgetrennt worden ist. [62]

Kehren wir zu unserem Gegenstande zurück und nehmen wir uns Zeit, darüber

nachzudenken: In der That, wenn es ein Pflanzenleben während jener Periode

gab, das in den damaligen giftigen Elementen seine Nahrung finden konnte; und

wenn es sogar Tierleben gab, dessen dem Wasser angepaßte Organisation

ungeachtet der vermuteten Seltenheit des Sauerstoffs sich entwickeln konnte,

warum könnte da nicht auch menschliches Leben gewesen sein, in seiner beginnenden körperlichen Form, d. i. eine Rasse von Wesen, die jener geologischen Periode und ihren Umgebungen angepaßt waren? Außerdem gesteht die Wissenschaft, daß sie von der wirklichen Länge der geologischen Perioden nichts weiß.

[61] Die Vorstellung und Definition des Absoluten durch Kardinal Cusa kann

nur dem westlichen Verstande genügen, der sich selbst unbewußt durch

67VI

lange Jahrhunderte scholastischer und theologischer Sophistik eingekerkert und gänzlich entartet ist. Aber diese „neue Philosophie des Absoluten“, die von Sir William Hamilton auf Cusa zurückgeführt wird, würde niemals dem schärferen metaphysischen Verstand des irdischen Vedânisten genügen.  [62] Cudworths Intellectual System, I. 328.

67

Aber die uns vorliegende Hauptfrage lautet, ob es ganz sicher ist, ob von der Zeit

des sogenannten azoischen Zeitalters an jemals eine solche Atmosphäre war,

wie sie von den Naturforschern hypothetisch angenommen wird. Nicht alle

Physiker stimmen mit dieser Idee überein. Wenn die Schreiberin ängstlich

danach strebte, die Lehren der Geheimlehre durch die exakte Wissenschaft zu

bestätigen, so wäre es leicht, auf das Geständnis mehr als eines Physikers hin

zu zeigen, daß sich die Atmosphäre wenig, wenn überhaupt, seit der ersten

Niederlagerung der Ozeane verändert hat - d. i. seit der laurantischen Periode,

dem pyrolithischen Zeitalter. So ist zum mindesten die Ansicht von Blanchard, S.

Meunier und selbst von Bischof - wie die Experimente des letztgenannten

Gelehrten mit Basalten gezeigt haben. Denn sollten wir der Mehrheit der

Gelehrten aufs Wort glauben in Bezug auf die Menge der tödlichen Gase und der

mit Kohlenstoff und Stickstoff gänzlich gesättigten Elemente, in welchen, wie

gezeigt wird, das Pflanzen- und Tierreich lebte, gedieht und sich entwickelte,

dann mußte man zu dem seltsamen Schlusse kommen, daß es in jenen Tagen

Ozeane von flüssiger Kohlensäure gab, anstatt von Wasser. Es wird zweifelhaft,

ob bei einem solchen Element die Ganoiden oder auch nur die ursprünglichen

Trilobiten selber in den Ozeanen des primären Zeitalters leben konnten - geschweige denn in jenen des silurischen, wie Blanchard zeigt.

Die Bedingungen jedoch, welche für die früheste Rasse der Menschheiten

notwendig waren, verlangen keine Elemente, weder einfache noch

zusammengesetzte. Was zu Anbeginn festgestellt wurde, wird aufrecht erhalten.

Die geistige ätherische Wesenheit, welche in für die Erde unbekannten Räumen

lebte, bevor der erste siderische „Gallertpunkt“ sich in dem Ozean der rohen

kosmischen Materie entwickelte - Billionen und Trillionen Jahre früher, als unser

kugelförmiger Punkt in der Unendlichkeit, genannt Erde, ins Dasein trat und die

Moneren in ihren Tropen, genannt Ozeanen, erzeugte - brauchte keine

„Elemente“. Der „Manu mit weichen Knochen“ konnte wohl des

Calciumphosphates entbehren, da er keine Knochen hatte, außer in einem

figürlichen Sinne. Und während selbst die Moneren, wie gleichartig auch ihr

Organismus ist, noch immer körperliche Lebensbedingungen brauchen, welche

ihnen zu weiterer Entwicklung helfen sollten, konnte das Wesen, welches zum

ursprünglichen Menschen und zum „Vater des Menschen“ wurde, nachdem es

sich auf Daseinsebenen entwickelt hatte, von denen sich die Wissenschaft nichts

träumen läßt, wohl für jeden Zustand der atmosphärischen Bedingungen seine

Umgebung unzugänglich bleiben. Der ursprüngliche Vorfahr, in Brasseur de

Bourbourgs Popol Vuh, welcher - in den mexikanischen Legenden - mit gleicher

Leichtigkeit unter der Erdoberfläche und dem Wasser sowie auf der Erde

handeln und leben konnte, entspricht bloß der zweiten und anfänglichen dritten

69VI

Rasse unserer Texte. Und wenn die drei Naturreiche in den vorsintflutlichen drei

Naturaltern so verschieden waren, warum sollte nicht der Mensch aus

Materialien und Atomverbindungen bestanden haben, die jetzt der

Naturwissenschaft gänzlich unbekannt sind? Die jetzt nahezu zahllosen

Unterarten und Arten bekannter Pflanzen und Tiere haben sich alle, nach

wissenschaftlichen Hypothesen, aus ursprünglichen und viel weniger zahlreichen

organischen Formen entwickelt. Warum sollte nicht dasselbe im Falle des

Menschen, der Elemente und des Übrigen geschehen sein? Wie der

sagt:

Die Universale Genesis geht von der Eins aus, teilt sich in die Drei, dann in die

Fünf und gipfelt schließlich in der sieben, um zurückzukehren in die Vier, Drei

und Eins.

69

STROPHE .

VON DER HALBGÖTTLICHEN BIS HERAB ZUR ERSTEN MENSCHLICHEN

RASSE.

24. Die höheren Schöpfer verwerfen in ihrem Stolze die von den „Söhnen des

Yoga“ entwickelten Formen. 25. Sie wollen sich nicht in den ersten Eigeborenen

inkarnieren. 26. Sie wählen die späteren Androgynen. 27. Der erste mit Gemüt

begabte Mensch.

24. DIE SÖHNE DER WEISHEIT, DIE SÖHNE DER NACHT [1] , BEREIT ZUR

WIEDERGEBURT, KAMEN HERAB. SIE SAHEN DIE SCHLECHTEN [2]

FORMEN DER ERSTEN DRITTEN [3] . (a) „WIR KÖNNEN WÄHLEN,“ SAGTEN

DIE HERREN, „WIR HABEN DIE WEISHEIT.“ EINIGE TRATEN IN CHHÂYÂS

EIN . EINIGE ENTSENDETEN EINEN FUNKEN. EINIGE WARTETEN BIS ZUR

VIERTEN. [4] AUS IHREM EIGENEN RÛPA FÜLLTEN [5] SIE DEN KÂMA. [6]

JENE, WELCHE EINTRATEN, WURDEN ARHATS. JENE, WELCHE NUR

EINEN FUNKEN ERHIELTEN, BLIEBEN BAR DER ERKENNTNIS. [7] DER

FUNKEN LEUCHTETE SCHWACH. (b) dDIE DRITTEN BLIEBEN GEMÜTLOS.

IHRE JÎVAS [8] WAREN NICHT BEREIT. DIESE WURDEN BEISEITE

GESETZT UNTEN DEN SIEBEN. [9] SIE WURDEN SCHWACHKÖPFIG. DIE

DRITTEN WAREN BEREIT. „IN DIESEN WERDEN WIR WOHNEN,“

SPRACHEN DIE HERREN DER FLAMME UND DER DUNKLEN WEISHEIT. ©

Diese Strophe enthält in sich den ganzen Schlüssel zu den Geheimnissen des

Bösen, des sogenannten Falles der Engel und der vielen Probleme, welche die

Gehirne der Philosophen von der Zeit an, mit der die menschliche Erinnerung

begann, in Verwirrung gesetzt haben. Sie löst das Geheimnis der in der Folge

sich zeigenden Ungleichheiten der intellektuellen Fähigkeit, der Geburt oder

gesellschaftlichen Stellung und giebt eine logische Erklärung für den

unbegreiflichen Verlauf des Karma während der ganzen darauffolgenden Äonen.Die beste Erklärung, die angesichts der Schwierigkeiten des Gegenstandes gegeben werden kann, wird nunmehr versucht werden.

(a) Bis hinauf zur vierten Runde und selbst bis zum spätere Teile der dritten

Rasse in dieser Runde, ist der Mensch - wenn die immer wechselnden Formen,

welche die Monaden während der ersten drei Runden und während der ersten

zwei und einhalb Rassen der gegenwärtigen Runde bekleideten, dieser

irreführende Name gegeben werden kann - einstweilen nur eine tierische

Intellektualität. Erst in der gegenwärtigen am halben Wege gelegenen Runde

70

entwickelt er sich vollständig, das vierte Prinzip als einen geeigneten Träger des

fünften. Aber Manas wird verhältnismäßig vollständig entwickelt erst in der

folgenden Runde, wodann er eine Gelegenheit haben wird, durchaus göttlich zu

werden bis zum Ende der Runden. Wie Christian Schoettgen in seinen Horae

Hebraicae u. s. w. sagt: hatte der erste irdische Adam „nur den Odem des Lebens“ - Nephesh, aber nicht die lebendige Seele.

(b) Hier sind die niederen Rassen, von denen noch einige Analoga übrig sind -

wie die jetzt rasch aussterbenden Astralneger und einige afrikanische und

ozeanische Stämme - gemeint. „Sie waren nicht bereit“ bedeutet, daß die

karmische Entwicklung dieser Monden dieselben noch nicht geeignet gemacht

hatte, die für Inkarnation in höheren intellektuellen Rasse bestimmten Menschenformen einzunehmen. Aber dies wird weiter unten erklärt werden.  [1] Hervorgegangen aus Brahmâs Körper, als derselbe Nacht wurde.

[2] Intellektuell schlecht.

[3] Noch unverständige Rasse.

[4] Rasse.

[5] Verstärkten.

[6] Den Träger der Begierde.

[7] Der höheren Erkenntnis.

[8] Monaden.

[9] Ursprüngliche Menschenart

70

© Der Zohar spricht von „schwarzem Feuer“, welches unbedingten Licht ist -

Weisheit. Jenen, welche durch altes theologisches Vorurteil verleitet, sagen

mögen: aber die Asuras sind die aufrührerischen Devas, die Widersacher der

Götter - daher Teufel und die Geister des Bösen - wird geantwortet: die

esoterische Philosophie läßt werde gut noch böse an sich zu als etwas

unabhängig in der Natur Existierendes. Die Ursache für beides findet sich in

Bezug auf den Kosmos in der Notwendigkeit der Gegensätze oder Kontraste und

mit Rücksicht auf den Menschen in seiner menschlichen Natur, seiner

Unwissenheit und seinen Leidenschaften. Es giebt keine Teufel oder gänzlich

Böse, sowie es auch keine unbedingt vollkommenen Engel giebt, obwohl es

Geister des Lichtes und der Dunkelheit geben mag; so ist Lucifer - der Geist der

intellektuellen Erleuchtung und Gedankenfreiheit - bildlich das führende

Leuchtfeuer, welches dem Menschen seinen Weg durch die Klippen und

Sandbänke des Lebens finden hilft, denn Lucifer ist der Logos in seinem

höchsten und der „Widersacher“ in seinem niedrigsten Aspekt - welche beide in

unserem Ego reflektiert sind. Lactantius, wo er von der Natur Christi spricht, macht den Logos, das Wort, zum „erstgeborenen Bruder des Satan und zum ersten aller Geschöpfe“. [10]

Das Vishnu Purâna beschreibt diese ursprünglichen Geschöpfe (Tiryaksrotas)

mit gekrümmten Verdauungskanälen:

(Sie waren begabt mit inneren Offenbarungen, aber wechselseitig in Unkenntnis über ihre Art und Natur.) [11]

Die achtundzwanzig Arten von Badhas, oder „Unvollkommenheiten“ beziehen

sich nicht, wie Wilson dachte, auf die jetzt bekannten Tiere, die von ihm

aufgezählt werden, denn diese existierten nicht in jenen geologischen Perioden.

Das ist ganz klar aus dem angeführten Werke, in welchem zuerst die „fünffältige

(unbewegliche) Welt“ geschaffen wird, die Mineralien und Vegetabilen; dann

kommen jene fabelhaften Tiere, die Tiryaksrotas - die Ungeheuer des

Abgrundes, erschlagen von den „Herren“ der Strophen II und III; dann die

Ûrdhvasrotas, die seligen himmlischen Wesen, welche sich von Ambrosia nähren

und zuletzt die Arvâksrotas, menschliche Wesen - Brahmâs siebente sogenannte

„Schöpfung“. Aber diese „Schöpfungen“, einschließlich der letzteren, geschahen

nicht auf dieser Kugel, wo immer sonst sie stattgefunden haben mögen. Nicht

Brahmâ erschafft Dinge und Menschen auf dieser Erde, sondern der Führer und

Herr, der Prajâpatis, der Herren des Daseins und der irdischen Schöpfung.

„Gehorchend dem Befehle des Brahmâ“ machte Daksha - die Zusammenfassung

71

oder die Zusammenscharung der irdischen Schöpfer und Vorfahren,

einschließlich der Pitris - höhere und niedere (vara und avara) Dinge, „sich

beziehend auf putra“ Nachkommenschaft und „Zweifüßer und Vierfüßer und in

der Folge, durch seinen Willen (sich beziehend auf die Söhne von Willen und

Yoga), brachte er weibliche Wesen hervor“ [12] - d. i. trennte die androgynen.Hier haben wir wieder „Zweifüßer“ oder Menschen, erschaffen vor den „Vierfüßern“, wie in den esoterischen Lehren.

Nachdem in den exoterischen Erzählungen die Asuras als die ersten Wesen aus

dem „Körper der Nacht“ erschaffen werden, während die Pitris aus jenem des

„Zwielichts“ hervorgehen; und die „Götter“ von Parâshara im Vishnu Purâna

zwischen die beiden versetzt und als aus dem „Körper des Tages“

hervorgegangen dargestellt werden, ist es leicht, eine bestimmte Absicht zu

entdecken, die Reihenfolge der Schöpfung zu verschleiern. Der Mensch ist der

Arvâksrota, welcher aus dem „Körper der Morgendämmerung“ kommt; und

anderwärts wird wiederum auf den Menschen Bezug genommen, wenn es von

dem Weltschöpfer Brahmâ heißt, daß er „grausame Wesen schuf, welche Bhûtas

benannt wurden und Fleischesser“ oder, wie der Text es sagt, „Unholde fürchterlich dadurch, daß sie affenfarbig und fleischfressend sind.“ [13]

Andererseits werden die Râkshasas gewöhnlich übersetzt mit „bösen Geistern“

und „Feinden der Götter“, was sie mit den Asuras identifiziert. Im Râmâyana

findet Hanumân bei der Auskundschaftung des Feindes in Lankâ daselbst

Râkshasas, einige scheußlich, „während einige schön anzusehen waren“ und im

Vishnu Purâna wird unmittelbar darauf Bezug genommen, daß sie die Heilande

der „Menschheit“ oder des Brahmâ werden.

[10] Inst. Div., II. I; angeführt in Myers Qabbalah, 116.

[11] a. a. O., I. V; Wilsons Übers., Fitzedward Halls Wiedergabe, I. 72.

[12] Ebenda, II. 10.

[13] Ebenda, I. 83.

71

Die Allegorie ist sehr sinnreich. Großer Intellekt und allzu viel Wissen sind eine

zweischneidige Waffe im Leben und Werkzeuge zum Bösen, sowohl wie zum

Guten. Wenn mit Selbstsucht verbunden, werden sie aus ganzen der Menschheit

einen Fußschemel für die Erhebung ihres Besitzers und ein Mittel zur Erreichung

seine Zwecke machen; während sie, zu selbstlosen menschenfreundlichen

Zwecken angewendet, das Mittel zur Erlösung von vielen werden können. Auf

jeden Fall wird die Abwesenheit von Selbstbewußtsein und Intellekt aus einem

Menschen einen Blödsinnigen machen, ein Vieh in menschlicher Form. Brahmâ

ist Mahat, das Universalgemüt; daher zeigen die allzu selbstsüchtigen unter den

Râkshasas das Verlangen, sich in den Besitz von alledem zu setzen - Mahat zu

„verschlingen“. Die Allegorie ist durchsichtig.

Auf jeden Fall identifiziert die esoterische Philosophie die vorbrâhmanischen

Asuras, Rudras, [14] Râkshasas und alle die „Widersacher“ in den Allegorieen

mit den Egos, indem sie sich in dem noch unverständigen Menschen der dritten

Rasse inkarnierten, ihn bewußt unsterblich machten. Sie sind also während des

Cyklus der Inkarnationen der wirkliche duale Logos - das sich widerstreitende

und doppelgesichtige göttliche Prinzip im Menschen. Der , welcher

folgt, und die nächsten Strophen mögen ohne Zweifel mehr Licht auf diesen sehr

schwierigen Lehrsatz werfen, aber die Schreiberin fühlt sich nicht berechtigt, es

vollständig zu veröffentlichen. Von der Aufeinanderfolge der Rassen jedoch sagt

der :

Zuerst kommen die SELBSTEXISTIERENDEN auf diese Erde. Sie sind die

„Geistigen Leben“, projiziert von dem unbedingten WILLEN und GESETZ, bei der

Morgendämmerung einer jeden Wiedergeburt der Welten. Diese Leben sind die

göttlichen „Shishta“ (die Samen-Manus, oder die Prajâpatis und die Pitris).

Aus diesen gehen hervor:

1. Die erste Rasse, die „Selbstgeborenen“, welche die (astralen) Schatten ihrer

Vorfahren sind. Der Körper war baar allen Verstandes (Gemütes, Intelligenz und

Willens). Das innere Wesen (das höherer Selbst, oder die Monade) war zwar

innerhalb der irdischen Gestalt, aber nicht mit ihr verbunden. Das Bindeglied, das

Manas, war noch nicht da.

2. Aus der Ersten (Rasse) ging hervor die Zweite, genannt die

„Schweißgeborenen“ [15] und die „Knochenlosen“. Diese ist die Zweite

Wurzelrasse, begabt von den Erhaltern (Râkshasas) [16] und den inkarnierenden

73

Göttern (den Asuras und Kumâras) mit dem ersten ursprünglichen und schwachen Funken (dem Keine der Intelligenz) . . .

Und aus diesen geht ihrerseits hervor:

3. Die Dritte Wurzelrasse, die „Zweifältigen“ (Androgynen). Die ersten Rassen

derselben waren Schalen, bis schließlich die letzte von den Dhyânis „bewohnt“ (d. i. beseelt) wird.

[14] Welche Manu „Großväter väterlicherseits“ nennt (III. 284). Die Rudras sind die sieben Offenbarungen des Rudra-Shiva, des „zerstörenden Gottes“, und auch großen Yogîs und Asketen.

[15] Von einer Entstehung des Lebens und von einem Ursprunge des Menschengeschlechts auf diese unsinnig unwissenschaftliche Weise zu sprechen, angesichts der modernen Stammbäume des Menschengeschlechts, heißt augenblickliche Vernichtung herausfordern. Die esoterische Lehre setzt sich nichtsdestoweniger der Gefahr aus, und geht sogar soweit, den unparteiischen Leser aufzufordern, die obige Hypothese (wenn sie eine ist) mit Haeckels Theorie zu vergleichen - die jetzt rasch ein Axiom für die Wissenschaft wird - und die wir wörtlich wie folgt anführen:

“Wie entstand überhaupt das Leben, die lebendige Formenwelt der Organismen?“ und zweitens, die besondere Frage:

,Wie entstand das Menschengeschlecht?´

Die erste dieser beiden Fragen, diejenige von der ersten Entstehung

lebendiger Wesen, kann empirisch (!!) nur entschieden werden durch den

Nachweis der sogenannten Urzeugung oder Generatio aequivoca, d. h. der

freiwilligen oder spontanen Entstehung von Organismen der denkbar

einfachsten Art. Solche sind die Moneren (Protogenes, Protoamoeba,

Protomyxa, Vampyrella), vollkommen einfache mikroskopische

Schleimklümpchen ohne die Struktur und Organisation, welche sich ernähren

73

und (durch Teilung) fortpflanzen. Ein solches Moner, nämlich der von dem

berühmten englischen Zoologen Huxley entdeckte und Bathybius Haeckelii

genannte Ur-Organismus bedeckt in Form einer zusammenhängenden dicken

Schleimdecke die größten Tiefen des Ozeans, zwischen 3000 und 30 000

Fuß. Zwar ist die Urzeugung solcher Moneren bis jetzt noch nicht sicher

beobachtet; sie hat aber an sich nichts Unwahrscheinliches. (E. Haeckel, „Über die Entstehung des Menschengeschlechts.“ Popul. Vorträge, I. p. 35.) Da sich in neuerer Zeit herausgestellt hat, daß das Bathybius-Protoplasma überhaupt keine organische Substanz ist, so bleibt wenig zu sagen übrig.

Noch braucht man nach der Durchlesung dieses, weitere Zeit mit der

Widerlegung der folgenden Behauptung zu verbringen: „Dann ist zweifellos

(für die Gemüter des Haeckel und seinesgleichen) ebenso der Mensch aus

niederen Säugetieren, Affen, früher Halbaffen, und noch früher Beuteltieren,

Amphibien, Fischen u. s. w. durch allmähliche Umbildung entstanden“ (p. 39)

·        alle hervorgebracht durch „eine Summe von sogenannten blinden, zweck-und planlos wirkenden Naturkräften.“ Die oben angeführte Stelle trägt ihre Kritik in sich selbst. Man läßt die Wissenschaft das lehren, was bis zur gegenwärtigen Zeit „noch nicht sicher beobachtet ist.“ Man läßt sie die Erscheinung einer intelligenten Natur und einer von Form und Stoff unabhängigen Lebenskraft leugnen, und es mehr wissenschaftlich finden, die wunderbare Arbeitsleistung zu lehren von

„blinden, zweck- und planlos wirkenden Naturkräften.“ Wenn dem so ist, dann

sind wir dahingeführt zu denken, daß die physisch-mechanische Gehirnkräfte

gewisser hervorragender Wissenschaftler dieselben ebenso blind

dahinführen, Logik und gesunden Menschenverstand auf dem Altare

wechselseitiger Bewunderung zu opfern. Warum sollte das protoplasmatische

Moner, welches das erste lebendige Geschöpf durch Selbstteilung

hervorbringt, für eine sehr wissenschaftliche Hypothese gehalten und eine

ätherische vormenschliche Rasse, die den ursprünglichen Menschen auf

73

dieselbe Art erzeugt, als ein unwissenschaftlicher Aberglaube in bann gethan werden? Oder hat der Materialismus ein ausschließliches Monopol in der Wissenschaft erlangt?

[16] Die Râkshasas, welche in der indischen volkstümlichen Theologie Dämonen betrachtet, werden jenseits der Himâlayas die „Erhalter“ genannt.  Diese doppelte Bedeutung hat ihren Ursprung in einer philosophischen Allegorie, die in den Purânen auf verschiedene Art wiedergegeben wird. Es wird behauptet, daß als Brahmâ die Dämonen erschuf, die Yakshas (von yaksh, essen) und die Râkshasas, beide dieser Arten von Dämonen, sobald sie geboren waren, ihren Schöpfer zu verschlingen wünschten, und daß „jene unter ihnen, welche ausriefen ,Nicht so: o! möge er gerettet (erhalten) sein!´ Râkshasas genannt wurden.“ (Vishnu Purâna, I. V; Wilson, I. 82.) Das Bhâgavata Purâna (III. 20, 19-21; ebenda, a. a. O.) überliefert die Allegorie auf eine andere Art. „Brahmâ verwandelte sich in Nacht (oder Unwissenheit)

bekleidet mit einem Körper.) diesen ergriffen die Yakshas und Râkshasas mit

dem Ausrufe: „Schont ihn nicht; verschlingt ihn.“ Brahmâ rief aus: „Verschlingt

mich nicht schont mich.“

Das hat natürlich eine innere Bedeutung. Der „Körper der Nacht“ ist das

Dunkel der Unwissenheit, und er ist das Dunkel des Schweigens und

Geheimhaltens. Nun werden die Râkshasas in fast jedem Falle als Yogîs,

fromme Sâdhus und Initiierte hingestellt, eine etwas ungewohnte

Beschäftigung der Dämonen. Die Bedeutung ist dann die, daß, während wir

die Kraft haben, das Dunkel der Unwissenheit zu zerstreuen - „es zu

verschlingen“ - wir die heilige Wahrheit vor Entweihung zu bewahren haben.„Brahmâ ist für die Brâhmanen allein“, sagt jene stolze Kaste. Die Moral der Fabel ist einleuchtend.

73

Die Zweite Rasse, wie oben festgestellt auch geschlechtslos, entwickelte aus sich selbst bei ihrem Anbeginne die Dritte, androgyne Rasse durch einen entsprechenden, aber bereits verwickelten Vorgang. Wie im  beschrieben, waren die allerersten von jenen Rassen:

Die „Söhne des Passiven Yoga.“ [17] Sie gingen hervor aus den Zweiten

Manushyas (Menschenrasse) und wurden Eier hervorbringend. Die Ausflüsse

aus ihren Körpern während der Fortpflanzungszeiten waren eiartig; die kleinen

kugelförmigen Kerne entwickelten sich zu einem großen, weichen, eiähnlichen

Träger, der allmählich erhärtete, worauf er, nach einer Reifungsperiode, zerbrach

und das junge menschliche Tier aus ihm ohne Hilfe hervorging, so wie in unserer

Rasse die Hühner.

Das muß dem Leser lächerlich unsinnig erscheinen. Nichtsdestoweniger ist es

streng nach dem Verfahren der evolutionelle Analogie, welche die Wissenschaft

in der Entwicklung der lebenden tierischen Art wahrnimmt. Zuerst die

Monerartige Fortpflanzung durch „Selbstteilung“; dann nach ein paar Stadien, die

ovipare, wie im Falle der Reptilien, denen die Vögel folgen; dann schließlich die

Säugetiere mit ihren ovoviviparen Arten der Hervorbringung ihrer Jungen.

Wenn der Ausdruck „ovovivipar“ auf einige Fische und Reptilien angewendet

wird, welche ihre Eier innerhalb ihrer Körper ausbrüten, warum sollte er nicht auf

weibliche Säugetiere, einschließlich des menschlichen Weibes, angewendet

werden? Das Ovulum, in welchem nach der Befruchtung die Entwicklung des

Fötus stattfindet, ist ein Ei.

Auf jeden Fall ist diese Vorstellung philosophischer, als die von der Eva mit einer

plötzlich erschaffenen Placenta, welche den Kain hervorbringt, von wegen des

„Apfels“, wenn sogar das Beuteltier, das früheste unter den Säugetieren, noch

keine Placenta hat.

Obendrein ist die fortschreitende Reihenfolge der Fortpflanzungsmethoden, wie

sie die Wissenschaft enthüllt hat, eine glänzende Bestätigung der esoterischen

Ethnologie. Es ist nur notwendig, die Daten tabellarisch einzuordnen, um unsere

Behauptung zu beweisen. [18]

I. Spaltung.

(a) Wie zu sehen in der Zweiteilung des als Moner oder Amoebe bekannte

75

Protoplasmaklümpchens.

(b) Wie zu sehen in der Teilung der mit einem Kerne versehenen Zelle, in

welcher sich der Zellkern in zwei Unterkerne spaltet, welche sich entweder

innerhalb der ursprünglichen Zelle entwickeln oder dieselbe zersprengen und

sich außerhalb derselben als unabhängige Wesenheiten vermehren. (Vgl. die Erste Wurzelrasse.)

II. Knospung.

Ein kleiner Teil der mütterlichen Struktur quillt aus der Oberfläche hervor und

trennt sich schließlich ab, zur Größe des ursprünglichen Organismus

anwachsend; z. B. viele Vegetabilen, die Seeanemonen u. s. w. (Vgl. die Zweite

Wurzelrasse.) [19]

III. Sporen.

Eine einzelne Zelle wird von dem mütterlichen Organismus ausgeworfen und

entwickelt sich zu einem vielzelligen Organismus, der die Züge des letzteren wiederholt, z. B. Bakterien und Moose.

. Intermediärer Hermaphroditismus.

Männliche und weibliche Organe gehören demselben Individuum an; z. B. die

Mehrzahl der Pflanzen, Würmer und Schnecken u. s. w.; der Knospung verwandt. (Vgl. Zweite und frühe Dritte Wurzelrasse.)

V. Wahre geschlechtliche Vereinigung.

(Vgl. die spätere Dritte Wurzelrasse.)

Wir kommen nun zu einem wichtigen Punkt mit Bezug auf die doppelte

Entwicklung des Menschengeschlechtes. Die Söhne der Weisheit, oder die

geistigen Dhyânîs waren „intellektuell“ geworden durch ihre Berührung mit dem

Stoffe, weil sie bereits während frührer Inkarnationscyklen jenen Grad von

Intellekt erreicht hatten, welcher sie befähigte, unabhängig und selbstbewußte

Wesenheiten auf dieser Ebene des Stoffes zu werden. Sie wurden nur auf Grund

karmischer Wirkungen wiedergeboren. Sie traten ein in jene, welche „bereit“

waren und wurden die oben angedeuteten Arhats oder Weisen. Dies bedarf einer

75

Erklärung.

[17] Die allmähliche Entwicklung des Menschen in der Geheimlehre zeigt, daß

alle späteren (für den Profanen die frühesten) Rassen ihren physischen

Ursprung in der frühen vierten Rasse haben. Jedoch ist die Unterrasse,

welche derjenigen voranging, die sich geschlechtlich trennte, als der geistige

Vorfahr unserer gegenwärtigen Generationen, und insbesondere der östlichen

ârischen Rassen zu betrachten. Webers Idee, daß die indogermanische Rasse der ârischen vedischen Rasse voranging, ist für den Occultisten in höchstem Grade grotesk.

[18] Vergleiche insbesondere Schmidts Descendenzlehre und Darwinismus, p. 34 ff., und Laings A Modern Zoroastrian, pp. 102-111.

[19] . Jeder Heilungs- oder Vernarbungsvorgang in den höheren Tiergruppen -

selbst im Falle der Wiederhervorbringung verstümmelter Glieder bei den Amphibien - wird bewirkt durch Spaltung und Knospung der elementaren morphologischen Elemente.

75

Es bedeutet nicht, daß die Monaden in Formen eintraten, in denen bereits

andere Monaden waren. Sie waren „Wesenheiten“, „Intelligenzen“ und bewußte

Geister; Wesen, welche durch Vereinigung mit mehr entwickelter Materie noch

bewußter zu werden suchten. Ihre Wesenheit war zu rein, um von der

Universalen Wesenheit unterschieden zu sein; aber ihre „Egos“ oder Manas

(nachdem sie Mânasaputra genannt werden, geboren aus Mahat oder Brahmâ)

hatten durch irdische menschliche Erfahrungen hindurchzugehen, um allweise zu

werden und im stande zu sein, auf dem wiederkehrenden aufsteigenden Cyklus

vorzugehen. Die Monaden sind keine getrennten Principien, begrenzt oder

bedingt, sondern Strahlen von jenem einen universellen absoluten Princip. Der

Eintritt eines Sonnenstrahls hinter einem anderen durch dieselbe Öffnung, in

einem dunklen Raum, wird nicht zwei Strahlen ausmachen, sondern einen

verstärkten Strahl. Es liegt nicht im Gange des Naturgesetzes, daß der Mensch

ein vollkommenes siebenfältiges Wesen werden solle vor der Siebenten Rasse in

der Siebenten Runde. Doch hat er alle diese Prinzipien seit seiner Geburt in sich

verborgen. Auch ist es nicht Teil des Entwicklungsgesetzes, daß das Fünfte

Prinzip (Manas) seine vollständige Entwicklung vor der Fünften Runde erlangen

solle. Alle solchen vorzeitig entwickelten Intellekte (auf der geistigen Ebene) in

unserer Rasse sind abnormal; sie sind jene, die wir die „Fünftrunder“ genannt

haben. Selbst in der kommenden Siebenten Rasse, am Schlusse dieser Vierten

Runde, wird, während unsere Vier niedrigeren Prinzipien voll entwickelt sein

werden, das von Manas nur verhältnismäßig sein. Diese Beschränkung bezieht

sich jedoch nur auf die geistige Entwicklung. Die intellektuelle auf der physischen

Ebene wurde während der Vierten Wurzelrasse erreicht. Somit bilden jene,

welche „halb fertig“ waren, welche „nur einen Funken“ empfingen, die

Durchschnittsmenschheit, welche ihre Intellektualität während der gegenwärtigen

manvantarischen Entwicklung zu erlangen hat, worauf sie in der nächsten zur

vollen Aufnahme der „Söhne der Weisheit“ bereit sein wird. Indessen blieben

jene, welche überhaupt „nicht bereit waren“, die spätesten Monaden, welche sich

kaum aus ihren letzten, den Übergang bildenden und niedre tierischen Formen

am Schlusse der Dritten Runde entwickelt hatten, die „Schwachköpfigen“ der

Strophe. Dies erklärt die im andren Falle unerklärlichen Abstufungen der

Intellektualität zwischen den verschiedenen Menschenrassen – dem wilden

Buschmann und dem Europäer – selbst jetzt noch. Jene Stämme von Wilden,

deren Verstandeskräfte sehr wenig über dem Range der Tiere stehen, sind nicht

die ungerecht Enterbten, oder die „Unbegünstigten“, wie einige denken mögen –

nicht von der Art! Sie sind einfach jene letzten Ankömmlinge unter den

menschlichen Monaden, „welche nicht bereit waren“; welche sich während der

gegenwärtigen Runde, sowie auch auf den drei übrigen Kugeln zu entwickeln

77

haben – somit auf vier verschiedenen Daseinsebenen – um in dem Range der Durchschnittsklasse anzukommen, wenn sie die fünfte Runde erreichen.

Eine Bemerkung mag sich als nützlich erweisen, als Nahrung für das Denken

des Schülers in diesem Zusammenhang. Die Monaden der niedrigsten Arten der

Menschheit – des „schwachköpfigen“ [20] wilden Südseeinsulaners, des

Afrikaners, des Australiers – hatten kein Karma abzuarbeiten, als sie zum

erstenmale als Menschen geboren wurden, wie ihre an Intelligenz mehr

begünstigten Brüder hatten. Die ersteren spinnen ihr Karma nur jetzt aus; die

letzteren sind belastet mit vergangenem, gegenwärtigem und zukünftigem

Karma. In dieser Beziehung ist der arme Wilde glücklicher als der größte Genius

zivilisierter Länder.

Halten wir inne, bevor wir irgendmehr solcher seltsamen Lehren geben.

Versuchen wir herauszufinden, in wiefern irgendwelche alten Schriften, und

selbst die Wissenschaft die Möglichkeit solcher abenteuerlicher Gedanken, wie

sie sich in unserer Anthropogenesis finden, zulassen oder sogar ausdrücklich bekräftigen.

Wiederholen wir was gesagt worden ist, so finden wir, daß die Geheimlehre für

den Menschen beansprucht: (1) einen polygenetischen Ursprung; (2) eine

Verschiedenheit von Fortpflanzungsarten, bevor die Menschheit auf die

gewöhnliche Zeugungsmethode verfiel; (3) daß die Entwicklung der Tiere – auf

jeden Fall der Säugetiere – jener des Menschen folgt, anstatt ihr voranzugehen.

Und dies ist den jetzt allgemeinen angenommenen Theorien der Entwicklung und

der Abstammung des Menschen von einem tierischen Ahnen diametral entgegengesetzt.

Untersuchen wir – und geben dabei Cäsar, was des Cäsar ist – vor, allem

anderen die Aussichten für die polygenetische Theorie unter den Männern der

Wissenschaft.

Nun neigt die Mehrzahl der darwinistischen Evolutionisten zu einer

polygenetischen Erklärung des Ursprungs der Rassen. In dieser besonderen

Frage sind jedoch, wie in vielen anderen Fällen, die Gelehrten nicht einig; sie

stimmen überein, daß sie nicht übereinstimmen.

Stammt der Mensch von einem einzigen Paare oder von verschiedenen

Gruppen ab – Monogenismus oder Polygenismus? Soweit man es wagen darf,

sich über das auszusprechen, was in Abwesenheit von Augenzeugen (?) niemals bekannt wird (?), ist die zweite Hypothese bei weitem die wahrscheinlichste. [21]

Abel Hovelacque kommt in seiner Sprachwissenschaft zu einem ähnlichen

Schlusse, indem er aus dem Beweismateriale folgert, das einem Sprachforscher

77

zugänglich ist.

In einer von der British Association gehaltenen Ansprache bemerkte Professor

W. H. Flower zu dieser Frage:

Die Anschauung, die mit dem, was jetzt von den Eigenschaften und der

Verteilung der Menschenrassen bekannt ist, am besten übereinstimmt, . . . . ist

eine Modifikation der monogenetischen Hypothese (?). Ohne auf die

schwierige Frage nach der Art der ersten Erscheinung des Menschen auf der

Welt einzugehen, müssen wir dafür ein ungeheures Alter annehmen, zum

mindesten, wenn man dasselbe nach irgend einem historischen Maßstabe

mißt. Wenn wir irgend eine Annäherung an eine vollständige paläontologische

Aufzeichnung hätten, so könnte die Geschichte des Menschen rekonstruiert werde, aber nichts von der Art zeigt sich.

[20] Der Ausdruck bedeutet hier weder die dolichokephalen noch die

brachyokephalen, noch Schädel von geringerem Volumen, sondern einfach

Gehirne, denen de Intellekt im allgemeinen mangelt. Die Theorie, welche die

intellektuelle Kapacität eines Menschen nach seiner Schädelkapacität

beurteilen möchte, erscheint einem, der den Gegenstand studiert hat,

unsinnig unlogisch. Die Schädel der Steinzeit, sowie jene der afrikanischen

Rassen (einschließlich der Buschmänner) zeigen, daß die ersteren vielmehr

über, als unter der durchschnittlichen Gehirnkapacität des heutigen Menschen

stehen, und die Schädel der letzteren sind im Ganzen (sowie auch im Falle

der Papuas und der Polynesier im allgemeinen) um einen Kubikzoll größer als

jene des durchschnittlichen Franzosen. Die Schädelkapacität des heutigen Parisers repräsentiert wieder einen Mittelwert von 1437 Kubikcentimeter im Vergleiche zu 1523 des Auvergnaten.

[21] A. Lefèvre, Philosophy, p. 498.

77

Ein derartiges Zugeständnis muß als ein für den Dogmatismus der

physikalischen Evolutionisten verhängnisvoll betrachtet werden, und als eines,

das einen weitreichenden Spielraum eröffnet für occulte Spekulationen: Die

Gegner der Darwinschen Theorie waren und bleiben noch immer Polygenisten.

„Intellektuelle Riesen“ wie John Crawford Hunt erörterten die Frage und waren

der Polygenesis gewogen, und zu ihrer Zeit war das Gefühl stärker zu Gunsten

als entgegen dieser Theorie. Erst im Jahre 1864 begannen die Darwinisten sich

mit der Theorie der Einheit zu verbinden, deren erste Wortführer die Herren

Huxley und Lubbock wurden. In Bezug auf die andere Frage, nach dem

Vorgange des Menschen vor den Tieren in der Reihenfolge der Entwicklung, ist

die Antwort ebenso rasch gegeben. Wenn der Mensch wirklich der Mikrokosmos

des Makrokosmos ist, dann hat die Lehre nichts so sehr Unmögliches an sic und

ist nur logisch. Denn der Mensch wird jener Makrokosmos für die drei unter ihm

stehenden niedrigeren Reiche. Wenn wir von einem physischen Standpunkt aus

argumentieren, so sind alle niedrigeren Reiche, mit Ausnahme des mineralischen

Reiches – welches Licht selber ist, kristallisiertes und immetallisiertes – von den

Pflanzen an bis zu den Geschöpfen, welche den ersten Säugetieren

vorangingen, alle in ihrem Körperbaue gefestigt worden mit Hilfe des „abgelegten

Staubes“ jener Mineralien und des Abfalles des menschlichen Stoffes, einerlei ob

von lebendigen oder toten Körpern, von welchen sie sich ernährten und welche

ihnen ihre äußeren Körper gaben. Seinerseits gestaltete sich auch der Mensch

körperlicher, indem er in sein System wiederaufnahm, was er ausgegeben hatte

und was in den lebendigen animalischen Retorten, durch welche es

hindurchgegangen war, infolge der alchimistischen Umwandlungen der Natur

umgeformt worden war. Es gab Tiere in jenen Tagen, von denen sich unsere

moderne Naturwissenschaft niemals haben träumen lassen; und je stärker der

physische materielle Mensch – der Riese jener Zeiten – wurde, um desto

mächtiger waren seine Ausstrahlungen. Sobald jene androgyne Menschheit sich

in Geschlechter geteilt hatte, von der Natur in kindergebärende Maschinen

umgewandelt, hörte sie auf, ihresgleichen durch aus dem Körper aussickernde

Tropfen von Lebensenergie fortzupflanzen. Aber solange der Mensch noch in

Unkenntnis seiner Fortpflanzungskräfte auf der menschlichen Ebene war – vor

seinem Fall, wie ein Gläubiger an Adam sagen würde – wurde alle seine aus ihm

weit und breit verstreute Lebenskraft von der Natur zur Hervorbringung der ersten Säugetierformen benutzt. Die Entwicklung ist ein ewiger Cyklus des Werdens, wird uns gelehrt; und die Natur läßt niemals ein Atom unbenutzt.

Obendrein strebt vom Anbeginne der Runde an alles in der Natur dahin, Mensch

zu werden. Alle Antriebe der doppelten, centripetalen und centrifugalen Kraft sind

nach einem Punkt gerichtete – dem Menschen. Der Fortschritt in der

79

Aufeinanderfolge der Wesen, sagt Agassiz:

besteht in einer wachsenden Gleichartigkeit der lebenden Faune, und unter den

Wirbeltieren insbesondere in der wachsenden Ähnlichkeit mit dem Menschen.

Der Mensch ist das Ende, dem alle tierische Schöpfung seit dem ersten Auftreten

der ersten paläozoischen Fische zugestrebt hat. [22]

Genau so: aber die „paläozoischen Fische“ stehen an der niederen Krümmung

des Bogens der Entwicklung der Formen, und diese Runde begann mit dem

Astralmenschen, dem Wiederscheine der Dhyân Chohans, genannt die „Bildner“.

Der Mensch ist das Alpha und das Omega der gegenständlichen Schöpfung. Wie

es in Isis entschleiert heißt:

Alle Dinge hatten ihren Ursprung im Geiste – indem die Entwicklung ursprünglich von oben begonnen hatte und abwärts fortschritt, anstatt des umgekehrten, wie es in der darwinistischen Theorie gelehrt wird. [23]

Daher ist das Streben, von dem der oben angeführte hervorragende

Naturforscher spricht, ein jedem Atom innewohnendes. Nur würden, wollte man

es auf beide Seiten der Entwicklung anwenden, die gemachten Beobachtungen

der modernen Theorie, die jetzt nahezu zum (darwinistischen) Gesetz geworden

ist, sehr widerstreiten.

Denn wenn wir die Stelle aus dem Werke des Agassiz beistimmend anführen, so

darf das nicht so verstanden werden, als ob die Occultisten der Theorie, welche

den Menschen vom Tierreich herleitet, irgend welches Zugeständnis machen

würden. Die Thatsache, daß er in dieser Runde den Säugetieren vorausging,

wird offenbar nicht durch Überlegung bekämpft, durch die letzteren den Spuren

des Menschen folgen.

25. WIE HANDLTEN DIE MÂNASA, DIE SÖHNE DER WEISHEIT? SIE

VERWARFEN DIE SELBSTGEBORENEN. [24] SIE SIND NICHT BEREIT. SIE

VERSCHMÄHTEN DIE SCHWEISSGEBORENEN. [25] SIE SIND NICHT GANZ

BEREIT. SIE WOLLTEN NICHT EINTRETEN IN DIE ERSTEN EIGEBORENEN.

[26]

Für eine Theisten oder Christen dürfte dieser Vers eine ziemliche theologische

Idee andeuten: die vom Falle der Engel durch Stolz. In der Geheimlehre jedoch

scheinen die Gründe für die Weigerung, sich in halbfertigen physischen Körpern

zu inkarnieren, mehr mit physiologischen als mit metaphysischen Erwägungen

verknüpft zu sein. Nicht alle Organismen waren genügend fertig. Die

79

inkarnierenden Kräfte wählten die reifsten Früchte und verschmähten die

übrigen. Durch einen sonderbaren Zufall wählte die Schreiberin bei der Auswahl

eines vertrauten Namens für das Festland, auf dem die ersten Androgynen, die

dritte Wurzelrasse, sich trennten, aus geographischen Erwägungen den von

Herrn P. L. Sclater erfundenen Namen „Lemurien“. Erst später fand sich beim

Lesen von Haeckels Stammbaum des Menschengeschlechtes, daß der deutsche

„Animalist“ den Namen für seinen letzten Kontinent gewählt hatte. Er führt,

zutreffend genug, den Mittelpunkt menschlicher Entwicklung auf Lemurien

zurück, aber mit einer leichten wissenschaftlichen Abänderung. Indem er davon

als von der „Wiege des Menschengeschlechtes“ spricht, malt er die allmähliche

Umwandlung des menschenähnlichen Säugetieres in den ursprünglichen Wilden

aus!! Vogt wieder hält dafür, daß in Amerika der Mensch aus einem Zweige der

breitnasigen Affen entsprang, unabhängig von dem Ursprunge der afrikanischen

und asiatischen Wurzelstämme von den Schmalnasen der alten Welt. Die

Anthropologen sind wie gewöhnlich uneins in dieser Frage, sowie in vielen

anderen. Wir werden diese Behauptung im Lichte der esoterischen Philosophie

in Strophe I untersuchen. Unterdessen wollen wir einige Augenblicke der Aufmerksamkeit den verschiedenen nach den Gesetzen der Entwicklung aufeinanderfolgenden Fortpflanzungsarten widmen.  [22] Principles of Zoology, p. 206.

[23] I. 154.

[24] Die Knochenlosen.

[25] Die ersten Scheißgeborenen. Dies wird erklärt in der , welche

dieser Reihe von Strophen folgt, in der Allegorie aus den Purânen betreffs

Kandu, des heiligen Weisen, und Pramlochâ, der Nymphe, welche ihn

angeblich hypnotisiert hat; eine wissenschaftlich bedeutsame Allegorie, indem

die Schweißtropfen, welche sie schwitzte, die Symbole der Sporen der Wissenschaft sind.

[26] Dies wird im weiteren Verlaufe erklärt werden. Diese Unwilligkeit, den

79

Menschen zu bilden oder zu schaffen, wird in den Purânen durch das Benehmen des Daksha gegen seinen Widersacher Nârada, den „streitmachenden Asketen“ symbolisiert.

79

Beginnen wir mit der Fortpflanzungsart der späteren Unterrassen der dritten

Menschenrasse, von jenen, die sich mit dem „heiligen Feuer“ begabt fanden, aus

dem Funken höherer und damals unabhängiger Wesen, welche die psychischen

und geistigen Väter des Menschen waren, so wie die niederen Pitri Devatâs (die

Pitris) die Vorfahren seines physischen Körpers waren. Jene Dritte und Heilige

Rasse bestand aus Menschen, welche auf ihrem Höhepunkte beschrieben

wurden als „gewaltige Riesen von göttlicher Stärke und Schönheit und Verwahrer

aller Geheimnisse von Himmel und Erde.“ Sind sie gleichermaßen gefallen, wenn

damals Inkarnation der „Fall“ war?

Davon sofort. Das einzige Ding, das jetzt an diesen zu beachten ist, ist, daß die

Hauptgötter und Heroen der vierten und fünften Rasse, sowie des späten

Altertums, die vergötterten Bilder dieser Menschen der Dritten sind. Die Tage

ihrer physiologischen Reinheit und jene ihres sogenannten Falles sind

gleichermaßen in den Herzen und Gedächtnissen ihrer Nachkommen lebendig

geblieben. Daher die bei diesen Göttern auftretende doppelte Natur – sowohl

Tugend wie Sünde sind in den von der Nachwelt zusammengestellten

Lebensbeschreibungen bis zu ihrem höchsten Grade erhöht. Sie waren die

voradamische und die göttliche Rasse, mit denen sich jetzt sogar die Theologie,

in deren Anschauung sie alle „die verfluchten kainitischen Rassen“ sind, zu beschäftigen beginnt.

Aber zuerst muß das Wirken der „geistigen Vorfahren“ jener Rassen erledigt werden. Ein sehr schwieriger und verwickelter Punkt muß mit Bezug auf die Shlokas 26 und 27 erklärt werden.

26. ALS DIE SCHWEISSGEBORENEN DIE EIGEBORENEN

HERVORBRACHTEN, DIE ZWEIFÄLTIGEN, [27] DIE MÄCHTIGEN, DIE

STARKEN MIT KNOCHEN, DA SPRACHEN DIE HERREN DER WEISHEIT:

„NUN WERDEN WIR SCHAFFEN.“

Warum „nun“ – und nicht früher? Dies erklärt der folgende Shloka.

27. DIE DRITTE RASSE WURDE DAS VÂHAN [28] DER HERREN DER

WEISHEIT. SIE SCHUF SÖHNE VON WILLE UND YOGA, DURCH

KRIYÂSHAKTI, DIE HEILIGEN VÄTER, VORFAHREN DER ARHATS. . . .

Wie „schufen“ sie, nachdem die „Herren der Weisheit“ wesensgleich sind mit den

indischen Devas, welche sich weigern zu „schaffen“? Offenbar sind sie die

81

Kumâras des indischen Pantheons und der Purânen, jene Älteren Söhne des Brahmâ:

Sanandana und die anderen Söhne der Vedhas, (welche) früher von ihm geschaffen . . . ohne Begierde oder Leidenschaft (keusch blieben), durchdrungen von heiliger Weisheit . . . und ohne Begierde nach Nachkommenschaft. [29]

Die Kraft, mit Hilfe deren sie zuerst schufen, ist dieselbe, welche sie seither von

ihrem hohen Stande zur Stellung böser Geister herabsinken ließ, zu Satan und

seiner Schaar – die ihrerseits durch die unreine Phantasie der exoterischen

Glauben geschaffen wurden. Dies geschah durch Kriyâshakti, jene

geheimnisvolle und göttliche Kraft, verborgen im Willen eines jeden Menschen,

welche, wenn nicht ins Leben gerufen, angeregt und entwickelt durch

Yogaübungen, in 999 999 Menschen unter einer Million schlummernd bleibt und

so verkümmert. Diese Kraft wird in den „Zwölf Tierkreiszeichen“ [30] wie folgt

erklärt:

Kriyâshakti: - die geheimnisvolle Kraft des Gedankens, welche denselben befähig, äußere, wahrnehmbare, phänomenale Resultate durch die ihm innewohnende Energie hervorzubringen. Die Alten waren der Ansicht, daß jede Idee sich äußerlich offenbaren wird, wenn jemandes Aufmerksamkeit (und Wille) tief auf dieselbe koncentriert ist. Auf ähnliche Weise wird einer intensiven Willensbewegung das verlangte Resultat folgen.  Ein Yogî bewirkt im allgemeinen seine Wunder mit Hilfe von Ichchhâshakti (Willenskraft) und Kriyâshakti.

Die Dritte Rasse hatte derart die sogenannten „Söhne von willen und Yoga“, oder

die „Ahnen“ – die geistigen Vorväter – aller folgenden und gegenwärtigen Arhats,

oder Mahâtmâs, auf eine wahrhaft unbefleckte Weise erschaffen. Sie waren in

der That erschaffen, nicht erzeugt, wie ihre Brüder von der Vierten Rasse,

welche geschlechtlich erzeugt wurden, nach der Trennung der Geschlechter,

dem „Falle des Menschen“. Denn Schöpfung ist bloß das Ergebnis des auf den

erscheinungsmäßigen Stoff einwirkenden Willens, das Hervorrufen des

Ursprünglichen Göttlichen Lichtes und Ewigen Lebens aus jenem. Sie waren alle

das „heilige Samenkorn“ der zukünftigen Heilande der Menschheit.

81

[27] Die androgyne dritte Rasse. Der Evolutionist Professor Schmidt spielt an

auf „die Thatsache der Trennung der Geschlechter, über deren Hervorgehen

aus einstigen hermaphroditischen Arten man wohl einig ist (die Schöpfungs-Gläubigen

natürlich ausgenommen).“ (Descendenzlehre und Darwinismus, p.

145). Dergestalt ist in der That der unwiderlegliche Beweis, der aus der

Anwesenheit rudimentärer Organe hergeleitet ist. Abgesehen von solchen

greifbaren Spuren von ursprünglichem Hermaphroditismus möge die

Thatsache beachtet werden, daß, wie Laing schreibt, „ein Studium der

Embryologie . . . .zeigt, daß bei der menschlichen und höheren tierischen Art

der Unterschied des Geschlechtes nicht entwickelt ist, bevor nicht ein

beträchtlicher Fortschritt in dem Wachstum des Embryo geschehen ist.“ (A

Modern Zoroastrian, p. 106.) Das Gesetz der Retardation - welches

gleichermaßen im Falle von Menschenrassen, Tierarten, u. s. w. thätig ist,

wenn einmal ein höherer Typus entwickelt worden ist - erhält noch

Hermaphroditismus als die Fortpflanzungsmethode der Mehrheit der Pflanzen

und vieler niedriger Tiere.

[28] Träger.

[29] Vishnu Purâna, I. ; Wilson, I. 100.

[30] Siehe Five Years of Theosophy, p. 111

81

Hier müssen wir wieder eine Unterbrechung eintreten lassen, um gewisse schwierige Punkte zu erklären, deren es hier so viele giebt. Es ist nahezu unmöglich, solche Unterbrechungen zu vermeiden. [31] Die Reihenfolge der Entwicklung der Menschenrassen steht wie folgt im fünften Buche der e und ist bereits gegeben worden:

Die ersten Menschen waren Chhâyâs (1); die zweiten die

„Schweißgeborenen“ (2); die dritten „Eigeboren“ und die durch die Kraft von

Kriyâshakti geborenen heiligen Vätern(3); die vierten waren die Kinder des Padmapâni (Chenresi) (4).

Natürlich sind solche ursprünglichen Fortpflanzungsarten – durch die

Entwicklung eines Abbildes; durch Scheißtropen; hierauf jene durch Yoga; und

dann durch etwas, was die Leute für Magie halten werden (Kriyâshakti) –

vorderhand dazu verurteilt, für Märchen gehalten zu werden. Nichtsdestoweniger

ist in ihnen, von der ersten angefangen und schließend mit der letzten thatsächlich nichts Wunderbares, noch irgend etwas, das nicht als natürlich nachgewiesen werden könnte. Dies muß bewiesen werden.  1. Chhâyâ-Geburt, oder jene ursprüngliche Art geschlechtloser Fortpflanzung –

indem die erste Rasse aus den Körpern der Pitris sozusagen herausgesickert ist

·        wird in einer kosmischen Allegorie in den Purânen angedeutet. [32] Es ist die

schöne Allegorie und Geschichte von der Sanjnâ, der Tochter des

Vishvakarman, vermählt mit der Sonne, welche, „unfähig die Glut ihres Herrn zu

ertragen“, ihm ihre Chhâyâ (Schatten, bild oder Astralkörper) gab, während sie

selbst sich in das Dickicht begab, um religiöse Andachtsübungen, oder Tapas zu

verrichten. Die Sonne, welche in der Chhâyâ ihr Weib vermutete, erzeugte mit ihr

Kinder, wie Adam mit der Lilith – auch einem ätherischen Schatten, wie in der

Legende, jedoch einem thatsächlichen lebenden weiblichen Ungetüm vor Millionen von Jahren.

Aber vielleicht beweist diese Beispiel wenig mehr als die überschwängliche

Phantasie der purânischen Verfasser. Wir haben einen anderen Beweis bereit.

Wenn die materialisierten Formen, welche mitunter aus den Körpern gewisser

Medien heraussickern, anstatt zu verschwinden, fixiert und festgemacht werden

könnten – so würde die „Schöpfung“ der ersten Rasse ganz verständlich werden.

Diese Art der Fortpflanzung kann nicht verfehlen, für den Schüler anregend zu

sein. Sicherlich ist weder das Geheimnis, noch die Unmöglichkeit einer solchen

Art irgend größer, - während sie für den Verstand des wahren metaphysischen

83

Denkers viel begreifbarer sind –als das Geheimnis von der Empfängnis des Fötus, seines Reifens und seiner Geburt als Kind, so wie wir es jetzt kennen.

Nun zu der seltsamen und wenig verstandenen Bestätigung in den Purânen in

Betreff der „Scheißgeborenen“.

2. Kandu ist ein Weiser und ein Yogî, hervorragend durch heilige Weisheit und

fromme Kasteiung, welche schließlich die Eifersucht der Götter erwecken, die in

den indischen Schriften als in niemals endendem Streit mit den Asketen

befindlich dargestellt werden. Indra, der „König der Götter“ [33] , sendet

schließlich eine seiner weiblichen Apsarasen, um den Weisen zu versuchen. Das

ist nicht schlechter, als wenn Jehovah Sarah, Abrahams Weib, sendet, um den

Pharaoh zu versuchen; aber in Wahrheit sind es diese Götter (und dieser Gott),

welche immer versuchen, die Asketen zu stören und sie so der Frucht ihrer

Bußen verlustig zu machen, welche als „versuchende Dämonen“ betrachtet

werden sollten, anstatt den Ausdruck auf die Rudras, Kumâras und Asuras

anzuwenden, deren große Heiligkeit und Keuschheit als ein beständiger Vorwurf

für die Don Juanischen Götter des Pantheon erscheinen. Aber wir finden das

Umgekehrte in allen purânischen Allegorieen und nicht ohne guten esoterischen

Grund.

[31] Wegen Erklärungen und einem philosophischen Bericht über die Natur jener Wesen, welche jetzt als die „bösen“ und aufrührerischen Geister betrachtet werden, die Schöpfer durch Kriyâshakti, wird der Leser auf die Kapitel über den „Mythos von den ,gefallenen Engeln´ in seinen verschiedenen Aspekten“, in Teil II dieses Buches, verwiesen.  [32] Vishnu Purâna, III. II.

[33] In der ältesten Handschrift des Vishnu Purâna, im Besitze eines Initiierten

im südlichen Indien, ist der Gott nicht Indra, sondern Kâma, der Gott der Liebe

und Begierde.

83

Der König der Götter, oder Indra, sendet eine schöne Apsaras (Nymphe) mit

Namen Pramlochâ, um Kandu zu verführen und seine Buße zu stören. Sie hat

mit ihrer unheiligen Absicht Erfolg und „neunhundert und sieben Jahre, sechs

Monate und drei Tage“ [34] in ihrer Gesellschaft zugebracht, erscheinen dem

Weisen wie ein Tag. Sobald als dieser psychologische oder hypnotische Zustand

endet, verflucht der Muni bitterlich das Geschöpf, welches ihn verführt und so

seine Andachtsübungen gestört hat. „Hinweg, fort!“ ruft er, „nichtswürdiges

Bündel von Blendwerken!“ Und Pramlochâ flieht entsetzt hinweg, indem sie den

Schweiß von ihrem Körper abwischt mit den Blättern der Bäume, wie sie durch

die Luft fährt.

Die Nymphe ging von Baum zu Baum, und wie sie mit den schattigen

Schossen, welche ihre Gipfel krönten, ihre Glieder antrocknete, kam das Kind,

welche sie von dem Rishi empfangen hatte, aus den Poren ihrer haut in

Gestalt von Schweißtropen hervor. Die bäume nahmen die lebendigen

Tautropfen auf; und die Winde sammelten sie zu einer Masse. „Diese“, sagte

Soma (der Mond), „reifte ich mit meinen Strahlen; und allmählich nahm sie zu

an Größe, bis die Ausdünstung, die auf den Baumwipfeln geruht hatte, zu dem

lieblichen Mädchen mit Namen Mârishâ wurde. [35]

Nun steht Kandu für die erste Rasse. Er ist ein Sohn der Pitris, daher einer, der,

„des Verstandes bar“ ist, eine Thatsache, die dadurch angedeutet wird, daß er

nicht im stande ist, eine Periode von nahezu tausend Jahren von einem Tage zu

unterscheiden; daher wird er also leicht hintergangen und verblendet dargestellt.

Hier ist eine Abart der Allegorie in der Genesis von Adam, geboren als ein

thönernes Bild, in welches „Gott der Herr“ den „Atem des Lebens“ einhaucht,

aber nicht den des Verstandes und der Einsicht, welche erst entwickelt werden,

nachdem er von der Frucht des Baumes der Erkenntnis gekostet hat; mit

anderen Worten, als er die erste Entwicklung des Gemütes erlangte und sich das

Manas eingepflanzte hatte, dessen terrestrischer Aspekt von der Erde irdisch ist,

obwohl seine höchsten Fähigkeiten es mit dem Geiste und der Göttlichen Seele

verknüpfen. Pramlochâ ist die indische Lilith des ârischen Adam; und Mârishâ,

die aus dem Schweiße ihrer Poren geborene Tochter, ist die „Schweißgeborene“,

und steht als ein Symbol für die Zweite Rasse der Menschheit.

Es ist nicht Indra, welcher in diesem Falle in den Purânen figuriert, sondern

Kâmadeva, der Gott der Liebe und Begierde, welcher die Pramlochâ auf die Erde

sendet. Logik sowohl, wie auch die Geheimlehren zeigen, daß dem so sein muß.

Denn Kâma ist der König und Herr der Apsarasen, deren eine Pramlochâ ist; und

85

wenn daher Kandu sie verfluchend ausruft: „Du hast das Werk vollbracht, daß Dir

von dem Herrscher der Götter zugewiesen war: gehe!“ - so muß er unter jenem

Herrscher Kâma verstehen und nicht Indra, welchem die Apsarasen nicht

dienstbar sind. Denn Kâma ist wiederum im Rig Veda [36] die Personifikation

jenes Gefühls, welches zur Schöpfung führt und antreibt. Er war die Erste

Bewegung, welche das EINE, nach seiner Offenbarung aus dem rein Abstrakten

Prinzip, anregte, zu erschaffen.

Verlangen erhob sich zuerst in Ihm, was der ursprüngliche Keim des Gemütes

war; und was die Weisen, mit ihrem Intellekt suchend, als das Band entdeckt hatten, das Sein mit Nichtsein verbindet.

Ein Hymnus im Atharva Veda erhebt Kâma zu einem höchsten Gott und Schöpfer, und sagt:

Kâma wird als erster geboren. Ihm sind weder Götter noch Väter (Pitris) noch

Menschen gleichgekommen.

Der Atharva Veda identifiziert ihn mit Agni, aber macht ihn höher als diesen Gott.

Das Taittirîya Brâhmana macht ihn allegorisch zum Sohne des Dharma

(moralisch religiöser Pflicht, Frömmigkeit und Gerechtigkeit) und der Shaddhâ

(Glauben). Anderwärts ist Kâma geboren aus dem Herzen des Brahmâ; daher ist

er Âtmanbhû, „Selbstexistierend“, und Aja, der „Ungeborene“. Sein Senden der

Pramlochâ hat eine tiefe philosophische Bedeutung; von Indra gesendet - hat die

Erzählung keine. Wie Erôs in der ersten griechischen Mythologie mit der

Weltschöpfung im Zusammenhang stand und erst später der geschlechtliche

Kupido wurde, so war Kâma in seinem ursprünglichen Charakter; der

Harivamsha macht aus ihm einen Sohn der Lakshmî, welche Venus ist. Die

Allegorie, wie gesagt, zeugt das psychische Element das physiologische

entwickelnd, vor der Geburt des Daksha - des Vorfahren der wirklichen

physischen Menschen - welcher dargestellt ist als geboren von Mârishâ und vor

dessen Zeit die lebenden Wesen und Menschen hervorgebracht wurden „durch

den Willen, durch Blick, durch Berühren, und „durch Yoga“, wie gezeigt werden

wird.

Dies also ist die Allegorie über die Fortpflanzungsart der Zweiten oder der

„Schweißgeborenen“. Dasselbe Prinzip für die Dritte Rasse in ihrer schließlichen

Entwicklung.

85

Mârishâ, durch die Berührung des Soma, des Mondes, wird zum Weibe

genommen von den Prachetasas, auch die Hervorbringung der „aus der Seele

geborenen“ Söhne des Brahmâ, [37] welche mit ihr den Patriarchen Daksha

erzeugen - auch ein Sohn des Brahmâ in einem frühern Kalpa oder Leben, fügen

die Purânen erklärend hinzu, um irre zu führen, aber dabei die Wahrheit sprechend.

3. Die anfängliche Dritte Rasse wird sodann gebildet aus „Schweiß“tropfen,

welche nach so mancher Umformung zu menschlichen Körpern heranwachsen.

dies ist nicht schwierig vorzustellen oder zu verwirklichen, als das Wachstum des

Fötus aus einem menschlichen Keim, und seine darauffolgende Entwicklung zu

einem Kind und dann zu einem starken schweren Menschen. Aber die dritte

Rasse ändert noch einmal ihre Fortpflanzungsart nach den en. Es

heißt, daß sie eine Gestaltungskraft emanierte, welche die Schweißtropfen in

größere Tropfen verwandelte, welche wuchsen, sich ausdehnten und eiförmige

Körper wurden - sehr große Eier. In diesen reifte der menschliche Fötus

verschiedene Jahre lang. In den Purânen wird Mârishâ die Tochter des weisen

Kandu, das Weib der Prachetasas und die Mutter des Daksha. Nun ist Daksha

der Vater der ersten menschenartigen Vorfahren, geboren auf diese Art. Er wird

weiter unten erwähnt. Die Entwicklung des Menschen, des Mikrokosmos, ist

analog jener des Weltalls, des Makrokosmos. Diese Entwicklung steht zwischen

der des letztern und der des Tieres, für welches der Mensch seinerseits Makrokosmos ist.

[34] Dies sind die exoterischen Zahlen, auf eine absichtlich verkehrte und

verzerrte Art gegeben, in Wirklichkeit die Zahl der Dauer des Cyklus zwischen

der ersten und zweiten Menschenrasse. Wenn auch alle Orientalisten das

Gegenteil sagen, so ist doch kein Wort in irgend einem der Purânen, das nicht

eine besondere esoterische Bedeutung hat.

[35] Vishnu Purâna, I. XV; Wilson, II. 5. Vergleiche auch Viviens Verführung

des Merlin (bei Tennyson) - dieselbe Legende in irischer Überlieferung.

[36] X. 129.

85

[37] Der Text sagt: „Von Brahmâ, welcher zu meditieren fortfuhr, wurde eine

aus dem Gemüte erzeugte Nachkommenschaft geboren, mit aus seiner

körperliche Natur abgeleiteten Formen und Fähigkeiten, verkörperte Geister,

hervorgebracht aus den Gliedern (Gâtra) des Dhîmat (der allweisen Gottheit).“

Alle diese Wesen waren die Wohnung der drei Qualitäten des Devasarga, oder der göttlichen Schöpfung, welcher, die die fünffältige Schöpfung, der Klarheit der Wahrnehmung entbehrend, ohne Reflexion, von stumpfer Natur ist. „Aber da sie sich nicht vermehrten, schuf Brahmâ andere aus der Seele geborene Söhne nach seinem Gleichnis,“ nämlich die Brahmarshis, oder die Prajâpatis, zehn und sieben an der Zahl. „Sanandana und die anderen Söhne des Vedhas (Brahmâ) wurden vorher erschaffen“, aber, wie anderwärts gezeigt, waren sie „ohne Begierde oder Leidenschaft, durchdrungen von heiliger Weisheit, dem Weltalle entfremdet und ohne Begierde nach Nachkommenschaft.“ (Vishnu Purâna, I. ; Wilsons Übers., I. 100, 101.)

Diese, Sanandana und andere Kumâras, sind dann die Götter, welche

nachdem sie sich geweigert hatten, „Nachkommenschaft zu erzeugen“,

gezwungen sind, sich in sinnlosen Menschen zu inkarnieren. Der Leser muß

unvermeidliche Wiederholungen angesichts der großen Zahl von mitgeteilten

Thatsachen entschuldigen.

85

Dann wird die dritte Rasse:

4. Die Androgyne oder Hermaphrodite. Dieser Vorgang des Menschengebärens

erklärt vielleicht, warum Aristophanes in Platos Gastmahl die Natur der alten

Rasse als „androgyn“ beschreibt, wobei die Form eines jeden Einzelwesens

gerundet ist, „indem sie den Rücken und die Seiten wie in einem Kreise hatten“,

deren „Art zu laufen kreisförmig war . . . schrecklich an Kraft und Stärke und von

gewaltigem Ehrgeiz“. Daher, um sie schwächer zu machen, teilte Zeus sie (in der

dritten Wurzelrasse) in zwei, und Apollo (die Sonne) schloß unter seiner Anleitung die Haut zu.

Die Madegassen - die Insel gehörte zu Lemurien - haben eine Überlieferung in

Bezug auf den ersten Menschen. Er lebte zuerst ohne zu essen, und nachdem er

der Speise gefrönt hatte, erschien eine Anschwellung an seinem Bein; diese

zerplatzte und es kam aus ihr ein Weib hervor, welche die Mutter ihrer Rasse

wurde. Fürwahr, „wir haben unsere Wissenschaften der Heterogenesis und

Parthenogenesis, welche zeigen, daß das Feld noch offen ist . . . Die Polypen . . .

bringen ihre Nachkommenschaft aus sich selbst hervor, wie die Knospen und

Verzweigungen eines Baumes . . .“ Warum nicht der ursprüngliche menschliche

Polyp? Der sehr interessante Poly Stauridium geht abwechselnd von der

Knospung zur geschlechtlichen Fortpflanzungsart über. Sonderbar bringt er,

obwohl er bloß wie ein Polyp auf einem Stock wächst, Knospen hervor, welche

sich schließlich zu einer Meernessel oder Meduse entwickeln. Die Meduse ist

ihrem Mutterorganismus, dem Stauridium gänzlich unähnlich. Sie vermehrt sich

auch anders, auf geschlechtliche Art, und aus den davon herrührenden Eiern

kommen neuerdings Stauridien hervor. Diese auffallende Thatsache mag vielen

das Verständnis dafür vermitteln, daß eine Form entwickelt werden kann, welche

·        wie bei den sexuellen Lemuriern von hermaphroditischer Abstammung - ihren

unmittelbaren Vorfahren ganz unähnlich ist. Es ist obendrein unbezweifelbar, daß

in dem Falle menschlicher Inkarnationen das Gesetz des rassischen oder

individuellen Karmas die untergeordneten Triebe der Vererbung, seiner Dienerin,

über den Haufen wirft.

Die Bedeutung des letzten Satzes in dem oben angeführten  zum

Verse 27, nämlich, daß die vierte Rasse die Kinder des Padmapâni waren, kann

ihre Erklärung in einem gewissen Briefe von dem Eingeber des Geheimbuddhismus finden:

Die Mehrzahl der Menschheit gehört der siebenten Unterrasse der vierten

87

Wurzelrasse an - die oben erwähnten Chinesen und ihre Abzweigungen und

Schösslinge (Malayen, Mongolen, Tibetaner, Finnen, und selbst die Eskimos sind

alle Überbleibsel dieser letzten Abzweigung).

Padmapâni oder Avalokiteshvara im Sanskrit ist im Tibetanischen Chenresi. Nun

ist Avalokiteshvara der große Logos in seinem höhern Aspekt und in den

göttlichen Regionen. Aber auf den geoffenbarten Ebenen ist er, wie Daksha, der

Vorfahr (in einem geistigen Sinne) der Menschen. Padmapâni-Avalokiteshvara

wird esoterisch genannt: Bodhisattva (oder Dhyân Chohan) Chenresi Vanchug,

„der Mächtige und Allsehende“. Er wird jetzt als der größte Beschützer von Asien

im allgemeinen und von Tibet im besonderen betrachtet: Man glaubt, daß, um die

Tibetaner und Lamas in der Heiligkeit zu leiten und die großen Arhats in der Welt

zu bewahren, dieses himmlische Wesen sich von Zeitalter zu Zeitalter in

menschlicher Form offenbart. Eine volkstümliche Legende sagt, daß, so oft der

Glaube der Welt auszusterben beginnt, Padmapâni Chenresi, der „Lotusträger“,

einen glänzenden Lichtstrahl entsendet, und sich sogleich in einem der zwei

großen Lamas - des Dalai und des Teschu Lama - inkarniert; schließlich, so

glaubt man, wird er sich als der „vollkommenste Buddha“ in Tibet inkarnieren,

anstatt in Indien, wo seine Vorgänger, die großen Rishis und Manus, beim

Beginne unserer Rasse erschienen waren, aber jetzt nicht länger mehr

erscheinen. Selbst die exoterische Erscheinung des Dhyânî Chenresi ist eine

Andeutung der esoterischen Lehre. Es ist offenbar, wie Daksha, die

Zusammenfassung aller vorhergehenden Rassen und der Vorfahr aller

menschlichen Rassen nach der Dritten - der ersten vollständigen -, und wird

somit als der Höhepunkt der vier ursprünglichen Rassen in seiner elfgesichtigen

Form dargestellt. Es ist dies eine in vier Reihen aufgebaute Säule, von denen

jede Reihe drei Gesichter oder Häupter von verschiedener Hautfarbe hat; die drei

Gesichter für eine jede Rasse sind typisch für ihre drei fundamentalen

physiologischen Umwandlungen. Die erste ist weiß (mondfarben); die zweite ist

gelb,; die dritte ist rotbraun; die vierte, in der nur zwei Gesichter sind - das dritte

Gesicht ist leer gelassen als Anspielung auf das unzeitige Ende der Atlantier - ist

braunschwarz. Padmapâni (Daksha) sitzt auf der Säule und bildet die Spitze. In

Bezug darauf vergleiche Shloka 39. Der Dhyân Chohan wird mit vier Armen

dargestellt, eine andere Anspielung auf die vier Rassen. Denn während zwei

gefaltet sind, hält die dritte Hand einen Lotis - Padmapâni, der „Lotusträger“; die

Blume versinnbildlicht die Zeugung - und die vierte hält eine Schlange, das

Emblem der Weisheit in seiner Kraft. Um seinen Nacken ist ein Rosenkranz, und

auf seinem Haupte das Zeichen für Wasser [Symbolabbildung, siehe Buch] -

Materie, Sintflut - während auf seiner Stirn das dritte Auge ruht, Shivas Auge; das

87

Auge der geistigen Einsicht. Sein Name ist „Schützer“ (von Tibet), „Heiland der

Menschheit“. Bei andern Gelegenheiten, wenn er nur zwei Arme hat, ist er

Chenresi der Dhyâni, und Bodhisattva, Chakna Padma Karpo, „der einen weißen

Lotus hält.“ Sein anderer Name ist Chantong, „der mit den tausend Augen“, wenn

er mit tausend Armen und Händen versehen ist, auf deren jeder einzelnen

Handfläche ein Auge der Weisheit dargestellt ist, und welche Arme aus seinem

Körper wie ein Wald von Strahlen hervorkommen. Ein anderer seiner Namen im

Sanskrit ist Lokapati oder Lokanâtha, „Herr der Welt“; und im Tibetanischen

Jigten Gonpo, „Schützer und Heiland“ gegen Übel jeder Art. [38]

[38] Vgl. Schlagintweit´s Buddhism in Tibet, pp. 88-90.

87

Padmapâni ist jedoch der „Lotusträger“ symbolisch nur für die Profanen;

esoterisch bedeutet er den Träger der Kalpas, deren letzter Pâdma genannt wird

und eine Hälfe des Lebens von Brahmâ repräsentiert! Obwohl in Wirklichkeit ein

kleinerer Kalpa, wird er Mahâ, „groß“ genannt, weil er das Zeitalter in sich

schließt, in welchem Brahmâ aus einem Lotus entsprang. Theoretisch sind die

Kalpas unendliche, aber praktisch werden sie nach Raum und Zeit geteilt und

untergeteilt, wobei jede Einteilung - hinab bis zur kleinsten - ihren eigenen

Dhyânî als Schutzherrn oder Beherrscher hat. Padmapâni (Avalokiteshvara) wird

in China in seinem weiblichen Aspekt Kwan-yin, „welche nach belieben jede

Form annimmt, um die Menschheit zu erretten.“ Die Kenntnis des astrologischen

Aspekts der Konstellationen an den bezüglichen „Geburtstagen“ dieser Dhyânîs -

Amitabha (den A-mi-to Fo von China) inbegriffen: z. B. am 19. Tage des zweiten

Monats, am 17. Tage des elften Monats, und am 7. Tage des dritten Monats, [39]

u. s. w. - giebt dem Occultisten die größten Erleichterungen bei der Vollbringung

sogenannter „magischer“ Thaten. Die Zukunft eines Individuums, alle seine

zukünftigen Ereignisse der Reihe nach geordnet, ist in einem magischen Spiegel

zu sehen, der unter den Strahl gewisser Konstellationen gestellt ist. Aber - hütet

euch vor der Kehrseite der Münze, vor ZAUBEREI.

[39] Siehe Edkin´s Chinese Buddhism, p. 208

89I

STROPHE I.

DIE ENTWICKLUNG DER SÄUGETIERE: DER ERSTE FALL.

28. Wie die ersten Säugetiere hervorgebracht wurden. 29. Eine quasi-darwinische

Entwicklung. 30. Die Tiere bekommen feste Körper. 31. Ihre Trennung in Geschlechter. 32. Die erste Sünde des gemütlosen Menschen.

28. AUS DEN SCHWEISSTROPFEN, AUS DEM RÜCKSTANDE DER

SUBSTANZ, AUS STOFF VON TOTEN KÖRPERN VON MENSCHEN UND

TIEREN DES VORHERRSCHENDEN RADES [1] UND AUS ABGESTOSSENEM STAUBE WURDEN DIE ERSTEN TIERE [2] HERVORGEBRACHT.

Die occulte Lehre behauptet, daß in dieser Runde die Säugetiere ein späteres

Werk der Entwicklung waren als der Mensch. Die Entwicklung schreitet in Cyklen

vorwärts. Der große manvantarische Cyklus von sieben Runden, beginnend in

der ersten Runde mit Mineral, Pflanze und Tier, bringt sein Entwicklungswerk auf

dem absteigenden Boden zu völligem Stillstand in der Mitte der vierten Rasse,

am Schlusse der ersten Hälfte der vierten Runde. Auf unserer Erde nun - der

vierten Sphäre und der niedrigsten - und in der gegenwärtigen Runde ist dieser

mittlere Punkt erreicht worden. Und nachdem die Monade nach ihrer ersten

„Inmetallisation“ auf Kugel A durch die mineralische, pflanzliche und tierische

Welt in jedem Grade der drei Zustände der Materie hindurchgegangen ist,

ausgenommen den letzten Grad des dritten oder festen Zustandes, welchen sie

nur am „Mittelpunkte der Entwicklung“ erreichte, ist es nur logisch und natürlich,

daß am Beginne der vierten Runde auf Kugel D der Mensch als erster

erscheinen sollte; und daß auch seine Gestalt aus dem zartesten Stoffe

bestehen sollte, welcher mit Gegenständlichkeit vereinbar ist. Um es noch klarer

zu machen: wenn die Monade ihren Cyklus der Inkarnation durch die drei

gegenständlichen Reiche auf der absteigenden gekrümmten Linie beginnt, so

muß sie notwendigerweise in die wieder aufsteigende gekrümmte Linie der

Sphäre auch als ein Mensch eintreten. Auf dem absteigenden Boden ist es das

Geistige, das sich allmählich in das Materielle umwandelt. Auf der Mittellinie der

Basis stehen Geist und Stoff im Menschen im Gleichgewicht. Auf dem

aufsteigenden Bogen macht sich der Geist langsam auf Kosten des Körperlichen

oder der Materie wieder geltend, so daß beim Schlusse der siebenten Rasse der

90I

siebenten Runde die Monade sich ebenso frei vom Stoffe und allen seinen

Eigenschaften finden wird, als sie am Beginne war; wobei sie die Erfahrung und

Weisheit hinzugewonnen hat, die Frucht aller ihrer persönlichen Leben, ohne ihr

Böses und ihre Versuchungen.

[1] Der vorhergegangenen dritten Runde.

[2] Der jetzigen Runde.

90I

Diese Reihenfolge der Entwicklung findet sich auch im ersten und zweiten

Kapitel der Genesis, wenn man sie in ihrem wahren esoterischen Sinn liest; denn

Kapitel I enthält die Geschichte der ersten drei Runden, sowie die der ersten drei

Rassen der vierten bis zu dem Augenblicke, da der Mensch von den Elohim der

Weisheit zu bewußtem Leben gerufen wird. Im Kapitel I werden Tiere, Walfische

und Vögel der Luft vor dem androgynen Adam erschaffen. [3] In Kapitel II kommt

Adam (der geschlechtslose) zuerst, und die Tiere erscheinen erst nach ihm.

Selbst der Zustand geistiger Stumpfheit und Unbewußtheit der ersten zwei

Rassen, und der ersten Hälfte der dritten Rasse, wird in dem zweiten Kapitel der

Genesis durch den tiefen Schlaf des Adam versinnbildlicht. Der traumlose Schlaf

der geistigen Unthätigkeit, der Schlummer der Seele und des Gemütes ist mit

jenem „Schlafe“ gemeint, und durchaus nicht der physiologische Prozeß der

Differentiation der Geschlechter, wie ein gelehrter französischer Theoretiker,

Herr Naudin, sich einbildete.

Die Purânen, die chaldäischen und ägyptischen Bruchstücke, und auch die

chinesischen Überlieferungen zeigen alle eine Übereinstimmung mit der

Geheimlehre in Bezug auf den Vorgang und die Reihenfolge der Entwicklung.

Wir finden in ihnen die Bestätigung von nahezu unserer ganzen Lehre: zum

Beispiel die Behauptung betreffs der oviparen Erzeugungsart der dritten Rasse,

und selbst eine Andeutung einer weniger unschuldigen Erzeugungsart der ersten

Säugetierformen. „Riesig, durchsichtig, stumme und ungeheuerlich waren sie“,

sagt der . Man studiere in diesem Zusammenhang die Geschichten

der verschiedenen Rishis und ihrer mannigfaltigen Nachkommenschaft. Pulustya

ist der Vater aller Schlangen und Nâgas - eines Eier hervorbringenden

Geschlechtes; Kashyapa ist durch sein Weib Tâmrâ Ahnherr der Vögel und des

Garuda, des Königs des gefiederten Geschlechtes; während er durch sein Weib

Surabhi der Vater der Kühe und Büffel u. s. w. war.

In der Geheimlehre sind die ersten Nâgas - Wesen klüger als die Schlangen - die

„Söhne von Willen und Yoga“, geboren vor der vollständigen Trennung der

Geschlechter, „gereift in den menschentragenden Eiern, [4] die hervorgebracht

sind durch die Kraft (Kriyâshakti) der heiligen Wesen“ der frühen Dritten Rasse.

[5]

„In dieser waren inkarniert die Herren der drei (oberen) Welten - die verschiedenen Klassen der Rudras, welche Tushitas gewesen waren, welche Jayas gewesen waren, welche Âdityas sind“; denn wie von Parâshara erklärt:

„Sie sind hundert Benennung der unermeßlich mächtigen Rudras.“

91  I

Einige von den Abkömmlingen der ursprünglichen Nâgas, der Schlangen der

Weisheit, bevölkerten Amerika, als sich sein Festland während der glorreichen

Tage der großen Atlantis erhob; Amerika ist nämlich das Pâtâla oder die

Antipoden von Jambu-dvîpa. nicht von Bhârata-varsha. Woher kämen sonst die

Überlieferungen und Legenden - die letzteren immer wahrer als die Geschichte,

wie Augustin Thierry sagt - und selbst die Gleichheit in den Namen von gewissen

„Medizinmännern“ und Priestern, welche bis zum heutigen Tage in Mexico

existieren? Wir werden einiges über die Nargals und die Nagals zu sagen haben

und auch über Nagalismus, der von den Missionären Teufeldienst genannt wird.

In nahezu allen Purânen wird die Geschichte von dem „Opfer des Daksha“

gegeben, deren ältester Bericht sich in Vâyu Purâna findet. Allegorisch wie er ist,

ist mehr Sinn und biologische Offenbarung für den Naturforscher darin enthalten,

als in allen den pseudowissenschaftlichen Schrullen, die für gelehrte Theorien

und Hypothesen gelten.

Daksha, welcher als der Hauptvorfahr betrachtet wird, wird obendrein als der

Schöpfer des physischen Menschen bezeichnet, in der „Fabel“, welche ihn das

Haupt von seinem Körper bei dem allgemeinen Kriege zwischen den Göttern und

den Raumas verlieren läßt. Dieses Haupt wurde im Feuer verbrannt und durch

das Haupt eines Widders ersetzt, nach dem Kâshi Khanda des Skanda Purâna.

Nun sind Haupt und Hörner des Widders immer das Sinnbild der zeugenden

Macht und der Fortpflanzungskraft, und sind phallisch. Wie wir gezeigt haben, ist

es Daksha, der das Zeitalter der durch geschlechtlichen Verkehr erzeugten

Menschen einleitet. Diese Fortpflanzungsart trat jedoch nicht plötzlich auf, wie

man meinen möchte, sondern bedurfte langer Zeiträume, bevor sie der einzige

„natürliche“ Weg wurde. Daher wird Dakshas Opfer an die Götter dargestellt als

gestört durch Shiva - die zerstörende Gottheit, Entwicklung und Fortschritt

personifiziert, welcher zur selben Zeit der Erneuerer ist; der die Dinge unter der

einen Form nur zerstört, um sie unter einem andern, vollkommeneren Typus

wieder ins Leben zu rufen. Shiva-Rudra erschafft den schrecklichen Vîrabhadra,

geboren aus seinem Atem, das „tausendköpfige, tausendarmige“ Ungeheuer,

und beauftragt ihn, das von Daksha vorbereitete Opfer zu zerstören. Darauf

schuf Vîrabhadra, „der in dem Bereiche der Gespenster (ätherischen Menschen)

wohnte . . . . aus den Poren seiner Haut (Romakûpas) mächtige Raumas.“ [6]

Wie mythisch nun auch die Allegorie sein mag, das Mahâbhârata [7] - welches

ebenso viel Geschichte enthält wie die Ilias, läßt die Raumas und andere Rassen

auf dieselbe Art aus den Raumakûpas, den Harr- oder Hautporen entspringen.

91  I

Diese allegorische Beschreibung von Dakshas „Opfer“ ist voll Bedeutung für die

Schüler der Geheimlehre, welche um die „Schweißgeborenen“ wissen.

In dem Berichte des Vâyu Purâna über das Opfer wird obendrein gesagt, daß es

stattgefunden habe in Gegenwart der Geschöpfe, welche geboren sind aus dem

Eie, aus dem Dunste, aus der Vegetation, aus den Hautporen, und erst zum Schlusse, aus dem Schoße. [8]

Daksha versinnbildlicht die anfängliche dritte Rasse, heilig und rein, aber noch

eines Individuellen Egos entbehrend, und bloß im Besitze passiver Fähigkeiten.Brahmâ befiehlt ihm daher zu schaffen (in den exoterischen Texten); dem Befehle gehorchend, schuf er „niedere und höhere“ (Avara und Vara)

Nachkommenschaft (Putra), Zweifüßer und Vierfüßer; und durch seinen Willen

brachte er Weibchen hervor für die Götter, die Daityas (Riesen der vierten Rasse), die Schlangengötter, Tiere, Vieh und die Dânavas (Titanen und dämonische Magier) und andere Wesen.

Von dieser Zeit an wurden die Lebewesen durch geschlechtlichen Verkehr

erzeugt. Vor der Zeit des Daksha wurden sie auf verschiedene Art

fortgepflanzt - durch den Willen, durch den Blick, durch Berührung, und durch

die Wirkung religiöser Kasteiungen, die von frommen Weisen und Heiligen ausgeführt wurden. [9]

Und nun kommt die einfach zoologische Lehre.  [3] Eine allegorische Bezugnahme auf die „Heiligen Tiere“ des Zodiaks und andere Himmelskörper. Einige Kabbalisten sehen in ihnen die Vorbilder der Tiere.

[4] Bei Hesiod erzeugt Zeus die dritte Menschenrasse aus Eschenbäumen. In

den Popol Vuh wird die dritte Menschenrasse aus dem Baume Tzita und dem

Marke des Rohres genannt Sibac erschaffen. Aber Sibac bedeutet „Ei“ in der

Mysteriensprache der Artufas, oder Initiationshöhlen. In einem Berichte, der

1812 von Don Baptista Pino an die Cortes gesendet wurde, heißt es: „Alle

Pueblos haben ihre Artufas - so nennen die eingeborenen unterirdische

91  I

Gemächer mit nur einem einzigen Thor, wo sie sich (heimlich)

versammeln . . . . . Diese sind unzugängliche Tempel . . . . und die Thore sind

den Spaniern immer verschlossen . . . . . Sie beten Sonne und Mond an, . . . .

das Feuer und die große Schlange (die schöpferische Kraft), deren Eier Sibac

genannt werden.“

[5] Esoterisch besteht ein beachtenswerter Unterschied zwischen den Worten

Sarpa und Nâga, obwohl sie beide unterschiedslos gebraucht werden. Sarpa,

Schlange, kommt von der Wurzel srip, kriechen, vgl. lateinisch serp-o; und sie

werden Ahi genannt, von hâ, verlassen. Die Sarpas wurden aus Brahmâs

Haar erschaffen, welches infolge seines Entsetzens beim Anblicke der

Yakshas, welche er als schrecklich anzuschauen erschaffen hatten, von

seinem Haupte fielen, wobei ein jedes Haar eine Schlange wurde. Sie werden

genannt „Sarpa wegen ihres Kriechens und Ahi, weil sie das Haupt verlassen hatten.“ (Wilson, I. 83.) Aber die Nâgas in den Allegorien kriechen nicht, ungeachtet ihres Schlangenschwanzes, sondern bringen es fertig zu gehen, zu laufen und zu kämpfen.

[6] Wilson übersetzt das Wort mit „Halbgöttern“ (Vishnu Purâna, I. 130); aber

die Raumas sind einfach eine Rasse, ein Stamm.

[7] XII. 10308.

[8] Wilson, ebenda, II. 123.

[9] Ebenda, II. 10

91   I

29. TIERE MIT KNOCHEN, DRACHEN, UND FLIEGENDE SARPAS [10]

WURDEN DEN KRIECHENDEN DINGEN ZUGEFÜGT. DIE, WELCHE

KRIECHEN AUF DEM BODEN, BEKAMEN SCHWINGEN. DIE, MIT DEN

LANGEN HÄLSEN IM WASSER WURDEN DIE AHNEN DER VÖGEL DER

LUFT.

Dies ist ein Punkt, über den die Lehren und die moderne biologische Spekulation

in vollkommener Übereinstimmung sind. Die fehlenden Glieder, welche diesen

Übergangsprozeß zwischen Reptil und Vogel repräsentieren, sind auch für den

echtesten Frömmler sichtbar, insbesondere in den Ornithosceliden, im Hesperornis und im Archäopteryx des Vogt.

30. WÄHREND DER DRITTEN [11] WUCHSEN DIE KNOCHENLOSEN TIERE

UND VERÄNDERTEN SICH; SIE WURDEN ZU TIEREN MIT KNOCHEN, IHRE

CHHÂYÂS WURDEN [12] DICHT.

Wirbeltiere, und hierauf Säugetiere. Vorher waren die Tiere auch ätherische Protoorganismen, gerade so wie der Mensch es war.

31. DIE TIERE TRENNTEN SICH ZUERST. [13] SIE BEGANNEN SICH ZU

BEGATTEN. DER ZWEIFÄLTIGE MENSCH TRENNTE SICH [14] AUCH ER [15]SAGTE: „LASST UNS WIE SIE SEIN; LASST UNS VEREINIGEN UND GESCHÖPFE ERZEUGEN. SIE THATEN ES. . . .

32. UND JENE, WELCHE KEINEN FUNKEN HATTEN, [16] NAHMEN

UNGEHEURE WEIBLICHE TIERE ZU SICH. SIE ERZEUGTEN MIT IHNEN

STUMME RASSEN. STUMM WAREN SIE [17] SELBER. ABER IHRE ZUNGEN

LÖSTEN SICH. [18] DIE ZUNGEN IHRER NACHKOMMENSCHAFT BLIEBEN

SCHWEIGEND. UNGETÜME BRACHTEN SIE HERVOR. EINE RASSE VON

KRUMME, MIT ROTEM HAAREN BEDECKTEN UNGETÜMEN, DIE AUF

ALLEN VIEREN GINGEN. [19] EINE STUMME RASSE, DAMIT DIE SCHANDE

NICHT OFFENBAR WERDE. [20]

Die Thatsache früherer hermaphroditischer Säugetiere und der darauffolgenden

Trennung der Geschlechter ist jetzt unbestreitbar sogar vom Standpunkte der

Biologie. Wie Prof. Oskar Schmidt, der sich offen als Darwinist bekennt, zeigt:

Gebrauch und Nichtgebrauch in Verbindung mit Auslese erläutern (?) die

Trennung der Geschlechter und das auf anderem Wege völlig unbegreifliche

93  I

Vorhandensein der rudimentären Geschlechtsorgane. Besonders bei den

Wirbeltieren hat jedes Geschlecht so auffallende Spuren von den das andere

charakterisierende Fortpflanzungswerkzeugen, daß schon das Altertum den Hermaphroditismus als einen natürlichen Urzustand des Menschen annahm . . . . Die Zähigkeit, mit welcher diese Rudimente der Geschlechtsorgane vererbt worden, ist eine ganz enorme.

In der Klasse der Säugetiere ist wirklicher Hermaphroditismus unerhört; durch

ihre ganze Entwicklungsperiode hindurch schleppen sich die schon von ihren

unbekannten Stammformen, wer weiß wie lange, getragenen Überbleibsel.

[21]

[10] Schlangen.

[11] Rasse.

[12] Ebenfalls.

[13] In Männchen und Weibchen.

[14] Sodann.

[15] Der Mensch.

[16] Die „Schwachköpfigen“. Vgl. Shloka 24.

[17] Die „Schwachköpfigen“.

[18] Siehe  zu Shloka 36.

[19] Diese „Tiere“ oder Ungetüme sind nicht die menschenähnlichen oder irgend welche andere Affen, sondern wahrhaftig das, was die Anthropologen das „fehlende Glied“ nennen möchten, der ursprüngliche niedere Mensch.

[20] Die Schande ihres tierischen Ursprungs, den unsere heutigen

93  I

Wissenschafter hervorheben würden, wenn sie könnten.  [21] Descendenzlehre und Darwinismus, p. 171, 172. Die erwähnten „unbekannten Stammformen“ sind die ursprünglichen astralen Vorbilder.

93   I

„Die Tiere trennten sich zuerst“, sagt Shloka 31. Man halte sich vor Augen, daß

zu jener Zeit die Menschen verschieden waren, sogar physiologisch, von dem,

was sie jetzt sind, nachdem der Mittelpunkt der fünften Rasse bereits

überschritten ist. Es wird uns nicht gesagt, was die „ungeheuren weiblichen

Tiere“ waren; aber sie waren sicherlich ebenso verschieden von allen die wir jetzt

kennen, als die „Menschen“ verschieden waren von den Menschen von

heutzutage. Dies war der erste physische „Fall in die Materie“ von einigen der

damals existierenden und niederen Rassen. Man erinnere sich an Shloka 24. Die

„Söhne der Weisheit“ hatten frühere, d. i. die nicht entwickelte Dritte Rasse

verschmäht, und werden als sich in der späteren Dritten Rasse inkarnierend und

diese so mit Intellekt begabend dargestellt.

So fiel die Sünde der gehirnlosen oder „gemütlosen“ Rassen, welche keinen

„Funken“ hatten und unverantwortlich waren, auf jene, welche ihre karmische

Pflicht durch dieselben zu thun verschmähten.

95a  I

WAS DIE EINWENDUNGEN GEGEN DAS VORHERGEHENDE SEIN KÖNNEN.

Somit verwirft der Occultismus die Idee, daß die Natur den Menschen aus dem

Affen entwickelte, oder auch nur aus einem beiden gemeinsamen Ahnen; er führt

vielmehr im Gegenteile einige der menschenähnlichsten Arten auf den Menschen

der dritten Rasse aus der frühen atlantischen Periode zurück. Da dieser Satz

anderwärts behauptet und verteidigt werden wird, so sind ein paar Worte mehr

alles, was gegenwärtig notwendig ist. Der größeren Klugheit halber wollen wir

jedoch in Kürze wiederholen, was vorher in Band I, Strophe  gesagt wurde.

Unsere Lehren zeigen, daß es zwar richtig ist, zu sagen, daß die Natur einstmals

rund um die menschliche Astralform eine affenähnliche äußere Gestalt aufgebaut

hatte, daß es aber auch ebenso richtig ist, daß diese Gestalt in keinem höheren

Grade jene des „fehlenden Gliedes“ war, als es die vielfältigen anderen

Bedeckungen dieser Astralform waren, während des Verlaufes ihrer natürlichen

Entwicklung durch alle Naturreiche. Auch hat, wie gezeigt worden ist, eine solche

Entwicklung nicht auf diesem Planeten der Vierten Runde stattgefunden, sondern

bloß während der Ersten, Zweiten und Dritten Runde, als der Mensch der Reihe

nach „ein Stein, eine Pflanze, und ein Tier“ war, bis er das wurde, was er in der

ersten Wurzelrasse der gegenwärtigen Menschheit war. Die wirkliche

Entwicklungsreihe ist von der Darwinschen verschieden, und die zwei Systeme

sind unvereinbar, wenn nicht das letztgenannte von den Dogmen der „natürlichen

Zuchtwahl“ und dergleichen getrennt wird.

In der That liegt zwischen dem Moner des Haeckel und dem Sarîsripa des Manu

ein unüberschreitbarer Abgrund in Gestalt des Jîva; denn die „menschliche“

Monade, einerlei ob „inmetallisiert“ im Steinatom, oder „invegetalisiert“ in der

Pflanze, oder „inanimalisiert“ im Tiere, ist noch immer eine göttliche, somit auch

eine menschliche Monade. Sie hört auf, menschlich zu sein erst dann, wenn sie

absolut göttlich wird. Die Ausdrücke „mineralische“, „vegetabilische“ und

„animalische“ Monade beabsichtigen eine oberflächliche Unterscheidung zu

bewirken: es giebt nichts Derartiges, wie eine Monade (Jîva), die anders wäre als

göttliche, und die nicht infolgedessen einmal menschlich gewesen oder in

Zukunft menschlich werden müßte. Der letztere Ausdruck muß bedeutungslos

bleiben, wenn nicht dieser Unterschied wohl verstanden wird. Die Monade ist ein

Tropfen aus dem uferlosen Ocean jenseits, oder um das richtige zu sagen,

innerhalb der Ebene der ursprünglichen Differentiation. Sie ist göttlich in ihrem

höheren und menschlich in ihrem niederen Zustande - die Eigenschaftswörter

„höher“ und „niedriger“ sind in Ermangelung besserer Worte gebraucht - aber

95bI

eine Monade bleibt sie jeder Zeit, ausgenommen im nirvânischen Zustande unter

jedweder Bedingung, oder jedweden äußeren Formen. Wie der Logos das

Weltall in dem göttlichen Gemüte reflektiert, und das geoffenbarte Weltall sich

selbst in jeder seiner Monaden reflektiert, wie Leibnitz es in Wiederholung einer

östlichen Lehre dargestellt hat, so hat die Monade während des Cyklus ihrer

Inkarnationen in sich jede Wurzelform eines jeden Reiches zu reflektieren. Daher

sagen die Kabbalisten richtig, daß „der Mensch ein Stein wird, eine Pflanze, ein

Tier, ein Mensch, ein Geist, und schließlich Gott“, und so seinen Cyklus oder

Kreislauf vollendet, und zu dem Punkte zurückkehrt, von welchem er als der

Himmlische Mensch ausgegangen war. Aber unter „Mensch“ ist die göttliche

Monade gemeint, und nicht die denkende Wesenheit, noch weniger sein

physischer Körper. Die Männer der Wissenschaft versuchen jetzt, die

unsterbliche Seele, während sie ihr Dasein leugnen, durch eine Reihe von

tierischen Formen von der niedrigsten bis zur höchsten zu verfolgen; während in

Wahrheit die ganze gegenwärtige Faune von jenen ursprünglichen Ungetümen

abstammt, von denen die Strophen sprechen. die Tiere - die Kriechtiere sowohl

und jene in den Wassern, welche dem Menschen in dieser vierten Runde

vorangingen, sowie auch jene, welche mit der dritten Rasse gleichzeitig waren,

und wiederum die Säugetiere, welche später sind als die dritte und vierte Rasse -

sind alle entweder mittelbar oder unmittelbar, physisch die gegenseitige und

wechselseitige Hervorbringung des Menschen. Es ist richtig zu sagen, daß der

Mensch dieses Manvantaras, d. i. der drei vorhergehenden Runden, durch alle

Reiche der Natur hindurchgegangen ist; daß er „ein Stein, eine Pflanze, und ein

Tier“ war. Aber (a) diese Steine, Pflanzen und Tiere waren Vorbilder, die zarten

Darstellungen von jenen der vierten Runde, und (b) selbst jene am Beginne der

vierten Runde waren die astralen Schatten, wie die Occultisten es ausdrücken,

der gegenwärtigen Steine, Pflanzen und Tiere. Und schließlich waren weder die

Formen noch die Gattungen von Mensch, Tier oder Pflanze das, was sie später

wurden. So waren die astralen Vorbilder der niederen Wesen des Tierreiches der

vierten Runde, welche den Chhâyâs der Menschen vorhergingen, verfestigte,

wenn auch noch sehr ätherische Scheiden von noch ätherischen Formen oder

Modellen, die am Schlusse der dritten Runde auf Kugel D hervorgebracht waren,

wie im Geheimbuddhismus auseinandergesetzt ist; hervorgebracht „aus dem

Rückstande der Substanz, aus Stoff von toten Körpern von Menschen und

(anderen ausgestorbenen) Tieren des vorhergehenden Rades“, oder der

vorhergegangenen Dritten Runde - wie Shloka 28 uns sagt. Während somit die

noch nicht beschriebenen „Tiere“, welche dem Astralmenschen am Beginne

seines Lebenscyklus auf unserer Erde vorangingen, noch sozusagen die

Nachkommenschaft des Menschen der dritten Runde waren, verdanken die

95bI

Säugetiere dieser Runde ihr Dasein in einem bedeutenden Maße wiederum dem

Menschen. Obendrein ist der „Ahne“ des gegenwärtigen menschenähnlichen Tieres, des Affen, die unmittelbare Hervorbringung des noch gemütlosen Menschen, welcher seine Menschenwürde dadurch schändete, daß er sich selbst physisch auf die Stufe eines Tieres stellte.

Das Obige erklärt einige der angeblichen physiologischen Beweise, welche von

den Anthropologen als ein augenscheinlicher Beweis für die Abstammung des

Menschen von den Tieren vorgebracht werden.

95b I

Der Punkt, auf den die Evolutionisten den größten Nachdruck legen, ist der, daß

„die Geschichte des Embryo ein Abriß von jener der Rasse ist.“ Daß:

Jeder Organismus durchläuft bei seiner Entwicklung aus dem Ei eine Reihe

von Formen, welche in ähnlicher Reihenfolge seiner Vorfahren im langen

Verlaufe der Erdengeschichte durchlaufen haben. [22] Die Keimgeschichte

gestaltet sich daher zum Miniaturgebilde oder zum Auszuge der

Stammesgeschichte. Diese Vorstellung bildet den Inhalt unseres

biogenetischen Grundgesetzes, welches wir als das wahre „Grundgesetz der

organischen Entwicklung“ an die Spitze der Entwicklungsgeschichte stellen

müssen. [23]

Diese moderne Theorie war den Weisen und Occultisten seit den entferntesten

Zeitaltern als eine Thatsache bekannt und wurde von ihnen viel philosophischer

ausgedrückt.

Eine Stelle aus Isis entschleiert mag hier angeführt werden, um ein paar

Vergleichspunkte zu liefern. Es wurde gefragt, warum die Physiologen bei aller

ihrer großen Gelehrsamkeit nicht im stande seien, die Erscheinungen der Mißbildungen zu erklären?

Jeder Anatom, der die Entwicklung und das Wachstum des Embryo . . . „zum

Gegenstand seines speciellen Studiums“ gemacht hat, kann uns ohne große Gehirnanstrengung sagen, was tägliche Erfahrung und der eigene Augenscheinung ihm zeigen, nämlich, daß bis zu einem gewissen Zeitpunkt der menschliche Embryo ein getreues Abbild eines jungen Batrachiers auf seiner ersten Stufe nach dem Laiche ist - eine Kaulquappe. aber kein Physiologe oder Anatom scheint die Idee gehabt zu haben, auf die Entwicklung des menschlichen Wesens - vom ersten Augenblicke seines physischen Erscheinens als Keim bis zu seiner schließlichen Ausgestaltung und Geburt - die pythagoräische esoterische Lehre von der Metempsychosis anzuwenden, die von den Kritikern so irrtümlich ausgelegt wird. Die Bedeutung des kabbalistischen Satzes: „Ein Stein wird eine Pflanze; eine Pflanze ein Tier; ein Tier ein Mensch“ u. s. w., wurde an anderer Stelle in Beziehung zur geistigen und körperlichen Entwicklung der Menschen auf dieser Erde erwähnt. Wir wollen nun einige weitere Worte beifügen, um die Sache klarer zu machen.

Was ist die ursprüngliche Gestalt des zukünftigen Menschen? Ein Korn, eine

97I

Zelle, sagen einige Physiologen; ein Molekül, ein Ei des Eies, sagen andere.

Wenn sie analysiert werden könnte - durch das Mikroskop oder auf andere Art

·        welche Zusammensetzung derselben sollten wir vorzufinden erwarten? Nach

Analogie sollten wir sagen, die eines Kernes von unorganischer Materie, von

der Cirkulation niedergelegt an dem Keimpunkte, und vereinigt mit einer

Ablagerung organischer Materie. Mit anderen Worten, dieser außerordentlich

kleine Kern des zukünftigen Menschen ist aus denselben Elementen zusammengesetzt wie ein Stein - aus denselben Elementen wie die Erde, welche der Mensch zu bewohnen bestimmt ist. Moses wird von den Kabbalisten als Autorität für die Bemerkung angeführt, daß es Wasser und Erde bedurfte, um ein lebendiges Wesen zu machen, und daher kann gesagt werden, daß der Mensch zuerst als ein Stein erscheint.

Am Ende von drei oder vier Wochen hat das Ei ein pflanzenartiges Aussehen

angenommen, das eine Ende ist kugelig geworden und das andere spitz

zulaufend, wie eine Mohrrübe. Beim Zerschneiden findet man, daß es wie eine

Zwiebel aus sehr zarten Blättchen oder Häuten zusammengesetzt ist, die eine

Flüssigkeit einschließlich. Die Blättchen nähern sich einander an dem unteren

Ende und der Embryo hängt von der Wurzel des Nabels nahezu wie die Frucht

von dem Zweige. Der Stein ist jetzt, durch „Metempsychose“ in eine Pflanze verwandelt worden.

Dann beginnt das embryonale Geschöpf von innen nach außen seine Glieder

hervorzutreiben, und entwickelt seine Züge. Die Augen werden sichtbar als

zwei schwarze Punkte; die Ohren, Nase und Mund bilden Vertiefungen, wie

die Tüpfel einer Ananas, bevor sie hervorzutreten beginnen. Der Embryo

entwickelt sich zu einem tierartigen Fötus - zur Gestalt einer Kaulquappe - und

wie ein amphibisches Reptil lebt er im Wasser und entwickelt sich aus demselben. Seine Monade ist noch nicht menschlich oder auch unsterblich geworden, denn die Kabbalisten sagen uns, daß dies erst in der „vierten Stunde“ geschieht. allmählich nimmt der Fötus die Eigenschaften des menschlichen Wesens an, die erste Schwingung des unsterblichen Atems geht durch sein Wesen: er bewegt sich; und die göttliche Wesenheit läßt sich in der kindlichen Gestalt nieder, welche sie bewohnen wird, bis zum Augenblicke des körperlichen Todes, wo dann der Mensch ein Geist wird.

Diesen geheimnisvollen Vorgang einer neumonatlichen Bildung nennen die

Kabbalisten die Vollendung des „individuellen Cyklus der Evolution“. Wie sich

der Fötus inmitten des Liquor amnii in dem Schoße entwickelt, so keimen die

97I

Erden in dem Universalen Ether oder der Astralflüssigkeit in dem Schoße des

Weltalls. Diese kosmischen Kinder sind, wie ihre zwerghaften Bewohner,

zuerst Kerne; dann eichen; dann reifen sie allmählich; und werden ihrerseits

Mütter, und entwickeln mineralische, pflanzliche, tierische und menschliche

Formen. Vom Mittelpunkt zum Umkreise, vom kaum wahrnehmbaren

Bläschen bis zu den äußersten erfaßbaren Grenzen des Kosmos ziehen diese

erhabenen Denker, die Occultisten, Kreis um Kreis, die sich umfassen und

umfaßt sind in endloser Reihe. Den Embryo, der sich in seiner vorgeburtlichen

Sphäre entwickelt, den Einzelnen in seiner Familie, die Familie im Staate, den

Staat in der Menschheit, die Erde in unserem System, jenes System in seinem

centralen Universum, das Universum im Kosmos in der EINEN URSACHE -

der schrankenlosen und unendlichen. [24]

[22] „Ein sehr starkes Argument zu Gunsten der Variabilität wird von der Wissenschaft der Embryologie geliefert. Ist nicht der Mensch im Uterus . . . .  eine sehr einfache Zelle, eine Pflanze mit drei oder vier Blättchen, eine Kaulquappe mit Kiemen, ein Säugetier mit einem Schwanz, schließlich ein Säugetier erster Ordnung (?) und ein Zweifüßer? Es ist kaum möglich, in der embryologischen Entwicklung nicht eine flüchtige Skizze, eine getreue Zusammenfassung der ganzen organischen Reihe zu erkennen.“ (Lefèvre, Philosophie, p. 484.)

Die erwähnte Zusammenfassung ist jedoch nur die des Vorrates an Typen,

der im Menschen, dem Mikrokosmos aufgespeichert ist. Diese einfache

Erklärung begegnet allen solchen Einwänden, wie dem Vorhandensein eines

rudimentären Schwanzes am Fötus - einer Thatsache, mit der Haeckel und

Darwin als zu Gunsten der Affenvorfahrentheorie entscheidend im Triumphe

prunken. Es kann auch darauf hingewiesen werden, daß das Vorhandensein

einer Pflanze mit Blättern in den embyronischen Stadien nach gewöhnlichen

evolutionistischen Prinzipien nicht erklärt ist. Die Darwinisten haben den

Menschen nicht durch das Pflanzenreich zurückverfolgt, aber die Occultisten

thaten dies. Warum also diese Erscheinung beim Embryo, und wie erklären

97I

sie die ersteren?

[23] „Über die Urkunden der Stammesgeschichte“, eine Vorlesung von Haeckel (a. a. O. II. p. 93).

[24] BD. I. pp. 388-390.

97 I

So lautet ihre Philosophie der Entwicklung, wie wir sehen, verschieden von der

des Haeckel.

Nur Teile sind´s des

Einen ohne Fehle,

Deß´ Körper die Natur,

und (Parabrahm) die

Seele.

Dies sind die Beweise des Occultismus und sie werden von der Wissenschaft

verworfen. Aber wie ist die Kluft zwischen dem Gemüte des Menschen und dem

des Tieres in diesem Falle zu überbrücken? Wenn wir des Beweises halber

annehmen, daß der menschenähnliche Affe und der homo primigenius einen

gemeinsamen Ahnen hatten - auf die Art, wie es die moderne Spekulation

darstellt - wieso entfernten sich die beiden Gruppen voneinander soweit in Bezug

auf mentale Fähigkeit? Es ist wahr, dem Occultisten kann gesagt werden, daß

auf jeden Fall der Occultismus dasselbe thut, was die Wissenschaft wiederholt;

er giebt dem Affen und dem Menschen einen gemeinsamen Ahnen, nachdem er

den ersteren aus dem Ursprünglichen Menschen hervorgehen läßt. Ja, aber

jener „Ursprüngliche Mensch“ war Mensch nur seiner äußeren Form nach. Er war

gemütlos und seelenlos zu der Zeit, als er mit einem weiblichen Tierungeheuer

den Vorvater einer Reihe von Affen erzeugte. Diese Spekulation - wenn es eine

Spekulation ist - ist zum mindesten logisch, und füllt die Kluft zwischen dem

Gemüte des Menschen und des Tieres aus. So begründet und erklärt sie das

bisher Unergründbare und Unerklärbare. Die Thatsache - deren die Wissenschaft

nahezu sicher ist - daß in dem gegenwärtigen Entwicklungsstadium keine

Nachkommenschaft aus der Vereinigung von Mensch und Tier erfolgen kann,

wird anderwärts betrachtet und erklärt.

Was ist nun der fundamentale Unterschied zwischen den angenommenen (oder

nahezu angenommenen) Schlußfolgerungen - wie sie im Stammbaum des

Menschengeschlechts verkündet sind - daß Mensch und Affe einen

gemeinsamen Urahn haben, und den Lehren des Occultismus, welche diese

Schlußfolgerung bestreiten und die Thatsache annehmen, daß alle Dinge und

alle lebenden Wesen aus einer gemeinsamen Quelle entsprungen sind? Die

naturalistische Wissenschaft läßt den Menschen sich stufenweise zu dem

entwickeln, was er jetzt ist. Ausgehend von dem ersten protoplasmatischen

Klümpchen, dem sogenannten Moner - welches, wie uns gesagt wird, gleich dem

übrigen „in dem Verlaufe unermeßlicher Zeitalter aus ein paar, oder aus einer

einzigen, spontan entstehenden Urform entsprang, welche dem einen Gesetze

99I

der Evolution gehorchte“, wird er durch „unbekannte und unerkennbare“ Typen

hinauf bis zum Affen, und von da an bis zum Menschenwesen emporgeführt. Wo

die Übergangsgestalten entdeckbar sind, wird uns nicht gesagt; aus dem

einfachen Grunde, weil bis jetzt keine „fehlenden Glieder“ zwischen dem

Menschen und den Affen jemals gefunden worden sind, obwohl diese Thatsache

Leute, wie Haeckel, auf keinerlei Weise verhindert, sie nach Belieben zu erfinden.

Auch wird man ihnen niemals begegnen; wieder einfach deshalb, weil jenes

Glied, welches den Menschen mit seinen wirklichen Ahnen vereinigt, auf der

objektiven Ebene und in der materiellen Welt der Formen gesucht wird, während

es vor dem Mikroskope und dem Seciermesser innerhalb des tierischen

Gehäuses des Menschen selbst sicher verborgen ist. Wir wiederholen, was wir in

der Entschleierten Isis gesagt haben:

Alle Dinge hatten ihren Ursprung im Geiste - die Entwicklung begann

ursprünglich von oben und schritt nach abwärts vor, anstatt umgekehrt, wie in

der Darwinschen Theorie gelehrt wird. Mit anderen Worten, es hat eine

allmähliche Verstofflichung der Formen stattgefunden, bis ein bestimmter

Tiefpunkt der Erniedrigung erreicht wurde. Dies ist der Punkt, bei dem die

heutige Entwicklungslehre den Kampfplatz der spekulativen Hypothese betritt.

Bei dieser Periode angelangt, werden wir es leichter finden, Haeckels

Anthropogonie zu verstehen, welche den Stammbaum des Menschen „von

seiner protoplasmatischen Wurzel, verfault in dem Schlamme von Meere, die

bestanden, bevor die ältesten der fossilienführenden Felsen abgelagert

wurden,“ herleitet, nach Herrn Huxley Darstellung. Wir können noch leichter

daran glauben, daß sich der Mensch (der dritten runde) entwickelte „durch allmähliche Umwandlung eines (astralen) Säugetieres von affenartiger Organisation,“ wenn wir uns daran erinnern, daß dieselbe Theorie, in einer gedrängteren und weniger eleganten, aber ebenso verständlichen Ausdrucksweise, nach der Erzählung des Berosus viele tausend Jahre vor seiner Zeit von dem Mannfisch Oannes oder Dagon, dem Halbdämon von Babylonien, [25] (wenn auch auf etwas andere Art) gelehrt wurde.

Aber was liegt jenseits der Darwinschen Abstammungslinie? soweit Darwin in

Betracht kommt, nichts als „unverificierbare Hypothesen“, denn, nach seiner

Darstellung betrachtet er alle Wesen „als die geradlinigen Abkömmlinge

einiger weniger Wesen, welche viel früher lebten, als die erste Schicht des

silurischen Systems abgelagert wurde.“ [26] Er versucht nicht, uns zu zeigen,

was diese „wenige Wesen“ waren. Aber es entspricht unserem Zwecke

ebenso gut, denn mit dem bloßen Zugeständnis ihrer Existenz, erlangt die

Zufluchtnahme zu den Alten um Bestätigung und Ausarbeitung der Idee, den

99I

Stempel wissenschaftlicher Billigung. [27]

Fürwahr, wie wir in unserem ersten Werke gesagt haben, wenn wir Darwins

Theorie der Entwicklung der Arten annehmen, so finden wir, daß sein

Ausgangspunkt vor einer offenen Tür liegt. Wir haben die Freiheit, entweder mit

ihm drinnen zu bleiben, oder die Schwelle zu überschreiten, hinter welcher das

Unbegrenzte und das Unbegreifliche, oder vielmehr das Unaussprechliche liegt.

Wenn unsere sterbliche Sprache unzulänglich ist, das auszudrücken, was unser

Geist - während er auf dieser Erde verweilt - undeutlich in dem Großen „Jenseits“

voraussieht, so muß er es an irgend einem Punkt in der zeitlosen Ewigkeit verwirklichen. Aber was liegt „jenseits“ von Haeckels Theorie? Warum der Bathybius Haeckelii, und nicht mehr!

[25] Siehe Cory, Ancient Fragments, pp. 21ff.

[26] Origin of Species, pp. 448, 448, erste Ausg.

[27] Bd. I. p. 154

99 IX

STROPHE IX.

DIE SCHLIESSLICHE ENTWICKLUNG DES MENSCHEN.

33. Die Schöpfer trauern. 34. Sie sühnen ihre Unterlassung. 35. Die Menschen

werden mit Gemütern begabt. 36. Die vierte Rasse entwickelt vollkommene

Sprache. 37. Jede androgyne Einheit trennt sich und wird zweigeschlechtlich.

33. ALS SIE DIES [1] SAHEN, DA TRAUERTEN DIE LHAS, [2] WELCHE NICHT

MENSCHEN GEBILDET HATTEN, [3] UND SAGTEN:

34. „DIE AMANASA [4] HABEN UNSERE ZUKÜNFTIGEN WOHNUNGEN

VERUNREINIGT. DIES IST KARMA. LASST UNS IN DEN ANDEREN WOHNEN. LASST UNS SIE BESSER BELEHREN, DAMIT NICHT SCHLIMMERES GESCHEHE.“ SIE THATEN ES. . . .

35. DA WURDEN ALLE MENSCHEN MIT MANAS [5] BEGABT. SIE SAHEN DIE

SÜNDE DER GEMÜTLOSEN.

Aber sie hatten sich bereits getrennt, bevor der Strahl der göttlichen Vernunft das

dunkle Gebiet ihrer bis dahin schlummernden Gemüter erleuchtet hatte, und

hatten gesündigt. Das heißt, sie hatten unbewußt Böses verübt, indem sie eine

Wirkung hervorbrachten, die unnatürlich war. Aber, gleich den sechs anderen

ursprünglichen Rassen, ihren Brüdern und Genossen, wird selbst diese siebente

von nun an entartete Rasse, welche wegen der begangenen Sünde ihre Zeit für

ihre schließliche Entwicklung abwarten muß - wird selbst diese siebente Rasse

sich am letzten Tage auf einem der sieben Pfahle finden.

Denn:

Die Weisen [6] bewachen das Haus der Naturordnung: sie nehmen an vortreffliche Formen im geheimen. [7]

Aber wir müssen sehen, ob die „Tiere“, mit denen sie sich abgegeben hatten, von

derselben Art waren, wie die der Zoologie bekannten.  Der „Fall“ geschah, nach dem Zeugnisse der alten Weisheit und der alten Berichte, sobald Daksha - der reinkarnierte Schöpfer der Menschen und der Dinge in der frühen Dritten Rasse - verschwunden war, um jenem Teile der Menschheit Platz zu machen, welcher sich „getrennt“ hatte. Ein  erklärt die Einzelheiten, welche dem „Falle“ vorangingen, folgendermaßen:

In der Anfangsperiode der Vierten Entwicklung des Menschen verzweigte sich

41201IX

das Menschenreich nach mehreren und verschiedenen Richtungen. Die äußere

Gestalt seiner ersten vertreten war nicht einheitlich, denn mit den Trägern (den

eiartigen äußeren Schalen, in denen der zukünftige vollständige körperliche

Mensch heranreifte), gaben sich oft, bevor jene erhärteten, ungeheure Tiere ab,

die von jetzt unbekannten Arten waren, und den versuchsweisen Anstrengungen

der Natur angehörten. Das Ergebnis war, daß Zwischenrassen von Ungeheuern,

halb Tieren, halb Menschen, hervorgebracht wurden. Aber da sie Mißerfolge

waren, so war ihnen nicht gestattet, lange zu atmen und zu leben, obwohl, da die

wesentlich überwiegende Kraft des psychischen über die physische Natur noch

sehr schwach war, und kaum begründet, die „Eigeborenen“ Söhne verschiedene

ihrer Weibchen sich als Genossinnen genommen, und andere menschliche

Ungeheuer erzeugt hatten. Später, als die Tierarten und Menschenrassen

allmählich ins Gleichgewicht kamen, trennten sie sich, und paarten sich nicht

weiter. Der Mensch schuf nicht mehr - er erzeugte. Aber er erzeugte auch Tiere

ebenso gut wie Menschen in der alten Zeit. Daher sprachen die Weisen (oder

Wahrsager), welche von Männern sprachen, die keine durch den Willen erzeugte

Nachkommenschaft mehr hatten, sondern verschiedene Tiere zugleich mit

Dânavas (Riesen) mit Weibchen von anderen Arten erzeugten - Tiere, welche

gleich (oder nach Art von) vermeintlichen Söhnen zu ihnen standen; während sie

(die menschlichen Männer) es mit der Zeit zurückwiesen, für die (vermeintlichen)

Väter der stummen Geschöpfe gehalten zu werden - Wahrheit und Weisheit. Da

die Könige und Herren der letzten Rasse (der dritten und der vierten) dies

(diesen Zustand der Dinge) sahen, so drückten sie das Siegel des Verbotes auf

das sündige Verkehren. Es störte das Karma, es entwickelte neues (Karma). [8]

Sie (die Göttlichen Könige) schlugen die Schuldigen mit Unfruchtbarkeit. Sie

zerstörten die rote und die blaue Rasse. [9]

In einem andern finden wir:

Es gab blau- und rotgesichtige Tiermenschen selbst in späteren Zeiten; nicht aus

thatsächlicher Vermischung (zwischen menschlichen und tierischen Arten), sondern durch Abstammung.

Und noch eine andere Stelle erwähnt:

Rothaarige, schwärzliche Menschen, die auf allen Vieren gehen, welche sich

krümmen und gerade richten (aufrecht stehen und wieder auf ihre Hände fallen),

welche wie ihre Vorväter sprechen, und wie ihre riesigen Vormütter auf ihren

Händen laufen.

Vielleicht würden Haeckelianer in diesen Exemplaren zwar nicht den „Homo

Primigenius“ wiedererkennen, aber einige von den niederen Stämmen, wie zum

41201IX

Beispiel einige Stämme der australischen Wilden. Nichtsdestoweniger stammen

nicht einmal diese von den menschenähnlichen Affen ab, sondern von

menschlichen Vätern und halbmenschlichen Müttern, oder, um genauer zu

sprechen, von menschlichen Ungetümen - von jenen im ersten

erwähnten „Mißerfolgen“. Die wirklichen Anthropoiden, Haeckels Catarrhinae und

Platyrrhinae, kamen viel später, in der letzten Zeit der Atlantis. Der Orangutan,

der Gorilla, der Schimpanse und der Pavian sind die spätesten und rein

physischen Entwicklungen aus niederen anthropoiden Säugetieren. Sie haben

einen Funken rein menschlicher Wesenheit in sich: der Mensch jedoch hat nicht

einen Tropfen pithekoiden [10] Blutes in seinen Adern. So sagt die alte Weisheit

und allgemeine Überlieferung.

[1] Die mit den Tieren begangene Sünde.

[2] Die Geister, die „Söhne der Weisheit“.

[3] Welche sich geweigert hatten, zu „schaffen“.

[4] Gemütlosen.

[5] Gemüt.

[6] Dieser Vers im Rig Veda (X. 5, 6): „Die Sieben Weisen (Strahlen der

Weisheit, Dhyânîs) bilden Sieben Pfade (oder Linien, und auch Rassen in

einem anderen Sinn). Auf einen von diesen kann der trostlose Sterbliche

kommen“ - ein Vers, der nur vom astronomischen und kosmischen Aspekt

aus interpretiert wird, ist einer der gehaltvollsten an occulter Bedeutung. Die

„Pfade“ können Linien (Maryâdâh) bedeuten, aber sie sind ursprünglich

Lichtstrahlen, die auf die Pfade fallen, welche zur Weisheit führen. (Siehe Rig

Veda, . 5-13.) Es bedeutet „Wege“ oder Pfade. Sie sind kurz gesagt die

sieben Strahlen, welche aus dem makrokosmischen Centrum frei herabfallen,

die sieben Prinzipien im metaphysischen, die sieben Rassen im physischen

41201IX

Sinn. Alles hängt ab von dem angewendeten Schlüssel.

[7] Rig Veda, X. 10, 5, 2.

[8] Es ist nahezu unmöglich, einige dieser alten Kontinente wörtlich zu übersetzen. Wir sind oft gezwungen, nur den Sinn zu geben, und so die wörtlichen Übersetzungen wieder zu übersetzen.  [9] Rudra, als ein Kumâra, ist Nîlalohita - rot und blau.  [10] Dies gilt ohne Rücksicht auf die moderne materialistische Evolution, welche auf folgende Art spekuliert: „Die ursprüngliche Urmenschenform, vo welcher wir alle Menschen-Arten als Abkömmlinge betrachten, ist natürlich längst ausgestorben. (Dies bestreiten wir; sie hat nur an Größe abgenommen und sich in Bezug auf Gewebe verändrt.) Viele Gründe berechtigen uns aber zu der Vermutung, daß dieselbe aus wollhaarigen Langköpfen von dunkler (bräunlicher?) Hautfarbe bestand. (Die afrikanischen Rassen sind selbst jetzt in hervorragendem Maße langköpfig, aber der paläolithische Neanderthalerschädel, der älteste, von dem wir wissen, ist von bedeutender Größe, und der Kapacität des Gorillaschädels nicht näher stehend, als die irgend eines anderen jetzt lebenden Menschen.) Wir wollen diese hypothetische Menschen-Art vorläufig als Urmenschen (Homo primigenius) bezeichnen. . . . . Die erste Menschen-Art, der Urmensch (Homo primigenius)

oder der Affen-Mensch, welcher der Stammvater aller übrigen Arten wurde,

entstand aller Wahrscheinlichkeit nach in der Tropenzone der alten Welt aus

menschenähnlichen Affen.“ Um Beweise befragt, erwidert der Evolutionist

nicht im mindesten eingeschüchtert, „von denen uns bis jetzt noch keine

fossilen Reste bekannt sind, die aber möglicherweise heute noch lebenden

Orang und Gorilla ziemlich nahe standen.“ Und dann wird der Papua-Neger als der wahrscheinlich nächste Nachkomme erwähnt. (Stammbaum des Menschengeschlechts, a. a. O., p. 87.)

41201IX

Haeckel hält fest an Lemurien, welches er mit Ostafrika und Südasien als die

mögliche Wiege der ursprünglichen Affenmenschen erwähnt. So thun auch

viele Geologen. Herr A. R. Wallace giebt seinen Bestand zu, wenn auch in

einem etwas geänderten Sinne, in seiner Geographischen Verbreitung der

Tiere. Aber die Evolutionisten sollen nicht so leichthin von der

verhältnismäßigen Größe der Gehirne der Menschen und des Affen sprechen,

denn das ist sehr unwissenschaftlich, insbesondere wenn sie vorgeben,

keinen Unterschied, oder wenigstens einen nur sehr geringen zwischen den

beiden zu sehen. Denn Vogt selbst zeigte, daß, während der höchststehende

Affe, der Gorilla, ein Gehirn von nur 30 - 51 Kubikzoll hat, das Gehirn des

niedrigststehenden australischen Ureinwohners 99,35 Kubikzoll erreicht. Das

erstere ist somit „nicht halb so groß wie das Gehirn einen neugeborenen

Kindes“, sagt Pfaff

41201IX

Wie wurde die Trennung der Geschlechter bewirkt? wird gefragt. Sollen wir an

die alte jüdische Fabel von der Rippe Adams glauben, welche die Eva liefert?

Selbst ein solcher Glaube ist logischer und vernünftiger als die

gänzlichvorbehaltlose Abstammung des Menschen von den Vierhändern; denn

der erstere verbirgt unter einer fabelhaften Darstellung eine esoterische Wahrheit

während die letztere keine tiefer Thatsache verhehlt, als ein Verlangen, der

Menschheit eine materialistische Einbildung aufzuzwingen. die Rippe ist ein

Knochen, und wenn wir in der Genesis lesen, daß Eva aus der Rippe geschaffen

wurde, so bedeutet das einfach, daß die Rasse „mit Knochen“ hervorgebracht

ward aus einer vorhergehenden Rasse oder Rassen, welche „knochenlos

waren“. Dies ist ein weit und breit verbreiteter esoterischer Lehrsatz. Es ist

nahezu universell unter seinen verschiedenen Formen. Eine thatsächliche

Überlieferung besagt, daß der Mensch aus Araea, „roter Erde“ geschaffen wurde.

Taaroa. die schöpferische Kraft, der Hauptgott, „versetzte den Menschen auf

lange Jahre, auf verschiedene Leben in Schlaf.“ Dies bedeutet Rassenperioden,

und ist eine Bezugnahme auf seinen mentalen Schlaf, wie anderwärts gezeigt.

Während dieser Zeit zog die Gottheit einen Ivi (Knochen) aus dem Menschen

und der wurde ein Weib. [11]

Nichtsdestoweniger, was immer diese Allegorie vorstellen mag, macht sogar ihre

exoterische Bedeutung einen göttlichen Bildner des Menschen notwendig - einen

„vorfahren“. Glauben wir also an eine solche übernatürliche Wesen? Wir sagen:

Nein. Der Occultismus hat niemals an irgend etwas, weder belebt noch unbelebt,

außerhalb der Natur geglaubt. auch sind wir nicht Weltanbeter oder Polytheisten,

wenn wir an den „Himmlischen Menschen“ und die Göttlichen Menschen

glauben, denn wir haben das angehäufte Zeugnis der Zeitalter, mit seinem

unwandelbaren Beweis für jeden wesentlichen Punkt, um uns darin zu

unterstützen; die Weisheit der Alten und die universelle Überlieferung. Wir

verwerfen jedoch solche grundlosen und basislosen Überlieferungen, welche aus

der strengen Allegorie und Symbolik herangewachsen sind, wenn sie auch in

exoterischen Glauben Annahme gefunden haben mögen. Was aber in einmütiger

Überlieferung aufbewahrt ist, könnte nur der absichtlich Blinde verwerfen. Daher

glauben wir an Rassen von Wesen, in weit entfernten geologischen Zeitaltern,

die anders waren als die unsere, an Rassen von ätherischen Menschen, die auf

die unkörperlichen (Arûpa) folgten, mit Form, aber ohne feste Substanz, Riesen,

welche uns Zwergen vorangingen; an Dynastien von göttlichen Wesen, an jene

Könige und Unterweiser der dritten Rasse in Künsten und Wissenschaften, mit

der es unsere kleine moderne Wissenschaft weniger auf einen Vergleich ankommen lassen kann, als die elementare Arithmetik mit der Geometrie.

Nein, sicherlich nicht. Wir glauben nicht an übernatürliche, sondern nur an

41203IX

übermenschliche, oder vielmehr zwischenmenschliche Intelligenzen. Man kann

leicht das Gefühl des Bedauerns begreifen, das eine gebildete Person haben

würde, unter die Abergläubischen und Unwissenden gerechnet zu werden; und

selbst die große Wahrheit erfassen, die von Renan ausgesprochen wurde, wenn

er sagt:

Das Übernatürliche ist wie die Erbsünde geworden, ein Makel, dessen sich

jedermann zu schämen scheint - selbst jene höchst religiösen Personen,

welche sich heutigen Tages weigern, auch nur ein Minimum biblischer Wunder

in ihrer ganzen Rohheit anzunehmen, und welche in dem Bestreben, sie auf ein Minimum zu reducieren, sie in den entferntesten Winkeln der Vergangenheit verstecken und verbergen. [12]

Aber das „Übernatürliche“ des Renan gehört dem Dogma an und ist toter

Buchstabe. Es hat nicht zu thun mit seinem Geiste, noch mit der Wirklichkeit der

Thatsachen in der Natur. Wenn die Theologie uns auffordert zu glauben, daß vor

vier oder fünf Jahrtausenden die Menschen 900 Jahre und mehr lebten, daß ein

Teil der Menschheit, die Feinde des Volkes Israels ausschließlich, aus Riesen

und Ungeheuern bestand, so lehnen wir es ab, zu glauben, daß etwas Derartiges

in der Natur von nur fünf Tausend Jahren stattgefunden habe. Denn die Natur

schreitet niemals in Sprüngen und plötzlichen Bewegungen vor, und Logik und

logischer Menschenverstand, abgesehen von Geologie, Anthropologie und

Ethnologie haben sich mit Recht gegen solche Behauptungen aufgelehnt. Wenn

aber dieselbe Theorie, ihre phantastische Zeitrechnung aufgebend, behauptet

hätte, daß die Menschen 969 Jahre - das Alter des Methusalah - vor fünf

Millionen Jahren lebten, so hätten wir nichts gegen die Behauptung zu sagen.Denn in jenen Tagen verhielt sich die körperliche Gestalt der Menschen im Vergleich zu dem gegenwärtigen menschlichen Körper, wie die eines Megalosaurus zu der einer gemeinsamen Eidechse.

[11] Ellis´ Polynesian Researches, Bd. II, p. 38. Die Missionare scheinen über

diesen Namen Ivi hergefallen zu sein und daraus Eva gemacht zu haben, aber, wie Professor Max Müller gezeigt hat, ist Eva kein hebräischer Name, sondern eine europäische Umformung von [korrekter Abdruck siehe Buch], Châvah, Leben, oder Mutter alles Lebendigen; „während das tahitische ivi, und das maorische wheva, Knochen bedeutete und nur Knochen.“ (Introduction to the Science of Religion, p. 304.)

41203IX

[12] Chaire d´Hebreu au Collége de France, p. 20

41203 IX

Ein Naturforscher macht eine andere Schwierigkeit geltend. Die menschliche Art

ist die einzige, welche, wie ungleich sie auch in ihren Rassen ist, untereinander

Nachkommenschaft hervorbringen kann. „Es handelt sich nicht“ um Auswahl

zwischen Menschenrassen, sagen die Antidarwinisten, und kein Evolutionist

kann das Argument bestreiten, welches höchst siegreich die spezifische Einheit

beweist. Wie kann dann der Occultismus darauf bestehen, daß ein Teil der

Menschheit der vierten Rasse Junge erzeugte mit Weibchen einer anderen, nur

halbmenschlichen, wenn nicht ganz tierischen Rasse; und daß die aus dieser

Vereinigung hervorgehenden Hybriden sich nicht nur selbstständig fortpflanzen,

sondern auch die Ahnen der heutigen menschenähnlichen Affen hervorbrachten?

Die esoterische Wissenschaft erwidert hierauf, daß dies beim ersten Anbeginne

des physischen Menschen der Fall war. Seit damals hat die Natur ihre Verfahren

geändert, und Unfruchtbarkeit ist das einzige Ergebnis des Verbrechend der

menschlichen Bestialität. Aber wir haben selbst heute noch Beweise dafür. Die

Geheimlehre lehrt, daß die spezifische Einheit der Menschheit selbst jetzt nicht

ohne Ausnahmen ist. Denn es giebt, oder gab vielmehr noch vor wenigen

Jahren, Abkömmlinge dieser halbtierischen Stämme oder Rassen, sowohl von

entferntem lemurischen als auch lemuro-atlantischen Ursprung. Die Welt kennt

sie als Tasmanier (jetzt erloschen), Australier, Andamaneninsulaner u. s. w. Die

Abstammung der Tasmanier kann nahezu nachgewiesen werden durch eine Thatsache, welche Darwin in ziemliches Erstaunen versetzte, ohne daß er im stande gewesen wäre, irgend etwas daraus zu machen. Diese Thatsache verdient Beachtung.

De Quatrefages und andere Naturforscher, welche Monogenesis eben durch die

Thatsache zu beweisen suchen, daß jede Rasse der Menschheit fähig ist, sich

mit jeder anderen zu kreuzen, haben aus ihren Berechnungen Ausnahmen

ausgelassen, welche in diesem Falle die Regel nicht bestätigen. Menschliche

Kreuzung mag seit der Zeit der Trennung der Geschlechter eine allgemeine

Regel gewesen sein, aber dies hindert nicht, daß sich ein anderes Gesetz

geltend macht, nämlich Unfruchtbarkeit zwischen zwei Menschenrassen,

geradeso wie zwischen zwei Tierspezies von verschiedener Art, in jenen

seltenen Fällen, wo ein Europäer, der sich herabließ, in einem Weibe eines

wilden Stammes eine Genossin zu sehen, zufällig ein Mitglied eines solchen

gemischten Stammes erwählt. [13] Darwin bemerkt einen solchen Fall bei einem

tasmanischen Stamme, dessen Weiber plötzlich in Masse von Unfruchtbarkeit

betroffen wurden, einige Zeit nachdem unter ihnen europäische Kolonisten

angekommen waren. Der große Naturforscher versuchte diese Thatsache durch

einen Wechsel der Lebensweise, der Nahrungsbedingungen u. s. w. zu erklären,

gab aber schließlich die Lösung des Geheimnisses auf. Für den Occultisten ist

41205IX

sie sehr klar. „Kreuzung“, wie es genannt wird, von Europäern mit

Tasmanierinnen - das ist mit Vertreterinnen einer Rasse, deren Vorfahren ein

„seelenloses“ [14] und gemütloses Ungeheuer und ein wirklicher menschlicher,

wenn auch noch ebenso gemütloser Mensch waren - brachte Unfruchtbarkeit mit

sich; und dies nicht nur als Folge eines physiologischen Gesetzes, sondern auch

als ein Gesetz der karmischen Evolution in der Frage des weiteren Überlebens

der abnormalen Rasse. In Bezug auf keinen Punkt des Obigen ist die Wissenschaft bis jetzt bereits zu glauben - aber sie wird es am Ende müssen.

Die esoterische Philosophie, daran wollen wir uns erinnern, füllt bloß die von der

Wissenschaft übrig gelassenen Lücken aus, und berichtigt ihre falschen Voraussetzungen.

Aber in dieser Einzelheit unterstützen die Geologie, und selbst die Botanik und

Zoologie die esoterischen Lehren. Es ist von vielen Geologen darauf

hingewiesen worden, daß der australische Ureinwohner - welcher thatsächlich

mit einer archaischen Faune und Flora zusammenbesteht - in ein außerordentliches Altertum zurückreichen muß. Die ganze Umgebung dieser geheimnisvollen Rasse, über deren Ursprung die Ethnologie schweigt, ist ein Zeugnis für die Wahrheit der esoterischen Behauptung. Wie Jukes sagt:

Es ist eine sehr seltsame Thatsache, daß nicht nur diese Beuteltiere (die in

den Oxfordshire Stone-field Schiefern gefundenen Säugetiere), sondern auch

verschiedene Muscheln - wie z. B. die Trigonias und selbst einige von den

Pflanzen, die in den Oolithfelsen fossil gefunden werden - den jetzt in

Australien lebenden viel ähnlicher sind, als den lebenden formen auf irgend

einem anderen teile der Erdkugel. Die könnte auf Grund der Annahme erklärt

werden, daß seit der oolithischen (jurassischen) Periode in Australien weniger

Veränderung stattgefunden hat als anderwärts, und daß die australische Flora

und Faune infolgedessen etwas von dem oolithischen Typus bewahrt,

während er auf der übrigen Erde gänzlich verdrängt und ersetzt ist (!!). [15]

Warum hat nun in Australien weniger Veränderung stattgefunden, als

anderwärts? Wo ist der Daseinsgrund für einen solchen „Fluch der

Verzögerung“? Einfach deshalb, weil sich die Natur der Umgebung gleichen

Schrittes mit der betreffenden Rasse entwickelt. Entsprechungen herrschen

allüberall. Die überlebenden jener letzten Lemurier, welche der Vernichtung ihrer

Genossen entgingen, als der Hauptkontinent versank, wurden die Vorfahren

eines Teiles der gegenwärtigen Ureinwohnerstämme. Da sie eine sehr niedrige

Unterrasse waren, die ursprünglich von Tieren, von Ungeheuern erzeugt wurde,

deren bloße Überreste jetzt Meilen unter dem Meeresboden liegen, so existierte

ihr Stamm seither in einer Umgebung, die dem Gesetze der Verzögerung stark

41205IX

unterworfen war. Australien ist eines der ältesten, jetzt über dem Wasser

befindlichen Länder, und befindet sich in der greisenhaften Abgelebtheit des

hohen Alters, ungeachtet seines „jungfräulichen Bodens“. Es kann keine neuen

Formen hervorbringen, wenn ihm nicht neue und frische Rassen, und künstliche

Kultur und Züchtung zu Hilfe kommen.

[13] Von solchen halbtierischen Geschöpfen waren die einzigen der

Ethnologie bekannten Überbleibsel die Tasmanier, ein Teil der Australier und

ein Gebirgsstamm in China, dessen Männer und Weiber gänzlich mit Haar

bedeckt sind. Sie waren die letzten geradlinigen Abkömmlinge der erwähnten

halbtierischen Lemurier der letzten Zeit. Es giebt jedoch beträchtliche Mengen

gemischter lemuro-atlantischer Völkershaften, die durch verschiedene Kreuzungen, mit solchen halbmenschlichen Stämmen entstanden waren - z.

B. die Wilden von Borneo, die Veddhas von Ceylon, die von Prof. Flower

unter die Ârier (!) klassificiert werden, die meisten der übrigen Australier, die

Buschmänner, Negritos, Andamaneninsulaner, u. s. w.

Die Australier vom Golf von St. Vincent und aus der Nachbarschaft von

Adelaide sind sehr haarig, und der braune Flaum auf der Haut der Knaben

von fünf oder sechs Jahren nimmt ein pelzartiges Aussehen an. Sie sind

jedoch herabgesunkene Menschen; nicht die engste Annäherung an den

„pikethoiden Menschen“, wie Haeckel so unbedingt versichert. Nur ein Teil

dieser Menschen sind ein lemurischer Überrest. (Vgl. Esoteric Buddhism, pp.

64 ff.)

[14] Wenn wir die Tiere seelenlos nennen, so sprechen wir dem Tiere, von der

niedrigsten bis zur höchsten Art, nicht eine Seele ab, sonder nur eine

bewußte überlebende Ego-Seele, d. i. jenes Prinzip, welches den Menschen

überlebt, und in einem ähnlichen Menschen reinkarniert, Das Tier hat einen

Astralkörper, welches die körperliche Form eine kurze Zeit lang überlebt;

nichtsdestoweniger reinkarniert seine (tierische Monade) nicht in derselben,

41205IX

sondern in einer höheren Art, und hat natürlich keinen „Devachan“. Es hat die

Samen aller menschlichen Prinzipien in sich, aber sie sind verborgen.

[15] Manual of Geology, p. 302.

41205 IX

Um jedoch nochmals auf die Geschichte der dritten Rasse, der

„Schweißgeborenen“, der „Eihervorbringenden“, und der „Androgynen“,

zurückzukommen. Nahezu geschlechtslos in ihren ersten Anfängen, wurde sie

doppelgeschlechtig oder androgyn; natürlich allmählich. Der Übergang von der

ersten bis zur letzten Umformung erforderte zahllose Generationen, während

welcher die einfache Zelle, welche aus dem frühesten Vorfahr (den zwei in

einem) hervorging, sich zuerst zu einem zweigeschlechtlichen Wesen

entwickelte; und dann brachte die Zelle, welche ein regelrechtes Ei wurde, ein

eingeschlechtliches Geschöpf hervor. Die Menschheit der dritten Rassen ist die

geheimnisvollste aller fünf bisher entwickelten Rassen. Das Geheimnis des „Wie“

der Erzeugung der getrennten Geschlechter muß natürlich hier sehr dunkel

bleiben, da das die Aufgabe eines Embryologen und eines Spezialforschers ist;

das vorliegende Werk giebt nur schwache Umrisse des Vorganges. aber es ist

einleuchtend, daß die Einzelwesen der Menschheit der dritten Rasse anfingen,

sich in ihren vorgeburtlichen Schalen oder Eiern [16] zu trennen und aus

denselben als unterschiedene männliche und weibliche Kinder hervorzukommen,

Zeitalter nach dem Auftreten ihrer frühen Vorfahren. Und wie die Zeit ihre

geologischen Perioden abrollte, begannen die neugeborenen Unterrassen ihre

Geburtsfähigkeit zu verlieren. Gegen das Ende der vierten Unterrasse der dritten

Rasse verlor das Kind seine Fähigkeit, sofort nach der Befreiung aus seiner

Schale zu gehen, und mit dem Ende der fünften wurde die Menschheit unter

denselben Bedingungen und mit genau demselben Vorgang geboren, wie unsere

historische Generationen. Dies erforderte natürliche Millionen von Jahren. Der

Leser ist mit den angenäherten Zahlen zum mindesten der exoterischen Berechnung bekannt gemacht worden. [17]

Wir nähern uns dem Wendepunkt in der Entwicklung der Rassen. Sehen wir, was

die occulte Philosophie über den Ursprung der Sprache sagt.

36. DIE VIERTE RASSE ENTWICKELTE DIE SPRACHE.

Die e erklären, daß die erste Rasse - die ätherischen oder astralen

Söhne des Yoga, auch genannt die „Selbstgeborenen“ - in unserem Sinne

sprachlos war, denn sie entbehrte des Gemütes auf unserer Ebene. Die zweite

Rasse hatte eine „Tonsprache“, nämlich gesangartige Töne, die nur aus Vokalen

zusammengesetzt waren. Die dritte Rasse entwickelte im Anfange eine Art von

Sprache, die nur ein geringer Fortschritt über die verschiedenen Töne in der

Natur war, über den Schrei der riesigen Insekten und der ersten Tiere, welche

jedoch zur Zeit der „Schweißgeborenen“ oder der frühen dritten Rasse kaum im

Entstehen waren. In ihrer zweiten Hälfte, als die „Schweißgeborenen“ die

41207IX

„Eigeborenen“ die mittlere Dritte Rasse hervorbrachten; und als diese, anstatt als

androgyne Wesen zu „brüten“ - der Leser möge den, wenn auf menschliche

Wesen unseres Zeitalter angewendet, ziemlich lächerlichen Ausdruck

entschuldigen - sich zu getrennten Männern und Weibern zu entwickeln begann

und als dasselbe Gesetz der Entwicklung sie dahinführte, ihre Art geschlechtlich

fortzupflanzen - eine Handlung, welche die Schöpferischen Götter unter dem

Antriebe des karmischen Gesetzes zwang, sich in gemütlosen Menschen zu

inkarnieren; dann erst wurde die Sprache entwickelt. Aber selbst dann war sie

noch nichts Besseres als eine versuchsweise Anstrengung. Das ganze

Menschengeschlecht war zu jener Zeit „von einer Sprache und von einer Zunge“.

Dies hinderte die letzten zwei Unterrassen der Dritten Rasse [18] nicht, Städte zu

bauen, und weit und breit die ersten Samen der Civilisation unter der Leitung

ihrer göttlichen Unterweiser [19] und ihrer eigenen bereits erweckten Gemüter

auszusäen. Der Leser möge sich auch vor Augen halten, daß ebenso wie jede

der sieben Rasse, so auch jede kleinste Unterteilung einer solchen Rasse, in vier

Zeitalter geteilt ist - das goldene, silberne, eherne und eiserne Zeitalter. Die

Sprache entwickelte sich sodann nach der occulten Kehre in folgender Ordnung:

[16] Die „Fabeln“ und „Mythen“ von Leda und Jupiter, und dergl., hätten

niemals in der Phantasie des Volkes entstehen können, wenn nicht die

Allegorie auf eine Thatsache in der Natur begründet gewesen wäre. Die

Entwicklung, welche den Menschen allmählich in ein Säugetier umwandelte,

that in seinem Falle nur das, was sie in dem von andern Tieren that. Aber dies

hindert nicht, daß der Mensch immer an der Spitze der Tierwelt und anderer organischer Arten gestanden ist, und daß er der ersteren vorangegangen ist.  [17] Siehe die  über „die Zeitrechnung der Brâhmanen“, p. 69.  [18] Um Verwirrung zu vermeiden, möge sich der Leser daran erinnern, daß sich der Ausdruck Wurzelrasse auf eine der sieben großen Rassen bezieht;

Unterrasse auf einen ihrer großen Zweige, und Familienrasse auf eine der Unterteilungen, welche Nationen und große Stämme einschließen.

41207IX

[19] In der  über „die fünfte Rasse und ihre göttlichen Unterweiser,“

im  zur Strophe XII, wird die Natur dieser „Unterweiser“ erklärt.

41207 IX

I. Einsilbige Sprache: die Sprache der ersten annäherungsweise vollständig

entwickelten Menschenwesen am Schlusse der dritten Wurzelrasse, der

„goldfarbigen“, gelbgesichtigen Menschen, nach ihrer Trennung in Geschlechter

und dem vollen Erwachen ihrer Gemüter. Vorher verkehrten sie mit Hilfe von

etwas, das jetzt „Gedankenübertragung“ genannt werden würde, obwohl, mit

Ausnahme der Rasse mit Namen die „Söhne von Willen und Yoga“ - die ersten,

in denen sich die „Söhne der Weisheit“ inkarniert hatten - das Denken in dem

entstehenden körperlichen Menschen nur sehr wenig entwickelt war, und sich

niemals über einen niedrigen irdischen Gesichtskreis erhob. Ihre physische

Körper gehörten der Erde an, ihre Monaden blieben gänzlich auf einer höheren

Ebene. Die Sprache konnte nicht wohl entwickelt werden vor der vollen

Erlangung und Entwicklung ihrer Vernunftfähigkeiten. Diese einsilbige Sprache

war sozusagen die vokalische Mutter der mit harten Konsonanten vermischten

einsilbigen Sprachen, welche bei den gelben Rassen in Gebrauch sind, die dem

Anthropologen bekannt sind. [20]

II. Agglutinierende Sprache: diese sprachlichen Eigenschaften entwickelten sich

zu den agglutinierenden Sprachen. Die letzteren wurden von einigen atlantischen

Rassen gesprochen, während andere Väterstämme der vierten Rasse die

Muttersprache bewahrten. Und wie die Sprachen ihre cyklische Entwicklung

haben, ihre Kindheit, Reinheit, Wachstum, Fall in die Materie, Vermischung mit

anderen Sprachen, Reife, Verfall und schließlich Tod, [21] so verfiel auch die

ursprüngliche Sprache der höchstcivilisierten atlantischen Rassen - jene

Sprache, welche in alten Sanskritwerken als Râkshasî Bhâshâ bezeichnet wird -

und starb fast aus. Während die „Auslese“ der vierten Rasse immer mehr und

mehr dem Gipfel physischer und intellektueller Entwicklung zustrebte und so der

entstehenden fünften (der ârischen) Rasse die flektierenden, hochentwickelten

Sprache zum Erbe hinterließ, verfielen die agglutinierenden und blieben zurück

als ein fragmentarisches fossiles Idiom, das jetzt zerstreut und nahezu auf die

eingeborenen Stämme von Amerika beschränke ist.

III. Flektierende Sprache: die Wurzel des Sanskrit, das sehr irrtümlich die „ältere

Schwester“ des Griechischen genannt wird anstatt seine Mutter - war die erste

Sprache, jetzt die Mysteriensprache der Initiierten der fünften Rasse. Die

„semitischen“ Sprachen sind die Bastardabkömmlinge der ersten phonetischen

Korruptionen der ältesten Kinder des frühe Sanskrit. Die occulte Lehre giebt

keine solchen Einteilungen wie die ârische und die semitische zu, und nimmt

selbst die turanische nur mit weitgehenden Vorbehalten an. Die Semiten,

insbesondere die Araber, sind spätere Ârier - entartet in Geistigkeit und

41209IX

vervollkommnet in Stofflichkeit. Zu diesen gehören alle Juden und Araber. Die

ersteren sind ein Stamm, der von den Chandâlas Indiens entstammte, von den

außerhalb der Kasten stehenden, von denen viele Exbrâhmanen waren, welche

in Chaldäa, in Sind, und in Aria (Iran) zuflucht suchten , und welche wirklich von

ihrem Vater A-Bram (Nicht-Brâhmane) etwa 8000 Jahre v. Chr. herstammen. Die

letzteren, die Araber, sind die Abkömmlinge jener Ârier, welche zur Zeit der

Zerstreuung der Nationen nicht nach Indien gehen wollten, von denen einige in

seinen Grenzländern blieben, in Afghanistan und Kabul [22] und den Oxus

entlang, während andere nach Arabien vor- und eindrangen. Aber dies geschah,

als Afrika sich bereits als ein Kontinent erhoben hatte.

Wir müssen unterdessen so genau, als es der beschränkte Raum gestattet wird,

der allmählichen Entwicklung der jetzt wahrhaft menschlichen Art folgen. In der

plötzlich gehemmten Entwicklung gewisser Unterrassen und in ihrer

erzwungenen und gewaltsamen Ablenkung in die rein tierische Linie durch

künstliche Kreuzung, fürwahr gleichartig der Hybridenbildung, welche wir jetzt im

Pflanzen- und Tierreiche nutzbar zu machen gelernt haben, haben wir den Ursprung der menschenähnlichen Affen zu suchen.

In diesen rothaarigen und haarbedeckten Ungetümen, der Frucht der

unnatürlichen Verbindung zwischen Menschen und Tieren, inkarnierten sich die

„Herren der Weisheit“, wie wir sehen, nicht. So entsprang durch eine lange Reihe

von Umwandlungen, die unnatürlicher Kreuzung - unnatürlicher „geschlechtlicher

Auswahl“ - folgten, im entsprechenden Verlauf der Zeit die niedrigsten Abarten

der Menschheit; während weitere Bestialität, und die Frucht ihrer ersten

tierischen Fortpflanzungsanstrengungen eine Art erzeugte, welche sich Zeitalter

später zu den Affensäugetieren entwickelten. [23]

Was die Trennung der Geschlechter anbelangt, so geschah sie nicht plötzlich,

wie man glauben könnte. Die Natur schreitet in allem, was sie that, langsam vorwärts.

[20] Die gegenwärtigen gelben Rassen sind jedoch die Abkömmlinge der

frühen Zweige der Vierten Rasse. Die einzigen reinen und unmittelbaren

Abkömmlinge der Dritten sind, wie oben gesagt, ein Teil der gesunkenen und

entarteten Australier, deren weit entfernte Vorfahren einer  der

siebenten Unterrase der Dritten angehörten. Der Rest ist von gemischt lemuro-http://

212.41209IX

atlantischer Abstammung. Sie haben sich seit damals an Gestalt und intellektuellen Fähigkeiten gänzlich geändert.  [21] Die Sprache ist sicher gleichartig mit der Vernunft, und konnte sich niemals entwickelt haben, bevor die Menschen eins wurden mit den beseelenden Prinzipien in ihnen - mit jenen, welche das im ursprünglichen Menschen schlummernde mânasische Element befruchteten und zum Leben erweckten. Denn, wie Professor Max Müller uns in seiner Wissenschaft des Gedankens sagt: „Gedanke und Sprache sind identisch.“ Dem jedoch die Überlegung hinzuzufügen, daß Gedanken, welche für Worte zu tief sind, überhaupt nicht wirklich existieren, ist ziemlich gewagt, denn ein den Astraltafeln eingedrückter Gedanke existiert in Ewigkeit, ob er nun ausgedrückt wurde oder nicht. Logos ist sowohl Vernunft als auch Sprache.

Aber die Sprache, die in Cyklen fortschreitet, ist nicht immer geeignet, geistige

Gedanken auszudrücken. Obendrein ist in einem Sinne der griechische Logos

gleichwertig mit der Sanskrit Vâch, „dem unsterblichen (intellektuellen)

Strahlen des Geistes.“ Und die Thatsache, daß Vâch (als Devasenâ, ein

Aspekt von Sarasvâti, der Göttin der verborgenen Weisheit) die Gattin des

ewig ehelosen Kumâra ist, enthüllt eine bedeutungsvolle,. wenn auch

verhüllte Bezugnahme auf die Kumâras, auf jene, „welche sich weigerten zu

schaffen,“ welche aber späterhin gezwungen waren, den göttlichen Menschen

vollständig zu machen, indem sie sich in ihm inkarnierten. All dies wird in den

folgenden en ausführlich erklärt werden.

[22] Ptolemäus, der in seiner neunten Tafel von den Kaboliten oder

Kabulmännern spricht, nennt sie [korrekter Abdruck siehe Buch], Aristophyli,

die aristorkatischen oder edlen Stämme. Die Afghanen nennen sich selbst

Ben-Issrael, Kinder von Is(sa)real, von Issa, „Weib und auch Erde“, Söhne der

Mutter Erde. Aber wenn ihr einen Afghanen Yahoudi (Jude) nennt, so wird er

euch töten. Die Namen der angeblichen zwölf Stämme der Juden und die

41209IX

Namen der wirklichen zwölf Stämme der Afghanen sind dieselben. Da die Afghanen viel älter sind (zum mindesten ihr arabischer Stamm), als die Isrealiten, so darf niemand erstaunt sein, solche Stammesnamen unter ihnen zu finden, wie Youssoufzic, Söhne des Josef, in Punjcaure und Boonere;

Zablistani (Zebulon); Ben-manasseh, Söhne des Manasseh, unter den Khojar Tartaren; Isaguri, oder Issachar, jetzt Ashnagor in Afghanistan u. s. w.

Die ganzen zwölf Namen der sogenannten zwölf Stämme sind Namen der

Tierkreiszeichen, wie jetzt gut bewiesen ist. Auf jeden Fall geben die Namen

der ältesten arabischen Stämme zurückübersetzt die Namen der

Tierkeiszeiche4n und gleicherweise der mythischen Söhne des Jakob. Wo

sind die Spuren der jüdischen zwölf Stämme? Nirgends. Aber es giebt eine

Spur und zwar eine tiefe, daß die Juden versucht haben, die Leute mit Hilfe

dieser Namen zu täuschen. Denn siehe, was Zeitalter, nachdem die zehn

Stämme gänzlich von Babylon verschwunden waren, geschieht. Ptolemäus

Philadelphus verlangte, das hebräische Gesetz für sich ins Griechische

übersetzt zu besitzen (die berühmte Septuaginta), und schrieb an den

Hohepriester Eleazar, er möge ihm sechs Männer aus einem jeden der zwölf

Stämme schicken; und die zweiundsiebzig Repräsentanten (von denen

sechzig augenscheinlich Gespenster waren), kamen zum Könige von Ägypten

und übersetzen das Gesetz inmitten von Zeichen und Wundern. Siehe Butler ´s Horae Biblicae, Josephus, und Philo Judaeus.

[23] Der  erklärt, daß die Affen die einzige Art unter den Tieren ist,

welche allmählich, und mit jeder Generation und Abart mehr und mehr zu dem

ursprünglichen Typus ihres männlichen Vorfahren - des dunklen riesigen Lemuriers und Atlantiers - zurückzukehren strebt.

41209 IX

37. DIE EINEN [24] WURDEN ZWEI; DSGLEICHEN ALLE DIE LEBENDEN UND

KRIECHENDEN DINGE, WELCHE NOCH EINS WARE, RIESENFISCHE,

VÖGEL UND SCHLANGEN MIT SCHALENKÖPFEN.

Dies bezieht sich offenbar auf das sogenannte Zeitalter der amphibischen

Reptilien, während welches, wie die Wissenschaft behauptet, der Mensch nicht

existierte! Aber was konnten die Alten von vorsintflutlichen vorgeschichtlichen

Tieren und Ungeheuern wissen? Nichtsdestoweniger findet sich in Buch  der

e eine Stelle, welche, frei übersetzt, sagt:

Als die Dritte sich trennte und durch die Erzeugung von Menschen-Tieren in

Sünde fiel, wurden diese (die Tiere) wild, und die Menschen und sie für einander

verderblich. Bis dahin gab es keine Sünde, kein Leben ward genommen. Hierauf

(nach der Trennung) war das Satya (Yuga) zu Ende. Der ewige Frühling wurde

zum beständigen Wechsel, und Jahreszeiten folgten. Die Kälte zwang die

Menschen, Wohnungen zu bauen und Kleidung zu erfinden. Dann wendete sich

der Mensch an die oberen Väter (die höheren Götter oder Engel). Die

Nirmânakâyas der Nâgas, die weisen Schlangen und Drachen des Lichtes

kamen, und die Vorläufer der Erleuchteten (Buddhas). Göttliche Könige stiegen

herab und lehrten die Menschen Wissenschaften und Künste, denn der Mensch

konnte nicht mehr in dem ersten Lande (Âdi-Varsha, dem Eden der ersten Rasse) leben, welches sich in einen weißen gefrorenen Leichnam verwandelt hatte.

Das Obige ist bedeutsam. Wir wollen sehen, was aus dieser kurzen Behauptung

gefolgert werden kann. Einige mögen geneigt sein, zu denken, daß mehr darinnen liegt, als was auf den ersten Anblick sichtbar ist.  [24] Androgynen.

41211IX

PARADIESE, SCHLANGEN UND DRACHEN.

Woher die Idee, und die wahre Bedeutung des Ausdrucks „Eden“? Christen

werden behaupten, daß der Garten Eden das heilige Paradies ist, der durch die

Sünde von Adam und Eva entweihte Platz; der Occultist wird diese buchstäbliche

Erklärung bestreiten und das Gegenteil zeigen. Man braucht nicht an die Bibel zu

glauben und in ihr eine göttliche Offenbarung zu sehen, um zu sagen, daß dieses

alte Buch, wenn esoterisch gelesen, auf denselben universalen Überlieferungen

beruht, wie die anderen alten Schriften. Was Eden war, ist teilweise in der entschleierten Isis gezeigt, wo es heißt:

Der Garten Eden ist als eine Örtlichkeit durchaus kein Mythos; er gehört jenen

Landmarken der Geschichte an, welche gelegentlich dem Schüler offenbaren,

daß die Bibel nicht durchaus bloße Allegorie ist. „Eden, oder die hebräische

[korrekter Abdruck siehe Buch], Gan-Eden, was den Park oder den Garten

von Eden bedeutet, ist ein archaischer Name für das vom Euphrat und seinen

zahlreichen Zweigen bewässerte Land, von Asien und Armenien bis zum roten

Meer.“ [25] Im chaldäischen Buch der Zahlen ist sein Ort in Zahlen bezeichnet,

und in dem chiffrierten Rosenkreuzerischen Manuskripten, das vom Grafen St.

Germain hinterlassen wurde, ist es vollständig beschrieben. Auf den

assyrischen Tafeln ist es als Gan-duniyas wiedergegeben. „Siehe“, sagen die

[korrekter Abdruck siehe Buch], Elohim, der Genesis, „der Mensch ist

geworden als unser einer.“ Die Elohim können in einem Sinne als Götter oder

Kräfte genommen werden, und im anderen als Aleim, oder Priester - die in das

Gut und Böse dieser Welt initiierten Hierophanten; denn es gab ein

Priesterkollegium mit Namen Aleim, während das Haupt ihrer Kaste, oder

Führer der Hierophanten, als Java-Aleim bekannt war. Anstatt ein Neophyt zu

werden, und allmählich sein esoterisches Wissen durch eine regelrechte

Initiation zu erlangen, gebraucht ein Adam oder Mensch seine intuitiven

Fähigkeiten und angetrieben von der Schlange - dem Weibe und der Materie -

kostet er von dem Baume der Erkenntnis, der esoterischen oder geheimen

Lehre, auf unrechtmäßige Weise. Die Priester des Herkules oder Mel-karth,

des „Herrn“ von Eden, trugen alle „Röcke von Fellen“. Der Text sagt: „Und

Java-Aleim machten Adam und seinem Weibe [korrekter Abdruck siehe

Buch], Chitonuth-our.“ Das erste hebräische Wort, Chiton, ist der griechische

[korrekter Abdruck siehe Buch] (Chitôn). Es wurde ein slavisches Wort durch

Herübernahme aus der Bibel, und bedeutet einen Rock, ein Obergewand.

Obwohl die hebräische Schrift dieselbe Grundlage esoterischer Wahrheit

41212IX

enthält, wie jede frühe Kosmogonie, so trägt sie doch auf ihrer Stirne die

Zeichen eines doppelten Ursprungs. Ihre Genesis ist einfach eine Erinnerung

an die babylonische Gefangenschaft. Die Namen der Orte, Menschen, und

selbst Gegenstände, können vom Urtext auf die Chaldäer und Akkadier, die

Vorfahren und ârischen Unterweiser der ersteren, zurückgeführt werden. Es

wird heftig bestritten, daß die akkadischen Stämme von Chaldaea, Babylonien

und Assyrien irgendwie mit den Brâhmanen von Hindûstan verwandt waren; aber es giebt mehr Beweise zu Gunsten dieser Ansicht als für das Gegenteil.

Die Semiten oder Assyrer hätten vielleicht die Turanier genannt werden sollen,

und die Mongolen wurden als Skythen bezeichnet. Aber wenn die Akkadier

jemals anders als in der Einbildung einiger Philologen und Ethnologen

existierten, würden sie gewiß niemals ein turanischer Stamm gewesen sein,

wie einige Assyriologen uns glauben zu machen sich bemühten. Sie waren

einfach Auswanderer auf ihrem Wege nach Kleinasien, von Indien, der Wiege

der Menschheit, und ihre priesterlichen Adepten verweilten, ein barbarisches Volk zu civilisieren und initiieren. Halévy bewies die Irrtümlichkeit der turanischen Manie in Bezug auf das akkadische Volk, und andere Gelehrte haben bewiesen, daß die babylonische Civilisation in jenem Lande weder geboren noch entwickelt ward. Sie war von Indien eingeführt, und die Einführer waren brâhmanische Hindûs. [26]

[25] Dr. A. Wilder; welcher sagt, daß Gan-duniyas ein Name von Babylonien

ist.

[26] Bd. I. pp. 575, 576.

41212IX

Und jetzt, zehn Jahre, nachdem dies geschrieben wurde, finden wir uns selbst

durch Professor Sayce bestätigt, welcher in seiner ersten Hibbert-Vorlesung

sagt, daß die Kultur der babylonischen Stadt Eridu von „fremder Einfuhr“ war. Sie

kam von Indien.

Vieles in der Theologie hatten die Semiten von den nichtsemitischen

Akkadiern oder Protochaldäern entlehnt, die sie verdrängten, und deren lokale

Kulte auszutilgen sie wieder den willen noch die Kraft hatten. In der That lebten durch eine lange Reihe von Menschenaltern die beiden Rassen, die Semiten und die Akkadier, Seite an Seite, und ihre Vorstellungen und Verehrung der Götter mischten sich unmerklich ineinander.

Hier werden die Akkadier „nichtsemitisch“ genannt, wie wir von ihnen in Isis

entschleiert mit Nachdruck behauptet haben, was eine weitere Bestätigung ist.

Auch sind wir nicht weniger im Recht, wenn wir immer behaupten, daß die

jüdische biblische Geschichte eine Sammlung geschichtlicher Thatsachen war,

die aus andere Leute Geschichten heraus in jüdischem Gewande bearbeitet wurden – mit Ausnahme der Genesis, welche reine und einfache Esoterik ist.

Aber die Wissenschaft hat wirklich zwischen dem Euxinus und Kashmir und

darüber hinaus nach der Wiege – oder vielmehr nach einer der Hauptwiegen –

der Menschheit und der Söhne von Ad-ah zu suchen; insbesondere in späteren

Zeiten, als der Garten Ed-en am Euphrat das Kollegium der Astrologen und Magier, der Aleim wurde.

Aber dieses Kollegium und dieses Eden gehören der fünften Rasse an, und sind

einfach eine schwache Rückerinnerung an das Âdi-Varsha der ursprünglichen

dritten Rasse. Was ist die etymologische Bedeutung des Wortes Eden? Im

Griechischen ist es [korrekter Abdruck siehe Buch], und bedeutet „Wollust“. In

diesem Aspekt ist es nicht besser als der Olymp der Griechen, Indras Himmel,

Svarga am Berg Meru, und selbst als das Paradies voll Houris, welches von

Mahomet den Gläubigen versprochen ist. Der Garten Eden war niemals das

Eigentum der Juden, denn China, das kaum in Verdacht kommen kann, irgend

etwas von den Juden 2000 v. Chr. Gewußt zu haben, hatten einen solchen

ursprünglichen Garten in Centralasien, der von den „Drachen der Weisheit“, den

Initiierten bewohnt war. Und nach Klaproth versetzt die hieroglyphische Karte, die

aus einer japanischen Encyklopädie in dem Buche [korrekter Abdruck siehe

Buch] [27] kopiert ist, ihren „Garten der Weisheit“ in das Hochland des Pamir

zwischen die höchsten Spitzen der Himâlayaketten; beschreibt ihn als den

höchsten Punkt von Centralasien und läßt die vier Ströme – Oxus, Indus,

41213IX

Ganges und Silo – aus einer gemeinsamen Quelle fließen, dem „See der Drachen“.

Aber dies ist nicht das Eden der Genesis; noch ist es der kabbalistische Garten

Eden. Denn der erstere – Eden Illa-ah – bedeutet in einem Sinne Weisheit, einen

Zustand gleich dem vom Nirvâna, ein Paradies der Wonne; während es sich in

einem anderen Sinne auf den intellektuellen Menschen selbst bezieht, welcher

das Eden erhält, in welchem der Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen

wächst; der Mensch ist der Kenner desselben.

Renan und Barthélemy St. Hilaire, die sich „auf die gründlichsten Induktionen“

stützen, halten es für unmöglich, irgend länger zu zweifeln, und versetzen beide

die Wiege der Menschheit „in die Gegen des Timaus“. Endlich schließt das Journal Asiatique: [28]

Alle Überlieferungen von dem seine Urfamilien in der Gegen seines

Geburtsortes versammelnden Menschengeschlecht zeigen uns diese um die

Länder herumgelagert, wohin die jüdische Überlieferung den Garten Eden

versetzt; wohin die Ârier (Zoroastrier) ihren Airyana Vaêjô oder den Meru (?)

verlegten. Sie sind im Norden von den Ländern umgeben, welche an den

Aralsee stoßen, und im Süden von Baltistan oder Kleintibet. Alles trägt dazu

bei, zu beweisen, daß dort die Wohnung jener ursprünglichen Menschheit war,

auf die wir zurückgeführt werden müssen.

Jene „ursprüngliche Menschheit“ war in ihrer fünften Rasse, als der „viermäulige

Drache“, der See, von dem jetzt nur sehr wenige Spuren übrig sind, der

Aufenthaltsort der „Söhne der Weisheit“ war, der ersten aus der Seele geborenen

Söhne der dritten Rasse. Doch war er weder die einzige, noch die ursprüngliche

Wiege der Menschheit, obwohl er wahrhaftig das Abbild der Wiege des ersten

denkenden göttlichen Menschen war. Er war der Paradesha, das Hochland des

ersten Sanskritsprechenden Volkes, die Hedone, das Land der Wonne der

Griechen, aber er war nicht die „Wohnung der Wollust“ der Chaldäer, denn die

letztere war nur die Rückerinnerung daran; auch war es hinwiederum nicht dort,

wo der „Fall des Menschen“ nach der „Trennung“ erfolgte. Das Eden der Juden

war kopiert nach der chaldäischen Kopie.

Daß der Fall des Menschen in die Zeugung während des frühesten Teiles der

von der Wissenschaft sogenannten Mesozoischen Zeiten, oder der

Reptilienperiode stattfand, geht aus der biblischen Ausdrucksweise in betreff der

41213IX

Schlange hervor, deren Natur im Zohar erklärt wird. Die Frage dreht sich nicht

darum, ob Evas Erlebnis mit dem verführerischen Reptil allegorisch oder wörtlich

zu nehmen ist, denn niemand kann zweifeln, daß ersteres der Fall ist, sondern zu

zeigen, daß ihm das hohe Alter der Symbolik auf die Stirne geschrieben ist, und

daß sie keine jüdische , sondern eine universale Idee war.

[27] [korrekter Abdruck siehe Buch], ou Relations des Royaumes Buddhiques;

par Chy Fa-hian; übersetzt von Abel Remusat.

[28] Siebentes Jahr, 1855.

41213 IX

Nun finden wir im Zohar eine sehr seltsame Behauptung, eine solche, die dazu

angethan ist, den Leser durch ihre lächerliche Unsinnigkeit zu fröhlichem Lachen

zu reizen. Er sagt uns, daß die Schlange, welche von Shamael, dem angeblichen

Satan, zur Verführung der Eva benützt wurde, eine Art von „fliegendem Kamel“ -

[korrekter Abdruck siehe Buch] – war. [29]

Ein „fliegendes Kamel“ ist in der That auch für das freisinnigste Mitglied der

Royal Society zu viel. Nichtsdestoweniger war der Zohar, von dem man

schwerlich den Gebrauch einer Cuvierschen Ausdrucksweise erwarten kann, mit

seiner Beschreibung im Rechte; denn wir finden, daß es in der alten

Zoroastrischen Handschrift Aschmogh genannt wird, der nach der Darstellung

der Avesta nach dem Falle seine Natur und seinen Namen verloren hat, und als

eine ungeheure Schlange mit einem Kamelhals beschrieben wird.

Salverte versichert:

Er giebt keine geflügelten Schlangen und keine wirklichen Drachen . . . .  Heuschrecken werden noch jetzt von den Griechen geflügelte Schlangen genannt, und dieses Bild mag verschiedene Erzählungen vom Dasein geflügelter Schlangen verursacht haben. [30]

Jetzt giebt es keine: aber es ist kein Grund, warum sie nicht während des mesozoischen Zeitalters existiert haben sollten; und Cuvier, der ihre Skelette rekonstruiert hat, ist ein Zeuge für „fliegende Kamele“. Schon nach der Auffindung einfacher Versteinerungen gewisser Saurier hat der große Naturforscher geschrieben:

Wenn irgend etwas die Hydren und andere Ungeheuer, deren Bilde von

mittelalterlichen Geschichtsschreibern so oft wiederholt wurden, rechtfertigen

kann, so ist das unstreitig der Plesiosaurus. [31]

Wir wissen nicht, ob Cuvier irgend etwas von der Art einer weiteren mea culpa

hinzugefügt hat, aber wir können uns seine Verwirrung wegen aller seiner

Verlästerungen der archaischen Wahrhaftigkeit wohl vorstellen, als er sich selbst

einem fliegenden Saurier gegenüber fand, dem in Deutschland gefundenen,

achtundsiebzig Fuß langen Pterodactylus, der kräftige Flügel an seinem

Reptilkörper angefügt trug. Diese Versteinerung wird als ein Reptil beschrieben,

bei dem die kleinen Finger der Hand derart verlängert sind, daß sie einen langen

membranartigen Flügel tragen. Hier ist also das „fliegende Kamel“ des Zohar

41215IX

gerechtfertigt. Denn sicherlich ist zwischen dem langen Hals des Plesiosaurus

und dem membranartigen Flügel des Pterodactylus, oder noch besser des

Mosasaurus genug wissenschaftliche Wahrscheinlichkeit, um darauf ein

„fliegendes Kamel“ oder einen langhalsigen Drachen aufzubauen. Prof. Cope,

von Philadelphia, hat gezeigt, daß das Mosasaurusfossil in der Kreide eine

geflügelte Schlange dieser Art war. Seine Wirbelsäule weist Züge auf, welche

mehr auf eine Zugehörigkeit zu den Schlangen als zu den Eidechsen hinweisen.

Und nun zur Hauptfrage. Es ist wohlbekannt, daß das Altertum niemals

Paläontographie und Paläontologie unter seine Künste und Wissenschaften

gerechnet hat; und es hatte niemals seine Cuviers. Und doch hat auf den

babylonische Ziegeln, und insbesondere in alten chinesischen und japanischen

Zeichnungen, in den ältesten Pagoden und Monumenten, und in der kaiserlichen

Bibliothek zu Peking, so mancher Reisender vollkommene Darstellungen der

Plesiosauren und Pterodaktylen in den vielförmigen chinesischen Drachen

gesehen und wiedererkannt. [32] Ferner sprechen die Propheten in der Bibel von

den fliegenden feurigen Schlangen, [33] und Hiob erwähnt den Leviathan. [34]

Nun werden die folgenden Fragen ganz gerade heraus gestellt.

I. Wie konnten die alten Nationen irgend etwas von den ausgestorbenen

Ungeheuern des Karbon und der mesozoischen Zeit wissen, und dieselben

sogar mündlich und bildlich darstellen und beschreiben, wenn sie nicht entweder

diese Ungeheuer selber gesehen oder Beschreibungen von ihnen in ihren

Überlieferungen besessen haben; welche Beschreibungen lebende und intelligente Augenzeugen notwendig machen?

II. Und wenn solche Augenzeugen einmal zugestanden sind (wenn nicht

rückblickendes Hellsehen zugestanden wird), wie können dann die Menschheit

und die ersten palölithischen Menschen nicht früher gewesen sein als ungefähr

zur Mitte der Tertiärzeit? Wir müssen uns vor Augen halten, daß die meisten

Männer der Wissenschaft den Menschen nicht vor der Quaternärzeit erschienen

sein lassen, und ihn so gänzlich aus den känozoischen Zeiten ausschließen?

Hier haben wir ausgestorbene Tierarten, welche vor Millionen von Jahren vom

Antlitz der Erde verschwunden sind, von Nationen beschrieben und gekannt,

deren Civilisation, wie es heißt, vor kaum ein paar Jahrtausenden begonnen

haben kann. Wie ist es möglich? Offenbar muß man entweder ein Übergreifen

der mesozoischen Zeit in die Quaternärzeit annehmen, oder der Mensch muß zum Zeitgenossen des Pterodaktylus und Plesiosaurus gemacht werden.

41215IX

[29] De Mirville´s Des Esprit, II. 423. Siehe auch Moses Maimonides, More Nevochim.

[30] Sciences Occultes, p. 464.

[31] Révolution du Globe, Bd. V, p. 247.

[32] Wir lesen in De Mirvilles „Mémoire à L´Académie“ (II. 431) von dem

„naiven Erstaunen des Geoffrey St. Hilaire, als Herr de Paravey ihm in einigen

alten chinesischen Werken und babylonischen Ziegeln Drachen zeigte, . . . .

Ornithohynchusse und Saurier (Wassertiere, die sich nur in Australien finden),

u. s. w., ausgestorbene Tiere, „von denen er geglaubt hatte, daß sie auf Erden unbekannt seien . . . bis zu seiner eigenen Zeit.“ [33] Siehe Jesaja, XXX. 6: „Die Otter und die fliegende Schlange“, und die feurigen Schlangen,. die von der ehernen Schlange des Moses besiegt wurden.

[34] Die uns bekannten, von der Wissenschaft rekonstruierten Fossilien

sollten eine genügende Gewähr für die Möglichkeit sogar eines Leviathan,

nicht zu erwähnen Jesajas fliegende Schlangen oder Saraph Mehophep -

Worte, die in allen hebräischen Wörterbüchern übersetzt werden als „Saraph“,

entflammtes oder feuriges Gift, und „Mehophep“, fliegend. Aber, obwohl die

christliche Theologie immer sowohl Leviathan wie Saraph Mehophep mit dem

Teufel in Verbindung gebracht hat, sind die Ausdrücke bildlich und haben

nichts mit dem „Bösen“ zu thun. Nichtsdestoweniger ist das Wort „Drache“

jetzt ein Synonym für den letzteren geworden. In der Bretagne bedeutet das

Wort Drouk jetzt „Teufel“, woher, wie uns Cambry (Monuments Celtiques, p.

299) sagt, des Teufels Grabmahl in England, das Droghedanum Sepulerum.

41215IX

Im Langeudoc werden die Meteorfeuer und die Irrlichter Drac genannt, und in

der Bretagne Dreag und Wraie oder Geistererscheinung (wraith); das Schloß

von Drogheda in Irland bedeutet „des Teufels Schluß“. (De Mirville, ebenda, II.

423).

41215 IX

Daraus, daß die Occultisten an alte Weisheit und Wissenschaft glauben und sie

verteidigen, selbst wenn geflügelte Saurier in den Übersetzungen des Zohar

„fliegende Kamele“ genannt werden, folgt noch nicht, daß wir ebenso bereitwillig

an alle Geschichten glauben, welche das Mittelalter uns von solchen Drachen

erzählt. Die Pterodaktylen und Plesiosauren hörten mit der großen Menge der

dritten Rasse auf, zu existieren. Wenn wir daher von römisch-katholischen

Schriftstellern ernsthaft aufgefordert werden, an Christoph Scherers und Pater

Kirchers Ammenmärchen zu glauben, daß sie beziehungsweise in 1619 und

1669 mit ihren eigenen Augen lebendige feurige und fliegende Drachen gesehen

haben, so möge uns gestattet sein, ihre Behauptung als Träume oder Geflunker

zu betrachten. [35] Auch werden wir nicht anders denn als eine „poetische

Freiheit“ die Geschichte betrachten, die von Petrarca erzählt wird, der, während

er eines Tages seiner Laura in die Wälder folgte und nahe einer Höhle

vorbeiging, einen Drachen gefunden haben soll, den er sofort mit seinem Dolch

durchbohrte und tötete, wodurch er das Ungeheuer verhinderte, die Dame seines

Herzen zu verschlingen. [36] Wir würden die Geschichte willig glauben, wenn

Petrarca in den Tagen der Atlantis gelebt hätte, wo solche vorsintflutliche

Ungetüme noch existiert haben mögen. Wir leugnen ihr Vorhandensein in

unserer gegenwärtigen Epoche. Die Seeschlange ist ein Ding, der Drache ist ein

ganz anderes. Die erste wird von der Mehrheit geleugnet, weil sie gerade in den

Tiefen des Ozeans lebt, sehr selten ist, und sich zur Oberfläche nur dann erhebt,

wenn sie, vielleicht durch Hunger, angetrieben ist. So sich unsichtbar haltend,

kann sie existieren und doch geleugnet sein. Wenn es aber ein solches ding

gebe, wie einen Drachen von der obigen Beschreibung, wie könnte er der

Entdeckung immer entgangen sein? Er ist ein mit der frühesten fünften Rasse

gleichzeitiges Geschöpf, und existiert nicht mehr.

Der Leser kann fragen, warum wir überhaupt von Drachen sprechen? Wir

antworten: Erstens, weil die Kenntnis solcher Tiere ein Beweis für das

außerordentliche Alter des Menschengeschlechts ist; und zweitens, um den

Unterschied zwischen der wirklichen zoologischen Bedeutung der Worte

„Drache“, „Nâga“, und „Schlange“, und der metaphorischen Bedeutung, wenn sie

symbolisch gebraucht werden, zu zeigen. Der profane Leser, der von der

Mysteriensprache nichts weiß, ist geneigt, so oft er eines dieser Worte erwähnt

findet, dasselbe buchstäblich zu nehmen. Daher die Verwechslungen und

ungerechten Anklagen. Ein paar Beispiele werden genügen. „Sed et Serpens?“

Ja: aber was war die Natur der Schlange? Die Mystiker sehen in der Schlange

der Genesis intuitiv ein tierisches Emblem und eine hohe geistige Wesenheit:

eine kosmische Kraft, superintelligent, ein „großes gefallenes Licht“, einen Geist,

41217IX

siderisch, luftig und irdisch zur selben Zeit, „dessen Einfluß die Erdkugel

umwandelt“ (qui circumambulat terram), wie De Mirville, [37] ein christlicher

Eiferer des toten Buchstaben, es hat, und welcher bloß „sich unter dem

physischen Emblem offenbarte, welches am besten mit seinen moralischen und

intellektuellen Windungen übereinstimmte“ – d. i. unter der Schlangenform.

Aber was werden die Christen aus der ehernen Schlange machen, dem

„göttlichen Heiler“, wenn die Schlange als das Sinnbild der List und des Übels

betrachtet werden muß; als der „Böse“ selbst? Wie kann die Grenzlinie jemals

übereinstimmend festgesetzt werden, wenn sie willkürlich in einem

sektiererischen theologischen Geist gezogen wird? Denn, wenn den Anhängern

der römischen Kirche gelehrt wird, daß Merkur und Aeskulap, oder Asklepios,

welche in Wahrheit eins sind, „Teufel und Söhne von Teufeln“ sind, und der Stab

und die Schlange des letzteren der „Stab des Teufels“; was ist es mit der

ehernen Schlange des Moses? Jeder Gelehrte weiß, daß beide, der heidnische

„Stab“ und die jüdische „Schlange“ eins und dasselbe sind, nämlich der

Caducäus des Merkur, des Sohnes von Apollo-Python. Es ist leicht zu verstehen,

warum die Juden für ihren Verführer die Schlangengestalt wählten. Für sie war

sie rein physiologisch und phallisch; und keine Menge kasuistischer Schlüsse

von Seite der römisch-katholischen Kirche kann ihr eine andere Bedeutung

geben, sobald die Mysteriensprache gut studiert ist, und die hebräischen Rollen

numerisch gelesen werden. Die Occultisten wissen, daß die Schlange, der Nâga,

und der Drache ein jedes eine siebenfältige Bedeutung haben; daß die Sonne z.

B. das astronomische und kosmische Sinnbild der zwei entgegengesetzten

Lichter und der zwei Schlangen der Gnostiker war, der guten und der bösen. Sie

wissen auch, daß die Schlußfolgerungen, sowohl der Wissenschaft wie auch der

Theologie, beide höchst lächerliche Embleme darstellen, wenn sie

verallgemeinert werden. Denn, wenn uns die erstere sagt, daß es genügend ist,

die Legenden von den Schlange über die Sonne, den Besieger des Python, und

über die himmlische Jungfrau des Zodiaks, welche den verschlingenden Drachen

zurückzwingt, nachzudenken, wenn man den Schlüssel zu allen folgenden

religiösen Dogmen haben will - so ist es leicht wahrzunehmen, daß der

Verfasser, anstatt zu verallgemeinern, nur die christliche Religion und

Offenbarung im Auge hat. Wir nennen dies das eine Extrem. Wir sehen das

andere, wenn die Theologie in Wiederholung der berühmten Entscheidungen des

Tridentinischen Konzils die Massen zu überzeugen sucht, daß:

vom Falle des Menschen an bis zur Stunde seiner Taufe der Teufel volle

Gewalt über ihn hat, und ihn rechtmäßig besitzt - diabolum dominium et

41217IX

potestatem super homines habere et jure eos possidere. [38]

[35] Die ultramontanen Schriftsteller nehmen die ganze Reihe von

Drachengeschichten, die Pater Kircher in seinem Oedipus Aegyptiacus, „De

Genesi Draconum“ erzählt, vollständig ernst. Jener Jesuit sah nach seiner

eigenen Erzählung selbst einen Drachen, der 1669 von einem römischen

Bauern getötet wurde, da der Direktor des Museo Barberini ihm denselben

sandte, damit er eine Zeichnung des Tieres anfertigte, was Pater Kircher that,

und sie in einem seiner Folianten veröffentlichte. Darauf erhielt er einen Brief

on Christoph Scherer, Präfekten vom Kanton Solothurn in der Schweiz, worin

dieser Würdenträger bestätigt, daß er selber, mit seinen eigenen Augen, in

einer schönen Sommernacht des Jahres 1619 einen lebenden Drachen

gesehen habe. Auf seinem Balkone geblieben, „um die vollkommene Reinheit

des Firmamentes zu betrachten“, schreibt er, „sah ich einen feurigen

glänzenden Drachen aus einer der Höhlen des Pilatus aufsteigen und sich

rasch gegen Fluelen am anderen Ende des Sees hinbewegen. Ungeheuer an

Größe, war sein Schweif noch länger, und sein Hals sausgestreckt. Sein Kopf

und Rachen waren jene einer Schlange. Beim Fliegen ward er auf seinem

Wege zahlreiche Funken aus (?!) . . . . Ich glaubte zuerst, ein Meteor zu

sehen, aber bald, da ich aufmerksamer hinblickte, war ich durch sein Fliegen

und durch seine Körperbildung überzeugt, daß ich einen wirklichen Drachen

sah. Ich bin glücklich, auf diese Art im stande zu sein, Euer Hochwürden

aufzuklären über die vollkommen thatsächliche Existenz jener Tiere“ - in

Träumen, hätte der Schreiber hinzufügen sollen von lang vergangenen Zeiten.

(Ebenda, p. 424.)

[36] Als auf einen überzeugenden Beweis von der Wirklichkeit der Thatsache

verweist ein römischer Katholik den Leser auf das Bild des Ereignisses, das

von Simon von Sienna, einem Freude des Dichters, am Portale der Kirche

41217IX

Notre Dame du Don zu Avignon gemalt ist, ungeachtet des Verbotes des

obersten Bischofes, welcher „nicht erlauben wollte, daß dieser Triumph der

Liebe an dem heiligen Orte thronen solle“; und fügt hinzu: „Die Zeit hat das

Kunstwerk beschädigt, aber die Überlieferung nicht geschwächt.“ (Ebenda, p.

425.) De Mirvilles „Drachenteufel“ unserer Zeit scheinen kein Glück zu haben,

denn sie verschwinden höchst geheimnisvoll aus den Museen, wo sie gewesen sein sollen. So der von Ulysses Alovrandus einbalsamierte und dem Senatsmuseum zu Neapel oder Bologna geschenkte Drache, „wo er noch im Jahre 1700 war“, aber jetzt nicht mehr dort ist. (Ebenda, p. 427.) [37] a. a. O., II. 422.

[38] Ebenda, p. 433.

41217 IX

Darauf antwortet die occulte Philosophie: Beweise zuerst die Existenz des

Teufels als einer Wesenheit, und dann können wir an einen solchen

angeborenen Besitz glauben. Ein sehr geringer Betrag von Beobachtung und

Kenntnis der menschlichen Natur mögen hinreichend sein, die Falschheit dieses

theologischen Dogmas zu beweisen. Hätte Satan irgendwelche Wirklichkeit in

der objektiven oder selbst subjektiven Welt (im kirchlichen Sinne), so wäre es der

arme Teufel, der sich selbst dauernd geplagt und sogar besessen sähe von den

Schlechten - somit von der großen Masse der Menschheit. Es ist die Menschheit

selbst, und insbesondere der Klerus, angeführt von der hochmütigen,

gewissenlosen und unduldsamen römischen Kirche, welche den Bösen erzeugt,

geboren und liebevoll aufgezogen haben. Aber dies ist eine Abschweifung.  Der ganzen Gedankenwelt wird von der Kirche vorgeworfen, die Schlange angebetet zu haben.

Die ganze Menschheit spendete ihr Weihrauch oder steinigte sie. Die Zends

sprechen von ihr ebenso wie die Kings und die Veden, sowie die Edda . . . und

die Bibel . . . . Überall hat die heilige Schlange (der Nâga) ihren Schrein und

ihren Priester; in Rom ist es die Vestalin, die . . . ihr die Mahlzeit mit derselben

Sorgfalt bereitet, die sie dem heiligen Feuer erweist. In Griechenland kann Aeskulap ohne ihren Beistand nicht heilen und überträgt auf sie seine Kräfte.

Jeder hat gehört von der berühmten römischen Gesandtschaft, die vom

Senate an den Gott Medicin abgesendet wurde, und von ihrer Rückkehr mit

der nicht weniger berühmten Schlange, welche sich freiwillig und von selbst

nach dem Tempel ihres Meisters auf einer der Inseln des Tiber begab. Es gab

keine Bacchantin, die nicht sie (die Schlange) in ihr Haar schlang, keinen

Auguren, der sie nicht mit Sorgfalt befragte, keinen Nekromanten, dessen

Grüfte von ihrer Gegenwart frei waren! Die Kainiten und Ophiten nennen sie

Schöpfer, während sie anerkennen, wie es Schelling that, daß die Schlange „böse der Substanz und der Person nach“ ist. [39]

Ja, der Verfasser hat recht, und wenn jemand einen vollständigen Begriff von

dem Ansehen haben will, dessen sich die Schlange bis zu unserem heutigen

Tage erfreut, sollte er die Sache in Indien studieren, und alles das kennen lernen,

was in jenem Lande von den Nâgas (Kobras) geglaubt und noch immer ihnen

zugeschrieben wird; man sollte auch die Afrikaner von Whydah, die Voodoos von

Port-au-Prince und Jamaika, die Nagals von Mexiko, und die Pâ oder

Menschenschlangen von China, u. s. w. besuchen. Aber warum sich wundern,

daß die Schlange „angebetet“ und zugleich verflucht wird, nachdem wir wissen,

daß sie vom Anfang an ein Symbol war? In jeder alten Sprache bedeutete das

41219IX

Wort Drache dasselbe, was es jetzt im Chinesischen bedeutet, long oder „das

Wesen, welches sich durch Intelligenz auszeichnet“, oder im Griechischen

[korrekter Abdruck siehe Buch], oder „der, welcher sieht und wacht“. [40] Ist

es das Tier dieses Namens, auf das irgend eines dieser Beiworte Anwendung

finden kann? Ist es nicht einleuchtend, daß, wo immer auch Aberglaube und

Vergessen der ursprünglichen Bedeutung die Wilden jetzt hingeführt haben mag,

die obigen Eigenschaften auf die menschlichen Originale gemünzt waren, die

durch Schlangen und Drachen symbolisiert wurden? Diese Originale - in China

bis zum heutigen Tage die Drachen der Weisheit genannt - waren die ersten

Schüler der Dhyânîs, welche ihre Unterweiser waren; kurz gesagt, die

ursprünglichen Adepten der dritten Rasse, und späterhin der vierten und fünften

Rasse. Der Name wurde universal, und kein vernünftiger Mensch vor der christlichen Zeitrechnung würde jemals den Menschen und das Symbol verwechselt haben.

Das Symbol des Chnouphis, oder der Weltseele, schreibt Champollion:

ist unter anderem das einer auf menschlichen Beinen stehenden ungeheuren Schlange; dieses Reptil, das Emblem des guten Genius, ist ein wahrhafter Agathodämon. Es wird of bösartig dargestellt. . . . Dieses heilige Tier, wesensgleich mit der Schlange der Ophiten, findet sich auf zahlreichen gnostischen und Basilidischen Steinen eingeschnitten. . . . Die Schlange hat verschiedenartige Köpfe, ist aber beständig mit den Buchstaben [korrekter Abdruck siehe Buch] umschrieben. [41]

[39] Ebenda, pp. 432, 433. Dies ist ungefähr ebenso gerecht, als wenn in ein paar Jahrtausenden ein Eiferer irgend eines zukünftigen neuen Glaubens, der darauf erpicht wäre, seine Religion auf Kosten des alten Christentums zu verherrlichen, sagen würde: Überall wurde das vierfüßige Lamm angebetet.

Die Nonne, die es Agnus nannte, trug es auf ihrer Brust; der Priester legte es

auf den Altar. Es figurierte bei jedem Ostermahl, und wurde laut in jedem

Tempel gepriesen. Und doch fürchteten und haßten es die Christen, denn sie

erschlugen und verschlangen es. Heiden zum mindesten essen nicht ihre

heiligen Symbole. Wir kennen keine Schlangen- oder Reptilienesser, außer in

41219IX

den christlichen civilisierten Ländern, wo sie mit Fröschen und Aalen

beginnen, und mit der wirklichen Schlange enden müssen, ebenso wie sie mit

dem Lamm anfingen und mit Pferdefleisch endeten.

[40] Ebenda, p. 423.

[41] Pantheon, 3.

41219 IX

Der Agathodämon war begabt „mit der Kenntnis von Gut und Böse“, d. i. mit

göttlicher Weisheit, denn ohne die letztere ist das erstere unmöglich. [42] Den

Jamblichus wiederholend, zeigt Champollion, daß er ist:

Die Gottheit mit Namen [korrekter Abdruck siehe Buch] (oder das Feuer der himmlischen Götter - der große Thot-Hermes), [43] welchem Hermes Trismegistus die Erfindung der Magie zuschreibt. [44]

Die „Erfindung der Magie“! Eine seltsame Anwendung eines Wortes, als ob die

Enthüllung der ewigen und wirksamen Geheimnisse der Natur erfunden werden

könnte! Ebenso gut könnte man in späteren Jahrtausenden Herrn Crookes die

Erfindung anstatt der Entdeckung der strahlenden Materie zuschreiben. Hermes

war nicht der Erfinder, oder auch nur der Entdecker, denn wie in der vorletzten

Fußnote gesagt ist, ist Thoth-Hermes ein Gattungsname, so wie Enoch-Enoichion,

das „innere, geistige Auge“ - Nebo, der Prophet und Seher, u. s. w. Er

ist nicht der Eigenname irgend eines lebenden Menschen, sondern ein

generischer Titel vieler Adepten. Ihre Verbindung mit der Schlange in den

symbolischen Allegorien rührt von ihrer Erleuchtung durch die Sonnen- und

Planetengötter während der frühesten intellektuelle Rasse, der Dritten, her. Sie

sind alle die repräsentierenden Schutzherren der geheimen Weisheit. Asklepios

ist der Sohn des Sonnengottes Apollo, und er ist Merkur; Nebo ist der Sohn von

Bel-Merodach; Vaivasvata Manu, der große Rishi, ist der Sohn von Vivasvat - der

Sonne oder Sûrya, u. s. w. Und während astronomisch die Nâgas zusammen

mit den Rishis, den Gandharvas, Apsarasen, Grâmanîs (oder Yakshas, niederen

Göttern), Yâtudhânas und Devas die Diener der Sonne während der zwölf

Sonnenmonate sind; sind sie in der Theogonie, und auch in der

anthropologischen Entwicklung Götter und Menschen - wenn in der Niederen

Welt inkarniert. Der Leser möge in diesem Zusammenhang an die Thatsache erinnert werden, daß Apollonius in Kashmir mit buddhistischen Nâgas zusammentraf. Diese sind weder Schlangen im zoologischen, noch auch die Nâgas im ethnologischen Sinn, sondern „weise Männer“.

Die Bibel ist, von der Genesis bis zur Offenbarung, nur eine Reihe

geschichtlicher Aufzeichnungen des großen Kampfes zwischen der weißen und

schwarzen Magie, zwischen den Adepten des Rechten Pfades, den Propheten,

und jenen des Linken, den Leviten, dem Klerus der brutalen Massen. Selbst die

Schüler des Occultismus, obwohl einige von ihnen mehr archaische

Handschriften und unmittelbare Belehrung haben, auf die sie sich verlassen

können, finden es schwierig, eine Grenzlinie zwischen den Brüdern des rechten

41221IX

und jenen des Linken zu ziehen. Die große Spaltung, welche zwischen den

Söhnen der Vierten Rasse entstand, sobald die ersten Tempel und

Initiationshallen unter der Leitung der „Söhne Gottes“ errichtet wurden, ist in den

Söhnen des Jakob allegorisiert.

Das es zwei Schulen der Magie gab, und daß die orthodoxen Leviten nicht der

heiligen angehörten, zeigt sich in den vom sterbenden Jakob gesprochenen Worten.

Und hier mag es gut sein, ein paar Sätze aus Isis entschleiert anzuführen. [45]

Der sterbende Jakob beschreibt also seine Söhne: „Dan“, sagt er, „wird eine

Schlange werden auf dem Wege und eine Otter auf dem Steige, und das

Pferd in die Fersen beißen, daß sein Reiter zurückfalle (d. i. er wird Bewerbern

schwarze Magier lehren). Herr, ich warte auf die Heil!“ Von Simeon und Levi

bemerkt der Patriarch, daß sie „Brüder sind; Werkzeuge der Grausamkeit sind

in ihren Wohnungen. O meine Seele, komme nicht in ihr Geheimnis; in ihre

Versammlung.“ [46] Nun lauten im Urtext die Worte „ihr Geheimnis“ - „ihren

Sod“. [47] Und Sod war der Name für die großen Mysterien des Baal, Adonis

und Bacchus, welche alle Sonnengötter waren und Schlangen zu Symbolen hatten. Die Kabbalisten erklären die Allegorie von den feurigen Schlangen, indem sie sagen, daß dies der dem Stamme Levi, kurz gesagt allen Leviten gegebene Name war, und daß Moses das Haupt der Sodalen war. [48] Auf die Mysterien muß die ursprüngliche Bedeutung der „Drachentöter“ zurückgeführt werden, und die Frage wird später vollständig behandelt.

Unterdessen folgt. daß, wenn Moses das Haupt der Mysterien war, er der

Hierophant derselben war; und ferner, wenn wir gleichzeitig die Propheten gegen

die „Gräuel“ des Volkes Israel donnern hören, da0 es zwei Schulen gab. „Feurige

Schlangen“ war somit einfach der Beiname, der den Leviten der Priesterkaste,

nachdem sie vom Guten Gesetze, den traditionellen Lehren des Moses

abgewichen waren, und allen jenen, welche der schwarzen Magie anhingen,

gegeben wurde. Wenn Jesaia die „abtrünnigen Kinder“ erwähnt, welche ihre

Reichtümer in die Länder zu führen haben werden, woher „die Otter und die

feurige fliegende Schlange“ kommen, [49] oder nach Chaldaea und Ägypten,

dessen Initiierte bereits seht entartet waren zu seiner Zeit (700 v. Chr.), so meinte er die Zauberei jener Länder. [50] Aber diese müssen sorgfältig unterschieden werden von den „feurigen Drachen der Weisheit“ und den „Söhnen des Feuernebels“.

41221IX

[42] Der solare Chnouphis, oder Agathodämon, ist der Christus der Gnostiker,

wie jeder Gelehrte weiß. Er ist enge verknüpft mit den sieben Söhnen der

Sophia (Weisheit), den sieben Söhnen der Aditi, der universalen Weisheit,

deren achter Mârttânda war, die Sonne, welche Sieben der sieben

planetarischen Regenten oder Genien sind. Daher war Chnouphis die geistige

Sonne der Erleuchtung, der Weisheit, daher der Schutzherr aller ägyptischen

Initiierten, wie es Bel-Merodach, oder Bel-Belitanus, später bei den Chaldäern

wurde.

[43] Hermes, oder vielmehr Thot, war ein generischer Name. Abul Feda zeigt

in seiner Historie Anti-Islamitica fünf Hermesse, und die Namen Hermes,

Nebo, Thot wurden in verschiedenen Ländern beziehungsweise großen

Initiierten gegeben. So gab Nebo, der Sohn von Merodach und Zarpanitu,

welchen Herodot Zeus-Belos nennt, seinen Namen allen Propheten, Sehern

und Initiierten. Sie waren aller „Schlangen der Weisheit“, da sie mit der Sonne

astronomisch, und mit der Weisheit geistig zusammenhing.

[44] Pantheon, Text 15.

[45] I. 555.

[46] Genesis, XLIX. 17, 18 und 5, 6.

[47] Dunlap, in seiner Einleitung zu Sod, die Mysterien des Adoni (), erklärt

das Wort „Sod“ als arcanum, religiöses Mysterium, auf Grund der Autorität

von Schindlers Penteglott, 1202. „Das Geheimnis des Herrn ist unter denen,

die ihn fürchten“, sagt Psalm XXV, 14. Dies ist eine Mißübersetzung der

Christen, denn es sollte heißen: „Sod Ihoh (die Mysterien des Ihoh) sind für

jene, die ihn fürchten.“ „Al (El) ist schrecklich in dem großen Sod der

41221IX

Kedeshim (der Priester), der Heiligen, der Initiierten).“ - Psalm LXXXIX, 7 (ebenda). Die Kedeshim waren sehr entfernt von Heiligkeit. Siehe die  über das „Allerheiligste“, in Teil II dieses Bandes.

[48] „Die Mitglieder der Priesterkollegien wurden Sodales genannt“, sagt

Freunds Lateinlexikon (. 448). „Sodalitäten wurden gegründet in den

Idaischen Mysterien der Mächtigen Mutter“, schreibt Cicero in De Senectute.

(Dunlap. ebenda, p. XXII.)

[49] XXX. 6.

[50] Die Priester des Baal, welche über die Feuer sprangen. Aber dies war ein

hebräischer Ausdruck und zwar ein lokaler. Saraph bedeutet „feuriges oder brennendes Gift“.

41221 IX

In dem Großen Buche der Geheimnisse wird uns gesagt:

Sieben Herren schufen sieben Menschen; drei Herren (Dhyân Chohans oder

Pitris) waren heilig und gut, vier weniger himmlisch und voll Leidenschaft . . . . .

die Chhâyâs (Schattenbilder) der Väter waren wie sie.

Dies erklärt die Unterschiede in der menschlichen Natur, welche in sieben

Abstufungen von Gut und Böse geteilt ist. Es waren sieben Zelte bereit, von

Monaden unter sieben verschiedenen karmischen Bedingungen bewohnt zu

werden. Die e erklären auf dieser Grundlage die leichte Ausbreitung

des Bösen, sobald die menschlichen Formen zu wirklichen Menschen geworden

waren. Einige alte Philosophen jedoch ignorierten in ihren genetischen Berichten

die sieben und gaben bloß vier. So hat die mexikanische lokale Genesis „vier

gute Menschen“ beschrieben als die vier wirklichen Vorfahren des

Menschengeschlechts, „welche weder von den Göttern erzeugt, noch vom Weibe

geboren waren“; sondern deren Schöpfung ein von den schöpferischen Kräften

vollbrachtes Wunder war, und welche nur hervorgebracht waren, nachdem „drei

Versuche, Menschen herzustellen, fehlgeschlagen hatten.“ Die Ägypter hatten in

ihrer Theologie nur „vier Söhne Gottes“ - während im Pymander sieben gegeben

sind - und vermieden so jede Erwähnung der bösen Natur des Menschen. Als

jedoch Set von einem Gott zu Set-Typhon herabsank, begann er der „siebente

Sohn“ genannt zu werden; woraus wahrscheinlich der Glaube entstand, daß „der

siebente Sohn des siebenten Sohnes“ immer ein naturgeborener Magier ist -

obwohl zuerst nur ein Zauberer gemeint war. Apap, die das Böse

symbolisierende Schlange, wird von Aker, Sets Schlange vernichtet; [51] daher

konnte Set-Typhon nicht dieses Böse sein. Im Totenbuche wird befohlen, daß

Kapitel CLXIII gelesen werden solle „in Gegenwart einer Schlange mit zwei Beinen“, was einen hohen Initiierten bedeutet, einen Hierophanten, weil der Diskus und die Widderhörner, [52] welche das Haupt seiner „Schlange“ schmücken, in den Hieroglyphen des Titels des genannten Kapitels, dies bezeichnen.

Über der „Schlange“ sind die zwei mystischen Augen des Ammon, [53] des

verborgenen „Mysteriengottes“ dargestellt. Die obigen Stellen bestätigen unsere

Behauptung, und zeigen, was das Wort „Schlange“ im Altertume wirklich bedeutete.

Was aber die Nagals und Nargals betrifft; woher kam die Ähnlichkeit der Namen

zwischen den indischen Nâgas und den amerikanischen Nagals?

41223IX

Der Nargal war das chaldäische und assyrische Oberhaupt der Magier (Rab-Mag),

und der Nagal war der oberste Zauberer der mexikanischen Indianer.

Beiden leiten ihre Namen her von Nergal-Serezer, dem assyrischen Gott, und

von den indischen Nâgas. Beide haben dieselben Fähigkeiten und die Macht,

einen dienstbaren Dämon zu haben, mit dem sie sich selbst vollständig

identificieren. Der chaldäische und assyrische Nargal hielt seinen Dämon in

Gestalt irgend eines für heilig gehaltenen Tieres innerhalb des Tempels; der

indianische Nagal hält ihn, wo immer er kann - in dem benachbarten See oder

Gehölz, oder im Hause in Gestalt irgend eines Haustieres. [54]

Eine solche Ähnlichkeit kann nicht dem Zufall zugeschrieben werden. Eine neue

Welt wird entdeckt, und wir finden, daß sie für unsere Vorväter von der vierten

Rasse bereits eine alte war; daß Arjuna, Krishnas Genosse und Chelâ, nach

Pâtâla, zu den „Antipoden“ hinabgestiegen sein und dort Ulûpî, [55] eine Nâga,

oder vielmehr Nâgî geheiratet haben soll, die Tochter des Königs der Nâgas Kauravya. [56]

Und nun ist hoffentlich die volle Bedeutung des Schlangenemblems dargethan.

Sie ist weder die des Bösen, noch am allerwenigsten die des Teufels; sondern

sie ist in der That [korrekter Abdruck siehe Buch], die „Ewige Sonne Abrasax“,

die Centrale Sonne aller Kabbalisten, in einigen Diagrammen dargestellt durch

den Kreis des Tiphereth.

Und hier können wir wieder aus unseren früheren Bänden citieren und in weitere

Erklärung eingehen.

Aus dieser Region der unergründlichen Tiefe (Bythos, Aditi, Shekinah, dem

Schleier des Unbekannten) geht ein Kreis hervor, der aus Spiralen gebildet ist.Dies ist Tiphereth; was in der Sprache der Symbolik einen großen Cyklus bedeutet, der aus kleineren zusammengesetzt ist.

Darin liegt zusammengerollt, sodaß sie den Spiralen folgt, die Schlange - das

Sinnbild der Weisheit und Ewigkeit - des Dualen Androgynen; der Cyklus

repräsentiert Ennoia oder das göttliche Gemüt (eine Kraft, welche nicht

schafft, sondern welche assimilieren muß), und die Schlange den

Agathodämon, den Ophis, den Schatten des Lichtes (nicht ewig, jedoch das

größte Göttliche Licht aus unserer Ebene). Beide waren die Logoi der Ophiten;

oder die Einheit als Logos, der sich selbst als ein doppeltes Prinzip von Gut und Böse offenbart. [57]

41223IX

Wäre allein unthätiges und unbedingtes Licht, das menschliche Gemüt könnte es

nicht schätzen oder auch nur sich vergegenwärtigen. Schatten ist das, was Licht

befähigt, sich zu offenbaren, und ihm gegenständliche Wirklichkeit giebt. Daher

ist der Schatten nicht Böses, sondern er ist das notwendige und unentbehrliche

Korrolar, welches das Licht oder das Gute vollständig macht; es ist sein Schöpfer

auf Erden.

[51] Totenbuch, Kap. XXXIX.

[52] Dieselben Widderhörner finden sich auf den Mosesköpfen, welche die

Schreiberin auf einigen alten Medaillen in Palästina sah, von denen eine noch

in ihrem Besitze ist. Die Hörner, die auf der Statue des Moses in Rom, von

Michelangelo, einen Teil der glänzenden Aureole bilden, sind vertikal, anstatt

zu den Ohren hingebogen zu sein, aber das Emblem ist dasselbe; daher die eherne Schlange.

[53] Aber siehe Harris´ Magic Papyrus, No. V, und den widdergehörnten Ammon, welcher Menschen auf eine Töpferscheide anfertigt.  [54] Brasseur de Bourboug, Mexique, pp. 135 und 514.  [55] Ulûpî (Ulûpl) hat einen vollständig atlantischen Klang an sich. Wie Atlantis, ist es weder ein griechischer noch ein Sanskritname, sondern erinnert einen an mexikanische Namen.

[56] Mahâbhârata, Adi Parva, Shlokas 7788, 7789. Das Bhâgavata Purâna

(IX. XX. 31), nach der Erklärung des Kommentators Shridhara, macht Ulûpî

zur Tochter des Königs von Manipûra (siehe Vishnu Purâna, Wilson, . 160);

aber der verstorbene Pandit Dayânand Sarasvatî, sicherlich die größte

Sanskrit- und Purânaautorität in Indien für solche Fragen, bestätigte

persönlich, daß Ulûpî die Tochter des Königs der Nâgas in Pâtâla oder

41223IX

Amerika war, vor 5000 Jahren und daß die Nâgas Initiierte waren.

[57] Isis Unveiled, II. 293.

41223 IX

Nach den Anschauungen der Gnostiker sind diese zwei Prinzipien

unveränderliches Licht und unveränderlicher Schatten; gut und böse sind dem

Wesen nach eins und haben durch alle Ewigkeit existiert, sowie sie immer fortfahren werden zu existieren, so lange als es geoffenbarte Welten giebt.

Dieses Symbol erklärt die Anbetung, welche diese Sekte der Schlange

entgegenbringt, als dem Heilande, wenn sie entweder rund um das Opferbrod,

oder um ein Tau (das phallische Emblem) gerollt ist. Als eine Einheit sind

Ennoia und Ophis der Logos. Wenn getrennt, ist die eine der Baum des

geistigen Lebens, und der andere der Baum der Erkenntnis des Guten und

Bösen. Daher finden wir, daß Ophis das erste Menschenpaar - welches die

stoffliche Hervorbringung von Ildabaoth ist, aber sein geistiges Prinzip der

Sophia-Achamoth verdankt - antreibt, die verbotene Frucht zu essen, obwohl

die Ophis die göttliche Weisheit repräsentiert. Die Schlange, der Baum der

Erkenntnis des Guten und Bösen, und der Baum des Lebens sind alles

Symbole, die aus dem indischen Boden verpflanzt sind. Das Arasamaram (?),

der Bananenbaum, welcher den Indern so heilig ist - nachdem Vishnu

während einer seiner Inkarnationen unter seinem dichten Schatten ruhte und

dort menschliche Philosophie und Wissenschaft lehrte - wird der Baum der

Erkenntnis und der Baum des Lebens genannt. Unter dem schützenden Laub

dieses Königs der Wälder geben die Gurus ihren Schülern ihre ersten Lehren

über Unsterblichkeit und initiieren sie in die Geheimnisse von Leben und Tod.

In der chaldäischen Überlieferung heißt es von den Java-Aleim des

Priesterkollegiums, daß sie die Söhne der Menschen gelehrt haben, ihnen

gleich zu werden. Bis zum heutigen Tage wirkt Foh-tchou, [58] welcher in

seinem Foh-Maeyu oder Buddhatempel auf der Spitze des großen Berges

Kouin-Long-Sang [59] lebt, seine größtes religiösen Wunder unter einem

Baum, der im Chinesischen Sung-Ming-Shû, oder der Baum der Erkenntnis

und der Baum des Lebens genannt wird, denn Unwissenheit ist Tod und

Wissen allein giebt Unsterblichkeit. Dieses wunderbare Schauspiel findet alle

drei Jahre statt und eine ungeheure Menge chinesischer Buddhisten versammelt sich im Pilgerzuge an der heiligen Stätte. [60]

Nun kann es verständlich werden, warum die frühesten Initiierten und Adepten,

oder die „weisen Männer“, welche angeblich in die Geheimnisse der Natur durch

das Universalgemüt initiiert worden sind, das durch die höchsten Engel

repräsentiert wird, die „Schlangen der Weisheit“ und die „Drachen“ genannt

wurden; und auch, wie so die ersten physiologischen vollständigen Paare -

nachdem sie in das Geheimnis der menschlichen Schöpfung durch Ophis, den

41225IX

geoffenbarten Logos und den androgynen initiiert worden sind, durch das Essen

der Frucht der Erkenntnis - allmählich von dem materiellen Geist der Nachwelt

angeklagt zu werden begannen, daß sie Sünde verübt hätten, daß sie „Gott dem

Herrn“ ungehorsam gewesen und von der Schlange verführt worden seien.

So wenig haben die ersten Christen - welche die Juden ihrer Bibel beraubten -

die ersten vier Kapitel der Genesis ihrer esoterischen Bedeutung nach

verstanden, daß sie niemals gewahr wurden, daß in diesem Ungehorsam nicht

nur keine Sünde beabsichtigt war; sondern daß die „Schlange“ sogar thatsächlich

„Gott der Herr“ selber war, welcher als der Ophis, der Logos, oder der Träger der

göttlichen schöpferischen Weisheit die Menschheit lehrte, ihrerseits Schöpfer zu

werden. [61] Sie begriffen niemals, daß das Kreuz eine Entwicklung aus dem

Baum und der Schlange war, und so die Erlösung der Menschheit wurde. Auf

diese Art würde es zum Grundsymbol der schöpferischen Ursache werden, und

sich auf Geometrie, Zahlen, Astronomie, Maß, und tierische Fortpflanzung beziehen. Nach der Kabbalah kam der Fluch über den Menschen mit der Erschaffung des Weibes. [62] Der Kreis wurde getrennt von seinem Durchmesser.

Aus dem Besitze des doppelten Prinzipes im einen, d. i. dem androgynen

Zustande, geschah die Trennung des duales Prinzipes, welches zwei

Gegensätze darbot, deren Bestimmung es für alle Zukunft war,

Wiedervereinigung in dem ursprünglichen einen Zustand zu suchen. Der Fluch

war der, daß nämlich die Natur, während sie zum Suchen antrieb, den

begehrten Erfolg durch die Hervorbringung eines neuen Wesens vereitelte,

welches von dieser angestrebten Wiedervereinigung oder Einheit verschieden

ist, wodurch das natürliche Verlangen, einen verlorenen Zustand wieder zu erobern, getäuscht wurde und für immer getäuscht wird. Durch diesen Tantalusqualen verursachenden Vorgang eines fortgesetzten Fluches lebt Natur. [63]

Die Allegorie, daß Adam von dem Baume des Lebens weggetrieben wurde,

bedeutet esoterisch, daß die soeben getrennte Rasse das Geheimnis des

Lebens mißbrauchte und in das Bereich der Tierheit und Bestialität hinabzog.

Denn, wie der Zohar zeigt, ist Matronethah-Shekinah, das Weib des Metatron

symbolisch - „der Weg zu dem großen Baume des Lebens, zu dem mächtigen

Baume“, und Shikinah ist göttliche Gnade. Wie erklärt, erreicht dieser Baum das

himmlische That und ist zwischen drei Bergen (der oberen Dreiheit von

Prinzipien im Menschen) verborgen. Von diesen drei Bergen steigt der Baum

41225IX

aufwärts (die Erkenntnis des Adepten strebt himmelwärts), und neigt sich dann

wieder abwärts (zu dem Ego des Adepten auf Erden). Dieser Baum ist bei Tage

offenbar und bei Nacht verborgen, d. i. einem erleuchteten Gemüte offenbar, und

der Unwissenheit, welche die Nacht ist, verborgen. [64]

Wie der  sagt:

Der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen wächst aus den Wurzeln des

Baumes des Lebens hervor.

[58] Foh-tchou, bedeutet im Chinesischen wörtlich Buddhas Herr, oder der Lehrer der Lehrsätze des Buddha Foh.

[59] Dieser Berg liegt südwestlich von China, ungefähr zwischen China und Tibet.

[60] Ebenda, pp. 293, 294.

[61] Der Leser möge daran erinnert sein, daß im Zohar, und auch in allen

kabbalistischen Werken behauptet wird, daß „Metatron sich mit Shekinah

vereinigte“. Nun ist Shekinah als der Schleier (Gnade) von Ain Suph, welche

den Logos repräsentiert, eben jener Baum der Erkenntnis; während Shamael

– der dunkle Aspekt des Logos – nur die Rinde jenes Baumes einnimmt, und

bloß die Kenntnis des Bösen hat. Wie Lacour, der in der Scene vom Fall

(Genesis, III) einen der ägyptischen Initiation angehörigen Zwischenfall

ansah, sagt: „Der Baum der Weissagung, oder der Erkenntnis des Guten und

Bösen . . . ist die Wissenschaft des Tzyphon, des Genius des Zweifels, von

tzy ,lehren´, und phon ,Zweifel´. Tzyphon ist einer der Aleim; wir werden ihn

sogleich unter dem Namen des Nach, des ,Versuchers‘ sehen.“ (Les Oeloim,

Bd. II. p. 218.) Er ist jetzt den Symbologen unter dem Namen Jehova bekannt.

[62] Dies ist die von allen Kirchen ein- und angenommene

41225IX

Anschauungsweise, aber es ist nicht die wirkliche esoterische Lehre. Der Fluch begann weder mit der Erschaffung des Mannes, noch mit der des Weibes, denn ihre Trennung war eine natürliche Folge der Entwicklung, sondern mit dem Bruche des Gesetzes.

[63] Wodurch die menschliche Natur lebt; nicht einmal die tierische – sondern

die irregeführte, sinnliche und lasterhafte Natur, welche die Menschen, nicht die Natur, geschaffen haben. Siehe die  „Kreuz und Kreis.“ [64] Siehe Zohar, I. 172, a und b.

41225 IX

Aber dann ist da auch, wie der Verfasser der Quelle der Maße schreibt:

In der Kabbalah ist es klar zu finden, daß der „Baum des Lebens“ das

Henkelkreuz in seinem geschlechtlichen Aspekt ist, und daß der „Baum der

Erkenntnis“ die Trennung und das Wiederzusammenkommen zur Erfüllung der

verderblichen Bedingung war. Um dies in Zahlen auseinanderzusetzen, so

sind die Zahlenwerte der Buchstaben, welche das Wort Otz ([korrekter

Abdruck siehe Buch]) „Baum“ zusammensetzen, 7 und 9, wobei die Sieben

die heilige weibliche Zahl ist, und die neun die Zahl der phallischen oder

männlichen Kraft. Dieses Henkelkreuz ist das Symbol des ägyptischen

Weiblich-männlichen, Isis-Osiris, des Keimprinzipes in allen Formen, das auf

der ursprünglichen Offenbarung beruht, die in allen Richtungen anwendbar ist.

Dies ist die kabbalistische Anschauung der westlichen Occultisten, und sie

unterscheidet sich von den philosophischeren östlichen oder ârischen

Anschauungen über den Gegenstand. [65] Die Trennung der Geschlechter lag im

Programme der Natur und der natürlichen Entwicklung; und die schöpferische

Fähigkeit in Mann und Weib war eine Gabe der göttlichen Weisheit. An die

Wahrheit solcher Überlieferungen hat das ganze Altertum, vom patrizischen

Philosophen bis zum bescheidensten geistig veranlagten Plebejer, geglaubt. Und

im weitern Verlaufe können wir mit Erfolg zeigen, daß die verhältnismäßige

Wahrheit solcher Legenden, wenn nicht ihre unbedingte Genauigkeit - für die

solche intellektuelle Riesen eintraten wie Solon, Pythagoras, Plato und andere -

mehr als einen modernen Gelehrten aufzudämmern beginnt. Es ist bestürzt; er

steht überrascht und verwirrt vor Beweisen, die sich täglich vor ihm anhäufen; er

fühlt, daß es keinen Ausweg giebt, die vielen geschichtlichen Probleme, die ihm

entgegenstarren zu lösen, wenn er nicht alte Überlieferungen anzunehmen

beginnt. Wenn wir daher sagen, daß wir unbedingt an alte Zeugnisse und

universale Legenden glauben, so brauchen wir uns schwerlich vor dem

unparteiischen Beobachter schuldig zu bekennen, denn andere und viel

gelehrtere Schriftsteller, und zwar auch unter jenen, welche der modernen

wissenschaftlichen Schule angehören, glauben offenbar an vieles, an das die

Occultisten glauben - an „Drachen“ z. B., und nicht bloß symbolisch, sondern

auch an ihre thatsächliche einstmalige Existenz.

Es wäre in der That vor einigen dreißig Jahren für jedermann ein kühner

Schritte gewesen, daran zu denken, die Öffentlichkeit mit einer Sammlung von

Geschichten zu bewirten, die gewöhnlich für fabelhaft gelten, und für

dieselben die Beachtung zu beanspruchen, welche echten Wirklichkeiten

41227IX

gebührt oder Geschichten, die als Erdichtungen altehrwürdig sind, als

wirkliche Thatsachen zu verfechten; oder von Ammenmärchen zu behaupten,

daß sie in vielen Fällen mehr oder weniger entstellte Legenden sind, die

wirkliche Wesen oder Ereignisse beschreiben. Heutzutage ist dies ein weniger

gewagtes Vorgehen. [66]

So beginnt die Einleitung zu einem neuen (1886) und höchst interessanten Werk

von Herrn Charles Gould, mit Namen Mythische Ungeheuer. Er erklärt tapfer

seinen Glauben an die meisten dieser Ungeheuer. Er giebt folgendes zu erwägen:

Viele von den sogenannten mythischen Ungeheuern, welche durch lange

Zeitalter und bei allen Nationen die fruchtbaren Gegenstände von Dichtung

und Fabel waren, kommen rechtmäßig in den Kreis der gewöhnlichen auf

Thatsachen beruhenden Naturgeschichte und es kommt dahin, daß sie nicht

mehr als das Ergebnis einer überschwänglichen Phantasie betrachtet werden,

sondern als Geschöpfe, welche einstmals wirklich existierten, und von denen

unglücklicherweise nur unvollkommene und ungenaue Beschreibungen zu uns

herabgesickert sind, wahrscheinlich durch die Nebel der Zeit stark

gebrochen; ... Überlieferungen von Geschöpfen, die einstmals mit den

Menschen gleichzeitig waren, und von denen einige so unheimlich und schrecklich sind, daß sie auf den ersten Blick unmöglich erscheinen . . .

Für mich besteht der größte Teil dieser Geschöpfe nicht aus Chimären,

sondern aus Gegenständen vernünftigen Studiums. Der Drache ist nicht ein

Geschöpf, das aus der Einbildung des ârischen Menschen bei der Betrachtung

von blitzen, welche durch die von ihm bewohnten Höhlen aufleuchteten, entstand, wie einige Mythologen glauben, sondern an Stelle dessen ein Tier, das einstmals lebte und seine gewichtigen Windungen dahinschleppte, und vielleicht flog . . . .

Mir erscheint die bestimmte Existenz des Einhorns nicht unglaublich, und in der That wahrscheinlicher, als jene Theorie, welche seinen Ursprung einem Mondmythos zuschreibt. [67] ...

Ich für meinen Teil bezweifle die allgemeine Herleitung der Mythen von „der

Betrachtung der sichtbaren Wirkungen der äußeren Natur.“ Es erscheint mir

leichter, zu vermuten, daß die abschwächende Wirkung der Zeit den Ausdruck

dieser oft erzählten Geschichten verwischt, bis ihr ursprüngliches Aussehen

nahezu nicht mehr erkennbar ist, als daß unkultivierte Wilde Kräfte der

Einbildung und poetischen Erfindung besitzen sollten, welche jene, deren sich

die unterrichtesten Nationen des heutigen Tages erfreuen, weit übertreffen;

41227IX

weniger schwierig zu glauben, daß diese wundervollen Geschichten von

Göttern und Halbgöttern, von Riesen und Zwergen, von Drachen und

Ungeheuern jeglicher Beschreibung Umwandlungen sind, als zu glauben, daß

sie Erfindungen sind. [68]

Von demselben Geologen wird gezeigt, daß:

Paläontologen haben mit Erfolg das Dasein des Menschen auf Zeitperioden

zurückgeführt, die verschiedentlich zwischen dreißigtausend und einer Million

Jahre geschätzt wurden - auf Perioden, wo er mit Tieren gleichzeitig existierte,

die unterdessen schon lange ausgestorben sind. [69]

[65] Vergleiche die  über „die Geheimnisse der Siebenheit“ in Teil II

dieses Bandes.

[66] Goulds Mythical Monsters, p. 1.

[67] The Unicorn: A Mythological Investigation, Robert Brown jun., F. S. A.

London, 1881.

[68] Mythical Monsters, pp. 2-4.

[69] Ebenda, p. 20.

41227 IX

Diese „unheimlichen und schrecklichen“ Tiere waren, um einige Beispiele zu

geben: 1. die Gattung Cidastes, deren gewaltige Knochen und Wirbelsäule

zeigen, daß sie eine Länge von nahezu zweihundert Fuß erreicht haben. Die

Überreste von solchen Ungetümen, nicht weniger als zehn an der Zahl, wurden

von Professor Marsh in den Mauvaises Terres von Colorado über die Ebenen

verstreut gesehen. 2. Der Titanosaurus montanus, welcher fünfzig oder sechzig

Fuß an Länge erreicht. 3. Die Dinosaurier in den jurassischen Lagern des

Felsengebirges, von noch riesigeren Verhältnissen. 4. Der Atlantosaurus

immanis, dessen Schenkelknochen allein über sechs Fuß lang ist, und welcher

somit über hundert Fuß Länge haben würde. Aber selbst da ist die Grenzlinie

noch nicht erreicht, und wir hören von der Entdeckung von Überresten so

riesigen Verhältnissen, daß ein Schenkelknochen mehr als zwölf Fuß Länge

besitzt! [70] Dann lesen wir von dem ungeheuerlichen Sivatherium in den

Himâlayas, dem vierhörnigen Hirschen, so groß wie ein Elephant, und den

letzteren an Höhe übertreffend; von dem riesigen Megatherium; von gewaltigen

fliegenden Eidechsen, den Pterodaktylen mit Krokodilrachen an einem Entenkopf

u. s. w. Alle diese waren mit dem Menschen gleichzeitig, griffen höchst

wahrscheinlich den Menschen an, so wie der Mensch sie angriff. Und man mutet

uns zu, zu glauben, daß der Mensch damals nicht größer war, als er jetzt ist! Ist

es möglich vorzustellen, daß der Mensch, umgeben von einer Natur von solchen

ungeheuren Geschöpfen, wenn er nicht selbst ein gewaltiger Riese gewesen

wäre, hätte überleben können, während alle seine Feinde zugrunde gegangen

sind? Soll er mit seinem Steinbeil ein Sivatherium oder einen riesigen fliegenden

Saurier überwältigt haben? Halten wir uns immer vor Augen, daß mindestens ein

großer Mann der Wissenschaft, de Quatrefages, keine guten wissenschaftlichen

Gründe dafür sieht, warum nicht der Mensch „gleichzeitig mit den frühesten

Säugetieren und bis zur Sekundärzeit zurückgehend“ gewesen sein solle. [71]

Der sehr konservative Professor Jukes schreibt:

Es scheint, daß die fliegenden Drachen des Märchens in früheren Weltzeitaltern etwas wie wirkliches Dasein gehabt haben. [72]

Und der Verfasser fährt fort zu fragen:

Umfaßt die geschriebene Geschichte des Menschen, welche ein paar Jahrtausende einschließt, den ganzen Verlauf seines intelligenten Daseins?

Oder haben wir in den langen mythischen Ären, welche sich über

Hunderttausende von Jahren erstrecken, und in den Chronologien von

Chaldaea und China aufgezeichnet sind, schattenhafte Erinnerungen an den

vorgeschichtlichen Menschen, von der Überlieferung weitergegeben, und

41229IX

vielleicht von wenigen Überlebenden nach bestehenden Ländern überbracht, aus anderen, welche, wie die fabelhafte Atlantis des Plato, untergegangen sein mögen, oder der Scene irgend einer großen Katastrophe, welche sie mit ihrer ganzen Civilisation vernichtete? [73]

Die wenigen überbleibenden riesigen Tiere, wie die Elephanten - die selber

kleiner sind als ihre Vorfahren die Mastodonten - und die Flußpferde sind die

einzigen überlebenden Reste, und neigen mit jedem Tage mehr zu gänzlichem

Verschwinden. Aber selbst sie haben bereits einige Vorläufer ihrer zukünftigen

Gattung gehabt und haben an Größe in demselben Verhältnisse abgenommen,

wie die Menschen. Denn die Überreste eines zwerghaften Elefanten, Elephas

Falconeri, wurden in den Höhlenablagerungen von Malta gefunden; und derselbe

Verfasser behauptet, daß sie vereinigt waren mit den Überresten von zwerghaften Flußpferden, wobei die ersteren nur zwei Fuß sechs Zoll hoch waren. Es giebt auch den noch existierenden Hippopotamus (Choeropsis)

Liberiensis, „welchen Herr Milne-Edvards als wenig mehr denn zwei Fuß hoch

abbildet.“ [74]

Skeptiker mögen lächeln und unser Werk als voll mit Unsinn oder

Ammenmärchen brandmarken. Aber wenn sie das thun, rechtfertigen sie bloß die

Weisheit des chinesischen Philosophen Chuang, welcher sagte:

Die Dinge, die die Menschen wissen, können zahlenmäßig gesprochen werden, keineswegs mit den Dingen verglichen werden, die unbekannt sind.  [75]

So lachen sie nur über ihre eigene Unwissenheit.

[70] Ebenda, pp. 36, 37.

[71] The Human Spezies, p. 52.

[72] Manual of Geology, p. 301.

[73] Ebenda, p. 17.

[74] Goulds Mythical Monsters, p. 16. Siehe auch Recherches, etc., des

41229IX

Mammifères, Tafel I. Paris, 1868-1874.

[75] Vorrede zum Shan Hai King, oder „Wunder auf Land und Meer.“

41229 IX

DIE „SÖHNE GOTTES“ UND DIE „HEILIGE INSEL“.

Die in Isis entschleiert [76] gegebene „Legende“ in Bezug auf einen Teil der

Erdkugel, den die Wissenschaft jetzt als ehemalige Wiege der Menschheit

anerkennt - obwohl er in Wahrheit eine von den sieben Wiegen war - lautet wie

folgt:

Die Überlieferung sagt, und die Aufzeichnungen des Großes Buches (des Buches des Dzyan) erklären, daß lange vor den Tagen des Ad-am, und seines neugierigen Weibes He-va dort, wo jetzt nur Salzseen und trostlose kahle Wüsten zu finden sind, ein weites Inlandmeer sich befand, welches sich über Mittelasien ausbreitete, nördlich von der stolzen Himâlayakette und ihrer westlichen Fortsetzung. Eine Insel darin, welche in ihrer beispiellosen Schönheit ihresgleichen in der Welt nicht hatte, wurde von dem letzten Überreste der Rasse, welche der unseren voranging, bewohnt.

Der „letzte Überrest“ bedeutete die „Söhne von Willen und Yoga“, welche, mit ein

paar Stämmen, die große Umwälzung überlebten. Denn es war die dritte Rasse,

welche das große lemurische Festland bewohnte, die den echten und

vollständigen menschlichen Rassen - der vierten und fünften - voranging. Daher

wurde in Isis entschleiert gesagt:

Diese Rasse konnte mit gleicher Leichtigkeit in Wasser, Luft oder Feuer leben,

denn sie hatte eine unbegrenzte Herrschaft über die Elemente. Diese waren die „Söhne Gottes“; nicht jene, welche die Töchter der Menschen sahen, sondern die wirklichen Elohim, obwohl sie in der orientalischen Kabbalah einen anderen Namen haben. Sie waren es, welche den Menschen die zauberhaftesten Geheimnisse der Natur mitteilten, und ihm das unaussprechliche und jetzt verlorene „Wort“ offenbarten.

Diese „Insel“ existiert, wie geglaubt wird, bis zur gegenwärtigen Stunde als eine

Oase, umgeben von der schrecklichen Wildnis der großen Wüste Gobi - deren

Sandflächen „noch kein Fuß durchquert hat seit Menschengedenken.

Dieses Wort, welches kein Wort ist, hat einstmals die Reise um die Welt

gemacht, und säumte noch als ein fern verklingendes Echo in den Herzen

einiger bevorzugter Menschen. Die Hierophanten aller Priesterkollegien

wußten von dem Dasein dieser Insel; aber das „Wort“ war bloß dem Java

Aleim (Mahâ Chohan in einer anderen Sprache) oder obersten Herrn eines

41230IX

jeden Kollegiums bekannt, und wurde seinem Nachfolger erst im Augenblicke

des Todes überliefert. Es gab vier solche Kollegien, und die alten klassischen

Schriftsteller sprechen von ihnen.

Es gab keine Verbindung mit der schönen Insel zur See, aber unterirdische

Gänge, die nur den Leitern bekannt waren, stellten mit ihr in allen Richtungen

die Verbindung her. [77]

[76] Bd. I. pp. 589 ff.

[77] Es giebt Archäologen, welche, wie Herr James Fergusson, jedem

einzelnen Monument in Indien ein großes Alter absprechen. In seinem Werke

Illustrations of the Rock-Cit Tempels of India wagt er die sehr ungewöhnliche

Meinung auszusprechen: „Ägypten hatte aufgehört eine Nation zu sein, bevor

der früheste Höhlentempel von Indien ausgehauen wurde.“ Kurz gesagt, er giebt nicht das Dasein irgend eines Höhlentempels vor der Regierung des Ashoka zu, und scheint bestrebt zu sein, zu beweisen, daß die meisten dieser in den Felsen gehauenen Tempel während einer Periode ausgeführt wurden, die sich von der Zeit jenes frommen buddhistischen Königs bis zum Untergange der Andhradynastie von Magadha am Beginne des fünften Jahrhunderts erstreckte. Wir glauben, daß eine solche Behauptung vollkommen willkürlich ist. Weitere Entdeckungen werden zeigen, daß sie irrtümlich und ungerechtfertigt ist.

41230IX

Die Überlieferung behauptet, und die Archäologie nimmt die Wahrheit der

Legende an, daß es mehr als eine blühende Stadt in Indien giebt, welche auf

verschiedenen anderen Städten aufgebaut ist, und so eine sechs oder sieben

Stockwerke hohe unterirdische Stadt bildet. Delhi ist eine von ihnen, Allahabad

eine andere; Beispiele finden sich selbst in Europa, z. B. in Florenz, welches auf

verschiedenen ausgestorbenen etruskischen und anderen Städten aufgebaut ist.

Warum also könnten nicht Ellora, Elephanta, Karlo und Ajunta über

unterirdischen Labyrinthen und Gängen erbaut worden sein, wie behauptet wird?

Natürlich spielen wir nicht auf die Höhlen an, welche einem jedem Europäer

entweder vom Sehen oder vom Hörensagen bekannt sind, ungeachtet ihres

außerordentlichen Alters, obwohl selbst dieses von der modernen Archäologie

bestritten wird; sondern auf eine Thatsache, welche den initiierten Brâhmanen

von Indien und insbesondere den Yogîs bekannt ist, nämlich, daß es keinen

Höhlentempel im Lande giebt, der nicht seine unterirdischen Gänge hätte, die in

jeder Richtung verlaufen, und daß diese unterirdischen Höhlen und endlosen Korridore ihrerseits ihre Höhlen und Korridore haben.  Wer kann sagen, ob die dahingegangene Atlantis - welche auch in dem Geheimen Buche erwähnt ist, aber wiederum unter einem anderen Namen, der der heiligen Sprache eigentümlich ist - in jenen Tagen nicht noch existierte?

fuhren wir fort zu fragen. Die existierte ganz sicherlich, denn sie näherte sich den

größten Tagen ihrer Herrlichkeit und Civilisation, als der letzte der lemurischen

Kontinente versank.

Der große dahin gegangene Kontinent mag vielleicht, südlich von Asien

gelegen, sich von Indien bis Tasmanien erstreckt haben. [78] Wenn die

Hypothese - die jetzt so sehr bezweifelt und von einigen gelehrten

Schriftstellern, die sie für einen Scherz des Plato halten, gänzlich abgelehnt

wird - jemals für richtig erkannt werden wird, dann werden vielleicht die

Gelehrten daran glauben, daß die Beschreibung von dem Götterbewohnten

Kontinent nicht ganz und gar Fabel war. [79] Und sie mögen dann bemerken,

daß Platos vorsichtige Andeutungen und der Umstand, daß er die Erzählung

dem Solon und den ägyptischen Priestern zuschrieb, nur eine kluge Art waren,

die Thatsache der Welt mitzuteilen und zur selben Zeit durch geschickte

Verbindung von Wahrheit und Dichtung sich selbst von einer Geschichte zu

trennen, die zu veröffentlichen ihm bei der Initiiation auferlegte Verpflichtung

verboten.

41231IX

Um in der Überlieferung fortzufahren, so haben wir hinzuzufügen, daß die

Klasse der Hierophanten in zwei getrennte Kategorien geteilt wurde; [80] in

jene, welche von den „Gottessöhnen“ der Insel unterrichtet und in die göttliche

Lehre der reinen Offenbarung initiiert wurden; und in die anderen, welche die

vergangene Atlantis - wenn das ihr Name sein soll - bewohnten und welche

von einer anderen Rasse waren (geschlechtlich, aber von göttlichen Eltern

hervorgebracht) und mit einem Blicke geboren wurden, der alle verborgenen

Dinge umfaßte, und von der Entfernung wie von materiellen Hindernissen

unabhängig war. Kurz gesagt, sie waren die in den Popol Vuh erwähnte vierte

Rasse der Menschen, deren Blick unbegrenzt war und welche alle Dinge sofort wußten.

Mit andern Worten, sie waren die Lemuro-Atlantier, die ersten, welche eine

Dynastie von Geister-Königen hatten; nicht von Manen oder „Gespenstern“, wie

einige glauben, [81] sondern von wirklichen lebendigen Devas, oder Halbgöttern

oder Engeln, wiederum, welche Körper angenommen hatten, um über diese

Rasse zu herrschen, und welche ihrerseits sie in Künsten und Wissenschaften

unterrichteten. Nun waren diese Dhyânîs Rûpa oder materielle Geister, und

daher nicht immer gut. Ihr König Thevetat war einer von den letzteren, und unter

dem bösen Einflusse dieses königlichen Dämons wurde die Atlantisrasse zu einer Nation verruchter „Magier“.

Infolge davon wurde Krieg erklärt, dessen Geschichte zu lang sein würde; das

wesentliche davon ist in den entstellten Allegorien von der Rasse des Kain,

den Riesen, und in jener des Noah und seiner rechtschaffenen Familie zu

finden. Der Streit wurde beendet durch den Untergang der Atlantis, welcher

seine Nachbildung in den Geschichten der babylonischen und der mosaischen

Flut findet. Die Riesen und Magier, „und alles Fleisch starben . . . . und jeder

Mensch.“ Alle mit Ausnahme von Xisuthrus und Noah, welche wesentlich

identisch sind mit dem großen Vater der Thlinkithier, [82] welche, wie sie

sagen, ebenfalls in einem großen Boot entkamen, gleich den indischen Noah-Vaivasvata.

Wenn wir die Überlieferung überhaupt glauben, so müssen wir auch der

weiteren Geschichte Glauben schenken, daß aus dem

Durcheinanderheirathen der Nachkommenschaft der Hierophanten der Insel

und der Abkömmlinge des atlantischen Noah eine Mischrasse von

Rechtschaffenen und Verruchten entsprang. Auf der einen Seite hat die Welt

ihre Enochs, Mosesse, verschiedenen Buddhas, ihre zahlreichen „Heilande“,

und großen Hierophanten; auf der andern Seite ihre „natürlichen Magier“,

41231IX

welche Mangels der zügelnden Kraft der eigenen geistigen Erleuchtung . . . .  ihre Gaben zu bösen Zwecken mißbrauchten.

[78] Amerika wurde zur Zeit seiner Entdeckung von einigen eingeborenen Stämmen Atlanta genannt.

[79] Seither ist Donnelys Atlantis erschienen, und bald wird ihre wirkliche Existenz eine wissenschaftliche Thatsache geworden sein.  [80] Sie wird bis zum heutigen Tage so eingeteilt, und Theosophen und Occultisten, welche etwa von der occulten, aber unleugbaren Macht der Dugpaschaft auf ihre eigenen Kosten gelernt haben, wissen dies nur zu gut.  [81] Siehe De Marville Pneumatologie: Des Esprits, III. 57 ff.

[82] Siehe Max Müller, Chips, I. 339; „Popol Vuh“. Vergleiche auch Holmberg,

Ethnographische Skizzen über die Völker des russischen Amerika.

Helsingfors, 1855.

41231 IX

Wir können dies durch das Zeugnis einiger Auszeichnungen und Überlieferungen

ergänzen. In seiner Histoire des Vierges: les Peuples et les Continents Disparus,

sagt Louis Jacolliot:

Eine der ältesten Legenden von Indien, die in den Tempeln durch mündliche

und schriftliche Überlieferung bewahrt wurde, erzählt, daß vor verschiedenen

hunderttausend Jahren im stillen Ozean ein ungeheurer Kontinent existierte, welche durch geologische Umwälzung zerstört wurde, und dessen Bruchstücke in Madagaskar, Ceylon, Sumatra, Java, Borneo, und in den Hauptinseln von Polynesien zu suchen sind.

Diese Hochländer von Indien und Asien wären nach dieser Hypothese zu

jenen entfernten Zeiten nur durch große Inseln repräsentiert gewesen, welche

dem centralen Kontinent benachbart waren . . . . Nach den Brâhmanen hatte

dieses Land eine hohe Civivlisation erreicht, und die indische Halbinsel, die

durch die Lagenveränderung der Gewässer zur Zeit der großen Umwälzung

vergrößert worden war, hat die Kette der an dieser Stelle geborenen

ursprünglichen Überlieferungen bloß fortgesetzt. Diese Überlieferungen geben

den Namen Rutas den Völkern, welche diesen ungeheuer großen Kontinenten

bewohnten, und von deren Sprache das Sanskrit herstammte. Die indisch-griechisch

Überlieferung bewahrt von der höchst intelligenten Bevölkerung,

welche aus den Ebenen von Indien auswanderte, erzählt auch von dem

Dasein eines Kontinentes und eines Volkes, denen sie die Namen Atlantis und

Atlantiden giebt, und die sie in den atlantischen Ozean in den nördlichen Teil

der Tropen verlegt.

Abgesehen von dieser Thatsache entbehrt die Ausnahme eines alten

Kontinets in jenen Breiten, dessen Spuren in den vulkanischen Inseln und auf

der gebirgigen Oberfläche der Azoren, der kanarischen und der kapverdischen

Inseln zu finden sind, nicht der geographischen Wahrscheinlichkeit. Die

Griechen, welche obendrein wegen ihrer Furch vor dem geheimnisvollen

Ozean niemals über die Säulen des Herkules hinauszugehen wagten,

erschienen zu spät im Altertum, als daß die von Plato aufbewahrten

Geschichten irgend etwas anderen als ein Wiederhall der indischen Legende

sein könnten. Wenn wir ferner einen Blick auf eine Planisphäre werfen, so ist

es angesichts der Inseln und Inselchen, die vom malayischen Archipel bis

Polynesien, von der Sundastraße bis zur Osterinsel zerstreut, sind unmöglich,

bei der Annahme von Kontinenten, welche den von uns bewohnten vorangingen, nicht den wichtigsten von allen dorthin zu verlegen.

41233IX

Ein religiöser Glaube, den Malakka und Polynesien, d. h. die zwei entgegengesetzten Enden der ozeanischen Welt gemein haben, behauptet:

„Daß einstmals alle diese Inseln zwei ungeheure Länder bildeten, die von

gelben Menschen und von schwarzen Menschen bewohnt waren, welche sich

immer bekriegten; und daß die Götter, deren Geduld durch jene Kämpfe

erschöpft war, den Ozean beauftragt hatten, sie zu versöhnen, worauf der

letztere die beiden Kontinente verschlang und es seither unmöglich war, ihn

zur Herausgabe seiner Gefangenen zu bewegen. Nur die Bergspitzen und

Hocheben entgingen der Flut durch die Macht der Götter, welche zu spät den

von ihnen begangenen Mißgriff erkannt hatten.“

Was immer auch an jenen Überlieferungen sein mag, und wo immer auch der

Ort gewesen sein mag, an dem eine Civilisation, älter als die von Rom,

Griechenland, Ägypten, oder Indien, entwickelt wurde; sicher ist, daß diese

Civilisation existierte, und daß es für die Wissenschaft höchst wichtig ist, ihre

Spuren wiederzugewinnen, wie schwach und flüchtig sie auch sein mögen.

[83]

Diese ozeanische Überlieferung bestätigt die nach den „Aufzeichnungen der

Geheimlehre“ gegebene Legende. Der erwähnte Krieg zwischen den gelben und

den schwarzen Mensche bezieht sich auf einen Kampf zwischen den „Söhnen

Gottes“ und den „Söhnen der Riesen“, oder den Bewohnern und Magiern der

Atlantis.

Die endliche Schlußfolgerung des Verfasser, welcher persönlich alle Inseln von

Polynesien besuchte, und dem Studium der Religion, Sprache und Überlieferungen nahezu alle Völker Jahre widmete, ist die folgende:

Was den polynesischen Kontinent anbelangt, welcher zur Zeit der letzten

geologischen Umwälzung verschwand, so beruht seine Existent auf solchen

beweisen, daß wir, wenn wir logisch sein wollen, nicht länger zweifeln können.

Die drei Gipfel dieses Kontinentes, die Sandwichinseln, Neuseeland,

Osterinsel, stehen von einander fünfzehn- bis achtzehnhundert Seemeilen ab,

und die Gruppen der dazwischen liegenden Inseln, Viti (Fiji), Samoa, Tonga,

Foutouna (? Foutouha), Ouvea (Oueeha), die Marquesas, Tahiti, Poumoutou (? Pomatou), die Gambiers, stehen selber von diesen äußersten Punkten von sieben oder achthundert bis eintausend Seemeilen ab.

Alle Seefahrer stimmen in der Aussage überein, daß die äußersten und die

centralen Gruppen angesichts ihrer thatsächlichen geographischen Lage und

bei den ungenügenden Mitteln, die ihnen zu Gebote standen, niemals

41233IX

miteinander verkehrt haben konnten. Es ist physisch unmöglich, solche

Entfernungen in einer Piroge zu durchqueren . . . . ohne Kompaß, und Monate

lange ohne Vorräte zu reisen.

Andererseits haben die Ureinwohner der Sandwichinseln, von Viti, von

Neuseeland, von den Centralgruppen, von Samoa, Tahiti, u. s. w., einander

niemals gekannt, von einander niemals gehört, vor der Ankunft der Europäer.

Und doch behauptete jedes dieser Völker, daß seine Inseln einstmals einen

Teil eines ungeheuren Landstriches gebildet habe, welcher sich gegen

Westen, nach der asiatischen Seite erstreckte. Und von allen fand sich, als sie

zusammengebracht wurden, daß sie dieselbe Sprache sprachen, dieselben Gebräuche hatten, dieselben Gewohnheiten, denselben Gewohnheiten, denselben religiösen Glauben. Und alle streckten auf die Frage: „Wo ist die Wiege Eures Geschlechtes?“ zur einzigen Antwort ihre Hand nach der untergehenden Sonneaus.“ [84]

Geographisch widerspricht diese Beschreibung ein wenig den Thatsachen in den

geheimen Aufzeichnungen; aber sie zeigt das Dasein solcher Überlieferungen,

und das ist alles, um das es sich handelt. Denn, wie es keinen Rauch ohne

Feuer giebt, so muß eine Überlieferung auf irgend einer angenäherten Wahrheit

beruhen.

An entsprechender Stelle werden wir zeigen, daß die moderne Wissenschaft die

obigen und andere Überlieferungen der Geheimlehre mit Bezug auf die zwei

vergangenen Kontinente vollständig bestätigt. Die Überreste auf der Osterinsel

zum Beispiel sind die erstaunlichsten und beredtesten Denkmale der

ursprünglichen Riesen. Sie sind so großartig, daß sie geheimnisvoll sind; und

man braucht bloß die Köpfe der Kolossalstatuen, welche unzerbrochen geblieben

sind, zu untersuchen, um auf einen Blick die Züge des Typus und Charakters,

wie sie den Riesen der vierten Rasse zugeschrieben werden, zu erkennen. Sie

scheinen von einer Kaste zu sein, doch sind ihre Gesichtszüge verschieden - von

einem ausgesprochen sinnlichen Typus, wie einen solchen die Atlantier (die Daityas oder „Atalantier“) nach den esoterischen indischen Büchern gehabt haben sollen.

[83] a. a. O., pp. 13-15.

[84] Ebenda, p. 308.

41233IX

41233 IX

Man vergleiche diese mit den Gesichtern einiger anderer kolossaler Statuen in

Centralasien - jener bei Bamiam zum Beispiel - der Portraitstatuen , wie uns die

Überlieferung sagt, von Buddhas, welche früheren Manvantaras angehören; von

jenen Buddhas und Helden, welche in den buddhistischen und indischen Werken

als Menschen von fabelhafter Größe erwähnte werden, [85] den guten und

heiligen Brüdern ihrer verworfenen leiblichen Brüder im allgemeinen, geradeso

wie Râvana, der Riesenkönig von Lankâ, der Bruder des Kumbhakarna war; alle

Abkömmlinge der Götter durch die Rishis, und somit wie „Titan und sein

ungeheures Geschlecht“ alle „des Himmels Erstgeborene“. Diese „Buddhas“,

obwohl oft durch die symbolische Darstellung großer herabhängender Ohren

entstellt, zeigen auf den ersten Blick wahrnehmbarer einen bedeutsamen

Unterschied in ihrem Gesichtsausdruck von jenem der Statuen der Osterinseln.

Sie mögen von einer Rasse sein - aber die ersteren sind „Göttersöhne“; die

letzteren die Nachkommenschaft mächtiger Zauberer. Alle diese sind jedoch

Reinkarnationen, und abgesehen von unvermeidlichen Übertreibungen in der

volkstümlichen Phantasie und Überlieferung sind sie historische Charaktere. [86]

Wann lebten sie? Vor wie langer Zeit lebten die zwei Rassen, die dritte und die

vierte; und wie spät darnach begannen die verschiedenen Stämme der fünften

ihren Kampf, die Kriege zwischen gut und böse? Die Orientalisten versichern

uns, daß die Chronologie in den Purânen und anderen indischen Schriften

sowohl hoffnungslos vermengt, als auch unsinnig übertrieben ist. Wir sind ganz

bereit, der Anklage zuzustimmen. Wenn aber die ârischen Schriftsteller

gelegentlich ihr chronologisches Pendel zu weit in der einen Richtung gaben

schwingen lassen, über die berechtigte Grenze der Thatsachen hinaus, so wird

man doch finden, wenn die Entfernung dieser Abweichung mit der Entfernung

der Abweichung der Orientalisten nach der entgegengesetzten Richtung

verglichen wird, daß die Mäßigung auf Seite der Brâhmanen ist. Der Pandit wird

am Ende als wahrhafter und der Thatsache näher befunden werden, als der

Sanskritist. Die Verkürzungen des Sanskritisten - wenn auch der Nachweis

geliefert wird, daß er nur der Laune eines persönlichen Steckenpferdes zu Liebe

seine Zuflucht dazu genommen hat - werden von der öffentlichen Meinung des

Westens als „eine vorsichtige Annahme der Thatsachen“ betrachtet, während der

Pandit brutal im Druck als ein „Lügner“ behandelt wird. Aber sicherlich ist das

kein Grund, weshalb jederman gezwungen sein sollte, das in demselben Lichte

zu sehen! Ein unvoreingenommener Beobachter mag anders urteilen. Er kann

entweder beide für gewissenlose Geschichtsschreiber erklären, oder beide,

jeden auf seinen eigenen Boden, rechtfertigen und sagen: die indischen Ârier

schrieben für ihre Initiierten, welche die Wahrheit zwischen den Zeilen lassen;

nicht für die Massen. Wenn sie Ereignisse durcheinander mischten und Zeitalter

41235IX

absichtlich vermengten, so geschah das nicht in der Absicht, irgend jemand zu

täuschen, sondern im ihr wissen vor dem spähenden Auge des Fremdlings zu

bewahren. Aber für jenen, der die Generationen von den Manus an zählen kann,

und die Reihe von Inkarnationen, die im Falle einzelner Helden angeführt sind,

[87] in den Purânen und chronologische Ordnung sehr klar. Was den westlichen

Orientalisten anbelangt, so ist er zu entschuldigen, wegen seiner unleugbaren Unkenntnis über die von der archaischen Esoterik angewendete Methode.

Aber solche bestehende Vorurteile werden sehr bald Raum geben und vor dem

Lichte neuer Entdeckungen verschwinden müssen. Bereits sind Dr. Webers und

Prof. Max Müllers Lieblingstheorien - nämlich, daß das Schreiben in Indien selbst

noch in den Tagen des Pânini (!) unbekannt war; daß die Hindûs alle ihre Künste

und Wissenschaften - selbst bis auf den Tierkreis und ihre Architektur

(Fergusson) - von den makedonischen Griechen hatten; diese und andere solche

märchenhafte Hypothesen sind mit dem Untergange bedroht. Das Gespenst des

alten Chaldaea kommt der Wahrheit zu Hilfe. In seiner dritten Hibbert-Vorlesung

(1887) spricht Professor Sayce aus Oxford von neuentdeckten assyrischen und

babylonischen Cylindern und bezieht sich ausführlich auf Ea, den Gott der

Weisheit, der jetzt mit dem Oannes des Berosus, dem Halbmensch-Halbfisch,

welcher die Babylonier Kultur und die Kunst des Schreibens lehrte, identificiert

wird. Von diesem Ea, dem bisher dank der biblischen Sintflut ein Alter von kaum

1500 v. Chr. gestattet wurde, wird nun in den folgenden Ausdrücken gesprochen,

um den Professor kurz zusammenzufassen:

Die Stadt des Ea war Eridu, welche vor 6000 Jahren an den Ufern des

persischen Golfes stand. Der Name bedeutet „die gute Stadt“, einen

besondern heiligen Punkt, da sie das Centrum war, von dem aus dir früheste

chaldäische Civilisation ihren Weg nach Norden nahm. Da der Kulturgott als

von dem Meere kommend dargestellt wurde, so war es möglich, daß die

Kultur, deren Sitz Eridu war, von fremder Einfuhr war. Wir wissen jetzt, daß zu

einer sehr frühen Zeit Verkehr zwischen Chaldaea und der Halbinsel Sinai,

sowie mit Indien bestand. Die von den Franzosen zu Tel-loh entdeckten

Statuen (die zum mindesten bis 4000 v. Chr. zurückdatieren), waren aus

einem äußerst harten Stein, der als Diorit bekannt ist, gemacht, und die

Inschriften darauf sagten, das der Diorit aus Magan - d. i. von der Halbinsel

Sinai gebracht worden war, welche damals von den Pharaonen beherrscht

wurde. Man weiß, daß die Statuen im allgemeinen Stil der Dioritstatue des

Kephren, des Erbauers der zweiten Pyramide ähneln, während nach Herrn

Petrie die Maßeinheit, welche auf dem Plane der Stadt verzeichnet ist, den

41235IX

eine von den Tel-loh Figuren auf ihrem Schoße hält, die gleiche ist, wie die von der Pyramidenerbauern angewendet.

Teakholz wurde gefunden zu Mugheit, oder Ur der Chaldäer, obwohl jenes

Holz ein indisches Spezialprodukt ist; dazu kommt, daß eine alte Liste von

Bekleidungen sindhu oder „Musselin“ erwähnt, das als „Pflanzentuch“ erklärt

wird. [88]

Musselin, am besten bekannt jetzt als Daeca Musselin, in Chaldaea bekannt als

indisches (sindhu), und Teakholz 4000 Jahre v. Chr. in Verwendung, und doch

waren die Inder, denen Chaldaea seine Civilisation verdankt, wie von Oberst

Vans Kennedy genau bewiesen ist, unbekannt mit der Schreibart, bevor die

Griechen sie ihr Alphabet lehrten - zum mindesten, wenn wir den Orientalisten

glauben müßten!

[85] Etwas Annäherndes an die Statuen von Bamian – auch ein Buddha in der

Höhe von 200 Fuß – findet sich in der Nähe einer Jainaniederlassung im südlichen Indien, und scheint der einzige Überrest dieser Art in der Gegenwart zu sein.

[86] Selbst Wilson gesteht zu, daß Râma und Râvana auf geschichtlichen

Thatsachen beruhende Persönlichkeiten sind. „Die Überlieferungen von

Südindien schreiben gleichmäßig seine Civilisation . . . und die Niederlassung

civilisierter Hindûs (der fünften Rasse) der Eroberung von Lankâ durch Râma

zu“ (Vishnu Pûrana, III. 318) – dem Siege der „Göttersöhne“ über die atlantischen Zauberer, sagt die wahre Überlieferung.

[87] So zeigt man uns, um ein Beispiel zu geben, einen Helden zuerst

geboren als den „ungerechten, aber mächtigen Monarchen“ (Purusha) der

Daityas, Hiranyakashipu erschlagen von dem Avatâra Nara-sinha

(Mannlöwe). Dan wurde er geboren als Râvana, der Riesenkönig von Lankâ,

und von Râma getötet; hierauf wird er wiedergeboren als Shishupâla, der

Sohn des Rajarshi (königliche Rishi) Damaghosgha, und wird wieder getötet

41235IX

von Krishna, der letzten Inkarnation des Vishnu. Diese gleichlaufende

Entwicklung von Vishnu (Geist) mit einem Daitya als Menschen, mag sinnlos

erscheinen, giebt uns jedoch den Schlüssel nicht nur zu den bezüglichen Daten von Râma und Krishna, sondern auch sogar zu einem gewissen psychologischen Geheimnis.

[88] Vergleiche Hibbert Lectures, 1877, Sayce, pp. 134-138.

41235 X

STROPHE X.

DIE GESCHICHTE DER VIERTEN RASSE.

38. Die Geburt der vierten (atlantischen) Rasse. 39. Die Unterrassen der vierten

Menschheit beginnen sich zu teilen und zu vermischen; sie bilden die ersten

gemischten Rassen von verschiedenen Farben. 40. Der Vorrang der atlantischen

über die anderen Rassen. 41. Sie verfallen in Sünde und erzeugen Kinder und

Ungetüme. 42. Die ersten Keime von Anthropomorphismus und Sexualreligion.

Sie verlieren ihr „drittes Auge“.

38. SO BRACHTE, ZWEI UND ZWEI, IN DEN SIEBEN ZONEN, DIE DRITTE

RASSE DIE VIERTE HERVOR; DIE SURA WURDEN A-SURA. [1]

39. DIE ERSTE, [2] IN JEDER ZONE, WAR MONDFARBEN. [3] DIE ZWEITE

WAR GELB WIE GOLD; DIE DRITTE ROT; DIE VIERTE BRAUN, WELCHE

SCHWARZ WURDE VOR SÜNDE. [4] DIE ERSTEN SIEBEN MENSCHLICHEN

SCHÖSSLINGE WAREN ALLE VON EINER FARBE. [5] DIE NÄCHSTEN

SIEBEN [6] BEGANNEN ZU VERMISCHEN. [7]

Um Shloka 38 zu verstehen, muß man ihn sammt den Shlokas der Strophe IX

lesen. Bis zu diesem Punkte der Entwicklung gehört der Mensch mehr zur

metaphysischen als zur physischen Natur. Erst nach dem sogenannten „Falle“

begannen die Rassen sich rasch zu einer rein menschlichen Gestalt zu

entwickeln. Damit der Schüler die volle Bedeutung des Falles - der seinem

wirklichen Sinne nach so mystisch und transcendental ist - richtig könne, müssen

ihm zugleich die Einzelheiten gesagt werden, die ihm vorangingen, in Anbetracht

dessen, daß die moderne Theologie aus dem Ereignis einen Angelpunkt gemacht hat, um den sie ihre verderblichsten und unsinnigsten Dogmen und Glauben sich drehen läßt.

Die archaischen e, wie der Leser sich erinnern mag, erklären , daß

von der Schar der Dhyânîs, die an der Reihe waren, sich als die Egos der

Unsterblichen, aber auf dieser Ebene sinnlosen Monaden zu inkarnieren - einige

(dem Gesetze der Evolution) sofort „gehorchten“, da die Menschen der dritten

Rasse physiologisch und physisch bereit wurden, d. i. da sie sich in Geschlechter

getrennt hatten. Dies waren jene frühen bewußten Wesen, welche jetzt, bewußte

Erkenntnis und Willen zu der ihnen innewohnenden göttlichen Reinheit

41237X

hinzufügend, durch Kriyâshakti den halbgöttlichen Menschen „erschufen“,

welcher auf erden der Same für zukünftige Adepten wurde. Jene andererseits,

welche, eifersüchtig auf ihre intellektuelle Freiheit - wie sie damals von den

Banden der Materie ungefesselt war - sagten: „Wir können wählen, . . . wir haben

Weisheit,“ [8] und sich so viel später inkarnierten - diese hatten ihre erste

karmische Strafe für sich vorbereitet. Sie erhielten Körper, die (physiologisch)

niedriger standen als ihre Astralmodelle, weil ihre Chhâyâs den Vorfahren eines

niedrigeren Grades in den sieben Klassen angehört hatten. Was jene „Söhne der

Weisheit“ anbelangt, welche ihre Inkarnation bis zur vierten Rasse „verschoben“,

die bereits (physiologisch) mit Sünde und Unreinheit befleckt war, so setzten

diese eine schreckliche Ursache, deren karmische Wirkung bis zum heutigen

Tage auf ihnen lastet. Sie wurde in ihnen selbst gesetzt, und sie wurden die

Träger dieses Samens der Bosheit für zukünftige Äonen, weil die Körper, die sie

zu beseelen hatten, durch ihre eigene Verzögerung verunreinigt wurden. [9]

Dies war der „Fall der Engel“, infolge ihres Aufruhrs gegen das karmische

Gesetz. Der „Fall des Menschen“ war kein Fall, denn er war unverantwortlich.

Aber da die „Schöpfung“ nach dem dualistischen System als das „Vorrecht

Gottes allein“ erfunden worden ist - das legitime Attribut, das von der Theologie

im Namen einer von ihr selbst gemachten unendlichen Gottheit patentiert worden

ist - so mußte die Kraft von Kriyâshakti als „satanisch“ und als eine Anmaßung

göttlicher Rechte betrachtet werden. Somit muß im Lichte solcher beschränkter

Anschauungen das vorhergehende natürlich als eine schreckliche

Verunglimpfung des Menschen, der „nach dem Ebenbilde Gottes geschaffen ist“,

und als eine noch furchtbarere Lästerung angesichts des toten

Buchstabendogmas betrachtet werden. „Eure Lehre“, wurde den Occultisten

bereits gesagt, „macht aus dem Menschen, der aus dem Staub seinem Gott zum

Gleichnis geschaffen wurde, ein Gefäß des Teufels vom Anbeginn an.“ „Warum

macht ihr aus eurem Gott einen Teufel - die beide obendrein nach eurem

eigenen Bilde geschaffen sind?“ - ist unsere Erwiederung. Die esoterische

Erklärung der Bibel widerlegt jedoch hinlänglich diese verleumderische Erfindung

der Theologie; die Geheimlehre muß eines Tages das gerechte Karma der

Kirchen werden - die antichristlicher sind als die repräsentativen Versammlungen

der überzeugtesten Materialisten und Atheisten.

[1] Die Götter wurden Nichtgötter.

[2] Rasse.

41237X

[3] Gelbweiß.

[4] Streng genommen sollte man erst von der Zeit der atlantischen braunen

und gelben Riesenrassen an von einem Menschen sprechen, weil erst die

vierte Rasse die erste vollständig menschliche Art war, um wie viel größer sie

auch an Gestalt, als wir jetzt, sind. In Man: Fragments of Forgotten History (von zwei Chelâs) ist alles, was über die Atlantier gesagt ist, ganz richtig.

Hauptsächlich diese Rasse, die „schwarz vor Sünde“ wurde, war es, welche

die göttlichen Namen der Asuras, der Râkshasas und der Daityas, in Verruf

brachte und sie der Nachkommenschaft als die Namen von Feinden

überlieferte. Denn wie gesagt, da die Suras, Götter oder Devas sich in den

weisen Menschen der Atlantis inkarniert hatten, so wurden die Namen Asuras

und Râkshasas den gewöhnlichen Atlantiern gegeben. Infolge der unaufhörlichen Kämpfe der letzteren mit den letzten Überresten der dritten Rasse und der „Söhne von Wille und Yoga“ haben ihre Namen zu den späteren Allegorieen über dieselben in den Purânen geführt. „Asura war die Götterbenennung aller Atlantier, welche die Feinde der geistigen Heroen der Ârier (Götter) waren.“ (Man, p. 77.)

[5] Im Anfange.

[6] Die Unterrassen.

[7] Ihre Farben.

[8] Strophe , Shloka 24.

[9] Siehe Shloka 32, 34.

41237 X

Die wahre Bedeutung der alten Lehre von den „gefallenen Engeln“, in ihrem

anthropologischen und evolutionären Sinne, ist in der Kabbalah enthalten, und

erklärt die Bibel. Sie findet sich in hervorragender Weise in der Genesis, wenn

die letztere in einem Geiste des Suchens nach Wahrheit gelesen wird, ohne

Rücksicht auf Dogma, und ohne voreingenommene Stimmung. Dies ist leicht zu

beweisen. In der Genesis () verlieben sich die „Söhne Gottes“ - B´ne Aleim - in

die Töchter der Menschen, heiraten, und enthüllten ihren Weibern die

Geheimnisse, die sie, nach Enoch, unrechtmäßiger Weise im Himmel gelernt

hatten, und dies ist der „Fall der Engel“. [10] Aber was ist in Wirklichkeit das Buch

Enoch selbst, aus dem der Verfasser der Offenbarung und sogar St. Johannes

des vierten Evangeliums [11] so ausführlich citiert hat? Einfach ein Buch der

Initiation, welches, in Allegorie und vorsichtiger Ausdrucksweise das Programm

gewisser archaischer Mysterien, die in den innern Tempeln vollzogen wurden

veröffentlicht. Der Verfasser der Heiligen Mysterien bei den Mayas und Quiches

vermutet sehr richtig, daß die sogenannten „Gesichte“ des Enoch sich auf seine

(Enochs) Erfahrung bei der Initiation, und was er in den Mysterien lernte,

beziehen; indeß er sehr irrtümlich die Ansicht ausspricht, daß Enoch sie kennen

gelernt hatte, bevor er zum Christentum bekehrt war (!!); ferner glaubt er, daß

dieses Buch geschrieben wurde „am Beginne der christlichen Zeitrechnung,

als . . . . die Gebräuche und Religion der Ägypter in Verfall gerieten!“ Dies ist

kaum möglich, nachdem Judas in seiner Epistel [12] aus dem Buche Enoch

citiert; weshalb es, wie Erzbischof Laurence, der Übersetzer des Buches Enoch

aus der äthiopischen Version bemerkt, „nicht das Erzeugnis eines Schriftstellers

gewesen sein kann, der später als . . . . oder gleichzeitig mit“ den Schreibern des

Neuen Testamentes lebte, wenn nicht in der That Judas und die Evangelien, und

alles was folgt, auch das Erzeugnis der bereits gegründeten Kirche waren - was,

wie einige Kritiker sagen, nicht unmöglich ist. Aber wir haben jetzt vielmehr mit

den „gefallenen Engeln“ des Enoch zu thun, als mit Enoch selber.

In der indischen Exoterik werden diese Engel (Asuras) auch als die „Feinde der

Götter“ geschmäht; als jene, welche sich dem den Devas dargebrachten

Opferdienst wiedersetzen. In der christlichen Theologie werden sie weitläufig

erwähnt als die „gefallenen Geister“, die Helden verschiedener widerstreitender

und widersprechender Legenden, die aus heidnischen Quellen gesammelt sind.

Der coluber tortuosos, die „gewundene Schlange“ - eine Bezeichnung - die bei

den Juden entstanden sein soll - hatte einen ganz andern Sinn, bevor die Kirche

sie entstellte; unter anderen eine rein astronomische Bedeutung.

41239X

[10] Im allgemeinen sind die sogenannten orthodoxen christlichen

Vorstellungen über die „gefallenen“ Engel oder Satan ebenso merkwürdig als

unsinnig. Ungefähr ein Dutzend könnten angeführt werden, von

verschiedensten Charakter in Bezug auf die Einzelheiten, und alle aus den

Federn gebildeter Laienschriftsteller, „akadamisch Graduierter“, des

gegenwärtigen Viertels unseres Jahrhunderts. So widmet der Verfasser von

den Urzeitaltern der Erde, G. H. Pember, M. A., einen dicken Band dem

Beweise, daß die Theosophen, Spiritualisten, Agnostiker, Mystiker,

Metaphysiker, Dichter, und jeder zeitgenössische Schriftsteller über

orientalische Spekulationen ergebene Diener des „Fürsten der Luft“ und

unwiderruflich verdammt sind. Er beschreibt Satan und seinen Antichrist wie

folgt:

„Satan ist der ‘gesalbte Cherub´ des Altertums . . . . Gott schuf den Satan,

den schönsten und weisesten aller Seiner Geschöpfe in diesem Teile Seines

Weltalls, und macht ihn zum Fürsten der Welt, und der Macht der Luft . . . . Er

wurde in ein Paradies versetzt, das sowohl viel früher war als das Paradies

der Genesis . . . . als auch von einem ganz verschiedenen und mehr

substanziellen Charakter, ähnlich dem Neuen Jerusalem. Da somit Satan

vollkommen an Weisheit und Schönheit ist, so ist sein weites Reich unsere

Erde, wenn nicht das ganze Sonnensystem . . . . Sicherlich ist keine andere

englische Macht von größerer oder auch nur gleicher Würde uns geoffenbart

worden. Judas erwähnt, wie der Erzengel Michael selber gegenüber dem

Fürsten der Finsternis, die einem Höherstehenden gebührende Achtung

bewahrt, wie verrucht er auch sein mag, bis Gott formell seine Absetzung

befohlen hat.“ Dann wird uns mitgeteilt, daß „Satan vom Augenblicke seiner

Schöpfung an von den Abzeichen der Königswürde umgeben war“ (!!): daß er

„zum Bewußtsein erwachte, um die Luft erfüllt zu finden mit der freudigen

Musik jener, die Gott dazu bestimmt hatte“. Denn geht der Teufel „von der

Königswürde zu seiner priesterlichen Würde über“ (!!!). „Satan war auch ein

41239X

Priester des Allerhöchsten,“ u. s. w., u. s. w. Und jetzt - „wird der Antichrist der

inkarnierte Satan sein.“ (Kap. III. und pp. 56-59.) Die Vorläufer des

kommenden Apollyon sind bereits erschienen - es sind dies die Theosophen,

die Occultisten, die Verfasser von dem Perfect Way, der Isis Unveiled, des

Mystery of the Ages, und selbst des Light of Asia!! Der Verfasser bemerkt die

„eingestandene Herkunft“ der Theosophie von den „herabsteigenden Engeln“,

von den „Nephilim“, oder den Engeln der Genesis (), und den Riesen. Er sollte auch seine eigene Abstammung von diesen bemerkten, wie unsere Geheimlehre zu zeigen versucht - wenn er es nicht ablehnt, zur gegenwärtigen Menschheit zu gehören.

[11] Vergleiche X. 8, wo dasselbe von allen, die vor Jesus gekommen sind, als von „Dieben und Mördern“ spricht.

[12] Vers 14.

41239 X

Die „Schlange“, die von oben herabfiel (de orsum fluens) soll im Besitze der

Schlüssel des Reiches des Todes [korrekter Abdruck siehe Buch] gewesen

sein, bis zum Tage, da Jesus sie herabfallen sah „wie ein Blitz . . . . vom

Himmel“, [13] ungeachtet der römisch-katholischen Auslegung von „cadebat ut

fulgur“. Es bedeutet in der That, daß selbst „die Teufel unterworfen sind“ dem

Logos - welcher Weisheit ist, aber zur selben Zeit, als der Gegner der

Unwissenheit, Satan oder Lucifer. Diese Bemerkung bezieht sich auf die göttliche

Weisheit, welche wie ein Blitz auf die Intellekte jener, welche die Teufel der

Unwissenheit und des Aberglaubens bekämpften, herabfährt und sie begeistert.

Bis zu der Zeit, da die Weisheit in der Gestalt der inkarnierenden Geister von

Mahat von oben herabsteigen, um die dritte Rasse zu beseelen und zu

wirklichem bewußten Leben zu rufen - war die Menschheit, wenn sie in ihrem

tierischen, sinnlosen Zustand so genannt werden kann, natürlich ebenso zum

moralischen wie zum physischen Tode verdammt. Die in die Zeugung verfallenen

Engel werden sinnbildlich als Schlangen und Drachen der Weisheit erwähnt.

Andererseits, im Lichte des Logos betrachtet, kann gesagt werden, daß der

christliche Heiland, wie Krishna, sei es al Mensch oder Logos, jene, welche an

die geheimen Lehren glaubten, vom „ewigen Tode“ errettet, und das Reich der

Finsternis oder die Hölle besiegt habe, wie jeder Initiierte thut. Dies ist die

menschliche, irdische Form der Initiierten, und auch - weil der Logos Christos ist

·        jenes „Prinzip“ unserer inneren Natur, welches sich in uns zum geistigen Ego

entwickelt - zum Höheren Selbst - das aus der unauflöslichen Vereinigung von

Buddhi, dem sechsten, und der geistigen Blüte des Manas, des fünften

„Prinzipes“ gebildet ist. [14] „Der Logos ist passive Weisheit im Himmel und

bewußte, selbstthätige Weisheit auf Erden,“ wird uns gelehrt. Es ist die

Vermählung des „himmlischen Menschen“ mit der „Jungfrau der Welt“ oder der

Natur, wie im Pymander beschrieben; deren Ergebnis ihr Nachkomme - der

unsterbliche Mensch ist. Es ist dies dasselbe, was in der Offenbarung [15] St.

Johannis die Hochzeit des Lammes mit seiner Braut genannt wird. Dieses Weib

wird jetzt mit der römischen Kirche identificiert, infolge der willkürlichen

Auslegungen ihrer Anhänger. Aber diese scheinen zu vergessen, daß ihr

„Linnen“ äußerlich „rein und weiß“ sein mag, wie das „übertünchte Grab“; aber

die Fäulnis, mit der sie innerlich erfüllt ist, nicht die „Gerechtigkeit der Heiligen“,

[16] sondern vielmehr das Blut der Heiligen, die sie „auf Erden erwürgt“ hat. [17]

So wurde die Bemerkung, die der große Initiierte bei Lukas macht - welche sich

allegorisch auf den Strahl der Erleuchtung und Vernunft bezieht, der wie ein Blitz

vom Himmel fällt in die Herzen und Gemüter derjenigen, die sich zur alten

Weisheitsreligion bekehrt haben, die damals in einer neuen Form von dem

41241X

weisen galileischen Adepten [18] vorgebracht wurde - bis zur gänzlichen

Unkenntlichkeit entstellt, wie auch seine eigene Persönlichkeit, und wurde mit

einem der grausamsten und gefährlichsten aller theologischen Dogmen in Übereinstimmung gebracht.

Aber wenn westliche Theologie allein das Patent und Urheberrecht des Satan

hält - in dem ganzen dogmatischen Schrecken dieser Erdichtung - so haben

andere Nationalitäten und Religionen gleiche Irrtümer durch ihre falsche

Auslegung des Lehrsatzes begangen, welcher einer der am tiefsten

philosophischen und idealen Vorstellung des alten Denkens ist. Sie haben die

richtige Bedeutung desselben in ihren zahlreichen Allegorieen über den

Gegenstand sowohl entstellt, als auch angedeutet. Auch haben die

halbesoterischen Dogmen des purânischen Hindûtums nicht verfehlt, sehr

bedeutsame Symbole und Allegorieen in betreff der aufrührerischen und

gefallenen Götter zu entwickeln. Die Purânen sind voll davon und wir finden

einen unmittelbaren Hinweis auf die Wahrheit in den häufigen Anspielungen auf

Parâshara im Vishnu Purâna, auf alle jene Rudras, Rishis, Asuras, Kumâras und

Munis, welche in einem jeden Zeitalter geboren werden müssen - um in jeden

Manvantara zu reinkarnieren. Dies kommt esoterisch dem Ausspruche gleich,

daß die aus dem Universalgemüte oder Mahat geborenen „Flammen“ infolge des

geheimnisvollen Wirkens des karmischen Willens und des Antriebes des

Entwicklungsgesetzes - ohne irgend welchen stufenweisen Übergang - auf dieser

Erde gelandet seien, nachdem sie, wie in Pymander, die „sieben Feuerkreise“,

oder kurz gesagt, die sieben dazwischen liegenden Welten durchbrochen hatten.

Es giebt ein ewiges cyklisches Gesetz der Wiedergeburten, und an der Spitze

der Reihe stehen mit jeder neuen manvantarischen Dämmerung jene, welche

nach den Reinkarnationen in früheren Kalpas durch unzählbare Aeonen ihre

Ruhe genossen hatten, die höchsten und die frühesten Nirvânîs. Diese „Götter“

waren an der Reihe, sich in dem gegenwärtigen Manvantara zu inkarnieren.

Daher ihre Gegenwart auf Erden und die daraus sich ergebenden Allegorieen;

daher auch die Verdrehung der ursprünglichen Bedeutung. [19] Die Götter,

welche „in die Zeugung gefallen“ waren, deren Sendung es war, den göttlichen

Menschen zu vollenden, finden sich später dargestellt als Dämonen, böse

Geister, und Feinde, in Fehde und Krieg mit den Göttern, oder den

unverantwortlichen Werkzeugen des einen ewigen Gesetzes. Aber niemals war

eine Vorstellung von solchen Geschöpfen wie die Teufel und der Satan der

christlichen, jüdischen und muhammedanischen Religion durch jene tausend und

eine ârische Allegorieen angedeutet. [20]

41241X

[13] Lukas, X. 18.

[14] Es ist nicht richtig, Christus - wie es einige Theologen thun - als Buddhi,

das sechste Prinzip im Menschen, aufzufassen. Das letztere an sich ist ein passives und latentes Prinzip, der geistige Träger von Âtmâ, untrennbar von der geoffenbarten Universalseele. Nur in Vereinigung mit Selbstbewußtsein wird Buddhi das Höhere Selbst und die Göttliche unterscheidende Seele.  Christos ist das siebente Prinzip, wenn irgend etwas.

[15] XIX. 7.

[16] Ebenda, Vers 8.

[17] . 24.

[18] Um dies klarer zu machen, so wird jeder, der die Stelle im Lukas liest,

sehen, daß die Bemerkung dem Berichte der Siebenzig folgt, welche sich

freuen, daß „auch die Teufel (der Geist des Streites und des Rechtens, oder

der Widerstandskraft, da Satan einfach ‘Widersacher´ oder ‘Gegner´

bedeutet) uns unterthan sind in deinem Namen.“ (Lukas, X. 17.) Nun offenbart

„dein Name“, den Namen Christos, oder Logos, oder den Geist der wahren

göttlichen Weisheit, zum Unterschiede von dem Geiste der intellektuellen und

rein materialistischen Urteilskraft - kurz gesagt, das Höhere Selbst. Und wenn

Jesus hierauf bemerkt, daß er „sah den Satanas vom Himmel fallen als einen

Blitz“, so ist dies eine bloße Behauptung seiner hellsehenden Kräfte, welche

ihnen bekannt giebt, daß er dies bereits kannte, und eine Bezugnahme auf

die Inkarnation des göttlichen Strahles - der Götter oder Engel - welcher in die

Zeugung verfällt. Denn durchaus nicht alle Menschen haben Nutzen aus

dieser Inkarnation, und bei einigen bleibt die Kraft während des ganzen

41241X

Lebens latent und tot. Wahrlich „niemand weiß, wer der Sohn sei, denn nur der Vater; noch wer der Vater sei, denn nur der Sohn“, wie Jesus damals und dort (Vers 22) hinzufügte - die „Kirche Christi“ weniger als sonst irgend jemand.

Die Initiierten allein verstanden die geheime Bedeutung der Ausdrücke „Vater“

und „Sohn“, und wussten, daß sie sich auf Geist und Seele auf Erden bezog.  Denn die Lehren Christi waren occulte Lehren, welche nur bei der Initiation erklärt werden konnten. Sie waren niemals für die Massen berechnet, denn Jesus verbat den Zwölfen, zu den Heiden und zu den Samaritanern zu gehen (Matthäus X. 5) und wiederholte seinen Schülern, daß das „Geheimnis des Reiches Gottes“ für sie allein sei, und nicht für die Menge (Markus, . 11).

[19] So hatte zum Beispiel in den Purânen Pulastya, ein Prajâpati oder Sohn

des Brahmâ - der Vorfahr der Râkshasas und der Großvater des Râvanam

des großen Königs von Lankâ im Râmâyana - in einer früheren Geburt einen

Sohn Namens Dattoli, „welcher jetzt bekannt ist als der Weise Agastya,“ sagt

das Vishnu Purâna (Wilsons Übers., I. 154). Dieser Name Dattoli allein hat

noch sechs weitere Varianten, oder sieben Bedeutungen. Er heißt

beziehungsweise Dattoli, Dattâli, Dattotti, Dattotri, Dattobhri, Dambhobhi,

Dambholi. Diese sieben Varianten haben eine jede einen geheimen Sinn, und

beziehen sich in den esoterischen en auf verschiedene

ethnologische Klassifikationen, und auch auf physiologische und

anthropologische Geheimnisse der ursprünglichen Rassen. Denn sicherlich

sind die Râkshasas kein Dämonen, sondern einfach die ursprünglichen und

wilden Riesen der Atlantier, welche über die Erdoberfläche zerstreut waren,

wie es jetzt die fünfte Rasse ist. Vasishtha ist eine Gewähr dafür, wenn

anders seine Worte, die er an Parâshara richtete, welcher zur Vernichtung der

Râkshasas ein bischen Jadoo (Zauberei) versuchte, was er „Opfer“ nennt,

irgend etwas bedeuten. Denn er sagt: „Vernichte nicht mehr von diesen

harmlosen ‘Geistern der Dunkelheit´.“ (Wegen der Einzelheiten siehe

41241X

Mahâbhârata, Âdi Parvan, s. 176; auch Linga Purâna, Pûrvârdha, s. 64;

Wilson, ebenda, I. 8, 9.)

[20] Wir haben eine Stelle aus dem Briefe eines Meisters, welcher sich

unmittelbar auf diese inkarnierende Engel bezieht. Der Brief sagt: „Nun giebt

es, und es muß solche geben, Mißerfolge in den ätherischen Rassen der

vielen von Dhyân Chohans, oder Devas (vorgeschrittene Wesenheiten aus

einer früheren planetarischen Periode), so gut wie unter den Menschen. Da

jedoch diese Mißerfolge zu weit fortgeschritten und vergeistigt sind, als daß

sie mit Gewalt aus ihrer Dhyân-Chohanschaft in den Strudel einer neuen

ursprünglichen Entwicklung durch die niederen Reiche geworfen werden

könnten, so geschieht folgendes. Wo ein neues Sonnensystem entwickelt

werden soll, werden diese Dhyân Chohans durch Einströmen ‘an die Spitze´

der Elementale (Wesen . . . die in einer zukünftigen Zeit zur Menschheit

entwickelt werden sollen) getragen und bleiben als eine verborgene oder

unthätige geistige Kraft in der Aura einer entstehenden Welt . . . bis der

Zustand der menschlichen Entwicklung erreicht ist. . . . Dann werden sie eine

thätige Kraft und vermengen sich mit den Elementalen, um allmählich den

vollen Typus der Menschheit zu entwickeln.“ Das heißt, sich im Menschen zu

entwickeln, und ihn mit seinem selbstbewußtem Gemüt oder Manas zu begaben.

41241X

Die wahre esoterische Anschauung über den „Satan“, die Meinung, die das

gesamte philosophische Altertum über diesen Gegenstand hatte, ist

bewundernswert in einem „Das Geheimnis des Satan“ betitelten Anhang zur

zweiten Ausgabe von Dr. A. Kingsford´s Perfect Way vorgebracht. [21] Keine

bessere und klarere Andeutung der Wahrheit konnte dem verständigen Leser geboten werden, und daher wird sie hier in einiger Ausführlichkeit citiert.

1. Und am siebenten Tage (der siebenten Schöpfung der Inder) [22] ging aus

von der Gegenwart Gottes ein mächtiger Engel, voll Zorn und Zerstörung, und

Gott verlieh ihm die Herrschaft über die äußerste Sphäre. [23]

2. Die Ewigkeit brachte die Zeit hervor; das Grenzenlose gebar das Begrenzte;

das Sein stieg herab in die Zeigung. [24]

4. Unter den Göttern ist keiner gleich ihm, in dessen Hände gelegt sind die Reiche, die Macht und die Herrlichkeit der Welt.  5. Throne und Herrschaften, die Dynastien der Könige, [25] der Fall der Nationen, die Geburt der Kirchen, die Triumphe der Zeit.

Denn, wie es im Hermes heißt:

20. Satan ist der Thürhüter des Tempels des Königs; er steht in Solomons Vorhalle; er hält die Schlüssel des Heiligtums;

21. Damit niemand darin eintreten könne, außer der Gesalbte, der das Geheimnis des Hermes hat.

Diese bedeutsamen und majestätischen Verse hatten Bezug, bei den alten

Ägyptern und anderen civilisierten Völker des Altertums, auf das schöpferische

und zeugende Licht des Logos - Horus, Brahmâ, Ahura, Mazda u. s. w., als

ursprüngliche Offenbarungen des ewig-ungeoffenbarten Prinzips, einerlei ob

genannt Ain Suph, Parabrahman oder Zeruâna Akerne, oder Grenzenlose Zeit,

Kâla - aber die Bedeutung ist jetzt in der Kabbalah erniedrigt worden. Der

„Gesalbte“ - welcher die Geheimnisse und Mysterien des Hermes oder Budha

der Weisheit hat, und dem allein die „Schlüssel des Heiligtums“, des Schoßes

der Natur anvertraut sind, um sie zu befruchten und den ganzen Kosmos zu

thätigem Leben und Dasein anzurufen - ist bei den Juden zum Jehova geworden,

dem „Gotte der Zeugung“ auf dem Mondberge - Sinai, dem Berge des Mondes

(Sin). Das „Heiligtum“ ist zum „Allerheiligsten“ geworden und das Geheimnis ist

fürwahr anthropomorphisiert und „phalliciert“, und in die Materie hinabgezogen

worden. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, den „Drachen der Weisheit“ zur

„Schlange“ der Genesis zu machen; die Notwendigkeit des bewußten Gottes,

41243 (1 of 6)X

welcher einen Körper brauchte, zur Bekleidung seiner allzu subjektiven

Göttlichkeit, den Satan. Aber die „unzähligen Inkarnationen des Geistes“ und „der

unaufhörliche Puls und Strom des Verlangens“ [26] beziehen sich zum ersten auf

unsere Lehre von den karmischen und cyklischen Wiedergeburten, zum zweiten

·        auf Erôs, nicht den späteren Gott der materiellen physiologischen Liebe,

sondern auf das göttliche Verlangen in den Göttern sowohl, wie in der ganzen

Natur, zu erschaffen und Wesen zu beleben. Dies konnten die Strahlen der einen

„dunklen“, weil unsichtbaren und unfassbaren „Flamme“ nur erreichen, indem sie

selbst in die Materie hinabstiegen.

Daher fährt der Anhang fort:

12. Viele Namen hatte Gott ihm (Satan) gegeben, Namen des Geheimnisses, verborgen und schrecklich.

13. . . . Der Widersacher, weil die Materie dem Geiste widerstreitet und die Zeit selbst die Heiligen des Herrn verklagt.

28. Fürchtet ihn, und sündigt nicht; sprechet seinen Namen mit Zittern . . .  29. Denn Satan ist der Richter der Gerechtigkeit Gottes (Karma); er hält die Wage und das Schwert.

31. Denn ihm sind anvertraut Gewicht und Maß und Zahl.

Man vergleiche den letzten Satz mit dem, was der Rabbi, welcher im Buche Al

Chazari, dem Prinzen die Kabbalah erklärt, sagt, und man wird finden, daß

Gewicht und Maß und Zahl im Sepher Jetzirah die Attribute der Sephiroth (der

drei Sephrim, oder Zahlen, Ziffern) sind, welche der ganzen zusammengefaßten

Zahl von 10 gleichkommen; und daß die Sephiroth der kollektive Adam Kadmon,

der „Himmlische Mensch“ oder der Logos sind. Somit werden Satan und der Gesalbte im alten Denken identificiert.

Daher:

33. Satan ist der Diener Gottes, der Herr der sieben Wohnungen des Hades, der Engel der offenbaren Welten.

Der sieben Lokas, oder Saptaloka, der Erde bei den Indern; denn Hades, oder

der Limbus der Täuschung, aus dem die Theologie ein Grenzland der Hölle

macht, ist einfach unsere Kugel, die Erde, und somit wird Satan genannt: der

„Engel der offenbaren Welten.“

Es ist „Satan, welcher der Gott ist unseres Planeten und der Einzige Gott“, und

dies ist ohne irgend welche metaphorische Anspielung auf ihre Schlechtigkeit

41243X

und Verkommenheit. Denn er ist eins mit dem Logos.

Der erste und „älteste der Götter“ in der Reihenfolge der mikrokosmischen

(göttlichen) Entwicklung ist Saturn (Satan) [astronomisch] der siebente und

letzte in der Reihenfolge der makrokosmischen Emanation, da er der Umkreis

des Reiches ist, dessen Mittelpunkt Phoebus (das Licht der Weisheit, auch die

Sonne) ist.

Die Gnostiker hatten Recht, als sie den jüdischen Gott einen „Engel des Stoffes“

nannten, oder ihn, welcher (bewußtes) Leben dem Adam einblies, und dessen

Planet der Saturn war.

34. Und Gott hat einen Gürtel um seine Lenden gethan (die Ringe des Saturn), und der Name des Gürtels ist Tod.

In der Anthropologie ist dieser „Gürtel“ der menschliche Körper mit seinen zwei

niederen Prinzipien.

Diese drei sterben, indes der innerste Mensch unsterblich ist.

Und nun nähern wir uns dem Geheimnis des Satan.

37. . . . Auf Satan allein ruht die Schande der Zeugung.  38. Er hat seinen jungfräulichen Zustand verloren (ebenso der Kumâra durch die Inkarnation): indem er himmlische Geheimnisse enthüllte, ist er in Knechtschaft getreten.

39. Er umschließt mit Fesseln und begrenzt alle Dinge. . . .  42. Zweifach sind die Heerscharen Gottes: im Himmel die Scharen des Michael; im Abgrunde (der geoffenbarten Welt) die Legionen des Satan.

43. Diese sind der Ungeoffenbarte und der Geoffenbarte; der Freie und der (in

der Materie) Gebundene; der Jungfräuliche und der Gefallene.

44. Und beide sind die Diener des Vaters, die das göttliche Wort erfüllen.

Daher:

55. Heilig und ehrwürdig ist der Sabbath Gottes: gesegnet und geheiligt ist der

Name des Engels des Hades (Satan).

Denn:

41. Die Herrlichkeit des Satan ist der Schatten des Herrn (Gottes in der

geoffenbarten Welt): der Thron des Satan ist der Fußschemel des Adonai (der

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ganze Kosmos).

Wenn daher die Kirche den Satan verflucht, so verflucht sie den kosmischen

Wiederschein Gottes; sie thut Gott in Bann, der in der Materie oder im

Gegenständlichen offenbar geworden; sie schmäht Gott, oder die ewig

unfaßbare Weisheit, die sich selbst als Licht und Schatten, als Gutes und Böses

in der Natur offenbart - die einzige Weise, die dem beschränkten Verstande des

Menschen faßbar ist.

Dies ist die wahre philosophische und metaphysische Auslegung des Samael

oder Satan, des Wiedersachers in der Kabbalah; dieselben Lehrsätze und

derselbe Geist finden sich in den allegorischen Auslegungen einer jeden alten

Religion. Diese philosophische Anschauung widerstreitet jedoch nicht den damit

verknüpften historischen Urkunden. Wir sagen „historischen“, weil Allegorie und

mythische Ausschmückung rund um den Kern der Überlieferung es auf keine

Weise verhindern, daß dieser Kern eine Urkunde wirklicher Ereignisse ist. So hat

die Kabbalah, in Wiederholung der altehrwürdigen Offenbarung der einstmals

universellen Geschichte unserer Kugel und der Entwicklung ihrer Rassen ihm der

legendären Form der verschiedenen Geschichten darboten, welche die Bibel

bilden. Seine geschichtliche Grundlage, einerlei in welch unvollkommener Form,

wird jetzt auf diesen Blättern aus der Geheimlehre des Ostens dargeboten; und

so findet sich die allegorische und symbolische Bedeutung der Schlange der

Genesis erklärt als die „Söhne der Weisheit“ - oder Engel aus höheren Sphären,

obwohl alle und jeder dem Reiche des Satan, oder der Materie angehören -

welche den Menschen die Geheimnisse des Himmels enthüllen. Daher erweisen

sich auch alle sogenannten Mythen des indischen, griechischen, chaldäischen

und jüdischen Pantheons als auf Thatsache und Wahrheit begründet. Die Riesen

der Genesis sind die historischen Atlantier von Lankâ, und die griechischen Titanen.

Wer kann vergessen, daß Troja einstmals für einen Mythos erklärt wurde, und

Homer für eine nicht existierende Persönlichkeit, während die Existenz solcher

Städte wie Herculanum und Pompeii geleugnet und bloßen Feenmärchen zugeschrieben wurden?

Aber Schliemann hat bewiesen, daß Troja wirklich existierte, und die beiden

letzteren Städte, obwohl durch lange Zeitalter unter der Lava des Vesuvs

begraben, haben ihren Auferstehungstag gehabt, und leben wieder auf der

Oberfläche der Erde. Um wie viel mehr Städte und Örtlichkeiten, die „fabelhaft“

genannt werden, auf der Liste zukünftiger Entdeckungen stehen, wie viel mehr

Persönlichkeiten, die als mythisch [27] betrachtet werden, eines Tages historisch

werden, können allein jene sagen, welche die Beschlüsse des Fatums im

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Astrallicht lesen.

Da aber die Lehrsätze der östlichen Lehre immer geheim gehalten worden sind,

und da der Leser kaum hoffen kann, daß ihm die Originaltexte gezeigt werden,

wenn er nicht ein angenommener Schüler wird, so möge sich der Kenner des

Griechischen und Lateinischen an die Originaltexte der hermetischen Literatur

wenden. Er möge z. B. sorgfältig die Anfangsseiten des Pymander des Hermes

Trismegistos lesen und er wird unsere Lehre darin bestätigt sehen, wie

verschleiert auch ihr Text ist. Es wird auch die Entwicklung des Weltalls, unserer

Erde, genannt „Natur“ im Pymander, sowie von allen übrigen aus dem „feuchten

Prinzip“, oder der großen Tiefe, Vater-Mutter - der ersten Differentiation im

geoffenbarten Kosmos finden. Zuerst das „Universalgemüt“, welches die Hand

des christlichen Übersetzers in den frühesten Wiedergaben in Gott den Vater

verwandelt hat; dann den „Himmlischen Menschen“, [28] die große Gesamtheit

jener Schar von Engeln, welche zu rein war für die Erschaffung der unteren

Welten oder der Menschen unserer Kugel, die aber nichtsdestoweniger in die

Materie fielen, kraft derselben Entwicklung, wie der zweite Logos des „Vaters“.

[29]

[21] Anhang XV, pp. 369ff.

[22] Als die erde mit ihrer Planetenkette und den Menschen erscheinen sollte.

[23] Unsere Erde und die physische Bewußtseinsebene.

[24] Als die reinen, himmlischen Wesen oder Dhyân Chohans, die großen

Pitris der verschiedenen Klassen beauftragt waren - die einen, ihre Bilder oder

Chhâyâs zu evolvieren und aus ihnen den physischen Menschen zu machen;

die anderen, diesen zu beseelen und ihn so mit göttlicher Intelligenz und dem

Verständnis für die Geheimnisse der Schöpfung zu begaben.

[25] Die „Dynastien der Könige“, welche sich alle als „gesalbt“ betrachten, als

von „Gottes Gnaden“ herrschend, während die in Wirklichkeit von Gnaden der

Materie, der großen Täuschung, der Betrügering herrschen.

41243X

[26] Ebenda, a. a. O. Vers 10.

[27] Siehe die „Ursprünglichen Manus der Menschheit“.

[28] Der „Himmlische Mensch“ - es wird gebeten, dieses Wort neuerdings zu

beachten - ist der „Logos“ oder der „Sohn“ esoterisch. Sobald daher der Titel

auf Christus angewendet war, welcher als Gott und als der wahre Gott selbst

erklärt war, hatte die christliche Theologie keine Wahl. Um ihr Dogma von der

persönlichen Dreieinigkeit zu stützen, mußte sie, wie sie es noch immer thut,

verkünden, daß der christliche Logos der einzige wahre ist, und daß alle Logoi

der anderen Religionen falsch und bloß das maskierte böse Prinzip, der Satan

seien. Man sehe, wohin dies die westliche Theologie geführt hat.  [29] „Denn das Gemüt, eine Gottheit, die mit beiden Geschlechtern versehen und Licht und Leben ist, brachte durch seine Worte ein anderes Gemüt oder einen Arbeiter hervor; dieser, welcher Gott des Feuers und des Geistes ist, bildete und formte sieben andere Lenker, welcher in ihren Kreisen die Erscheinungswelt erhalten, und deren Anordnung Fatum oder Geschick genannt wird“ (Abt. IX. cap. I, Ausg. 1579).

Hier ist einleuchtend, daß das Gemüt, der ursprüngliche universale göttliche Gedanke, weder das Unbekannte Ungeoffenbarte eine ist, da es mit beiden Geschlechtern versehen - männlich und weiblich - ist, noch auch der christliche „Vater“, da der letztere nämlich männlich ist und nicht androgyn.  Thatsache ist, daß der „Vater“, „Sohn“ und „Mensch“ in den Übersetzungen des Pymander hoffnungslos durcheinandergemengt sind.

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Zusammengefaßt ist jeder schöpferische Logos, oder der „Sohn, welcher eins ist

mit dem Vater“, die Schar der Rectores Mundi in sich selbst. Selbst in die

christliche Theologie macht aus den sieben „Engeln der Gegenwart“ die

Tugenden oder die personificierten Attribute Gottes, welche, von ihm erschaffen,

so wie die Manus von Brahmâ, zu Erzengeln wurden. die römisch katholische

Theodice selbst, die in ihrem schöpferischen Verbum Princeps das Haupt dieser

Engel (caput angelorum) und den Engel des großen Rates (magni consilii angelus) anerkennt, anerkennt damit die Identität Christi mit diesen.  „Die Sura werden A-Sura“ - die Götter wurden Nichtgötter - sagt der Text; d. i.

Götter wurden Feinde - Satan, wenn buchstäblich gelesen. Aber es wird jetzt

gezeigt werden, in der Lehre der Geheimlehre, daß Satan als Gut und als Opfer,

als ein Gott der Weisheit, unter verschiedenen Namen allegorisiert ist.

Die Kabbalah lehrt, daß Stolz und Vermessenheit - die zwei Hauptanreizer der

Selbstsucht und des Egoismus - die „Ursachen sind, welche den Himmel um ein

Drittel seiner göttlichen Bewohner mystisch, und um ein Drittel der Sterne

astronomisch leer machte; mit anderen Worten, die ersten Behauptung ist eine

Allegorie, und die zweite eine Thatsache. Die erstere hängt jedoch nichtsdestoweniger, wie gezeigt ist, enge mit der Menschheit zusammmen.

Andererseits behielten die Rosenkreuzer, welche mit der geheimen Bedeutung

der Überlieferung wohl vertraut waren, dieselbe für sich und lehrten bloß, daß die

ganze „Schöpfung die Folge und das Ergebnis war von jenem sagenhaften

„Krieg im Himmel“, der durch den Aufruhr der Engel [30] gegen das

schöpferische Gesetz oder den Demiurgen herbeigeführt wurde. Die Behauptung

ist richtig, aber die innere Bedeutung ist bis zum heutigen Tage ein Geheimnis.

Einer weiteren Erklärung der Schwierigkeit dadurch auszuweichen, daß man sich

auf ein göttliches Mysterium oder auf die Sündhaftigkeit des Ausspähens der

Absichten desselben beruft - heißt überhaupt nicht sagen. Das mag sich als

hinlänglich für die Anhänger der Unfehlbarkeit des Papstes erweisen, aber es

wird schwerlich das philosophische Gemüt befriedigen. Aber die Wahrheit,

obwohl sie den meisten der höheren Kabbalisten bekannt war, ist niemals von

irgend einem aus ihrer Zahl gesagt worden. Sämtliche Kabbalisten und

Symbologen haben ein außerordentliches Widerstreben gezeigt, die

ursprüngliche Bedeutung des Falles der Engel einzugestehen. Bei einem

Christen ist ein solches Schweigen natürlich. Weder ein Alchimist noch ein

Philosoph hätte während des Mittelalters das aussprechen können, [31] was in

den Augen der orthodoxen Theologie eine schreckliche Lästerung war, denn es

41247X

hätte sie unmittelbar durch das „heilige“ Officium der Inquisition zu Folter und

Scheiterhaufen geführt. Aber für unsere Kabbalisten und Freidenker liegt die

Sache anders. Bei den letzteren, fürchten wir, ist es bloß menschlicher Stolz,

Eitelkeit, die auf einem laut verworfenen, aber ausrottbaren Aberglauben beruht.

Seitdem die Kirche in ihrem Kampfe mit dem Manichäismus den Teufel erfunden

und dadurch, daß sie ein theologisches Löschhorn über den strahlenden

Sternengott, Lucifer, den „Sohn des Morgens“, gestülpt hat, so den

großartigesten aller ihrer Widersprüche erschaffen hat, ein schwarzes und

finsteres Licht - hat die Fabel ihre Wurzel erschaffen hat, Boden des blinden

Glaubens gesenkt, als daß sie in unserem Zeitalter auch nur jenen, welche sich

mit ihren Dogmen nicht beruhigen und über ihren gehörnten und pferdefüßigen

Satan lachen, gestatten würde, mutig aufzutreten und das hohe Alter der ältesten

aller Überlieferungen zu bekennen. Mit ein paar kuren Worten ist es dies. Halb

exoterisch wurde den „Erstgeborenen“ des allmächtigen - Fiat Lux - oder den

Engeln des ursprünglichen Lichts, befohlen zu „schaffen“; ein Drittteil von ihnen

lehnte sich auf und „weigerte sich“; während jene, welche „gehorchten“, wie Fetahil that - ganz vollständig fehlten.

[30] Die Allegorie von dem Feuer des Prometheus ist eine andere Lesart des Aufruhrs des stolzen Lucifer, welcher in den „bodenlosen Abgrund“, oder einfach auf unsere Erde hinabgeschleudert wurde, um als Mensch zu leben.

Der indische Lucifer, der Mahâsura, soll auch eifersüchtig auf das glänzende

Licht des Schöpfers geworden sein und sich an der Spitze der niederen

Asuras (nicht Götter, aber Geister) gegen Brahmâ aufgelehnt haben; dafür

schleudert ihn Shiva hinab nach Pâtâla. Da aber in indischen Mythen

Philosophie Hand in hand mit allegorischer Dichtung geht, so lässt sie den

„Teufel“ bereuen und es wird ihm Gelegenheit zum Fortschritte gewährt: es ist

esoterisch ein sündiger Mensch, und kann durch Yoga, Hingabe und

Adeptschaft neuerlich seinen Zustand des „Einsseins mit der Gottheit“

erreichen. Herkules, der Sonnengott, steigt in den Hades (die Höhle der

Initiation) hinab, um die Opfer von ihren Qualen zu befreien, u. s. w. Nur die

christliche Kirche schafft ewige Qual für den Teufel und die Verdammten, die

sie erfunden hat.

41247X

[31] Warum sollte zum Beispiel Éliphas Lévi, der sehr fruchtlose und

ausgesprochene Kabbalist, gezögert haben, das Geheimnis des sogenannten

gefallenen Engel zu veröffentlichen? Daß er die Thatsache und die wirkliche

Bedeutung der Allegorie sowohl in ihrem religiösen und mystischen, als auch

in ihrem physiologischem Sinne kannte, ist durch seine umfangreichen

Schriften und häufigen Anspielungen und Winke erwiesen. Und doch sagt

Éliphas, nachdem er hundertmal in seinem früheren Werken darauf

angespielt, in seiner späteren Histoire de la Magie (pp. 220, 221): „Wir

protestieren mit aller unserer Kraft gegen die Herrschaft und das Überallsein

des Satan. Wir beabsichtigen hier die Überlieferung von dem Falle der Engel

weder zu leugnen noch zu behaupten . . . . Aber wenn dem so ist . . . dann kann der Fürst der rebellischen Engel im besten Falle der letzte und machtloseste unter den Verdammten sein - nun, da er getrennt ist von der Gottheit - welche das Prinzip jeder Kraft ist.“ Das ist verschwommen und ausweichend genug; aber sehen wir, was Hargrave Jennings in seinem unheimlichen, abgehackten Styl schreibt:

„Beide, St. Michael und St. Georg, sind Typen. Sie sind geheiligte Personen

oder erhabene Helden, oder vergöttlichte Kräfte. Sie sind ein jeder mit seinen

eigentümlichen Fähigkeiten und Attributen dargestellt. Diese sind reproduciert

und stehen vervielfältigt - unterschieden durch verschiedene Namen in allen

Mythologien (einschließlich der christlichen). Aber die Idee in Bezug auf einen

jeden ist eine allgemeine. Diese Idee und Gedankenvorstellung ist die eines

allmächtigen Kämpfers - kindergleich in seiner ‘jungfräulichen Unschuld´ - so

mächtig, daß diese gotterfüllte Unschuld (die Seraphim ‘wissen am meisten´,

die Cherubim ‘lieben am meisten´) die Welt zerschmettern kann (die artikuliert

ist - um das Wort so zu gebrauchen - in der Magie des Lucifer, aber

verdammt), im Gegensatz zu den kunstvollen Konstruktionen, erlangt von der

Erlaubnis des Allerhöchsten - kunstvollen Konstruktionen, erlangt von der

41247X

Erlaubnis des Allerhöchsten - kunstvollen Konstruktionen (‘Dieseitsleben´) -

des herrlichen Apostaten des mächtigen Rebellen, aber doch zur selben Zeit

des ‘Lichtbringers´, des Lucifer - des ‘Morgensterns´, des ‘Sohnes des

Morgens´ - der allerhöchste Titel ‘außerhalb des Himmels´, denn im Himmel

kann er nicht sein, aber außerhalb des Himmels ist er alles. Mit einer

scheinbar unglaublichen Seite seines Charakters - denn der Leser möge

sorgfältig bemerken, daß Eigenschaften kein Geschlecht haben - ist dieser

Erzengel St. Michael die unbesiegbare, geschlechtlose, himmlische ‘Energie´

·        um ihm mit seinen großen Charakteristiken zu würdigen - der unbesiegbare

‘jungfräuliche Kämpfer´, bekleidet . . . und zur selben Zeit bewaffnet mit dem

verneinenden Panzer der gnostischen ‘Weigerung zu schaffen´. Dies ist ein

anderer Mythos, ein ‘Mythos innerhalb Mythen´ . . . ein erstaunliches

‘Geheimnis der Geheimnisse´, weil es so unmöglich und kontradiktorisch ist.

Unerklärlich wie die Apokalypse. Unoffenbarlich wie die ‘Offenbarung´.

(Phallicism, pp. 212, 213.)

Nichtsdestoweniger wird dieses unoffenbarliche und unerklärliche Geheimnis

jetzt durch die Lehre des Ostens erklärt und offenbar werden. Natürlich so, wie es der sehr gelehrte, aber noch mehr verwirrende Verfasser des Phallicism giebt, würde freilich kein uninitiierter Sterblicher jemals seine wirkliche Absicht verstehen.

41247 X

Um die Weigerung und den Mißerfolg ihrer richtigen physischen Bedeutung nach

aufzufassen, muß man die östliche Philosophie studieren und verstehen; man

muß mit den grundlegenden mystischen Lehrsätzen der Vedântisten in Bezug

auf die vollständige Unrichtigkeit eines Zuerteilens funktioneller Thätigkeit an die

unendliche und unbedingte Gottheit vertraut sein. Die esoterische Philosophie

behauptet, daß während der Sandhyâs die „Centralsonne“ ein schöpferisches

Licht - sozusagen passiv - aussendet. Die Kausalität ist latent. Nur während der

thätigen Perioden des Daseins ruft sie einen Strom unaufhörlicher Energie

hervor, deren Schwingungsströme, mit jeder Sprosse der siebenfältigen Leiter

des Daseins, auf der sie herabsteigen, mehr Thätigkeit und Kraft erlangen.

Dadurch wird es verständlich, wieso der Vorgang des „Schaffens“ oder vielmehr

Bildens des organischen Weltalls, mit allen seinen Einheiten der sieben Reiche,

intelligente Wesen notwendig machte - welche kollektiv ein Wesen oder schöpferischer Gott wurden, welcher bereits differenciert ist von der einen unbedingten Einheit, da letztere nicht in Beziehung steht zu der bedingten „Schöpfung“. [32]

Nun enthält das vatikanische Kabbalah-Manuskript - dessen einziges Exemplar

(in Europa) in Besitze des Grafen St. Germain gewesen sein soll - die

vollständigste Darlegung der Lehre, einschließlich der sonderbaren Version, die

von den Luciferianern [33] und anderen Gnostikern angenommen ist; und in

jenem Pergament werden die „sieben Sonnen des Lebens“ in der Reihenfolge

gegeben, in der sie in dem Saptasûrya zu finden sind. Von diesen werden jedoch

nur vier in den Ausgaben der Kabbalah erwähnt, welche in öffentlichen

Bibliotheken erhältlich sind, und selbst die nur in mehr oder weniger

verschleierter Ausdrucksweise. Nichtsdestoweniger ist selbst diese verringerte

Zahl vollständig ausreichend, einen identischen Ursprung zu zeigen, da sie sich

auf die vierfältige Gruppe der Dhyân Chohans bezieht, und zeigt, daß die

Spekulation ihren Ursprung in den geheimen Lehren der Ârier hatte. Wie wohl

bekannt ist, entstand die Kabbalah nicht bei den Juden, denn die letzteren erhielten ihre Ideen von den Chaldäern und den Ägyptern.

So sprechen selbst die exoterischen kabbalistischen Lehren von einer

„Centralsonne“ und von drei sekundären Sonnen in einem jeden Sonnensystem -

einschließlich des unseren. Wie in dem trefflichen, aber allzu materialistischen

Werk New Aspects of Life and Religion, welches ein Überblick der Anschauung

der Kabbalisten von einem tief durchdachten und assimilierten Standpunkt aus

ist, gezeigt wird:

Die Centralsonne . . . war für sie (ebenso wie für die Ârier) das Centrum des

41249X

übrigen; das Centrum, auf das alle Bewegung schließlich bezogen werden

mußte. Rund um diese Centralsonne . . . „bewegte sich die erste von den drei

Sonnen des Systems . . . in einer polaren Ebene . . . die zweite in einer

äquatorialen Ebene“ . . . und nur die dritte war unsere sichtbare Sonne. Diese

vier Sonnenkörper waren „die Organe, von deren Thätigkeit das, was der

Mensch die Schöpfung nennt, die Entwicklung des Lebens auf dem

Erdplaneten abhängt.“ Die Kanäle, durch welche der Einfluß dieser Körper auf

die Erde übertragen wurde, hielten sie (die Kabbalisten) für elektrische . . . Die

strahlende Energie, die aus der Centralsonne [34] ausströmte, rief die Erde als

eine wässerige Kugel ins Dasein . . . (deren Neigung) als Kern eines

Planetenkörpers die war, in die (centrale) Sonne zu stürzen . . . . in die

Sphäre, deren Anziehung sie geschaffen hatte . . . . Aber die strahlende

Energie, welche beide auf die gleiche Weise elektrisierte, hielt die eine von der

anderen entfernt und verwandelte so die Bewegung nach dem

Anziehungsmittelpunkt, welchen der umlaufende Planet (die Erde) auf diese Art zu erreichen suchte, in eine solche um denselben.

In der organischen Zelle fand die sichtbare Sonne ihre eigene richtige Matrix,

und brachte durch diese das tierische Reich (während sie das pflanzliche zur Reife brachte) hervor, und setzte schließlich den Menschen an die Spitze desselben, in welchem sie durch die beseelende Wirkung dieses Reiches die psychische Zelle entstehen ließ.

Aber der so an die Spitze des tierischen Reiches, an die Spitze der Schöpfung

gestellte Mensch war der tierische, der seelenlose, der vergängliche

Mensch . . .

Daher würde der Mensch, obzwar scheinbar die Krone der Schöpfung, durch seine Ankunft den Schluß derselben bezeichnet haben; da die Schöpfung, welche in ihm ihre Höhepunkt erreichte, bei seinem Tode in ihren Verfall eingetreten wäre. [35]

[32] „Schöpfung“ - natürlich aus einer praeexistierenden ewigen Substanz oder Materie, welche Substanz nach unseren Lehren der grenzenlose, immer dauernde Raum ist.

[33] Die Lucifianer, eine Sekte des vierten Jahrhunderts, welche angeblich

gelehrt haben, daß die Seele ein fleischlicher Körper sei, der dem Kinde von

seinem Vater überliefert wird, und die Lucianisten, eine andere und frühere

41249X

Sekte des dritten Jahrhunderts n. Chr., welche all dies lehrten und ferner, daß die tierische Seele nicht unsterblich sei, philosophierten auf dem Boden der wirklichen kabbalistischen und occulten Lehren.  [34] Diese „Centralsonne“ der Occultisten muß sogar die Wissenschaft im astronomischen Sinne annehmen, denn sie kann die Gegenwart im Sternenraume, von einem Centralkörper in der Milchstraße, einem unsichtbaren und geheimnisvollen Punkte, dem immer verborgenen Anziehungscentrum unserer Sonne und unseres Systems, nicht leugnen.  Aber diese „Sonne“ wird von den Occultisten des Ostens anders betrachtet.

Während die westlichen und jüdischen Kabbalisten - und selbst einige fromme

moderne Astronomen - behaupten, daß in dieser Sonne die Gottheit speziell

gegenwärtig ist, und die Wissensakte Gottes darauf zurückführen, behaupten

die östlichen Initiierten, daß, da die übergöttliche Wesenheit des unbekanntes

Absoluten gleichermaßen in jedem Bereiche und an jeder Stelle ist, die

„Centralsonne“ einfach das Centrum der universalen Lebenselectricität ist; der

Behälter, in den jene göttliche Ausstrahlung, die bereits am Beginne einer

jeden „Schöpfung“ differentiiert ist, als in einem Brennpunkt sich ansammelt.Obwohl noch in einem Laya- oder neutralem Zustand, ist sie doch nichtsdestoweniger das eine anziehende, sowie das immer aussendende Lebenscentrum.

[35] a. a. O., pp. 287-289.

41249 X

Diese kabbalistische Ansicht wird hier citiert, um ihre vollständige Identität dem

Geiste nach, mit der östlichen Lehre zu zeigen. Erkläret, oder vervollständigt die

Lehre von den sieben Sonnen mit den sieben Systemen von Daseinsebenen,

deren Centralkörper die „Sonnen“ sind, und ihr habt die sieben englischen

Ebenen, deren „Schar“ kollektiv die Götter derselben sind. [36] Sie sind die

Hauptgruppe, geteilt in vier Klassen, von der unkörperlichen abwärts bis zur

halbkörperlichen. Diese Klassen stehen in unmittelbaren Zusammenhang - wenn

auch auf verschiedene Arten in Bezug auf freiwillige Verbindung und Funktion -

mit unserer Menschheit. Sie sind drei, zusammengefaßt durch die vierte, die

erste und höchste, welche in der soeben angeführten kabbalistischen Lehre die

„Centralsonne“ genannt wird. Dies ist der große Unterschied zwischen der

semitischen und der ârischen Kosmogenie - die eine verstofflicht, vermenschlicht

die Geheimnisse der Natur; die andere vergeistigt den Stoff, und ihre Physiologie

ist immer der Metaphysik dienstbar gemacht. Wenn auch das siebente „Prinzip“

den Menschen durch alle Phasen des Seins rein als ein ungetrenntes Element

und als eine unpersönliche Einheit erreicht, so geht es doch durch - die Kabbalah

lehrt: aus - die centrale geistige Sonne und die zweite Gruppe, die polare Sonne,

welche beide auf den Menschen seinen Âtmâ ausstrahlen. Die dritte Gruppe, die

äquatoriale Sonne, verkittet die Buddhi mit Âtman und den höheren Attributen

des Manas; indeß die vierte Gruppe, der Geist unserer sichtbaren Sonne, ihn mit

seinem Manas und mit dessen Träger, dem Kâma Rûpa, oder Körper der

Leidenschaften und Begierden begabt. - mit den beiden Elementen von

Ahamkâra, welche individualisiertes Bewußtsein, das persönliche Ego

entwickeln. Schließlich bildet der Geist der Erde in seiner dreifachen Einheit den

physischen Körper, indem er an diesen die Geister des Lebens anzieht und seinen Linga Sharîra formt.

Aber alles geht cyklisch vor sich, die Entwicklung des Menschen ebenso wie

alles übrige, und die Reihenfolge, in welcher er hervorgebracht wird, ist in den

östlichen Lehren vollständig beschrieben, während sie in der Kabbalah bloß

angedeutet ist. Das Buch des Dzyan sagt mit Bezug auf den ursprünglichen

Menschen, da er erst von dem „Knochenlosen“, dem unkörperlichen Schöpfer

gestaltet wurde:

Zuerst wurde der Atem, dann Buddhi, und der Schattensohn (der Körper)

„geschaffen“. Aber wo war der Angelpunkt (das mittlere Prinzip, Manas)? Der

Mensch ist verdammt. Wenn allein, brechen das umgedrehte (undifferenziierte

Element) und das Vâhan (Buddhi) - die Ursache des Unverursachten - entzwei

vom geoffenbarten Leben.

41251X

„Wenn nicht“, erklärt der :

Wenn nicht zusammengekittet und zusammengehalten von dem mittleren Prinzip, dem Träger des persönlichen Bewußtseins des Jîva.

Mit anderen Worten, die zwei höheren „Prinzipien“, können auf Erden keine

Individualität haben, können nicht Mensch sein, wenn nicht (a) das Gemüt des

Manas-Ego da ist, um sich selbst zu erkennen, und (b) die irdische falsche

Persönlichkeit, oder der Körper der selbstsüchtigen Begierden und des

persönlichen Willens, um das Ganze zusammenzukitten, wie um eine Angel -

welche sie thatsächlich ist - für die physische Form des Menschen. Das fünfte

und vierte „Prinzip“ [37] - Manas und Kâma Rûpa - enthalten die doppelte

Persönlichkeit; das wirkliche unsterbliche Ego, wenn es sich selbst den beiden

höheren assimiliert, und die falsche und vergängliche Persönlichkeit; den

sogenannten Mâyâvi- oder Astralkörper, oder die tierisch menschliche Seele -

und die beiden müssen zum Zwecke eines vollen irdische Daseins eng

verbunden sein. Inkarniert die geistige Monade eines Newton, gepfropft auf die

des größten Heiligen auf Erden, in den vollkommsten physischen Körper, den ihr

euch denken könnt - d. i. in einem zwei- oder sogar dreiprinzipigen Körper, der

aus seinen Sthûla Sharîra, Prâna (Lebensprinzip) und Linga Sharîra besteht -

und wenn das mittlere und das fünfte „Prinzip“ fehlen, so werdet ihr einen

Blödsinnigen geschaffen haben - im besten Falle eine schöne, seelenlose, leere

und unbewußte Erscheinung. „Cogito - ergo sum“ kann keinen Platz in dem Gehirne eines solchen Geschöpfes finden, zum mindesten nicht auf dieser Ebene.

Es giebt jedoch Gelehrte, die schon vor längerer Zeit die philosophische

Bedeutung, die der - von der römischen Kirche so mißhandelten und entstellten -

Allegorie von den „gefallenen Engeln“ zugrunde liegt, verstanden haben.  Das Reich der Geister und der geistigen Wirkung, welche aus der geistigen Willenskraft ausströmt und hervorgebracht ist, ist außerhalb und im Gegensatze und im Widerspruche zu dem Reiche der (göttlichen) Seelen und der göttlichen Wirkung. [38]

Wie es im Texte des s XIV heißt:

Gleiches bringt Gleiches hervor und nicht mehr bei der Entstehung des Seins,

und die Entwicklung mit ihren begrenzten, bedingten Gesetzen kommt später.

Die Selbstexistierenden [39] werden „Schöpfungen“ genannt, denn sie

erscheinen in dem Geisterstrahle geoffenbart durch die Kraft, welche seiner

ungeborenen Natur innewohnt, welche jenseits von Zeit und (begrenzten oder

bedingten) Raum ist. Irdische Hervorbringungen, beseelte und unbeseelte,

einschließlich der Menschheit werden fälschlich Schöpfung oder Geschöpfe

41251X

genannt; sie sind die Entwicklung (Evolution) der getrennten Elemente.

[36] Siehe  zur Strophe , Band I.

[37] Das vierte und fünfte von unten, beginnend mit einem physischen Körper;

das dritte und das vierte, wenn wir von Âtmâ an zählen.

[38] New Aspects of Life.

[39] Englische geistige Wesenheiten, unsterblich in ihrem Sein, weil unbedingt

in der Ewigkeit; aber periodisch und bedingt in ihren manvantarischen Offenbarungen.

41251 X

Wiederum:

Das himmlische Rûpa (Dhyân Chohan) erschafft (den Menschen) nach seiner

eigenen Form; es ist eine geistige Ideenbildung, die auf die erste Differentiation

und Erwachung der universalen (geoffenbarten) Substanz folgt; jene Form ist der

ideale Schatten von ihr selbst: und dies ist der Mensch der ersten Rasse.

Um es in noch klarerer Form auszudrücken, dabei die Erklärung bloß auf diese

Erde beschränkend, so war es die Pflicht der ersten „differentiierten“ Egos - die

Kirche nennt sie Erzengel - die ursprüngliche Materie mit dem evolutionellen

Antriebe zu durchdringen und ihre Formungskräfte bei der Gestaltung ihrer

Erzeugnisse zu leiten. Das ist es, woraus sich die, sowohl in der östlichen wie

auch in der westlichen Überlieferung enthaltenen Sätze beziehen: „Den Engeln

wurde befohlen zu schaffen.“ Nachdem die Erde von den niederen und mehr

materiellen Kräften vorbereitet worden war und die drei Reiche ihren Weg,

„fruchtbar zu sein und sich zu vermehren“, gut angetreten hatten, wurden die

höheren Kräfte, die Erzengel oder Dhyânîs, von dem Evolutionsgesetz getrieben,

auf die Erde herabzusteigen, um die Krone ihrer Entwicklung - den Menschen -

zu bilden. So entsendeten die „Selbstgeschaffenen“ und die „Selbstexistierenden“ ihre blassen Schatten; aber die dritte Gruppe, die Feuerengel, lehnten sich auf und weigerten sich, sich ihren Mitdevas anzuschließen.

Die indische Exoterik stellt sie alle als Yogins dar, deren Frömmigkeit sie dazu

begeisterte, sich zu weigern, zu „schaffen“, da sie ewig Kumâras bleiben wollten,

„jungfräuliche Jünglinge“, um womöglich ihren Genossen im Fortschreiten nach

dem Nirvâna - der schließlichen Befreiung - zuvorzukommen. Aber entsprechend

der esoterischen Auslegung war es ein Selbstopfer zum Wohle der Menschheit.

Die „Aufrührer“ wollten nicht willenlose unverantwortliche Menschen schaffen,

wie es die „gehorsamen Engel“ thaten; noch konnten sie die menschlichen

Wesen auch nur mit vergänglichen Wiederscheinen ihren eigenen Eigenschaften

begaben; denn die letzteren, die einer anderen und um so höheren Ebene des

Bewußtseins angehören, würden den Menschen noch immer unverantwortlich

lassen, somit irgend welche Möglichkeit höheren Fortschrittes durchkreuzen.

Keine geistige oder psychische Entwicklung ist auf der Erde - der niedrigsten und

materiellsten Ebene - für einen solchen möglich, der zum mindesten auf dieser

Erde innerlich vollkommen ist, und weder Verdienst noch Schuld anhäufen kann.

Wäre der Mensch der blasse Schatten der unthätigen, unveränderlichen, und

unbeweglichen Vollkommenheit geblieben, des einen negativen und passiven

Attributes des wirklichen Ich bin der ich bin, so würde er dazu verurteilt gewesen

41253X

sein, durch das Erdenleben wie in einem schweren traumlosen Schlafe

hindurchzugehen; ein Mißerfolg also auf dieser Ebene. Die Wesen, oder das

Wesen, kollektiv Elohim genannt, welche zuerst die grausamen Worte

aussprachen (wenn sie in der That jemals ausgesprochen wurden): „Siehe, der

Mensch ist geworden als unser einer, und weiß, was gut und böse ist. Nun aber,

daß er nicht ausstreckte seine Hand und breche auch von dem Baume des

Lebens, und esse, und lebe ewiglich . . .“ - müssen in der That der Ilda-baoth, der

Demiurg der Nazarener, gewesen sein, erfüllt mit Zorn und Neid gegen sein eigenes Geschöpf. dessen Wiederschein den Ophiomorphos erzeugt hat. In diesem Falle ist es nur natürlich - selbst vom Standpunkte des toten Buchstabens aus - den Satan, die Schlange der Genesis, als den wirklichen Schöpfer und Wohlthäter, den Vater der geistigen Menschheit zu betrachten.

Denn er war der „Bote des Lichtes“, der helle strahlende Lucifer, welcher die

Augen des angeblich von Jehovah „geschaffenen“ Automaten eröffnete. Und er,

welcher der erste war zu raunen: „welches Tages ihr davon esset, so werdet ihr

sein wie Elohim, und wissen, was gut und böse ist,“ kann nur im Lichte eines

Heilandes betrachtet werden. Ein „Widersacher“ gegen Jehovah, den

„personificierenden Geist“, bleibt er doch der esoterischen Wahrheit nach der

ewig liebende „Sendbote“, der Engel, die Seraphim und Cherubin, welche beide

wohl „wußten“, und noch mehr „liebten“ und auf uns geistige, an Stelle der

physischen Unsterblichkeit übertrugen - welche letztere eine Art von statischer

Unsterblichkeit wäre, die den Menschen in einen nicht sterbenden „ewigen Juden“ verwandelt hätte.

Wie in King´s Gnostic and their Remains in Bezug auf Ilda-baoth, den verschiedene Sekten als den Gott des Moses betrachteten, erzählt wird:

Ildabaoth war weit davon entfernt, ein reiner Geist zu sein; Ehrgeiz und Stolz

herrschten in seiner Zusammensetzung vor. Er beschloß daher, alle

Verbindung mit seiner Mutter Achamoth abzubrechen, und eine Welt ganz für

sich selbst zu schaffen. Unterstützt von seinen eigenen sechs Geistern schuf

er den Menschen, den er als das Abbild seiner Macht beabsichtigte; aber sein

Werk war ein vollständiger Mißerfolg, sein Mensch erwies sich als ein großes

seelenloses Ungeheuer, das auf der Erde kroch. Die Sechs Geister waren

gezwungen, ihr Werk wieder vor ihren Vater zu bringen, damit er es beseele:

dies that er, indem er ihm den Strahl des göttlichen Lichts mitteilte, den er

selbst von Achamoth geerbt hatte, welche ihn durch diesen Verlust für seinen

Stolz und seine Selbstzufriedenheit bestrafte.

Der Mensch, also von Achamoth auf Kosten ihres eigenen Sohnes

41253X

begünstigte, folgte dem Antriebe des göttlichen Lichtes, das sie auf ihn übertragen hatte, sammelte einen weiteren Vorrat aus der Schöpfung, mit der es vermengt war, und begann, nicht das Abbild seines Schöpfers Ildabaoth darzustellen, sondern vielmehr das des Höchsten Wesens hervorgebracht zu haben, das ihm so sehr überlegen war. Seine durch seine Leidenschaften entflammten Blicke wurden in dem Abgrunde wie in einem Spiegel zurückgeworfen, das Bild wurde belebt, und es stieg auf der „schlangenförmige Satan“, Ophiomorphos, die Verkörperung von Neid und List. [40]

Dies ist die exoterische Wiedergabe der Gnostiker, und die Allegorie, wenn auch

eine sektiererische Lesart, ist bedeutsam und erscheint lebenswahr. Sie ist die

natürliche Schlußfolgerung aus dem buchstäblich aufgefaßten Texte des Kapitels

III der Genesis.

[40] a. a. O., pp. 97, 98; zweite Ausg. 1887.

41253 X

Daher die Allegorie des Prometheus, der das göttliche Feuer stiehlt, um es den

Menschen zu ermöglichen, bewußt auf dem Pfade geistiger Entwicklung

fortzuschreiten, wodurch es das vollkommenste der Tiere auf Erden in einen

möglichen Gott verwandelte und ihm die Freiheit gab, „das Himmelreich mit

Gewalt zu erobern.“ Daher auch der Fluch, den Zeus gegen Prometheus

ausspricht, und Jehovah-Ilda-baoth gegen seinen „aufrührerischen Sohn“, den

Satan. Die kalten, reinen Schneeflächen des Kaukasusgebirges und die

unaufhörlichen sengenden Feuer und Flammen einer unauslöschlichen Hölle,

zwei Pole, doch dieselbe Idee, der doppelte Aspekt einer raffinierten Folter, ein

„Feuererzeuger“ - das personificierte Emblem des [korrekter Abdruck siehe Buch] (Phôsphoros), des Astralfeuers und Lichtes in der Anima Mundi (das Element, von dem der deutsche materialistische Philosoph Moleschott sagt:

„ohne Phosphor kein Gedanke“) - brennend in den gewaltigen Flammen seiner

irdischen Leidenschaften; der Brand angefeuert durch seinen Gedanken, welcher

jetzt ja zwischen gut und böse unterscheidet, und doch ein Sklave der

Leidenschaften seines irdischen Adam ist; der den Geier des Zweifels und des

vollen Bewußtseins an seinem Herzen nagen fühlt - fürwahr ein Prometheus, weil

ein bewußtes, und daher ein verantwortliches Wesen. [41] Der Fluch des Lebens

ist groß, und doch, mit Ausnahme einiger Hindû- und Sufî-Mystiker, wie wenige

sind es, die alle Qualen des bewußten Lebens, alle Übel eines verantwortlichen

Daseins, gegen die unbewußte Vollkommenheit eines passiven (objektiv)

unkörperlichen Wesens, oder selbst gegen die universale statische Unthätigkeit,

die in Brahmâ während seiner „Nacht“-Ruhe personificiert ist, vertauschen wollten.

Denn, um einen trefflichen Aufsatz eines Mannes [42] zu citieren, der der Verwechslung der Daseins- und Bewußtseinsebenen zum Opfer fiel:

Satan (oder Lucifer) repräsentiert die aktive, oder wie (Herr Jules) Baissac es

nennt, die „centrifugale“ Energie des Weltalls (in einem kosmischen Sinne). Er

ist Feuer, Licht, Leben, Kampf, Anstrengung, Gedanke, Bewußtsein,

Fortschritt, Civilisation, Freiheit, Unabhängigkeit. Zu gleicher Zeit ist er

Schmerz, welcher die Rückwirkung des Vergnügens des Handelns ist, und

Tod - welcher die Revolution des Lebens ist - Satan, der in seiner eigenen

Hölle brennt, die hervorgebracht ist durch die Heftigkeit seiner eigenen

Triebkraft - die expansive Desintegration des Nebels, der sich zu neuen

Welten verdichten soll. Und geschickt wird er immer und immer wieder durch

die ewige Unthätigkeit der passiven Energie des Kosmos - das unerbittliche

„Ich bin“ - gehindert, den Feuerstein, aus dem die Funken herausgeschlagen

41255X

sind. Und geschickt . . . . werden er und seine Anhänger . . . . dem

„Feuermeer“ übergeben - weil thatsächlich die Sonne (in einem nur in der

kosmischen Allegorie), die Quelle des Lebens in unserem System, der Ort ist,

wie sie gereinigt (in dem Sinne, daß sie dadurch desintegriert werden) und aufgeschüttelt werden, um sie für ein anderes Leben (die Auferstehung)

wieder zu ordnen - jene Sonne, welche, als der Ursprung des aktiven Prinzips

auf unserer Erde, zugleich die Heimat und die Quelle des weltlichen Satans ist . . . .

Weiter ist, als ob es die Richtigkeit von Baissac´s allgemeiner Theorie (in Le Diable et Satan) beweisen sollte, bekannt, daß Kälte eine „centripetale“ Wirkung hat. Unter dem Einfluß der Kälte zieht sich alles zusammen . . . .

Unter ihr liegt das Leben im Winterschlafe, oder stirbt aus, der Gedanke

gefriert, und das Feuer ist erloschen. Satan ist unsterblich in seinem eigenen

Feuermeer - nur in dem „Nifelheim“ (der kalten Hölle der skandinavischen

Edden) des „Ich bin“ kann er nicht existieren. Aber trotz alledem giebt es eine

Art von unsterblichem Dasein im Nifelheim, und dieses Dasein muß

schmerzlos und friedlich sein, weil es unbewußt und unthätig ist. In dem

Reiche des Jehovah (wenn dieser Gott alles das wäre, was die Juden und

Christen für ihn beanspruchen) giebt es kein Elend, keinen Krieg, kein

Heiraten und kein zur Frau geben, kein Wechsel, kein individuelles

Bewußtsein. [43] All dies ist absorbiert in dem Geiste des Allmächtigsten. Es

ist mit Nachdruck ein Reich des Friedens und der treuen Unterwerfung, sowie

jenes des „Erzrebellen“ ein solches des Krieges und der Revolution ist . . . . .

Es (das erstere) ist thatsächlich das, was die Theosophie Nirvâna nennt. Aber dann lehrt die Theosophie, daß, nachdem die Trennung von der Urquelle einmal geschehen ist, die Wiedervereinigung, nur durch Willensanstrengung erlangt werden kann - die in dem Sinne dieses Aufsatzes ausgesprochen satanisch ist. [44]

Sie ist „satanisch“ vom Standpunkte des orthodoxen Romanismus, denn dem

Vorbilde dessen, was mit der Zeit der christliche Teufel wurde - den strahlenden

Erzengeln, den Dhyân Chohans, welche sich weigerten zu schaffen, weil sie

wünschten, daß der Mensch sein eigener Schöpfer und ein unsterblicher Gott

werde - ist es zu verdanken, daß die Menschen das Nirvâna und den Hafen des

himmlischen göttlichen Friedens erreichen können.

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[41] Die Geschichte vom Prometheus, Karma und dem menschlichen Bewußtsein findet sich in Teil II,  V.  [42] Von einem Engländer, den sein unsteter Genius getötet hat. Der Sohn eines protestantischen Geistlichen wurde er ein Mohamedaner, dann ein wütender Atheist; darauf trat er mit einem Meister, einem Guru, zusammen und wurde ein Mystiker; dann ein Theosophist, welcher zweifelte und verzweifelte - die weiße gegen schwarze Magie aufgab, wahnsinnig wurde und der römischen Kirche beitrat. Dann kehrte er wieder um, verfluchte sie, wurde ein Atheist, und starb, Menschheit, Wissen und Gott, an den zu glauben er aufgehört hatte, verfluchend. Mit allen esoterischen Daten versehen, um „seinen Krieg im Himmel“ zu schreiben, machte er einen halbpolitischen Artikel daraus, warf Malthus mit Satan, und Darwin mit dem Astrallicht durcheinander. Friede seiner - Schale. Er ist eine Warnung für Chelâs, welche fehlen. Sein vergessenes Grabmahl ist jetzt auf einem muhammedanischen Begräbnisplatz zu Joonaghur in Kathiawar in Indien zu sehen.

[43] Der Verfasser spricht von dem thätigen, streitenden, verdammenden Jehovah, als ob er ein anderer Name für Parabrahman wäre! Wir haben diesen Aufsatz citiert, um zu zeigen, wo er von den theosophischen Lehren abweicht; im anderen Falle würde er eines Tages gegen uns citiert werden, wie es mit allem im Theosophist veröffentlichten gewöhnlich geschieht.  [44] The Theosophist, Bd. III, p. 68.

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Um diese etwas langatmige Anmerkung zu schließen, so lehrt die Geheimlehre,

daß die Feuerdevas, die Rudras, und die Kumâras, die „jungfräulichen Engel“ (zu

welchen die beiden Erzengel Michael und Gabriel gehören) die göttlichen

„Rebellen“ - die von den alles materialisierenden und positivistischen Juden die

Nahash oder „Beraubten“ genannt werden - den Fluch der Inkarnation und die

langen Cyklen von irdischen Dasein und Wiedergeburten dem Anblicke des,

wenn auch unbewußten Elendes der Wesen vorzogen, welche als Schatten aus

ihren Brüdern evolviert wurden, durch die halbpassive Energie ihrer allzu

geistigen Schöpfer. Wenn „der Gebrauch, den der Mensch vom Leben macht,

der sein soll, das Selbst weder zu vertieren, noch zu vergeistigen, sondern zu

vermenschlichen“, [45] so muß er, um dies thun zu können, als ein Mensch und

nicht als ein Engel geboren sein. Daher zeigt die Überlieferung, daß sich die

himmlischen Yogîs als freiwillige Opfer darbieten, um die Menschheit erlöschen,

welche im Anbeginn gottähnlich und vollkommen geschaffen worden war, und sie

mit menschlichen Affekten und Aspirationen zu begaben. Um dies zu thun,

mußten sie ihren natürlichen Zustand aufgeben, auf unsere Kugel herabsteigen,

und in ihr für den ganzen Cyklus des Mahâyuga ihre Wohnung nehmen, und sie

ihre unpersönlichen Individualitäten gegen individuelle Persönlichkeiten

vertauschen - die Wonne himmlischen Daseins gegen den Fluch irdischen

Lebens. Diese freiwillige Opfer der feurigen Engel, deren Natur Wissen und

Liebe war, wurde von den exoterischen Theologieen zu einer Behauptung

konstruiert, welche „die aufrührerischen Engel vom Himmel in die Finsternis der

Hölle“ - unserer Erde - „herabgestürzt“ zeigt. Die indische Philosophie deutet die

Wahrheit an durch die Lehre, daß die von Shiva hinabgestürzten Asuras nur in

einem Zwischenzustand sind, in dem sie sich für höhere Grade der Reinigung

und Erlösung aus ihrer elenden Lage vorbereiten; aber die christliche Theologie -

welche behauptet, auf den Felsen der göttlichen Liebe, Barmherzigkeit und

Gerechtigkeit von dem gegründet zu sein, den sie als ihren Heiland anruft - hat,

um diese Behauptung auf widerspruchsvolle Weise zu bekräftigen, das trostlose

Dogma von der Hölle erfunden, diesen archimedischen Hebel der römisch-katholischen

Philosophie. Hingegen nennt die rabbinische Weisheit - welche die

allerpositivistischeste, materialistischeste oder grob irdischeste ist, da sie alles

auf physiologische Mysterien herabsetzt - diese Wesen den „Bösen“; und die

Kabbalisten - Nahash, die „Beraubten“, wie soeben gesagt, und die Seelen,

welche sich, nachdem sie sich im Himmel von dem Heiligen getrennt hatten, bei

dem ersten Aufdämmern ihres Daseins selbst in einen Abgrund gestürzt und die

Zeit vorweggenommen haben, zu der sie auf die Erde herabsteigen sollen. [46]

Und es se