Theosophical Society,
Die Geheimlehre Band II
DIE GEHEIMLEHRE
VON H. P. BLAVATSKY
DIE VEREINIGUNG VON WISSENSCHAFT
RELIGION UND PHILOSOPHIE
BAND II
ANTHROPOGENESIS
A
ZWÖLF STROPHEN AUS DEM BUCHE DES DZYAN
VERLAG J.J. COUVREUR - DEN HAAG - HOLLAND
AUS DEM ENGLISCHEN DER DRITTEN AUFLAGE
ÜBERSETZT VON DR. PHIL. ROBERT FROEBE
Vorläufige Bemerkungen
Die Lemnos-geborenen Kabiren
Die Geheimnisse von Kouyunjik
Lemurien und Atlantis
Geologische Perioden
Die Tropen am Pol
Zwölf Strophen aus dem Buche des Dzyan
Anfänge des fühlenden Lebens
Urdinge des Kosmos
Drache und Schlange
Merkur und Sonne
Die himmlischen Führer der
Menschheit
Shukra und die Erde
Das Eine und die Vielen
Das Geheimnis der Sieben
Die drei Arten des Lichtes
Die Schöpfungszahlen
Entwicklung, nicht Schöpfung
Adam Kadmon
Der erste Streit im Himmel
Zwei vorsintflutliche
Astronomen
Nârada uns Asuramaya
Der Spiegel der Zukunft
Die ununterstützte Natur fehlt
Was der Erdwirbel hervorbrachte
Die Ungetüme des Chaos
Die ununterstützte physische
Natur fehlt
Schöpfung göttlicher Wesen nach
den exoterischen
Berichten
Die Körper des Brahmâ
Die vier Klassen von Schöpfern
Was die Götter sagen
Wer sind die Flammen?
Der göttliche Wille des Êros
Die Zeitrechnung der Brâhmanen
Die Rasse, die niemals stirbt
Yugas und Kalpas
Variationen der exakten
Wissenschaft
Die Welteinteilung ein
intelligenter Plan
Versuche, den Menschen zu
schaffen
Die Herren des Mondes
Die verschiedenen Klassen der
Schöpfer
Das lebendige geistige Feuer
Der Mensch ein Gott in
tierischer Form
“Feuer”, “Funken” und “Flammen”
Der Sohn des Yah
Schöpfung der Ersten Rassen
Der Mensch nicht vollkommen
erschaffen
Über die Gleichartigkeit und
Verschiedenheit der
inkarnierenden Kräfte
Pitris der Götter und Dämonen
Vorfahren der Menschen
Die Weigerung zu schaffen
Was Prometheus symbolisierte
Berichte von alten Rassen
Der Svastika
Eine Prophezeiung der siebten
Rasse
Der ursprüngliche Mensch ein
Mißerfolg
Verlegenheit der Assyriologen
Was der Wasserstoff wirklich
ist
Die Entwicklung der Sinne
Die Entwicklung der Zweiten
Rasse
Die Tabula Smaragdina
Die “Schalen” der Sheba Hachaloth
Das geheime Werk Chiram
Die Feuergottheit
Fortpflanzungsarten
Darwin über androgyne Formen
Naudin´s ursprüngliches
Blastema
Die Allegorie von Kastor und
Pollux
Der göttliche Hermaphrodit
Das Rätsel der Sphinx
Jah-Hovah androgyn
Der esoterische Kain
Der jüdische Gottname
Die Entwicklung der
“Schweißgeborenen”
Der Schwan und das Ei
Zweigeschlechtliche
Fortpflanzung
Die doppelgeschlechtliche
Dritte Rasse
Das Schattenbild der Elohim
Ein paar Worte über “Fluten”
und “Noahs”
Die Arche des Manu
Die “Sintflut” eine universale
Überlieferung
Die arktischen Symbole
Der jüdische Noah und der
chaldäische Noah
Die “weiße” Insel
Wie alt ist die Menschheit?
Konnten die Menschen vor 18 000 000 Jahren existieren?
Adam-Galatea
Was ist Entwicklung?
Ein “Organismus ohne Organe”
Die Wissenschaft schweigt
“Urzeugung”
Ozeane von Kohlensäure?
Von der halbgöttlichen bis
herab zur ersten
menschlichen Rasse
Das “schwarze Feuer” des
“Zohar”
Die “Widersacher” der Götter
Ursprüngliche Fortpflanzungsarten
Monaden und Runden
Wie die ersten Säugetiere
hervorgebracht wurden
Die Götter sind vergötterte
Menschen
Chhâyâ-Geburt
Die Geschichte von Kandu und
Pramlochâ erklärt
“Schweißgeborene” und Androgyne
Die Geburtstage der Dhyânîs
Die Entwicklung der Säugetiere:
der Erste Fall
Die Menschen, die Vorfahren der
Tiere
Archaische Zoologie
Die Sünde der gemütlosen
Menschen
Was die Einwendungen gegen das
Vorhergehende sein
können
Die Darwinisten im Irrtum
Der wirkliche ursprüngliche
Mensch
Die schließliche Entwicklung
des Menschen
Die Ursache der Entartung
Die knochenlose Rasse
Hybridenbildung
Die Trennung der Geschlechter
Ursprüngliche Sprache
Die Umformung der Erde
Paradiese, Schlangen und
Drachen
Der Garten Eden - ein Kollegium
Fliegende Kamele
Kirchers Drache
Hat Satan irgendwelche
Wirklichkeit?
Zwei Schulen der Magie
Der siebte Sohn des siebten
Sohnes
Buddhas großer Berg
Wissenschaftlicher “Glaube” an
Drachen
Fliegende Drachen
Die “Söhne Gottes” und die
“Heilige Insel”
Der Kontinent der Götter
Das Zeugnis des Jacolliot
Die Kolosse von Bamian
Die Geschichte der Vierten
Rasse
Die mondfarbige Rasse
Die Mysterien bei den Mayas
Satanische Mythen
Der heilige Satan
Caput Angelorum
Theologische Lichtputzer
Erklärung der “Prinzipien”
Der Mensch, der blasse Schatten
Gottes
Satan, eine Centrifugalkraft
Das Opfer der feurigen Engel
Das “Bewußte Wesen”
Die Antworten auf Einwendungen
Archaische Lehren in den
“Purânen” und in der
“Genesis”. Physische
Entwicklung
Herr Gladstone tötet die
“Genesis”
Eine Lektion in der
Naturgeschichte
Die Widersprüche der
Wissenschaft
Die “unbedingte Regel” der
Wissenschaft wird durch die
Thatsachen nicht gerechtfertigt
Das innere Gesetz der
fortschreitenden Entwicklung
Die Natur ist gleichförmig
In Millionen Jahren
Ein Rundgemälde der frühen
Rassen
Bailly und Faber
Der “natürliche” Fall
Die Symbolik des Kronos
Die Rassen in der griechischen
Mythologie
Das goldene Zeitalter
Keine Teufel außerhalb der
Menschheit
Die Riesen
Sind die Riesen eine Erdichtung?
Das Zeugnis des Altertums
Riesen der Vierten Rasse
Die heiligen Vier
Die Kinder des Brahmâ
Menschliche und tierische
Kreuzung
Der stumme Mensch, welcher auf
allen Vieren geht
Die Rassen mit dem “dritten
Auge”
Der Mensch, der Speicher aller
Lebenskeime
Altpesrische Symbolik
“Dreiäuigige” Sterbliche
Occulte Physiologie
Der Sitz der Seele
Die Entwicklung des Auges
Das überzählige Auge ist jetzt
eine Drüse
Die Zahl der Monaden ist
begrenzt
Das Gesetz der Wiedervergeltung
Die ursprünglichen Manus der
Menschheit
Die sieben und vierzehn Manus
Die “Masken” der Exoterik
Die vier früheren Rassen
Die esoterische Bedeutung des
“Fisches”
Der innere Mensch im “Zohar”
Die Civilisation und
Vernichtung der Vierten und
Fünften Rasse
Darstellung von Wahrheiten
Die Entartung der Menschheit
Die indische Symbolik
Die Magier in den Tagen des
Krishna
Der Strom des atlantischen
Ozeans
Zu Fuß quer durch die Meere
Klimaschwankungen
Cyklen innerhalb der Cyklen
Die alten Kontinente
Die geheimen Analen
Bestehende Zeugen der
versunkenen Kontinente
Die Statuen von Bamian
Das Kunstwerk der Initiierten
Cyklopische Ruinen und
Kolossalsteine als Zeugen der
Riesen
Beseelte Steine
Die “Wagsteine” in Europa
Lebende, sprechende, und sich
bewegende Steine
Universale Zeugen
Es bedarf eines Gottes, um ein
Mensch zu werden
Die Fünfte Rasse und ihre
Göttlichen Unterweiser
Der “große Drache” und die
“Schlangen”
Die Pole haben sich dreimal
verschoben
Schlangen und Drachen unter
verschiedenen
Symbolismen
Die Naassenischen Gnostiker
Die siderischen und kosmischen
Glyphen
Die zwei mystischen Pole
Gott und Natur
anthropomorphisiert
Wer waren Enoch und die
anderen?
Die Pole, das “himmlische Maß”
Der menschliche, jedoch
göttliche Drache
Unsere Göttlichen Unterweiser
Hermes in der Astronomie und
anderwärts
Was die Priester dem Herodot
erzählten
Was sind “Geister”?
Platos Idee vom Bösen
Der Weizen von den Göttern
herabgebracht
Das Geheimnis des Azazel
Der trunkene Indra
Der Ursprung des satanischen
Mythos
Das Geheimnis des Drachen
Agni der Feuergott
Merodach-Michael
Die Sonnengötter schöpferische
Kräfte
Wer zuerst das Weib erschuf
Jehova-Ophiomorphos
Noah war ein Kabir, daher muß
er ein Dämon gewesen
sein
Die Flutlegenden
Die ältesten persischen Überlieferungen
über den
polaren, und die versunkenen
Kontinente
Die Legenden von Iran
Esoterische Chronologie
Der perische Phönix
Der arktische Kontinent
Das unerreichbare Land
Westliche Spekulationen
begründet auf den
griechischen und purânischen
Überlieferungen
Die Orientalisten auf dem
Holzweg
Zukünftige Kontinente
symbolisiert
Das Rätsel des Altertums
Was Marcellus sagt
Der “Fluch” von einem
philosophischen Gesichtspunkt
aus
Der alte und der moderne Mensch
Die Travestie des Prometheus
Christus verknüpft mit Epaphos
Der Irrtum des Arrian erklärt
War Aischylos initiiert?
Die Gabe des Prometheus
Ergänzende Bruchstücke aus
einem e zu
den Versen der Strophe XII
Die “Buddhas des Bekenntnisses”
Die ältesten Berichte über die
Atlantis
Das Schicksal der Atlantis
Die “östlichen Äthiopier”
Die ägyptischen Tierkreise
Theorien eines
selbsterschaffenen Adepten
Der Stammbaum unserer Rasse
Das ägyptische Labyrinth
“In den Sternen geschriebene”
Geschichte
Ableugnung im Großen
Historische “Lügner”
Die zukünftige neue Rasse
Die zukünftige Menschheit
ZWEITER TEIL.
DIE ENTWICKLUNG DER SYMBOLIK.
Die esoterischen Lehrsätze in jeder Schrift bestätigt
Die Veden von Initiierten geschrieben
Adam-Adami
Die Agrikultur der Nabathäer
Nebo, der Gott der Weisheit
Die kabbalistischen vier Adame
Das “Allerheiligste”. Seine
Erniedrigung
Was war der Kreistanz?
Christliche Symbolik
Der Gott Iao
Die Etymologie von “Sakrament”
Ich bin der ich bin
Was die Juden wirklich sind
Jehova ein Stellvertreter
Wer war Abraxas?
Über den Mythos von den
“Gefallenen Engeln” in
seinen verschiedenen Aspekten
Der böse Geist: wer und was?
Der “Affe Gottes”
Die Genesis des Teufels
Der Engel des Antlitzes
Trügerische Übersetzung der
Bibel
Die Veden, einstmals universal
Die Götter des Lichtes gehen
hervor aus den Göttern
der Finsternis
Die Söhne der Ewigkeit
Die Schatten der Schatten
Was die Âdityas sind?
Der “Zohar” über die Gefallenen
Die vielen Bedeutungen des
“Streites im Himmel”
Erinnerungen an das Schicksal
der Atlantier
Verschiedene Namen für
Initiierte
Das Symbol des “Baumes”
Der Târakakrieg
Der Titanenkampf
Sarpas - Schlangen - Nâgas
Der Ursprung der exoterischen
Religionen
Die Heiligkeit der Schlangen
Ist das Plerôma Satans Lager?
Lebendige Teufel
Jehova, ein darstellender Geist
Âkâsha, das Mysterium magnum
Die Seele und das Herz der
Großen Mutter
Der Logos und Satan sind eins
Das Siebente Geheimnis der
Schöpfung
Die Zahl 888
Prometheus, der Titan. Sein
Ursprung im alten Indien
Die Esche Yggdrasil
Die Poesie der modernen
Orientalisten
Das Geschenk des Prometheus
Missverstandene griechische
Ideen
Die Sechs Brüder des Krishna
Enoïchion-Henoch
Der Adept stirbt nur um zu
leben
Was Enoch esoterisch ist
Die geheime Kraft der Satane
Die Symbolik der Mysteriennamen
Iao und Jehova, mit
ihrer Beziehung zu Kreuz und
Kreis
Die Juden allein das Erbteil
des Jehova
Ein grotesker Vers erklärt
Das Alter des Kreuzes
Ein persönlicher ist ein
endlicher Gott
Ein Plagiat Pascals
Kreuz und Kreis
Verschiedenheiten der
Kreuzsymbolik
Das himmlische “Meerschwein”
Die Rishis und die Plejaden
Deus enim et circulus est
Der Fall des Kreuzes in die
Materie
Das höchste Gut des Plato
Das Rätsel des Kreuzes
Der Schlaf von Siloah
Die Bedeutung der Kreuzigung
Das wirkliche Vaterunser
Die Upanishaden der gnostischen
Literatur
Die sieben Donner
Pistis Sophia
Wahrheit zwischen zwei
Grundsätzen
Die Weisheit des Göttlichen
Selbsts
Das Alter der Kapilas
Das Kreuz und die
pythagoräische Dekade
Die drei Wissenschaften
Die mystische Bedeutung von
Makara
Poseidons fünf Diener
Die Rätsel der Symbolik
Der “goldene Leuchter”
Die Wurzel der Wahrheit
Die Scharen der Gesegneten
Der “Wurm, der niemals stirbt”
Der Mensch, der Schmäher Gottes
Das Geheimnis der Siebenheit
Saptaparna
Die “hieroglyphische Sechsheit”
Geistige und physische
Entsprechungen
Der theogonische Schlüssel
Noah in einem neuen Gewande
Die Tetraktys im Verhältnis zum
Siebeneck
Die Wurzeln der Dinge
Die “Stimme der Natur”
Die Siebenheit demonstriert
Beweise aus einem gnostischen
Evangelium
Das siebenfältige Element in
den Veden
Die vedischen Lehren
Die zoroastrische Siebenheit
Die “Atem” des “Einen Atems”
Die Siebenheit in den
exoterischen Werken
Die Siebenzahl in den Purânen
Wer sind die Maruts?
Der Fluch der beständigen
Wiedergeburt
Persische Symbologie
Sieben in Astronomie,
Wissenschaft und Magie
Der Naroscyklus
Verschiedene cyklische
Berechnungen
Die Siebtheit in der
Physiologie
Das haarige Symbol
Die Zahl Sieben in der Chemie
Die sieben Priester der Zuñis
Die sieben Seelen der
Ägyptologen
Die Siebenheit in Ägypten
Die “Prinzipien” in der
ägyptischen “Metaphysik”
Die “Wassermenschen” des
“Bundahish”
Die Trans- und Cishimâlayische
esoterische Lehre
Eine Allegorie aus der “Anugîtâ”
Endlos ist das Suchen nach
Wahrheit
DRITTER TEIL.
ZUSÄTZE.
Wissenschaft und die
Geheimlehre einander
gegenübergestellt
681
Archaische oder moderne Anthropologie?
Die occulten und die modernen
Lehren
“Das Armutszeugnis der
Naturwissenschaft”
“Allmächtige Entwicklung”
Physische und geistige
Evolution vereinbart
Die Urmenschheit wird von der
Wissenschaft angeboten
Eine unbegründete Anklage gegen
die Alten
Verschiedene
Fortpflanzungsarten
Fertige Sprachmaterialien
Wissenschaftliche
Grenzverletzer
Herr Huxley benutzt ein
“Löschhorn”
Ein absolut theoretischer
pithekoider Mensch
Die Sozuren - der Wissenschaft
gänzlich unbekannte
Geschöpfe
Plastidul-Seelen und bewusste
Nervenzellen
Ein vorsichtiger Schritt zur
“Magie”
Die Bedeutung der Seele bei
Haeckel
Die fossilen Überreste des
Menschen und des
anthropoiden Affen
Geologische Thatsachen
betreffend die Frage ihrer
Verwandtschaft
Unüberwindliche Schwierigkeiten
“Entstellte Abbilder” ihrer
tierischen Väter
Westlicher Evolutionismus
Hanumân, der Affengott
Des Gorillas Ansprache an den
Evolutionisten
Die Darwinisten und ihre Gegner
Darwinismus und das Alter des
Menschen: die
Anthropoiden und ihre Ahnen
Huxleys kühne Spekulationen
Der Stammbaum der Affen
Dauer der geologischen
Perioden, Rassencyklen und
das Altertum des Menschen
Babylonische Daten
Widersprechende Hypothesen
Moderne wissenschaftliche
Spekulationen über die
Zeitalter der Erde, tierische
Entwicklung und den
Menschen
Die Materialisten uneins
Planetarische Lebensimpulse
Über Planetenketten und ihre
Vielheit
Von andern Welten außer der
unsern
Bewusstseinszustände
In der “Bibel” erwähnte Welten
Die Könige von Edom
Wissenschaft und Occultismus
können noch
übereinstimmen
Ergänzende Bemerkungen zur esoterischen
geologischen Chronologie
Abtrünnige des Darwinismus
Die zwei Wissenschaften
einander gegenübergestellt
Die Befähigung der
“Animalisten”
Eine Rettung für die
Wissenschaft
Zwischen zwei Leeren
Ein paläolithtischer Landseer
Steigen und Fallen der
Cilvilisation
Sonderbare Geständnisse der
Wissenschaft
Ein einstmals tropischer Pol
Der paläolithische Mensch - ein
Kalligraph
Herbert Spencer über spezielle
Schöpfungen
Organische Entwicklung und
schöpferische Centren
Der “Grundplan’” und die
“Planer”
Der “Meganthropus”
Der Ursprung und die
Entwicklung der Säugetiere
Schmidts Diagramm
Faktoren im Ursprung der Arten
Herkunft und Verteilung der
europäischen
paläolithischen Rassen
Afrika in Europa
Ein langsames Zugeständnis
Spuren von Riesen, Civilisationen
und
untergegangenen Kontinenten in
der Geschichte
Eine geheimnisvolle Nation
Die Genossen der Affen und der
Engel
Die occulte Auslegung der
“Bibel”
Die Symbole des seelenmordenden
Kirchentums
Das Alter von Ägypten
Die Gräber der Riesen
Rassen von Riesen
Wer waren die Druiden?
Die altpersische Ansicht von
den sieben Erden
Der druidische Glaube an die
Wiedergeburt
Einige Angaben über die
heiligen Inseln und Kontinente
in den Klassikern, esoterisch
erklärt
Die Mensch, “deren Schlaf nie
durch Träume gestört
war”
Das Erbe der Atlantis
“Die größeren Götter des
Olympos”
Die Kraft der Namen
Die Söhne von Coelus und Terra
Die Kinder der Niobe
Die “Insel der Göttlichen
Könige”
Wer waren die Nephilim?
Auf Geschichte aufgebaute
Philosophie
Wissenschaftliche und
geologische Beweise für die
Existenz verschiedener
versunkener Kontinente
Die Geologie bestätigt den
Occultismus
Die Überlieferung so wahr wie
die Geschichte
Atlantis für die Ethnologie
notwendig
Asträa fällt auf ihr Haupt
Scharfsinnige Erklärungen
Haeckel hat einmal recht
Ein schließlicher und
unwiderleglicher Beweis
Genus ist jetzt gesagt
Hört beide Seiten!
Der Prolog zur esoterischen
Wahrheit
ÜBER DIE ARCHAISCHEN STROPHEN
UND DIE VIER VORGESCHICHTLICHEN KONTINENTE Facies
totius universi, quamvis infinitis modis variet, manet tamen semper eadem.
(SPINOZA.)
Die Strophen dieses Buches
samt den dazugehörigen en sind
denselben archaischen
Aufzeichnungen entnommen, wie Strophen über
Kosmogenie im Band I. So weit
als möglich ist eine wörtliche Übersetzung
gegeben: aber einige dieser
Strophen sind zu dunkel, um ohne Erklärung
verständlich zu sein, und daher werden sie, ebenso wie
im ersten Bande, zuerst
vollständig gegeben, so wie sie stehen, und dann, wenn
sie Vers um Vers mit
ihren en vorgenommen werden, wird ein Versuch gemacht,
sie klarer
zu machen, durch in Fußnoten beigefügte Worte, in
Vorwegnahme der vollständigeren Erklärung des s.
Was die Entwicklung der Menschheit anbelangt, so
stellt die Geheimlehre drei
neue Sätze auf, die in unmittelbarem Gegensatze zur
modernen Wissenschaft
stehen, ebenso wohl wie zu
landläufigen religiösen Dogmen. Sie lehrt: a) die
gleichzeitige Entwicklung von
sieben menschlichen Gruppen auf sieben
verschiedenen Teilen unserer
Kugel; b) die Hervorbringung des astralen von
dem physischen Körper, indem der erstere ein
Modell für den letzteren ist; und c)
daß der Mensch, in dieser Runde, allen Säugetieren -
einschließlich der
menschenähnlichen Affen - vorausging. [1] Die
Geheimlehre ist nicht die einzige,
die von den ursprünglichen Menschen spricht, die
gleichzeitig auf den sieben
Teilen der Kugel hervorgebracht wurden. In dem göttlichen
Pymander des
Hermes Trismegistus finden wir dieselben sieben ursprünglichen
Menschen [2]
aus der Natur und dem himmlischen Menschen, in dem
kollektiven Sinne des
Wortes, nämlich aus den
schöpferischen Geistern hervorgehen.: und in den
Bruchstücken der chaldäischen
Täfelchen, die von George Smith gesammelt
wurden, auf denen die
babylonische Schöpfungslegende verzeichnet steht,
werden in der ersten Kolumne der Cutha-Tafel sieben
menschliche Wesen „mit
Rabengesichtern“, das heißt von schwärzlich dunkler
Gesichtsfarbe, welche von
den „(sieben) großen Göttern erschaffen“ wurden,
erwähnt. Oder, wie in den Zeilen 16, 17 und 18 erklärt wird:
Inmitten der Erde wuchsen sie auf und wurden groß,
Und vermehrten sich an Zahl,
:32.Bemerkungen
Sieben Könige, Brüder aus der
selben Familie. [3]
Dies es sind die sieben
Könige von Edom, auf welche die Kabbalah Bezug
nimmt: die erste Rasse,
welche unvollkommen war, das heißt, geboren ward
bevor die „Wage“ (die Geschlechter) existierte, und
welche daher zerstört wurde.
[4]
Sieben Könige, Brüder, erschienen und erzeugten
Kinder, 6000 an der Zahl
waren ihre Völker. Der Gott Nergas (Tod) zerstörte
sie. „Wie zerstörte er sie?“
Indem er ins Gleichgewicht (oder in die Wage) jene
brachte, welche noch nicht
existierten. [5]
Sie wurden zerstört, als eine Rasse, indem sie in
ihrer eigenen Nachkommenschaft (durch Ausschwitzung) aufgingen: das heißt, die
geschlechtslose Rasse reinkarnierte sich in der (potentiell)
doppelgeschlechtlichen; die letzteren in den
androgynen, diese wiederum in den
geschlechtlichen, der späteren dritten Rasse. Wären
die Tafeln weniger
verstümmelt, so würde man finden, daß sie Wort für
Wort denselben Bericht
enthalten, wie er in den archaischen Aufzeichnungen
und im Hermes enthalten
sind, zum mindesten was die Grundthatsachen, wenn auch
nicht, was die kleinen
Einzelheiten anbelangt: denn Hermes ist durch
schlechte Übersetzungen nicht
weniger entstellt worden.
Es ist ganz sicher, daß die scheinbare
Übernatürlichkeit dieser freilich
allegorischen Lehren den buchstäblich aufgefaßten
Behauptungen der Bibel [6]
Ebenso diametral entgegengesetzt ist, als den jüngsten
Hypothesen der
Wissenschaft, so daß sie leidenschaftlichen
Widerspruch hervorrufen wird. Die
Occultisten jedoch wissen, daß sie die Überlieferungen
der esoterischen
Philosophie die richtigen sein müssen, einfach
deshalb, weil sie die logischesten
sind, und weil sie jede Schwierigkeit beheben.
Außerdem haben wir die
ägyptischen Bücher des Thoth und das Totenbuch,
und die indischen Purânen
mit ihren sieben Manus, sowie die
chaldäisch-assyrischen Bücher, deren Ziegel
sieben ursprüngliche Mensch oder Adame erwähnen; die
wirkliche Bedeutung
dieses Namen kann mit Hilfe der Kabbalah ermittelt
werden. Jene, die etwas von
den samothrakischen Mysterien wissen, werden sich auch
daran erinnern, daß
der Gattungsname der Kabiren war: die „heiligen
Feuer“, welche an sieben
stellen der Insel Elektria oder Samothrake
hervorbrachte der „Kabir, geboren auf
der heiligen Lemnos“ - der dem Vulkan geweihten Insel.
:32.Bemerkungen
[1] Siehe Genesis II,
19. Adam wird im siebten Vers geschaffen und im
neunzehnten Vers wird gesagt:
“Denn als Gott der Herr gemacht hatte von
der Erde allerlei Tiere auf
dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel,
brachte er sie zu dem
Menschen, daß er sie nennte.“ Somit wurde der
Mensch vor den Tieren
erschaffen; denn die im ersten Kapitel erwähnten
Tiere sind die
Tierkreiszeichen, indessen der Mensch, „ein Männlein oder
Fräulein“, nicht der Mensch
ist, sondern die Schar der Sephiroth, Kräfte oder
Engeln, „geschaffen ihm
(Gott) zum Bilde, zum Bilde Gottes“. Adam, der
Mensch, ist nicht nach diesem
Bilde geschaffen, noch wird es in der Bibel so
behauptet. Obendrein ist der
zweite Adam esoterisch eine Siebenheit, welche
sieben Menschen oder vielmehr
Gruppen von Menschen darstellt. Denn der
erste Adam, der Kadmon, ist
die Zusammenfassung der zehn Sephiroth. Von
diesen bleibt die obere Dreiheit in der archetypischen
Welt als die zukünftige
„Dreieinigkeit“, während die
sieben niederen Sephiroth die geoffenbarte
körperliche Welt schaffen, und
diese Siebenheit ist der zweite Adam. Die
Genesis und die Mysterien, auf welchen sie aufgebaut wurde,
kamen aus
Ägypten. Der „Gott“ des ersten Kapitels der Genesis
ist der Logos, und „Gott
der Herr“ des zweiten Kapitels sind die schöpferischen
Elohim, die niederen Mächte.
[2] So sagt Pymander: „Dies
ist das Geheimnis, das bis zum heutigen Tage
verborgen war. Da die Natur
mit dem himmlischen Menschen (den Elohim
oder Dhyänis) sich
vermischte, brachte sie ein Wunder hervor . . . sieben
Menschen, alle männlich und
weiblich (hermaphroditisch) . . . entsprechend
der Natur der sieben Lenker“ (II, 29) , oder der
sieben Scharen der Pitris oder
Elohim, welche ihn
aussendeten und schufen. Dies ist sehr klar, aber
trotzdem - man sehe nur die
Erklärungen selbst unserer modernen
Theologen, von Männern, die
für gescheidt und gelehrt gelten. In den
Theologischen und philosophischen Werken des Hermes
Trismegistus, des
:32.Bemerkungen
christlichen (?) Neuplatonikers, einem Werke, das von John David Chambers,
vom Oriel College in Oxford, kompiliert ist, fragt der
Übersetzer verwundert:
„was die sieben Menschen bedeuten sollen?“ Er behebt
die Schwierigkeit durch die Schlußfolgerung, daß, da „der ursprüngliche
vorbildliche Mensch (Adam Kadmon oder Genesis I) mannweiblich war, . . . . die
sieben die darauffolgenden in der Genesis genannten Patriarchen bedeuten
mögen“ (p. 9). Eine wahrhaft
theologische Art, den gordischen Knoten zu zerhauen!
[3] George Smiths Chaldean Account of Genesis,
p. 103.
[4] Vgl.
Zohar, Siphra Dtzenioutha, Idra Suta, 2928, Franck, Die Kabbala (La
Kabbale, p. 205).
[5] Siphra Dtzenioutha.
[6] Da nunmehr behauptet
wird, daß die chaldäischen Täfelchen, welche die allegorische Beschreibung der
Schöpfung, des Falles, der Flut, selbst bis zur Legende vom babylonischen Turme
geben, geschrieben wurden „vor der zeit des Moses“ (Smith´s Chaldean Account
of Genesis), wie kann da der Pentateuch eine „Offenbarung“ genannt
werden? Er ist einfach eine andere Lesart derselben Geschichte.
:32.Bemerkungen
Nach Pindar war dieser Kabis, dessen Name Adams war,
[7] in den
Überlieferungen von Lemnos das Vorbild des aus dem
Schoße der Erde
geborenen ursprünglichen Menschen. Er war der Urtypus
der ersten Männlichen
in der Reihe der Schöpfung, und war einer der sieben
authochthonen Vorfahren
oder Stammväter der Menschheit. [8] Wenn wir damit die
Thatsache
zusammenhalten, daß Samothrake von den Phöniziern
kolonisiert worden war,
und vor ihnen von den geheimnisvollen Pelasgern,
welche aus dem Osten
kamen, und uns auch der Wesensgleichheit der
„Mysterien“-Götter der Phönizier,
Chaldäer und Isrealiten erinnern, so wird es leicht
sein, zu entdecken, woher
auch der verworrene Bericht über die Noachidische Flut
kam. Es ist in jüngster
Zeit unleugbar geworden, daß die Juden, welche ihre
ursprünglichen Ideen über
die Schöpfung von Moses erhielten, welcher sie von den
Ägyptern hatte, ihre
Genesis und ihre ersten kosmogonischen Traditionen, als sie
von Ezra und
anderen umschrieben wurden,
aus dem chaldäisch-akkadischen Bericht
zusammengetragen haben. Es
ist daher genügend, die babylonischen und
assyrischen keilschriftlichen und anderen Inschriften
zu untersuchen, um auch
darin hier und da zerstreut nicht nur die
ursprüngliche Bedeutung des Namens
Adam, Admi oder Adami zu finden, sondern auch die
Erschaffung der sieben
Adams oder Wurzeln der Menschen, physisch geboren von
der Mutter Erde, und
geistig oder astral von dem
göttlichen Feuer der Vorfahren. Von den
Assyriologen, die mit den
esoterischen Lehren unbekannt sind, könnte
schwerlich erwartet werden,
daß sie der geheimnisvollen und immer
wiederkehrenden Zahl sieben auf den
babylonischen Zylindern irgend größere
Aufmerksamkeit schenken, als sie ihr schenken, wenn
sie dieselbe in der
Genesis und
in der übrigen Bibel finden. Jedoch, die Zahlen der Ahnengeister
und ihrer sieben Gruppen
menschlicher Nachkommenschaft stehen auf den
Zylindern, trotz des
zertrümmerten Zustandes der Bruchstücke, und sind da
ebenso deutlich zu finden wie
im Pymander und im Buche des verborgenen
Geheimnisses der Kabbalah.
In dem letzteren ist Adam Kadmon der
sephirothische Baum, sowie
auch der „Baum der Erkenntnis des Guten und
Bösen“. Und dieser Baum, sagt Vers 32, „hat rund um
sich sieben Säulen“ oder
Paläste der sieben schöpferischen Engel, welche in den
Sphären der sieben
Planeten auf unserer Kugel wirken. Wie Adam Kadmon ein
kollektiver Name ist,
so ist es auch der Name des Menschen Adam. George
Smith sagt in seinem Chaldäischen Schöpfungsbericht:
Das Wort Adams, welches in diesen
Legendes für das erste menschliche
Wesen angewendet wird, ist
offenbar kein Eigenname, sondern wird bloß
gebraucht als eine
Bezeichnung für Menschheit. Adam erscheint als ein
413 :32.Bemerkungen
Eigenname in der Genesis, aber ist sicherlich
an einigen Stellen bloß in demselben Sinne angewendet wie das assyrische Wort.
[9] [7] Philosophoumena, v. 7; Millers Ausgabe, p. 98.
[8] Ebenda, p. 108.
[9] P. 86.
413 :32.Bemerkungen
Obendrein beruhen weder die chaldäische noch die
biblische Flut mit ihren
Geschichten von Xisuthrus und Noah auf der
universalen, oder auch nur auf der
atlantischen Flut, die in der indischen Allegorie vom
Vaivasvata Manu erzählt ist.
Sie sind die auf den esoterischen Mysterien von
Samothrake beruhenden
exoterischen Allegorien. Wenn die älteren Chaldäer die
in den purânischen
Legenden verborgene Wahrheit gekannt haben, so wußten
die anderen Nationen
nur von dem samothrakischen
Mysterium und allegorisierten dieselbe. Sie
paßten es ihren
astronomischen und anthropologischen, oder vielmehr
phallischen Begriffen an. Von
Samothrake ist historisch bekannt, daß sie im
Altertume berühmt war wegen einer Flut, welche das
Land überschwemmte und
die Spitzen der höchsten Berge erreichte; ein
Ereignis, welches vor der
Argonautenzeit stattfand. Sie wurde ganz plötzlich von
Wassern aus dem
Schwarzen Meere überflutet, welches bis dahin als ein
See betrachtet worden
war. [10] Aber die Isrealiten hatten weiter eine
andere Legende, um darauf ihre
Allegorie aufzubauen, die Legende von der Flut
nämlich, welche die
gegenwärtige Wüste Gobi zum erstenmale in einen
See verwandelte, vor etwa
10 000 oder 12 000 Jahren, und die vielen Noahs mit
ihren Familien in die
umliegenden Berge trieb. Da die babylonischen Berichte
bloß jetzt aus
Hunderttausenden von Bruchstücken zusammengesetzt
sind, - der Erdhügel von
Kouyunjik allein hat durch Layards Ausgrabungen mehr
als zwanzigtausend Fragmente von Inschriften ergeben so sind die hier
angeführten Beweise verhältnismäßig dürftig; aber so wie sie sind, bestätigen
sie nahezu jede von unseren Lehren, drei zum allermindesten ganz sicherlich.
Diese sind:
Rasse (zalmat-qaqadi) war, welche sie die Adamu oder
dunkle Rasse nennen,
und daß Sarku oder die lichte Rasse für eine lange
Zeit noch in der Folge rein
blieb.
während die Rasse der Götter, die etherischen
Doppelgänger der Pitris, diesen
beiden vorangegangen war. Dies ist Sir H. Rawlinson´s
Ansicht. Diese Rassen
sind unsere zweite und dritte Wurzelrasse.
von Menschen schuf, die „eingekerkerten oder
inkarnierten Götter“ waren. Diese
Götter waren: der Gott Zi; der Gott Zi-ku, edles
Leben, Vorsteher der Reinheit;
415 :32.Bemerkungen
der Gott Mir-ku, edle Krone, „Erretter vom Tode der
(später) eingekerkerten
Götter“, und Schöpfer der „dunklen Rasse, welche seine
Hand gemacht hat“: der
Gott Libzu, „weise unter den Göttern“; der Gott Nissi;
der Gott Suhhab; und Hea
oder Sa, ihre Zusammenfassung, der Gott der Weisheit
und der Tiefe, identifiziert
mit Oannes-Dagon, zur Zeit des Falles, und kollektiv
der Demiurg oder Schöpfer
genannt. [11]
In den babylonischen Fragmenten sind zwei sogenannte
„Schöpfungen“ und da
die Genesis sich daran hielt, so finden wir
ihre ersten zwei Kapitel unterschieden
als die elohitische und die jehovitische Schöpfung.
Ihre richtige Ordnung ist
jedoch weder in diesen, noch in irgendwelchen anderen
exoterischen Berichten
enthalten. Nun beziehen sich diese „Schöpfungen“ nach
den occulten Lehren die
eine auf die Bildung der ursprünglichen sieben
Menschen durch die Vorfahren,
die Pitris oder Elohim, und die andere auf die der menschlichen
Gruppen nach
dem Falle.
Alles dieses wird im Verlaufe unseres Fortschreitens
im Lichte der Wissenschaft
und von den Schriften aller altern Nationen,
einschließlich der Bibel
entnommenen Vergleichungen untersucht werden. Unterdessen,
bevor wir uns
der Anthropogenesis der vorhistorischen Rassen
zuwenden, mag es von Nutzen
sein, sich über die Namen zu
einigen, die den Festländern gegeben werden
sollen, auf denen die großen
Rassen, die unserer adamischen Rasse
vorangingen, geboren wurden,
lebten und starben. Ihre archaischen und
esoterischen Namen waren
zahlreich und änderten sich mit der Sprache der
Nation, welche sie in ihren Annalen und Schriften
erwähnte. Was im Vendidâd, z.
B. als Airyana Vaêjô [12] bezeichnet wird, wo der
ursprüngliche Zoroaster [13]
geboren war, wird in der purânischen Litteratur Shveta
Dvîpa, Berg Meru, der
Aufenthalt des Vishnu u. s. w. genannt und in der
Geheimlehre heißt es einfach
das „Land der Götter“ unter ihren Führern, den
„Geistern dieses Planeten“.
Daher wird es in Anbetracht der möglichen und sogar
sehr wahrscheinlichen
Verwirrung, die entstehen kann, für zweckdienlicher
gehalten, für jeden der vier
beständig erwähnten Kontinente einem dem gebildeten
Leser vertrauteren
Namen anzunehmen. Es wird daher vorgeschlagen, den
ersten Kontinent, oder
vielmehr das erste Festland, auf dem die erste Rasse
von den göttlichen Vorfahren evolviert wurde, zu nennen:
I. Das Unvergängliche Heilige Land.
415 :32.Bemerkungen
Der Grund für den Namen ist der, daß behauptet wird,
daß diese „unvergängliche
heilige Land“ niemals das Schicksal der anderen
Kontinente teilte, weil es das
einzige ist, dessen Bestimmung es ist, vom Anbeginne
bis zum Ende des
Manvantara durch eine jede Runde zu dauern. Es ist die
Wiege des ersten
Menschen und die Wohnung des letzten göttlichen Sterblichen,
der als Shishta
zum zukünftigen Samen der Menschheit auserwählt ist.
Über dieses
geheimnisvolle und heilige Land kann sehr wenig gesagt
werden, ausgenommen
vielleicht, daß, nach einem poetischen Ausdrucke in
einem der e, der
„Polarstern
sein wachsames Auge auf ihm von der Morgen [14] Dämmerung bis
zum Ende des
Zwielichtes eines Tages des Großen Atems ruhen hat.“
II. Der hyperborëische Kontinent.
Dies wird der für den zweiten Kontinent gewählte Namen
sein, für das Land,
welches seine Vorgebirge südwärts und westwärts von
dem Nordpole erstreckte,
um die zweite Rasse zu
empfangen und das Ganze dessen, was heute als
Nordasien bekannt ist, in
sich schloß. So lautete der Name, den die ältesten
Griechen der weitentfernten
und geheimnisvollen Gegend gaben, wohin ihre
Überlieferungen Apollo, den Hyperborëer, jedes Jahr
reisen ließ. Astronomisch
ist Apollo natürlich die Sonne, welche, ihre
hellenischen Heiligtümer verlassend,
es liebte, alljährlich dieses weitentfernte Land zu
besuchen, wo, wie man sagte,
die Sonne während der einen
Hälfte des Jahres niemals unterging.
[korrekter Abdruck siehe Buch]
sagt ein Vers in der Odyssee.
[15]
Aber historisch oder besser
vielleicht ethnologisch und geologisch, ist die
Bedeutung eine andere. Das
Land der Hyperborëer, die Gegend, welche sich
erstreckte jenseits des
Boreas, des kaltherzigen Gottes der Schneefälle und
Stürme, welcher es liebte, auf der Bergkette Ripäus
tief zu schlafen, war weder
ein eingebildetes Land, wie die Mythologen vermuten,
noch auch ein Land in der
Nachbarschaft von Skythien und der Donau. [16] Es war
ein wirklicher Kontinent,
ein aufrichtig gemeintes Land, welches in jenen frühen
Tagen keinen Winter
kannte, und dessen traurige Überreste selbst heute
noch nicht mehr als eine
Nacht und einen Tag im Laufe des Jahres haben. Die
nächtlichen Schatten fielen
niemals auf dasselbe, sagten die Griechen, denn es ist
das „Land der Götter“,
der Lieblingsaufenthalt Apollos, des Gottes des
Lichtes und seine Einwohner
sind seine geliebten Priester und Diener. Dies mag
jetzt als eine poetische
415 :32.Bemerkungen
Dichtung betrachtet werden; aber damals was es
dichterisch gestaltete Wahrheit.
[10] Siehe Plinius, , c. 12; Strabo 10; Herodot , c.
109; Pausanias, , c.
4, u. s. w.
[11] Chaldean Account of
Genesis, p. 82.
[12] Siehe Bun-Dehesh,
79, 12.
[13] Unter „ursprünglich“
meinen wir den Amshaspend, genannt
„Zarâthushtra, der Herr und Lenker
des von Yima in diesem Lande
gemachten Vara“. Es gab
verschiedene Zarathushtras oder Zertusts, der
Dabistan allein
zählt dreizehn auf; aber diese waren alle Reinkarnationen des
ersten. Der letzte Zoroaster war der Begründer des
Feuertempels von Azareksh und der Verfasser der Werke über die ursprüngliche
heilige magische Religion, welche Alexander zerstört hat. [14] In Indien genannt ein „Tag des Brahmâ“.
[15] X. 86.
[16] Siehe Volcker, Mythological Geography, pp.
145 bis 170.
415
:32.Bemerkungen
III. Lemurien.
Den dritten Kontinent schlagen wir vor, Lemurien zu
nennen. Der Name ist eine
Erfindung oder Idee des Herrn P. L. Sclater, welcher
zwischen 1850 und 1860
aus zoologischen Gründen die thatsächliche Existenz,
in vorgeschichtlichen
Zeiten, eines Kontinentes behauptet, welcher sich, wie
er zeigte, von
Madagaskar bis Ceylon und Sumatra erstreckte. Er
schloß in sich einige Teile
des heutigen Afrika; aber im
übrigen ist dieses Festland, welches sich vom
indischen Ozean bis
Australien erstreckte, jetzt gänzlich unter Wassern der
Südsee verschwunden, und hat
nur hier und da einige von seinen
Hochlandspitzen übriggelassen, welche jetzt Inseln
sind. Herr A. R. Wallace, der
Naturforscher, schreibt an Herrn Charles Gould:
Es erstreckt sich das Australien der Tertiärperioden
bis nach Neuguinea und zu den Salomoninseln und vielleicht bis Fidschi, und aus
seinen Beuteltiertypen folgt ein Zusammenhang mit dem nördlichen Kontinent
während der sekundären Periode. [17]
Der Gegenstand ist anderwärts ausführlich behandelt.
[18]
. Atlantis.
So nennen wir den vierten Kontinent. Er wäre das erste
historische Land, wenn
die Überlieferungen der Alten größere Aufmerksamkeit
erfahren würden, als es
bis jetzt der Fall was. Die berühmte Insel jenes
Namens des Plato war bloß ein
Bruchstück dieses großen Festlandes. [19]
V. Europa.
Der fünfte Kontinent war Amerika; aber da es bei den
Antipoden gelegen ist, so
sind es Europa und Kleinasien, die mit ihm fast
gleichaltrig sind, welche
allgemein von den indoârischen Occultisten als der
fünfte bezeichnet werden.
Wenn Ihre Lehre dem Erscheinen der Festländer nach
ihrer geologischen und
geographischen Ordnung folgen würde, so müßte diese
Klassifikation geändert
werden. Aber da die Reihenfolge der Kontinente der
Entwicklungsfolge der
Rassen angepaßt ist, von der ersten bis zur fünften,
unserer arischen
Wurzelrasse, so muß Europa der fünfte große Kontinent
genannt werden. Die
Geheimlehre zieht Inseln und Halbinseln nicht in
Rechnung, noch folgt sie der
modernen geographischen Verteilung von Land und Meer.
Seit dem Tage ihrer
417 :33.Bemerkungen
frühesten Lehren und der Zerstörung der großen
Atlantis hat sich das Antlitz der
Erde mehr als einmal geändert. Es gab eine Zeit, da
das Delta von Ägypten und
Nordafrika zu Europa gehörten, bevor die Bildung der
Straße von Gibraltar und
eine weitere Hebung des Kontinentes den Anblick der
Karte von Europa gänzlich
veränderte. Die letzte ernste Veränderung geschah vor
etwas 12 000 Jahren,
[20] und darauf folgte das Versinken von Platos
kleiner atlantischen Insel, welche
er nach ihrem Ursprungskontinent Atlantis nennt.
Geographie war in den Tagen
des Altertums ein Teil der Mysterien. Der Zohar sagt:
Diese Geheimnisse (von Land und Meer) wurden den Männern
der Geheimwissenschaft mitgeteilt, aber nicht den Geographen. [21]
Die Behauptung, daß der physische Mensch ursprünglich
ein ungeheurer
vortertiärer Riese was und daß er vor 18 000 000
Jahren existierte, muß natürlich
den Bewunderern und Gläubigen der modernen
Gelehrsamkeit unsinnig
erscheinen. Der ganze Heerbann der Biologen wird sich
abwenden von der
Vorstellung von einem Titanen der dritten Rasse aus
dem sekundären Zeitalter,
einem Wesen, das geeignet war, gegen die damals
riesenhaften Ungetüme von
Luft, Meer und Land mit Erfolg zu kämpfen; seine
Vorväter freilich, die
ätherischen Vorbilder der Atlantier, hatten sich wenig
vor dem zu fürchten, was
sie nicht verletzen konnte. Es steht dem modernen
Anthropologen vollkommen
frei, über unsere Titanen zu lachen, so wie er über
den biblischen Adam lacht,
oder wie der Theologe über den Menschenaffenvorfahren
des ersten lacht. Die
Occultisten und ihre gestrengen Kritiker mögen fühlen,
daß sie ihre Rechnungen
diesmal ziemlich gut gegenseitig berichtigt haben. Die
occulten Wissenschaften
beanspruchen auf jeden Fall weniger und geben mehr,
als die Darwinsche Anthropologie sowohl, wie auch die biblische Theologie. [17] Mythical Monsters, p. 47.
[18] Es ist jedoch zu bemerken, daß Herr Wallace die
Idee Herrn Sclaters
nicht annimmt und ihr sogar entgegentritt. Herr
Sclater vermutet ein Land oder
einen Kontinent, welcher
ebedem Afrika, Madagaska und Indien vereinigte,
aber nicht Australien und
Indien, und Herr A. R. Wallace zeigt, in seiner
Geographical Distribution of
Animals und im Island Life, daß die Hypothese
417 :33.Bemerkungen
eines solchen Landes durch die angeführten
zoologischen Gründe durchaus
nicht gerechtfertigt sind. Aber er gesteht zu, daß
eine viel engere
Nachbarschaft zwischen Indien und Australien sicher
bestanden hat und zwar
in einer so weit entfernten
Zeit, daß dieselbe sicherlich „prätertiär“ war, und
fügt in einem Privatbriefe
hinzu, daß „diesem angenommenen Lande noch
kein Name gegeben worden
ist“. Doch das Land existierte und war natürlich
„prätertiär“, weil Lemurien , wenn wir diesen Namen
für den dritten Kontinent
annehmen, zu Grunde gegangen war, bevor sich Atlantis
vollständig entwickelt hatte, und Atlantis war gesunken und ihre Hauptteile
waren verschwunden, vor dem Ende der Miocänperiode. [19] Siehe den Geheimbuddhismus.
[20] Ein „Zufall“ mehr:
„Nun ist es erwiesen, daß in jüngerer geologischer
Zeit diese Strecke von Nordafrika in der That eine Halbinsel von Spanien war,
und daß ihre Vereinigung mit Afrika im Norden bewirkt wurde durch den
Durchbruch der Straße von Gibraltar, im Süden und Osten durch eine Hebung,
welcher die Sahara ihr Dasein verdankt. Noch jetzt werden die Ufer des
einstigen Saharameeres gekennzeichnet durch die Gehäuse derselben Schnecken, die
am Mittelmeer leben.“ (Prof. Oscar Schmidt, Deszendenzlehre und Darwinismus,
p. 207.)
[21] III. fol. 10 a.
417
:33.Bemerkungen
Auch sollte die esoterische Chronologie niemanden
erschrecken; denn in Bezug
auf Zahlen sind die größten Autoritäten des Tages so
unbeständig und unsicher
wie die Wellen des Mittelmeeres. Allein in Bezug auf
die Dauer der geologischen
Perioden sind die Gelehrten der Royal Society alle
hoffnungslos im Ungewissen
und springen von einer Million zu fünfhundert Millionen
Jahren mit der größten
Leichtigkeit, wie mehr als einmal im Laufe dieser
Vergleichung gesehen werden
wird.
Man nehme für unseren gegenwärtigen Zweck nur ein
Beispiel - die Berechnung
des Herrn Croll. Ob nach diesem Gewährsmanne 2 500 000
Jahre die Zeit seit
dem Beginne der Tertiärzeit oder der Eocänperiode
darstellen, wie ihn ein amerikanischer Geologe sagen läßt; [22] oder ob dieser
Herr Croll „fünfzehn Millionen seit dem Beginne der Eocänperiode zugesteht“,
wie ein englischer Geologe zitiert, [23] beide Zahlenreihen decken die von der
Geheimlehre aufgestellten Behauptungen. [24]
Denn, wenn man, wie die letztere thut, zwischen vier
und fünf Millionen Jahre
zwischen der beginnenden und der schließlichen
Entwicklung der vierten
Wurzelrasse angiebt, auf den lemuro-atlantischen
Kontinenten; eine Million Jahre
für die fünfte oder ârische Rasse bis zum
gegenwärtigen Datum und ungefähr
850 000 seit dem Untergange der letzten mächtigen
Halbinsel der großen
Atlantis - so kann alles dies leicht stattgefunden
haben innerhalb der 15 000 00
Jahre, welche Herr Croll der Tertiärzeit zugesteht.
Aber chronologisch
gesprochen ist die Dauer der Periode von
nebensächlicher Wichtigkeit, da wir am
Ende noch gewisse amerikanische Gelehrte als Rückhalt
haben. Diese Herren
halten, unbekümmert um die
Thatsache, daß ihre Behauptungen nicht
zweifelhaft, sondern
widersinnig genannt werden, doch daran fest, daß der
Mensch bereits in der
Sekundärzeit existierte. Sie haben menschliche
Fußstapfen auf Felsen dieser Formation gefunden, und
des weiteres findet Herr
de Quatrefages keinen stichhaltigen wissenschaftlichen
Grund, warum der Mensch nicht während der Sekundärzeit existiert haben solle.
Die Zeitalter und Perioden in der Geologie sind, in
nüchterner Wahrheit, rein
konventionelle Ausdrücke, da sie bis jetzt kaum
abgegrenzt sind, und obendrein
nicht zwei Geologen oder
Naturforscher in Bezug auf die Zahlen
übereinstimmen. So ist dem
Occultisten von der gelehrten Bruderschaft ein
weiter Spielraum zur Auswahl
gelassen. Sollen wir zu einer unserer Stützen
Herrn T. Mellard Read nehmen? Dieser Herr behauptet in
einer Ansprache über
„Kalkstein als ein Zeiger geologischer Zeit“.
gerichtet von ihm im Jahre 1878 an
419 :33.Bemerkungen
die Royal Society, daß das Mindestmaß von Zeit,
welches zur Bildung der
sedimentären Schichten und zur Ausscheidung des
Kalkstoffes notwendig ist, in
runden Ziffern 600 000 000
Jahre beträgt; [25] oder sollen wir für unsere
Zeitrechnung Unterstützung
aus Herrn Darwins Werken suchen, worin er
entsprechend seiner Theorie
für die organischen Umformungen 300 bis 500
Millionen Jahre verlangt? Sir Charles Lyell und
Professor Houghton begnügten
sich, den Beginn der kambrischen Periode bezw. auf 200
bis 240 Mill. Jahre
zurückzuversetzen. Geologen und Zoologen behaupten die
längste Zeit, obwohl
Herr Huxley einstmals den Beginn der Verkrustung der
Erde auf 1000 000 000
Jahre zurückversetzte und kein Jahrtausend davon
nachlassen wollte.
[22] A. Winchell, Professor der Geologie, Word-Life,
p. 369. [23] Herr Charles Gould,
ehemaliger geologischer Landvermesser von Tasmanien, in den Mythical Monsters,
p. 84.
[24] Sir Charles Lyell, welchem die „glückliche
Erfindung“ der Ausdrücke
Eocän, Miocän und Pliocän zur Bezeichnung der drei
Unterteilungen der
Tertiärzeit zugeschrieben wird, hätte wirklich seinen
„Geisteskindern“ irgend
eine annähernde Länge
vermachen sollen. Da er jedoch die Dauer dieser
Perioden den Spekulationen
der Spezialisten überlassen hat, so sind die
größte Verwirrung und
Unsicherheit das Resultat dieses glücklichen
Gedankens. Es erscheint als
ein hoffnungsloses Beginnen, mit Erfolg eine
einzige Ziffernreihe aus einem Werke anzuführen, ohne
Gefahr zu laufen, sich
von demselben Verfasser in einem früheren oder einem
folgenden Buche
widersprochen zu finden. Sir William Thomson, eine der
hervorragendsten
unter den modernen Autoritäten, hat seine Meinung über
das Alter der Sonne
und die Zeit der Verfestigung der Erdkruste ungefähr
ein Halbdutzendmale
geändert. In Thomson und die Taits Natural Philosophy
finden wir bloß 10 000
000 Jahre zugestanden seit der Zeit, seit die
Temperatur der Erde ein
Erscheinen von vegetabilischem Leben auf der letzteren
gestattete. (App. D ff;
419 :33.Bemerkungen
auch Trans. Roy. Soc. Edin., XXIII. Pt. I. 157,
1862, wo 847 widerrufen wird.)
Herr Darwin giebt als Sir William Thomson Schätzung
„ein Minimum von 98
und ein Maximum von 200 Millionen Jahren seit dem
Festwerden der Kruste.“
(Siehe Ch. Gould, a. a. O., p. 83.) In demselben Werke
(Nat. Phil.) werden 80
Millionen angegeben seit der
Zeit der beginnenden Verkrustung bis zum
gegenwärtigen zustande der
Welt. Und in seiner letzten Vorlesung, wie
anderwärts gezeigt ist,
erklärt Sir William Thomson (1887), daß die Sonne
nicht älter als 15 000 000
Jahre ist! Unterdessen gestattet auf Grund seiner
Schlussfolgerungen über die
Grenzen der Zeitdauer der Sonnenwärme, nach
Zahlen, die vorher von Sir
William Thomson aufgestellt worden waren, Herr
Croll 60 000 000 Jahre seit
dem Beginne der kambrischen Periode. Das ist
hoffnungsvoll für die
Liebhaber von exaktem Wissen. Was immer für Zahlen
also die Geheimwissenschaft
geben mag, dieselben werden sicherlich durch
irgend eines der modernen Männer der Wissenschaft, die
man für Autoritäten
hält, bestätigt werden.
[25] Siehe Proceedings, Royal Society, London,
XXI. 281.
419
:33.Bemerkungen
Aber der Hauptpunkt liegt für
uns nicht in der Einhelligkeit oder
Meinungsverschiedenheit der
Naturforscher in Bezug auf die Dauer der
geologischen Perioden,
sondern vielmehr in ihrer - wunderbarerweise -
vollkommenen Übereinstimmung bezüglich eines Punktes
und zwar eines sehr
wichtigen. Sie alle stimmen darin überein, daß während
der Miocänzeit – einerlei
ob vor 1 oder 10 Mill. Jahren - Grönland und sogar
Spitzbergen die Überreste
unseres zweiten oder hyperböräischen Kontinentes, „ein
nahezu tropisches
Klima hatten“. Nun hatten die vorhomerischen Griechen
eine lebendige
Überlieferung bewahrt von diesem „Lande der ewigen
Sonne“, worin ihr Apollo
jedes Jahr reiste.
Die Wissenschaft sagt uns:
Während des Miocäns entwickelte sich Grönland (in 70°
n. B.) eine Fülle von
Bäumen, wie die Eibe, die immergrüne Sequioe, den der
kalifornischen Art verwandten Mammutbaum, Buchen, Platanen, Weiden, Eichen,
Pappeln und Walnussbäume, sowie eine Magnolie und einen Zapfenfarn. [26] Kurz
gesagt, Grönland hatte südliche Pflanzen, die den nördlichen Gegenden unbekannt
sind.
Und nun entsteht die natürliche Frage. Wenn die
Griechen in den Tagen des
Homer Kenntnis hatten von einem hyperboräischen Land,
d. i. einem gelobten
Lande jenseits des Bereiches des Boreas, des Gottes
des Winters und des
Sturmes, einer idealen Region, welche die späteren
Griechen und ihre
Schriftsteller vergeblich jenseits Skythien zu
versetzen suchen, einem Lande, wo
die Nächte kurz waren und die Tage lang und jenseits
desselben von einem
Lande, wo die Sonne niemals unterging und die Palme im
Freien wuchs - wenn
sie von alledem Kenntnis hatten, wer hat ihnen denn
davon erzählt? Zu ihrer Zeit,
und Zeitalter vorher, muß Grönland sicherlich bereits
mit ewigem Schnee, mit
niemals auftauendem Eise bedeckt gewesen sein, gerade
so wie heute. Alles
läuft darauf hinaus, zu zeigen, daß das Land mit den
kurzen Nächten und den
langen Tagen Norwegen oder Skandinavien war, jenseits
dessen das gelobte
Land des ewigen Lichtes und Sommers lag. Damit die
Griechen dies alles wissen
konnten, muß die Überlieferung zu ihnen von einem
Volke hergelangt sein, daß
älter war als sie selbst, das vertraut war mit jenen
klimatischen Einzelnheiten,
von denen die Griechen selber nichts wissen konnten.
Sogar in unseren Tagen
vermutet die Wissenschaft, daß jenseits der
Polarmeere, an dem unmittelbaren
Umkreise des Nordpoles ein Meer existiert, das niemals
zufriert, und ein
Festland, das immer grün ist. Die archaischen Lehren
und auch die Purânen - für
1 :34.Bemerkungen
jemanden, der ihre Allegorien versteht - enthalten
dieselben Behauptungen. Für
uns genüge somit die starke Wahrscheinlichkeit, daß
während der Miocänperiode der modernen Wissenschaft, zu einer Zeit, da Grönland
ein nahezu tropisches Land war, daselbst ein Volk lebte, das jetzt der
Geschichte unbekannt ist.
Der Leser wird ersucht, im Gedächtnisse zu behalten,
daß die folgenden
en der Zeit nach nicht strenge zusammenhängend sind.
In Teil I werden
die Strophen, welche ein Skelett der Darlegung bilden,
gegeben und gewisse
Punkte kommentiert und erklärt. In den folgenden en
Teil II und III
werden verschiedene Einzelheiten zusammengebracht und
eine vollständigere
Erklärung des Gegenstandes versucht.
[26] Gould, Mythical Monsters, p. 91.
1 :34.Strophen aus dem Buch des Dzyan
ERSTER TEIL.
ANTHROPOGENESIS.
ZWÖLF STROPHEN AUS DEM „BUCHE
DES DZYAN“, MIT EN.
ZU DEN ZWÖLF STROPHEN UND IHREN AUSDRÜCKE NACH IHRER
ZAHLENBEZEICHNUNG NACH STROPHEN UND SHOKLAS.
1. Der Lha oder Geist der Erde. 2. Anrufung der Erde an die Sonne. 3.
Was die
Sonne antwortet. 4. Umwandlung der Erde.
1. DER LHA (a), WELCHER DIE VIERTE [1] DREHT; IST EIN DIENER DES
(DER) LHAS DER SIEBEN [2] , (b) WELCHE KREISEN,
IHRE WAGEN
LENKEND UM IHREN HERREN, DAS EINE AUGE [3] UNSERER
WELT. SEIN
ATEM GAB LEBEN DEN SIEBEN [4] . ER GAB LEBEN DER
ERSTEN ©.
„Sie sind Alle Drachen der Weisheit“, fügt der hinzu. (d)
für irgend ein himmlisches oder übermenschliches Wesen,
und er umfaßt die ganze Reihe himmlischer Hierarchien, von einem Erzengel oder
Dhyâni, bis herab zu einem Engel der Finsternis, oder irdischen Geist.
welche die vierte in der Kette ist, dem Hauptgeist
(oder Gott) der sieben
planetarischen Genien oder Geister untergeordnet ist.
Wie bereits erklärt, hatten
die Alten, in ihrer Götterlitanei, sieben
Haupt-Mysteriengötter, deren Anführer
exoterisch die
sichtbare Sonne, oder der achte war, und esoterisch der zweite
Logos, der Demiurg. Die Sieben - welche jetzt, in der
christlichen Religion, zu
den „Sieben Augen des Herrn“ geworden sind - waren die
Regenten der sieben
Haupt-Planeten;
aber diese wurden nicht nach der Aufzählung gerechnet, welche
später von Leuten erdacht wurde, welche die wirklichen
Mysterien entweder
vergessen hatten oder eine unzutreffende Vorstellung
von derselben besaßen,
und schlossen weder die Sonne, noch den Mond, noch die
Erde in sich. Die
Sonne war exoterisch das Haupt der zwölf großen Götter
oder
Tierkreiskonstellationen; und esoterisch der Messiah,
der Christos - das von dem
Großen Atem oder der Einen „gesalbte“ Wesen - umgeben
von seinen zwölf untergeordneten Mächten, untergeordnet hinwiederum auch einem
jeden der sieben Mysteriengötter der Planeten.
„Die Sieben Höheren veranlassen die Sieben Lhas, die
Welt zu erschaffen“, sagt
ein ; dies bedeutet, daß unsere Erde - um die übrigen
bei Seite zu
lassen - von irdischen Geistern „geschaffen“ oder
gestaltet wurde. während die
Regenten einfach die Aufseher waren. Die ist der erste
Keim von dem, was
später sich zu dem Baume der Astrologie und
Astrolatrie auswuchs. Dies wird
von den alten Kosmogonien bestätigt, so von jenen des
Hermes, der Chaldäer,
der Âryer, der Ägypter, und sogar der Juden. Die
Zeichen des Tierkreises - die
„heiligen Tiere“
oder der „Himmelsgürtel“ - sind ebenso wohl die Bne´ Alhim -
Söhne der Götter oder der Elohim - wie die Geister der
Erde; aber sie sind
diesen vorausgehend. Some und Sin, Isis und Diana,
sind alle Mond-Götter oder
Göttinnen, genannt die Väter und Mütter unserer Erde,
welche ihnen
untergeordnet ist. Aber diese sind ihrerseits ihren
„Vätern“ und „Müttern“ - die
letzteren sind vertauschbar und bei jeder Nation
verschieden - untergeordnet,
den Göttern und ihren Planeten, wie z.B. Jupiter,
Saturn, Bel, Brihaspati, u. s. w.
welche den Planeten Leben giebt, als auch auf den
„Hohen“, die geistige Sonne,
welche dem ganzen Kosmos Leben giebt. Die
astronomischen und
astrologischen Schlüssel, welche das Thor zu den
Geheimnissen der Theogonie
eröffnen, können nur in den späteren Glossaren, welche
die Strophen begleiten,
gefunden werden.
In den apokalyptischen Shoklas der archaischen
Aufzeichnungen ist die Sprache
ebenso symbolisch, wenn auch weniger mythisch, als in
den Purânen. Ohne die
Hilfe der späteren e, die von den Generationen von
Adepten kompiliert sind, wäre es unmöglich, die Bedeutung richtig zu verstehen.
In den alten Kosmogonieen sind die sichtbaren und die
unsichtbaren Welten die
doppelten Glieder einer und derselben
Kette. Wie der unsichtbare Logos, mit
seinen Sieben Hierachieen -
eine jede repräsentiert oder personifiziert durch
ihren obersten Engel oder
Rektor - eine MACHT bilden, die innere und die
unsichtbare; so bilden in der
Welt der Formen die Sonne und die sieben
Hauptplaneten die sichtbare
und thätige Potenz; die letztere Hierarchie ist
sozusagen der sichtbare und gegenständliche Logos zu
dem Unsichtbaren und
den - ausgenommen auf den
niedrigsten Stufen - immer subjektiven Engeln.
So heißt es - um ein weniges
zur Erklärung vorwegzunehmen - daß eine jede
Rasse bei ihrer Entwicklung
unter dem unmittelbaren Einflusse eines der
Planeten geboren ist; die
Erste Rasse empfing ihren Lebensodem von der
4125 :35. I
Sonne, wie späterhin gesehen werden wird; indes die
Dritte Menschheit - jene,
welche in die Zeugung verfielen, oder aus androgynen
getrennte Wesenheiten
wurden, die einen männlichen und die anderen weiblich
- unter dem unmittelbaren Einfluß stehen soll der Venus, ‘der kleinen
Sonne’, in der die Sonnenscheibe ihr Licht aufspeichert.“ [1] Die vierte
Kugel, oder unsere Erde. Alle Glossen zu der Übersetzung des Textes der
Strophen und e sind solche der Schreiberin. An einzelnen Stellen mögen sie
unvollständig und selbst unangemessen vom indischen Standpunkte sein; aber in
dem Sinne, der ihnen in der transhymâlayischen Esoterik beigelegt wird, sind
sie richtig. In jedem Fall nimmt die Schreiberin allen Tadel auf sich. Da sie
niemals persönliche Unfehlbarkeit beansprucht hat, so mag das, was auf ihre
eigene Autorität hin gegeben ist, vieles zu wünschen übrig lassen, insbesondere
in den sehr verwickelten Fällen, wo allzu tiefe Metaphysik mitspielt. Die Lehre
wird dargeboten, wie sie verstanden ist; und in Anbetracht dessen, daß es für
jedes Symbol und jede Allegorie sieben Schlüssel der Erklärung giebt, wird eine
Bedeutung, die, sagen wir vom psychologischen oder astronomischen Standpunkte
aus nicht zutreffend sein mag, sich nichtsdestoweniger vom physischen oder
metaphysischen als ganz richtig erweisen.
[2] Den Planetengeistern.
[3] Loka Chakshus.
[4] Den Planeten.
4125 :35. I
Die Übersicht der Strophen in Band I zeigte, daß die
Genesis [5] der Götter und
Menschen in und von einem und demselben Punkt ihren
Ursprung nimmt,
welcher ist die Eine Universale, Unveränderliche,
Ewige und Unbedingte
EINHEIT. Wir haben gesehen, daß sie in ihrem
ursprünglichen geoffenbarten
Aspekt wurde: 1. in der Sphäre der Objektivität und
Physik. URSPRÜNGLICHE
SUBSTANZ und KRAFT - centripetale und centrifugale,
positive und negative,
männliche und weibliche, u. s. w.; 2. in der Welt der
Metaphysik der GEIST DES
WELTALLS, oder kosmische Ideenbildung, von einigen
genannt LOGOS.
Dieser Logos ist die Spitze des pythagoräischen
Dreiecks. Wenn das Dreieck
vollständig ist, wird es zur Tetraktys, oder zum
Dreieck im Viereck, und ist das
duale Symbol des vierbuchstabigen Tetragammaton in dem
geoffenbarten
Kosmos, und seines wurzelhaften dreifachen Strahles in
dem Unmanifestierten -
seinem Noumenon.
Aber mehr metaphysisch ist die hier gegebene Klassifikation
der Urdinge des
Kosmos mehr eine solche der Bequemlichkeit als der
unbedingten
philosophischen Genauigkeit. Am Beginne eines großen
Manvantara offenbart
sich Parabrahman als Mûlaprakriti und sodann als
Logos. Dieser Logos ist
gleichbedeutend mit dem „Unbewussten Universalgemüt“
u. s. w. der westlichen
Pantheisten. Er bildet die Grundlage der Subjekt-Seite
des geoffenbarten Daseins, und ist die Quelle aller Offenbarungen individuellen
Bewusstseins.
Mûlaprakriti oder Ursprüngliche Kosmische Substanz ist
die Unterlage der
Objektiv-Seite
der Dinge - die Grundlage aller gegenständlichen Entwicklung und
Weltentstehung.
Kraft taucht also nicht mit der Ursprünglichen
Substanz ais der Parabrahmischen
Latenz auf. Sie ist die Umwandlung des überbewussten
Gedankens des Logos in
Energie,
eingegossen sozusagen in die Vergegenständlichung des Letzteren aus
der potentiellen Latenz in der Einen Wirklichkeit.
Hieraus entspringen die
wunderbaren Gesetze der Materie; hieraus der „erste
Eindruck“, der vom Bischof
Temple so nutzlos erörtert worden ist. Die Kraft ist
somit nicht gleichzeitig mit der
ersten Objektivierung von
Mûlaprakriti. Da aber die letztere getrennt von ihr
unbedingt und
notwendigerweise träge ist - eine bloße Abstraktion - so ist es
nichtsdestoweniger unnötig,
ein allzu feines Spinnengewebe von
Spitzfindigkeiten, betreffend die Ordnung der
Aufeinanderfolge der kosmischen
Urdinge auszuspinnen. Kraft folgt auf
Mûlaprakriti; aber minus Kraft ist Mûlaprakriti für alle praktischen
Absichten und Zwecke nichtexistierend. [6]
4127 :35. I
Der Himmlische Mensch oder Tetragrammaton, welcher der
Protogonos ist,
Tikkoun, der Erstgeborene aus der passiven Gottheit
und die erste Offenbarung
des Schattens dieser Gottheit, ist die universale Form
und Idee, welche den
Geoffenbarten Logos erzeugt, Adam Kadmon, oder das
vierbuchstabige Symbol,
in der Kabbalah, des Weltalls selbst, auch genannt der
Zweite Logos. Der Zweite
entspringt aus dem Ersten und entwickelt das Dritte
Dreieck; [7] aus welchem
letzteren (der niedern Schar der Engel) die Menschen
hervorgebracht sind. Mit
diesem dritten Aspekt werden wir uns gegenwärtig zu
beschäftigen haben.
Der Leser muß sich vor Augen halten, daß ein großer
Unterschied ist zwischen
dem Logos und dem Demiurgos, denn der eine ist der Geist
und der andere die
Seele; oder
wie Dr. Wildner es darstellt:
Dianoia und Logos sind gleichbedeutend, Nous ist
höherstehend und in enger
Verwandtschaft mit [korrekter Abdruck siehe Buch],
der eine ist das höhere Erfassen, die andere das Begreifen - der eine ist
noëtisch, die andere phrenisch.
[5] Nach Dr. A. Wilder´s gelehrter Definition ist
Genesis, [korrekter Abdruck
siehe Buch], nicht Schöpfung, sondern „ein
Hervorkommen des Ewigen in den
Kosmos und die Zeit“; „ein Kommen aus dem esse in
das existere“, oder aus dem „Sein“ in das „Dasein“ - wie ein Theosoph
sagen würde. [6] Wegen einer näheren
Erklärung der Ursprünge, wie sie die Esoterik der Bhagavad Gîtâ enthält,
siehe die Bemerkung hierzu, veröffentlicht in The Theosophist für
Februar, März und Juni 1887, Madras. [7]
Siehe den Sephirothischen Baum.
4127 :35. I
Obendrein wurde der Mensch in verschiedenen Systemen
als der Dritte Logos betrachtet. Die
esoterische Bedeutung des Wortes Logos - Sprache oder
Wort, Verbum - ist die Wiedergabe des
verborgenen Gedankens in gegenständlichen Ausdrucke,
wie in einem Lichtbild. Der Logos ist
der Spiegel, welcher das GÖTTLICHE GEMÜT zurückwirft,
und das Weltall ist der Spiegel des
Logos, obwohl der letztere das Sein des
Weltalls ist. Wie des Logos Alles in dem Weltalle des
Plerôma wiederspiegelt, so spiegelt der Mensch in sich
alles wieder, was er in seinem Weltalle,
der Erde, sieht und findet. Das sind die drei Häupter
der Kabbala - „unum intra alterum, et
alterum super alterum“. [8] „Jedes Weltall (Welt oder Planet) hat seinen eigenen Logos“
sagt die
Lehre. Die Sonne wurde von den Ägyptern immer als das
„Auge des Osiris“ genannt, und war
selbst der Logos, der Ersterzeugte, oder das der Welt
offenbar gemachte Licht, „welches ist das
Gemüt und der göttliche Verstand des Verborgenen.“ Nur
durch den siebenfältigen Strahl dieses
Lichtes erhalten wir Kenntnis von dem Logos durch den
Demiurg. indem wir den letzteren als den
„Schöpfer“ unseres Planeten und von allem, was zu
diesem gehört, betrachten, und den ersteren
als die führende Kraft dieses „Schöpfers“ - gut und
böse zur selben Zeit, der Ursprung des Guten
und der Ursprung des Bösen. Dieser „Schöpfer“ ist
werde gut noch böse an sich, sondern seine
differentiierten Aspekte in der Natur lassen ihn den einen
oder den anderen Charakter
annehmen. mit den unsichtbaren und unbekannten
Universen, die durch den Raum verstreut
sind, hatte keiner der Sonnengötter irgend etwas zu
thun. Die Idee ist sehr klar ausgedrückt in
den Büchern des Hermes, und in jeder alten Volkssage.
Sie wird gewöhnlich durch den Drachen
und die Schlange versinnbildlicht - den die Magie der
rechten und die der linken Hand. In dem
epischen Gedichte von Finnland, der Kalewala [9]
wird der Ursprung der Schlange des Bösen
gegeben: sie ist geboren aus dem Speichel der
Syöjätär, und mit einer lebendigen Seele begabt
von dem bösen Prinzipe, Hiisi. ein Streit wird
beschrieben zwischen den zweien, dem „bösen
Dinge“, der Schlange oder dem Zauberer, und Ahti, dem
Drachen oder weisen Magier
Lemminkäinen. Der letztere ist einer von den sieben
Söhnen der Ilmatar, der jungfräulichen
„Lüftetochter“, ihr, „die vom Himmel in das Meer sich
niederließ“ vor der Schöpfung, d. i. der in
der Materie des sinnliches Lebens umgewandelte Geist.
Es liegt eine Welt von Bedeutung und occultem Gedanken
in den folgenden wenigen Zeilen,
wunderbar wiedergegeben von Dr. J. M. Crawford in
Cincinnati.
Der Held Lemminkäinen:
Hauet zu mit Macht des Zaubers
Und zerbricht den Zaun in
Stücke,
Haut in Splitter sieben Stangen,
Schlägt den Schlangenwall in
Trümmer.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . .
Wenig kümmert sich das Untier,
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . .
4129 :35. I
Stürzet mit dem gift´gen Rachen
Auf das Haupt des Lemminkäinen.
Doch der Held, sich rasch
besinnend,
Spricht des Wissens
Meisterworte,
Die aus fernen Zeiten stammen,
Die die Mutter ihn gelehret.
genannt, die zwölf Hierachieen von Dhyânis oder
Engeln, mit menschlichen Antlitzen und
Drachenkörpern; der Drache steht für göttliche
Weisheit oder Geist; [10] und sie erschaffen
Menschen, indem sie sich selbst in sieben Figuren von Lehm
(Erde und Wasser) inkarnieren, die
in der Gestalt dieser Tien-Hoang angefertigt sind -
eine dritte Allegorie. [11] Die zwölf Asen der
skandinavischen Edden thun das Gleiche. In dem
geheimen Katechismus der Drusen von Syrien
·
eine Legende, die
Wort für Wort von den ältesten Stämmen nahe und um den Euphrat
wiederholt wird - wurden die Menschen von den „Söhnen
Gottes“ geschaffen, welche zur Erde
niederstiegen, und nachdem sie sieben Mandragoras
gesammelt hatten, die Wurzeln beseelten,
die sodann zu Menschen wurden. [12]
Alle diese Allegorien deuten auf einen und denselben
Ursprung - auf die doppelte und dreifache
Natur des Menschen; doppelt als männlich und weiblich;
dreifach, weil er aus einer geistigen und
psychischen Wesenheit innen, und einem materiellen
Gewebe außen besteht.
[8] Zohar, Idra Suta, Abschnitt .
[9] J. B. Alden; New-York 1888; II. 432, 434. (Vgl.
die deutsche Übersetzung von A.
Schiefner, Helsingfors 1852, S. 167 und 168. Der
Übers.)
[10] Es ist zum wiederholtem Male festgestellt worden,
daß die Schlange ein Symbol der
Weisheit und occulten Erkenntnis ist. „Die Schlange
ist seit frühesten Zeiten, von denen wir
irgendwelche historische Nachricht haben, mit dem
Gotte der Weisheit in Verbindung
gebracht worden,“ schreibt C. Staniland Wake. „Dieses
Tier war das besondere Sinnbild von
Thot oder Taut . . . und von allen jenen Göttern, wie
Hermes (?) und Seth, die mit ihm in
Verbindung gebracht werden können- Dies ist auch wahr
von dem dritten Gliede der
ursprünglichen chaldäischen Dreiheit, Hea oder Hoa.“
Nach Sir Henry Rawlinson, „beziehen
sich die wichtigsten Beinamen dieses Gottes auf ‘seine
Funktionen als der Quelle der
4129 :35. I
Erkenntnis und Wissenschaft.’ Nicht nur ist er ‘der
intelligente Fisch’, sondern sein Name
kann gelesen werden in den beiden Bedeutungen von
‘Leben’ und von einer
‘Schlange’ [einem initiierten Adepten], und er kann
betrachtet werden als ‘gebildet von der
großen Schlange, welche einen so hervorragenden Platz
unter den Göttersymbolen einnimmt
auf den schwarzen Steinen, welche die babylonischen
Wohlthaten aufzählen’.“ (The Great
Pyramid, p.
75). Aeskulap, Serapis, Pluto, Esmun und Kneph, sind alles Gottheiten mit den
Attributen der Schlange, sagt Dupuis. Sie sind alle Heiler,
Verleiher von geistige und
körperlicher Gesundheit, und Erleuchtung. Die
aus einer Aspis gebildete Krone, die
Thermuthis, gehört der Isis zu, der Göttin des Lebens
und Heilens. Die Upanishaden haben
eine Abhandlung über die Wissenschaft der Schlangen
- mit anderen Worten, die
Wissenschaft der occulten Erkenntnis; und die Nâgas
des exoterischen Buddhismus sind
nicht „die fabelhaften Geschöpfe, von der Natur von
Schlange . . . höherstehend als der
Mensch, und als die Beschützer des Gesetzes des Buddha
betrachtet“, wie Schlagintweit
glaubt, sondern wirkliche lebendige Menschen, einige
höherstehend als die Menschen kraft
ihrer occulten Erkenntnis, und die Schützer von
Buddhas Gesetz, insofern sie seine
metaphysischen Lehrsätze richtig erklären, andere
moralisch tieferstehend, weil sie
„schwarze Magier“ sind. Daher wird mit Recht erklärt,
daß Gautama Buddha „wie es heißt,
ihnen ein mehr philosophisches Religionssystem gelehrt
hat, als den Menschen, welche
nichts genügend vorgeschritten waren, um ihn zur Zeit
seines Erscheinens zu verstehen.“ (Ebenda, p. 72)
[11] Vgl. die Symbols of the Bonzes.
[12] Die Mandragora sind die Dudaim der Bibel,
der Rahel und Lea. Die Wurzeln der Pflanze
sind fleischig, haarig, und gegabelt, und stellten roh
die Glieder, den Rumpf und sogar den
Kopf eines Menschen dar. Ihre magischen und
geheimnisvollen Eigenschaften sind seit den
allerältesten Zeiten in Fabel und Spiel verkündet
worden. Von Rahel und Lea, welche Hexerei
damit trieben, bis herab zu Shakespeare, welcher von
„kreischen“ spricht -„
Alraunen gleich, die aus der Erd´ gerissen,
4129 :35. I
·
war die
Mandragora die magische Pflanze im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Wurzeln sind ohne irgend welchem merkbaren
Stengel, und große Blätter wachsen aus
dem Kopfe der Wurzel wie ein riesiger Haarschopf. Sie
zeigen wenig Ähnlichkeit mit einem
Menschen, soweit sie in Spanien, Italien, Kleinasien
oder Syrien gefunden wurden, aber auf
der Insel Kreta, und in Karamanien nahe der Stadt Adan
haben sie eine wunderbar
menschliche Gestalt, und sind als Amulette sehr hoch
geschätzt. Sie werden auch getragen
von Frauen als ein Zauber gegen Unfruchtbarkeit, und
zu anderen Zwecken. Sie sind
besonders wirksam in „schwarzer Magie“.
4129 :35. I
2. DIE ERDE SPRACH: „HERR DES STRAHLENDEN ANGESICHTES
[13] ,
MEIN HAUS IST LEER . . . . . SENDE DEINE SÖHNE, DIESES
RAD [14] ZU
BEVÖLKERN. DU SANDEST DEINE SIEBEN SÖHE DEM HERRN DER
WEISHEIT. (a) ER SIEHT DICH SIEBENMAL NÄHER BEI
SICH, SIEBENMAL
MEHR FÜHLT ER DICH . (b) DU HAST DEINEN DIENERN
, DEN KLEINEN
RINGEN, VERBOTEN, DEIN LICHT UND DEINE WÄRME
AUFZUFANGEN,
(a) Der „Herr
der Weisheit“ ist Merkur, oder Budha.
(b) Der moderne erklärt die Worte als eine Bezugnahme auf die
wohlbekannte Thatsache, daß Merkur siebenmal mehr
Licht und Wärme von der
Sonne erhält, als die Erde, oder selbst die schöne
Venus, welche nur das
Doppelte von dem Betrage erhält, der auf unsere unbedeutende
Kugel fällt. Ob
die Thatsache im Altertum bekannt war, möge aus dem
Gebete des „Erdgeistes“
an die Sonne geschlossen werden, wie es im Texte
gegeben ist. [15] Die Sonne
jedoch weigert sich, die Kugel zu bevölkern, da sie
noch nicht bereit ist, Leben zu
empfangen.
Merkur als ein astrologischer Planet, ist noch
occulter und geheimnisvoller als
Venus. Er ist wesensgleich mit dem altpersischen
Mithra, dem Genius oder Gott,
„gestellt zwischen die Sonne und den Mond, der
beständige Begleiter der
‘Sonne’ der Weisheit.“ Pausanias (Buch V) zeigt, daß
er einen Altar mit Jupiter
gemeinschaftlich hat. Er hatte Schwingen, um
auszudrücken, daß er die Sonne
auf ihrem Laufe begleitet; und er wurde genannt der
Bote und Sonnenwolf,
„solaris luminis particeps“. Er war der Führer und Aufrufer der Seelen, der
große
Magier und Hierophant. Virgil zeichnet ihn, wie er
seinen Stab nimmt, um aus
dem Orkus die darein versenkten Seelen
hervorzubeschwören - tum virgam
capit, hac animas ille evocat Orco. [16] Er ist der goldfarbige Merkur, der
[korrekter Abdruck siehe Buch], den zu nennen die Hierophanten verboten. Er
ist in der griechischen Mythologie durch einen der
„Hunde“ (Wachsamkeit)
symbolisiert, welche durch himmlische Heerde (occulte
Weisheit) bewachen,
oder Hermes Anubis oder wiederum Agathodaemon. Er ist
der Argus, welcher
die Erde bewachte, der von letzterer fälschlich für
die Sonne selbst gehalten
wird. Durch die Vermittlung des Merkur betete der
Kaiser Julian jede Nacht zur
Sonne; denn, wie Vossius sagt:
Alle Theologen behaupten, daß Merkur und die Sonne
eins sind. . . . Er war
4131 :36. I
der beredteste und weiseste
aller Götter, was nicht zu verwundern ist, da
Merkur in so naher Nachbarschaft sich befindet zur
Weisheit und zum Worte
Gottes (der Sonne), daß er mit beiden vermengt wurde. [17]
Vossius spricht hier eine größere occulte Wahrheit
aus, als er ahnte. Der Hermes
der Griechen ist eng verwandt mit der indischen Saramâ
und dem Sârameya, dem göttlichen Wächter, „welcher die goldene Herde der Sterne
und Sonnenstrahlen bewacht.“ In den klareren Worten des s:
Die Kugel,
vorwärtsgetrieben von dem Geiste der Erde und seinen sechs
Gehilfen,
erhält alle ihre Lebenskräfte, Leben und Macht durch die Vermittlung
der sieben
planetarischen Dhyânis von dem Geiste der Sonne. Sie sind seine Boten von Licht
und Leben.
Gleichwie
eine jede der sieben Regionen der Erde, ein jede von den sieben [18]
Erstgeborenen
(den ursprünglichen Menschgruppen) ihr Licht und Leben von
ihrem
besonderen Dhyâni - im geistigen, und von dem Palaste (Hause, dem
Planeten)
dieses Dhyâni - im körperlichen erhält; so ist es mit den sieben großen
Rassen, die
darauf geboren werden sollen. Die erste ist geboren unter der
Sonne, die
zweite unter Brihaspati (Jupiter); die dritte unter Lohitânga (Mars,
dem
„feuerleibigen“, und auch unter Venus oder Shukra); die vierte unter Soma
(dem Monde,
auch unserer Kugel, indem die vierte Sphäre unter und von dem
Monde geboren
ist) und Shani, Saturn [19] , dem Krûralochana (übelaugigen),
und dem Asita
(dunklen); die fünfte unter Budha (Merkur).
So ist es
auch mit dem Menschen und mit jedem „Menschen“ (jedem Prinzipe) im
Menschen.
Jeder erlangt seine besondere Eigenschaft von seinem
Hauptplaneten
(dem Planetengeiste), daher ist jeder Mensch eine Siebenheit
(oder eine
Verbindung von Prinzipien, von denen ein jedes seinen Ursprung in
einer
Eigenschaft dieses besonderen Dhyâni hat.) Jede thätige Macht oder Kraft
der Erde
kommt zu ihr von einem der sieben Herren. Licht kommt durch Shukra
(Venus),
welcher eine dreifache Zufuhr empfängt, und ein Drittel davon an die
Erde abgiebt.
Daher heißen die beiden „Zwillingsschwestern“, aber der Geist der
Erde ist
dienstbar dem „Herrn“ des Shukra. Unsere weisen Menschen
repräsentieren
die zwei Globen, die eine oben, die andere unter dem doppelten
Zeichen (dem
ursprünglichen Svastika beraubt seiner vier Arme, oder dem Kreuz,
[korrekter
Abdruck siehe Buch]. [20]
4131 :36. I
[13] Die Sonne.
[14] Erde.
[15] Kopernikus schrieb seine
Theorieen über den „Umlauf der Himmelskörper“ im 16. Jahrhundert, und der Zohar,
wenn auch erst von Moses de Leon im 13. Jahrhundert kompiliert, stellt fest:
„Im buche des Hammannunah, des alten (oder des
altehrwürdigen), lernen
wir . . . daß die Erde sich um sich selbst in Form
einer Kugel dreht; daß einige
zu oberst sind, andere unten,
daß . . . . es einzelne Länder der Erde giebt,
welche beleuchtet sind,
während andere in Dunkelheit sind; diese haben den
Tag, während es für die
ersteren Nacht ist; und es giebt Länder, in denen es
beständig Tag ist, oder
welchen zumindesten die Nacht nur wenige
Augenblicke dauert.“ Zohar, III, fol. 10 a,
citiert in Myer´s Qabbalah, p. 139.
[16] Siehe auch 19. Fargard des Vendîdâd über
diese himmlische Miliz.
[17] Idolat., II. 373.
[18] Die Wissenschaft lehr, daß die Venus von der
sonne zweimal so viel Licht
und Wärme erhält, als die Erde. So heißt es, daß
dieser Planet der Vorläufer der Morgendämmerung und des Zwielichtes, der
strahlendste von allen Planeten, der Erde ein Drittel von dem Vorrate giebt,
den er empfängt, und zwei Teile für sich selbst zurückbehalten hat. Dies hat
eine occulte sowohl, wie eine astronomische Bedeutung.
[19] „Wie es oben ist, so ist es untern“, ist der
Hauptgrundsatz occulter
Philosophie. Da der Logos siebenfältig ist, d. i. durch
den ganzen Kosmos als
sieben Logoi unter sieben verschiedenen Formen
erscheint, oder, wie von
gelehrten Brâhmanen verkündet wird: „jeder von diesen
die Mittelfigur von
4131 :36. I
einem der sieben Hauptzweige der alten
Weisheitsreligion ist“; und da die sieben Prinzipien, welche den sieben
verschiedenen Zuständen von Prajnâ oder Bewußtsein entsprechen, mit den sieben
Zuständen der Materie und mit den sieben Formen der Kraft zusammenhängen, so
muß die Einteilung die gleiche sein in allem, was die Erde betrifft.
[Symbolabbildung,
siehe Buch]
4131 :36. I
Das „doppelte Zeichen“ ist, wie jeder Schüler des
Occultismus weiß, das Symbol
des männlichen und des weiblichen Prinzipes in der
Natur, des positiven und des
negativen, denn der Svastika oder [korrekter
Abdruck siehe Buch;
Henkelkreuz]
ist alles dieses und noch viel mehr. Das ganze Altertum, immer
seit der Geburt der Astronomie - welche der vierten
Rasse von einem der Könige
der göttlichen Dynastie mitgeteilt worden war - und
auch der Astrologie, stellte
die Venus in seinen astronomischen Tafeln als eine über
dem Kreuze balancierte
Kugel dar und
die Erde als eine Kugel unter einem Kreuze. Die esoterische
Bedeutung davon ist die Erde verfallen in die Zeugung,
oder in die Fortpflanzung
der Art durch geschlechtliche Vermehrung. Aber die
späteren westlichen
Nationen haben nicht verfehlt, dem eine ganz andere
Erklärung zu geben. Sie
erklärten das Zeichen durch ihre Mystiker - die von
dem Lichte der lateinischen
Kirche geleitet waren - seiner Bedeutung nach dahin,
daß unsere Erde und alles,
was sich darauf befindet, durch das Kreuz erlöst
wurde, während Venus - anders
bezeichnet Lucifer oder Satan
- dasselbe mit Füßen trete. Venus ist der
occulteste, mächtigste und
geheimnisvollste aller Planeten; derjenige, dessen
Einfluß auf, und
Verwandtschaft zur Erde am allerbedeutendsten ist. Im
exoterischen Brâhmanismus ist
Venus oder Shukra - eine männliche Gottheit
[21] - der Sohn des Bhrigu, eines der Prajâpati und
eines vedischen Weisen, und
ist Daitya-Guru, oder der Priester-Lehrer der
ursprünglichen Giganten. Die ganze
Geschichte des Shukra in den Purânen bezieht sich auf
die dritte und vierte Rasse.
Wie der sagt:
Durch Shukra geschah
es, daß die „Doppelten“ (die Hermaphroditen) der Dritten
(Wurzelrasse)
abstammten von den ersten „Schweißgeborenen“, Daher wird er
dargestellt
unter dem Symbol [Symbolabbildung, siehe Buch] (dem Kreise und
Durchmesser)
während der Dritten (Rasse), und unter [Symbolabbildung, siehe
Buch] während
der vierten.
Dies bedarf einer Erläuterung. Der Durchmesser, wenn
er sich einzeln in einem
Kreise vorfindet, steht für weibliche Natur; für die
erste ideale Welt, selbsterzeugt
und selbstgeschwängert durch den allgemein
verbreiteten Geist des Lebens -
und bezieht sich so auch auf die ursprüngliche
Wurzelrasse. Sie wird androgyn,
sowie sich die Rassen und alles übrige auf Erden zu
ihren physischen Formen
entwickeln, und das Symbol wird in einen Kreis mit
einem Durchmesser
verwandelt, von welchem aus eine Vertikallinie
herabläuft, zum Ausdrucke des
noch nicht getrennten männlichen und weiblichen - das
erste und früheste
ägyptische
Tau, [Symbolabbildung, siehe Buch], worauf es [Symbolabbildung,
siehe Buch]
wird, oder männliche und weibliche getrennt [22] und in die Zeugung
4133 :37. I
hermaphroditisch; daher die „bärtige“ Venus in der
Mythologie.
[22] Daher ist das christliche Kreuz, wenn man seinen
religiös-metaphysischen
Aspekt ausser Acht lässt, symbolisch viel mehr
phallisch als der heidnische Svastika.
[23] Das Henkelkreuz ist das astronomische
Planetenzeichen der Venus, und „bedeutet die Existenz der Gebärkraft im
geschlechtlichen Sinne, und es war dies eines der Attribute von Isis, der
Mutter, von Eva, Haurah, oder Mutter Erde, und war so anerkannt bei allen alten
Völkern in einer oder der anderen Ausdrucksweise.“ (Aus einem modernen
kabbalistischen Manuskript.) [24] Siehe Moore´s Hindû Pantheon.
4133 :37. I
Jede auf
Erden verübte Sünde wird von Ushanas-Shukra gefühlt. Der Guru der
Daityas ist
der Schutzgeist der Erde und der Menschen. Jede Veränderung auf
Shukra wird
auf der Erde gefühlt und von ihr wiedergespiegelt.
Shukra, oder Venus, wird somit als der Unterweiser der
Daityas, der Riesen der
vierten Rasse dargestellt, welche nach der indischen
Allegorie erstmals die
Herrschaft über die ganze Erde erlangten und die
kleineren Götter besiegten. Die
Titanen der westlichen Allegorie stehen ebenfalls in
engem Zusammenhange mit
Venus-Lucifer, der von den späteren Christen mit Satan
identifiziert wurde. Und
da Venus. ebenso wie Isis, mit Kuhhörnern auf ihrem
Haupte dargestellt wurde,
mit dem Symbole der
mystischen Natur - welches vertauschbar ist mit dem
Monde und diesen bedeutet, da
sie alle Mondgöttinnen waren - so wird das
Zeichen dieses Planeten jetzt
von den Theologen zwischen die Hörner des
mystischen Lucifers versetzt.
[25] Infolge der phantastischen Auslegung der
archaischen Überlieferung,
welche behauptet, daß Venus sich gleichzeitig
(geologisch) mit der Erde verändert, dass, was immer
auf der einen stattfindet,
auch auf der anderen stattfindet, und daß ihre
gemeinsame Veränderung groß
und zahlreich waren - aus diesem Gründen wiederholt
dies der heilige Augustin,
indem er die verschiedenen Veränderungen der
Konfiguration, Farbe und selbst
der Umlaufbahn auf jenen theologisch ausgesponnenen
Charakter von Venus-Lucifer
bezieht. Er geht sogar in seiner frommen Phantasie so
weit, die letzten
Veränderungen des Planeten mit der Noachidischen und
mythischen Flut,
welche 1796 v. Chr. stattgefunden haben soll, in
Zusammenhang zu bringen. [26]
Da Venus keine Satelliten hat, so heißt es
allegorisch, daß Âsphujit (dieser
„Planet“) die Erde, die Nachkomme des Mondes
adoptierte, „welche über ihren
Vorfahr hinauswuchs und ihm viel Beschwerde machte“ -
eine Bezugnahme auf
den occulten Zusammenhang zwischen beiden. Der Regent
(des Planeten)
Shukra [27] liebte sein Adoptivkind so sehr, daß er
sich als Ushanas inkarnierte
und ihm vollkommene Gesetze gab, welche in späteren
Zeitaltern mißachtet und
verworfen wurden. Eine andere Allegorie, im Harivansha,
ist die, daß Shukra zu
Shiva kam und ihn bat, seine Schüler, die Daityas und
Asuras, vor den
kämpfenden Göttern zu beschützen; und daß er zur Förderung
seiner Absicht
einen Yogaritus vollzog, „den Rauch von Spreu
mit abwärts gerichtetem Haupte
durch 1000 Jahre
einzuziehen.“ Dies bezieht sich auf die große Neigung der
Venusachse - die sich auf
fünfzig Grade beläuft - und darauf, daß Venus von
ewigen Wolken umhüllt ist.
Aber das bezieht sich bloß auf die physische
Konstitution des Planeten.
Die occulte Mystik hat mit seinem Regenten, dem
beseelenden Dhyân Chohan sich
zu beschäftigen. Die Allegorie, welche
4135 :37. I
behauptet, daß Vishnu von Shukra verflucht wurde, siebenmal
wiedergeboren zu
werden auf
Erden zur Strafe dafür, daß er seine (Shukras) Mutter getötet hatte,
ist voll von occulter philosophischer Bedeutung. Es
bezieht sich nicht Auf die
Avatâras des Vishnu, denn diese sind neun an der Zahl
- der Zehnte sollte erst
kommen - sondern auf die Rassen der Erden. Die
Christen wussten dies wohl in
den ersten Zeiten, denn einer der frühesten Päpste ist
unter seinem Pontifexnamen als Lucifer bekannt.
[25] Athenäus zeigt, daß der erste Buchstaben vom
Namen Satan´s in alter Zeit durch einen Bogen und durch eine Mondsichel
dargestellt wurde; und einige römische Katholiken, liebe gute Menschen, möchten
das Publikum überreden, daß die Muselmänner den Halbmond zu Ehren der mondsichelartigen
Hörner Lucifers zu ihrem Nationalwappen erkoren haben.
Venus ist immer seit der Aufstellung der
römisch-katholischen Dogmatik mit
Satan und Lucifer, oder dem großen Drachen,
identifiziert worden, entgegen
aller Vernunft und Logik. Wie von den Symbologen und
Astronomen gezeigt
wird:
„Die Gedankenverbindung zwischen der Schlange und der
Idee der Dunkelheit hatte eine astronomische Begründung. Die Stellung, welche
das Sternbild Draco einstmals einnahm, zeigte, daß die Große Schlange der
Beherrscher der Nacht war. Dieses Sternbild stand früher gerade im Mittelpunkte
des Himmelsgewölbes, und ist so ausgedehnt, daß es der Große Drache genannt
wurde. Sein Körper erstreckt sich über sieben Tierkreiszeichen; und Dupuis,
welcher in dem Drachen der Apokalypse eine Bezugnahme auf die himmlische
Schlange sieht, sagt: „Es ist nicht zu verwundern, daß ein so ausgedehntes
Sternbild von dem Verfasser jenes Buches als ein großer Drache mit sieben
Häupter dargestellt wurde, welcher den dritten Teil der Sterne vom Himmel zog
und sie auf die Erde warf.“ (Staniland Wake, The Great Pyramid, p. 79:
Dupuis, III, 255.)
Nur wußte Dupuis niemals, warum Draco,
einstmals der Polstern - das
4135 :37. I
Sternbild des Führers, Guru oder Lenkers - von der
Nachwelt so erniedrigt
wurde. „Die Götter unserer Väter sind unsere Teufel“,
sagt ein asiatisches
Sprichwort. Als Drace aufhörte, der „Leitstern“, die
führende Sternengottheit
zu sein, teilte er das Schicksal aller gefallenen
Götter. Seth und Typhon war
einstmals, wie Bunsen uns sagt, „ein großer Gott,
allgemein angebetet durch
ganz Ägypten, welcher den Herrschern der 18. und 19.
Dynastie die Symbole
des Lebens und der Macht verlieh. Aber in der Folge,
im Verlaufe der 20.
Dynastie, wird er plötzlich als ein böser Dämon
behandelt, in solchem Maße,
daß sein Bild und Name auf allen Denkmälern und
Inschriften, die erreichbar
waren, verlöscht wurde. Der wirkliche occulte Grund
wird in diesen Blättern gegeben werden.
[26] De Civitate Dei,
LXXI. I.
[27] Shukra ist der Sohn des
Bhrigu, des großen Rishi, und eines der Sieben
Prajâpati, des Begründers des
Stammes der Bhrârgavas, aus welchem
Parashu Râma geboren wurde
4135 :37. I
Jede Welt hat
ihren väterlichen Stern und ihren schwesterlichen Planeten. So ist
die Erde das Adoptivkind
und der jüngere Bruder der Venus, aber ihre Bewohner
sind von
eigener Art . . . . Alle fühlenden vollständigen Wesen (volle siebenfältige
Menschen oder
höhere Wesen) werden bei ihren Anfängen Formen und
Organismen
ausgestattet in voller Harmonie mit der Natur und dem Zustande der
Sphäre,
welche sie bewohnen. [28]
Die
Daseinssphäre, oder Lebenscentren, welche isolierte Kerne sind, die ihre
Menschen und
ihre Tiere hervorbringen, sind zahllos; nicht eines hat
irgendwelche
Ähnlichkeit mit seinem Schwestergenossen oder mit irgend einem
anderen in
seiner eigenen besonderen Sippe. [29]
Alle haben
eine physische und geistige Natur.
Die Urkerne
sind ewig und immerdauernd; die Kerne periodisch und endlich. Die
Urkerne
bilden einen Teil des Absoluten. Sie sind die Schießscharten jener
schwarzen
undurchdringlichen Festung, die für immer dem menschlichen oder
selbst dem
dhyânischen Blicke verborgen ist. Die Kerne sind das Licht der Ewigkeit, das
daraus hervorbricht.
Dieses LICHT
ist es, welches sich zu den Formen der „Herren des Seins“
verdichtet -
von denen die ersten und höchsten kollektiv JIVÂTMÂ sind oder
Pratyagâtmâ
(von dem es figürlich heißt, daß er aus Paramâtmâ hervorgeht. Er
ist der Logos der griechischen Philosophen - da er am
Beginne eines jeden
neuen Manvantara erscheint.) Von diesen abwärts -
gebildet aus den sich
beständig verdichtenden Wellen dieses Lichtes, das auf
der objektiven Ebene
zum großen
Stoffe wird - gehen die zahlreichen Hierarchieen der schöpferischen
Kräfte
hervor; einige formlos, andere ihre eigene unterschiedliche Form besitzend,
andere wieder, die niedrigsten (Elementale) ohne den Sitz einer eigenen Form,
sondern jede Form annehmend entsprechend den sie umgebenden Bedingungen.
Somit besteht
nur ein Absoluter Upâdhi (Basis) im geistigen Sinne, aus, auf und
in welchem
für manvantarische Zwecke die zahllosen Centren aufgebaut sind,
auf denen die
universellen, cyklischen und individuellen Evolutionen während der
thätigen
Periode vor sich gehen.
Die beseelenden
Intelligenzen, welche diese verschiedenen Seinscentren
beleben,
werden von den Menschen jenseits der Großen Gebirgskette [30] ohne
4137 :38. I
Unterscheidung
als die Manus, die Rishis, die Pitris [31] , die Prajâpati, und so
fort
bezeichnet; und als Dhyâni-Buddhas, die Chohans, Melhas (Feuergötter),
Bodhisattvas,
[32] und andere, auf dieser Seite. Die wahrhaft Unwissenden
nennen sie
Götter; die gelehrten Profanen den Einen Gott; und die Weisen, die
Initiierten,
ehren in ihnen bloß die manvantarischen Offenbarungen von TAT,
über welches
weder unsere Schöpfer (die Dhyân Chohans), noch deren
Geschöpfe
jemals irgend etwas erörtern oder wissen können. Das ABSOLUTE,
lässt sich
nicht definieren, und kein Sterblicher oder Unsterblicher hat es jemals
gesehen oder
erfasst während der Periode des Daseins. Das Veränderliche kann
nicht das
Unveränderliche kennen, noch kann das, was lebt, das Absolute Leben
wahrnehmen.
„Daher kann der Mensch keinen höheren Wesen kennen als
seine eigenen
Vorfahren.“ „Noch soll er sie anbeten“, sondern
er solle lernen, wie er in die Welt
kam.
Die Zahl Sieben, die
Fundamentalzahl unter allen anderen Zahlen in jedem
nationalen religiösen System,
von Kosmogonie abwärts bis zum Menschen,
muss ihren Daseinsgrund
haben. Sie findet sich bei den alten Amerikanern
ebenso hervorragend wie bei den alten Âriern und
Ägyptern. Die Frage wird im
zweiten Teile dieses Bandes vollständig behandelt
werden; unterdessen mögen
hier ein paar Thatsachen
gegeben werden. Es sagt der Verfasser von den
Heiligen Mysterien bei den Mayas und den Quiches vor
11 500 Jahren: [33]
Sieben scheint die heilige
Zahl im eigentlichen Sinne des Wortes bei allen
civilisierten Nationen des Altertums gewesen zu sein.
Warum? Diese Frage ist
niemals zufriedenstellend beantwortet worden. Jedes
einzelne Volk hat eine andere Erklärung gegeben, je nach den besonderen
Lehrsätzen seiner (exoterischen) Religion. Daß sie die Zahl der Zahlen für die
in die heiligen Mysterien Eingeweihten gewesen ist, darüber kann kein Zweifel
bestehen.
Pythagoras . . . nennt sie das „Vehikel des Lebens“,
welches Körper und Seele
enthält, da sie gebildet ist aus einer Vierheit, das
ist: Weisheit und Intellekt,
und aus einer Dreiheit, oder Handlung und Stoff.
Der Kaiser Julian, in Matrem
und in Oratio, [34] drückt sich folgendermaßen
aus: „Wollte ich die Initiation in
unsere geheimen Mysterien berühren, welche die
Chaldäer in Bezug auf den siebenstrahligen Gott bacchantisch feierten,
die Seele erleuchtend durch ihn, so hätte ich Dinge zu sagen, die dem Haufen
unbekannt, aber wohlbekannt den heiligen Theurgisten.“ [35]
Und wer, der mit den Purânen, dem Totenbuche,
dem Zendavesta, den
assyrischen Ziegeln, und schließlich mit der Bibel bekannt
ist, und das
4137 :38. I
beständige Vorkommen der Zahl sieben in diesen
Aufzeichnungen von Völkern,
die seit den ältesten Zeiten her ohne Zusammenhang und
so weit getrennt sind,
kann die folgende Thatsache, die von demselben
Erforscher der alten Mysterien
mitgeteilt wird, als einen Zufall betrachten? Indem er
von dem Vorherrschen der
Sieben als einer mystischen Zahl bei den Einwohnern
des „westlichen Kontinentes“ von Amerika spricht, fügt er hinzu, daß dies nicht
weniger bemerkenswert ist.
[28] Dies ist ein offener
Widerspruch gegen Swedenborg, welcher sah, auf
„der ersten Erde der
Astralwelt“, Einwohner gekleidet wie die europäischen
Bauern; und auf der vierten
Erde Frauen gekleidet wie die Schäferinnen auf
einem Maskenball! Sogar der
berühmte Astronom Huygens litt an der
irrtümlichen Vorstellung, daß
andere Welten und Planeten Arten von Wesen
haben, die mit denen der Erde
lebenden gleichartig sind und dieselben
Gestalten, Sinne,
Gehirnkraft, Künste, Wissenschaften, Wohnungen, selbst
bis zum gleichen Stoffe ihrer Kleidungsstücke
besitzen! (Théorie du Monde).[29] Dies ist eine moderne Glosse. Sie ist
den alten en beigefügt zum klareren Verständnisse jener Schüler, welche
esoterische Kosmogenie studieren, nachdem sie durch die westliche Wissenschaft
hindurchgegangen sind. Die älteren Glossen sind zu überreich an Beiworten und
Redefiguren, als daß sie leicht aufgefasst werden könnten.
[30] „Jenseits“ der großen Bergkette bedeuten in
diesem Falle Indien, da dieses für die tibetanische Gegend die
transhimâlayische ist. [31] Der Ausdruck
Pitris ist von uns in den Shlokas gebraucht, um ihr Verständnis zu erleichtern,
aber er ist nicht se gebraucht in den ursprünglichen Strophen, wo sie ihre
eigenen bestimmten Benennungen haben, außerdem daß sie „Väter“ und „Vorfahren“
genannt werden.
4137 :38. I
[32] Es ist ein Irrtum, die Verehrung der
menschlichen Bodhisattvas oder
Manjushri buchstäblich zu nehmen. Es ist wahr, daß
exoterisch die
Mahâyânaschule Anbetung derselben ohne Unterschied
lehrt, und daß Huien-Tsang
davon spricht, daß einige Schüler des Buddha verehrt
wurden. Aber
esoterisch waren es nicht der Schüler oder der
gelehrte Manjushri persönlich,
welche Ehren empfingen, sondern die göttlichen
Bodhisattvas und Dhyâni-Buddhas,
welche die menschlichen Formen belebten (amilakha,
wie die Mongolen sagen).
[33] Der Verfasser dieses Werkes ist August Le
Plongeon. Er und seine Frau sind in den Vereinigten Staaten wohlbekannt wegen
ihrer unermüdlichen Arbeiten in Central-Amerika. Sie haben das Grabmal des
königlichen Kan Coh zu Cichen-Itza entdeckt. Der Verfasser scheint zu glauben
und den Beweis dafür zu versuchen, daß das esoterische Wissen der Ârier und
Ägypter von den Mayas herstammte. Wenn aber auch sicherlich gleichzeitig mit
Platos Atlantis, gehörten doch die Mayas dem fünften Kontinente an, welchem Atlantis
und Lemurien vorangegangen waren. [34]
Richtiger: In Matrem Deorum, Oratio V.
[35] P. 143.
4137 :38. I
Denn:
Sie erscheint häufig in den Popol-vuh.
Wir finden sie ferner in den sieben
Familien, von denen Sahagun und Clavigero sagen, daß sie die
mystische
Persönlichkeit mit Namen Votan
begleitet haben, den berühmten Begründer
der großen Stadt Nachan, die
von einigen mit Palenque identifiziert wird; in
den sieben Höhlen, [36] aus welchen die
Vorfahren der Nahualtas aufgetaucht
sein sollen; in den sieben Städten von Cibola,
beschrieben von Coronado und
Niza; . . . in den sieben Antillen; in den sieben
Heroen, welche, wie uns gesagt
wird, der Sintflut entronnen sind.
Heroen obendrein, deren Anzahl sich in jeder
Sintflutgeschichte als die gleiche
vorfindet - von den sieben Rishis, die mit Vaivasvata
Manu gerettet wurden,
herab bis zu Noahs Arche, in welche Vieh, Vögel und
lebende Geschöpfe „je
sieben und sieben“ genommen wurden. So finden wir die
Zahlen 1, 3, 5, 7 als
vollkommene, weil durchaus mystische Zahlen in jeder
Kosmogonie und
Entwicklung lebender Wesen eine hervorragende Rolle
spielen. In China werden
die 1, 3, 5, 7 „himmlische Zahlen“ genannt in dem
kanonischen „Buch der Veränderung“ - Yi King, oder Transformation,
wie in „Evolution“.
Die Erklärung davon wird offenbar, wenn man die alten
Symbole untersucht: alle
diese haben als Grundlage und Ausgangspunkt die
Zahlen, welche nach dem archaischen Manuskript im Vorworte zum ersten Bande
gegeben sind.
[Symbolabbildung, siehe Buch], das Sinnbild der Entwicklung und des Falles in
die Erzeugung oder Materie, spiegelt sich wieder in
den alten mexikanischen
Bildhauerarbeiten und Malerein, sowie in den
kabbalastischen Sephiroth und
dem ägyptischen Tau. Man untersuche die mexikanischen
Manuskripte (Add.
MSS. Brit.
Mus. 9789) [37] und man wird es finden in Gestalt eines Baumes,
dessen Stamm mit zehn Früchten bedeckt ist,
bereit gepflückt zu werden von
einem Manne und einem Weibe, zu jeder Seite von ihm
eins, während sich auf
dem Gipfel des Stammes zwei Zweige horizontal nach
rechts und links sprießen,
und so ein vollständiges [Symbolabbildung, siehe
Buch] (Tau) bilden; die Enden
der beiden Zweige tragen obendrein ein jedes ein
dreifaches Büschel, und ein
Vogel - der Vogel der Unsterblichkeit,
Âtma oder der göttliche Geist - sitzt
zwischen den beiden, und
bildet so das Siebente. Dies stellt dieselbe Idee dar
wie der sephirothische Baum, zehn
im ganzen, aber, wenn von seiner oberen
Dreiheit getrennt, sieben übrig lassend. Diese sind
die himmlischen Früchte, die
zehn, oder [Symbolabbildung,
siehe Buch], 10, geboren aus den beiden
unsichtbaren Samen, dem
männlichen und dem weiblichen, zusammen
ausmachend die 12, oder das
Dodekahedron des Weltalls. Das mystische
System enthält den · , den Centralpunkt; die 3 oder [Symbolabbildung,
siehe
4139 :38. I
Buch; Dreieck]; die 5, [Symbolabbildung, siehe Buch;
Pentagramm]; und die 7,
oder
[Symbolabbildung, siehe Buch]; oder wiederum [Symbolabbildung, siehe
Buch]; das
Dreieck im Viereck und den vereinigenden Punkt in dem
verschlungenen doppelten Dreiecke. Soweit in Bezug auf
die Welt der Urbilder.
Die Erscheinungswelt erhält ihren Höhepunkt und den
Wiederschein von Allem
im MENSCHEN. Daher ist er das mystische Viereck - in
seinem metaphysischen
Aspekt - die Tetraktys; und er wird zum Würfel auf der
schöpferischen Ebene.
Sein Symbol ist der auseinandergefaltete Würfel [38]
und die 6 welche zur 7 wird,
oder das [Symbolabbildung, siehe Buch], 3 in
die Quere (das Weibliche) und 4
vertikal: und dies ist der Mensch, die Kulmination der
Gottheit auf Erden, dessen
Körper das Kreuz von Fleisch ist, auf, durch und
in welchem er beständig
kreuzigt und tötet den göttlichern Logos, oder sein
HÖHERES SELBST. Jede
Philosophie und Kosmogonie sagt:
Das Weltall hat einen Lenker (kollektiv in der
Mehrzahl) vorgesetzt, welcher das WORT (Logos) genannt wird: der webende Geist
ist eine Königin: diese beiden sind die erste Macht nach dem EINEN.
Diese sind Geist und Natur, welche beiden unser
illusorisches Weltall bilden. Die
zwei Unzertrennlichen verbleiben im Weltall der
Ideen, so lange dasselbe dauert,
und tauchen dann zurück in Parabrahman, das eine immer
unveränderliche. „Der
Geist, dessen Wesenheit ewig, eins und
selbstexistirend ist“, strahlt ein reines
ätherisches Licht aus - ein doppeltes Licht, das für
dies elementaren Sinne nicht
wahrnehmbar ist - nach den Purânen, der Bibel,
dem Sepher Jetzirah, den
griechischen und lateinischen Hymnen, dem Buche des
Hermes, dem
chaldäischen Buch der Zahlen, der Esoterik des
Lao-tse, und überall sonst. In
der Kabbalah, welche die geheime Bedeutung der Genesis
erklärt, ist dieses Licht der Doppelmensch, oder die androgynen (richtiger
geschlechtslosen)
Engel, deren generischer Name Adam Kadmon ist. Sie
sind es, welche den
Menschen vollständig machen, dessen ätherische Form
von anderen göttlichen,
aber viel niedrigeren Wesen emaniert ist, welche den
Körper mit Lehm, oder mit
dem „Staube des Bodens“ verfestigen - eine Allegorie
freilich, aber ebenso wissenschaftlich wir irgendwelche Darwinsche Evolution,
und wahrer.
Der Verfasser der Quelle der Masse sagt. daß
die Grundlage der Kabbalah und
aller ihrer mystischen Bücher auf den zehn Sephiroth
beruhen gemacht ist.; was
eine Grundwahrheit ist. Er zeigt diese Zehn Sephiroth
oder die zehn Zahlen wie
folgt:
[Symbolabbildung,
siehe Buch]
4139 :38. I
Der Kreis ist die Null; seine vertikale
Durchmesserlinie ist die erste oder
ursprüngliche Eins (das Wort oder der Logos),
aus der die 2 entspringt, die 3,
und so fort bis zur 9, der Grenze
der Ziffern. Die 10 ist die erste göttliche
Offenbarung, [39] welche jede
mögliche Kraft des exakten Ausdruckes der
Proportion enthält - das
heilige Jod. Durch diese Kabbalah wird uns gelehrt,
daß diese Sephiroth die Zahlen
oder Emanationen des himmlischen Lichtes
(20612 zu 6561) waren; sie waren die 10 Worte, D B R I
M , 41 224: das Licht,
dessen Ausfluß sie waren, war der himmlische Mensch,
der Adam- KDM (die
144 - 144); und das Licht, nach dem neuen Testamente
oder Bunde (41 224) schuf Gott; gerade so wie nach dem alten Testamente Gott
(Alhim, 31 415) das Licht (20 612 zu 6561) schafft. [40]
[36] Diese sieben Höhlen, sieben Städten, u. s.
w., u. s. w., stehen in jedem
Falle für die sieben Centren oder Zonen, auf denen die
sieben ursprünglichen
Gruppen der ersten Wurzelrasse geboren waren. [37] Als Stich wiedergegeben in den Heiligen
Mysterien der Mayas und der Quiche auf S. 134 (engl.)
[38] Siehe Source of Measures, p. 50-53.
[39] Siehe Isis Unveiled, II. pp. 300 ff. wegen
eines Beweises für das hohe Alter des decimalen Ziffernsystems.
[40] Siehe Masonic Review, Cincinnati, June,
1886, Art. “The Cabbalah. - No.
,” p. 10.
4139 :38. I
Nun giebt es drei Arten von Licht im Occultismus,
sowie in der Kabbalah. 1. Das
abstrakte und absolute Licht, welches Finsternis ist;
2. das Licht des Geoffenbart-Ungeoffenbarten,
von einigen genannt der Logos; und 3. das letztere
Licht
reflektiert in den Dhyân Chohans, den kleineren Logois
- den Elohim, kollektiv -
welche ihrerseits dasselbe auf das objektive Weltall
ausgießen. Aber in der
Kabbalah - neu herausgegeben und den christlichen
Lehrsätzen sorgfältig
angepasst von den Kabbalisten des 13. Jahrhunderts -
werden die drei Lichter
beschrieben als: 1. das klare und durchdringende, das
des Jehovah; 2. reflektiertes Licht; und
3. Licht in abstracto.
Das Licht, abstrakt genommen, (in einem metaphysischen
oder symbolischen
Sinn) ist Alhim (Elohim, Gott), während das klare
durchdringende Licht Jehovah ist. Das Licht der Alhim gehört der Welt im
allgemeinen an, in ihrer Gänze und allgemeinen Völle, hingegen das Licht des
Jehovah ist jenes, welches der wichtigsten Hervorbringung angehört, dem
Menschen, in den dieses Licht eindrang und ihn erschuf. [41]
Der Verfasser der Source of Measures verweist
den Leser treffend auf Inman´s
Ancient Faiths Embodied in Ancient Names, II.. 648. Dortselbst wird eine Abbildung von der vesica
piscis, Maria, und dem weiblichen Emblem, kopiert aus einem Rosenkranze der
gelobten Jungfrau Maria, welcher gedruckt wurde zu Venedig, 1542.
und daher, wie Inman bemerkt, „mit Erlaubnis der
Inquisition, und infolgedessen
orthodox“, dem Leser zeigen, was die lateinische
Kirche verstanden hat unter
dieser „eindringenden Kraft des Lichtes und den
Wirkungen davon“. Wie traurig
entstellt - durch ihre stattgefundene Anwendung auf
die rohesten
anthropomorphischen Vorstellungen - sind unter
christlicher Auslegung die
edelsten und großartigsten, weil erhabensten, Ideen
der östlichen Philosophie
von der Gottheit geworden!
Die Occultisten im Osten nennen dieses Licht
Daiviprakriti, und die im Westen
das Licht des Logos. Es ist
das Licht des Logos, die unmittelbare
Wiederspiegelung des immer
Unerkennbaren auf der Ebene der universalen
Offenbarung. Aber hier ist
die Erklärung davon, gegeben von den modernen
Christen aus der Kabbalah. Wie der soeben angeführte
Schriftsteller bemerkt:
Auf die Völle der Welt im allgemeinen mit ihrem
hervorragendsten Inhalten,
4141 :39. I
dem Menschen, bezieht sich der Ausdruck Elohim-Jehovas.
In Auszügen aus dem Sohar sagt der ehrw. Dr. Cassel (ein Kabbalist) zum Beweise
dessen, daß die Kabbalah die Lehre von der Dreieinigkeit aufstellt, unter
anderem:
„Jehovah ist Elohim (Alhim)“ . . . Durch drei Schritte
werden Gott (Alhim) und
Jehovah dasselbe, und obwohl getrennt, sind sie ein
jedes und zusammengenommen aus demselben Einen. [42]
Auf ähnliche Weise wird Vishnu zur Sonne, dem
sichtbaren Symbole der
unpersönlichen Gottheit. Vishnu wird geschrieben als
„die sieben Regionen des
Weltalls mit drei Schritten durchschreitend.“
Aber für die Hindûs ist dies eine
exoterische Erzählung,
eine äußerliche Lehre und eine Allegorie, während die
Kabbalisten es für die esoterische und letzte
Bedeutung ausgeben. Doch um fortzufahren:
Nun ist das Licht, wie gezeigt, 20 612 zu 6561. als
die richtige Verkündung
des integralen und numerischen Verhältnisses des
Durchmessers zum
Umfange eines Kreises. Gott (Alhim, das ist 31 415 zu
Eins, eine modificierte
Form des Obigen) ist die
Reduktion desselben, um so eine Normaleinheit,
Eins zu erhalten, als die allgemeine Grundlage jeder
Berechnung und jeder
Abmessung. Aber für die
Hervorbringung des tierischen Lebens, und für
besonderes Zeitmaß,
oder das lunare Jahr, jenen Einfluß. welcher die
Empfängnis und die embryonale
Entwicklung verursacht, müssen die Zahlen
des Jehovahmaßes (des „Mensch
gleich Jehovah“-Maßes), nämlich 113 zu
355, spezialisiert werden.
[43] Aber dieses letztere Verhältnis ist bloß eine
modificierte Form von Licht,
oder 20612 zu 6561, als ein Pi-Wert, indem es
bloß eine Variation desselben
ist (d. i. 20612 zu 6561 ist 31415 zu eins, und
355 zu 113 ist 31415 oder Alhim oder Gott), und auf
eine solche Art, daß das
eine in das andere übergeführt und von dem anderen
abgeleitet werden kann:
und dies sind die drei Stufen, mittelst derer die Einheit
und Gleichartigkeit der
göttlichen Namen gezeigt werden kann. Das heißt, die
zwei sind bloß
Variationen desselben Verhältnisses, nämlich von pi.
Der Zweck dieses
es ist, für die Kabbalah denselben Maßbrauch
aufzuweisen, wie er
in den drei Bünden der Bibel in Anwendung war, und in
den Symbolen der Maurerei, wie soeben bemerkt. [44]
Zuerst also werden die
Sephiroth als Licht beschrieben, das heißt, sie selber
sind eine Funktion von,
thatsächlich dasselbe wie die Offenbarung des Ain
Soph; und sie sind dies durch
die Thatsache, daß „Licht“ das Verhältnis von
20 612 zu 6561 repräsentiert,
als Teil der „Worte“, D B R I M, 41 224, oder,
4141 :39. I
was das Wort betrifft, Dabar, 206 (= 10 Ellen). „Licht“
ist in so hohem Grade
der Kehrreim der Kabbalah, was die Erklärung der
Sephiroth anbelangt, daß
das berühmte Buch über die Kabbalah Sohar oder „Licht“
heißt. In diesem
finden wird Ausdrücke von der folgenden Art: „Das
Unendliche war vollständig
unbekannt und verbreitete kein Licht, bevor der
leuchtende Punkt mit Gewalt
zur Sichtbarkeit durchbrach.“ „Als Er zuerst die Form
annahm (der Krone, oder
der ersten Sephira), ließ Er 9 glänzende Lichter
daraus hervorgehen, welche,
durch dieselbe hindurchscheinend, ein helles Licht
nach allen Seiten
verbreiteten:“ - das ist, diese 9 mit seiner eins
(welche, nach dem Obigen, der
Ursprung der 9 war) zusammen bildeten die 10, das ist [Symbolabbildung,
siehe Buch], oder [Symbolabbildung, siehe Buch], oder die heilige
Zehn (Zahlen oder Sephiroth), oder Jod - und diese Zahlen waren „das
Licht“. Gerade so wie im Evangelium
des St. Johannes Gott (Alhim, 31 415 zu eins) jenes Licht (29612 zu 6561) war,
durch welches (Licht) alle Dinge gemacht waren. [45]
Im Sepher Jetzirah oder der „Zahl der
Schöpfung“ wird der ganze
Entwicklungsvorgang durch Zahlen gegeben. In seinem
„zweiunddreißig Pfaden
der Weisheit“ wird die Zahl 3 viermal wiederholt, und
die Zahl 4 fünfmal. Daher ist
die Weisheit von Gott in Zahlen (Sephrim oder
Sephiroth) enthalten, denn
Sepher (oder S-ph-r, wenn unvokalisiert) bedeutet
„rechnen“. Und daher finden
wir auch bei Plato die Behauptung, daß die Gottheit
bei der Herstellung des Weltalls „geometrisiert“.
[41] Ebenda, a. a. O.
[42] Ebenda, p. 11.
[43] Siehe Source of
Measures, pp. 276 ff., App. .
[44] Dieser Satz ist nach der
ersten Auflage übersetzt. (Der Übers.)
[45] Art., Masonic Review,
pp. 11, 12.
4141 :39. I
Das kabbalistische Buch, der Sepher Jetzirah,
beginnt mit einer Feststellung der
verborgenen Weisheit von Alhim in Sephrim, d. i. der
Elohim in den Sephiroth.In den zweiunddreißig Pfaden, in verborgener Weisheit,
verzeichnete Jah, IHVH, Tzabaoth, Elohi von Israel, Alhim des Lebens, El der
Gnade und Barmherzigkeit - der erhabene erhöhte Bewohner der Höhe, und König
des Immerdauernden Seinen Namen [46] - heilig ist er! in den drei Sephrim,
nämlich:
B - S´phr-r, V - S´phr-r, V - Siph-o-r.
Herr Ralston Skinner fährt fort:
Dieser legt dar die „verborgene Weisheit“ des
Urtextes durch
verborgene Weisheit, das ist,
durch den Gebrauch von Worten, welche eine
spezielle Reihe von Zahlen
und eine spezielle Phraseologie an sich tragen,
welche darlegen wird gerade
das Erklärungssystem, welches wir in der
hebräischen Bibel so genau
zutreffen finden . . . In der Darlegung dieses
Schemas, um es zu bekräftigen, und um seine
detaillierte Auseinandersetzung
zu einem Allgemeinen Postulat auszuarbeiten, - nämlich
das eine Wort „Sephrim“ (Sephiroth), von der Zahl Jezirah, erklärt der
Verfasser die Trennung dieses Wortes in die drei untergeordneten, ein Spiel mit
einem gewöhnlichen Wort, s-ph-r, oder Zahl.
Der Prinz Al-Chazari [47] sagt zu dem Rabbi: „Ich
wünsche jetzt, daß du mir
einige der hauptsächlichsten
oder leitenden Prinzipien der Naturphilosophie
mitteilen mögest, welche, wie
du sagst, in früherer Zeit von ihnen (den alten
Weisen) ausgearbeitet
wurden;“ worauf der Rabbi die Antwort giebt: „Zu
solchen Prinzipien gehört die
Schöpfungszahl unseres Rassenvaters
Abraham“ (das ist Abram und Abraham, oder die Zahlen
41224 und 41252). Er
sagt dann, daß dieses Buch der Zahl davon handelt, die
„Alhim-heit und Ein-heit
durch (DBRIM)“ zu lehren, nämlich durch die Zahlen des
Wortes „Worte“.
Das ist, es lehrt den Gebrauch des Verhältnisses 31415
zu Eins, durch 41224,
welches letztere, bei der Beschreibung der Bundeslade,
in zwei Teile geteilt
wurde durch die zwei steinernen Tafeln, auf
denen diese DBRIM, oder 41224,
geschrieben oder eingegraben waren - oder 20612 x 2.
Er kommentiert
sodann diese drei untergeordnet gebrauchten Worte, und
trägt Sorge, in
bezug auf eines von ihnen den zu machen, „und Alhim (31415 zu
Die Worte, wie sie der Text giebt, sind:
[korrekter
Abdruck siehe Buch, S.43]
und der Rabbi sagt, dieselben kommentierend: „Es lehrt
die Alhim-heit (31415)
und Ein-heit (den
Durchmesser zu Alhim), durch Worte (DBRIM = 41224),
durch welche auf der einen
Seite unendlicher Ausdruck zu heterogenen
Schöpfungen ist, und auf der
anderen eine schließliche harmonische
Tendenz- zur Ein-heit“
(welches, wie jederman weiß, die mathematische
Funktion pi der
Schulen ist, welche die Sterne des Himmels mißt, wägt und
zählt, und sie doch wieder auflöst zurück zur
schließlichen Einheit des Uni-versums)
„durch Worte. Ihr schließlicher
Akkord vervollkommnet sich selbst zu
jener Ein-heit, welche
sie anordnet, und welche besteht aus
[korrekter Abdruck siehe Buch, S.43]
das ist, der Rabbi läßt in
seinem ersten das jod oder i aus
einem
der Worte aus, während er es
hierauf wieder einsetzt. Wenn wir die Werte
dieser untergeordneten Worte nehmen, so finden wir für
sie 340, 340 und 346;
·
zusammen sind
diese 1026, und die Teilung des allgemeinen Wortes in diese ist geschehen, um
diese Zahlen hervorzubringen - welche mittelst T ´mura auf verschiedene Arten
zu verschiedenen Zwecken verändert werden
können. [48]
Der Leser wird ersucht, sich
der vierten Strophe des ersten Bandes Shokla 3 und
zuzuwenden [49] , um zu finden, daß die 3, 4,
(7), und die dreimal
sieben, oder 1065, die Zahl
des Jehovah, die Zahl ist der 21 Prajâpati, erwähnt
im Mahâbhârata, oder der drei
Sephrim (Worte in Ziffern oder Figuren). Und
dieser Vergleich zwischen den
schöpferischen Kräften der archaischen
Philosophie und den
anthropomorphischen Schöpfer des exoterischen
Judentums (nachdem die Esoterik
der Juden ihre Wesensgleichheit mit der
Geheimlehre erkennen läßt),
wird den Schülern zu der Wahrnehmung und
Entdeckung , daß in Wahrheit Jehovah bloß ein „Mond-“
oder „Zeugungs-“Gott
ist. Es ist eine, jedem gewissenhaften Schüler der
Kabbalah wohlbekannte
Thatsache, daß, je mehr er sich in dieselbe vertieft,
desto mehr er sich davon
überzeugen läßt, daß, wenn nicht die Kabbalah - oder
was von ihr übrig ist - im
Lichte der östlichen esoterischen Philosophie gelesen
wird, ihr Studium nur zu
der Entdeckung führt, daß auf den vom exoterischen
Judentum und Christentum
gezogenen Linien der Monotheismus beider nichts
Erhabeneres ist als alter
Sternendienst, jetzt beschützt von moderner
Astronomie. Die Kabbalisten hören
niemals auf zu wiederholen, daß die ursprüngliche
Intelligenz niemals verstanden
4143 :39. I
werden kann. Sie kann nicht begriffen werden, noch
kann sie localisiert werden,
daher muß sie namenlos und negativ bleiben. Daher
stellte man sich von dem
Ain Suph - dem „Unerkennbaren“ und „UNNENNBAREN“ - da
Es nicht offenbar
gemacht werden konnte, vor, daß es Offenbarungskräfte
emaniere. Daher
kommt es, daß der menschliche Intellekt allein mit
seinen Emanationen sich zu
beschäftigen hat und haben kann. Die christliche
Theologie, welche die Lehre
von den Emanationen verworfen
und dieselben durch unmittelbare, bewußte
Schöpfungen von Engeln und
dem übrigen aus dem Nichts ersetzt hat, findet
sich jetzt hoffnungslos
gestrandet zwischen Supernaturalismus oder Wunder,
und Materialismus. Ein außer-weltlicher
Gott ist verhängnisvoll für die
Philosophie; eine inner-weltliche Gottheit - d.
i. Geist und Materie voneinander
untrennbar- ist eine philosophische Notwendigkeit. Man
trenne sie, und das, was
übrig bleibt, ist ein grober Aberglaube unter einer
Maske von Emotionalismus.
Aber warum „geometrisieren“, wie Plato es hat, warum
diese Emanationen unter
der Form einer ungeheuern arithmetischen Tafel
darstellen? Die Frage wird von
dem soeben angeführten Schriftsteller gut beantwortet,
welcher sagt:
Mentale Wahrnehmung muß, um physische Wahrnehmung zu
werden, das
kosmische Prinzip des Lichtes haben: und unser
mentaler Kreis der der
physischen Sichtbarkeit oder Licht selber sein.
Solche Begriffe werden derart formuliert, wurden zum
Fundamente der
Philosophie vom Göttlichen, das sich im Weltall
offenbart. [50]
[46] Der englische Text hat statt „Seinen Namen“, „und
Sein Name“ (Der
Übers.)
[47] In dem Buche Al-Chazari
des Jehuda-ha-Levi, übersetzt von Dr. D.
Cassel.
[48] a. a. O., pp. 12, 18.
[49] I. pp. 117 ff.
[50] a. a. O., p. 2.
4143 :39. I
Das ist Philosophie. Es ist anders, wenn wir den Rabbi
in Al-Chazari sagen
finden:
Unter s´ph-r ist zu verstehen - Berechnung und Wägen
der geschaffenen
Körper. Denn die Berechnung, mit Hilfe derer
ein Körper in Harmonie oder
Symmetrie konstruiert, durch welche er in der
Konstruktion recht angeordnet
und auf dem Gegenstande, wie
er geplant ist, entsprechend gemacht werden
muß, besteht schließlich aus
Zahl, Ausdehnung, Maße, Gewicht; -
koordiniertes Verhältnis von
Bewegungen, sodann Harmonie der Musik,
müssen ganz und gar aus
Zahl, das ist s´ph-r, bestehen. . . . Unter Sippor (s
´phor) sind zu verstehen die Worte von Alhim (206-1
von 31415 zu eins), wozu
sich der Plan dem Rahmen oder der Form der
Konstruktion vereint oder
anpaßt; zum Beispiel - es wurde gesagt, „es werde
Licht.“ Das Werk geschah,
indem die Worte gesprochen wurden, das ist,
indem die Zahlen des Werkes
hervorkamen. [51]
Das heißt das Geistige ohne Skrupel vermaterialisieren.
Aber die
Kabbalah war nicht immer den anthropo-monotheistischen
Begriffen so wohl angepaßt. Vergleiche dies mit irgend
einem der
sechs Schulen von Indien. Zum Beispiel in Kapilas
Sânkhya
Philosophie bleibt, wenn nicht allegorisch gesprochen
Purusha auf
die Schultern von Prakriti steigt, die letztere
unvernünftig, während
der erstere ohne sie unthätig bleibt. Daher muß die
Natur (im
Menschen) ein Zusammengesetztes aus Geist und Stoff
werden,
bevor er zu dem wird, was er ist; und der im Stoffe
verborgene
Geist muß stufenweise zu Leben und Bewußtsein erweckt
werden.
Die Monade hat durch ihre mineralische, pflanzliche
und tierische
Form hindurchzugehen, bevor das Licht des Logos im
tierischen
Menschen erweckt wird. Deshalb kann bis dahin der letztere
nicht
als „Mensch“ bezeichnet werden, sondern ist als eine
in immer
welchselnde Formen eingekerkerte Monade zu betrachten.
Entwicklung,
nicht Schöpfung mit Hilfe von Worten wird in den
Philosophieen des Ostens, selbst in ihren exoterischen
Aufzeichnungen, anerkannt. Ex oriente lux.
Sogar der Name des
ersten Menschen in der mosaischen Bibel hatte seinen
Ursprung in
Indien, trotz Professor Max Müllers Verneinung. Die
Juden
erhielten ihren Adam von Chaldäa; und Adam-Adami ist
ein
zusammengesetztes Wort und daher ein mannigfaltiges
Symbol,
und beweist die occulten Dogmen.
4145 :40. I
Es ist dies kein Ort für philologische Untersuchungen.
Aber der Leser möge
daran erinnert sein, daß die Worte Ad und Adi
im Sanskrit der „erste“ bedeuten;
im Aramäischen „ein“ (Ad-ad, der „einzige“); im
Assyrischen „Vater“, woher Ak-ad
oder „Vater-Schöpfer“. [52] Und sobald einmal die
Behauptung als richtig
befunden wird, wird es ziemlich schwer, Adam auf die
mosaische Bibel allein zu
beschränken und darin einfach einen jüdischen Namen zu
sehen.
Es besteht eine häufige Verwirrung in den Attributen
und Genealogieen der
Götter in ihren Theogonieen, dem Alpha und dem Omega
der Aufzeichnungen
dieser symbolischen Wissenschaft, wie sie der Welt von
den halbinitiierten
brâhmanischen und biblischen Schriftstellern gegeben
sind. Doch konnte eine
solche Verwirrung nicht durch die frühesten Nationen,
die Abkömmlinge und
Schüler der göttlichen Unterweiser angerichtet worden
sein; denn sowohl
Attribute wie Genealogieen waren untrennbar verknüpft
mit kosmogonischen
Symbolen, indem die „Götter“ das Leben und das
lebengebende „Seelenprinzip“
der verschiedenen Regionen des Weltalls sind. Nirgends
und bei keinem Volke
wurde der Spekulation gestattet, über diese geoffenbarten
Götter hinaus zu
schweifen. Die schrankenlose und unendliche Einheit
bliebt für jede Nation ein
jungfräulicher verbotener Boden, unbetreten von den
Gedanken des Menschen,
unberührt von fruchtloser Spekulation. Die einzige
Bezugnahme auf sie lag in der
einfachen Vorstellung von ihrer diastolischen und
systolischen Eigenschaft, von
ihrer periodischen Ausdehnung oder Erweiterung, und
Zusammenziehung. In
dem Weltalle mit allen seinen unzähligen Myriaden von
Systemen und Welten,
die in Ewigkeit verschwinden und wiedererscheinen,
mußten die
anthropomorphisierten Kräfte oder Götter, ihre Seelen,
mit ihren Körpern aus
dem Sehkreise verschwinden. Wie unser Katechismus sagt:
„Der Atem,
welcher zurückführt in den ewigen Busen, der sie ausatmet und
einatmet.“
Die ideale Natur, der abstrakte
Raum, in welchem alles im Weltalle Befindliche
geheimnisvoll und unsichtbar
erzeugt wird, ist dieselbe weibliche Seite der
zeugenden Kraft in der Natur,
in der vedischen, sowie in jeder anderen
Kosmogonie. Aditi ist Sephira,
und die Sophia der Gnostiker, und Isis, die
jungfräuliche Mutter des Horus.
In jeder Kosmogonie steht hinter der
„schöpferischen“ Gottheit, und höher als diese, eine
Höhere Gottheit, ein Planer,
ein Baumeister, von dem der Schöpfer bloß der
ausführende Agent ist. Und noch
höher, darüber und rundumher, innen und außen,
ist das Unerkennbare und das
Unbekannte, die Quelle und Ursache aller dieser
Emanationen.
4145 :40. I
[51] Ebenda, p. 14.
[52] Die Bezeichnung Ak-ad
(oder Akkadier) gehört derselben Klasse an wie
Ad-m, Ha-va (Eva), Aeden (Eden); Ak-Ad bedeutet
„Sohn des Ad“, wie die
Söhne des Ad im alten
Arabien. Ad-ad, der „einzige“ und der „erste“ war der
Ad-on oder „Herr“ von Syrien und Gatte der Ad-ar-gat oder
Aster´t, der
asyrischen Göttin. Und Gan-Aeden (Eden) oder Ganudia
war Babylonien und
Mesopotamien. Im Assyrischen bedeutete Ak Schöpfer,
wobei der Buchstabe
k guttural kh
(ah) ausgesprochen wurde. Nach Swedenborgs Mysticismus war
Adam nicht ein Mensch, sondern eine Kirche (?)
ursprünglichen Lichtes. In
den Veden ist Aditi das ursprüngliche Licht,
der Âkâsha der Erscheinungswelt.
4145 :40. I
Es wird somit leicht, den Grund anzugeben, warum
Adam-Adami sich in der
chaldäischen Schrift findet, die sicherlich früher ist
als die mosaischen Bücher.
Im Assyrischen ist Ad der „Vater“, und im
Aramäischen ist Ad „ein“, und Ad-ad
der „einzige“, während Ak im Assyrischen
„Schöpfer“ ist. So wurde Ad-am-ak-ad-mon
zum Adam-Kadmon in der Kabbalah (Zohar), und
bedeutete thatsächlich
der „Eine (Sohn) des göttlichen Vaters, oder
Schöpfer“, denn die Worte am und
om bedeuteten
einstmals in fast jeder Sprache das „Göttliche oder die Gottheit“.
Somit gelangten Adam-Kadmon und Adam-Adami zu der
Bedeutung: „Die erste
Emanation des Vater-Mutter oder der göttlichen Natur“,
und buchstäblich der
„erste Göttliche“. Und es ist leicht zu sehen, daß Ad-Argat
(oder Aster´t, die
syrische Göttin, die Gemahlin des Ad-on, des
Herrgottes von Syrien oder des
jüdischen Adonai), und Venus, Isis, Ister, Mylitta,
Eva u. s. w. wesensgleich sind
mit der Aditi und Vâch der Hindûs. Sie sind alle die
„Mütter alle Lebendigen“ und
„der Götter“. Andererseits - kosmisch und astronomisch
- wurden ale männlichen
Götter zuerst „Sonnengötter“, sodann, theologisch, die
„Sonnen der
Gerechtigkeit“, und die Logoi, die alle durch die
Sonne symbolisiert sind. [53] Sie
sind alle Protogonoi - Erstgeborene - und
Mikroprosopoi. Bei den Juden war
Adam-Kadmon dasselbe wie Athamaz, Tamaz, oder der
Adonis der Griechen -
„der Eine mit und von seinem Vater“ -
welchen „Vater“ während der späteren
Rassen zum Helios wird, zur Sonne, als Apollo Karneios
[54] , zum Beispiel,
welcher der „Sonnengeborene“ war; Osiris, Ormazd und
so fort hatten zu
Nachfolgern - und fanden sich späthin in diese
verwandelt - noch irdischere
Typen: wie den Prometheus, den Gekreuzigten des Berges
Kasbek, Herkules,
und so viele andere Sonnengötter und Heroen, bis sie
alle dahin gelangten,
nichts Besseres zu bedeuten als phallische Symbole.
Im Zohar heißt es:
Der Mensch wurde erschaffen von den Sephiroth (auch Elohim-Javeh),
und
sie erzeugten durch gemeinsame Kraft des irdischen Adam.
Daher sagen in der Genesis die Elohim: „Siehe,
der Mensch ist geworden als
unser einer“.
Aber in der indischen Kosmogonie oder „Schöpfung“ erschafft
Brahmâ-Prajâpati geistig den Virâj und die Rishis;
daher werden die letzteren
ausdrücklich die „aus der Seele geborenen Söhne des
Brahmâ genannt; und
diese besondere Weise des Erzeugens schloß jede
Idee von Phallicismus aus,
auf jeden Fall bei den frühen menschlichen Nationen.
Dieses Beispiel
veranschaulicht gut die betreffende Geistigkeit der
zwei Nationen.
4147 :40. I
[53] Adam-Jehovah, Brahmâ und Mars sind in einem Sinne
wesensgleich; sie
sind alle Sinnbilder für die
ursprünglichen oder anfänglichen Zeugungskräfte
für die Zwecke der
menschlichen Fortpflanzung. Adam ist rot, und das sind
auch Brahmâ-Virâj und Mars -
Gott und Planet. Wasser ist das „Blut“ der
Erde; daher stehen alle diese
Namen im Zusammenhang mit Erde und
Wasser. „Es bedarf Erde und
Wasser, um eine menschliche Seele zu
erschaffen“, sagt Moses. Mars ist wesensgleich mit
Kârttikeya, dem Gotte des
Krieges (in einem Sinne) - welcher Gott geboren ist
aus dem Schweiße des
Shiva, Shiva-gharmaja und der Erde. Im Mahâbhârata wird
er als ohne
Dazwischentreten eines Weibes geboren dargestelt. Und
er wird auch Lohita,
der Rote genannt, wie Adam, und die anderen „ersten
Menschen“. Daher hat
der Verfasser von The Source of Measures ganz
recht mit dem Gedanken,
daß Mars (und alle anderen Götter mit ähnlichen
Attributen) „als der Gott des
Krieges und
des Blutvergießens nur eine sekundäre Idee war, entspringend
aus der primären des Blutvergießens bei der Empfängnis
im Anfange.“ Daher
wurde Jehovah später ein
kämpfender Gott, „Herr der Heerscharen“, und
einer, der Krieg gebietet. Er
ist der aggressive Zodh - oder Kain, durch
Permutation, der seinen
(weiblichen) Bruder schlug, dessen „Blut von der
Erde schreiet,“ indem die Erde
aufgethan hatte ihr Maul, um das Blut zu
empfangen. (Genesis .)
[54] Apolle Karneios ist
sicherlich eine griechische Umformung des indischen
Krishna-Karna. Karna bedeutet
strahlend, und Karneios, was ein Titel des
Apollo bei den Kelten wie bei den Griechen war,
bedeutete „Sonnengeboren“.
4147 :40. I
WERDE DIR EIN FEUER SENDEN, WENN DEIN WERK BEGONNEN
IST.
ERHEBE DEINE STIMME ZU ANDEREN LOKAS; WENDE DICH AN
DEINEN
VATER, DEN HERRN DES LOTUS [55] , (a) UM SEINE
SÖHNE . . . . . DEIN
VOLK SOLLE UNTER DER HERRSCHAFT DER VÄTER [56] SEIN.
DEINE
MENSCHEN WERDEN STERBLICHE SEIN. DIE MENSCHEN DES
HERRN
UNSTERBLICH. LASS AB VON DEINEN KLAGEN (b).
DEINE SIEBEN HÄUTE
SIND NOCH AUF DIR . . . DU BIST NICHT BEFREIT. DEINE
MENSCHEN SIND
NICHT BEFREIT ©.
(a) Kumuda-Pati
ist der Mond, der Vorfahr der Erde, in seiner Region der Soma-loka.
Obwohl die Pitris oder Väter Söhne der Götter sind,
anderwärts Söhne des
Brahmâ oder selbst der Rishis, sind sie allgemein
bekannt als die Mondvorfahren.
(b) Pitri-Pati
ist der Herr oder König der Pitris. Yama, der Gott des Todes und der
Richter der Sterblichen. Die Menschen des Budha, des
Merkur, sind
metaphorisch „unsterblich“ durch ihre Weisheit. So ist
der gemeinsame Glaube
jener, welche jedem Sterne oder Planeten die
Bewohntheit zuschreiben - und es
giebt Männer der Wissenschaft, Herrn Flammarion unter
anderen, welche lebhaft
daran glauben, auf Grund logischer sowohl
astronomischer Daten. Da der Mond
ein niedriger stehender Körper ist - sogar der Erde
gegenüber, geschweige von
anderen Planeten, so können die von seinen Söhnen -
den Mondmenschen oder
Mondvorfahren - aus seiner Schale oder seinem Körper
hervorgebrachte irdische
Menschen nicht unsterblich sein. Sie können nicht
hoffen, wirkliche,
selbstbewußte und intelligente Menschen zu werden,
wenn sie nicht sozusagen
„fertiggestellt werden“ von den anderen Schöpfern. So
ist in der purânischen
Legende der Sohn des Mondes (des Soma) Budha (Merkur),
der Intelligente und
der Weise, weil er der Sproß ist von Soma, dem
Regenten des sichtbaren
Mondes, nicht von Indu, dem physischen Monde. Somit
ist Merkur der ältere
Bruder der Erde, metaphysisch
- ihr Stiefbruder, sozusagen. Der Sproß des
Geistes - während sie (die
Erde) der Sproß des Körpers ist. Diese Allegorien
haben eine tiefere und
wissenschaftlichere Bedeutung - astronomisch und
geologisch - als unsere
modernen Physiker zuzugestehen Willens sind. Der
ganze Cyklus des ersten „Streites im Himmel“, des
Târakâ-maya, ist ebenso voll
an philosophischen, wie an kosmogonischen und
astronomischen Wahrheiten.
Man kann darin die Lebensbeschreibung aller Planeten
in der Geschichte ihrer
Götter und Beherrscher verfolgen. Ushanas (Shukra,
oder Venus), der
Busenfreund des Soma und der Feind des Brihaspati
(Jupiter), des
„Unterweisers der Götter“, dessen Weib Târâ oder
Tarakâ entführt worden war
4149 :41. I
von dem Monde, von Soma - „welcher mit ihr den Budha
erzeugte“ - nahm auch
thätigen Anteil in diesem Kriege gegen die „Götter“
und wurde sofort zu einer
dämonischen (Asura) Gottheit degradiert, und das blieb
er bis zum heutigen
Tage. [59]
Hier bezieht sich das Wort „Menschen“ auf die
himmlischen Menschen, oder auf
das, was man in Indien die Pitaras oder Pitris nennt,
die Väter, die Vorfahren der
Menschen. Dies beseitigt
nicht die angesichts der modernen Hypothesen
bestehende scheinbare
Schwierigkeit der Lehre, welche zeigt, daß diese
Vorfahren oder Ahnen die
ersten menschlichen Adama aus ihren Seiten als
astrale Schatten erschaffen. und obwohl es eine
Verbesserung ist gegenüber der
Rippe Adams, so werden doch noch geologische und
klimatische
Schwierigkeiten vorgebracht werden. So jedoch ist die
Lehre des Occultismus.
(c) Der
Organismus des Menschen war in einer jeden Rasse seinen Umgebungen angepaßt. Die
erste Wurzelrasse war ebenso ätherisch, wie die unsere materiell ist. Die
Nachkommenschaft der sieben Schöpfer, welche die sieben ursprünglichen Adame
evolvierten [60] , bedurfte sicherlich keiner gereinigten Gase zum Atmen und
Leben. Daher behauptet der Occultist, wie sehr auch die Unmöglichkeit dieser
Lehre von den Verehrern der modernen Wissenschaft mit Nachdruck vertreten
werden mag, das sich der Fall, wie
dargestellt, Aeonen von Jahren, sogar vor der
Entwicklung des Lemuriers, des
ersten körperlichen Menschen, welche vor 18 000 000
Jahren stattfand,
zugetragen hat.
Die archaischen Schriften lehren, daß am Beginne eines
jeden lokalen Kalpas,
oder Runde, die Erde wiedergeboren wird, und die
vorläufige Entwicklung wird in
einem der Bücher des Dzyan und den en dazu wie
folgt beschrieben:
„Wie der
menschliche Jîva (Monade), wenn er in einen neuen Schoß eintritt, mit
einem neuen
Körper wiederbedeckt wird, so auch der Jîva der Erde; er bekommt
mit jeder
Runde eine vollkommenere und festere Bedeckung, nachdem er aufs
neue aus dem
Schoße des Raumes in die Gegenständlichkeit aufgetaucht ist.“
Dieser Vorgang ist natürlich
von den Wehen der neuen Geburt, oder von
geologischen Umwälzungen
begleitet.
Die einzige Bezugnahme hierauf
ist enthalten in einem Verse des Bandes vom
Buche des Dzyan,
wo derselbe sagt:
IHRE NEUEN SIEBEN HÄUTE AN; UND STAND DA IN IHRER
ERSTEN:
4149 :41. I
Dies bezieht sich auf das Wachstum der Erde, indem in
der Strophe, welche von
der ersten Runde handelt, im gesagt wird:
„Nachdem die
wendellose (Avikâra) unveränderliche Natur (Wesenheit,
Sadaikarûpa)
erwacht war und sich in (einen zustand von) Kausalität (Avyakta)
verwandelt
(differentiiert) hatte, und aus einer Ursache (Kârana) zu ihrer eigenen
abgesonderten
Wirkung (Vyakta) geworden war, wurde sie aus einer
unsichtbaren
zu einer sichtbaren. Das Kleinste der Kleinen (das atomitischeste
der Atome;
oder anîyasâm anîyâsâm) wurde zum Einen und den Vielen
(Ekânekarûpa);
und indem es das Weltall hervorbrachte, brachte es auch hervor
den vierten
Loka (unsere Erde) in dem Blumengewinde der sieben Lotusse. Das
Achyuta wurde dann zum Chyuta.“
[62]
Es heißt von der Erde, daß sie
„ihre alten drei“ Häute abwarf, weil sich dies auf
die drei vorhergehenden Runden
bezieht, durch welche sie bereits
hindurchgegangen ist; die gegenwärtige ist die Vierte
Runde unter den sieben.
Beim Beginne einer jeden neuen Runde, nach einer
Periode der Verdunkelung,
wirft die Erde - so wie es auch die anderen sechs
„Erden“ thun - ihre alten Häute
ab, oder man vermutet, daß sie dieselben abwirft, so
wie es die Schlange thut;
daher wird sie in dem Aitareya-Brâhmana die
Sarpa-Râjnî, die „Königin der
Schlangen“ genannt, und, „die Mutter von allem, was
sich bewegt.“ Die „sieben
Häute“, in deren erster sie jetzt steht, beziehen sich
auf die sieben geologischen
Veränderungen, welche die Entwicklung der sieben
Wurzelrassen der
Menschheit begleiten und mit ihr korrespondieren.
Strophe II, welche von dieser Runde spricht, beginnt
mit einigen Worten, welche
in betreff des Alters unserer Erde Aufschluß geben.
Die Chronologie wird an
entsprechender Stelle gegeben werden. In dem der
ersten Strophe
beigegebenen e werden zwei Persönlichkeiten erwähnt,
Nârada und
Asuramaya, insbesondere der letztere. Alle
Berechnungen werden dieser
archaischen Celebrität zugeschrieben; und das folgende
wird den Lesern mit
einigen dieser Zahlen
oberflächlich bekannt machen.
[55] Kumuda-Pati.
[56] Pitri-Pati.
[57]Budha, Merkur.
4149 :41. I
[58] Des Mondes.
[59] Ushanas-Shukra, oder
Venus, ist unser natürlicher Lucifer, der
Morgenstern. Der Sinnreichtum
dieser Allegorie in ihren mannigfaltigen
Bedeutungen ist in der That
groß. So ist Brihaspati (der Planet Jupiter), oder
Brahmanaspati im Rig Veda eine
Gottheit, welche das Symbol und das
Vorbild der exoterischen oder ritualistischen
Verehrung ist. Er ist der Priester,
Opferer, Bittflehende, und
das Mittel, durch welches die Gebete der
Sterblichen die Götter
erreichen. Er ist der Purohita (Hauspriester oder
Hotkaplan) des indischen
Olymps und der geistliche Guru der Götter. Soma
ist der Mysteriengott und
steht der mystischen und occulten Natur im
Menschen und im Weltalle vor.
Târâ, das Weib des Priesters, welche den
Verehrenden symbolisiert, zieht
die esoterischen Wahrheiten ihrer bloßen
Schale, der Exoterik vor; daher wird sie als von Soma
fortgetragen dargestellt.
Nun ist Soma der heilige Saft
des Namens, welcher mystische Visionen und
Tranceoffenbarungen verleiht,
eine Vereinigung, deren Resultat Budha
(Weisheit), Merkur, Hermes u.
s. w. ist; kurz gesagt jene Wissenschaft,
welche von den Brihaspatis der Theologie bis zum
heutigen Tage als teuflisch
und satanisch ausgeschrieen wird. Was Wunder, wenn wir
finden, daß bei der
Ausbreitung des Kreises dieser Allegorie die
christliche Theologie sich des
Streites der indischen Götter eifrig annimmt, und den
Ushanas (Lucifer),
welcher dem Soma gegen jene alte Personification
ritualistischer Verehrung
(Brahmanaspati, den Herrn der Brâhmanen, jetzt zu Jupiter-Jehovah
geworden) zu Hilfe kam, als Satan., als den „Feind
Gottes“ betrachtet!
[60] Wie anderwärts gezeigt, ist es nur der Himmlische
Mensch, Adam-Kadmon,
des ersten Kapitels der Genesis, welcher „Gott
zum Bilde und
Gleichnis“ gemacht wird. Von dem Adam des zweiten
Kapitels heißt es nicht,
daß er nach diesem Bilde oder nach dem
Gleichnisse gemacht sei, bevor er
nicht von der verbotenen Frucht gegessen hatte. Der
erstere Adam ist die
4149 :41. I
sephirothische Schar; der zweite Adam ist die
gemütlose erste menschliche
Wurzelrasse; der dritte Adam ist die Rasse, welche
sich spaltete, deren
Augen geöffnet sind.
[61] Die Erde.
[62] Achyuta ist ein nahezu unübersetzbarer Ausdruck.
Er bedeutet das, was
dem Falle oder dem Wandel zum Schlechteren nicht unterworfen
ist: das
Nichtfallende; und ist der Gegensatz zu Chyuta, dem
Gefallenen. Die
Dhyânîs, welche sich in den menschlichen Formen der
dritten Wurzelrasse
inkarnieren und diese mit Intellekt (Manas) begaben,
werden die Chyuta
genannt, weil sie in die Zeugung fallen.
4149 :41. I
Für das Denken des östlichen Schülers des Occultismus
sind zwei Gestalten in
unlösbarem Zusammenhange mit mystischer Astronomie,
Chronologie und deren
Cyklen. Zwei erhabene und geheimnisvolle Gestalten,
gleich zwei Riesen sich
auftürmend in der urzeitlichen Vergangenheit, tauchen
vor ihm auf, so oft er sich
auf Yugas und Kalpas zu beziehen hat. Wann, in welchem
Zeitalter der
Vorgeschichte sie lebten, weiß ausgenommen einige
wenige Menschen auf der
Welt niemand, und kann es niemals wissen, mit jener
Sicherheit, welche die
exakte Chronologie erfordert. Es mag vor 100 000, es
mag vor 1 000 000 Jahren
gewesen sein, so viel die äußere Welt jemals wissen
wird. Der mystische Westen
und Freimaurerei sprechen laut von Enoch und Hermes.
Der mystische Osten
spricht von Nârada, dem alten
vedischen Rishi, und von Asuramaya, dem
Atlantier.
Es wurde bereits angedeutet,
daß von allen den unveränderlichen Charakteren
im Mahâbhârata und in
den Purânen Nârada, der Sohn des Brahmâ im Matsya
Purâna, der Sprosse des Kashyapa und der Tochter des Daksha
im Vishnu
Purâna, der
allergeheimnisvollste ist. Er wird von Parâshara mit dem Ehrentitel
eines Deva-Rishi (eines göttlichen Rishis vielmehr,
als einer Halbgottes) belegt,
und doch wird er von Daksha und sogar von Brahmâ
verflucht. Er benachrichtigt
Kansha, daß Bhagavân, oder Vishnu in der Exoterik,
sich in dem achten Kinde
der Devakî inkarnieren wolle, und bringt dadurch den
Zorn des indischen
Herodes über Krishna´s Mutter; und dann, von einer
Wolke herab, auf der er sitzt
·
unsichtbar wie
ein echter Mânasaputra - preist er Krishna, entzückt über die
Heldenthat des Avatârs, das Ungeheuer Keshin zu töten.
Nârada ist hier, dort
und überall; und trotzdem giebt es keines der Purânen
die wahren Eigenschaften
dieses großen Feindes der physischen Fortpflanzung.
Was immer jene Eigenschaften in der indischen Esoterik
sein mögen, Nârada -
welcher im cishimâlayischen Occultismus Pesh-Hun
genannt wird, der
„Gesandte“, oder griechisch der Angelos - ist der
einzige Vertraute und der
Vollzieher der universalen Anordnungen von Karma und
Adi-Budha; eine Art von
thätigem und sich stets inkarnierenden Logos, welcher
die menschlichen
Angelegenheiten von Anbeginne bis zum Ende des Kalpa
leitet und lenkt.
Pesh-Hun ist allgemeines, nicht speziell indisches
Besitztum. Er ist die
geheimnisvolle, lenkende, intelligente Kraft, welche
den Anstoß zu den Cyklen,
Kalpas und universalen Ereignissen giebt und ihren
Schwung regelt. [63] Er ist
der sichtbare Ausgleicher von Karma in einem
allgemeinen Maßstabe; der
Begeisterer und Leiter der größten Helden dieses
Manvantara. In den
exoterischen Werken wird er mit einigen sehr
unschmeichelhaften Namen belegt,
4151 :41. I
so z. B. mit Kalikâraka, der Streitmacher, Kapivaktra,
der Affengesichtige, und
selbst mit Pishuna, der Späher, obwohl er anderwärts
Deva-Brahmâ genannt
wird. Selbst Sir William Jones war sehr betroffen von
diesem geheimnisvollen
Charakter, nach dem, was er bei seinen Sanskritstudien
sammelte. Er vergleicht
ihn mit Hermes und Merkur, und nennt ihn den „beredten
Boten der Götter“. [64]
All dieses, neben der Thatsache, daß die Inder ihn für
einen großen Rishi halten,
„welcher unaufhörlich auf Erden umherwandelt und guten
Rat giebt“, führte den
verstorbenen Dr. Kenealy [65] dahin, in ihm einen
seiner zwölf Messiasse zu
sehen. Er war vielleicht nicht so weit von der
wirklichen Spur entfernt, als einige
denken.
Was Nârada wirklich ist,
kann in Druck nicht erklärt werden; auch würden die
modernen Generationen von Profanen nicht viel aus der
Mitteilung entnehmen.
Aber es mag erwähnt werden, daß, wenn in dem indischen
Pantheon eine
Gottheit existiert, welche dem Jehovah gleicht in
Versuchen durch „Eingebung“
von Gedanken und „Verhärten“ der Herzen jener, welche
er zu seinen
Werkzeugen und Opfern machen will, es Nârada ist. Nur
ist bei dem letzteren
kein Verlangen vorhanden, einen Vorwand zum „Schlagen“
zu erhalten, und so
zu zeigen: „Ich bin Gott der Herr“. Auch
geschieht es nicht aus irgend einem
ehrgeizigen oder selbstsüchtigen Beweggrund, sondern
fürwahr um den
allgemeinen Fortschritte und der allgemeinen
Entwicklung zu dienen und sie zu
leiten.
Nârada ist einer der wenigen
hervorragenden Charaktere, wenn wir einige Götter
ausnehmen, in den Purânen,
welche die sogenannten niederen oder infernalen
Regionen, Pâtâla, besuchen. Ob
nun Nârada alles, was er wußte, durch seinen
Verkehr mit dem tausendköpfigen
Shesha, der Schlange, welche die sieben
Pâtâlas und die ganze Welt wie ein Diadem auf ihren
Häuptern trägt, und welche
der große Lehrer der Astronomie ist, [66] gelernt hat
oder nicht, sicher ist, daß er
den Guru des Garga in Bezug auf seine Kenntnis
cyklischer Verwicklungen
übertrifft. Er ist es, der die Ansicht über unsern
Fortschritt und über unser
nationales Wohl und Wehe hat. Er ist es, der die
Kriege in Gang bringt und ihnen
ein Ende macht. In den alten Strophen wird dem
Pesh-Hun zugeschrieben, daß
er alle astronomischen und
kosmischen Cyklen der Zukunft berechnet und
aufgezeichnet und den ersten
Betrachtern des Himmelsgewölbes die
Wissenschaft gelehrt habe.
Und Asuramaya soll alle seine astronomischen
Werke auf jene Aufzeichnungen begründet und die Dauer
zukünftiger Cyklen bis
zum Ende dieses Lebenscyklus oder dem Ende der
siebenten Rasse bestimmt
haben.
4151 :41. I
[63] Dies ist vielleicht der
Grund, warum uns in der Bhagavad Gîtâ gesagt
wird, daß Brahmâ dem Nârada zu
Anbeginn mitgeteilt hatte, daß alle
Menschen ohne Ausnahme, selbst Mlechchhas,
Kastenlose und Barbaren die
wahre Natur von Vâsudeva zu
erkennen und Glauben zu dieser Gottheit zu
haben lernen können.
[64] Siehe Asiatic Researches,
I. 265
[65] . Book of God, 60.
[66] Shesha, welcher auch Ananta ist, der unendliche,
und der „Cyklus der
Ewigkeit“ in der Esoterik, soll sein astronomisches
Wissen dem Garga
mitgeteilt haben, dem ältesten Astronomen von Indien,
der ihn sich geneigt
gemacht hatte, und hinfort alles in betreff der
Planeten und der Erklärung der
Vorzeichen wußte.
4151 :41. I
Es giebt unter den geheimen Büchern ein Werk, genannt
der Spiegel der
Zukunft, in
welchem alle die Kalpas innerhalb von Kalpas, und Cyklen im Schoße
des Shesha oder der
unendlichen Zeit aufgezeichnet sind. Dieses Werk wird
dem Pesh-Hun-Nârada zugeschrieben.
Es besteht ein anderes altes Werk,
welches verschiedenen
Atlantiern zugeschrieben wird. Diese beiden
Aufzeichnungen versehen uns
mit den Zahlen unserer Cyklen, und mit der
Möglichkeit, das Datum zukünftiger Cyklen zu
berechnen. Die chronologischen
Berechnungen jedoch, welche gegenwärtig mitgeteilt
werden sollen, sind jene
der Brâhmanen, wie weiterhin erklärt: aber die meisten
derselben sind auch jene
der Geheimlehre.
Die Chronologie und die
Berechnungen der brâhmanischen Initiierten beruhen
auf den indischen Tierkreisaufzeichnungen und auf den
Werken des
obengenannten Astronomen und Magiers - Asuramaya. Die
atlantischen
Tierkreisaufzeichnungen können nicht irren, da sie
unter der Anleitung jener
zusammengestellt wurden, welche der Menschheit unter
anderem zum ersten
Male die Astronomie lehrten.
Aber hier treten wir neuerlich mit Bedacht und ohne
Sorge einer neuen
Schwierigkeit entgegen. Man wird uns sagen, daß unsere
Behauptung von der
Wissenschaft widersprochen wird, in der Person eines
Mannes, der (im Westen)
als eine große Autorität in Bezug auf alle Gegenstände
der Sanskritlitteratur
betrachtet wird - Professor Albrecht Weber zu Berlin.
Das ist nun einmal zu
unserm großen Bedauern nicht anders; und wir sind
bereit, das zu vertreten, was
jetzt gesagt wird. Asuramaya, auf welchen die epische
Überlieferung als auf den
ältesten Astronomen in Âryavârta hinweist, als auf
einem, dem „der Sonnengott
Kenntnis der Sterne mitgeteilt hat,“ in eigener Person,
wie Dr. Weber selbst
bemerkt, wird von diesem auf eine sehr geheimnisvolle
Weise mit dem
„Ptolemaios“ der Griechen identifiziert. Kein
gewichtigerer Grund wird von ihm für
diese Identifikation angeführt als der folgende:
Dieser letztere Name (Ptolemaios) wurde, wie wir aus
der Inschrift des
Piyadasi ersehen, zum indischen „Turamaya“, woraus der
Name „Asura Maya“
sehr leicht entstehen konnte.
Ohne Zweifel „konnte“ er das, aber die Lebensfrage
lautet: Giebt es
irgendwelche guten Beweise dafür, daß er so entstanden
ist? Der einzige
Beweis, der dafür geliefert wird, besteht darin, daß
es so sein muß:
Weil . . . dieser Maya ausdrücklich nach Romaka-pura
im Westen gewiesen
wird. [67]
4153 :42. I
Die Mâyâ ist offenkundig, nachdem kein Sanskritist
unter den Europäern sagen
kann, wo diese Örtlichkeit Romakapura sich befand,
abgesehen davon freilich,
daß sie irgendwo „im Westen“ war. Jedenfalls, da kein
Mitglied der Asiatischen
Gesellschaft oder westlicher Orientalist jemals auf
brâhmanische Lehren hören
wird, ist es nutzlos, die Einwürfe der europäischen
Orientalisten in Erwägung zu
ziehen. Romakapura war „im Westen“, gewiß, da es einem
wesentlichen
Bestandteil des verschwundenen Kontinentes Atlantis
bildete. Und es ist
gleichermaßen gewiß, daß es Atlantis war, wohin in den
indischen Purânen der
Geburtsort des Asuramaya verlegt wurde, „der ein
ebenso großer Magier als ein
großer Astrologe und Astronom war.“ Obendrein weigert
sich Prof. Weber, dem
indischen Tierkreis irgendwelches hohe Alter
zuzuschreiben, und fühlt sich
geneigt zu glauben, daß die Inder einen Tierkreis
überhaupt nicht kannten, bevor
sie nicht
einen solchen von den Griechen entlehnt hatten. [68]
Diese Behauptung widerstreitet den ältesten
Überlieferungen von Indien und
muß daher übergangen werden. Wir sind umsomehr
berechtigt, über sie
hinwegzugehen, als der gelehrte deutsche Professor uns
in der Einleitung zu
seinem Werke selber sagt:
Außer den natürlichen Hindernissen, welche die
Forschung (in Indien)
erschweren, herrscht noch ein dichter Nebel von
Vorurteil und vorgefaßten
Meinungen, der über dem Lande lagert und es wie einen
Schleier einhüllt. [69]
Kein Wunder, wenn Dr. Weber selber in diesem Schleier
gefangen zu
unwillkürlichen Irrtümern verleitet worden sein
sollte. Hoffen wir, daß er jetzt
besser unterrichtet ist.
Einerlei nun, ob Asuramaya als
ein moderner Mythos zu betrachten ist, als eine
Persönlichkeit, die zur Zeit der makedonischen
Griechen blühte, oder als das,
wofür ihn die Occultisten ausgeben, auf jeden Fall
stimmen seine Berechnungen
vollständig mit jenen der
geheimen Aufzeichnungen überein.
Aus Bruchstücken unermesslich
alter, dem atlantischen Astronomen
zugeschriebener und in
Südindien gefundener Werke wurde der anderwärts
erwähnte Kalender von zwei sehr gelehrten Brâhmanen in
den Jahren 1884 und
1885 zusammengestellt. [70] Das Werk wird von den
besten Pandits als fehlerlos
bezeichnet - vom brâhmanischen Standpunkt - und
bezieht sich insoweit auf die
Chronologie der orthodoxen Lehren. Wenn wir seine
Behauptungen mit jenen
4153 :42. I
vergleichen, die einige Jahre vorher in Isis
Unveiled gemacht wurden, ferner mit
den bruchstückweisen Lehren, die von einigen
Theosophen veröffentlicht
wurden, und mit den vorliegenden Angaben, welche aus den
heiligen Büchern
des Occultismus herstammen, so wird sich das Ganze als
vollkommen
übereinstimmend erweisen, außer in eingen
Einzelheiten, die nicht erklärt
werden können; denn es müßten dabei Geheimnisse einer
höheren Initiation -
die der Schreiberin ebenso unbekannt sind als dem
Leser - enthüllt werden, und
das kann nicht geschehen.
[67] Siehe The History of Indian Literature, p.
253, von Prof. A. Weber; in
Trübner´s Oriental Series
[68] Selbst die Mayaindianer von Guatemala hatten
ihren Tierkreis seit
unsagbar alter Zeit. Und „der ursprüngliche Mensch
handelte in jedem
Zeitalter unabhängig von Zeit und Ort auf die gleiche
Weise“, bemerkt ein
französischer Schriftsteller.
[69] Ebenda, p. 2.
[70] Tirukkanda Panchanga für das Kaliyugajahr
4986, von Chintamany
Raghanaracharyam Sohn des berühmten Staatsastronomen
zu Madras, und
Tartakamala Venkata Krishna Rao.
4153 :42. II
finden keinen Gefallen daran. 7. Sie trocknen die Erde
auf. 8. Die Formen
werden von ihnen zerstört. 9. Die ersten großen
Gezeiten. 10. Der Beginn der
Verkrustung.
ERBAUTE RUPAS; [2] WEICHE GESTEINE, WELCHE ERHÄRTETEN,
[3]
HARTE PFLANZEN, WELCHE WEICH WURDEN. [4] SICHTBARES
AUS
ÜBERFLUTETEN(a) . . . . . NACH DREISSIG KAROS DREHTE
SIE SICH UM.
SIE LAG AUF IHREM RÜCKEN; AUF IHRER SEITE. . . . . SIE
WOLLTE KEINE
SÖHNE DES HIMMELS RUFEN, SIE WOLLTE KEINE SÖHNE DER
WEISHEIT
VERLANGEN. SIE SCHUF AUS IHREM EIGENEN SCHOSSE. SIE
BRACHTE
WASSERMENSCHEN HERVOR, SCHRECKLICH UND BÖSE.(b)
(a) Dies
bezieht sich auf eine Neigungsveränderung der Erdachse - deren
verschiedene stattfanden - auf eine daraus folgende
Sintflut und Chaos auf der
Erde (was sich jedoch nicht auf das ursprüngliche
Chaos bezieht), wobei
Ungeheuer, halb menschlich, halb tierisch,
hervorgebracht hat. Wir finden das im
Totenbuche erwähnt,
und auch in dem chaldäischen Schöpfungsberichte, auf
den Cutha Tafeln, so sehr diese auch verstümmelt sind.
Es ist nicht einmal eine Allegorie. Hier haben wir Thatsachen,
die sich in der
Erzählung des Pymander wiederholt finden, so
wie auf den Chaldäischen
Schöpfungstäfelchen. Die Verse mögen größtenteils in
Schacht gehalten werden
durch die Kosmogonie, wie sie von Berosus gegeben
wurde, welche von
Eusebius bis zur Unendlichkeit entstellt worden ist,
von der aber einige Züge in
von alten griechischen Schriftstellern - Apollodor,
Alexander Polyhistor u. s. w. -
hinterlassenen Bruchstücken noch gefunden werden
können. „Die schrecklichen
und bösen Wassermenschen“ - welche die Hervorbringung
der physischen Natur
allein waren, ein Ergebnis des „Entwicklungsantriebes“
und des ersten
Versuches, den „Menschen“, die Krone, und das Streben
und Ziel alles tierischen
Lebens auf Erden zu erschaffen - werden in unseren
Strophen als Fehlversuche
dargestellt. Finden wir nicht dasselbe in der Berosischen
Kosmogonie, die mit
solcher Heftigkeit als der Gipfelpunkt heidnischen
Unsinns angeklagt wird? Und
4155 :42. II
doch, welcher von den Evolutionisten kann sagen, daß
die Dinge im Anbeginne
sich nicht so ereignet haben, wie sie beschrieben werden?
Daß nicht, wie in den
Purânen, den
ägyptischen und chaldäischen Bruchstücken, und sogar in der
Genesis behauptet
wird, zwei, und selbst mehr „Schöpfungen“ stattgefunden
haben vor der letzten Ausgestaltung der Kugel; welche,
bei der Änderung ihrer
geologischen und atmosphärischen Zustände auch ihr
Pflanzenreich, ihr
Tierreich und ihre Menschen geändert sah? Diese
Behauptung stimmt nicht nur
mit jeder alten Kosmogonie, sondern auch mit der
modernen Wissenschaft, und
sogar bis einem gewissen Grade mit der
Entwicklungslehre, wie mit wenigen
Worten gezeigt werden kann.
In den ältesten Weltkosmogonien giebt es keine „dunkle
Schöpfung“, keinen
„bösen Drachen“, der von einem Sonnengott überwunden
wird. Selbst für die
Akkadier war die große Tiefe - der wässerige Abgrund,
oder Raum - der
Geburtsort und Wohnsitz von Ea, der Weisheit, der
unerkennbaren unendlichen
Gottheit. Aber bei den Semiten und den späteren
Chaldäern wird die
unergründliche Tiefe der Weisheit zur groben Materie,
zur sündhaften Substanz,
und Ea verwandelt sich in Tiamat, den Drachen,
erschlagen von Merodach, oder
Satan, in den Astralwogen.
In den indischen Purânen sieht man Brahmâ, den
Schöpfer, verschiedene
„Schöpfungen“ nach ebenso vielen Mißerfolgen neu
beginnen, und zwei große
Schöpfungen werden erwähnt, [7] die Pâdma- und die
Vârâhaschöpfung, die
gegenwärtige, in welcher die Erde aus dem Wasser von
Brahmâ in der Gestalt
eines Ebers, dem Varâha Avatâra, emporgehoben wurde.
Die Schöpfung wird
dargestellt als ein Spiel, als eine Unterhaltung (Lîlâ)
des schöpferischen Gottes.
Der Zohar spricht von ursprünglichen Welten,
welche ebenso bald zu Grunde
gingen, als sie ins Dasein traten. Und dasselbe heißt
es im Midrasch, wo Rabbi
Abahu ausdrücklich erklärt, [8] daß „der Heilige“ der
Reihe nach verschiedene
Welten erschaffen und zerstört hat, bevor er mit der
gegenwärtigen Erfolg hatte.
Dies bezieht sich nicht nur auf andere Welten im
Raume, sondern auch auf ein
Geheimnis unserer eigenen Kugel, das in der Allegorie
von den „Königen von
Edom“ enthalten ist. Denn die Worte, „Dieser da
gefällt mir“, werden in der
Genesis [9]
wiederholt, wenn auch in entstellter Ausdrucksweise, wie üblich. Die
chaldäischen Bruchstücke über Kosmogonie in den
Keilinschriften und
anderwärts zeigen zwei getrennte Schöpfungen von
Tieren und Menschen, von
denen die erste zerstört wurde, da sie ein Mißerfolg
war. Die kosmogonischen
Tafeln zeigen, daß dieser unserer thatsächlichen
Schöpfung andere
vorangingen; [10] und wie vom Verfasser von The
Qabbalah gezeigt wird, sagt
die Kabbalah dasselbe, im Zohar, in der Siphra
Dtzenioutha, im Jovah Rabba
128 a, u. s. w.
4155 :42. II
[1] In Jahren, 300 Millionen Jahre, oder drei occulte
Zeitalter. Der Rig Veda
hat dieselbe Einteilung. In dem „Hymnus des Arztes“
(X. 97. 1) heißt es, das
„die Pflanzen ins Dasein traten drei Zeitalter (Triyugam)
vor den Göttern“ auf
unserer Erde. (Siehe „Chronologie der Brâhmanen“ am
Ende dieser Strophe.)
[2] Formen.
[3] Minerale.
[4] Vegetation.
[5] Sarîsripa, Svapada.
[6] Die Erde.
[7] Diese beiden dürfen nicht
mit den sieben Schöpfungen oder en in
einem jeder Kalpa verwechselt
werden. Die primäre und sekundäre
Schöpfung sind hier gemeint.
[8] In Bereschith Rabba, Parscha
IX.
[9] I. 31.
[10] Siehe Hibbert Lectures,
1887, Sayce, p. 390.
4155 :42. II
(b) Oannes,
oder Dagon, der chaldäische „Mann-Fisch“, teilt seine Kosmogonie
und Genesis in zwei Teile. Zuerst der Abgrund der
Wasser und Finsternis, worin
höchst scheußliche Wesen wohnten - Menschen mit
Flügeln, vierflüglige und
zweiflüglige Menschen, menschliche Wesen mit zwei
Köpfen, mit den Beinen
und den Hörnern eines Bockes - unsere „Ziegenmenschen“
[11] -
Hippocentauren, Stiere ,mit Menschenköpfen, und Hunde
mit Fischschwänzen.
Kurz, Verbindungen von verschiedenen Tieren und
Menschen, von Fischen,
Kriechtieren und anderen ungeheuerlichen Tieren, die
gegenseitig von einander
Gestalt und Antlitz annahmen. Das weibliche Element,
in dem sie wohnten, ist
personifiziert durch Thatlatth - die See oder das
„Wasser“ - welche schließlich
von Belus, dem männlichen Prinzipe, besiegt wurde. Und
Polyhistor sagt:
Belus kam und hieb das Weib auseinander; und aus der
einen Hälfte von ihr
bildete er die Erde, und aus der anderen Hälfte den
Himmel: und zu gleicher
Zeit zerstörte er die Tiere in ihr. [12]
Wie von Isaac Myer zutreffend bemerkt wird:
Bei den Akkadiern hatte jeder Gegenstand und jede
Kraft in der Natur ihren Zi
oder Geist. Die Akkadier gestalteten ihre Gottheiten
zu Dreiheiten, gewöhnlich
zu männlichen (oder vielmehr geschlechtslosen?), die
Semiten hatten auch
triadische Gottheiten, aber führten das Geschlecht ein
[13]
·
oder den
Phallicismus. Bei den Âriern und den ältesten Akkadiern sind alle Dinge
Emenationen durch, nicht von einem Schöpfer oder Logos. Bei den
Semiten ist alles erzeugt.
SELBST AUS DEN ÜBERBLEIBSELN VON ANDEREN. [14] AUS DEM
ABFALLE UND SCHLEIM IHRER ERSTEN, ZWEITEN UND DRITTEN
[15]
BILDETE SIE DIESELBEN. DIE DHYÂNI KAMEN UND SAHEN. . .
DIE DHYÂNI
AUS DEM HELLEN VATER-MUTTER, AUS DEN WEISSEN [16]
REGIONEN
STERBLICHEN. [17] (a)
(a) Die in
unseren Strophen gegebenen Erklärungen sind viel klarer als das, was
die Schöpfungslegende nach der Cutha-Tafel ergeben würde,
selbst wenn sie
vollständig wäre. Was jedoch auf derselben erhalten
ist, bestätigt jene. Denn
nach der Tafel vernichtet der „Herr der Engel“ die
Menschen im Abgrunde, wo
4157 :43. II
nach ihrer Niedermetzelung „nicht einmal die Leichname
und Abfälle übrig
gelassen wurden“. Hierauf schaffen sie, die Großen
Götter, Menschen mit den
Körpern von Vögeln der Wüste, menschliche Wesen,
„sieben Könige, Brüder aus
derselben Familie“, u. s. w.., was eine Bezugnahme auf
die
Fortbewegungsfähigkeiten der ursprünglichen
ätherischen Körper der Menschen
ist, welche ebensogut fliegen konnten als gehen, [18]
welche aber „vernichtet
wurden“, weil sie nicht „vollkommen“ waren, d.h. sie
„waren geschlechtslos, wie
die Könige von Edom“.
Losgelöst von Metaphern und
Allegorien, was wird die Wissenschaft zu dieser
Idee von ursprünglicher
Erschaffungen der Art sagen? Sie wird dagegen
auftreten, daß „Engel“ und „Geister“ irgend etwas
damit zu thin haben; aber wenn
Natur und das physische Gesetz die Schöpfer von
alledem sind, was jetzt auf
Erden ist, warum konnte es „keinen solchen Abgrund“
geben, da die Kugel mit
Wasser bedeckt war, in denen eine Unzahl von
ungeheuerlichen Wesen
hervorgebracht wurde? Sind die „menschlichen Wesen“
und die Tiere mit
Menschenköpfen und doppelten Antlitzen der
Angriffspunkt des Einwandes?
Aber wenn der Mensch bloß ein höheres Tier ist und
sich aus der tierischen Art
durch eine unendliche Reihe von Umwandlungen
entwickelt hat, warum konnten
nicht, in den ersten Bemühungen der Natur, die
„fehlenden Glieder“ menschliche
Köpfe auf Tierkörper aufgesetzt besitzen, oder,
zweiköpfig, Köpfe von Tieren
haben oder umgekehrt? Zeigt
man uns nicht im Verlaufe der geologischen
Perioden, in den Zeitaltern
der Reptilien und der Säugetiere, Eidechsen mit
Vogelflügeln, und
Schlangenköpfe mit Tierkörpern. [19] Und wenn wir vom
Standpunkt der Wissenschaft argumentieren, liefert uns
nicht unsere moderne
Menschenrasse gelegentlich Exemplare von
Monstrositäten: zweiköpfige Kinder,
Tierkörper mit Menschenköpfen, hundsköpfige Kinder, u.
s. w.? Und dies
beweist, daß, wenn die Natur noch jetzt solche Launen
ausführt, da sie sich seit
Zeitalter in der Ordnung ihres Entwicklungswerkes
beruhigt hat, Ungeheuer wie
die von Berosus beschriebenen eine Möglichkeit in
ihrem Eröffnungsprogramm
waren; eine Möglichkeit, die sogar einstmals als ein
Gesetz existiert haben mag,
bevor sie ihre Arten aussuchte und auf sie regelmäßig
einzuwirken begann. Und
dies gestattet nun thatsächlich einen bestimmten
Beweis vermöge der bloßen
Thatsache des „Rückschlages“, wie es die Wissenschaft
nennt.
[11] Woher die Gleichheit der Ideen? Die Chinesen
haben dieselben
Überlieferungen. Nach dem Kommentator Kwoh P´oh ist in
dem Werke,
4157 :43. II
genannt Shan-Hai-King, „Wunder zu See und
Land“, einem Werke, das von
dem Geschichtsschreiber Chung Ku geschrieben wurde und
von dem Kaiser
Yü (2255 v. Ch.) auf neun Urnen gemachten Inschriften,
eine Zusammenkunft
mit Menschen erwähnt, welche zwei verschiedene
Gesichter auf ihren Köpfen
haben, vorne
und hinten, mit Ungetümen mit Ziegenköpfern und
menschlichen Antlitzenm u. s. w. Gould, in seinen Mythical
Monsters (p. 27),
wo er die Namen einiger naturgeschichtlicher
Schriftsteller giebt, erwähnt den
Shan-Hai-King.
„Nach dem Kommentator Kwoh P´oh (276-324 n. Ch.) wurde
dieses Werk dreitausend Jahre vor seiner Zeit
zusammengestellt, oder in
einem Abstande um sieben Dynastieen. Yang Sun aus der
Ming-Dynastie
(beginnend 1368 n. Ch.) bemerkt, daß es von Kung Chia
oder Chung Ku (?)
zusammengestellt sei“ - wie oben gesagt. „Chung Kug .
. . zur Zeit der letzten
Kaisers aus der Han-Dynastie (1818 v. Ch.) brachte aus
Furcht, daß der
Kaiser die von der alten Zeit handelnden Bücher
vernichtet werde, dieselben
auf seiner Flucht nach Yin.“
[12] Cory´s Ancient Fragments, Originalausgabe
p. 25.
[13] Qabbalah, p. 246.
[14] Aus den mineralischen,
pflanzlichen und tierischen Überbleibseln.
[15] Runde.
[16] Solar-lunaren.
[17] Götter und Planetengeister, insbesondere die
Ribhus. „Die drei Ribhus“,
die auch „dreimal sieben“ werden nach der Zahl ihrer
Gaben.
[18] Man erinnere sich an die „geflügelten Rassen“ des
Plato, und an die
Popol-Vuh-Berichte
über die erste menschliche Rasse, welche gehen, fliegen
4157 :43. II
und die Gegenstände, wenn sie auch noch fern waren,
sehen konnten.
[19] Siehe Mythical Monstern, von Charles
Gould.
4157 :43. II
Das ist es, was die Lehre lehrt und durch zahlreiche
Beweise darthut. Aber wir
werden weder auf die Zustimmung der dogmatischen
Theologie, noch auf die der
materialistischen Wissenschaft warten, sondern mit den
Strophen fortfahren.
Mögen diese für sich selbst sprechen, mit Hilfe des
auf sie durch die
e und ihre Erklärungen geworfenen Lichtes; der
wissenschaftliche
Aspekt dieser Fragen wird späterhin betrachtet werden.
So wurde gezeigt, daß die physische Natur, als sie
sich bei der Schöpfung von
Tier und Mensch allein überlassen war, gefehlt hat.
Sie kann die ersten zwei
Reiche hervorbringen, sowie auch das der niederen
Tiere, aber wenn die Reihe
an den Menschen kommt, so sind geistige, unabhängige
und intelligente Kräfte
zu seiner Erschaffung erforderlich, abgesehen von den
„Hautröcken“ und dem
„Atem des tierischen Lebens“. Die menschlichen Monaden
vorhergehender
Runden brauchen etwas Höheres als rein physische
Materialien, um damit ihre
Persönlichkeiten aufzubauen, bei Strafe eines
Zurückbleibens noch unter irgend
einem „Frankensteinschen“ Tier. [20]
KEINE GEEIGNETEN RÛPAS FÜR UNSERE BRÜDER VON DER
FÜNFTEN.
KEINE WOHNUNGEN FÜR DIE LEBEN. [22] REINE WASSER,
NICHT TRÜBE,
MÜSSEN SIE TRINKEN. (a) LASST UNS SIE [23]
AUFTROCKNEN.“
(a) Es sagt der Katechismus
zu den en:
Jene, welche
den physischen Menschen mit den neuen Manvantaras bilden,
steigen aus
den materiellen Welten herab. Sie sind untergeordnete Lha (Geister),
im Besitze
eines doppelten Körpers (einer astralen innerhalb einer etherischen
Form). Sie
sind Bildner und Schöpfer unseres Körpers der Täuschung . . . . .
In die von
den Lha (Pitris) projizierten Formen steigen die Zwei Buchstaben [24]
(die Monade,
auch genannt der „doppelte Drache“) herab aus den Sphären der
Erwartung.
[25] Aber sie sind wie ein Dach ohne Mauern oder Pfeiler, worauf es
ruhen könnte . . . .
Der Mensch braucht vier Flammen
und drei Feuer, um einer zu werden auf der
Erde, und er braucht die Essenz
der neunundvierzig Feuer [26] , um vollkommen
zu sein. Es sind jene, die die
höheren Sphären verlassen haben, die Götter des
Willens [27] , welche den Manu
der Täuschung vollständig machen. Denn der
„doppelte Drache“ hat keinen
Halt an der bloßen Form. Er ist wie der Windhauch
ohne Baum oder Zweig, um ihn zu
empfangen und zu beherbergen. Er kann die
Form nicht
beeinflussen, wo kein Agens der Übertragung (Manas, das „Gemüt“)
vorhanden
ist, und die Form ihn nicht kennt.
4159 :43. II
In den
höchsten Welten sind die drei eins [28] auf Erden wird zuerst die eins
zwei. Sie
sind wie die zwei (Seiten-) Linien eines Dreiecks, das seine Grundlinie
verloren hat
- welche das dritte Feuer ist. [29]
Nun erfordert dies einige Erklärung, bevor wir
irgendwie weiter gehen. Um dies
insbesondere zum Besten
unserer ârischen Hindûbrüder zu thun - deren
esoterische Auslegung von
unsern eigenen verschieden sein mögen - müssen
wir ihnen das Vorhergehende
durch gewissen Stellen in ihren eigenen
exoterischen Büchern, nämlich
den Purânen, erklären. In den Allegorien der
letzteren wird Brahmâ, welcher kollektiv die
schöpferische Kraft des Weltalls ist,
wie folgt beschrieben:
Beim Anbeginne der Yugas (Cyklen) . . . . . im Besitze
des Verlangens und der
Macht zu schaffen, und getrieben von den Kräften
dessen, was geschaffen
werden soll, läßt er immer und immer wieder beim
Beginne eines Kalpa eine
ähnliche Schöpfung
emporsprießen. [30]
Es ist nunmehr beabsichtigt,
den exoterischen Bericht im Vishnu Purâna zu
untersuchen, und zu sehen, wie
sehr oder wie wenig er mit unserer occulten
Darstellung übereinstimmt.
[20] Im ersten Bande der
kürzlich veröffentlichten Introduction à l’Étude des
Races Humaines, von Herrn de Quatrefages, findet sich ein Beweis
dafür,
daß seit der posttertiären
Periode und selbst noch seit früher - nachdem
während dieses Zeitalters
bereits viele Rassen über die Erdoberfläche
zerstreut waren - der Mensch sich in seinem
körperlichen Aufbau nicht um ein
Jota geändert hat. Und wenn
der Mensch durch Zeitalter von einer Faune
umgeben war, welche sich von
einer Periode oder Cyklus zum andern
änderte, welche ausstab,
welche in anderen Formen wiedergeboren wurde -
so daß jetzt nicht ein
einziges Tier, groß oder klein, auf Erden existiert, das
mit dem Menschen jener Phase gleichalt ist - wenn also
jedes Tier umgeformt
wurde mit Ausnahme des Menschen selbst, so beweist
diese Thatsache nicht
nur sein hohes Alter, sondern auch, daß er ein besonderes
Reich darstellt.
4159 :43. II
Warum sollte er allein der
Umformung entronnen sein? Weil, sagt de
Quatrefages, die von ihm in
seinem Kampfe mit der Natur und den immer
wechselnden geologischen
Bedingungen und Elementen gebrauchte Waffe
„seine psychische Kraft war,
nicht seine physische Kraft oder sein Körper“,
wie es bei den Tieren der
Fall ist. Man gebe dem Menschen bloß jene Menge
von Verstand und Vernunft,
mit der andere Säugetiere begabt sind, und mit
seiner gegenwärtigen
körperlichen Organisation wird er sich als das
hilfloseste aller Geschöpfe
der Erde erweisen. Und da alles auf den Beweis
hinausläuft, daß der menschliche Organismus mit allen
seinen Eigenschaften,
Eigenheiten und
Idiosynkrasien auf unserer Kugel bereits in jenen weit
entfernten geologischen
Perioden bestand, als noch nicht eine einzige Art der
jetzt existierenden
Säugetierformen vorhanden war, was ist die
unvermeidliche Schlußfolgerung? Doch folgende: Nachdem
alle menschlichen
Rassen von einer und derselben Art sind, so folgt
daraus, daß diese Art die
älteste aller jetzt
lebenden Säugetiere ist. Daher ist sie die beständigste und
ausdauerndste von allen, und war bereits ebenso voll
entwickelt wie jetzt, als
alle anderen jetzt bekannten Säugetiere noch nicht
einmal ihre ersten
Annäherungen zur Erscheinung auf dieser Erde machten.
So lautet die
Ansicht des großen französischen Naturforschers, der
damit dem
Darwinismus einen schrecklichen Schlag versetzt.
[21] Sagten sie.
[22] Die Monaden der
„Darstellungen“ von Menschen aus der dritten Runde,
die ungeheuern affenartigen
Formen.
[23] Die Wasser.
[24] In dem esoterischen System
werden die sieben „Prinzipien“ im Menschen
durch sieben Buchstaben dargestellt. Die ersten zwei
sind noch heiliger als
die vier Buchstaben des Tetragrammaton.
4159 :43. II
[25] Die Zwischensphären, worin es heißt, die Monaden,
welche nicht Nirvâna
erreicht haben, in unbewußter Unthätigkeit zwischen
den Manvantaras
schlummern.
[26] Anderwärts erklärt. Die drei Feuer, Pâvaka,
Pavamâna, und Shuchi,
welche fünfundvierzig Söhne hatten, die mit ihren drei
Vätern und deren Vater
Agni die neunundvierzig Feuer ausmachen. Pavamâna, das
durch Reibung
hervorgebrachte Feuer, ist der Vater der „Feuer der
Asuras“; Shushi, das
Sonnenfeuer, ist der Vater der „Feuer der Götter“; und
Pâvaka, das
elektrische Feuer, ist der Vater der „Feuer der
Pitris“. (Siehe Vâyu Purâna.)
Aber das ist eine Erklärung auf der materiellen und
irdischen Ebene. Die
Flammen sind verlöschend und nur periodisch; die Feuer
- ewig in ihrer
dreifachen Einheit. Sie entsprechen den vier niedrigeren
und den drei
höheren menschlichen „Prinzipien“.
[27] Die Suras, welche später die A-Suras werden.
[28] Âtmâ, Buddhi und Manas. In Devachan ist das
höhere Element das
Manas erforderlich, um es zu einem Zustande der
Wahrnehmung und des
Bewußtseins für die entkörperte Monade zu machen.
[29] Katechismus, Buch III, Abt. 9.
[30] Siehe Vishnu Purâna, Buch I, Kap. V.,
Schlußshloka. Fitzedward Hall´s
Wiedergabe des Textes, in Wilson´s Übersetzung, I. 88.
Auch Mânava-Dharma
Shâstra, I.
30.
4159 :43. II
SCHÖPFUNG GÖTTLICHER WESEN NACH
DEN EXOTERISCHEN
BERICHTEN.
Im Vishnu Purâna,
welches sicherlich die älteste von allen den Schriften dieses
Namens ist, finden wir, wie in allen andern, Brahmâ,
als den männlichen Gott, für
die Zwecke der Schöpfung „vier Körper,
bekleidet mit drei Eigenschaften“
annehmen. [31] Es heißt:
Auf diese Art, Maitreya, sind Jyotsnâ
(Morgendämmerung), Râtri (Nacht),
Ahan (Tag), und Sandhyâ (Abend [Zwielicht]) die vier
Körper des Brahmâ. [32]
Wie Parâshara erklärt: wenn Brahmâ die Welt aufs neue
zu erschaffen und
Nachkommenschaft zu bilden wünscht durch seinen
Willen, in vierfältigem
Zustand, oder die vier Ordnungen der Wesen,
genannt Götter (Dhyân Chohans),
Dämonen [33] (d. i. mehr materielle Devas),
Vorfahren (Pitris) und Menschen, so
Seltsam zu sagen, beginnt er mit der Erschaffung der
Dämonen, welche so den
Vorrang von den Engeln oder Göttern einnehmen. Dies
ist keine
Vernunftwidrigkeit, noch ist es einer Inkonsequenz
zuzuschreiben, sondern es
hat wie alles übrige eine tiefe esoterische Bedeutung,
die einem, der von
christlich theologischem Vorurteil frei ist, ganz klar
ist. Wer sich vor Augen hält,
daß das Prinzip Mahat, oder
Intellekt, das „Universalgemüt“ (wörtlich das
„Große“), welches die
Esoterische Philosophie als die „geoffenbarte
Allwissenheit“ erklärt - die
„erste Hervorbringung von Pradhâna, der
ursprünglichen Materie, wie das Vishnu Purâna sagt,
aber der erste kosmische
Aspekt von Parabrahman oder das esoterische Sat, die
Universalseele [34] , wie
der Occultismus lehrt, an der Wurzel des
SELBST-Bewußtseins steht, wird den
Grund verstehen, warum. Die sogenannten Dämonen -
welche esoterisch das
sich selbst behauptende und intellektuell thätige
Prinzip sind - sind sozusagen
der positive Pol der Schöpfung; daher das
zuerst hervorgebrachte. Dies ist in
kurzem der Vorgang, wie er allegorisch in den Purânen
erzählt wird.
Nachdem Brahmâ sein Gemüt in sich konzentriert hatte
und die Eigenschaft
der Dunkelheit seinen angenommenen Körper durchdrang,
wurden zuerst die
Asuras hervorgebracht, welche aus seiner Lende
hervorging; worauf er seinen
Körper vorließ, und dieser in
Nacht verwandelt wurde.
Zwei wichtige Punkte sind
hierin inbegriffen: (a) Ursprünglich, im Rig Veda,
werden die Asuras als geistige
göttliche Wesen gezeigt: ihre Etymologie ist
II
abgeleitet von Asu, Atem, der „Hauch Gottes“, und sie
bedeuten dasselbe wie
der höchste Geist oder der zoroastrische Ahura.
Späterhin, für Zwecke der
Theologie und des Dogma, läßt man sie aus Brahmâs
Lende hervorgehen, und
ihr Name begann abgeleitet zu werden von a privativum,
und Sura, einem Gott,
also „nicht-ein Gott“, und sie wurden zu den Feinden
der Götter. (b) Jede alte
Theologie ohne Ausnahme - von der ârischen und
ägyptischen bis herab zu der
des Hesiod - stellt in der Reihenfolge der
kosmogonischen Entwicklung die Nacht
vor den Tag; sogar die Genesis, in der
„Finsternis ist auf der Tiefe“ vor dem
„ersten Tage“. Der Grund dafür ist der, daß eine jede
Kosmogonie - mit
Ausnahme der Geheimlehre - mit der sogenannten
„zweiten Schöpfung“ beginnt;
nämlich mit dem geoffenbarten Weltall, dessen
Schöpfungsgeschichte mit einer
ausgesprochenen
Differentiation zwischen dem ewigen Lichte der „ersten
Schöpfung“, deren Geheimnis
für immer „Finsternis“ bleiben muß für de
spähende endliche Vorstellung
und den Intellekt des Profanen, und der
sekundären Entwicklung der geoffenbarten sichtbaren
Natur beginnen muß. Der
Veda enthält
die ganze Philosophie dieser Einteilung, ohne jemals von unseren
Orientalisten richtig erklärt worden zu sein, da es
von ihnen niemals verstanden
worden ist.
Fortfahrend im Erschaffen, nimmt Brahmâ eine andere
Form an, die des Tages,
und erschafft aus seinem Atem die Götter, welche mit
der Eigenschaft der Güte
(Passvität) begabt sind. [35] In seinem nächsten
Körper herrschte die
Eigenschaft der großen Passivität vor, welche auch
(negative) Güte ist, und aus
der Seite dieser
Persönlichkeit gingen die Pitris hervor, die Vorfahren der
Menschen, weil, wie der Text
erklärt, Brahmâ „sich selbst (während des
Vorganges) als den Vater der
Welt dachte. [36] Dies ist Kriyâ-shakti - die an
anderem Orte erklärte
geheimnisvolle Yogakraft. Dieser Körper des Brahmâ
wurde, als er abgelegt war, zur Sandhyâ, dem
abendländischen Zwielicht, dem
Intervall zwischen Tag und Nacht.
Schließlich nahm Brahmâ seine letzte Form an, die von
der Eigenschaft der
Unreinheit durchdrungen war.
Und daraus wurden die Menschen,
in welchen die Unreinheit (oder
Leidenschaft) vorherrscht,
hervorgebracht.
Dieser Körper wurde abgeworfen
zur Dämmerung, oder dem morgenstündlichen
Zwielicht - dem Zwielicht der Menschheit.
Hier steht Brahmâ esoterisch für die
Pitris. Er ist kollektiv der
Pitâ, der „Vater“.
Die wahre esoterische Bedeutung
dieser Allegorie muß jetzt erklärt werden.
Brahmâ symbolisiert hier persönlich die kollektiven
Schöpfer der Welt und der
Menschen - das Weltall mit seinen zahllosen
Hervorbringungen von beweglichen
und (scheinbar) unbeweglichen Dingen. [37] Er ist
kollektiv die Prijâpatis, die
Herren des Seins; und die vier Körper
versinnbildlichen die vier Klassen von
schöpferischen Mächten oder Dhyan Chohans, die im e zu
Shloka I,
Strophe , des Band I beschrieben sind. Die ganze
Philosophie von der
sogenannten „Schöpfung des Guten und Bösen“ in dieser
Welt resultiert daraus,
und beruht auf dem korrekten Verständnisses dieser
Vier Körper des Brahmâ.
[31] Dies hat in der Esoterik einen unmittelbaren
Bezug auf die sieben
„Prinzipien“ des geoffenbarten Brahmâ oder Weltalles,
in derselben Ordnung,
wie im Menschen. Exoterisch
sind es nur vier „Prinzipien“.
[32] Wilson´s Übersetzung, I.
81.
[33] Dämonen ist eine sehr
unbestimmt gebrauchtes Wort, da es auf eine
große Zahl von niederen - d. i. materiellen -
Geistern und kleineren Göttern
Anwendung findet, die so bekannt werden, weil sie mit
den höheren „Krieg
führen“; aber sie sind keine
Teufe.
[34] Dieselbe Ordnung der
Prinzipien im Menschen: Âtmâ (Geist). Buddhi
(Seele), sein Vehikel, wie die
Materie das Vâhan des Geistes, und Manas
(Gemüt), das dritte, oder das
fünfte mikrokosmisch. Auf der Ebene der
Persönlichkeit ist Manas das erste.
[35] Somit, sagt der , ist der
Ausspruch: „bei Tage sind die Götter
am mächtigsten, und bei Nacht
die Dämonen“, rein allegorisch.
[36] Dieses „sich selbst
denken“ als dies, das oder etwas anderes, ist der
Hauptfaktor in der
Hervorbringung einer jeden psychischen oder selbst
physischer Phänomene. Die Worte
„wer immer zu diesem Berge sagen wird:
hebe dich weg und falle in die
See, und er wird nicht zweifeln . . . . so wird
II
dies geschehen,“ sind keine leeren Worte. Nur das Wort
„Glauben“ sollte mit
„Willen“ übersetzt werden. Glaube ohne Willen ist wie
eine Windmühle ohne
Wind der
Erfolge ermangelnd.
[37] Dieselbe Idee findet sich in den ersten vier
Kapiteln der Genesis, mit
ihrem „Herrn“ und „Gott“, welche die Elohim und der
androgyne Eloha sind.
II
Der Leser wird jetzt vorbereitet sein, die wirkliche,
die esoterische Bedeutung des
Folgenden zu verstehen. Obendrein muß ein wichtiger
Punkt aufgeklärt werden.
Indem die Christliche Theologie willkürlich
festgestellt und beschlossen hatte,
daß Satan mit seinen gefallenen Engeln der frühesten
Schöpfung angehörte,
indem Satan der erstgeschaffene, der weiseste und
schönste von Gottes
Erzengeln war, ward das Wort ausgegeben, der Grundton
angeschlagen. Hinfort
ließ man alle heidnischen Schriften denselben Sinn
ergeben, und alle wurden als
dämonisch aufgewiesen, und es wurde und wird
behauptet, daß Wahrheit und
Thatsächlichkeit dem Christentum angehören und erst mit ihm beginnen. Selbst
die Orientalisten und Mythologen, von denen einige
überhaupt keine Christen
sind, sondern „Ungläubige“, oder Männer der
Wissenschaft, traten, sich selbst
unbewußt und vermöge der bloßen Kraft der
Ideenassociation und Gewohnheit,
in die theologisiche Schablone
ein.
Rein brâhmanische Erwägungen,
die auf Machtgier und Ehrgeiz beruhten, ließen
die Massen in Unwissenheit über
große Wahrheiten verbleiben; und dieselben
Gründe führen die Initiierten unter den Christen
dahin, stillschweigend zu bleiben,
während jene, welche die Wahrheit niemals gekannt
hatten, die Ordnung der
Dinge entstellten, indem sie die Hierarchie der
„Engel“ nach ihrer exoterischen
Form beurteilten. Somit wurde, ebenso wie die Asuras
in den populären Glauben
zu den aufrührerischen niedern Göttern wurden, die die
höheren bekämpften,
auch der höchste Erzengel, in Wahrheit der
Agathodämon, der älteste
wohlwollende Logos, in der Theologie zum „Widersacher“
oder Satan. Aber wird
dies durch die richtige Auslegung irgend einer alten
Schrift bestätigt? Die Antwort
lautet: gang gewiß nicht. So wie die altpersischen Schriften
des Zend Aveste, der
Vendîdâd und
andere die spätere schlaue Verschiebung der Götter im indischen
Pantheon richtigstellen und aufdecken, und durch Ahura
die Asuras in ihre
rechtmäßige stelle in der Theogonie wieder einsetzen,
so behaupten die neuen
Entdeckungen der chaldäischen Täfelchen den guten
Namen der ersten
göttlichen Emanationen. Dies ist leicht bewiesen. Die
christliche Engellehre ist
unmittelbar und ausschließlich hergeleitet von jener
der Pharisäer, welche ihre
Lehrsätze aus Babylon brachten. Die Sadducäer, die
wirklichen Hüter der
Gesetze des Moses, wußten nichts von irgendwelchen
Engeln, indem sie sogar
die Unsterblichkeit der menschlichen Seele (nicht des
persönlichen Geistes)
bestritten. In der Bibel sind die einzigen
Engel, von denen gesprochen wird, die
in Genesis erwähnten „Söhne Gottes“ - welche jetzt als
die Nephilim, die
gefallenen Engel betrachtet werden - und verschiedene
Engel in menschlicher
Form, die „Boten“ des jüdischen Gottes, dessen eigener
Rang eine schärfere
Untersuchung, als bisher gegeben wurde, erheischt. Wie
oben gezeigt, nannten
4163II
die alten Akkadier Ea Weisheit, welche von den späten
Chaldäern und Semiten
entstellt wurde zur Tiamat, Tisalat, und der Thatlatth
des Berosus, dem
weiblichen Meerdrachen, jetzt Satan. Fürwahr - „Wie
bist du gefallen (durch die
Hand des Menschen), o heller Stern und Sohn des
Morgens“!
Was sagen uns nun die babylonischen
„Schöpfungs“-Berichte, wie sie sich auf
den assyrischen Ziegelbruchstücken finden; eben jene
Berichte, auf welche die
Pharisäer ihre Engellehre begründeten? Man vergleiche
Herrn George Smith´s
Assyrische Entdeckungen [38] und seinen Chaldäischen
Schöpfungsbericht. [39]
Die Tafeln mit der Geschichte der sieben verruchten
Götter oder Geister enthält
den folgenden Bericht; wir drucken die wichtigen
Stellen cursiv:
1. In den ersten Tagen die bösen Götter,
2. die Engel, die in Aufruhr waren, welche in dem niederen Teile des
Himmels
3. geschaffen worden waren,
4. sie verursachten ihr böses Werk
5. nachsinnend mit verruchten Häuptern . . . . u. s. w.
Somit wird uns so klar als
möglich gezeigt, auf einem Stücke, welches
unzerbrochen blieb, so daß
keine zweifelhafte Leseart sein kann, daß die
„aufrührerischen Engel in dem
niedrigeren Teile des Himmels“ geschaffen
worden waren, d. i. daß sie einer materiellen
Entwicklungsebene angehörten und
angehören, obwohl dieselbe, da sie nicht die Ebene
ist, mit der wir durch unsere
Sinne bekannt gemacht werden, im allgemeinen für uns
unsichtbar bleibt, und
daher als subjektiv betrachtet wird. Hatten die
Gnostiker darnach so unrecht,
wenn sie behaupten, daß diese unsere sichtbare Welt,
und insonderheit die Erde
von niedrigeren Engeln, den unteren Elohim
erschaffen wurde, deren einer, wie
sie lehrten, der Gott von Israel war? Diese Gnostiker
waren den Aufzeichnungen
der archaischen Geheimlehre der Zeit nach näher, und
mal sollte ihnen daher
eine bessere Kenntnis des Inhaltes zugestehen als den
nichtinitiierten Christen,
welche Jahrhunderte später es auf sich nahmen, das,
was gesagt war,
umzugestalten und zu korrigieren. Aber sehen
wir, was dieselbe Tafel weiter sagt:
7. Es waren ihrer sieben (die verruchten Götter).
Dann folgt die Beschreibung derselben. Der vierte ist
eine „Schlange“, das
phallische Sinnbild der vierten Rasse in der
menschlichen Entwicklung.
4163II
15. Sie, ihrer sieben, Sendboten des Gottes Anu, ihres
Königs.
Nun gehört Anu der chaldäischen Trinität an, und ist
in einem Aspekte
wesensgleich mit Sin, dem „Monde“. Und der Mond in der
hebräischen Kabbalah
ist die Argha des Samens alles materiellen Lebens und
ist kabbalistisch noch
enger verbunden mit Jehovah, welcher
doppelgeschlechtlich ist, ebenso wie Anu.
Sie sind beide in der Esoterik dargestellt und
betrachtet von einem doppelten
Aspekte aus: männlich oder geistig, weiblich oder
materiell, oder Geist und
Materie, die zwei antagonistischen Prinzipien. Daher
wird in den Zeilen 28 bis 41
gezeigt, wie die „Sendboten des Anu“, welcher Sin, der
„Mond“ ist, schließlich
von eben demselben Sin mit Hilfe von Bel, der Sonne,
und Ishtar, der Venus,
überwältigt werden. Dies wird von den Assyriologen als
ein Widerspruch
betrachtet, aber es ist
einfach Metaphysik in der esoterischen Lehre.
[38] P. 398 (engl.).
[39] P. 107 (engl.).
Es giebt mehr als eine Auslegung, denn es giebt sieben
Schlüssel zu dem
Geheimnisse des „Falls“. Obendrein giebt es zwei
„Fälle“ in der Theologie: die
Empörung der Erzengel und ihren „Fall“, und den „Fall“
von Adam und Eva. So
werden sowohl die niedrigen, als auch die höheren
Hierarchien eines
mutmaßlichen Verbrechens beschuldigt. Das Wort
„mutmaßlich“ ist der wahre
und richtige Ausdruck, denn
in beiden Fällen beruht es auf einem
Mißverständnis. Beide werden
im Occultismus als karmische Wirkungen
betrachtet , und beide gehören
dem Gesetze der Entwicklung an - der
intellektuellen und
spirituellen auf der einen Seite, der physischen und
psychischen auf der andern. Der „Fall“ ist eine
universelle Allegorie. Sie stellt an
das eine Ende der Leiter der Entwicklung den
„Aufruhr“, d. i. die Thätigkeit des
differentiierenden Denkens oder Bewußtseins auf seinen
verschiedenen Ebenen,
welches Vereinigung mit dem
Stoffe sucht; und an das andere, das niedere
Ende, den Aufruhr des Stoffes
gegen den Geist, oder der Thätigkeit entgegen
der geistigen Trägheit. Und
hier liegt der Keim eines Irrtums, welcher so
verderbliche Wirkungen auf die Intelligenz
civilisierter Gesellschaften durch mehr
als 1800 Jahre gehabt hat. In der ursprünglichen
Allegorie wurde der Stoff - also
die mehr materiellen Engel -
als der Besieger des Geistes betrachtet, oder der
Erzengel, welcher auf dieser
Ebene „fielen“.
Sie vom flammenden Schwert (oder
den tierischen Leidenschaften) hatten die
Geister der Finsternis in die
Flucht gejagt.
Aber die letzteren hatten für die
Oberherrschaft der bewußten und göttlichen
Geistigkeiten auf Erden
gekämpft und fehlten, unterliegend der Macht des
Stoffes. Aber im theologischen
Dogma sehen wir das Umgekehrte. Michael,
2welcher ist wie Gott“, der
Stellvertreter des Jehovah, welcher der Leiter der
himmlischen Scharen ist - wie Lucifer in Miltons
Phantasie der der höllischen
Scharen - behält die Oberhand über Satan. Es ist wahr,
daß die Natur Michaels
abhängt von der seines Schöpfers und Meisters. Wer der
letztere ist, kann man
durch sorgfältiges Studium der Allegorie des „Krieges
im Himmel“ nach dem
astronomischen Schlüssel herausfinden. Wie von Bentley
gezeigt wurde, sind
der „Kampf der Titanen gegen die Götter“ im Hesiod.
und auch der Krieg der
Asuras, oder der Târakâmaya, gegen die Devas, in der
purânischen Legende, in
allem übereinstimmend bis auf die Namen. Die Aspekte
der Sterne zeigen -
Bentley nimmt das Jahr 945 v. Chr. als das nächste
Datum für eine solche
Konjunktion - daß:
4165II
Alle Planeten, mit Ausnahme des Saturn, waren auf
derselben Seite des
Himmels wie Sonne und Mond.
Und daher waren sie seine Gegner. Und doch ist es
Saturn oder der jüdische
„Mondgott“, welcher als der Überwiegende gezeigt wird,
von Hesiod wie von
Moses, von welchen beiden keiner verstanden wurde. Auf
diese Weise wurde die
wirkliche Bedeutung verzerrt.
4165I
8. DIE FLAMMEN KAMEN. DIE FEUER MIT DEN FUNKEN; DIE NACHTFEUER
UND DIE TAGFEUER. (a) SIE TROCKNETEN AUF DIE
TRÜBEN DUNKLEN
GEWÄSSER. MIT IHRER HITZE ZERSTÖRTEN SIE DIESELBEN.
DIE LHAS [1]
VON OBEN UND DIE LHAMAYIN [2] VON UNTEN KAMEN. (b)
SIE
ERSCHLUGEN DIE FORMEN, WELCHE ZWEI- UND VIERGESICHTIG
HUNDSKÖPFIGEN MENSCHEN, UND DIE MENSCHEN MIT
FISCHKÖPFEN.
(a) Die „Flammen“
sind eine Hierarchie von Geistern parallel, wenn nicht gar
identisch mit den „brennenden“ feurigen Saraph
(Seraphim) erwähnt von Jesaja
[3] , mit jenen, welche nach der hebräischen Theogonie
den „Thron des
Allmächtigen“ umstehen. Melha ist der Herr der
„Flammen“. Wenn er auf Erden
erscheint, nimmt er die Persönlichkeit eines Buddha
an, sagt eine populäre
Legende. Er ist einer der ältesten und verehrtesten
Lhas, ein buddhistischer St.
Michael.
(b) Das Wort
„unten“ darf nicht in der Bedeutung von höllischen Regionen
genommen werden, sondern einfach in der eines
geistigen, oder vielmehr
ätherischen Wesens von einem niedrigeren Grade, weil
näher zur Erde oder eine
Stufe höher als unsere irdische Sphäre; während die
Lhas Geister der höchsten
Sphären sind - daher der Name der Hauptstadt von
Tibet, Lha-ssa.
Außer dem einer Behauptung rein physischer Natur, und
welche der Entwicklung
des Lebens auf Erden angehört, kann auch noch ein
anderer allegorischer Sinn
diesem Shloka beigelegt werden, oder in der That, wie
gelehrt wird,
verschiedene. Die „Flammen“ oder „Feuer“
repräsentieren den Geist oder das
männliche Element, und „Wasser“ die Materie oder das
entgegengesetzte
Element. Und hier finden wir wieder, in der Thätigkeit
des Geistes. welcher die
rein materielle Form zerschlägt, eine Bezugnahme auf
den ewigen Kampf, auf
der physischen und psychischen Ebene, zwischen Geist
und Materie, überdies
eine wissenschaftliche kosmische Thatsache. Denn, wie
im nächsten Verse
gesagt wird:
9. MUTTER-WASSER, DIE GROSSE SEE, WEINTE. SIE ERHOB SICH, SIE
VERSCHWAND IN DEM MONDE,
WELCHER SIE ERHOBEN HATTE,
WELCHER SIE GEBOREN HATTE.
Was kann dies nun bedeuten?
Ist es nicht eine offenbare Bezugnahme auf den
Gezeitenvorgang in dem frühen
Zustande der Geschichte unseres Planeten in
4167I
seiner vierten Runde? Die moderne Forschung war in
letzter Zeit eifrig in ihren
Spekulationen über die paläozoischen Springfluten.
Herrn G. H. Darwins Theorie
ging dahin, daß vor nicht weniger als 52 000 000
Jahren - und wahrscheinlich
viel früher - der Mond aus der bildsamen Masse der
Erde entsprang. Ausgehend
von dem Punkte, auf dem die Untersuchung von
Helmholtz, Ferrel, Sir William
Thomson und anderen
hinterlassen wurde, verfolgte er den Verlauf durch die
Gezeiten bewirkten
Verzögerungen der Rotationsbewegungen der Erde weit
zurück bis ganz in die Nacht
der Zeit, und versetzte den Mond während der
Kindheit unseres Planeten bloß in „einen Bruchteil
seiner jetzigen Entfernung“.
Kurz gesagt, seine Theorie war, daß der Mond es war,
welcher sich von der Erde
losgetrennt hat. Da die Fluterhebung mit dem Schwunge
der kugelförmigen
Masse zusammenfiel - die Fliehkraft war damals nahezu
gleich der Schwerkraft -
wurde die letzter überwunden, und die flutartig
erhobene Masse konnte sich so
von der Erde trennen. [4]
Die occulte Lehre ist dem entgegengesetzt. Der Mond
ist viel älter als die Erde;
und, wie in Band I erklärt ist, verdankt die letztere
ihr Dasein dem ersteren, wie
immer auch Astronomie und
Geologie die Sache erklären mögen. Daher die
Gezeiten, und die Anziehung
zum Monde hin, wie ersichtlich aus dem
beständigen Bestreben des
flüssigen Teiles der Kugel, sich selbst zu seinem
Vater zu erheben. Dies ist eine Bedeutung des Satzes,
daß Mutter-Wasser „sich
erhob, und in dem Monde verschwand, welcher sie
erhoben hatte, welcher sie
geboren hatte.“
10. ALS SIE [5] ZERSTÖRT WAREN, VERBLIEB MUTTER ERDE BLOSS. [6]
Die Zeit der Verkrustung der
Erde war gekommen. Die Wasser hatten sich
getrennt und der Vorgang war
eingeleitet. Es war der Beginn eines neuen
Lebens. Dies ist, was ein
Schlüssel uns offenbart. Ein anderer Schlüssel lehrt
uns den Ursprung des Wassers, seine Vermischung mit
dem Feuer - „flüssiges
Feuer“ nennt er es - und läßt
sich in eine alchimistische Beschreibung der
Nachkommen der beiden ein -
der festen Stoffe, wie z. B der Mineralien und
Erden. Aus den „Wassern des
Raumes“. der Nachkommenschaft des
männlichen Geist-Feuers und des weiblichen
(gasförmigen) Wassers wurde der
ausgebreitete Ozean auf Erden. Varuna ist herabgezogen
aus dem unendlichen
Raume, um als Neptun über die endlichen Meere zu
herrschen. Wie immer findet
man, daß die Volksphantasie auf einer streng
wissenschaftlichen Grundlage ruht.
4167I
[1] Geister.
[2] Auch Geister.
[3] . 2-6.
[4] Aber siehe die später in den Werken verschiedener
Geologen gegen diese
These angeführten Schwierigkeiten. Vergleiche Sir R.
S. Ball´s Aufsätze in
der Nature, XXI, 79-82, 103-107, Nov. 24 und
Dec. 1, 1881.
[5] Die Rûpas.
[6] Die Göttin, welche diese ursprünglichen Ungeheuer
gebar, war in dem
Berichte des Berosus Thalatth, im Griechischen
Thalassa, die See.
[7] Siehe zum Vergleiche den Schöpfungsbericht des
Berosus, wie er im
Alexander Polyhistor erhalten ist, und die
scheußlichen Wesen, geboren aus
dem zweifältigen Prinzipe - Erde und Wasser - in dem
Abgrunde der
ursprünglichen Schöpfung; Narâs (Centauren, Menschen
mit Pferdebeinen
und menschlichem Körpern), und Kinnaras (Menschen mit
Pferdeköpfen),
geschaffen von Brahmâ am Beginne des Kalpa.
4167 I
Wasser ist überall das Symbol
des weiblichen Elementes; Mater, wovon der
Buchstabe M kommt, ist bildmäßig hergeleitet von
[Symbolabbildung, siehe
Buch], einer Wasserhieroglyphe. Es ist die universale
Matrix oder die „große
Tiefe“. Venus, die große Mutter-Jungfrau, geht hervor
aus der Meereswelle, und
Kupido oder Erôs ist ihr Sohn. Aber Venus ist die
spätere mythologische Variante
von Gäa, Gaia, der Erde, welche in ihrem höheren
Aspekt Prakriti ist, die Natur,
und metaphysisch Aditi, und sogar Mûlaprakriti, die
Wurzel von Prakriti, oder ihr
Ding an sich.
Somit ist Kupido oder Liebe in
seinem ursprünglichen Sinne Erôs, der göttliche
Wille, oder das Verlangen sich
selbst durch die sichtbare Schöpfer zu
offenbaren. Daher wird Fohat, das Vorbild des Erôs,
auf Erden zu der großen
Kraft. „Lebenselektrizität“ oder zum Geiste des
„Lebengebens“. Erinnern wir uns
der griechischen Theogonie und gehen wir in den Geist
ihrer Philosophie ein. Es
wird uns von den Griechen gelehrt, daß alle Dinge
einschließlich der Götter ihr
Dasein dem Ozean und seinem Weibe Tethys verdanken,
welche letztere Gaea
ist, die Erde oder Natur. Aber was ist der Ozean?
Ozean ist der unermessliche
Raum - der Geist im Chaos - welcher die Gottheit ist;
und Tethys ist nicht die
Erde, sondern die ursprüngliche Materie im Vorgange
der Formung. In unserem
Falle ist es nicht mehr Aditi-Gaea, welche den Ouranos
oder Varuna
hervorbrachte, den Hauptâditya unter den sieben
Planetengöttern, sondern
Prakriti, materialisiert und lokalisiert. Der Mond,
männlich seinem theogonischen
Charakter nach, ist nur in seinem kosmischen Aspekt
das weibliche
Zeugungsprinzip, sowie die Sonne das männliche Emblem
davon ist. Wasser ist
die Hervorbringung des Mondes, einer androgynen
Gottheit bei jeder Nation.
Die Entwicklung geht im Kosmos sowohl, wie bei der
Bildung der kleinsten Kugel
nach den Gesetzen der Analogie vor sich. So findet das
obige, welches sich auf
die Verfahrungsweise zur Zeit der Erscheinung des Weltalles
bezieht, auch seine
Anwendung in dem Falle der Bildung unserer Erde.
Die Strophe, welche jetzt kommentiert wird, beginnt
mit der Erwähnung von
dreißig Karors, 3000 000 000 Jahren. Wir mögen gefragt
werden: Was konnten
die Alten von der Dauer geologischer
Perioden wissen, wenn kein moderner
Gelehrter oder Mathematiker
im stande ist, ihre Dauer mit irgend etwas, was
einer annähernden Genauigkeit
gleichkommt, zu berechnen? Einerlei ob sie
bessere Mittel gehabt haben oder nicht - und es wird
behauptet, daß sie solche
hatten, wie aus ihren Tierkreisen hervorgeht -
jedenfalls soll jetzt die
Zeitrechnung der alten Brâhmanen so getreu als möglich
gegeben werden.
4169aI
4169aI
Kein größeres Rätsel existiert in der Wissenschaft,
kein Problem ist
hoffnungsloser unlösbar, als die Frage: Wie alt - auch
nur annäherungsweise -
sind Sonne und Mond, die Erde und der Mensch? Was weiß
die moderne
Wissenschaft von der Dauer der Weltzeitalter, oder
auch nur von der Lage der
geologischen Perioden? Nichts; unbedingt nichts.
Wenn man sich an die Wissenschaft um chronologische
Angaben wendet, so
wird einem von jenen, die offen und ehrlich sind, z.
B. von Herrn Pengelly, dem
hervorragenden Geologen, gesagt: „Wir wissen es
nicht.“ [8] Man wird lernen,
daß bis jetzt keine verläßlichen zahlenmäßige
Schätzung der Zeitalter der Welt
und des Menschen angestellt werden konnte, und daß
Geologie sowie
Anthropologie im Uferlosen treiben. Wenn aber ein
Schüler der esoterischen
Philosophie sich erkühnt, die Lehren der occulten
Wissenschaft vorzubringen, so
wird er sofort angegriffen. Warum soll das so sein,
nachdem die größten
Gelehrten, wenn sie auf ihre eigenen physikalischen
Methoden beschränkt
wurden, eine auch nur annäherungsweise Übereinstimmung
zu erreichen nicht
im stande waren?
Es ist wahr, daß die
Wissenschaft deshalb kaum getadelt werden kann. In der
That sind in der kimmerischen
Finsternis der vorgeschichtlichen Zeitalter die
Forscher in einem Labyrinth verloren, dessen große
Gänge keine Thüren haben
und keinen sichtbaren Ausgang in die vorzeitliche
Vergangenheit gestatten.
Verloren in dem Irrgange ihrer eigenen
widerstreitenden Spekulationen, und, wie
sie es immer gethan haben, das Zeugnis der östlichen
Überlieferung verwerfend,
ohne irgendwelchen Anhaltspunkt oder einen einzigen
sicheren Meilenstein zu
ihrer Führung - was können die Geologen oder
Anthropologen anders thun, als
den dünnen Ariadnefaden aufzuheben, wo sie ihn zuerst
wahrnehmen, und dann
vollständig aufs Geratewohl vorzugehen? Daher sagt man
uns zuerst, daß das
entfernteste Datum, bis zu dem sich urkundliche
Aufzeichnungen erstreckt, jetzt
von der Anthropologie allgemein betrachtet wird als
lediglich „der früheste
deutlich sichtbare Punkt der vorgeschichtlichen Zeit“
- mit den Worten des
Schreibers des Artikels in der Encyclopedia
Britannica.
Gleichzeitig wird zugestanden, daß „über jenen
Zeitpunkt hinaus sich eine lange
unbestimmte Reihe von
vorgeschichtlichen Zeitalter zurückerstreckt.“
Mit jener näher bezeichneten
„Zeitaltern“ werden wir beginnen. Sie sind
„vorgeschichtlich“ lediglich
für das bloße Auge der Materie. Für das geistige
Adlerauge des Sehers und des
Propheten einer jeden Rasse erstreckt sich der
Ariadnefaden über jene „geschichtliche Zeit“ hinaus
ohne Unterbrechung oder
Riß, sicher und stetig, bis ganz in die Nacht der
Zeit; und die Hand, welche ihn
4169bI
hält, ist zu mächtig, um ihn fallen oder auch nur
abbrechen zu lassen.
Aufzeichnungen existieren, obwohl sie von den Profanen
als phantatisch
verworfen werden mögen; obzwar thatsächlich viele von
ihnen stillschweigend
von Philosophen und Männern von großer Gelehrsamkeit
angenommen werden
und einer unveränderten Ablehnung nur von Seite der
offiziellen und kollektiven
Körperschaft der orthodoxen Wissenschaft begegnen.
Und da die letztere es
ablehnt, uns auch nur eine annähernde Vorstellung von
der Dauer der
geologischen Zeitalter zu geben - außer in ein paar
einander widerstreitenden
und widersprechenden Hypothesen - so sehen wir zu, was
die ârische
Philosophie uns lehren kann.
Solche Berechnungen, wie sie im Manu und in den
Purânen gegeben sind -
ausgenommen unwichtige und ganz offenbar absichtliche
Übertreibungen - sind,
wie bereits festgestellt, nahezu übereinstimmend mit
jenen, welche in der
esoterischen Philosophie gelehrt werden. Dies kann
gesehen werden aus dem
Vergleiche der beiden in
irgend einem indischen Kalender von anerkannter
Orthodoxie.
Der beste und vollständigste
aller solcher Kalender in der Gegenwart, wie die
gelehrten Brâhmanen von Südindien verbürgen, ist der
bereits erwähnte Tamil-Kalender,
genannt das Tirukkanda Panchânga, kompiliert, wie man
uns sagt, aus
und in voller Übereinstimmung mit geheimen
Bruchstücken von Asuramaya´s
Daten. Und so wie Asuramaya der größte Astronom
gewesen sein soll, so lispelt
man sich auch zu, daß er der mächtigste „Zauberer“
gewesen sei von der
„weißen Insel, welche schwarz geworden war vor Sünde“,
d. i. von den Inseln der
Atlantis.
[8] Wegen eines ähnlichen Zugeständnisses siehe Prof.
Lefèvre´s Philosophy,
481.
4169bI
Die „weiße Insel“ ist ein symbolischer Name. Asuramaya
soll, z. B. nach der
Überlieferung des Jnâna-bhâskara, in
Romaka-pura, im Westen, gelebt haben;
weil der Name eine Anspielung auf das Land und die
Wiege der
„Schweißgeborenen“ der dritten Rasse ist. Jenes Land
oder Festland war
Zeitalter vorher verschwunden, bevor Asuramaya lebte,
nachdem er ein Atlantier
war. Aber er war ein unmittelbarer Abkömmlich der
Weisen Rasse, der Rasse,
die niemals stirbt. Zahlreich sind die Legenden über diesen Helden, den Zögling
des Sûrya, des Sonnengottes selbst, wie die indischen
Berichte angeben. Es ist
von geringer Wichtigkeit, ob er auf der einen oder auf
der andern Insel lebte,
aber die Frage ist die, zu beweisen, daß er kein
Mythos war, zu dem Dr. Weber
und andere ihn machen möchten. Die Thatsache, daß
Romaka-pura im Westen
als der Geburtsort dieses Helden der Urzeit genannt
wird, ist um so
interessanter, weil es so sehr bedeutsam in betreff
der esoterischen Lehre über
die schweißgeborenen Rassen ist, die Menschen, die aus
den „Poren ihrer
Eltern“ geboren sind. „ROMA-KÛPAS“ bedeutet
„Haarporen“ im Sanskrit. Im
Mahâbhârata [9]
heißt es von einem Volke mit Namen Raumas, daß es aus den
Poren des Vîabhadra hervorgebracht worden sei, des
schrecklichen Riesen,
welcher das Opfer des Daksha zerstörte. Andere Stämme
und Leute werden
auch als auf diese Art geboren dargestellt. All dies
sind Bezugnahmen auf die
spätere zweite und frühere dritte Wurzelrasse.
Die folgenden Zahlen sind aus dem soeben angeführen
Kalender: eine Fußnote
bemerkt die Punkte des Nichtübereinstimmens mit den
Zahlen der Ârya Samâj
Schule:
I. Vom Beginne der kosmischen Entwicklung
[10] bis zu dem Hindûjahre
Tarana (oder
1887)
1 955 884
687 Jahre.
II. Das (astrale), mineralische, vegetabile
und animale Reich bis hinaus zum
Menschen brauchten zur Entwicklung 300 000 000 Jahre.
[11]
III. Zeit seit dem ersten Erscheinen der
„Menschheit“ (auf unserer
Planetenkette)
1 664 500
987 Jahre. [12]
4171I
. Die Zahl, die abgelaufen ist seit dem
„Vaivasvata Manvantara“ [13] -
oder der
menschlichen Periode - bis zum Jahre
1887 ist gerade 18 618 728
Jahre.
V. Die volle Periode eines Manvantara ist 308 448 000 Jahre.
. Vierzehn Manvantaras, plus der Periode
eines Satya Yuga machen einen
Tag des
Brahmâ, oder ein vollendetes
Manvantara,
oder
4 320 000
000 Jahre.
Daher besteht ein Mahâ Yuga
aus 4 320 000 Jahren. [14]
Das Jahr 1887 seit dem Beginne
des Kali
Yuga 4 989 Jahre.
[9] XII. 10308.
[10] Die esoterische Lehre sagt,
daß diese „kosmische Entwicklung“ sich bloß
auf unser Sonnensystem
bezieht; indessen das exoterische Hindûtum, wenn
wir nicht irren, die Zahlen
sich auf das ganze System des Weltalls beziehen
läßt.
[11] Ein anderer Punkt der
Nichtübereinstimmung. Der Occultismus sagt, daß
die astralen Vorbilder des
mineralischen, vegetabilen und animalistischen
Reiches bis hinauf zum
Menschen diese Zeit (300 Millionen Jahre) zur
Entwicklung gebraucht haben,
sich neu bildend aus den abgestossenen
Materialien der vorhergegangenen Runde, die, zwar seht
dicht und körperlich
in ihrem eigenen Cyklus,
verhältnismäßig ätherisch sind im Vergleich zu der
Materialität unserer
gegenwärtigen mittleren Runde. Bei Ablauf dieser 300
Millionen Jahre, auf dem Wege
zum physischen und materiellen, hinab auf
4171I
dem absteigenden Bogen,
beginnt die Natur mit der Menschheit und wirkt
nach abwärts, indem sie bei
ihrem Fortschreiten die Formen verhärtet oder
materialisiert. So gehören
die Versteinerungen, die in Schichten gefunden
werden, welchen ein Alter
nicht von achtzehn, sondern von vielen Hundert
Millionen Jahren
zugeschrieben werden muß, in Wirklichkeit Formen der
vorhergegangenen Runde an,
welche während ihrer Lebenszeiten viel mehr
ätherisch waren als körperlich, so wie wir das
körperliche kennen. Daß wir sie
als greifbare Formen
wahrnehmen und ausgraben, ist dem erwähnten
Materialisations- oder
Krystallisierungsvorgange zuzuschreiben, welcher in
der Folgezeit stattfand, beim
Beginne der vierten Runde, und seinen
Höhepunkt nach der
Erscheinung des Menschen erreichte, indem er mit
seiner körperlichen Entwicklung gleichlaufend
fortschritt. Dies allein erläutert
die Thatsache, daß der Grad
der Stofflichkeit auf Erden mit der ihrer
Bewohner gleichen Schrittes
sich ändert. Und so findet der Mensch jetzt als
greifbare Versteinerungen,
was einstmal die (für seine gegenwärtigen Sinne)
ätherische Formen der
niedrigen Reiche waren. Die obigen brâhmanischen
Zahlen beziehen sich auf die Entwicklung beginnend auf
Kugel A, und in der
ersten Runde. In diesem Bande
sprechen wir nur von dieser vierten Runde.
[12] Diesen Unterschied und
die Veränderung der Ziffern in den letzten drei
Dreiergruppen von Ziffern, zu
erklären kann die Schreiberin nicht
unternehmen. Nach jeglicher Berechnung sollten nach
Abzug der dreihundert
Millionen die Ziffern so stehen: 1 655 884 687. Aber
sie sind so gegeben, wie
sie in dem obengenannten
Tamil-Kalender aufgestellt sind und wie sie
übersetzt wurden. Die Schule
des verstorbenen Pandit Dayânand Sarasvâti,
des Begründers des Ârya
Samâj, giebt ein Datum von 1 960 852 987. Siehe
das Ârya Magazine von
Lahore, dessen Umschlag die Worte trägt: „Ârische
Aera 1 960 852 987.“
[13] Vaivasvata Manu ist das
einzige menschliche Wesen - einige
4171I
Darstellungen geben ihm noch die sieben Rishis bei -
welches in der Matsya
Avatâra Allegorie aus der Flut in einem Boote gerettet
wurde, wie Noah in der
Arche. Darnach wäre dieses Vaivasvata Manvantara die
„nachsintflutliche“
Zeit. Dies bezieht sich jedoch nicht auf die spätere
„atlantische“ oder Noahs
Sintflut, auch nicht auf die kosmische „Flut“ oder den
Pralaya der
Verdunkelung, welcher unserer Runde vorherging,
sondern auf das
Erscheinen der Menschheit in der letzteren Runde. Es
wird gleichwohl ein
großer Unterschied gemacht zwischen dem Naimitika, dem
gelegentlichen
oder zufälligen, dem Prâkritika, dem elementaren, dem
Atyantika, dem
absoluten, und dem Nitya, dem beständigen Pralaya; der
letztere wird
beschrieben als „Brahmâs mögliche Wiederverschmelzung
des Weltalls am
Ende von Brahmâs Tag“. Von einem gelehrten
brâhmanischen Theosophen
wurde die Frage aufgeworfen: „Ob es etwas derartiges
giebt wie einen
kosmischen Pralaya; weil sonst der Logos (Krishna)
wiedergeboren werden
müßte, und er doch Aja (ungeboren) ist.“ Wir können
nicht sehen, warum.
Vom Logos heißt es nur metaphorisch, daß er geboren
wird, so wie die Sonne
täglich geboren wird, oder vielmehr ein Strahl dieser
Sonne morgens geboren
wird und, wie man sagt, stirbt, wenn er verschwindet,
während er doch
einfach in die väterliche Wesenheit wieder aufgenommen
ist. Kosmischer
Pralaya ist für die sichtbaren Dinge, nicht für die
Aûpa-, die formlose Welt. Der
kosmische oder universale Pralâya kommt nur am Ende
von einhundert
Jahren des Brahmâ, wenn, wie es heißt, die universale
Auflösung stattfindet.
Dann, sagen die exoterischen Schriften, nimmt der
Avyaya, das durch Vishnu
symbolisierte ewige Leben den Charakter des Rudra, der
Zerstörers, an, tritt
in die sieben Strahlen der Sonne ein und trinkt alle
Wasser des Weltalls auf.
„Also ernährt dehnen sich die sieben Sonnenstrahlen zu
sieben Sonnen aus
und setzen den ganzen Kosmos in Flammen.“
[14] Weil ein Maha Yuga der 1000ste Teil eines Tages
des Brahmâs ist.
4171I
4171I
Um dies in seinen Einzelheiten noch klarer zu machen,
werden die folgenden Berechnungen des Rao Bahadur P. Sreenivas Row aus dem Theosophist
vom November 1885 mitgeteilt.
360 Tage der Sterblichen
machen ein Jahr 1
Krita Yuga enthält 1 728 000
Tretâ Yuga enthält 1 296 000
Dvâpara Yuga enthält 864 000
Kali Yuga enthält 432 000
Die Summe der genannten vier
Yugas bildet ein Mahâ Yuga 4 320 000
Einundsiebzig solcher Mahâ Yugas bilden die
Regierungszeit eines Manu 306 720 000
Die Regierung von vierzehn Manus umfaßt die Dauer von
994 Mahâ Yugas, und ist gleich 4 294 080 000
Dazu die Sandhis, d. i. die Zwischenzeiten
zwischen den Regierungen der einzelnen Manus, welche sich auf sechs Mahâ Yugas
belaufen, gleich 25 920 00
Die Gesamtsumme dieser Reiche und Zwischenreiche von
vierzehn Manus ist 1000 Mahâ Yugas, welche einen Kalpa ausmachen, d. i. einen
Tag des Brahmâ 4 320 000 000
Da Brahmâs Nacht von gleicher Dauer ist, so würden ein
Tag und eine Nacht Brahmâs enthalten 8 640 000 000
360 solcher Tage und Nächte machen ein Jahr des
Brahmâ, gleich 3 110 400 000 000
100 solcher Jahre bilden die ganze Periode des
Zeitalters des Brahmâ, d. i. den Mahâ Kalpa 311 040 000 000 000
Dies sind die durch ganz Indien angenommenen
exoterischen Zahlen, und sie stimmen ziemlich nahe mit jenen der Geheimwerke
überein. Die letzteren erweitern sich jedoch durch eine Teilung in eine Anzahl
von
esoterischen Cyklen, die niemals in brâhmanischen
volkstümlichen Schriften erwähnt werden - von denen eine, die Einteilung der Yugas
in Rassencyklen, anderwärts als ein Beispiel gegeben ist. Die übrigen sind in
ihren
Einzelnheiten natürlich niemals veröffentlicht worden.
Sie sind aber nichtdestoweniger mit jeden „zweimalgeborenen“ (Dvija oder
initiierten) Brâhmanen bekannt, und die Purânen enthalten Bezugnahmen
auf einige von
ihnen in verhüllten Redewendungen, welche kein sich
nur an die Thatsachen haltender Orientalist bis jetzt herauszubringen versucht
hat, noch herausbringen könnte, wenn er wollte.
Diese heiligen astronomischen Cyklen sind von einem
unermeßlichen Alter, und die meisten von ihnen gehören, wie festgestellt, den
Berechnungen des Nârada und des Asuramaya an. Der letztere steht in dem Ansehen
eines Rieses und Zauberers. Aber die vorsintflutlichen
Riesen - die Gibborim der Bibel - waren nicht alle schlecht oder
Zauberer, wie die christliche Theologie, welche in jedem Occultisten einen
Knecht des Bösen sieht,
haben möchte; noch waren sie schlechter als viele der
„getreuen Söhne der Kirche“. ein Torquemanda oder eine Katharina von Medici
verübten sicherlich mehr Unrecht in ihrer Zeit, und im Namen ihres Meisters,
als irgend
ein atlantischer Riese oder ein Halbgott des Altertums
jemals gethan hat, ob er nun Kyklops hieß, oder Medusa, oder selbst der
orphische Titan, das schlangenfüchsige Ungeheuer, das als Ephialtes bekannt
war. Es gab
4173I
gute „Riesen“
in der alten Zeit ebensogut, als es jetzt böse „Zwerge“ giebt; und die
Rakshasas und Yakshas von Lankâ waren nicht schlechter als unsere heutigen
Dynamithelden, und als gewisse christliche und zivilisierte
Generale während der heutigen Kriege. Auch sind sie
keine Erdichtungen.
Wer über Briareus und Orion zu lachen pflegt, sollte
es bleiben lassen, nach Karnac oder Stonehenge zu gehen oder auch nur davon zu
sprechen,
bemerkt irgendwo ein moderner Schriftsteller.
Da die oben gegeben brâhmanischen Zahlen annähernd die
grundlegenden Berechnungen unseres esoterischen Systems sind, so wird der Leser
aufgefordert, sie sorgfältig im Gedächtnis zu behalten.
In der Encyclopedia Britannica finden wir das
letzte Wort der Wissenschaft, daß der menschlichen Vorzeit nur „Zehner
von Jahrtausenden“ als Spielraum zugestanden sind. Es wird einleuchtend, da
diese Zahlen, da man
sie zwischen 10 000 und 100 000 schwanken lassen kann,
sehr wenig, wenn überhaupt etwas bedeuten, und die Dunkelheit, welche die Frage
umgiebt, nur noch dichter machen. Was hat es ferner für Wert, daß die
Wissenschaft die Entstehung des Menschen in die Zeit
des „prä- oder postglacialen Gletscherschuttes“ verlegt, wenn man uns im selben
Augenblicke sagt, daß die sogenannte „Eiszeit“ einfach eine lange
Aufeinanderfolge
von Zeiträumen ist, welche
ohne plötzliche Wechsel irgendwelcher Art sich zu dem
abschatteten, was die menschliche oder recente Periode genannt wird . . . indem
das Übereinandergreifen der geologischen Perioden vom Anbeginne der Zeit
an die Regel gewesen ist. [15]
Die letztere „Regel“ läuft nur auf die noch
verwirrendere, wenn auch streng wissenschaftlich und richtige Meinung hinaus:
Selbst heutzutage ist der Mensch ein Zeitgenosse der
Eiszeit in den Alpenthälern und Finnmarken. [16]
[15] a. a. O., Art. „Geologie“.
[16] Ebenda. Das läßt selbst für die bilbische
„Adam Chronologie“ mit den 6000 Jahren eine Möglichkeit offen.
4173I
Soweit würden wir, wären nicht die von der
Geheimlehre, und selbst vom exoterischen Hindûismus und seinen Überlieferungen
gegebenen Lehren gewesen, bis heute in verwirrter Unsicherheit zwischen den
unbestimmten
„Zeitaltern“ der einen Schule der Wissenschaft, den
„Zehntausenden“ von Jahren der anderen, und den 6000 Jahren der Bibelausleger
schwankend gelassen sein. Dies ist einer der verschiedenen Gründe, warum wir
bei
aller Schlußfolgerungen der Gelehrten von heutzutage
gebührenden Ehrerbietungen gezwungen sind, sie in allen solchen Fragen des
vorgeschichtlichen Altertums unbeachtet zu lassen.
Die moderne Geologie und Anthropologie können
selbstverständlich mit unseren Anschauungen nicht übereinstimmen. Aber der
Occultismus wird gegen diese zwei Wissenschaften ebensoviele Waffen finden, als
er gegen
astronomische und physikalische Theorieen gefunden
hat, trotz der Versicherungen Herrn Laing´s, daß:
in (chronologischen) Berechnungen dieser Art,
betreffend ältere und jüngere Formationen, keine Theorie liegt, sondern
daß sie auf feststehenden Thatsachen begründet und nur von einer gewissen
möglichen (?)
Fehlergrenze nach beiden Seiten eingeschlossen sind.
[17]
Der Occultismus wird an der Hand wissenschaftlicher
Bekenntnisse den Beweis führen, daß die Geologie gar sehr im Irrtum ist, und sehr
oft sogar mehr als die Astronomie. In eben diesem Abschnitte des Herrn Laing,
welcher der Geologie in Bezug auf Richtigkeit den
Vorrang vor der Astronomie zuspricht, finden wir eine Stelle, die mit den
Geständnissen der besten Geologen selbst in offenbarem Widerspruch steht. Der
Verfasser sagt:
Kurz, die Schlußfolgerungen der Geologie, zum
mindesten bis hinaus zur silurischen Periode [18] , wo die gegenwärtige Ordnung
der Dinge ziemlich begonnen war, sind annähernde (wahrlich so!) Thatsachen und
nicht Theorieen, indessen die astronomischen
Schlußfolgerungen Theorieen sind, die sich auf so unsicheren Daten
begründen, daß sie, während sie in einigen Fällen unglaublich kurze Resultate
geben, . . .in
anderen nahezu unglaublich lange Resultate geben. [19]
Darnach wird dem Leser bedeutet, daß der „sicherste
Kurs“
der zu sein scheint, anzunehmen, daß die Geologie
wirklich beweist, daß die Dauer der gegenwärtigen Ordnung der Dinge irgendwie
mehr als 100 Millionen Jahre gewesen sei, und daß die Astronomie eine
ungeheure, aber unbekannte Zahl darüber hinaus in der
Vergangenheit, und eine kommende in der Zukunft für Geburt, Wachstum, Reife,
Verfall und Tod des Sonnensystems giebt, von welchem unsere Erde ein
kleiner Planet ist, der jetzt die
Bewohnbarkeitsperiode durchläuft. [20]
Nach vergangener Erfahrung urteilend hegen wir nicht
den geringsten Zweifel, daß, wenn einmal die Aufgabe gestellt würde, „den
abgeschmackten unwissenschaftlichen und unsinnigen Behauptungen der eoterischen
(und
esoterischen) ârischen Chronologie“ entgegenzutreten,
der Gelehrte mit den „unglaublich kurzen Resultaten“, d. i. nur 15 000
000 Jahren, und der Gelehrte, welcher „600 000 000 Jahre verlangen möchte“,
zusammen mit
jenen, welche Herrn Huxleys Zahlen von 1 000 000 000
[21] „seit die Sedimentbildung in Europa begann“, annehmen, alle gleich
dogmatisch sein würden, einer wie der andere. Auch würden sie nicht ermangeln,
den
Occultisten und den Brâhmanen daran zu erinnern, daß
allein die modernen Männer der Wissenschaft diejenigen sind, welche die exakte
Wissenschaft vorstellen, deren Pflicht es ist, „Ungenauigkeit“ und „Aberglaube“
zu
bekämpfen.
Die Erde durchläuft die „Bewohnbarkeitsphase“ nur in
Bezug auf die gegenwärtige Ordnung der Dinge, und insoweit unsere
gegenwärtige Menschheit mit ihren thatsächlichen „Hautröcken“ und ihrem
Phosphor für Knochen
und Gehirn in Betracht kommt.
Wir sind bereit, die von der Geologie angebotenen 100
Millionen Jahre zuzugestehen, da man uns gelehrt hat, daß unsere gegenwärtige
körperliche Menschheit - oder die Vaivasvata Menschheit - erst vor achtzehn
Millionen Jahren begann. Aber die Geologie hat uns
keine Thatsachen zu geben über die Dauer der geologischen Perioden, wie wir
gezeigt haben, nicht mehr in der That als die Astronomie. Der anderwärts
angeführte
authentische Brief von Herrn W. Pengelly, F. R. S.,
sagt:
Es ist gegenwärtig, und vielleicht für alle Zukunft, unmöglich,
die geologische Zeitrechnung auch nur annäherungsweise auf Jahre oder auch nur
auf Jahrtausende zu bringen.
Und nachdem sie bisher noch niemals einen fossilen
Menschen von irgend einer anderen als der gegenwärtigen Form ausgegraben
hat - was weiß die Geologie von ihm? Sie hat Zonen und Schichten und, mit
diesen,
ursprüngliches Tierleben bis hinab zum Silur verfolgt.
Wenn sie auf dieselbe Weise den Menschen bis hinab zu seiner ursprünglichen
protoplasmischen Form verfolgt haben wird, dann werden wir gestehen, daß sie
etwas
von dem ursprünglichen Menschen wissen mag. Wenn es
nicht sehr wesentlich für die „Einflüsse der modernen wissenschaftlichen
Entdeckungen auf das moderne Denken“ ist, ob
der Mensch in einem Zustande stetigen, wenn auch
langsamen Fortschreitens während der letzten 50 000 Jahre einer Periode von 15
Millionen, oder während der letzten 500 000 Jahre einer Periode von 15
Millionen existiert hat, [22]
wie Herr S. Laing seinen Lesern sagt, so ist es sehr
so für die Behauptungen der Occultisten. Wenn nicht die letzteren zeigen, daß
es eine Möglichkeit, wo nicht eine vollkommene Gewißheit ist, daß der
Mensch vor
achtzehn Millionen Jahren gelebt hat, so hätte die Geheimlehre
ebensogut ungeschrieben bleiben können. Ein Versuch muß daher in dieser
Richtung gemacht werden, und zwar werden unsere modernen Geologen und
Männer der Wissenschaft im allgemeinen als Zeugen für
diese Thatsache im dritten Teile dieses Bandes geführt werden. Unterdessen, und
ungeachtet der Thatsache, daß die indische Chronologie von den Orientalisten
beständig als eine Erdichtung hingestellt wird, die
auf keiner „thatsächlichen“ Berechnung beruht, [23] sondern bloß ein
„kindisches Großtum“ ist, wird sie nichtdestoweniger oft bis zur
Unkenntlichkeit verdreht, um sie
westlichen Theorieen Rechnung tragen zu lassen und
anzupassen. Mit keinen Zahlen hat man sich jemals mehr unberufen befaßt und
mißhandelt, als die berühmten 4, 3, 2, mit den darauffolgenden Nullen, der
Yugas und
4175I
Mahâ Yugas.
[17] Modern Science and Modern Thought, 48.
[18] Zur Silurperiode, was Mollusken und tierischen
Leben betrifft - zugegeben; aber was wissen sie vom Menschen?
[19] Ebenda. a. a. O.
[20] Ebenda, 49.
[21] Winchell, World-Life,
180.
[22] a. a. O. 49.
[23] Willson´s Vishnu Purâna,
I. 51.
4175I
Da der ganze Cyklus der vorgeschichtlichen Ereignisse,
wie z. B. die Entwicklung und Umformung der Rassen und das allgemeine Alter des
Menschen, von der genannten Zeitrechnung abhängt, so wird es äußerst wichtig,
dieselbe durch andere bestehende Berechnungen zu
kontrollieren. Wenn die östliche Chronologie verworfen wird, so werden wir zum
mindesten den Trost haben, zu beweisen, daß keine andere - sei es in den Zahlen
der
Wissenschaft oder der Kirchen - auch nur eine Spur
verläßlicher ist. Wie Professor Max Müller es ausdrückt, ist es ebenso
nützlich, zu beweisen, was ein Ding nicht ist, als zu zeigen, was es sein kann.
Sobald es uns
gelingt, die Fehler sowohl der christlichen, wie auch
der wissenschaftlichen Berechnungen aufzuweisen - indem wir ihnen eine
unparteiische Möglichkeit der Vergleichung mit unserer Chronologie einräumen -
wird keine
von diesen einen vernünftig zu rechtfertigenden Grund
haben, von dem aus sie die esoterischen Zahlen als weniger verläßlich denn ihre
eigenen bezeichnen könnte.
Wir können hier den Leser auf unser früheres Werk, auf
Isis entschleiert [24] verweisen, wegen einiger Bemerkungen betreffs der
Zahlen, die einige Seiten weiter oben angeführt wurden.
Heute mögen ein paar weitere Thatsachen der dort
gemachten Mitteilung, die bereits einem jeden Orientalisten bekannt ist,
hinzugefügt werden. Die Heiligkeit des Cyklus von 4320, mit darauffolgenden
Nullen, liegt in dem
Umstande, daß die Ziffern, welche ihn bilden, einzeln
oder in verschiedenen Zusammenstellungen vereint genommen, jede und alle die
größten Geheimnisse in der Natur symbolisieren. In der That, ob man nun die 4
getrennt nimmt, oder die 3 für sich, oder die zwei
zusammen, welche 7 ausmachen, oder wieder die drei, 4, 3, 2, welche
zusammengezählt 9 geben, alle diese Zahlen haben ihre Anwendung in den
heiligsten und
occultesten Dingen, und bezeichnen die Wirkung der
Natur in ihren ewigen periodischen Erscheinungen. Sie sind niemals irrende,
beständig wiederkehrende Zahlen, welche jenem, der die Geheimnisse der Natur
studiert,
ein wahrhaft göttliches System enthüllen, einen
intelligenten Plan in der Weltentstehung, welcher natürliche kosmische
Einteilungen von Zeiten, Jahreszeiten, unsichtbaren Einflüsse, astronomische
Erscheinungen ergiebt,
mit ihrer Entwicklung und Rückwirkung auf die irdische
und selbst auf die moralische Natur; auf Geburt, Tod, und Wachstum, auf
Gesundheit und Krankheit. Alle diese natürlichen Ereignisse sind begründet auf
und hängen
ab von cyklischen Vorgängen im Kosmos selbst, und
bewirken periodische Agentien, welche, von außen einwirkend, die Erde und
alles, was auf ihr lebt und atmet, von einem Ende bis zum andern eines jeden
Manvantara
beeinflussen. Ursachen und Wirkungen sind esoterisch,
exoterisch und „endoexoterisch“, so zu sagen.
In Isis entschleiert schrieben wir, was wir
jetzt wiederholen: Wir befinden uns am Grunde eines Cyklus und offenbar in
einem Übergangszustand. Plato teilt den intellektuellen Fortschritt des
Weltalles während eines jeden
Cyklus in fruchtbare und unfruchtbare Perioden. In den
sublunaren Regionen, sagt er, bleiben die Sphären der verschiedenen Elemente
ewig in vollkommener Harmonie mit der göttlichen Natur; „aber ihre Teile“,
infolge
einer zu engen Nachbarschaft zur Erde und ihrer
Vermischung mit dem irdischen (welches Materie ist, und daher das Bereich des
Bösen) „sind manchmal in Übereinstimmung und manchmal im Gegensatz zur
(göttlichen)
Natur“. Wenn jene Kreisläufe - welche Éliphas Lévi die
„Ströme des Astrallichtes“ nennt - in dem universalen Ether, welcher in sich
jedes Element enthält, in Harmonie mit dem göttlichen Geiste stattfinden, so
erfreut sich
unsere Erde und alles, was zu ihr gehört, einer
fruchtbaren Periode. Die occulten Kräfte der Pflanzen, Tiere und Mineralien
sympathisieren magisch mit den „oberen Naturen“, und die göttliche Seele des
Menschen ist in
vollkommenem Einverständnis mit diesen „niederen“.
Aber während der unfruchtbaren Periode verlieren die letzteren ihre magische
Sympathie, und der geistige Blick der Mehrheit der Menschen ist so geblendet,
daß er
jeden Begriff von höheren Kräften seines eigenen
Göttlichen Geistes verliert. Wir sind in einer unfruchtbaren Periode; das
achtzehnte Jahrhundert, während dessen das bösartige Fieber des Skepticismus so
unwiderstehlich ausbrach, hat den Unglauben als
Erbkrankheit dem neunzehnten aufgebürdet. Der göttliche Intellekt ist im
Menschen verhüllt; sein tierisches Gehirn allein „philosophiert“. Und allein
philosophierend, wie
kann es die „Seelen-Lehre“ verstehen?
Um nicht den Faden der Erzählung zu unterbrechen,
werden wir einige schlagende Beweise für diese cyklischen Gesetze im zweiten
Teil geben, und fahren unterdessen mit unseren Erklärungen der geologischen und
rassischen Cyklen fort.
[24] I. 32.
4177 :48. III
11. Das Herabsteigen des Demiurgen. 12. Die Mondgötter erhalten den
Auftrag
zu schaffen. 13. Die höheren Götter weigern sich.
11. DER HERR DER HERREN KAM. VON IHREM KÖRPER TRENNTE ER DIE
WASSER, UND DIES WAR DER HIMMEL OBEN, DER ERSTE
HIMMEL. [1]
Hier verfällt die Überlieferung wieder auf das
Universale. Ebenso wie in der
frühesten Darstellung, die in den Purânen wiederholt
ist, so auch in der letzten,
dem mosaischen Bericht.
In der ersteren heißt es:
Als die Welt ein einziger
Ozean geworden war, da schloß Er, der Herr (der
Gott, welcher die Form des
Brahmâ hat), daß innerhalb der Wasser die Erde
läge, und im Verlangen, sie
emporzuheben (sie zu trennen), schuf er sich
selbst in einer anderen Form. Wie er im vorhergehenden
Kalpa (Manvantara)
die Gestalt einer Schildkröte
eingenommen hatte, so nahm er in diesem die
Gestalt eines Ebers an, u. s.
w. [2]
In der elohistischen
„Schöpfung“ [3] erschafft „Gott“ „eine Form zwischen den
Wassern“, und sagt: „es
erscheine trockenes Land“. Und nun kommt der
traditionelle Nagel, an den der esoterische Teil der
kabbalistischen Auslegung
aufgehängt ist.
[1] Die Atmosphäre, oder die
Luft, des Firmament.
[2] Harivamasha, I. 36.
[3] Genesis, I. 6-9
4178 :48. III
12. DIE GROSSEN CHOHANS [4] RIEFEN ZU DEN HERREN DES MONDES,
DER LUFTIGEN KÖRPER: „BRINGET HERVOR MENSCHEN [5] ,
MENSCHEN
VON EURER NATUR.GEBET IHNEN [6] IHRE FORMEN IM INNERN.
SIE [7]
WIRD HÜLLEN AUFBAUEN AUSSEN. [8] MÄNNLICH-WEIBLICH
WERDEN SIE
Wer sind die „Herren des Mondes“? In Indien werden sie
Pitris oder
„Mondvorfahren“ genannt, aber in den hebräischen
Rollen ist es Jehovah selbst,
welcher der „Herr des Mondes“ ist, kollektiv als die
Schar, und auch als einer der
Elohim. Die Astronomie der Hebräer und ihre
„Einhaltung der Zeiten“ wurde
durch den Mond geregelt. Ein Kabbalist hat gezeigt,
das „Daniel . . . sprach von
Gottes Vorsehung nach bestimmten festgesetzten Zeiten“,
und daß die
Offenbarung Johannis
„spricht von einer sorgfältig gemessenen kubischen Stadt,
die aus den Himmeln herniederfährt“, u. s. w., und
fügt hinzu:
Aber die belebende Kraft des Himmels lag hauptsächlich
am Monde. ... Er war
der hebräische [korrekter
Abdruck siehe Buch] (Jehovah), - und St. Paulus
schärft ein: - „So lasset nun
niemand euch Gewissen machen über eure
Einhaltung des 7ten Tages,
und des Tages des Neumondes - welches ist der
Schatten von dem, das zukünftig war; aber der Körper (oder Substanz) ist von
Christus,“ d. i. Jehovah, - jene Funktion
dieser Kraft, welche „machte das
unfruchtbare Weib zur freudigen Mutter von Kindern“ -
„denn sie sind eine
Gabe des Jehovah“, . . . . was ein Schlüssel ist zu
dem Einwande, welchen ihr
Gemahl der Sunamitin machte,
da sie zu dem Manne Gottes ging: - „denn es
ist weder der 7te Tag noch
der Tag des Neumondes.“ Die lebendigen Kräfte
der Konstellationen hatten
mächtige Kriege markiert durch die Bewegungen
und Stellungen der Sterne und
Planeten, und insbesondere als das Resultat
der Konjunktion von Mond,
Erde und Sonne. Bentley kommentiert den
indischen „Krieg zwischen den Göttern und den Riesen“
als markiert durch die
Verfinsterung der Sonne im aufsteigenden Knoten des Mondes,
945 v. Ch. (!),
zu welcher geboren [9] oder aus dem Meere
hervorgebracht wurde SRI (Sarai,
S-r-i, das Weib des hebräischen Abraham), [10] welcher
die Venus-Aphroditus
(sic) der
Westlichen war, Emblem „des Lunisolarjahres, oder des Mondes (da
Sri das Weib des Mondes ist;
siehe die Fußnote), der Göttin des Wachstums“
[11] . . . . (Daher) war das
große Denkmal und Landmarke der exakten
Periode des lunaren Jahres
und Monats, wonach dieser Cyklus (von 19
tropischen Sonnenjahren und
235 Mondumläufen) berechnet werden konnte,
der Berg Sinai - auf welchen
der Herr Jehovah herabstieg. . . . . . Paulus
spricht (dann) als ein
Mystagoge, wenn er in Bezug auf das freie Weib und
4179 :48. III
das unfreie Weib des Abraham sagt: - „Denn Hagar (das
unfreie Weib des
Abraham) heißt in Arabien der Berg Sinai.“ Wie konnte
ein Weib ein Berg
sein? und ein solcher Berg! Jedoch in einem Sinne . .
. war sie es, und zwar in
einem sehr wunderbar wahren. Ihr Name war Hagar,
hebräisch [korrekter
Abdruck siehe Buch], dessen Zahlen als 235 sich lesen, oder in exaktem
Maße, gegen die Zahl der lunaren Monate, welche 19
tropischen Jahren gleich
kommen, um diesen Cyklus zu vollenden und das
Gleichnis und die
Ähnlichkeit gut zu machen: der Berg Sinai ist, in der
esoterischen Sprache
dieser Weisheit, das Denkmal der exakten Zeit des
Lunarjahres und Monates,
nach welchen dieser geistige belebende Cyklus
berechnet werden konnte -
und welcher Berg in der That genannt wurde (Fuerst)
„der Berg des Mondes
(Sin)“. So konnte auch Sarai (SRI), das Weib des
Abram, kein Kind haben,
bevor nicht ihr Name geändert wurde in Sarah, [korrekter
Abdruck siehe
Buch], was
ihr die Eigenschaft dieses lunaren Einflusses gab. [12]
Das mag als eine Abschweifung von dem Hauptgegenstande
betrachtet werden:
aber es ist eine sehr notwendige mit Rücksicht auf
christliche Leser. Denn wer -
wenn er ohne Voreingenommenheit die bezüglichen
Legenden von Abram, Sarai
oder Sarah, welche „schön
anzuschauen war“, und jene von Brahmâ und
Sarasvatî, oder Shrî, Lakshmî-Venus,
mit den Beziehungen aller dieser zum
Monde und Wasser studiert
hat; - und insbesondere einer, der die wirkliche
kabbalistische Bedeutung des
Namens Jehovah und seine Beziehung zu, und
seinen Zusammenhang mit dem Monde versteht - wer kann
zweifeln, daß die
Geschichte des Abram auf der des Brahmâ beruht, oder
daß die Genesis nach
den alten Umrisses geschrieben ward, die von einer
jeden alten Nation benutzt
wurde? Alles in den alten Schriften ist allegorisch -
alles beruht auf und ist
untrennbar verknüpf mit
Astronomie und Kosmolatrie.
[4] Herren.
[5] Wurde ihnen gesagt.
[6] d. i. den Jîvas
oder Monaden.
[7] Mutter Erde oder Natur.
4179 :48. III
[8] Zu äußeren Körpern.
[9] Nach der wunderbaren Chronologie des Bentley,
welcher zu einer Zeit
schrieb, da die biblische Zeitrechnung noch
unbestritten war; und auch nach
der jener moderner Orientalisten, welche die indischen
Daten verkleinern, so
weit als sie können.
[10] Nun ist Shrî die Tochter
des Bhrigu eines der Prajâpatis und Rishis, des
Hauptes der Bhrigus, der
„Verzehrer“, der luftigen Götterklasse. Sie ist
Lakshmî, das Weib des Vishnu,
und sie ist Gaurî, die „Braut des Shiva“, und
sie ist Sarasvatî, die
„wässrige“, das Weib des Brahmâ, weil die drei Götter
und Göttinnen eines sind,
unter drei Aspekten. Man lese die Erklärung es
Parâshara im Vishnu Purâna
(I. I., Wilson´s Übers., I. 119) und man wird
verstehen. „Der Herr von Shrî
ist der Mond,“ sagt er, und „Shrî ist das Weib
von Nârâyana, dem Gott der
Götter“; Shrî oder Lakshmî (Venus) ist Indrâni,
sowie sie Sarasvatî ist, denn
in den Worten des Parâshara: „Hari (oder
Îshvara, der Herr) ist alles, was männlich genannt
wird (im Weltall); Lakshmî
ist alles, was weiblich genannt wird. Es ist nicht
anderes als dieselben.“ Daher
ist sie die weibliche, und „Gott“ ist die männliche
Natur.
[11] Shrî ist die Göttin von, und selber das „Glück
und Gedeihen“.
[12] Masonic Review (Cincinnati), Juni 1886.
Art. „The Cabbalah. - No. ,“ 15-
17
4179 :48. III
13. SIE [13] GINGEN EIN JEDER IN SEIN ZUGEWIESENES LAND: SIEBEN
VON IHNEN, EIN JEDER AN SEINE STELLE. DIE HERREN DER
FLAMME
BLEIBEN ZURÜCK. SIE WOLLTEN NICHT GEHEN, SIE WOLLTEN
NICHT
Die geheimen Lehren zeigen, daß die göttlichen
Vorfahren die
Menschen auf sieben Teilen der Kugel erschufen, „ein
jeder an
seiner Stelle“ – d. i. ein jeder eine äußerlich
und innerlich
verschiedene Rasse von Menschen, und in verschiedenen
Zonen.
Diese polygenetische Behauptung wird anderwärts
betrachtet, in
Strophe . Aber wer sind „Sie“, welche erschaffen, und
die
„Herren der Flamme“, „welche nicht erschaffen
wollten“? Der
Occultismus teilt die „Schöpfer“ in zwölf Klassen; von
welchen vier
„Befreiung“ erlangt haben bis zum Ende des „großen
Zeitalters“, die
fünfte ist daran, sie zu erreichen, aber bleibt noch
thätig auf den
intellektuellen Ebenen, während die sieben noch unter
unmittelbarem karmischen Gesetz stehen. Diese
letzteren wirken
auf den menschentragenden Globen unserer Kette.
Die exoterischen indischen Bücher erwähnen sieben
Klassen von
Pitris, und unter diesen zwei verschiedene Arten von
Vorfahren
oder Ahnen: die Barhishad und die Agnishvâtta; oder
jene, welche
im Besitze des „heiligen Feuers“ sind, und jene,
welche desselben
entbehren. Der indische Ritualismus scheint sie mit
Opferfeuern in
Zusammenhang zu bringen, und mit Grihastha Brâhmanen
in
früheren Inkarnationen; mit jenen, welche ihre
hausväterlichen
heiligen Feuer in ihren früheren Geburten unterhalten
haben, wie
sie wollten, und mit jenen, welche dies nicht gethan.
Die
Unterscheidung ist, wie gesagt, aus den Veden hergeleitet.
Die
erste und höchste Klasse (esoterisch), die
Agnishvâtta, werden in
der exoterischen Allegorie als Grihastha oder
brâhmanische
Hausväter dargestellt, welche dadurch, daß sie in
ihren
vergangenen Geburten in anderen Manvantaras es
unterlassen
hatten, ihre häuslichen Feuer zu unterhalten und
Brandopfer
darzubringen, jeden Anspruch darauf verloren hatten,
daß ihnen
Darbringungen mit Feuer gewidmet werden. Hingegen
werden die
Barhishad, welche Brâhmanen sind, die ihre
hausväterlichen
heiligen Feuer unterhalten haben, bis zum heutigen
Tage so
verehrt. Somit werden die Agnishvâtta als das Feuer
entbehrend,
und die Barhishad als im Besitze desselben befindlich
dargestellt.
Aber die esoterische Philosophie erklärt die ursprünglichen
Eigenschaften als durch den Unterschied zwischen den
Naturen
4181 :49. III
der beiden Klassen veranlaßt: die Agnishvâtta Pitris
entbehren des
„Feuers“, d. i. des Zeugungstriebes, weil sie
zu göttlich und rein
sind; indessen die Barhishad, welche die mit der Erde
enger
verknüpften Mondgeister sind, die schöpferischen
Elohim der Form
oder des Adams von Staub sind.
Die Allegorie sagt, daß Sanandana und andere Vedhas,
die Söhne des Brahmâ,
seine ersten Nachkommenschaft:
ohne Begierde oder Leidenschaft waren, durchdrungen
von heiliger Weisheit,
dem Weltalle entfremdet und ohne Begierde nach
Nachkommenschaft. [14]
Das ist es auch, was in dem Shloka gemeint ist mit den
Worten:
ursprünglichen Ausstrahlungen aus der schöpferischen
Kraft sind
der Unbedingten Ursache zu nahe. Sie sind einen
Übergang
bildende und verborgene Kräfte, welche sich erst den
nächsten und
den darauf folgenden Abstufungen entwickeln werden.“
Dies macht es klar. Daher
heißt es, daß Brahmâ Zorn empfunden habe, als er
sah, daß jene
verkörperten Geister hervorgebracht aus seinen
Gliedern (gâtra), sich nicht
vermehren wollten.
Hierauf, in der Allegorie, erschafft er weitere sieben
aus der Seele geborene
Söhne, [15] nämlich Marichi, Atri, Angiras, Pulastya,
Pulaha, Kratu und
Vasishtha, welcher letztere oft ersetzt ist durch
Daksha, den fruchtbarsten unter
den Schöpfern. In den meisten texten werden diese
sieben Söhne des Vaishtha-Daksha
die Sieben Rishis den dritten Manvantara
genannt; das letztere bezieht
sich sowohl auf die dritte Runde, als auch auf die
dritte Wurzelrasse und ihre
Zweigrassen in der vierten Runde. Diese sind alle die
Schöpfer, der
verschiedenen Wesen auf dieser Erde, die Prajâpati,
und zur selben Zeit
erscheinen sie als verschiedenartige Reinkarnationen
in den früheren
Manvantaras oder Rassen.
[13] Die Mondgötter.
[14] Vishnu Purâna, I. ., Wilson´s Übers., I.
101.
4181 :49. III
[15] Siehe Mahâbhârata, Mokshadharma Parvan.
4181 :49. III
Es wird somit klar, warum die Agnishvâtta, des
gröberes „schöpferischen Feuers“
entbehrend, daher nicht im stande, den physischen
Mensche zu schaffen, ohne
Doppelgänger oder
Astralkörper zur Aussendung, da sie ohne irgend welche
„Form“ waren, in den exoterischen
Allegorien als Yogîs, Kumâras (keusche
Jünglinge) dargestellt,
welche zu „Rebellen“, Asuras, kämpfenden und
widerstand leistenden Göttern
[16] u. s. w. wurden. Doch waren sie allein es,
welche den Menschen
vollständig machen, d. i., aus ihm ein selbstbewußtes,
beinahe ein göttliches Wesen
– einen Gott auf Erden machen konnten. Die
Barhishad, obwohl im Besitze
des schöpferischen „Feuers“, entbehrten des
höheren Mahatischen Elements. Auf einer Ebene mit den
niederen „Prinzipien“
stehend – mit jenen, welche der groben objektiven
Materie vorangehen –
konnten sie bloß den äußeren Menschen, oder vielmehr
das Vorbild des
physischen, den astralen Menschen hervorbringen.
Somit, obwohl wir sie mit der
Aufgabe von Brahmâ betraut sehen – dem kollektiven Mahat
oder universalen
göttlichen Gemüt – wiederholt sich das „Geheimnis der
Schöpfung“ auf Erden,
nur in einem verkehrten Sinne, wie in einem Spiegel.
Diejenigen, welche nicht im stande sind, den geistigen
unsterblichen Mensche
zu schaffen, projizieren das unvernünftige Vorbild
(den Astralkörper) des
körperlichen Wesens; und, wie man sehen wird, waren es
jene, welche sich nicht
vermehren wollten, die sich selbst dem Wohle und der
Erlösung der geistigen
Menschheit opferten. Denn, zur Vollendung des siebenfältigen
Menschen sind
als Zusatz zu seinen drei niederen Prinzipien, und um
dieselben mit seiner
geistigen Monade zusammenzukitten – welche in einer
solchen Form niemals
anders als in einem absolut latenten Zustande wohnen
könnte – zwei
verbindende „Prinzipien“ notwendig: Manas und Kâma.
Dies erfordert ein
lebendiges geistiges Feuer des mittleren Prinzipes aus
dem fünften und dritten
Zustande des Plerôma. Aber dieses Feuer ist der Besitz
der Dreiecke, nicht der
(vollkommenen) Würfel, welche die Englischen Wesen
symbolisieren; [17] indem
die ersteren sich von der Ersten Schöpfung her in den
Besitz desselben gesetzt
haben und dasselbe für sich selbst verwendet haben
sollen, wie in der Allegorie
des Prometheus. Diese sind die thätigen, und daher –
im Himmel – nicht länger
mehr „reinen“ Wesen. Sie sind die unabhängigen und
freien Intelligenzen
geworden, welche in jeder Theogonie als für diese
Unabhängigkeit und Freiheit
kämpfende dargestellt werden,
und daher als – im gewöhnlichen Sinne –
„aufrührerisch gegen das göttliche
passive Gesetz“. Diese sind dann jene
„Flammen“ – die Agnishvâtta –
welche, wie in dem Shloka gezeigt,
„zurückbleiben“, anstatt mit den anderen zusammen
daranzugehen, die Mensche
auf Erden zu schaffen. Aber die wahre esoterische
Bedeutung ist die, daß die
meisten von ihnen bestimmt waren, sich als die Egos
der bevorstehenden Ernte
der Menschheit zu inkarnieren.
Das menschliche Ego ist weder Âtman noch Buddhi,
sondern das
Höhere Manas; die intellektuelle Frucht und Blüte des
intellektuellen selbstbewußten Egoismus – im höheren
geistigen
Sinne. Die alten Werke beziehen sich darauf als auf
das Kârana
Sharira auf der Ebene des Sûtrâtmâ, welcher der
„goldene Faden“
ist, auf welchem, wie Perlen, die verschiedenen
Persönlichkeiten
des Höheren Ichs aufgereiht sind. Wenn dem Leser
gesagt würde,
wie in den halbesoterischen Allegorien, daß
diese Wesen
zurückkehrende Nirvânîs aus vorhergehenden
Mahâ-Manvantaras
sind – Zeitalter von unberechenbarer Dauer, welche in
die Ewigkeit
dahingerollt sind, von einer noch unermeßlicheren Zeit
– so würde
er schwerlich den Text richtig verstehen; während
einige
Vedântisten sagen könnten: „dies ist nicht so; der
Nirvânî kann
niemals zurückkehren“; welches wahr ist während des
Manvantara,
dem er angehört, und irrtümlich, wo die Ewigkeit in
Betracht kommt.
Denn es heißt in den heiligen Shlokas:
„Der Faden
des strahlenden Glanzes, welcher unvergänglich ist, und sich nur
auflöst im
Nirvâna, taucht wieder daraus auf in seiner Unversehrtheit an dem
Tage, an
welchem das Große Gesetz alle Dinge zur Thätigkeit zurückruft.“
Daher, weil die höheren Pitris oder Dhyânis bei seiner
physischen Schöpfung
nicht beteiligt waren, finden wir den ursprünglichen
Menschen – hervorgegangen
aus den Körpern seiner geistig „feuerlosen“ Vorfahren
– beschrieben als
luftförmig, der Dichtigkeit entbehren, und „gemütlos“.
Er hatte kein mittleres
Prinzip, welches ihm als Vermittlung zwischen dem
Höchsten und Niedrigsten
dienen konnte – zwischen dem geistigen Menschen und
dem physischen Gehirn
·
denn Manas fehlte
ihm. Die Monaden, welche in jenen leeren Schalen sich inkarnierten,
blieben ebenso unbewußt, als da sie von ihren früheren
unvollständigen Formen und Trägern getrennt waren. Es
ist keine Möglichkeit der
Schöpfung, oder Selbstbewußtsein in einem „reinen“
Geiste auf dieser unserer
Ebene, wenn nicht seine allzu gleichartige,
vollkommene – weil göttliche – Natur
sozusagen vermischt wird mit, und gekräftigt durch
eine bereits differenziierte
Wesenheit. Nur die untere
Linie des Dreieckes –welches die erste Triade
darstellt, die aus der
universalen Monade hervorgeht – kann dieses benötigte
Bewußtsein auf der Ebene der
diffenziierten Natur liefern. Aber wie konnten
diese reinen Ausstrahlungen, welche nach diesem
Prinzipe ursprünglich selbst
„unbewußt“ (in unserem Sinne) gewesen sein müßte, von
irgend welchem
Nutzen bei der Beschaffung des erforderlichen
Prinzipes sein, da sie dasselbe
selber kaum besessen haben konnten?
Die Antwort ist schwierig zu verstehen, wenn man nicht
wohl
vertraut ist mit der philosophischen Metaphysik einer
anfanglosen
und endlosen Reihe von kosmischen Wiedergeburten, und
ganz
durchdrungen wird und bekannt mit jenem
unveränderlichen
Naturgesetze, welches EWIGE BEWEGUNG ist, cyklische
und
spirale – daher fortschreitend selbst in ihrem
scheinbaren
Rückschritte. Das eine göttliche Prinzip, das
namenlose TAT der
Veden ist
das universale Ganze, welches weder in seinen geistigen
Aspekten und Emanationen, noch in seinen körperlichen
Atomen
jemals in „absoluter Ruhe“ sein kann, ausgenommen
während der
Nächte des Brahmâ. Daher sind auch die „Erstgeborenen“
jene,
welche beim Beginne eines Manvantara zuerst in
Bewegung
gesetzt werden, und so die ersten sind, in die
niederen Sphären
der Materialität zu verfallen. Sie, die in der Theologie
die „Thronen“
genannt werden, und der „Stuhl Gottes“ sind, müssen
die ersten
inkarnierten Menschen auf Erden sein; und es wird
begreiflich,
wenn wir an die endlose Reihe der vergangenen
Manvantaras
denken, zu finden, daß die letzten die ersten werden
mußten, und
die ersten die letzten. Wir finden, kurz gesagt, daß
die höheren
Engel vor zahllosen Aeonen die „Sieben Kreise“
durchbrochen, und
sie heiligen Feuers „beraubt“ hatten; das bedeutet in
klaren Worten,
daß sie während ihrer vergangenen Inkarnationen, in
den
niedrigeren sowie in den höheren Welten, alle Weisheit
aus
denselben assimiliert hatten – den Wiederschein von
Mahat in
seinen verschiedenen Intensitätsgraden. Kein Wesen,
sei es
englisch oder menschlich, kann den Zustand von Nirvâna
oder der
absoluten Reinheit erlangen, ausgenommen durch Aeonen
des
Leidens und durch die Erkenntnis des Bösen
sowohl wie des
Guten, da im anderen Falle das letztere unverständlich
bleiben
würde.
[16] Weil, wie die Allegorie zeigt, die Götter, welche
keine eigenen
persönlichen Verdienste hatten, aus Furcht vor der
Heiligkeit jener selbst-strebenden
inkarnierten Wesen, welche
Asketen und Yogîs geworden waren
und so die Macht der ersteren
durch ihre selbsterworbenen Kräfte
umzustürzen drohten -
dieselben anklagten. Alles dieses hat eine tiefe
philosophische Bedeutung und
bezieht sich auf die Entwicklung und
Erlangung göttlicher Kräfte
durch Selbstdarstellung. Einige Rishi-Yogîs
werden in den Purânen als viel mächtiger denn
die Götter hingestellt.
Sekundäre Götter oder zeitweilige Mächte in der Natur
(die Kräfte) sind
verurteilt zu verschwinden; nur das geistige
Wirkungsvermögen kann ihn
dahin führen, eins zu werden mit dem UNENDLICHEN und
dem
UNBEDINGTEN.
Zwischen dem Menschen und dem Tiere – deren Monaden
oder
Jîvas im Grunde wesensgleich sind – liegt der
unüberschreitbare
Abgrund der Mentalität und des Selbstbewußtseins. Was
ist das
menschliche Gemüt in seinem höheren Aspekt, woher
kommt es,
wenn es nicht ein Teil ist der Wesenheit – und, in
einigen seltenen
Inkarnationsfällen, die Wesenheit selbst –
eines höheren Wesens;
eines solchen von einer höheren und göttlichen Ebene?
Kann der
Mensch – ein Gott in der tierischen Form – die
Hervorbringung der
materiellen Natur durch bloße Entwicklung sein,
geradeso wie das
Tier es ist, welches sich vom Menschen durch die
äußere Gestalt,
aber durchaus nicht durch die Stoffe seines
körperlichen Aufbaus
unterscheidet, und von derselben, wenn auch
unentwickelten
Monade beseelt ist – in Anbetracht dessen, daß die
intellektuellen
Fähigkeiten der beiden sich von einander unterscheiden
wie die
Sonne von einem Glühwurm? Und was ist es, das einen
solchen
Unterschied schafft, wenn nicht der Mensch ein Tier plus
einem
lebendigen Gotte innerhalb seiner körperlichen Hülle? Halten wir an
und legen uns selbst ernstlich die Frage vor,
unbekümmert um die
Schrullen und Sophismen der materialistischen wie der
psychologisch modernen Wissenschaft.
Bis zu einem gewissen Grade, das ist zugestanden, ist
selbst die Esoterische
Lehre allegorisch. Um die letztere dem
Durchschnittsverstande begreiflich zu
machen, ist der Gebrauch von in eine verständliche
Form gebrachten Symbolen
erforderlich. Daher die allegorischen und
halb-mythischen Erzählungen in den
exoterischen, und die bloß halb-metaphysischen
und objektiven Darstellungen in
den esoterischen Lehren. Denn die rein und
transcendental geistigen Begriffe
sind nur für das
Empfindungsvermögen jener passend, welche „sehen ohne
Augen, hören ohne Ohren, und
empfinden ohne Organe,“ nach der
anschaulichen Ausdrucksweise
des s. Dem allzu puritanischen
Idealisten steht es frei, den
Lehrsatz zu vergeistigen, während der moderne
Psychologe einfach versuchen würde, unsere
„gefallene“, aber noch göttliche -
göttliche in ihrem Zusammenhange mit Buddhi –
Menschenseele wegzugeistern.
Das Geheimnis, welches mit den hoch geistigen
Vorfahren des göttlichen
Menschen innerhalb des irdischen Menschen verknüpft
ist, ist sehr groß. Seine
doppelte Erschaffung ist in den Purânen angedeutet,
während man sich seiner
esoterischen Bedeutung nur durch das gegenseitige
Vergleichen der vielen
verschiedenen Berichte, und dadurch, daß man sie in
ihrem symbolischen und
allegorischen Charakter liest, nähern kann. So ist es
in der Bibel, sowohl in der
Genesis als auch sogar in den Briefen des
Paulus. Denn dieser „Schöpfer“,
welcher in dem zweiten Kapitel der Genesis „Gott
der Herr“ genannt wird, ist in
dem Originale die Elohim, oder Götter (die Herren) in der
Mehrzahl; und während
einer von ihnen den irdischen Adam aus Staub macht,
haucht der zweite ihm den
Atem des Lebens ein, und der dritte macht aus ihm eine
lebendige Seele, und
alle diese Deutungen sind in der Mehrzahl des Wortes
Elohim enthalten [18] oder
wiederum, wie Paulus sagt:
Der erste Mensch ist von der Erde und irdisch; der
andere (der letzte, oder
vielmehr höchste) Mensch ist der Herr vom Himmel. [19]
In der ârischen Allegorie werden die rebellischen
Söhne des Brahmâ alle
dargestellt als heilige Asketen und Yogîs.
Wiedergeboren in jedem Kalpa,
suchen sie gewöhnlich das Werk der menschlichen
Zeugung zu verhindern.
Wenn Daksha, der Führer der Prajâpatis oder Schöpfer,
10 000 Söhne zum
Zwecke der Bevölkerung der Welt hervorbringt, so tritt
Nârada – ein Sohn des
Brahmâ, der große Rishi, und dem Wesen nach ein
Kumâra, wenn auch nicht
dem Namen – dazwischen, und vereitelt zweimal das
Vorhaben Dakshas, indem
er jene Söhne überredet, heilige Asketen zu bleiben,
und die Ehe zu fliehen.
Dafür verflucht Daksha den Nârada, „als ein Mensch
wiedergeboren“ zu werden,
wie Brahmâ ihn vorher verflucht hat wegen seiner
Weigerung zu heiraten und
Nachkommenschaft zu erhalten, indem er sagte: „gehe zu
Grunde in deiner
gegenwärtigen (Deva- oder Engel-) Form; und nimm
deinen Aufenthalt in dem
Schoße“ – d. i. werde ein Mensch. [20]
Ungeachtet der verschiedenen einander widersprechenden
Lesearten derselben Geschichte, ist es leicht zu
sehen, daß
Nârada zu jener Klasse von „Erstgeborenen“ Brahmâ´s
gehört,
welche sich alle aufrührerisch gegen das Gesetz der
tierischen
Zeugung erwiesen haben, wofür sie sich als Menschen
zu
inkarnieren hatten. Von allen vedischen Rishis ist
Nârada, wie
bereits gezeigt, der unveränderlichste, weil er mit
den occulten
Lehren – insbesondere mit den geheimen Cyklen und
Kalpas – am
engsten verbundene ist.
Gewisse sich widersprechende
Behauptungen über diesen Weisen
haben die Orientalisten sehr
beunruhigt. So wird er dargestellt, wie
er sich unbedingt weigert, zu
„schaffen“ oder Nachkommenschaft
zu haben, und sogar seinen
Vater Brahmâ einen „falschen Lehrer“
nennt, weil er ihm rät zu
heiraten wie im Nârada-Pancha-Râtra
erzählt ist;
nichtsdestoweniger wird er als einer, der Prajâpatis oder
Vorfahren erwähnt! Im Nâradîya
Purâna beschreibt er die Gesetze
und Pflichten der ehelosen
Adepten; und da diese occulten
Pflichten sich
zufälligerweise nicht mit dem Bruchstücke von
4185 :50. III
ungefähr 3000 Strophen vorfinden, welches in dem
Besitze von
europäischen Museen ist, werden die Brâhmanen für
Lügner
erklärt; wobei die Orientalisten vergessen, daß das Nâradîya
angeblich 25 000 Strophen enthält, und daß es nicht
sehr
wahrscheinlich ist, daß solche Manuskripte sich in den
Händen von
den indischen Profanen finden sollten, die bereit sind,
irgend ein
kostbares Palmenblatt für eine rote Suppe zu
verkaufen. Es
genüge die Bemerkung, daß Nârada vorzugsweise der Deva-Rishi
des Occultismus ist und daß der Occultist, welcher
nicht Nârada
nach seinen sieben esoterischen Schilffflächen erwägt,
analysiert
und studiert, niemals im stande sein wird, gewisse
anthropologische, chronologische, und selbst kosmische
Mysterien
zu ergründen. Er ist eines der oben erwähnten Feuer,
und spielt
eine Rolle in der Entwicklung dieses Kalpa von dem
Anbeginne
seines Aufdämmerns bis zu seinem Endzustande. Er ist
ein
Schauspieler, welcher in einem jeden der auf einander
folgenden
Akte oder Wurzelrassen des gegenwärtigen
manvantarischen
Dramas auftritt, in den Weltallegorieen, welche den
Grundton der
Esoterik anschlagen, und jetzt dem Leser vertrauter
werden. Aber
sollen wir uns an andere alte Schriften und Dokumente
wenden,
um eine Bestätigung der „Feuer“, „Funken“ und
„Flammen“? Sie
sind zahlreich, wenn man sie nur an den richtigen
Stellen sucht.
[18] Seth, wie Bunsen und andere gezeigt haben, ist
nicht nur der
„ursprüngliche Gott“ der Semiten - einschließlich der
ersten Juden - sondern
auch ihr „halbgöttlicher Vorfahr“. Denn sagt Bunsen (Gott
in der Geschichte,
II. 36): „Der Stammbaum des Seth der Genesis, Vaters
des Enosch (des
Mannes) muß ursprünglich als gleichlaufend gedacht
werden mit dem von
Elohim, Adams Vater, abgeleiteten.“ „Nach Bunsen war
die Gottheit (oder
Gott Seth) der uralte Gott von Nordägypten und
Palästina“, sagt Staniland
Wake, in The Great Pyramid (p. 61). Und Seth
wurde in der späteren
Theologie der Ägypter als ein „böser Dämon“ behandelt,
sagt derselbe
Bunsen, denn er ist eins mit Typhon und logisch
folgerichtig eins mit den
indischen Dämonen.
[19] I. Korinth, XV. 47.
[20] Vâyu Purâna;
Harivamsha, 170.
4185 :50. III
In dem kabbalistischen Buche
des verborgenen Geheimnisses sind sie klar
verkündet, wie auch in der Ha
Idra Zuta Qadisha, oder „kleineren heiligen
Versammlung“. Die Sprache ist
sehr mystisch und verhüllt, aber doch noch
verständlich. In den
letzteren geht, zwischen den Funken früherer Welten,
„Flammen und Funken schlagend“ aus dem göttlichen
Feuersteine, der „Arbeiter“
daran, den Menschen zu schaffen, „männlich und
weiblich“ (427). Von diesen
„Flammen und Funken“ – Engeln und ihren Welten,
Sternen und Planeten – heißt
es figürlich, daß sie erlöschen und sterben, d. i. „ungeoffenbart“
bleiben, bis ein
bestimmter Naturvorgang vollendet ist. Um zu zeigen,
wie dicht vor dem Blicke
der Öffentlichkeit die wichtigsten Thatsachen der
Entstehung des
Menschengeschlechtes verhüllt sind, werden jetzt zwei
Stellen aus zwei
kabbalistischen Büchern aufgeführt. Die erste ist aus
der Ha Idra Zuta Qadisha:
429. Von einem Lichtträger (einem der sieben heiligen
Planeten) von unerträglicher Helligkeit ging aus eine strahlende Flamme
wegsprühend wie ein ungeheuer und mächtiger Hammer jene Funken, welche die
früheren Welten waren.
430. Und mit höchst feinem Ether waren diese vermengt
und wechselseitig mit
einander verbunden, aber nur wenn sie miteinander
vereinigt waren gleichwie
der Große Vater und die Große Mutter.
431. Von Hoa Selbst, ist AB, der Vater; und von
Hoa, Selbst, ist Rauch, der
Geist; welche verborgen sind in dem Alten der Tage,
und darin ist dieser Ether
verborgen.
432. Und er war verbunden mit einem Lichtträger (einem
Planeten und seinem
Engel oder Regenten), welcher hervorging aus diesem
Lichtträger von
unerträglicher Helligkeit, welcher verborgen ist in
dem Schoße von Aima, der
Großen Mutter. [21]
„Nun handelt der folgende Auszug aus dem Zohar [22]
, unter der Überschrift „die
voradamischen Könige“, auch von demselben Geheimnisse:
Wir haben gelernt in den Siphrah D´tziunathah, daß der
At´-ti´kah D´At-ti´kin,
der Alte der Alten, bevor Er Seine Form bereitete,
Könige bildete und Könige
eingrub, und Könige skizzierte (Menschen, die „Könige“
der Tiere) und sie
konnten nicht existieren: bis er sie umwarf und sie
bis nach einer Zeit verbarg,
weshalb geschrieben steht: „Und diese sind die Könige,
welche in dem Lande
4187 :50. III
Edom regierten“ . . . . Und sie konnten nicht
existieren bis Resha Hiv´rah, das
weiße Haupt, der At´-ti´kah D´At´-ti´-kin, der
Alte der Alten, sich selbst
einrichtete, Als Er sich selbst einrichtete, bildete
Er alle Formen oben und
unten . . . . Bevor Er sich in Seiner Form
einrichtete, waren nicht geformt alle
jene, welche Er zu formen wünschte, und alle Welten
waren zerstört . . .. Sie
blieben nicht an ihren Plätzen, weil die Form der
Könige nicht geformt war, wie
sie hätte sein sollen, und
die Heilige Stadt noch nicht bereitet war. [23]
Nun ist die klare Bedeutung
dieser zwei allegorischen und metaphysischen
Untersuchungen einfach die:
Welten und Menschen wurden abwechselnd
gebildet und zerstört, unter
dem Gesetze der Entwicklung und aus vorher
existierendem Material. Bis beide, die Planeten und ihre Menschen, in
unserem
Falle unsere Erde und ihre tierischen und menschlichen
Rassen, das wurden,
was sie jetzt in dem gegenwärtigen Cyklus sind –
entgegengesetzte polare
Kräfte, eine ins Gleichgewicht gebrachte Verbindung
von Geist und Stoff, des
positiven und negativen, des männlichen und des
weiblichen. Bevor der Mensch
physisch männlich
und weiblich werden konnte, mußten sein Vorbild, die
schöpferischen Elohim, seine Form auf dieser sexuellen
Ebene astral einrichten,
das heißt, die Atome und die organischen Kräfte,
welche auf die Ebene der
gegebenen Differenziation herabstiegen, mußten in die
von der Natur
beabsichtigte Ordnung gebracht werden, um so beständig
auf eine unbefleckte
Weise dieses Gesetz auszuführen, welches die Kabbalah
die „Wage“ nennt,
wodurch alles, was existiert, als männlich und
weiblich existiert in seiner
schließlichen Vollendung, in diesem gegenwärtigem
Zustande von Stofflichkeit.
Chokmah, Weisheit, der männliche Sephira, mußte sich in,
und durch Binah, die
intelligente Natur, oder Verstand, ausbreiten. Daher
mußte die erste menschliche
Wurzelrasse, geschlechtslos und gemütslos, umgeworfen
werden und
„verborgen bis nach einer Zeit“; d. i. die
Erste Rasse, anstatt zu sterben,
verschwand in der zweiten Rasse, wie gewisse niedere
Lebewesen und Pflanzen
in ihrer Nachkommenschaft thun. Es war eine allgemeine
Umwandlung. Die
Erste wurde die Zweite Wurzelrasse, ohne sie zu
erzeugen, sie hervorzubringen,
oder zu sterben.
„Sie gingen vorüber miteinander,“ wie geschrieben steht: „Und er starb“ und ein anderer
„herrschte an seiner statt“.
[21] Siehe Mather´s Kabbalah Unveiled, p. 302.
4187 :50. III
[22] Übersetzt in Isaac Myer´s Qabbalah, p.
386.
[23] Zohar III., 135 a, 292 a, Idra Zutah.
Brody Ausg. Idra Zutah.
4187 :50. III
Warum? Weil die „Heilige Stadt noch nicht
bereitet war“. [24] Und was ist die
„Heilige Stadt“? Ma-Qom – der geheime Platz oder der
Schrein – auf Erden; mit
andern Worten, die menschliche Gebärmutter, die
mikrokosmische Kopie und
Wiederschein der Himmlischen
Matrix, des weiblichen Raumes oder
ursprünglichen Chaos, in
welchem der männliche Geist den Kein des Sohnes
oder des sichtbaren Weltalls
befruchtet. Und zwar dies so sehr, daß in dem
Abschnitte über „die Emanationen des männlichen und
weiblichen Prinzips“ im
Zohar, es
heißt, daß auf dieser Erde die Weisheit von dem „Alten Heiligen“ „nicht
scheint, ausgenommen im männlichen und weiblichen.“
(„Hokhmah Weisheit ist der Vater und Binah Verstand
ist die Mutter). . . . . Und
wenn sie sich, das eine mit dem andern, verbinden, so
bringen sie hervor und
verbreiten und emanieren die Wahrheit. In den
Aussprüchen des Rabbi Ye-yeva,
Sabbah, d. i. der
Alte, lernten wir dies; Was ist Binah Verstand? Aber
wenn sie verbinden in dem einen
das andere, das [korrekter Abdruck siehe
Buch, S.89] in dem [korrekter Abdruck siehe Buch,
S.89], so werden sie
geschwängert und bringen
einen Sohn hervor, und daher heißt es Binah, Verstand. Es bedeutet BeN
YaH, d. i. Sohn des YaH. Das ist die Vollständigkeit des Ganzen. [25]
Dies ist auch die „Vollständigkeit“ des Phallicismus
bei den Rabbinern, seine
vollkommene Vergötterung, indem das Göttliche zum
Tierischen herabgezogen
ist, das Erhabene in die Roheit des Irdischen. Nichts
so anschaulich Rohes
existiert im östlichen Occultismus, noch in der
ursprünglichen Kabbalah - dem
chaldäischen Buch der
Zahlen. Wir haben bereits in Isis Unveiled gesagt:
Wir finden es etwas unweise
von Seite der katholischen Schriftsteller, die
Schalen ihres Zorns in Sätze
auszugießen wie diese: „In einer großen Anzahl
von Pagoden, der phallische
Stein, immer und jeder Zeit, wie der griechische
batylos, die brutalunanständige Form des lingham annehmend
. . . des Mahâ
Deva.“ Bevor sie ein Symbol
mit Schmutz bewerfen, dessen tiefsinnige
metaphysische Bedeutung zu hoch ist für das
Begriffsvermögen der modernen
Vorkämpfer jener Religion der Sinnlichkeit im wahrsten
Sinne des Wortes, des
römischen Katholizismus, sind
sie verpflichtet, ihre ältesten Kirchen zu
zerstören, und die Form der
Kuppeln ihrer eigenen Tempel zu ändern. Der
Mahadeo von Elephanta, der
Runde Turm von Bhagulpore, die Minarete des
Islam - einerlei ob
abgerundet oder zugespitzt - sind Urbilder des
Glockenturms von S. Marco zu
Venedig, der Rochester-Kathedrale und des
modernen Domes von Mailand. Alle diese Spitztürme,
Türmchen, Kuppeln und
4189 :51. III
christlichen Tempel sind die Wiederholung der
ursprünglichen Idee des lithos,
des aufgerichteten Phallus. [26]
Nichtsdestoweniger, und wie immer dem auch sein mag, die
Thatsache, daß mit
alle diese hebräischen Elohim, Funken, und Cherubim
wesensgleich sind mit
Devas, Rishis und den Feuern und Flammen, den Rudras
und den
neunundvierzig Agnis der alten Ârier, ist hinlänglich
bewiesen durch und in der
Qabbalah.
[24] Gen. XXVI. 31 ff.; Myer´s Qabbalah, ebenda. [25] Zohar, III. 290 a, Brody ausg.
Idra zutah, angeführt in Isaac Myer´s Qabbalah, pp. 387, 388.
[26] II. 5.
4189 :51.
14. Schöpfung der Menschen. 15. Sie sind leere Schatten
. 16. Die Schöpfer sind in Verlegenheit, wie sie einen denkenden Menschen
schaffen sollen. 17. Was zur Bildung
eines vollkommenen Menschen notwendig ist.
14. DIE SIEBEN SCHAAREN, DIE AUS DEM WILLEN GEBORENEN
[1]
HERREN, ANGETRIEBEN VON DEM GEISTE DES LEBENGEBENS,
[2]
TRENNEN AB MENSCHEN VON SICH SELBER, EIN JEDER VON
SEINER
Sie warfen ihre „Schatten“ oder Astralkörper ab – wenn
man von einem solchen
ätherischen Wesen wie einem „Mondgeist“ annehmen kann,
daß er sich eines
astralen, außer eines kaum greifbaren Körpers,
erfreue. In einem anderen
heißt es, daß
die Vorfahren den ersten Menschen ausatmeten, wie
von Brahmâ erklärt wird, daß er die Suras oder Götter
ausgeatmet habe, wodann
sie zu Asuras (von Asu, Atem) wurden. In einem dritten
heißt s, die neugeschaffenen Menschen, die „Schatten der Schatten“ waren.
In Bezug auf diesen Satz – „Sie waren die Schatten der
Schatten“ – mögen ein
paar weitere Worte gesagt und eine vollständigere
Erklärung versucht werden.
Der erste Entwicklungsvorgang der Menschheit ist viel
leichter anzunehmen als
der, welcher darauf folgt, obwohl der eine wie alle
anderen solchen Vorgänge
werden verworfen und bezweifelt, sogar von einigen
Kabbalisten, insbesondere
den westlichen, welche die gegenwärtigen Wirkungen
studieren, es aber
unterlassen haben, deren erste Ursachen zu studieren.
Auch fühlt sich die
Schreiberin nicht zur Erklärung einer
Fortpflanzungsweise berufen, welche so
schwer richtig zu würdigen ist, ausgenommen von einem
östlichen Occultisten.
Daher ist es nutzlos, hier in Einzelheiten bezüglich
des Vorganges einzugehen,
obwohl derselbe in den
geheimen Büchern genau beschrieben ist, weil es nur
dazu führen würde, von der
profanen Welt bisher unbekannte Thatsachen zu
sprechen und daher dazu, daß
sie missverstanden werden. Ein Adam, der aus
dem Staube des Bodens gemacht ist, wird für eine
gewisse Klasse von Schülern
sich immer als annehmbarer erweisen als einer, der
sich dem ätherischen Körper
projiziert wurde; obwohl man von dem ersteren Vorgang niemals
etwas gehört
hat, während der letztere, wie alle wissen, vielen
Spiritisten in Europa und
4190 :51.
Amerika wohl bekannt ist, die vor allen andern ihn
verstehen sollten. Denn wer
von jenen, welche Zeugen bei
der Erscheinung einer sich materialisierenden
Form waren, welche aus den
Poren des Mediums oder zu anderen Zeiten aus
seiner linken Seite heraussickerte,
könnte ermangeln, zum mindesten an die
Möglichkeit einer solchen
Geburt zu glauben? Wenn es im Weltalle solche
Wesen giebt, wie Engel oder
Geister, deren unkörperliche Wesenheit ein
intelligentes Wesen ausmachen
kann trotz der Abwesenheit irgend eines (für
uns) festen Organismus; und wenn da jene sind, welche
glauben, daß ein Gott
den ersten Menschen aus Staub machte, und ihm eine
lebendige Seele einblies
·
und es giebt
Millionen über Millionen, welche beides glauben – was enthält
diese unsere Lehre, das so unmöglich wäre? Sehr bald
wird der Tag anbrechen,
an dem die Welt zu wählen haben wird, ob sie die
wunderbare Erschaffung des
Menschen (und des Kosmos
dazu) aus nichts, nach dem toten Buchstabe der
Genesis, annehmen will, oder einen ersten Menschen, geboren
von einem
phantastischen Bindeglied –
das bis jetzt vollständig „fehlend“ ist – dem
gemeinsamen Ahnen den Menschen und des „wahren Affen“.
[3] Zwischen diese
beide Irrtümer tritt die occulte Philosophie. Sie
lehrt, daß der erste
Menschenstamm von höheren und halbgöttlichen Wesen aus
ihren eigenen
Wesenheiten heraus projiziert wurde. Wenn auch der
letztere Vorgang als ein
abnormaler oder selbst unbegreiflicher – weil in der
Natur an diesem Punkte der
Entwicklung veralteter – zu betrachten ist, so ist er
doch auf Grund gewisser
„spiritualistischer“ Thatsachen als möglich erwiesen.
Welche nun, fragen wir, von
den drei Hypothesen oder Theorien ist die
vernünftigste und die am wenigsten
widersinnige? Gewiß kann niemand – er sei denn ein
seelenblinder Materialist –
jemals gegen die occulte
Lehre Einwendung machen.
[1] Oder aus der Seele
Geborenen.
[2] Fohat.
[3] „Es konnte Huxley, auf die
genauesten vergleichend-anatomischen
Untersuchungen gestützt, den
hochwichtigen Satz aussprechen, daß die
anatomischen
Verschiedenheiten zwischen dem Menschen und den höchst
stehenden Affen (Gorilla, Schimpanse) geringer sind,
als diejenigen zwischen
den letzteren und den niedrigeren Affen. Für unsern
menschlichen
4190 :51.
Stammbaum aber folgt hieraus
unmittelbar der notwendige Schluß, daß das
Menschengeschlecht sich aus echten Affen allmählich
entwickelt hat.“ (Über
die Entstehung des
Menschengeschlechts, von Ernst
Häckel. Ges. populäre Vorträge aus dem Gebiete der Entwicklungslehre. I. p.
53.)
4190 :51.
Nun entnehmen wir, wie gezeigt wurde aus der
letzteren, daß der Mensch nicht
als das „vollkommene“ Wesen erschaffen wurde, welches
er jetzt ist, wie unvollkommen er auch noch bleibt.
Es gab eine geistige, eine psychische, eine
intellektuelle und eine animalische
Evolution, von dem höchsten
zum niedersten, sowie eine physikalische
Entwicklung – vom einfachen
und gleichartigen hinauf zum
zusammengesetzteren und
verschiedenartigeren, wenn auch nicht ganz nach
den Linien, die uns von den modernen Evolutionisten
aufgezeichnet sind. Diese
doppelte Entwicklung in zwei entgegengesetzte
Richtungen erforderte
verschiedene Zeitalter von verschiedenartigen Naturen
und Stufen der
Geistigkeit und Verstandeskraft, um das Wesen zu
bilden, das jetzt als Mensch
bekannt ist. Ferner, das eine, unbedingte, immer
thätige und niemals irrende
Gesetz, welches nach denselben Regeln von einer
Ewigkeit (oder Manvantara)
zur anderen vorgeht – beständig eine aufsteigende
Stufenleiter für das
geoffenbarte bietend, oder für das, was wir die große
Täuschung (Mahâ-Mâyâ)
nennen, aber den Geist immer tiefer und tiefer auf der
einen Seite in die
Stofflichkeit versenkend, und ihn dann durch das
Fleisch erlösend und befreiend
·
dieses Gesetz,
sagen wir, benützt für diese Zwecke die Wesen von anderen
und höheren Ebenen, Menschen, oder Gemüter (Manus) in
Übereinstimmung mit
ihren karmischen
Erfordernissen.
An dieser Stelle wird der Leser
neuerdings aufgefordert, sich der indischen
Philosophie und Religion
zuzuwenden. Die Esoterik der beiden ist in
Übereinstimmung mit unserer Geheimlehre, wie sehr auch
die Form verschieden
und andersartig sein mag.
4191 :52.
ÜBER DIE GLEICHARTIGKEIT UND
VERSCHEDENHEITEN DER
INKARNIERENDEN KRÄFTE.
Die Vorfahren des Menschen,
genannt in Indien Väter, Pitaras, oder Pitris, sind
die „Schöpfer“ unserer Körper und niederen Prinzipien.
Sie sind wir selbst, als die
ersten Persönlichkeiten, und wir sind sie. Der ursprüngliche Mensch
wäre „Bein
von ihrem Bein und Fleisch von ihrem Fleisch“, wenn
sie Knochen und Fleisch
hätten. Wie festgestellt, waren sie „Mondwesen“.
Die Begaber des Menschen mit seinem bewussten,
unsterblichen EGO, sind die
„Sonnenengel“ – ob nun metaphorisch oder buchstäblich
so betrachtet. Der
esoterische Name dieser Sonnenengel ist, buchstäblich,
die „Herren“ (Nâth) der
„ausdauernden unaufhörlichen Hingabe“ (Pranidhâna).
Daher scheinen die von
dem fünften Prinzipe (Manas) in Verbindung zu
stehen mit, oder verursacht zu
haben das System des Yogîs, welche aus Pranidhâna ihre
fünfte Regel machen.
[4] Es ist bereits erklärt worden, warum die
transhymâlaischen Occultisten sie als
offenbar wesensgleich mit jenen betrachten, welche in
Indien Kumâras, Agnishvâttas, und die Barhishads genannt werden.
Wie scharf und wahr ist Platos Ausdruck, wie
tiefsinnig und philosophisch seine
Bemerkung über die (menschliche) Seele oder das Ich,
wenn er es definiert als
„eine Zusammensetzung aus dem Selben und dem Anderen.“
Und doch, wie
wenig ist dieser Wink verstanden worden, da die Welt
ihn in dem Sinne nahm,
daß die Seele der Atem Gottes sei, des Jehovah. Es ist
„das Selbe und das
Andere“, wie
der große initiierte Philosoph sagte; denn das Ich – das „Höhere
Selbst“, wenn verschmolzen mit und eingetaucht in die
göttliche Monade – ist der
Mensch, und doch das Selbe wie das „Andere“;
der in ihm inkarnierte Engel ist
dasselbe mit dem universalen Mahat. Die großen
klassischen Schriftsteller und
Philosophen fühlten diese Wahrheit, wenn sie sagten:
Es muß etwas in uns sein, was unsere Gedanken
hervorbringt. Etwas sehr
Feines; es ist ein Atem; es ist Feuer; es ist Ether;
es ist Quintessenz; es ist ein
zartes Abbild; es ist eine Denkthätigkeit; es ist eine
Zahl; es ist eine Harmonie.
[5]
All dies sind die Mânanas, Asuras, und andere
Beherrscher und Pitris, welche in
der dritten Rasse inkarnierten, und auf diese und
verschiedene andere Weisen
die Menschheit mit Gemüt begabten.
4192 :52.
[4] Siehe Yoga Shâstra, II. 32.
[5] Voltaire.
4192 :52.
Es giebt sieben Klassen von Pitris, wie unten gezeigt,
drei unkörperliche und vier
körperliche; und zwei Arten, die Agnishvâtta und die
Barhishad. Und wir können
hinzufügen, daß, wie es zwei Arten von Pitris giebt,
so auch eine doppelte und
eine dreifache Reihe von Barhishad und Agnishvâtta.
Die ersteren, welche ihre
astralen Doppelgänger hervorgebracht haben, werden als
Söhne von Atri
wiedergeboren, und sind die „Pitris der Dämonen“, oder
körperlichen Wesen, auf
Grund der Autorität des Manu; [6] indeß die
Agnishvâtta wiedergeboren werden
als Söhne des Marîchi, eines Sohnes des Brahmâ, und
die „Pitris der Götter“ sind. [7]
Das Vâyu Purâna erklärt, daß die sieben
Ordnungen der Pitris ursprünglich die
ersten Götter gewesen
seien, die Vairâjas, welche Brahmâ mit dem Yogaauge
in den ewigen Sphären schaute, und welche die Götter
der Götter sind. . . . .
Das Matsya . . . . fügt hinzu, daß die Götter
sie verehrten. [8]
Der Harivamsha unterscheidet die Vairâjas als
eine Klasse der Pitris allein, [9]
eine Behauptung, welche in den Geheimlehren bestätigt
wird, die jedoch die
Vairâjas mit den älteren Agnishvâtta [10] und
den Râjasas, oder Âbhûtarajasas
identifizieren, welche unkörperlich sind, sogar ohne
astrales Phantom.
Von Vishnu wird in den meisten Manuskripten gesagt,
daß er in und durch sie
sich inkarniert habe.
Im Raivata Manvantara wiederum wurde Hari, der beste
der Götter, geboren von Sambhûti als der göttliche Mânasa – beginnend mit den
Gottheiten Râjasas. [11]
Sambhûti war eine Tochter des Daksha und Weib des
Marîchi, des Vaters der
Agnishvâtta, welche zusammen mit den Râjasas immer mit
den Mânasas
verbunden sind. Wie von einem viel tüchtigeren
Sanskritisten als Wilson, von
Herrn Fitzedward Hall bemerkt wird:
Mânasa ist kein ungeeigneter Name für eine Gottheit,
welche mit den Râjasas
verbunden ist. Wie scheinen darin mânasam zu
haben – dasselbe wie manas – mit der Veränderung der Endung, die
notwendig ist, um eine männliche Personifikation auszudrücken. [12]
Alle Söhne des Virâja sind Mânasas, sagt Nîlakantha.
Und Virâja ist Brahmâ, und
daher werden die Unkörperlichen Pitris Vairâjas
genannt, weil sie Söhne des Virâja sind, sagt das Vâyu Purâna.
4193 :53.
Wir könnten unsere Beweise ins Unendliche vermehren,
aber es ist nutzlos. Die
Weisen werden unsern Sinn erstehen, die Unweisen
werden nicht gebraucht. Es
giebt dreiunddreißig Karors oder dreihundertunddreißig
Millionen von Göttern in
Indien. Aber, wie von dem gelehrten Vortragenden über
die Bhagavad Gîtâ bemerkt wird:
Sie mögen alle Devas sein, aber sie sind durchaus
nicht alle „Götter“, in dem hohen geistigen Sinne, welchen man dem Ausdrucke
beilegt.
Dies ist ein unglücklicher Fehler, der gewöhnlich von
den Europäern gemacht
wird. Deva ist eine Art von geistigem Wesen, und weil
dasselbe Wort in
gewöhnlicher Sprechweise in der Bedeutung Gott
gebraucht wird, folgt daraus
durchaus nicht, daß wir dreiunddreißig Karors von
Göttern haben und verehren. Diese Wesen haben, wie ungezwungen geschlossen
werden kann, eine gewisse Verwandtschaft mit einem von den drei
zusammensetzenden Upâdhis (Grundprinzipien), in welche wir den Menschen geteilt
haben. [13]
Die Namen der Gottheiten von einer gewissen mystischen
Klasse ändern sich
mit jedem Manvantara. Die zwölf Großen Götter, Jayas,
erschaffen von Brahmâ,
um ihn bei seinem Schöpfungswerke am ersten Anfange
des Kalpa beizustehen,
welche, verloren in Samâdhi, es vernachlässigten zu
schaffen – worauf sie
verflucht wurden zu wiederholten Malen geboren zu
werden in einem jeden
Manvantara bis zum siebenten – werden so
beziehungsweise genannt: Ajitas,
Tushitas, Satyas, Haris, Vaikunthas, Sâdhyas und
Âdityas: [14] sie sind Tushitas
im zweiten Kalpa und Âdityas in dieser
Vaivasvata-Periode, [15] abgesehen von
anderen Namen für jedes Zeitalter. Aber sie sind
wesensgleich mit den Mânasas
oder Râjasas, und diese mit
unseren inkarnierenden Dhyân Chohans.
Ja; abgesehen von jenen
Wesen, welche, wie die Yakshas, Gandharvas,
Kinnaras, u. s. w., in ihren Individualitäten
genommen, die Astralebene
bewohnen, giebt es wirkliche Devas, und zu diesen
Klassen gehören die Âdityas,
die Vairâjas, die Kûmaras, die Asuras, und alle jene
hohen himmlischen Wesen,
welche die occulte Lehre Manasvin nennt, die Weisen,
allen voran, welche auch
alle Menschen zu selbstbewussten geistig
intellektuellen Wesen gemacht haben
würden, wären sie nicht „verflucht“ worden, in die
Zeugung zu verfallen, und für
ihre Pflichtvernachlässigung selber als Sterbliche
wiedergeboren zu werden.
[6] Manava-Dharana Shâstra, III. 196.
4193 :53.
[7] Matsya und Padma Purânas
und Kullûka über das Manava-Dharma
Shâstra, III. 195. Wir wissen ganz gut, daß das Vâyu und
das Matsya Purâna
(angenehmer Weise für die
westliche Deutung) die Agnishvâtta mit den
Jahreszeiten identifizieren,
und die Barhishad Pitris mit den Monaten; sie
fügen eine vierte Klasse hinzu – Kâvyas – cyklische
Jahre. Aber identifizieren
nicht die christlichen katholischen Katholiken ihre
Engel mit Planeten, und sicht nicht die sieben Rishis zu den Saptarshis
geworden – einem Sternbilde? Sie sind
Gottheiten, welche allen cyklischen Einteilungen verstehen.
[8] Vishnu Purâna,
Wilson, III. 158, 159.
[9] Shlokas 935, 936.
[10] Das Vâyu Purâna zeigt
die Virâja-loka genannte Region von den Agnishvâtta bewohnt.
[11] Wilson, ebenda,
III. 17, Note von Fitzedward Hall.
[12] a. a. O., ebenda.
[13] Siehe Theosophist,
February, 1887, p. 360.
[14] Siehe Wilson, II. 36.
[15] Siehe Vâyu Purâna.
4193 :53.
15. SIEBENMAL SIEBEN SCHATTEN [16] VON ZUKÜNFTIGEN
MENSCHEN
[17] (a) WURDEN [18] GEBOREN, EIN JEDER VON
SEINER EIGENEN FARBE
[19] UND ART. (b) EIN JEDER [20] UNTERGEORDNET
SEINEM VATER. [21]
DIE VÄTER, DIE KNOCHENLOSEN, KONNTEN NICHT LEBEN GEBEN
DEN
WESEN MIT KNOCHEN. IHRE NACHKOMMENSCHAFT WAREN BHÛTA,
[22]
OHNE FORM UND OHNE GEMÜT . DESHALB WERDEN SIE DIE
CHHÂYÂ-
[23] RASSE GENANNT. ©
(a) Manu,
wie bereits bemerkt, kommt von der Wurzel man, denken, daher ein
„Denker“. Sehr wahrscheinlich
entsprangen aus diesem Sanskritwort die
lateinische mens,
Gemüt, der ägyptische Menes, das „Meister-Gemüt“, die
pythagoräische monas,
oder bewußte „denkende Einheit“, auch Gemüt, und
selbst unser manas oder (engl.) mind,
das fünfte Prinzip im Menschen. Daher
heißen diese Schatten Amânasa, „gemütlos“.
Bei den Brâhmanen sind die Pitris sehr heilig, weil
sie die Vorfahren [24] oder
Ahnen der Menschen sind – die ersten Manushyas auf
dieser Erde – und der
Brâhmane opfert ihnen, wenn ihm ein Sohn geboren wird.
Sie sind mehr geehrt
und ihr Ritual ist wichtiger als die Verehrung der
Götter. [25] Wollen wir jetzt nicht nach einem philosophischen Sinne in dieser
doppelten Gruppe von Vorfahren suchen?
Da die Pitris in sieben Klassen
geteilt sind, so haben wir hier wiederum die
mystische Zahl. Nahezu alle Purânen
stimmen darin überein; daß drei von
diesen Arûpa (formlos) sind,
während vier körperlich sind; die ersteren sind
intellektuell und geistig, die letzteren materiell und
des Intellektes entbehrend.
Esoterisch sind es die Asuras, welche die drei ersten
Klassen von Pitris bilden -
„geboren in dem Körper des Zwielichts“. Ihre Väter,
die Götter, waren verdammt,
als Narren auf Erden begoren zu werden, nach dem Vâyu
Purâna. Die Legenden
sind absichtlich vermengt und sehr verschwommen
gemacht: Die Pitris sind in
der einen die Söhne der Götter, und in einer anderen
jene des Brahmâ; während
eine dritte sie zu Unterweisern ihrer eigenen Väter
macht. Es sind die Scharen
der vier materiellen Klassen, welche die Menschen gleichzeitig
auf den sieben
Zonen schaffen.
Nun, mit Bezug auf die sieben Klassen von Pitris, von
denen eine jede wieder in
sieben geteilt ist, ein Wort an die Schüler und eine
Frage an die Profanen. Diese
Klasse der „Feuer Dhyânîs“, welche wir aus unbestreitbaren
Gründen mit den
Agnishvâttas identifizieren, heißt in unserer Schule
das „Herz“ des Dhyân-Chohanischen
Körpers, und soll sich in der Dritten Menschenrasse
inkarniert und
4195 :53.
dieselbe vollkommen gemacht haben. Die esoterische
Geheimnislehre spricht
von einer geheimnisvollen Beziehung, welche zwischen
der siebenfältigen
Wesenheit oder Substanz dieses englischen Herzens und
der Menschen
besteht, von welchem jedes körperliche Organ und jede
seelische und geistige
Thätigkeit ein Wiederschein, sozusagen ein Abbild auf
der irdischen Ebene, von
dem Muster oder Vorbild oben ist. Warum, wird
gefragt, sollte eine solche
seltsame Wiederholung der Zahl sieben in dem
anatomischen Baue eines
Menschen sein? Warum sollte das Herz vier niedere Kammern
und drei höhere
Einteilungen haben, in so seltsamer Übereinstimmung
mit der siebenfältigen
Einteilung der menschlichen Prinzipien, welche in zwei
Gruppen getrennt sind,
die höhere und die niedere;
und warum sollte dieselbe Einteilung sich in den
verschiedenen Klassen der Pitris,
und insbesondere unserer Feuer Dhyânîs
finden? Weil, wie bereits
festgestellt, diese Wesen in vier körperliche oder
gröbere, und in drei unkörperliche oder feinere
Prinzipien“, oder mit welchem
beliebigen anderen Namen man sie nennen mag, zerfallen.
Warum senden die
sieben Nervenplexusse des Körpers sieben Strahlen aus?
Warum giebt es diese
sieben Plexusse, und warum sieben verschiedene
Schichten in der menschlichen Haut?
Der sagt:
Nachdem sie
ihre Schatten ausgesendet und Menschen aus einem Elemente
(Ether)
gemacht haben, stiegen die Vorfahren zu Mahâ-Loka empor, von woher
sie
periodisch herabsteigen, wenn die Welt erneuert wird, um neue Menschen
hervorzubringen.
Die Feinen
Körper bleiben ohne Verstand (Manas) bis zur Ankunft der Suras
(Götter),
welche jetzt Asuras (Nicht-Götter) heißen.
„Nicht-Götter“ für die Brâhmanen vielleicht, aber die
höchsten „Atem“ für die
Occultisten; nachdem jene Vorfahren (Pitaras), die
formlosen und die
intellektuellen, sich weigern, den Menschen zu bilden,
aber ihn mit Gemüt
begaben; während die vier körperlichen Klassen bloß
seinen Körper schaffen.
Dies ist sehr klar gezeigt in verschiedenen Texten des
Rig Veda – der höchsten
Autorität für einen Hindû von irgend welcher Sekte.
Dort bedeutet Asura „geistig
göttlich“. Und das Wort wird als ein Synonym für
Höchster Geist benützt, und der
Ausdruck Asura, in dem Sinne von einem „Gott“ wird auf
Varuna und Indra und
vorzugsweise auf Agni angewendet – welche drei in der
alten Zeit die drei
höchsten Götter
waren, bevor die brâhmanische Theo-Mythologie die wahre
Bedeutung von fast Allem in den archäischen Schriften
verzerrte. Aber da der
Schlüssel jetzt verloren ist, so werden die Asuras
kaum erwähnt.
Im Zend Avesta findet sich dasselbe. In der
altpersischen oder magischen
4195 :53.
Religion ist Asura der Herr Asura Vishvavedas, der
„alles kennende“ oder
„allwissende Herr“; und Asura Mazdhâ, welcher später
Ahura Mazdhâ wird, ist,
wie Bentley zeigt. „der Herr, welcher Intelligenz verleiht“
– Asura Medhâ und
Ahura Mazdâo. [26] An anderer Stelle in diesem Werke
wird gezeigt, auf gleich
gute Autorität hin, daß der indo-iranische Asura immer
als siebenfältig betrachtet
wurde. Diese Thatsache, verbunden mit dem Namen
Mazdhâ, wie oben, welcher
aus dem siebenfältigen Asura den „Herrn“, oder die
„Herren“ kollektiv, „welche
Intelligenz verleihen,
macht, verbindet die Amshaspends mit den Asuras und mit
den inkarnierenden Dhyân Chohans sowohl, wie mit den
Elohim, und den sieben
beseelenden Göttern von
Ägypten, Chaldaea, und jedem anderen Lande.
[16] Chhâyâs.
[17] Oder Amânasas.
[18] Derart.
[19] Hautfarbe.
[20] Auch.
[21] Schöpfer.
[22] Phantome.
[23] Bild oder Schatten.
[24] Dies war angedeutet in Isis
Unveiled (I. XXXI.), obwohl die volle
Erklärung damals nicht gegeben
werden konnte: „Die Pitris sind nicht die
Vorfahren der gegenwärtig
lebenden Menschen, sondern jene der (ersten)
menschlichen Art oder
Adamischen Rasse; die Geister der menschlichen
Rassen, welche, auf der
großen Stufenleiter der absteigenden Entwicklung,
unseren Menschenrassen
vorangingen und körperlich sowohl wie geistig
4195 :53.
unserer modernen Pgymäen weit überlegen waren. Im Manava-Dharma
Shâstra heißen sie Mond-Vorfahren.“ [25] Siehe die „Gesetze des
Manu“ - Manava-Dharma Shâstra, III. 2,3.
[26] „Sacred Books of the East,“ Vol. , The Zend-Avesta, Pt. I.
LI., übers.
von James Darmesteter.
4195 :53.
Diese „Götter“ weigerten sich, den Menschen zu
schaffen, nicht wie in den
exoterischen Berichten angegeben wird, weil ihr Stolz
zu groß war, die
himmlische Kraft ihrer Wesenheit mit den Kindern der
Erde zu teilen, sondern
aus bereits angedeuteten Gründen. Jedoch hat die
Allegorie endlosen Phantasien Raum gegeben und die Theologie hat in jedem Lande
daraus den Vorteil gezogen, ihre Anklage gegen diese Erstgeborenen oder die
Logoi zu begründen, und als eine Wahrheit den Gemütern der Unwissenden und
Leichtgläubigen einzuprägen. [27]
Das christliche System ist nicht das einzige, welches
diese Götter zu Dämonen
degradiert hat. Zoroastrianismus und selbst
Brâhmanismus haben die gleiche Gelegenheit benützt, um Gewalt über das Gemüt
des Volkes zu gewinnen.
Selbst in der chaldäischen Exoterik werden Wesen,
welche sich weigern zu
erschaffen,
und dadurch angeblich dem Demiurgen entgegentreten, als Geister
der Finsternis geschmäht. Die Suras, welche ihre
intellektuelle Unabhängigkeit
gewinnen, bekämpfen die Suras, welche derselben
entbehren und als ihre Leben
in nutzlosem Zeremoniendienst, welcher auf blindem
Glauben begründet ist,
verbringend dargestellt werden, - ein Wink. Der jetzt
von den orthodoxen
Brâhmanen ignoriert wird – und sofort werden die
ersteren zu A-Suras. Die Erst-
und aus der Seele geborenen Söhne der Gottheit weigern
sich,
Nachkommenschaft zu schaffen , und werden von Brahmâ verflucht,
als
Menschen geboren zu werden. Sie werden zur Erde hinab
geschleudert, welche
später im theologischen Dogma in die infernalen Regionen
umgewandelt wird.
Ahriman vernichtet den von Ormazd geschaffenen Stier –
welcher das Sinnbild
des irdischen trügerischen Lebens ist, des
„Keimes der Sorge“ – und, indem man
vergisst, daß der vergängliche endliche Same sterben
muß, damit die Pflanze
der Unsterblichkeit, die Pflanze des geistigen ewigen
Lebens sprießen und leben
könne, wird Ahriman als der Feind, die widerstrebende
Kraft, der Teufel
ausgerufen. Typhon schneidet Osiris in vierzehn
Stücke, um ihn daran zu
hindern, die Welt zu bevölkern und so Elend zu
schaffen; und Typhon wird in der
exoterischen theologischen Lehre zur Macht der
Finsternis. Aber all dies ist die
exoterische Schale. Die Verehrer der letzteren sind
es, welche die Bemühung
und Selbstaufopferung jener, welche den Menschen zu
ihrem ursprünglichen
Zustande der Göttlichkeit durch selbstbewußte Anstrengungen
verhelfen
möchten, dem Ungehorsame und Aufruhr zuschreiben; und
diese Verehrer der
Form sind
es, welche Dämonen aus den Engeln des Lichtes gemacht haben.
Die esoterische Philosophie jedoch lehrt, daß ein
Drittel [28] der Dhyânîs – d. i.
die drei Klassen der Arûpa Pitris, begabt mit
Intelligenz, „mit einem formlosen
Atem, zusammengesetzt aus intellektuellem,
nicht elementaren Substanzen“ [29]
einfach durch das Gesetz der
Karma und der Entwicklung bestimmt waren, auf
Erden wiedergeboren oder inkarniert zu werden. [30]
Einige von diesen waren
Nirmânakâyas von anderen Manvantaras. Daher sehen wir
sie in allen Purânen
auf dieser Kugel im dritten Manvantara – lies dritte
Wurzelrasse – als Könige,
Rishis und Helden wiedererscheinen. Dieser Lehrsatz,
zu philosophisch und
metaphysisch, um von den Massen erfasst zu werden,
wurde, wie bereits gesagt,
von der Priesterschaft zum Zwecke der Beherrschung der
ersteren durch abergläubische Furcht, entstellt.
Die angeblichen „Anführer“ waren also einfach jene,
welche von dem karmischen
Gesetze gezwungen, den Becher der Galle bis zum
letzten bitteren Tropfen
auszutrinken, sich aufs neue inkarnieren und so
aus den von ihren niederen
Brüdern projizierten astralen Statuen verantwortliche
denkende Wesen machen
mußte. Einige sollen sich geweigert haben, weil sie in
sich nicht die notwendigen
Materialien hatten – d. i. einen Astralkörper –
denn sie waren Arûpa. Die
Weigerung anderer bezog sich darauf, daß sie in lange
vergangenen
vorhergehenden Manvantaras Adepten und Yogîs gewesen
waren; ein anderes
Geheimnis. Aber späterhin, als Nirmânakâyas, opferten
sie sich selber zum
besten und zur Erlösung der Monaden, welche warteten,
bis die Reihe an sie
kam, und welche im anderen Falle ungezählte Zeitalter
in unverantwortlichen,
tiergleichen, wenn auch der Erscheinung nach
menschlichen Formen hätten
dahinschmachten müssen. Es mag eine Parabel und eine
Allegorie innerhalb
einer Allegorie sein. Ihre Lösung ist der Intuition des Schülers überlassen, wenn
er nur das folgende mit seinem geistigen Auge
liest. [27] Vergleiche auch was gesagt
ist über Makara und die Kumâras in Verbindung mit dem Zodiak.
[28] Daher die folgenden Behauptungen der Vision des
St. Johannes, erwähnt
in seiner Apokalypse, über „den großen roten Drachen,
der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben
Kronen“, dessen „Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels und
warf sie auf die Erde.“ (Kap. XII.)
[29] Siehe Harivamsha, 932.
:54.
[30] Der Vers „warf sie auf
die Erde“ zeigt klar seinen Ursprung aus der
größten und ältesten
Allegorie der ârischen Mystiker, welche, nach der
Vernichtung der atlantischen Riesen
und Zauberer, die Wahrheit verbargen -
die astronomische,
physikalische und göttliche, da sie ein Blatt aus der
praekosmischen Theogonie ist - unter verschiedenen Allegorieen. ist
eine
wirkliche Theodicee der sogenannten „gefallenen
Engel“; die Willigen und die
Unwilligen, die Schöpfer und jene, welche sich
weigerten zu schaffen, werden
jetzt von den christlichen Katholiken höchst
verwirrend durcheinandergemengt, welche vergessen, daß ihr höchster Erzengel -
St.
Michael, welcher dargestellt wird, wie er den Drachen
der Weisheit oder der
göttlichen Selbstaufopferung - jetzt mißnannt und
verleumdet als Satan -
besiegt (bemeistert und assimiliert), als erster
sich geweigert hat zu schaffen!
Dies hat zu endloser
Verwirrung geführt. So wenig versteht die christliche
Theologie die wunderliche
Sprache des Ostens und seine Symbolik, daß sie
sogar den
chinesisch-buddhistischen und indischen exoterischen Ritus,
während gewisser Finsternisse
einen Lärm erheben, nach seinem toten
Buchstabensinne dahin erklärt, es solle der „große rote Drache“
verscheucht
werden, der sich verschworen
habe, das „Licht“ zu entführen! Aber hier
bedeutet „Licht“ die
esoterische Weisheit, und wir haben die geheime
Beeutung dr Ausdrücke Drache, Schlange, u. s. w.
hinlänglich erklärt, welche
alle sich auf Adepten und Initiierte beziehen.
:54.
Was ihre Bildner oder Vorfahren anbetrifft – jene
Engel, welche in den
exoterischen Legenden dem Gesetze gehorchten – so
müssen sie wesensgleich
sein mit den Barhishad Pitris
oder den Pitri-Devatâs, d. i. jenen, welche im
Besitze des physischen
schöpferischen Feuers waren. Sie konnten nur die
menschliche Monade schaffen
oder vielmehr nur mit ihren eigenen astralen
Selbsten bekleiden, aber sie konnten nicht den
Menschen nach ihrem Bild und
Gleichnis machen. „Der Mensch soll nicht sein wie
einer von uns“, sagen die
schöpferischen Götter,
beauftragt mit der Herstellung des niederen Tieres –
sondern höher. [31] Daß sie das Ebenbild der Menschen
aus ihren eigenen
göttlichen Wesenheit schufen, bedeutet esoterisch, daß
sie es waren, welche die
·
erste Rasse
wurden, und so ihr Schicksal und weitere Entwicklung teilten. Sie
wollten nicht,
einfach weil sie nicht konnten, dem Menschen jenen heiligen
Funken geben, welcher zur Blüte der menschlichen
Vernunft und
Selbstbewußtseins aufflammt und sich ausbreitet, denn
sie hatten ihm nicht zu
vergeben. Dies war jener Klasse von Devas überlassen,
welche in Griechenland
unter dem Namen Prometheus symbolisiert wurden; jenen,
welche nichts zu thun
hatten mit dem physischen Körper, aber alles mit dem
rein geistigen Menschen.
Jede Klasse von Schöpfern
begabt den Menschen mit dem, was sie zu geben
hat; die eine bildet seine äußere
Form; die andere giebt ihm ihre Wesenheit,
welche später infolge der
persönlichen Anstrengung des Individuums das
Menschliche Höhere Selbst wird; aber sie konnten den
Menschen nicht machen
wie sie selbst waren, - vollkommen, weil sündelos;
sündelos, weil bloß im Besitze
der ersten, blassen, schattenhaften Umrisse von
Attributen, und diese alle
vollkommen – vom menschlichen Standpunkte – weiß, rein
und kalt, wie der
jungfräuliche Schnee. Wo kein Körper ist, da ist kein
Verdienst. Die Menschheit,
„von der Erde irdisch“, war nicht bestimmt, von den
Engeln des Ersten Göttlichen
Atems geschaffen zu werden. Daher heißt es, daß sie
sich geweigert haben, zu
schaffen, und daß der Mensch
von materielleren Schöpfern gebildet werden
mußte [32] , die ihrerseits
nur das geben konnten, was sie in ihren eignen
Naturen hatten und nicht
mehr. Gehorsam dem ewigen Gesetze konnten die
reinen Götter aus sich selbst
nur schattenhafte Menschen projiciieren, etwas
weniger etherisch und geistig, weniger göttlich und
vollkommen als sie selber –
aber noch immer Schatten. Die erste Menschheit war
daher ein blasses Abbild
ihrerVorfahren; zu materiell, selbst in ihrer
Feinheit, um eine Hierarchie von
Göttern zu sein; zu geistig und rein, um Menschen zu
sein – thatsächlich begabt
mit jeder negativen (nirguna) Vollkommenheit.
Vollkommenheit, um solche voll zu
sein, muß aus der Unvollkommenheit geboren sein, das Unzerstörbare
muß aus
dem Zerstörbaren hervorwachsen, indem es das letztere
zu seinem Träger und
Grundlage und Kontrast hat. Unbedingtes Licht ist
unbedingte Dunkelheit und
4199 :54.
umgekehrt. Thatsächlich giebt es weder Licht noch
Dunkelheit in den Bereichen
der Wahrheit. Gut und Böse sind Zwillinge, die
Nachkommenschaft von Raum
und Zeit, unter der Herrschaft der Mâyâ. Trenne sie,
indem du sie
auseinanderschneidest, und sie werden beide sterben.
Keines besteht an sich,
da jedes aus dem anderen erzeugt und geschaffen werden
muß, um ins Dasein
zu treten; beide müssen gekannt und erfasst sein,
bevor sie Gegenstände der
Wahrnehmung werden, daher müssen sie im sterblichen
Gemüte geteilt werden.
Nichtsdestoweniger, da die
trügerische Unterscheidung besteht, ist eine
niedrigere Ordnung von schöpferischen Engeln erforderlich, um
bewohnte
Kugeln zu „erschaffen“ –
insbesondere die unsere – oder um mit dem Stoffe
dieser irdischen Ebene sich zu befassen. Die
philosophischen Gnostiker waren
die ersten, welche in der geschichtlichen Zeit so
dachten, und auf Grund dieser
Anschauung verschiedene Systeme erfanden. Daher findet
man in ihren
Schöpfungsplänen ihre „Schöpfer“ immer einen Platz
gerade am Fuße der Leiter
des geistigen Seins einnehmen. Von ihnen wurden jene,
welche unsere Erde und
ihre Sterblichen erschaffen hatte, gerade an die
Grenze der mâyâvischen
Materie versetzt und ihren Anhängern wurde gelehrt zu
denken – zum großen
Missbehagen der Kirchväter – daß für die Schöpfung
jener im geistigen und
moralischen Sinne jämmerlichen Rassen, welche unsere
Kugel zieren, keine
hohe Gottheit verantwortlich gemacht werden könne,
sondern bloß Engel einer
niederen Hierarchie, [33] in welche Klassen sie den
jüdischen Gott Jehovah verbannten.
[31] Siehe Genesis und Platos Timäus.
[32] Trotz alle gegenteiligen Anstrengungen der
christlichen Theologie -
welche sich mit dem hebräischen esoterischen Bericht
von der Schöpfung des
Menschen beladen hat, welchen sie buchstäblich versteht
- keine vernünftige
Entschuldigung für ihren „Gott, den Schöpfer“ finden,
welche einen Menschen
ohne Gemüt und Sinn
hervorbringt; noch kann sie die Bestrafung
rechtfertigen, die auf eine
Thatsache folgte, bezüglich derer Adam und Eva
sich für unzurechnungsfähig
erklären könnten. Denn wenn man zugesteht,
daß das Paar in Unwissenheit
von Gut und Böse war, bevor es die verbotene
Frucht aß, wie konnte man von
ihm erwarten, daß er wisse, daß Ungehorsam
4199 :54.
böse sei?
Wenn beabsichtigt war, daß der ursprüngliche Mensch ein
halbverständiges, oder vielmehr verstandloses Wesen
bleiben solle, dann war
seine Schöpfung zwecklos und sogar grausam, wenn von
einem allmächtigen
und vollkommenen Gotte bewirkt. Aber Adam und Eva
werde, sogar in der Genesis, dargestellt, als geschaffen von einer
Klasse niederer göttlicher Wesen, den Elohim, welche so eifersüchtig auf ihre
persönlichen Vorrechte als vernünftige und intelligente Geschöpfe sind, daß sie
dem Menschen nicht gestatten wollen, zu werden „als unser einer“. Dies ist
klar, selbst nach dem buchstäblichen Sinne der Bibel. Die Gnostiker hatten
daher Recht, wenn sie den jüdischen Gott als zu einer Klasse von niedrigeren,
materiellen und nicht sehr heiligen Bewohnern der unsichtbaren Welt gehörig
betrachteten. [33] In Isis Unveiled werden
verschiedene dieser gnostischen Systeme gegeben. Eines ist dem Codex Nazaräus,
der Schrift der Nazarener entnommen, welche, obwohl sie lange vor den Tagen
Christi, und selbst vor den Gesetzen Mosis existierten, Gnostiker waren, und
viele von ihnen Initiierte. Sie hielten ihre „Mysterien des Lebens“ in Nazara
)dem alten und neuen Nazareth) ab, und ihre Lehren sind ein getreuer Wiederhall
der Unterweisung der Geheimlehre - von denen wir einige jetzt zu erklären
unternehmen.
4199 :54.
Von der gegenwärtigen verschiedene Menschheiten werden
in allen alten
Kosmogonien erwähnt. Plato spricht im Phädrus von
einer „beflügelten“
Menschenrasse. Aristophanes spricht in Platos Gastmahl
von einer androgynen
Rasse mit runden Körpern.. Im Pymander ist
sogar das Tierreich doppelgeschlechtig.
So heißt es:
Als der Umkreis vollendet war, wurde der Knoten
gelockert . . . . und alle Tiere,
welche gleichermaßen mannweiblich waren, wurden aufgelöst
(getrennt) zusammen mit dem Menschen . . . (denn) . . . die Ursachen
mußten Wirkungen auf Erden hervorbringen. [34]
Hinwieder, in dem alten Quiche-Manuskript, den Popol
Vuh – veröffentlicht von
dem verstorbenen Abbé Brasseur de Bourbourg – werden
die ersten Menschen
als eine Rasse beschrieben, „deren Blick unbegrenzt
war, und die alle Dinge
sofort kannte“: somit die göttliche Erkenntnis der
Götter, nicht der Sterblichen
zeigte. Die Geheimlehre, welche die unvermeidlichen
Übertreibungen der
Volksphantasie richtig stellt, giebt die Thatsachen,
wie sie in den archaischen
Symbolen aufgezeichnet sind.
(b) Diese
„Schatten“ wurden geboren „ein jeder von seiner eigenen Farbe und
Art“, ein jeder auch „untergeordnet seinem Vater“,
oder Schöpfer, weil der
letztere ein vollständiges Wesen seiner Art war. Die e
beziehen den
ersten Satz auf die Farbe oder Hautbeschaffenheit
einer jeden derart
entwickelten Menschenrasse. Im Pymander nehmen
die sieben ursprünglichen
Menschen, geschaffen von der Natur aus dem
„Himmlischen Menschen“, alle an
den Eigenschaften der sieben „Lenker“ oder Herrscher
teil, welche den Menschen liebten – ihren eigenen Wiederschein und
Zusammenfassung.
In den nordischen Legenden erkennt man in Asgard, der
Wohnung der Götter,
sowie auch in den Asen selber, dieselben in die
volkstümlichen „Mythen“
verwobenen Orte und Personifikationen wie in unserer
Geheimlehre; und wir
finden sie in den Veden, den Purânen,
den altpersischen Schriften und der
Kabbala. Die
Asen von Skandinavien, die Beherrscher der Welt, welche der
unseren voranging, deren Name wörtlich bedeutet die
“Säulen der Welt“, ihre
„Stützen“ sind somit wesensgleich mit den griechischen
Kosmokratoren, den
sieben „Arbeitern“ oder Rektoren des Pymander,
den sieben Rishis und Pitris
von Indien, den sieben chaldäischen Göttern und sieben
bösen Geistern, den
01 :54.
sieben kabbalistischen Sephiroth, zusammengefasst von
der oberen Dreiheit,
und selbst den sieben Planetengeistern der
christlichen Mystiker. Die Asen
erschaffen die Erde, die Meere, den Himmel und die
Wolken, die ganze sichtbare
Welt aus den Überresten des erschlagenen Riesen Ymir;
aber sie erschaffen
nicht den MENSCHEN, sondern bloß seine Form aus der
Ask oder dem
Eschenbaum. Odin ist es, der ihn mit Leben und Seele
begabt, nachdem Lodur
ihm Blut und Knochen gegeben, und schließlich ist es
Hönir, welcher ihn mit
seinem Intellekt (Manas) und mit seinen bewußten
Sinnen versieht. [35] Die
nordische Ask, der hesiodische Eschenbaum, auf dem die
Menschen des
Bronzezeitalters hervorgingen, der dritten
Wurzelrasse, und der Tzité-Baum des
Popol Vuh,
aus dem die mexikanische dritte Menschenrasse geschaffen wurde,
sind alle eins. Dies kann von jedem Leser deutlich
gesehen werden, Aber den
occulten Grund, warum die
nordische Yggdrasil, der indische Ashvatta, der
Gogardbaum, der hellenische
Baum des Lebens, und der tibetanische
Zampunbaum eins sind mit dem
kabbalistischen sephirothischen Baume und
selbst mit dem heiligen Baume, der von Ahura Mazda
gemacht wurde, und dem
Baume von den – welcher unter den westlichen Schülern
kann ihn sagen? [36]
Nichtsdestoweniger sind die Früchte von allen diesen
„Bäumen“ einerlei on
Pippala, oder Haoma, oder selbst der prosaischere
Apfel der „Pflanzen des
Lebens“ in Thatsache und Wahrheit. Die Vorbilder
unserer Rassen waren alle
eingeschlossen in dem mikrokosmischen Baume, welcher in
und unter dem
großen makrokosmischen Weltbaume wuchs und sich
entwickelte; [37] und das
Geheimnis ist halb enthüllt im Dîrghatamas, wo
es heißt:
Pippala, die süße Frucht des Baumes, auf den die Geister
kommen, welche die Wissenschaft lieben, und wo die Götter alle
Wunder bewirken.
Wie beim Gogardbaume, so wohnt unter den üppigen
Zweigen aller dieser
Weltenbäume die „Schlange“. Aber während der makrokosmische
Baum die
Schlange der Ewigkeit und der absoluten Weisheit
selbst ist, sind jene, welche in
dem mikrokosmischen Baume wohnen, die Schlangen der
geoffenbarten
Weisheit. Die eine ist das Eins und All; die anderen
sind ihre reflektierten Teile.
Der „Baum“ ist natürlich der Mensch selbst, und die in
einem jeden wohnende
Schlange das bewußte Manas, das Verbindungsglied
zwischen Geist und Materie, Himmel und Erde.
Überall ist es dasselbe. Die „schaffenden“ Kräfte
bringen den Menschen hervor,
aber sie verfehlen ihr Endziel. Alle diese Logoi
streben, den Menschen mit
bewußtem unsterblichen
Geiste zu begaben, reflektiert bloß in dem Gemüte
01 :54.
(Manas); sie fehlen, und alle werden als für den
Misserfolg, wenn nicht für den
bloßen Versuch gestraft dargestellt. Welches ist die
Natur der Bestrafung? Ein
Urteil auf Gefangenschaft in der unteren oder niederen
Region, welche unsere
Erde ist, die niedrigste in ihrer Kette; eine
„Ewigkeit“ – im Sinne der Dauer des
Lebenscyklus – in der Dunkelheit der Materie oder innerhalb
des tierischen
Menschen.
Den halb unwissenden und halb hinterlistigen Kirchenvätern gefiel es,
das anschauliche Symbol zu entstellen. Sie machten
sich die Metapher und
Allegorie in einer jeden alten Religion zu nutze, sie
zum Vorteile der neuen zu
drehen. So wurde der Mensch in die Finsternis einer
materiellen Hölle
umgewandelt; sein göttliches Bewußtsein, erlange von
seinem innewohnenden
Prinzip, dem Mânasas, oder dem inkarnierten Deva,
wurde zu den grellen Flammen der infernalen Region, und unsere Kugel zu dieser
Hölle selbst.
Pippala, Haoma, die Frucht des Baumes der Erkenntnis
wurden als die
verbotene Frucht
verleumdet und die „Schlange der Weisheit“, die Stimme der
Vernunft und des Bewußtseins, blieb für Zeitalter
gleichbedeutend mit dem gefallenen Engel, welcher der alte Drache ist, der
Teufel! Dasselbe gilt für die anderen
hohen Symbole.
[35] Asgard and the Gods, p. 4.
[36] Her James Darmesteter, der Übersetzer des Vendîdâd,
spricht davon mit
den Worten: „Der Baum, was immer er sein mag .
. . .“ - „Sacred Books of the
East“, vol. . p. 200.
01 :54.
Der Svastika, das heiligste und mystischste Symbol von
Indien, das „Jaina
Kreuz“, wie es jetzt von den Maurern genannt wird, ist
trotz unmittelbaren
Zusammenhangs und selbst Identität mit dem
christlichen Kreuz, auf dieselbe
Weise entehrt worden.
Es ist das „Zeichen des Teufels“, sagen uns die
indischen Missionare. Scheint es nicht
auf dem Haupte der großen Schlange des Vishnu, auf dem tausendköpfigen
Shesha-Ananta, in den Tiefen von Pâtâla, dem indischen Naraka oder Hölle? Das
thut es: aber was ist Ananta?
Als Shesha ist er der nahezu endlose manvantarische
Cyklus der Zeit und wird
unendliche Zeit
selbst, wenn genannt Ananta, die große siebenköpfige Schlange,
auf welcher Vishnu, die ewige Gottheit, während
der pralayischen Unthätigkeit
ruht.
Was hat Satan zu thun mit
diesem hochmetaphysischen Symbol?
Der Svastika ist das am
meisten philosophisch wissenschaftliche von allen
Symbolen, sowie auch das verständlichste. Es ist die
Zusammenfassung in ein
paar Linien von dem ganzen Werke der „Schöpfung“ oder
Entwicklung, wie man
vielmehr sagen sollte, von der Kosmotheogonie abwärts
zur Anthropogonie, von
dem unteilbaren unsichtbaren Parabrahman bis zum
bescheidenen Moner der
materialistischen Wissenschaft, dessen Genesis dieser
Wissenschaft ebenso
unbekannt ist,
als die der Allgottheit selbst. Der Svastika findet sich an der Spitze
der religiösen Symbole einer jeden alten Nation. Er
ist der „Hammer des
Arbeiters“ in dem chaldäischen Buch der Zahlen,
der „Hammer“ wie oben
erwähnt, in dem Buche des verborgenen Geheimnisses,
„welcher Funken schlägt
aus dem Feuersteine“ (dem Raume), welche Funken zu
Welten werden. Er ist
Thors Hammer, die magische Waffe, von den Zwergen
geschmiedet gegen die
Riesen oder die praekosmischen titanischen Kräfte der
Natur, welche sich
empören, und solange sie in der Region der Materie
lebendig sind, nicht von den
Göttern – den Agenten der universalen Harmonie –
unterworfen werden, sondern
zuerst vernichtet werden müssen. Das ist der Grund,
warum die Welt aus den
Überresten des ermordeten Ymir gebildet wurde. Der
Svastika ist die Miölnir, der
„Sturmhammer“; und daher wird gesagt, daß, wenn die
Asen, die heiligen Götter,
nachdem sie gereinigt sind durch das Feuer – das Feuer
der Leidenschaften
und Leiden in ihren Lebensinkarnationen – geeignet
werden, auf Ida in ewigem
Frieden zu wohnen, der Miölnir sodann nutzlos werden
wird. Dies wird sein,
wenn die Bande der Hel – der göttlichen Königin des
Totenreiches – sie nicht
länger binden werden, weil das Reich des Bösen
dahingegangen sein wird.
03 :55.
Surtur´s Flammen hatten sie nicht zerstört, auch nicht
die tobenden Wasser (der verschiedenen Sintfluten). . . . . Da waren . . . die
Söhne des Thors. Sie brachten den Miölnir mit sich, nicht als eine Kriegswaffe,
sondern als den Hammer, um damit die neuen Himmel und die neue Erde
einzuweihen. [38]
Wahrhaftig, zahlreich sind seine Bedeutungen! In dem
makrokosmischen Werke
bezieht sich der „Schöpfungshammer“ mit seinen vier
rechtwinklig gebogenen
Armen auf die beständige Bewegung und Umwälzung
des unsichtbaren Kosmos
der Kräfte. In dem des geoffenbarten Kosmos und
unserer Erde deutet er auf die
Rotation der Achsen der Welt und ihrer äquatorialen
Gürtel in den Cyklen der
Zeit; die zwei Linien, welche den Svastika [Symbolabbildung,
siehe Buch] bilden,
bedeuten Geist und Materie, die vier Hacken weisen auf
die Bewegung in den
umlaufenden Cyklen hin. Angewendet auf den
Mikrokosmos, den Menschen,
zeigt er ihn als ein Bindeglied zwischen Himmel und
Erde: die rechte Hand ist
erhoben am Ende eines horizontalen Armes, die linke
zeigt zur Erde. Auf der
Smaragdenen Tafel des Hermes ist die erhobene rechte Hand beschrieben mit
dem Worte „Solve“, die linke mit dem Worte „Coagula“.
Er ist zu ein und
derselben Zeit ein alchimistisches, kosmogonisches,
anthropologisches und
magisches Zeichen, mit sieben Schlüsseln zu seiner
inneren Bedeutung. Es ist
nicht viel gesagt, daß die zusammengesetzte Symbolik dieses
universalen und
bedeutsamsten Zeichens den Schlüssel zu den sieben
großen Geheimnissen
des Kosmos enthält. Geboren in den mystischen
Vorstellungen der ersten Ârier
und von ihnen versetzt gerade an die Schwelle der
Ewigkeit, auf das Haupt der
Schlange Ananta, fand es seinen geistigen Tod in den
scholastischen
Auslegungen der mittelalterlichen Anthropomorphisten.
Es ist das Alpha und das
Omega der universalen schöpferischen Kraft, welche
sich aus dem reinen Geiste
entwickelt und in grobem Stoffe endet. Es ist auch der
Schlüssel zu dem Cyklus
der Wissenschaft, göttlich und menschlich; und
derjenige, welcher seine volle
Bedeutung versteht, ist für immer befreit von den
Mühsalen der Mahâ-Mâyâ, der
großen Täuschung und Betrügerin. Das Licht, welches
unter dem göttlichen
Hammer hervorscheint, welcher jetzt zu dem Hammer der
Stuhlmeister der
Freimaurerlogen verkleinert ist, genügt, das Dunkel
irgendwelcher menschlichen
Systeme oder Einbildungen zu zerstreuen.
[38] Siehe Asgard an the Gods, p. 305.
03 :55.
Wie prophetisch sind die Gesänge der drei nordischen
Göttinnen, welchen die
Raben des Odin von der Vergangenheit und der Zukunft
raunen, während sie in
ihrer kristallenen Wohnung unterhalb des strömenden
Flusses herumflattern. Die
Gesänge sind alle niedergeschrieben auf den „Rollen
der Weisheit“, von denen
viele verloren, aber einige noch übrig sind; und sie
wiederholen in poetischer
Allegorie die Lehren der archaischen Zeitalter. Wir
wollen aus Dr. Wagners
Asgard und die Götter zusammenfassen, was die „Erneuerung der Welt“
betrifft,
welche eine Prophezeiung über die siebente Rasse
unserer Runde ist, ausgesprochen in Ausdrücken der Vergangenheit.
Der Miölnir hatte seine Pflicht in dieser Runde
gethan, und:
Auf dem Idafelde, dem Felde
der Auferstehung (für die fünfte Runde),
versammelten sich die Söhne
der höchsten Götter, und in ihnen erhoben sich
wieder ihre Väter (die Egos aller ihrer vergangenen Inkarnationen). Sie
sprachen von der
Vergangenheit und der Gegenwart, und erinnerten sich der
Weisheit und der Prophezeiungen ihrer Ahnen, die alle
in Erfüllung gegangen
waren. Nahe bei ihnen, aber von
ihnen nicht erblickt, war der Starke, der
Mächtige Eine, welcher alle
Dinge beherrscht, Friede macht zwischen jenen,
welche einander zürnen, und
die ewigen Gesetze anordnet, welche die Welt
regieren. Sie alle wußten, daß er da war, sie fühlten
seine Gegenwart und
seine Kraft,
aber sie wußten nicht seinen Namen. Auf seinen Befehl erhob sich
die neue Erde aus den
Wassern (des Raumes). Nach Süden hin
über dem
Idafelde machte er einen
anderen Himmel mit Namen Audlang, und weiter
weg einen dritten, bekannt
als Widblain. Über Gimil´s Höhle wurde ein
wundervoller Palast
errichtet, welcher mit Gold bedeckt war und hell in der
Sonne erstrahlte. )Diese sind
die drei stufenweise aufsteigenden Kugeln
unserer Kette.) Dort thronen
die Götter, wie sie es gewohnt waren, und
erfreuten sich der
Wiederherstellung und der besseren Zeit. Von Gimil´s
Höhen (der siebenten Kugel, der höchsten und reinsten)
blickten sie herab auf
die glücklichen Nachkommen von Lif (und Lifthrasir,
den zukünftigen Adam
und Eva der gereinigten Menschheit) und machten es
ihnen zur Bestimmung,
höher zu klimmen, sich in Kenntnis und Weisheit zu
erheben, in Mitleid und in
Thaten der Liebe, Stufe um Stufe, von einem Himmel zum
andern, bis sie
schließlich geeignet seien, mit den Göttlichen im
Hause des Allvater vereinigt
zu werden. [39]
05 :55.
Wer die Lehren des esoterischen Budhismus, oder der
esoterischen Weisheit, so unvollkommen sie auch bisher skizziert sind, kennt,
wird klar die in dem obigen enthaltene Allegorie sehen.
Ihre mehr philosophische Bedeutung wird besser
verstanden werden, wenn der
Leser den Mythos vom Prometheus sorgfältig überdenkt.
Er ist im weiteren
Verlaufe untersucht in dem Lichte des indischen
Pramantha. Indem einige
Orientalisten ihn zu einem rein physiologischen Symbol
erniedrigt und bloß mit
irdischem Feuer in
Zusammenhang gebracht haben, ist ihre Auslegung eine
Beleidigung einer jeden
Religion, einschließlich des Christentums, dessen
größtes Geheimnis also in den
Stoff herabgezogen wird. Die „Reibung“ des
göttlichen Pramantha und der Arani konnte sich unter
diesem Bilde nur von den
brutalen Vorstellungen der deutschen Materialisten
denken lassen – der
schlechtesten, die es giebt. Es ist wahr, daß das
göttliche Knäblein, Agni bei der
Sanskrit sprechenden Rasse, welche Ignis wurde bei den
Lateinern, geboren
wird aus der Vereinigung von Pramantha und Arani – dem
Svastika – während
der Opfrzeremonie. Aber was damit? Tvashtri
(Vishvakarman) ist der „göttliche
Künstler und Zimmermann“, [40] und ist auch der
Vater der Götter und des
„schöpferischen Feuers“ in den Veden. So alt
ist das Symbol und so heilig, daß
schwerlich eine Ausgrabung in den Gegenden alter
Städte gemacht wird, ohne
daß es gefunden wird. Eine Anzahl solcher
Terrakottascheiben, genannt
fusaioles,
wurden von Dr. Schliemann unter den Ruinen des alten Troja
gefunden.
Beide Formen, [Symbolabbildung, siehe Buch] und [Symbolabbildung,
siehe Buch],
wurden in großer Menge ausgegraben, ihr Vorhandensein ist ein
Beweis mehr dafür, daß die alten Trojaner und ihre
Vorfahren reine Ârier waren.
© Chhâyâ,
wie bereits erklärt, ist das Astralbild. Sie hat diese Bedeutung in
Sanskritwerken. So wird Sanjnâ, geistiges Bewußtsein,
das Weib des Sûrya, der
Sonne dargestellt, wie sie sich in das Dickicht
zurückzieht, um ein asketisches
Leben zu führen, und ihrem Gatten ihre Chhâyâ,
Schatten oder Bild, zurücklässt.
[39] Ebenda, a. a. O.
[40] „Der Vater des heiligen
Feuers“, schreibt Prof. Jolly, „trug den Namen
Tvashtri . . . Seine Mutter
war Mâyâ. Er selbst wurde bezeichnet als Akta
(Gesalbter, [korrekter
Abdruck siehe Buch]), nachdem der Priester auf sein
05 :55.
Haupt den spirituösen (?) Soma und auf seinen Körper
durch Opfer gereinigte
Butter gegossen hatte.“ (Man before Metals, p.
190.) Die Quelle seiner
Information ist von dem französischen Darwinisten
nicht angegeben. Aber die
Zeilen sind angeführt, um zu
zeigen, daß Licht selbst über den Materialisten
aufzudämmern beginnt.
Adalbert Kühn, in seiner Herabkunft des Feuers,
identifiziert die beiden
Zeichen [Symbolabbildung, siehe Buch] und
[Symbolabbildung, siehe
Buch] mit Arani, und bezeichnet sie
mit diesem
Namen. Er fügt hinzu: „Dieser
Prozeß des Feuerentzündens führte die
Menschen natürlich zu der Idee geschlechtlicher
Fortpflanzung“ usw. Warum
konnte nicht eine würdigere und eine occultere Idee
den Menschen dahingeführt haben, dieses Symbol zu erfinden, insoferne als es in
einem seiner Aspekte mit de menschlichen Fortpflanzung zu Zusammenhang
steht? Aber seine Hauptsymbolik bezieht
sich auf die Kosmogonie.
„Agni, in dem Zustande von Akta oder dem Gesalbten,
erinnert an Christus“,
bemerkt Prof. Jolly. „Mâyâ an Maria, seine Mutter;
Tvashtri an St. Joseph, den
Zimmermann der Bibel.“ Im Rig Veda ist
Vishvakarman der höchste und
älteste der Götter und ihr „Vater“. Er ist der
„Zimmermann oder Erbauer“, weil
Gott selbst von den Monotheisten der „Baumeister des Weltalls“
genannt wird.Doch ist die ursprüngliche Idee rein metaphysisch und hatte keinen
Zusammenhang mit dem späteren Phallicismus.
05 :55.
16. WIE WERDEN DIE MANUSHYA [41] GEBOREN? DIE MANUS
MIT
GEMÜTERN, WIE WERDEN SIE GEMACHT? (a) DIE VÄTER
[42] RIEFEN ZU
IHRER HILFE IHR EIGENES FEUER, [43] WELCHES DAS FEUER
IST, DAS IN
DER ERDE BRENNT. DER GEIST DER ERDE RIEF ZU SEINER
HILFE DAS
VEREINTEN ANSTRENGUNGEN EIN GUTES RÛPA HERVOR. ES [46]
KONNTE STEHEN, GEHEN, LAUFEN, LIEGEN ODER FLIEGEN.
ABER ES
WAR NOCH IMMER NUR EINE CHHÂYÂ, EIN SCHATTEN OHNE
VERSTAND.
(b) . . .
(a) Hier
wird wiederum eine Erklärung notwendig im Lichte und mit Hilfe der
exoterischen, hinzugefügt zu den esoterischen,
Schriften. Die Manushyas
(Menschen) und die Manus sind hier gleichbedeutend mit
dem chaldäischen
Adam – welcher Ausdruck durchaus nicht den ersten
Menschen bedeutet, wie
bei den Juden, oder ein einzelnes Individuum, sondern
die Menschheit kollektiv,
wie bei den Chaldäern und Assyriern. Die vier
Ordnungen und Klassen der
Dhyân Chohans aus den Sieben, sagt der , „waren die
Vorfahren des
Verborgenen Menschen“ – d. i. des feinen Inneren Menschen. Die Lha des
Mondes, die Mondgeister, waren, wie bereits erwähnt,
bloß die Vorfahren seiner
Form, d. i. des Musters, nach welchem die Natur ihre
äußere Entwicklung auf ihn
begann. Somit war der ursprüngliche Mensch, als er
erschien, bloß ein
verstandloses Bhûta [47] oder „Phantom“. Diese
„Schöpfung“ war ein Misserfolg.
(b) Dieser
Versuch war wiederum ein Mißerfolg. Er versinnbildlicht die
Vergeblichkeit der ununterstützten Versuche der physischen
Natur, auch nur ein
vollkommenes Tier zu bilden – geschweige denn einen
Menschen. Denn die
Väter, die Niederen Engel, sind alle Naturgeister, und
die höheren Elementale
besitzen auch eine ihnen eigentümliche Intelligenz;
aber das ist nicht genügend,
um einen denkenden Menschen zu bilden. „Lebendiges“
Feuer war nötig, jenes
Feuer, welches dem menschlichem Gemüte seine
Selbstwahrnehmung und
Selbstbewußtsein giebt, oder Manas; und die
Nachkommenschaft von Pârvaka
und Shuchi sind das tierisch elektrische und das
solare Feuer, welche Tiere
erschaffen und so bloß eine körperliche Konstitution
für dieses erste Astralmodell
des Menschen liefern konnten. Die ersten Schöpfer also
waren die Pygmalions
des ursprünglichen Menschen: sie verfehlten, die
Statue zu beleben –intellektuell.
Diese Strophe ist, wie wir sehen werden, sehr
bedeutsam. Sie erklärt das
Geheimnis und füllt die Kluft zwischen dem beseelenden
Prinzipe im Menschen –
07IV
dem höheren Selbst oder der menschlichen Monade – und
der tierischen
Monade. Die beide eins und dasselbe sind, obwohl die
erstere mit göttlicher
Intelligenz begabt ist, und die letztere bloß mit instinktiver
Befähigung. Wie ist der
Unterschied zu erklären und wie wird die Gegenwart des
Höheren Selbst im Menschen begründet?
Der sagt:
Die Söhne von
Mahat sind die Beleber der menschlichen Pflanze. Sie sind die
Wasser,
welche auf den dürren Boden des verborgenen Lebens fallen, und der
Funke,
welcher das menschliche Tier belebt. Sie sind die Herren des geistigen
ewigen Lebens
. . . . Im Anbeginne (in der Zweiten Rasse) atmeten einige (von
den Herren)
bloß von ihrer Wesenheit in die Manushya (Menschen) und einige
nahmen im
Menschen ihre Wohnung.
Dies zeigt, daß nicht alle Menschen Inkarnationen der
„göttlichen Rebellen“
wurden, sondern bloß wenige unter ihnen. Die übrigen
hatten ihr fünftes Prinzip
einfach belebt durch den hineingeworfenen Funken, was
den großen
Unterschied zwischen den intellektuellen Fähigkeiten
der Menschen und Rassen
erklärt. Hätten nicht die „Söhne des Mahat“
allegorisch gesprochen, die
dazwischenliegenden Welten übersprungen, in ihrem
Triebe nach intellektueller
Freiheit, so würde der tierische Mensch niemals
imstande gewesen sein, von
dieser Erde emporzudringen und durch Selbstanstrengung
sei schließliches Ziel
zu erreichen. Die cyklische Pilgerschaft hätte durch
alle Ebenen des Daseins
halb unbewußt, wenn nicht gänzlich unbewußt, wie in dem
Falle des Tieres,
vollbracht werden müssen. Infolge dieses Aufruhrs des
intellektuellen Lebens
gegen die ungesunde Unthätigkeit des reinen Geistes
sind wir, was wir sind –
selbstbewußte, denkende Menschen, mit den Fähigkeiten
und Eigenschaften von
Göttern in uns, für das Gute so sehr wie für das Böse.
Daher sind die Aufrührer
unsere Heilande. Möge der Philosoph wohl über das
nachsinnen, und mehr als
ein Geheimnis wird ihm klar werden. Nur durch die
anziehende Kraft der
Widersprüche können die beiden Gegensätze – Geist und
Stoff – auf Erden
verkittet werden, und geschmolzen in dem Feuer
selbstbewußten Erfahrens und
Duldens, sich selbst in Ewigkeit vermählt finden. Dies
wird die Bedeutung vieler
bisher unverständlicher Allegoriien, die
thörichterweise „Fabeln“ genannt wurden,
enthüllen.
Es erklärt, um einen Anfang zu machen, die im Pymander
aufgestellte
Behauptung, daß der „himmlische Mensch“, der „Sohn des
Vaters“, welcher Teil
hatte an der Natur und Wesenheit der sieben Lenker,
oder Schöpfer und
07IV
Beherrscher der materiellen Welt, durch die Harmonie
drang, und die Feste der (Sieben) Kreise (von Feuer) durchbrechend, so die
abwärts gerichtete Natur zeigte und offenbar machte. [48]
[41] Der wirkliche Manushya.
[42] Barhishad (?)
[43] Das Kavyavâhana, elektrisches
Feuer.
[44] Shuchi, der Geist in der
Sonne.
[45] Die Pitris und die zwei
Feuer.
[46] Die Form.
[47] Es ist nicht klar, warum Bhûtas von den
Orientalisten in den Purânen als
„böse Geister“ übersetzt werden sollen. Im Vishnu
Purâna (I. V; Wilsons
Übers., Fitzedward Hall´s Note, I, 83) sagt der Shloka
einfach: „Feinde,
fürchterlich dadurch, daß sie affenfarbig und
fleischverzehrend sind“; und das
Wort bedeutet jetzt in Indien „Gespenster“, ätherische
oder astrale Phantome,
während es in der esoterischen
Lehre elementare Substanzen bedeutet,
etwas, was aus verfeinerter,
nicht zusammengesetzter Wesenheit gemacht ist
und insbesondere den astralen
Doppelgänger irgend eines Menschen oder
Tiers. In diesem Falle sind diese ursprünglichen
Menschen die Doppelgänger
der ersten ätherischen Dhyânîs oder Pitris.
[48] Siehe Pymander, Everard´s Übers., II,
17-29.
07
Es erklärt jeden Vers in der hermetischen Erzählung,
sowie auch die griechische
Allegorie des Prometheus. Was das wichtigste von allem
ist, es erklärt die vielen
allegorischen Berichte über die „Kämpfe im Himmel“,
einschließlich des in der
Offenbarung mit
Bezug auf das christliche Dogma von den „gefallenen Engeln“.
Es erklärt den „Aufruhr“ der ältesten und höchsten
Engel, und die Bedeutung
davon, daß sie vom Himmel hinabgeschleudert wurden in
die Tiefen der Hölle, d.
i. der Materie. Es löst sogar die neueste Verlegenheit
der Assyriologen, welche
durch den verstorbenen George Smith ihre Verwunderung
wie folgt ausdrücken:
Meine erste Idee von diesem Teile (dem Aufruhr) war,
daß der Kampf mit den
Mächten des Bösen der Schöpfung voranging; ich
glaube jetzt, daß er auf die
Erzählung von Falle folgte. [49]
In demselben Werke [50] giebt Herr George Smith eine
Abbildung, nach einem
frühen babylonischen Cylinder,
von dem heiligen Baume der Schlange, dem
Manne und dem Weibe. Der Baum
hat sieben Äste; drei auf der Seite des
Mannes, vier auf der
des Weibes. Diese Äste sind typisch für die sieben
Wurzelrassen, in deren dritten,
gerade an ihrem Schlusse, die Trennung der
Geschlechter und der sogenannte Fall in die Zeugung
erfolgte. Die drei ältesten
Rassen waren geschlechtslos, sodann hermaphroditisch;
die anderen vier
männlich und weiblich, als voneinander unterschieden.
Wie der Verfasser uns
sagt:
Der Drache, welcher in dem chaldäischen
Schöpfungsberichte den Menschen
zur Sünde verleitet, ist das Geschöpf der Tiamat, des
lebendigen Prinzipes des Meeres und des Chaos . . . . welches den Gottheiten
bei der Schöpfung der Welt entgegenstand. [51]
Dies ist ein Irrtum. Der Drache ist das männliche
Prinzip, oder der Phallus,
personifiziert, oder vielmehr animalisiert; und
Tiamat, die „Verkörperung des
Geistes des Chaos“. Der Tiefe, oder des Abgrundes ist
das weibliche Prinzip, der
Schoß. Der „Geist des Chaos und der Unordnung“ bezieht
sich auf die mentale
Störung zu der dies führte. Er ist das sinnliche,
anziehende, magnetische Prinzip,
welches blendet und verführt, das immer lebendige,
thätige Element, welches die
ganze Welt in Unordnung, Chaos und Sünde wirft. Die
Schlange verführt das
Weib, aber das letztere ist es, welches den Mann
verführt, und beide sind eingeschlossen in den karmischen Fluch, wenn auch nur
als eine natürliche Wirkung einer hervorgebrachten Ursache. George Smith sagt:
Es ist klar, daß der Drache in den Fluch wegen des
Falles eingeschlossen ist,
und daß die Götter (die Elohim, eifersüchtig darüber,
den Menschen von Lehm
09IV
zu einem Schöpfer seinerseits werden zu sehen, wie
alle Tiere) auf das Haupt
des Menschengeschlechtes alle Übel herabrufen, welche
die Menschheit
treffen. Weisheit und Wissen sollen ihm schaden, er
soll Familienzwiste
haben, er soll der Tyrannei unterworfen sein, er wird
die Götter erzürnen . . . er
soll in seinen Begierden
enttäuscht werden, er soll nutzloses Gebet
aussenden . . . er soll
zukünftige Sünde begehen. Ohne Zweifel setzen darauf
folgende Zeilen diese
Gegenstände fort, aber wiederum ist unsere Erzählung
unterbrochen, und sie beginnt
erst wieder, wo die Götter zum Kriege rüsten
gegen die Kräfte des Bösen, welche angeführt sind von
Tiamat (dem Weibe).
[52]
Dieser Bericht ist in der Genesis zu
monotheistischen Zwecken weggelassen.
Aber es ist eine missverstandene Politik – ohne
Zweifel geboren aus Furcht und
Rücksicht für dogmatische Religion und ihre Aberglauben
– die chaldäischen
Bruchstücke nach der Genesis wiederherzustellen
zu suchen, während die letztere, die viel jünger ist als irgend eines de
Bruchstücke, nach den ersteren erklärt werden sollte.
17. DER ATEM [53] BRAUCHTE EINE FORM; DIE VÄTER GABEN SIE.
DER
ATEM BRAUCHTEN EINEN GROBEN KÖRPER; DIE ERDE FORMTE
IHN.
DER ATEM BRAUCHTE DEN GEIST DES LEBENS; DIE SONNENLHAS
HAUCHTE IHN IN SEINE FORM. DER ATEM BRAUCHTE EINEN
SPIEGEL
SEINES KÖRPERS; [54] „WIR GABEN IHN UNSEREN EIGENEN!“
– SAGTEN
DIE DHYÂNÎS. DER ATEM BRAUCHTE EINEN TRÄGER DER
BEGIERDEN;
[55] „ER HAT IHN!“ – SAGTE DER ABLEITER DER WASSER.
[56] ABER DER
ATEM BRAUCHT EIN GEMÜT, UM DAS WELTALL ZU UMFASSEN;
„WIR
KÖNNEN DIES NICHT GEBEN!“ SAGTEN DIE VÄTER. „ICH HATTE
ES NIE!“ –
SAGTE DER GEIST DER ERDE. „DIE FORM WÜRDE VERZEHRT,
WÜRDE
ICH IHM MEINES GEBEN!“ – SAGTE DAS GROSSE FEUER [57] .
. . . DER
MENSCH [58] BLIEB EIN LEERES SINNLOSES BHÛTA. . . . SO
HABEN DIE
KNOCHENLOSEN LEBEN GEGEBEN JENEN, WELCHE [59] WELCHE
MENSCHEN MIT KNOCHEN WURDEN IN DER DRITTEN WELT. [60]
Da sich eine volle Erklärung in dem zu Strophe V findet, so werden
ein paar Bemerkungen jetzt genügen. Der „Vater“ des
ursprünglichen physischen
Menschen, oder seines Körpers, ist das vitale
elektrische Prinzip, welches in der
sonne wohnt. Der Mond ist seine „Mutter“, wegen jener
geheimnisvollen Kraft im
Monde, welcher einen ebenso entschiedenen Einfluß auf
die menschliche
Schwangerschaft und Zeugung hat, welche er regelt, als
auch auf das Wachstum
09IV
von Pflanzen und Tieren. Der „Wind“ oder Ether,
welcher in diese Falle für das
Agens der Übertragung steht, wodurch jene Einflüsse
von den zwei Lichtkörpern
herabgebracht und über de Erde verbreitet werden, wird
als der „Ernährer“ [61]bezeichnet; während das „geistige Feuer“ allein aus dem
Menschen eine göttliche und vollkommene Wesenheit macht. [49] Chaldean Account of Genesis, p.
92.
[50] S. 91.
[51] Ebenda, a. a. O.
[52] Ebenda, a. a. O.
[53] Die menschliche Monade.
[54] Einen astralen Schatten.
[55] Kâma Rûpa.
[56] Shuchi, das Feuer der
Leidenschaft und des tierischen Instinktes.
[57] Das Sonnenfeuer.
[58] Der werdende Mensch.
[59] Später.
[60] Rasse.
[61] Siehe Shloka 22.
09
Nun, was ist dieses „geistige Feuer“? In der Alchemie
ist es Wasserstoff im
allgemeinen; während in der esoterischen Wirklichkeit
es die Emanation oder der
Strahl ist, welcher aus seinem Ding an sich, dem
„Dhyân des Ersten Elementes“
hervorgeht. Wasserstoff ist Gas nur auf unserer
irdischen Ebene. Aber selbst in
der Chemie „wäre“ Wasserstoff „die einzige
existierende Form von Materie, in
unserem Sinne des Ausdruckes“, [62] und ist sehr nahe
verwandt mit Protyle,
welche unser Layam ist. Er ist der Vater und Erzeuger
sozusagen, oder vielmehr
der Upâdhi (Basis) von beiden, Luft und Wasser, und
ist in der That „Feuer, Luft
und Wasser“: eins unter drei Aspekten; daher
die chemische und alchimistische
Dreieinigkeit. In der Welt der Offenbarung, oder
Materie, ist er das
gegenständliche Symbol und die stoffliche Ausstrahlung
aus dem subjektiven
und rein geistigen, wirkliches Dasein habenden Wesen
in dem Bereiche der
Dinge an sich. Mit Recht konnte Godfrey Higgins des
Wasserstoff vergleichen,
und sogar identifizieren mit To In, dem „Einen“ der
Griechen. Denn, wie er
bemerkt, Wasserstoff ist nicht Wasser, obwohl
er es erzeugt; Wasserstoff ist
nicht Feuer, obwohl er es offenbart oder schafft; noch
ist er Luft, obwohl die Luft
als ein Ergebnis der Vereinigung von Wasser und Feuer
betrachtet werden kann
·
da Wasserstoff in
dem wässerigen Elemente der Atmosphäre gefunden wird. Er
ist drei in eins.
Wenn man vergleichende
Theogonie studiert, so ist es leicht zu finden, daß das
Geheimnis dieser „Feuer“ in
den Mysterien eines jeden alten Volkes gelehrt
wurde, vornehmlich auf Samothrake. Es ist nicht der geringste
Zweifel, daß die
Kabiren, die geheimsten aller
alten Gottheiten, Götter und Menschen, große
Gottheiten und Titanen,
wesensgleich sind mit den Kumâras und Rudras, an
deren Spitze Kârttikeya steht
- auch ein Kumâra. Das ist ganz einleuchtend,
sogar exoterisch; und diese
indischen Gottheiten waren, wie die Kabiren, die
personifizierten heiligen
Feuer der occultesten Kräfte der Natur. Die
verschiedenen Zweige der ârischen Rasse, der
asiatische und der europäische,
der indische und der griechische, thaten ihr bestes,
ihre wahre Natur, wenn nicht
ihre Wichtigkeit zu verheimlichen. Ebenso wie im Falle
der Kumâras, ist die Zahl
der Kabiren unsicher. Einige sagen, daß ihrer nur drei
oder vier wären; andere
sagen sieben. Axierus, Axiocersa, Axiocercsus und
Casmilus können sehr gut
als die alter egos der vier Kumâras -
Sanat-Kumâra, Sananda, Sanaka und
Sanâtana - stehen. Die ersteren Gottheiten, deren
angeblicher Vater Vulkan war,
wurden oft vermengt mit den Dioskuren, Korybanten,
Anaktes usw.; geradeso
wie die Kumâras, deren angeblicher Vater Brahmâ ist -
oder vielmehr die
„Flamme seines Zornes“, welche ihn drängte, die neunte
oder Kaumâra-Schöpfung
zu vollbringen, welche Rudra oder Nîlalohita (Shiva)
und die Kumâras
zum Ergebnis hatte - vermengt wurden mit den Asuras,
den Rudras und den
11IV
Pitris, aus dem einfachen Grunde, weil sie alle eins
sind - d. i. korrelative Kräfte
und Feuer. Es ist hier kein Raum, diese „Feuer“ und
ihre wirkliche Bedeutung zu
beschreiben, obwohl wir es versuchen mögen, wenn der
Rest dieses Werkes jemals veröffentlicht wird. Unterdessen mögen ein paar
weitere Erklärungen hinzugefügt werden.
Das Vorhergehende sind alles Geheimnisse, die vielmehr
der persönlichen
Intuition des Schülers zur Lösung überlassen, als
beschrieben werden müssen.
Wenn er etwas von dem Geheimnisse des Feuers lernen
will, so möge er sich an
gewisse Werke der Alchimisten wenden, welche das Feuer
sehr richtig mit jedem
Elemente in Zusammenhang bringen, so wie die
Occultisten. Der Leser muß sich
daran erinnern, daß die Alten Religionen und die
Naturwissenschaften
zusammen mit der Philosophie als eng und untrennbar
miteinander verknüpft
betrachteten. Äskulap war der Sohn des Apollo - der
Sonne oder des Feuers des
Lebens; zur gleichen Zeit Helios, Pythios und der Gott
der Orakelweisheit. In
exoterischen Religionen, ebenso sehr wie in der
esoterischen Philosophie,
werden die Elemente - insbesondere Feuer, Wasser und
Luft - zu den Vorfahren
unserer fünf körperlichen Sinne gemacht und
daher mit ihnen unmittelbar auf
eine occulte Weise verbunden. Diese körperlichen Sinne
gehören sogar zu einer
niedrigeren Schöpfung, als zu der in den Purânen Pratisarga
oder „sekundäre
Schöpfung“ genannt. „Flüssiges Feuer geht hervor aus
Ungetrenntem Feuer“,
sagt ein occulter Satz.
Der Kreis ist
der Gedanke; der Durchmesser (oder die Linie) ist das Wort; und
ihre
Vereinigung ist das Leben.
In der Kabbalah ist Bath-Kol die Tochter der
göttlichen Stimme oder des
ursprünglichen Lichtes, Shekinah. In den Purânen und
der indischen Exoterik ist
Vâch, die Stimme, der weibliche Logos des Brahmâ -
eine Permutation von Aditi,
dem ursprünglichen Lichte. Und wenn Bath-Kol in der
jüdischen Mystik eine
artikulierte, über das natürliche hinausgehende Stimme
vom Himmel ist, welche
dem „auserwählten Volke“ die heiligen Überlieferungen
und Gesetze offenbart,
so ist dies bloß deshalb, weil Vâch vor dem Judentume
die „Mutter der Veden“
genannt wurde, welche in die Rishis eintrat und sie
durch ihre Offenbarung
begeisterte; gerade so wie Bath-Kol die Propheten von
Israel und die jüdischen
Hohenpriester begeistert haben will. Und die beiden
existieren bis zum heutigen
Tage in ihren bezüglichen heiligen Symbologieen, weil
die Alten Ton oder
Sprache mit dem Ether des Raumes in Verbindung
brachten, dessen Merkmal
der Ton ist. Daher sind Feuer, Wasser und Luft die
ursprüngliche göttliche
11IV
Dreieinigkeit.
Ich bin dein Gedanke, dein Gott, älter als das feuchte
Prinzip, das Licht, welches in der Dunkelheit (dem Chaos) strahlt,
und das glänzende Wort Gottes (Ton) ist der Sohn der Gottheit. [63]
[62] Siehe Genesis of the Elements, von W.
Crookes, p. 21. [63] Pymander, I,
6. Die Gegner des Hindûismus mögen das Obige Pantheismus, Polytheismus oder wie
es ihnen sonst beliebt, nennen, Wenn die Wissenschaft nicht gänzlich durch
Vorurteil verblendet ist, wird sie in diesem Berichte eine tiefe Kenntnis der
Naturwissenschaften und Physik, sowie der Metaphysik und Psychologie sehen.
Aber um dies zu verstehen, muß man die Personifikationen studieren, und dann
sie in chemische Atome übersetzen. Man wird dann finden, daß es sowohl der
physischen und selbst der rein materialistischen Wissenschaft Genüge leistet,
sowie auch jenen, welche in der Entwicklung das Werk der „Großen Unbekannten
Ursache“ in ihren erscheinungsbedingten und trügerischen Anblicken sehen.
11
Somit müssen wir gut die „Erste Schöpfung“ studieren,
bevor wir die Zweite
verstehen können. Die erste Rasse hatte drei rudimentäre
Elemente in sich; und
noch kein Feuer; weil
nach den Alten die Evolution des Menschen und das
Wachstum und die Entwicklung
seiner geistigen du körperlichen Sinne der
Evolution der Elemente auf
der kosmischen Ebene dieser Erde untergeordnet
war. Alles geht aus Prabhavâpyaya hervor, die
Entwicklung der schöpferischen
und fühlenden Prinzipien in
den Göttern, und sogar die sogenannte
schöpferische Gottheit
selbst. Dies findet sich in den Namen und Beinamen,
welche dem Vishnu in den
exoterischen Schriften gegeben werden. Wie der
orphische Protologos, wird er Pûrvaja, „prägenetisch“
genannt, und die anderen
Namen verbinden ihn in ihrer absteigenden Ordnung mehr
und mehr mit der Materie.
Die folgende Ordnung nach parallelen Linien kann in
der Entwicklung der Elemente und der Sinne gefunden werden; oder im
kosmisch-terrestrischen „Menschen“ oder „Geist“, und im sterblichen physischen
Menschen. 1. Ether Gehör Ton.
2. Luft Gefühl Ton und
Gefühl.
3. Feuer oder Licht Gesicht
Ton, Gefühl und Farbe.
4. Wasser Geschmack Ton,
Gefühl, Farbe und Geschmack.
5. Erde Geruch Ton, Gefühl,
Farbe, Geschmack und Geruch.
Wie man sieht, fügt jedes
Element seinen eigenen Merkmalen jene seines
Vorgängers hinzu; sowie jede
Wurzelrasse der vorhergehenden Rasse dem
charakterisierenden Sinn
hinzufügt. Dasselbe ist wahr in der siebenfältigen
„Schöpfung“ des Menschen,
welcher sich stufenförmig in sieben Stadien
entwickelt, und nach denselben Prinzipien, wie des
weiteren gezeigt werden wird.
Während somit die Götter, oder Dhyân Chohans (Devas),
hervorgehen aus der
Ersten Ursache - welche nicht Parabrahman ist, weil
das letztere die
ALLURSACHE ist, und nicht als die „Erste Ursache“
bezeichnet werden kann -
welche Erste Ursache in den brâhmanischen Büchern
Jagad-Yoni, der „Schoß
der Welt“, genannt wird, emaniert die Menschheit aus
diesen aktiven Agentien im
Kosmos. Aber die Menschen waren während der ersten und
zweiten Rasse
keine physikalischen Wesen, sondern bloße Rudimente
der zukünftigen
Menschen; Bhûtas, welche hervorgingen aus Bhûtâdi, dem
„Ursprung“ oder dem
„Ursprungsorte“, woraus die Elemente entsprangen.“
Daher gingen sie mit allem
Übrigen aus Prabhavâpyaya hervor, „dem Orte, aus
welchem de Ursprung, und
in welchem die Wiederauflösung aller Dinge geschieht,
wie von dem
13IV
Kommentator zum Vishnu Purâna erklärt wird.
Daher auch unsere physischen
Sinne. Daher selbst die höchste „geschaffene“ Gottheit
in unserer Philosophie.
Als eins mit dem Weltalle, ob wir sie jetzt Brahmâ,
Îshvara oder Purusha nennen,
ist sie eine Geoffenbarte Gottheit - somit
„geschaffen“ oder begrenzt und bedingt.
Dies ist leicht bewiesen, selbst aus den exoterischen
Lehren.
Nachdem er das unerkennbare, ewige Brahma
(neutrum oder abstrakt) genannt
wurde, wird der Pundarîkâksha, „die höchste oder
unvergängliche Herrlichkeit“,
sobald er anstatt als Sadaika-Rûpa, „wandellose“ oder
„unveränderliche“ Natur
als Ekâneka-Rûpa, „zugleich einzeln und vielfältig“
angerufen wird, wird er, die
Ursache, verschmolzen mit seinen eigenen Wirkungen;
und seine Namen, wenn
in esoterische Ordnungen gebracht, zeigen die folgende
absteigende Stufenleiter:
Mahâpurusha oder Paramâtman Höchster Geist.
Âtman oder Pûrvaja (Protologos) Der Lebendige Geist
der Natur.
Indriyâtman oder Hrishîkesha Geistige oder
Intellektuelle Seele (eins mit den
Sinnen).
Bhûtâtman Die Lebendige oder
Lebensseele.
Kshetrajña Verkörperte Seele
oder das Weltall von Geist und Stoff.
Bhrântidarshanatah Falsche Wahrnehmung - Materielles
Weltall.
Der letztere Name bedeutet etwas, was infolge einer
falschen oder irrtümlichen
Auffassung als eine materielle Form wahrgenommen oder
vorgestellt wird, aber
thatsächlich bloß Mâyâ. Täuschung ist, wie alles in
unserem physischen Weltall.
In strenger Analogie mit den Attributen dieses Brahma
findet in beiden Welten,
der geistigen und der materiellen, die Entwicklung der
Dhyân-Chohanischen
Wesenheiten statt. Die Merkmale der letzteren werden
ihrerseits kollektiv im
Menschen reflektiert, und in einem jeden seiner
Prinzipien; von denen ein jedes
in sich
selbst in derselben fortschreitenden Reihenfolge einen Teil ihrer verschiedenen
„Feuer“ und Elemente enthält.
13V
18. Die Söhne von Yoga. 19. Die geschlechtslose zweite
Rasse. 20. Die Söhne
der „Söhne des Zwielichts“. 21. Der „Schatten“, oder
der Astralmensch, zieht sich
nach innen zurück und der Mensch entwickelt einen
physischen Körper.
18. DIE ERSTEN [1] WAREN DIE SÖHNE VON YOGA. IHRE
SÖHNE WAREN
In dem späteren
wird der Satz übersetzt:
Die Söhne der
Sonne und des Mondes, der Säugling des Ethers (oder des
„Windes“) (a)
. . . . Sie waren die Schatten der Schatten der Herren (b). Sie (die
Schatten)
dehnten sich aus. Die Geister der Erde bekleideten sie; die
Sonnenlhas
erwärmten sie. (d. i. unterhielten das Lebensfeuer in den werdenden
physischen
Formen). Die Atem hatten weder Feuer noch Wasser aus ihrem eigenen ©.
(a) Man
erinnere sich in diesem Zusammenhange der Tabula Smaragdina des
Hermes, deren esoterische Bedeutung sieben Schlüssel
besitzt. Der
astrochemische ist den Schülern wohlbekannt, der
anthropologische soll jetzt
gegeben werden. Das „Eine Ding“, welches darin erwähnt
wird, ist der Mensch.
Es heißt:
Der Vater jenes Einen Einzigen Dinges ist die Sonne;
seine Mutter ist der Mond; der Wind trägt es in seinem Schoße, und seine Amme
ist die Geistige Erde.
In der occulten Wiedergabe desselben wird hinzugefügt:
„und Geistiges Feuer ist
sein Unterweiser (Guru).“
Dieses Feuer ist das Höhere Selbst, das Geistige Ich,
oder das, was sich ewig
reinkarniert unter dem Einflusse seiner niedrigeren
persönlichen Selbste, welche
mit jeder Wiedergeburt wechseln, voll von Tanha oder
der Begierde zu leben. Es
ist ein seltsames Gesetz der Natur, daß auf dieser
Ebene die höhere (geistige)
Natur sozusagen in den Banden der niedrigeren sein
soll. Wenn nicht das Ego
Zuflucht im Âtman, dem ALLGEISTE, nimmt, und gänzlich
in die Wesenheit
desselben untertaucht, so kann das persönliche Ego es
bis zum bitteren Ende
treiben. Dies kann nicht vollständig verstanden
werden, wenn sich nicht der
15V
Schüler mit dem Geheimnisse der Entwicklung vertraut
macht, welche auf
dreifacher Bahn fortschreitet - auf der geistigen,
seelischen und körperlichen.
Das, was zur Entwicklung treibt und dieselbe erzwingt,
d. i. das Wachstum und
die Entwicklung des Menschen auf Vervollkommnung
hintreibt, ist (a) die
Monade, oder das, welches darin unbewusst durch eine
davon unzertrennliche
Kraft wirkt; und (b) der niedere Astralkörper
oder das persönliche Selbst. Die
erstere, einerlei ob eingekerkert in einem
pflanzlichen oder tierischen Körper, ist
begabt mit jener Kraft, ist in der That jene Kraft
selbst. Infolge ihrer
Wesensgleichheit mit der ALLKRAFT, welche wie gesagt
der Monade innewohnt,
ist sie allmächtig auf der Arûpa oder formlosen ebene.
Auf unserer Ebene ist ihre
Wesenheit zu rein, daher bleibt sie allmögend, aber
wird individuell unthätig. Zum
Beispiel die Strahlen der Sonne, welche zum Wachstum
der Pflanzenwelt beitragen, wählen nicht diese oder jene Pflanze aus, um auf
sie zu scheinen.
Entwurzle die Pflanzen und übertrage sie auf ein
Grundstück, wo der
Sonnenstrahl sie nicht erreichen kann, und der
letztere wird ihr nicht folgen. So
ist es mit dem Âtman; wenn nicht das Höhere Selbst
oder Ego gegen seine
Sonne - die Monade - graviert, wird das Niedere Ego
oder das Persönliche
Selbst in jenem Falle die Oberhand haben. Denn dieses
Ich, mit seiner wilden
Selbstsucht und tierischen Begierde, ein sinnloses
Leben zu leben (Tanha), ist
es, welches der „Macher des
Zeltes“ ist, wie Buddha es im Dhammapada [2]
nennt. Daher der Ausdruck,
die Geister der Erde bekleiden die Schatten und
dehnten sie aus. Zu diesen
„Geistern“ gehören zeitweilig die menschlichen
Astralen Selbste, und diese sind es, welche das
körperliche Zelt des Menschen
für die Monade und ihr bewusstes Prinzip, Manas, zur
Wohnung geben oder
erbauen. Aber die „Sonnen“-Lhas, oder Geister,
erwärmen die Schatten. Dies ist
physisch und buchstäblich wahr; metaphysisch, oder auf
der seelischen und
geistigen Ebene, ist es gleichermaßen wahr, daß der
Âtman allein den innern
Menschen erwärmt; d. i. er erleuchtet ihn mit
dem Strahle des göttlichen Lebens
und ist allein imstande, dem innern Menschen oder dem reinkarnierenden
Ego
seine Unsterblichkeit mitzuteilen. Somit werden wir
finden, daß für die ersten drei
und einhalb Wurzelrassen, hinauf bis zum Mittel- oder
Wendepunkte, die astralen
Schatten der „Vorfahren“, der lunaren Pitris, die
gestaltenden Kräften in den
Rassen sind, und die körperliche Form bilden und ihre
Entwicklung allmählich zur
Vollendung treiben - dies auf Kosten eines
verhältnismäßigen Verlustes an
Geistigkeit. Dann, vom Wendepunkt an ist es das Höhere
Ich oder inkarnierende
Prinzip, der Nous oder das Gemüt, welches über das
tierische Ich herrscht und
es lenkt, so oft es nicht von dem letzern nach abwärts
geführt wird. Kurz gesagt,
die Geistigkeit ist auf ihrem aufsteigenden Bogen, und
das tierische oder
physische hindert sie nur dann stetig auf dem Pfade
ihrer Entwicklung
15V
fortzuschreiten, wenn die Selbstsucht der
Persönlichkeit den wirklichen Innern
Menschen so stark mit ihrem tödlichen Gifte angesteckt
hat, daß die nach
aufwärts gerichtete Anziehung alle Macht über den
denkenden vernünftigen
Menschen verloren hat. In nüchterner Wahrheit: Laster
und Gottlosigkeit sind
eine abnormale, unnatürliche Offenbarung in
dieser Periode unserer
menschlichen Entwicklung - zum mindesten sollten sie
es sein. Die Thatsache,
daß die Menschen niemals selbstsüchtiger und
lasterhafter waren, als sie es jetzt
ist - civilisierte Nationen haben mit Erfolg aus dem
erstern eine ethische
Eigenschaft, aus dem letzern eine Kunst gemacht -, ist
ein weiterer Beweis für
die eine Ausnahme machende
Natur der Erscheinung.
[1] Nämlich Rasse.
[2] Shlokas 153, 154.
15 V
Das ganze System ist in dem Chaldäischen Buch der
Zahlen, und selbst im
Zohar, wenn
man nur die Bedeutung der apokalyptischen Anspielungen versteht.
Zuerst kommt Ain Suph, der „Verborgene des
Verborgenen“, dann der Punkt,
Sephira und die späteren Sephiroth; dann die
Atzilatische Welt, eine Welt der
Emanationen,
welche drei andere Welten hervorbringt - die erste die Briatische
Welt, genannt der Thron, der Aufenthalt der reinen
Geister; die zweite Welt der
Formengebung oder
die Jetziratische, die Wohnung der Engel, welche die dritte
oder Welt der Handlung hervorbrachten, die
Asiatische Welt, welche die Erde
oder unsere Welt ist; und doch heißt es von dieser
Welt - welche auch Kliphoth
genannt wird, welche die (sechs anderen) Sphären, [korrekter
Abdruck siehe
Buch],
enthält, und Materie - daß sie das Reich des „Fürsten der Finsternis“ ist.
Dies ist so klar festgestellt als möglich; denn
Metatron, der Engel der zweiten
Briatischen Welt, der ersten bewohnbaren Welt bedeutet
Sendbote, [korrekter
Abdruck siehe Buch], Engel, genannt der große Lehrer; und unter ihm sind die
Engel der dritten oder Jetziratischen Welt, deren zehn
und sieben Klassen die
Sephiroth sind [3] , von denen gesagt wird:
Sie bewohnen oder beleben diese Welt als essentielle
Wesenheiten und Intelligenzen, und ihre Korrelate und logischen Gegensätze
bewohnen die dritte bewohnbare Welt, genannt die Asiatische.
Diese Gegensätze heißen die „Schalen“, [korrekter
Abdruck siehe Buch], oder
Dämonen, [4] welche die sieben Zonen mit Namen Sheba
Hachaloth bewohnen,
welche einfach die sieben Zonen unserer Kugel sind.
[5] Ihr Fürst heißt in der
Kabbalah Samael, der Engel des Todes, welcher auch die
verführende Schlange
Satan ist; aber dieser Satan ist auch Lucifer, der
helle Engel des Lichtes, der
Licht- und Lebenbringer, die „Seele“, die den
Heiligen, den anderen Engeln,
entfremdet ist, und zwar für eine Periode, die Zeit vorwegnehmend,
wann sie auf
Erden herabsteigen werden, um sich ihrerseits zu
inkarnieren.
Das Buch der Weisheit lehrt:
Alle Seelen (Monaden) sind präexistent in den Welten
der Emanationen. [6]
Und der Zohar lehrt, daß in der „Seele“ der wirkliche
Mensch ist, d. i. das Ego
und das bewusste Ich bin, das Manas.
Josephus sagt, den Glauben der Essener wiederholend:
(Die Seelen) steigen herab aus der reinen Luft, um an
die Körper gekettet zu werden. [7]
17V
Und Philo stellt fest, daß:
die Luft voll war (von Seelen), und daß jene, welche
der Erde zunächst waren,
herabsteigend, um an sterbliche Körper gebunden zu
werden, zu den Körpern
zurückkehren, indem sie in denselben zu leben
verlangen. [8]
Weil durch und in der menschlichen Form sie fortschreitende
Wesen werden,
während die Natur des Engels rein intransitiv ist;
deshalb hat der Mensch in sich
die Kraft, die Fähigkeit der Engel zu übersteigen.
Deshalb sagen die Initiierten,
daß der Brâhmane, der Zweimalgeborene, die Götter oder
Devas beherrscht; und Paulus wiederholt es in seinem Briefe an die Korinther:
Wisset ihr nicht, daß wir (die Initiierten) über die
Engel richten werden. [9]
Schließlich wird in jeder alten Schrift und Kosmogonie
gezeigt, daß sich der
Mensch ursprünglich als eine leuchtende
unkörperliche Form entwickelte, über
welche, wie das in die Form des Bildhauers gegossene
geschmolzene Erz, das
physische Gerüst seines Körpers von, durch und aus den
niederen Formen und
Typen des tierischen, irdischen Lebens aufgebaut
wurde. Der Zohar sagt:
Die Seele und die Form, wenn sie auf Erden
herabsteigen, ziehen ein irdisches
Gewand an.
Sein protoplastischer Körper war nicht aus jenem
Stoffe gebildet, aus dem unsere sterbliche Hüllen geformt werden.
Als Adam im Garten Eden weilte, war er in das
himmlische Gewand gekleidet,
welches das Gewand des himmlischen Lichtes ist . . . Licht
von jenem Lichte,
welches im Gebrauch stand in dem Garten Eden. [10] Der Mensch (der Himmlische Adam) wurde geschaffen
von den zehn Sephiroth der Jetziratischen Welt, und durch ihre gemeinsame
Kraft erzeugten die sieben Engel einer noch niedrigeren Welt den Irdischen
Adam. Zuerst fiel Samael, und dann, den Menschen betrügend (?),
verursachte er auch dessen Fall.
(b) Der
Satz, „sie waren Schatten der Schatten der Herren“ - d. i. die Vorfahren
schufen den Menschen aus ihren eigenen Astralkörpern -
erklärt einen
universalen Glauben. Man glaubt im Osten von den
Devas, daß sie keine
eigenen „Schatten“ haben. „Die Devas werfen keine
Schatten“, und dies ist das
sichere Zeichen eines guten, heiligen Geistes.
17V
© Warum
hatten sie weder Feuer noch Wasser aus ihrem eigenen? [11] Weil
das, was der Wasserstoff für die Elemente und Gase auf
der objektiven Ebene
ist, sein Ding an sich in der Welt der mentalen oder
subjektiven Phänomene ist;
nachdem seine dreieinige verborgene Natur in seinen
drei aktiven Emanationen
aus den drei höheren Prinzipien im Menschen
wiedergespiegelt ist, nämlich
Geist, Seele und Gemüt, oder Âtman, Buddhi und Manas.
Er ist die geistige und
auch die materielle menschliche Basis. Der rudimentäre
Mensch, nachdem er
von der „Luft“ oder dem „Winde“ ernährt worden ist,
wird später zum
vollkommenen Menschen; wenn er, mit der Entwicklung
des „geistigen Feuers“,
des Noumenons der „Drei in Einem“ innerhalb Seines
Selbst, von seinem Innern
Selbst oder Unterweiser die Weisheit des
Selbstbewusstseins erlangt, welche er
am Anfang nicht besitzt. Hier wird wiederum der
göttliche Geist durch die Sonne
oder das Feuer symbolisiert; die göttliche Seele durch
das Wasser und den Mond, welche beide für den Vater und die Mutter von Pneuma
stehen, der menschlichen Seele oder Gemüt, symbolisiert durch den Wind oder die
Luft, denn Pneuma bedeutet „Hauch“.
[3] Dies ist symbolisiert in dem phythagoräischen
Dreieck, den zehn Yods darinnen, und den sieben Ecken des Dreiecks und des
Quadrats. [4] Daher wird der
kabbalistische Name der „Schalen“ der Astralform gegeben, dem Kâma Rûpa
genannten Körper, welcher zurückgelassen wird von den Höheren Engeln in der
Gestalt des Höheren Manas, wenn das letztere nach Devachan abgeht, seinen
Rückstand verlassend. [5] Mackanzie´s Royal
Masonic Cyclopaedia, p. 409-.
[6] I, 20.
[7] De Bell. Jud., II,
12.
[8] De Gignat., p. 222
C.; De Somniis, p. 455 D.; welches zeigt, daß die
Essener an Wiedergeburt und
viele Reinkarnationen auf Erden glaubten, wie
auch Jesus selber that - eine
Thatsache, die wir aus dem neuen Testament
17V
selbst beweisen können.
[9] I. . 3.
[10] Zohar, II. 229 b.
[11] Dies wird jedoch, wie
wir gezeigt haben, von der Esoterik der Genesis
bestätigt. Nicht nur werden
darin die Tiere nach dem „Adam von Staub“
erschaffen, sondern Vegetation wird auf der
Erde gezeigt, bevor „die Himmel
und die Erde geschaffen waren“. „Jede Pflanze des
Feldes, bevor sie auf der
Erde war“ (II. 5). Nun, wenn nicht die occulte
Auslegung angenommen wird -
welche zeigt, daß in der vierten Runde die Kugel mit
Vegetation bedeckt war,
und die erste (astrale)
Menschheit hervorgebracht war, bevor kaum irgend
etwas darauf wachsen und sich
entwickeln konnte - was kann der tote
Buchstabe bedeuten? Einfach,
daß das Gras auf der Erde der Kugel war,
bevor diese Kugel geschaffen
war? Und doch ist die Bedeutung von Vers 6,
welcher sagt, „aber ein Nebel ging auf von der Erde
und feuchtete alles Land“,
bevor es regnete, und ließ die Bäume u. s. w. wachsen,
klar genug. Er zeigt auch, in welcher geologischen Periode es geschah, und
ferner, was mit „Himmel“ und „Erde“ gemeint ist. Es bedeutete das Firmament und
das trockene, verkrustete Land, getrennt und überlagert von seinen
Dämpfen und Ausdünstungen. Obendrein muß sich der Schüler vor Auge halten, daß,
wie Adam Kadmon, das „männliche und weibliche Wesen“ der Genesis I, kein
körperliches, menschliches Wesen ist, sondern die Schar der Elohim, unter
welchen Jehovah selbst war - auch die Tiere, welche in diesem Kapitel nach dem
buchstäblichen Text als vor den Menschen „geschaffen“ erwähnt werden, keine
Tiere waren, sondern die Tierkreiszeichen und andere Himmelskörper.
17 V
Daher heißt es in der Smaragdenen Tafel -
entstellt durch christliche Hände:
Das Obere stimmt mit dem Unteren überein; und das
Untere mit dem Oberen, um
dieses eine wahrhaft wundervolle Werk zu wirken
(welches der Mensch ist).
Denn das geheime Werk des Chiram, oder König Hiram in
der Kabbalah, „eins
mit dem Wesen nach, aber drei im Aspekt“, ist das
Universale Agens oder Lapis
Philosophorum. Die Krönung des Geheimen Werkes ist der
geistige
vollkommene Mensch an dem einen Ende der Linie; die
Vereinigung der drei
Elemente ist das occulte Lösungsmittel in der
„Seeleder Welt“, der kosmischen
Seele oder dem Astrallichte an dem andern; und auf der
materiellen Ebene ist es
der Wasserstoff in seinem Verhalten zu den anderen
Gasen. To On fürwahr; der
EINE, „den niemand gesehen hat außer dem Sohne“; welcher
Satz sich sowohl
auf den metaphysischen und physischen Kosmos bezieht,
als auch auf den
geistigen und materiellen Menschen. Denn wie könnte
der letztere To On
verstehen, den „Einen Vater“, wenn seine Manas, der
„Sohn“, nicht wird (wie)„Eins mit dem Vater“, und durch diese Absorption
Erleuchtung von dem göttlichen „Unterweiser“ oder Guru - Âtmâ-Buddhi - erhält?
Wie der sagt:
Wenn du die ZWEITE
(sogenannte Schöpfung) verstehen willst, o Lanoo, so sollst du zuerst
ihre Beziehung zur ERSTEN studieren. [12] Die Erste Rasse hatte drei
Elemente, aber kein lebendiges Feuer. Warum? Weil:
„Wir sagen vier Elemente, mein Sohn, aber wir
sollten sagen drei“, sagt Hermes
Trismegistus. „In dem Ersten Kreise“, oder Schöpfung,
bedeutet das mit [Symbolabbildung, siehe Buch] bezeichnete: „Wurzel“,
wie in dem zweiten desgleichen.
So finden wir in der Alchimie oder westlichen Hermetik
- einer Abart der östlichen
Esoterik:
[Symbolabbildung, siehe
Buch]
[Symbolabbildung, siehe
Buch]
[Symbolabbildung, siehe
Buch]
Sulphur Flamma Spiritus
Hydrargyrum Natura Aqua
Sal Mater Sanguis.
[12] Buch des Dzyan,
III. 19.
Und diese drei sind alle Quaternitäten,
vervollständigt durch ihre Wurzel, das
Feuer. Der Geist, jenseits der geoffenbarten Natur,
ist der feurige ATEM in seiner
absoluten Freiheit. In dem geoffenbarten Weltall ist
er die centrale geistige
Sonne, das elektrische Feuer allen Lebens. In unserm
System ist er die sichtbare
Sonne, der Geist der Natur, der irdische Gott. Und in,
auf, und rund um die Erde
der feurige Geist davon - Luft, fluidisches Feuer:
Wasser, flüssiges Feuer; Erde,
festes Feuer. Alles ist Feuer - Ignis in seiner
schließlichen Beschaffenheit, oder I,
dessen Wurzel ist 0 (Null) in unseren Vorstellungen,
das All in der Natur und
deren Gemüt. „Pro-Metor“ ist göttliches Feuer. Es ist
der Schöpfer, der Zerstörer,
der Erhalter. Die ursprünglichen Namen der Götter
stehen alle in
Zusammenhang mit Feuer - von Agni, dem ârischen, bis
zum jüdischen Gott,
welcher ein „verzehrendes Feuer“ ist. In Indien wird
Gott in verschiedenen
Dialekten genannt Eashoor, Esur, Iswur, und Îshvara im
Sanskrit, der Herr, von
Isha, aber dies ist ursprünglich der Name von Shiva,
dem Zerstörer; und die drei
vedischen Hauptgottheiten sind Agni (Ignis), Vâyu und
Sûrya - Feuer, Luft und
die Sonne, drei occulte Grade vom Feuer. Im
Hebräischen bedeutet [korrekter
Abdruck siehe Buch] (Aza) „erleuchten“, und [korrekter Ausdruck siehe Buch]
(Asha) ist „Feuer“. Im Occultismus ist „ein Feuer
anzünden“ gleichbedeutend mit
dem Hervorrufen einer der drei großen Feuerkräfte,
oder „Gott anrufen“. Im
Sanskrit ist die Wurzel Ush Feuer oder Hitze; und das
ägyptische Wort Osiris ist
zusammengesetzt, wie Schelling zeigt, aus den beiden
Bestandteilen Aish und
Asr, oder ein „Feuerzauberer“. Aesar im alten Etruskischen
bedeutet einen Gott,
indem es vielleicht von dem Asura der Veden abgeleitet
ist. Îshvara ist ein
analoger Ausdruck, wie Dr. Kenealy dachte, welcher die
Bhagavad Gîtâ anführt,
um zu zeigen, daß:
Îshvara wohnt in jedem sterblichen Wesen, und setzt
durch seine übernatürlichen Kräfte alle Dinge in Bewegung, welche das Rad der
Zeit besteigen.
Er ist fürwahr der Schöpfer und der Zerstörer.
Man nahm an, daß das ursprüngliche Feuer eine
unersättliche Gier des
Verschlingens habe. Maximus vom Tyrus erzählt, daß die
alten Perser Brennstoff
in das Feuer warfen mit dem Ausrufe: Verschlinge, o
Herr! In der irischen Sprache bedeutet easam oder asam machen oder
erschaffen. (Und) Aesar war
auch der Name eines der alten irischen Götter; die buchstäbliche Bedeutung des
Wortes ist „ein Feuer entzünden“. [13]
Die christlichen Kabbalisten und Symbologen, welche
den Pymander entstellten -
unter welchen der Bischof von Ayre, Francois de Tours,
im 16. Jahrhundert hervorragte - teilten die Elemente auf folgende Art ein:
Die vier
Elemente, gebildet aus göttlichen Substanzen, und die Geister der Salze
21V
der Natur
repräsentiert durch:
[Symbolabbildung, siehe Buch] St. Mathäus. Engel-Mensch.
Wasser (Jesus-Christus,
Engel-Mensch,
Mikael).
[korrekter Abdruck siehe Buch] St. Markus. Der Löwe. Feuer.
[korrekter Abdruck siehe Buch] St. Lukas. Der Stier. Erde.
[korrekter Abdruck siehe Buch] St. Johannes. Der Adler. Luft. [14]
[korrekter Abdruck siehe Buch] Die Quintessenz,
[korrekter Abdruck siehe
Buch], Flamma-Virgo
(Jungfernöl), Flamma durissima, Virgo, Lucis aeterna Mater.Die
erste Menschenrasse bestand also einfach aus den Bildern, den astralen
Doppelgängern ihrer Väter, welche die Bahnbrecher oder die am meisten
vorgeschrittenen Wesenheiten aus einer vorhergehenden, jedoch niedrigeren Sphäre
waren, deren Schale jetzt unser Mond ist. Aber selbst diese Schale ist
allvermögend, denn, da sie die Erde erzeugt hatte, ist diese das Phantom des
Mondes, welcher, angezogen durch magnetische Verwandtschaft, ihre ersten
Bewohner, die vormenschlichen Ungetüme, zu bilden suchte (siehe oben Strophe
II). [15]
Um sich dessen zu vergewissern, hat sich der Schüler
wieder an die
chaldäischen Bruchstücke zu wenden und zu lesen, was
Berosus sagt. Berosus
erhielt seine Aufklärung, so sagt er uns, von Ea, der
mann-weiblichen Gottheit
der Weisheit. Während die Götter in dem androgynen
Schoße dieser Weisheit
(Svabhâvat, Mutter-Raum) erzeugt wurden, wurden ihre
Wiederscheine auf
Erden zu dem Weibe Omorôka, welches die chaldäische
Thavatth (oder
Thalatth) ist, die griechische Thalassa, die Tiefe
oder die See, welche esoterisch
und selbst exoterisch der Mond ist. Es war der
Mond (Omorôka), welcher der
ungeheuerlichen Schöpfung unbeschreiblicher Wesen
vorstand, welche von den
Dhyânîs erschlagen wurden. [16]
Das Gesetz der Entwicklung zwang die Mondväter, in
ihrem monadischen
Zustande durch alle Formen des Lebens und Daseins
hindurchzugehen; aber am
Ende der dritten Runde waren sie bereits menschlich in
ihrer göttlichen Natur,
und wurden so berufen, die Schöpfer der Formen zu
werden, welche bestimmt
waren, die Zelte für jene weniger vorgeschrittenen
Monaden zu liefern, die an der
Reihe waren, sich zu inkarnieren. Diese „Formen“
heißen „Söhne von Yoga“, weil
Yoga - Vereinigung mit Brahmâ exoterisch - der höchste
Zustand der passiven
21V
unendlichen Gottheit ist, da er alle göttlichen
Energien enthält und die Wesenheit
von Brahmâ ist, von welchem es heißt, daß er als
Brahmâ alles durch Yogakraft
erschaffe. Brahmâ, Vishnu und Shiva sind die
mächtigsten Energien von Gott,
Brahma (neutrum), sagt ein purânischer Text. Yoga ist
hier dasselbe wie
Dhyâna, welches Wort wieder synonym ist mit Yoga in
dem tibetanischen Text,
wo die „Söhne von Yoga“ genannt werden „Söhne von
Dhyâna“, oder von jene
der abstrakten Meditation, durch welche Dhyâni-Buddhas
ihre himmlischen Söhne, die Dhyâni-Bodhisattvas, erschaffen.
Alle Geschöpfe in der Welt haben ein jedes ein Höheres
über sich. Dieses
Höhere dessen inneres Vergnügen es ist, in jene zu
emanieren, kann nicht die
Ausströmung mitteilen, bis sie nicht angebetet haben (d.
i. meditiert haben wie
während des Yoga). [17]
[13] Kenealy, The Book of God, p. 114,115.
[14] Jenen, welche fragen möchten: Was hat Wasserstoff
zu thun mit der Luft
oder Oxydation? - wird geantwortet:
Studiert zuerst das ABC der occulten
Chemie! In ihrem, ängstlichen
Bestreben jedoch, Pymander, den „Mund des
Geheimnisses“, mit St.
Johannes dem Täufer prophetisch zu identifizieren,
haben die christlichen
Symbologen damit auch die sieben Kabiren und die
assyrischen Stiere mit den Cherubin der Juden und den
Aposteln identifiziert.
Da sie obendrein eine Scheidungslinie zwischen den vieren
und den dreien zu
ziehen hatten - welche
letztere die gefallenen Engel waren; und ferner, um es
zu vermeiden, dieselben mit
den „Sieben Geistern des Angesichtes“, den
Erzengeln, in Verbindung zu
bringen, warfen sie ohne Förmlichkeit alle
hinaus, die sie nicht zu
erkennen beliebten. Daher die Verdrehung in der
Reihenfolge der Elemente, um
dieselben mit der Reihenfolge der Evangelien
in Übereinstimmung zu bringen
und den Engel-Menschen mit Christus zu
identifizieren. Bei den
Chaldäern, den Ägyptern - von welchen Moses die
Chroub (Cherubin in ihrer
tierischen Form) übernahm - und bei den Ophiten;
bei allen diesen wurden die
Engel, die Planeten und die Elemente mystisch
21V
und alchimistisch symbolisiert durch den Löwen
(Mikael); den Stier (Uriel);
den Drachen (Raphael); den Adler (Gabriel); den Bären
(Thot-Sabaoth); den
Hund (Erataoth); das Maultier (Uriel oder
Thantabaoth). Alle diese haben eine
näher bestimmende Bedeutung.
[15] Nach der ersten Auflage
übersetzt. (Der Übers.).
[16] Siehe Hibbert
Lectures 1887, p. 379 ff.
[17] Sepher M´bv Sha-arim,
nahe dem Ende, übersetzt von Isaac Myer
Qabbalah, p. 110
21 V
19. DIE ZWEITE RASSE (WAR) DIE HERVORBRINGUNG VON
KNOSPUNG
GESCHLECHTSLOSEN. [19] SO WARD, O LANOO, DIE ZWEITE
RASSE
HERVORGEBRACHT.
Wissenschaftliche Autoritäten
werden am meisten diese ungeschlechtliche
Rasse, die zweite, die Väter
der sogenannten „Schweißgeborenen“, und
vielleicht noch mehr die dritte Rasse, die
„Eingeborenen Androgynen“ bestreiten.
Diese zwei Arten von Zeugung
sind die am schwierigsten zu verstehenden,
insbesondere für den westlichen
Verstand. Es ist einleuchtend, daß keine
Erklärung versucht werden
kann für jene, welche nicht Schüler der occulten
Metaphysik sind. Die
europäische Sprache hat keine Worte, um Dinge
auszudrücken, welche die Natur im jetzigen Stadium der
Evolution nicht mehr
wiederholt, Dinge, welche daher für den Materialisten
keinen Sinn haben können.
Aber es giebt Analogien. Es
wird nicht geleugnet, daß im Anbeginne der
physischen Entwicklung in der
Natur Vorgänge stattgefunden haben müssen,
zum Beispiel Urzeugung, die,
jetzt erloschen, sich in anderen Formen
wiederholen. So sagt man uns,
daß die mikroskopische Untersuchung kein
Beharren irgendeiner besonderen Art der
Lebensfortpflanzung zeigt. Denn sie
zeigt:
Derselbe Organismus kann im Verlaufe seines Lebenscyklus
verschiedene Metamorphosen durchlaufen, und während einige derselben geschlechtlich,
und in anderen ungeschlechtlich sein, d. i., er kann sich
abwechselnd reproduzieren durch das Zusammenwirken zweier Wesen von
entgegensetztem Geschlechte, oder auch durch Spaltung oder Knospung aus
nur einem Wesen, welches ohne Geschlecht ist. [20]
„Knospung“ ist gerade das in der Strophe gebrauchte
Wort. Wie konnten diese
Chhâyâs sich selbst anders fortpflanzen; nämlich die
zweite Rasse erzeugen, da
sie ätherisch ungeschlechtlich, und selbst bis dahin
ohne Träger der Begierde,
ohne Kâma Rûpa waren, welches sich erst in der dritten
Rasse entwickelte. Sie
evolvierten die zweite Rasse unbewusst, wie einige
Pflanzen thun. Oder vielleicht
wie die Amöbe, nur nach einem mehr ätherischen,
nachdrucksvolleren und
großartigeren Maßstabe. Wenn in der That die
Zellentheorie in gleicher Weise
auf die Botanik und Zoologie Anwendung findet, und
sich auf die Morphologie
sowie auf die Physiologie der Organismen erstreckt,
und wenn die
mikroskopischen Zellen von der Naturwissenschaft als
unabhängige Lebewesen
angesehen werden - geradeso wie der Occultismus die
„Feurigen Leben“
23V
betrachtet -, so liegt keine Schwierigkeit in der Idee
des ursprünglichen Zeugungsprozesses.
Man betrachte die ersten Stadien einer Keimzelle. Ihr
Kern wächst, verändert
sich und bildet einen Doppelkegel oder eine Spindel,
so [Symbolabbildung, siehe
Buch], innerhalb der Zelle. Diese Spindel nähert sich der Wand der Zelle und
eine Hälfte derselben wird in Form von sogenannten
„Polarzellen“ ausgestoßen.
Diese Polarzellen sterben jetzt, und der Embryo
entwickelt sich aus dem
Wachstum und der Furchung des übrig bleibenden Teiles
des Kernes, welcher
durch die Substanz der Zelle ernährt wird. Warum also konnten
nicht Wesen so
gelebt haben und auf diese Art hervorgebracht
worden sein - am ersten Anfange
der Entwicklung von Mensch und Säugetier?
Dies mag vielleicht als eine Analogie dienen, um eine
Idee von dem Vorgange zu
geben, durch den die Zweite Rasse aus der Ersten
gebildet wurde.
Die Astralform, welche die Monade bekleidete, war, wie
auch jetzt noch,
umgeben von ihrer eiförmigen Sphäre der Aura, welche
hier der Substanz der
Keimzellen oder des Eies entspricht. Die Astralform
selbst ist der Kern, jetzt,
sowie damals, durchdrungen von dem Lebensprinzipe.
Wenn die Zeit der Fortpflanzung herankommt, so „stößt“
das Sub-astrale ein
Kleinbild seiner Selbst aus dem Eie der umgebenden
Aura „aus“. Dieser Keim
wächst und ernährt sich von der Aura, bis er voll entwickelt
wird, wo er dann sich
allmählich von seinem Vater trennt und dabei mit sich
seine eigene Aurasphäre
fortträgt; geradeso wie wir sehen, daß lebende Zellen
ihre Art durch Wachstum
und darauf folgende Zweiteilung fortpflanzen.
Die Analogie mit den „Polarzellen“ scheint sich gut zu
bewähren, da ihr Tod jetzt
dem Wechsel entsprechen würde, welcher durch die
Trennung der Geschlechter
eingeführt wurde, als Schwangerschaft in utero, d. i.
innerhalb der Zelle, die Regel wurde.
Wie der uns
sagt:
Die frühere Zweite
(Wurzel-) Rasse waren die Väter der „Scheißgeborenen“; die
spätere Zweite (Wurzel-) Rasse waren selbst
„Schweißgeborenen.“
Diese Stelle aus dem bezieht sich auf das Werk der Entwicklung
vom Anbeginne einer Rasse bis
zu seinem Schlusse. Die „Söhne von Yoga“,
oder die ursprüngliche
Astralrasse hatten sieben Stadien der Entwicklung,
rassisch oder
kollektiv; sowie jedes Einzelwesen sie hatte und noch hat. Es war
nicht bloß Shakespeare, welcher die Zeitalter des
Menschen in eine Reihe von
sieben einteilte, sondern die Natur selbst. So wurden
die ersten Unterrassen der
Zweiten Rasse zuerst nach dem
auf Grund des Gesetzes der Analogie
beschriebenen Vorgange
geboren; während die letzten allmählich, gleichen
Schrittes mit der Entwicklung
des menschlichen Körpers auf andere Weise
23V
gebildet zu werden begannen. Der Fortpflanzungsvorgang
hatte auch in einer
jeden Rasse sieben Stadien, wovon ein jedes Aeonen von
Zeit ausfüllte. Welcher
Physiologe oder Biologe kann sagen, ob die
gegenwärtige Zeugungsart, mit allen
ihren Schwangerschaftsphasen, älter ist als eine halbe
Million oder höchsten eine Million Jahre, nachdem ihr Beobachtungscyklus vor
kaum einem Jahrhundert angefangen hat?
Ursprüngliche menschliche Hermaphroditen sind eine den
Alten wohlbekannte
Naturthatsache und bilden eine der größten
Schwierigkeiten Darwins. Doch ist es
sicherlich keine
Unmöglichkeit, sondern im Gegenteil eine große
Wahrscheinlichkeit, daß
Zwitterbildung in der Entwicklung der Ersten Rasse
existierte, während auf Grund
der Analogie und auf dem der Existenz eines
einzigen universalen Gesetzes
in der physischen Entwicklung; welches
verschiedenartig wirkt in dem Aufbaue von Pflanze,
Tier und Mensch, es so sein
muß. Die irrtümlichen Theorien der Monogenesis und der
Abstammung des
Menschen von den Säugetieren an Stelle der Abstammung
der Säugetiere vom
Menschen sind verderblich für die Vollkommenheit der
Evolution, wie sie in den
modernen Schulen nach Darwinschen Grundzügen gelehrt
wird, und sie werden
angesichts der unüberwindlichen Schwierigkeiten, auf
die sie stoßen,
aufgegeben werden müssen. Die occulte Überlieferung -
wenn die Ausdrücke
Wissenschaft und Erkenntnis in diesem Punkte dem
Altertume abgesprochen
werden - kann allein die Widersprüche versöhnen und
die Kluft ausfüllen. Ein
talmudischer Lehrsatz sagt:
Wenn du das Unsichtbare kennen willst, so öffne deine
Augen weit für das Sichtbare.
[19] Schatten.
[20] S. Laing, Modern Science and Modern Thought, p.
90.
23 V
In der Abstammung des Menschen kommt die
folgende Stelle vor, welche zeigt,
wie nahe Darwin der Annahme
dieser alten Lehre kam.
Es ist lange bekannt gewesen,
daß im Reiche der Wirbeltiere das eine
Geschlecht Rudimente
verschiedener, zu dem Fortpflanzungssystem
gehöriger, accessorischer Teile
trägt, die eigentlich dem entgegengesetzten
Geschlechte angehören . . . .
Irgend ein entfernter Vorfahr des ganzen
Wirbeltierreiches schein zwittergeschlechtlich oder
androgyn gewesen zu sein.
[21] Aber hier begegnen wir einer besonderen
Schwierigkeit. In der Klasse der
Säugetiere besitzen die Männlichen Rudimente eines
Uterus mit den
anliegenden Gängen der vesiculae prostaticae: sie
tragen auch Rudimente
von mammae und einige männliche Beuteltiere haben
Spuren eines
Beutelsackes. Andere analoge Thatsachen könnten hinzugefügt
werden. Müssen wir nun annehmen, daß
irgend ein außerordentlich altes Säugetier androgyn geblieben ist, nachdem es
die Hauptunterscheidungsmerkmale seiner Klasse erlangt hatte und sich daher von
den niederen Klassen des Wirbeltierreiches abgetrennt hatte? Dies scheint sehr
unwahrscheinlich, [22]
denn wir
müssen die Fische betrachten, die niedrigste von allen Klassen, um noch
existierende androgyne Formen zu finden. [23]
Herr Darwin ist offenbar sehr abgeneigt, die Hypothese
anzunehmen, welche von
den Thatsachen mit solcher Kraft aufgedrängt wird,
nämlich die Hypothese eines
ursprünglichen androgynen Stammes, von dem die
Säugetiere entsprangen.
Seine Erklärung lautet:
Daß verschiedene accessorische Organe, die jedem
einzelnen Geschlechte
eigentümlich sind, sich beim entgegengesetzten
Geschlechte im rudimentären
Zustande vorfinden, kann dadurch erklärt werden, daß
solche Organe
allmählich von dem einen Geschlecht erworben, und dann
in einem mehr oder
weniger unvollkommenen Zustande auf das andere
Geschlecht vererbt wurden. [24]
Er führt als Beispiel an den Fall von „Sporen, Federn
und leuchtenden Farben,
die für den Kampf oder zum Schmuck von männlichen
Vögeln erworben“ und nur
teilweise von
ihren weiblichen Nachkommen geerbt wurden. Für das behandelte
Problem ist jedoch offenbar eine befriedigendere
Erklärung erforderlich, da die
Thatsachen von einem viel hervorragenderen und
wichtigeren Charakter sind, als
die bloß oberflächlichen
Einzelheiten, mit denen sie von Darwin verglichen
werden. Warum nicht
unparteiisch die Beweiskraft zu Gunsten des
Hermaphroditismus zugestehen,
welcher die alte Faune charakterisiert? Der
25V
Occultismus schlägt eine Lösung vor, welche den
Thatsachen auf höchst
umfassende und einfache Art gerecht wird. Solche
Überbleibsel eines früheren
androgynen Stammes müssen in gleiche Reihe gestellt
werden mit der
Zirbeldrüse und anderen gleich geheimnisvollen
Organen, welche uns ein
stillschweigendes Zeugnis für die Wirklichkeit von
Verrichtungen liefern, welche
schon seit langem im Verlaufe des tierischen und
menschlichen Fortschrittes verkümmert sind, aber welche einst eine wichtige
Rolle in der allgemeinen Ökonomie des ursprünglichen Lebens gespielt haben.
Die occulte Lehre kann auf jeden Fall vorteilhaft mit
der der freisinnigsten Männer
der Wissenschaft verglichen werden, welche über den
Ursprung des ersten Menschen Theorien aufgestellt haben.
[21] Und warum nicht alle ersten Stammrassen, die
menschlichen sowohl als die tierischen; und warum ein „entfernter
Vorfahr“?
[22] Augenscheinlich so, nach den Regeln der
Entwicklungslehre, welche die
Säugetiere auf irgend einen
amphibischen Ahnen zurückführt.
[23] Zweite Ausgabe, p. 161.
[24] Ebenda, p.162.
25V
Lange vor Darwin stellte Naudin, welcher den Namen
Blastema dem gab, was
die Darwinisten Protoplasma nennen, eine halb occulte
und halb
wissenschaftliche materialistische Theorie auf. Er
ließ Adam, den
ungeschlechtlichen, plötzlichen aus dem Lehm entspringen,
wie es in der Bibel
genannt wird, aus dem
Blastema der Wissenschaft. Wie Naudin erklärt:
Aus dieser Larvenform der
Menschheit bewirkte die Entwicklungskraft die
Vollendung der Art. Zur
Aufführung dieses großen Phänomens hatte Adam
durch eine Phase der Unbeweglichkeit und
Unbewusstseins hindurchzugehen,
welche sehr ähnlich war dem Nymphenzustande von
Tieren, die eine Metamorphose eingehen. [25]
Für den hervorragenden Botaniker war Adam jedoch nicht
ein einzelner Mensch,
sondern die Menschheit, welche blieb:
verborgen innerhalb eines zeitweiligen Organismus,
bereits unterschieden von
allen anderen und nicht imstande, mit irgend einem
derselben eine Verbindung einzugehen.
Er zeigt die Unterscheidung der Geschlechter vollendet
durch einen Sprossungsvorgang, welcher dem der Quallen und der Seescheiden
ähnlich ist.
Die Menschheit also physiologisch konstituiert, würde
eine für die rasche Hervorbringung der verschiedenen großen Menschenrassen
genügende Entwicklungskraft behalten.
De Quatrefages kritisiert diese Stellungnahme in dem Menschengeschlecht.
Sie
ist unwissenschaftlich, sagt er, oder genau
gesprochen, Naudins Ideen „bilden
nicht eine wissenschaftliche Theorie“, insofern als
das ursprüngliche Blastema in
seiner Theorie mit der „ersten Ursache“ in Verbindung
gebracht wird, welche, wie
er glaubt, in dem Blastema alle vergangenen,
gegenwärtigen und zukünftigen
Wesen der Möglichkeit nach gemacht hat, und somit in
Wirklichkeit diese Wesen
in Masse geschaffen hat; obendrein betrachtet Naudin nicht einmal die „zweiten
Ursachen“,
oder ihre Thätigkeit in dieser Evolution der organischen Welt. Die
Wissenschaft, welche sich nur mit „zweiten Ursachen“
beschäftigt, hat somit
27V
zu der Theorie des Herrn Naudin nichts zu sagen. [26]
Noch wird sie irgend mehr zu den occulten Lehren zu
sagen haben, denen
Naudin bis zu einem gewissen Grade nahe gekommen ist.
Denn, wenn wir nur in
seinem „ursprünglichen Blastema“ die Dhyân-Chohanische
Wesenheit sehen, die
Chhâyâ oder den Doppelgänger der Pitris, welche in
sich selbst die Möglichkeit
aller Formen enthält, sind wir ganz in Übereinstimmung.
Aber es giebt zwei
wirkliche und wesentliche Unterschiede zwischen
unseren Lehren. Herr Naudin
erklärt, daß die Entwicklung in plötzlichen Sprüngen
und Anprallen fortgeschritten
sei, anstatt sich langsam
über Millionen von Jahren zu erstrecken; und sein
ursprüngliches Blastema ist
nur mit blinden Instinkten begabt - eine Art
unbewusster Erster Ursache im geoffenbarten Kosmos - was eine
Widersinnigkeit ist. Statt dessen ist es unsere
Dhyân-Chohanische Wesenheit -
die Causalität der Primären Ursache, welche den
physischen Menschen schafft -
welche die lebendige thätige und kraftvolle Materie
ist (an sich schwanger mit
jenem tierischen Bewusstsein einer höheren Art, wie es
sich bei der Ameise und
beim Biber findet), die die lange Reihe
physiologischer Differentiationen hervorbringt. Abgesehen davon ist sein „alter
und allgemeiner Vorgang der Schöpfung“ aus Protoorganismen so occult,
als irgend eine Theorie von Paracelsus oder Khunrath sein kann.
Ferner sind die kabbalistischen Werke voll von Beweis
dafür. Der Zohar zum
Beispiel sagt, daß jeder Typus im sichtbaren seinen
Prototypus im unsichtbaren
Weltalle hat.
Alles, was in der niederen (unserer) Welt ist, findet
sich in der oberen. Die niedere und die obere üben wechselseitig auseinander Wirkung
und Gegenwirkung aus. [27]
20. IHRE VÄTER WAREN DIE SELBSTGEBORENEN. DIE
SELBSTGEBORENEN, DIE CHHÂYÂ AUS DEN STRAHLENDEN
KÖRPERN
Die „Schatten“ oder Chhâyâs werden die Söhne der
„Selbstgeborenen“ genannt,
da der letztere Name auf alle Götter und Wesen
angewendet wird, die durch den
Willen, sei es einer Gottheit, sei es eines Adepten
geboren sind. Den Homunculis
des Paracelsus würde vielleicht auch dieser Name
gegeben werden, obwohl der
letztere Vorgang auf einer viel materiellen Ebene
stattfindet. Der Name „Söhne
des Zwielichts“ zeigt, daß die „selbstgeborenen“
Vorfahren unserer Lehre
27V
wesensgleich sind mit den Pitris des Brâhmanischen
Systems, da der Titel eine
Bezugnahme auf die Art ihrer Geburt ist; indem es
heißt, daß diese Pitris aus Brahmâs „Körper des Zwielichts“ hervorgegangen
sind, wie in den Purânen gesagt ist.
21.ALS DIE RASSE ALT WURDE, MISCHTEN SICH DIE ALTEN
WASSER MIT
DEN FRISCHEN WASSERN(a). ALS IHRE TROPFEN TRÜBE
WURDEN,
VERGINGEN SIE UND VERSCHWANDEN IN DEM NEUEN STROME, IN
DEM
HEISSEN LEBENSSTROME. DAS ÄUSSERE DER ERSTEN WURDE DAS
INNERE DER ZWEITEN(b). DER ALTE FLÜGEL WURDE DER NEUE
SCHATTEN, UND DER SCHATTEN DES FLÜGELS©.
eins mit ihr.
Menschheit. Das Material der
ersten Formen - schattenhaft, ätherisch und
negativ - wurde in die Formen
der zweiten Rasse eingezogen oder absorbiert
und wurde so die Ergänzung
derselben. Der erklärt dies mit der
Bemerkung, daß, da die Erste
Rasse einfach aus den astralen Schatten der
schöpferischen Vorväter
bestand, die natürlich weder astrale noch physische
Körper aus ihrem eigenen hatten - diese Rasse niemals
starb. Ihre „Menschen“
schwanden allmählich dahin, indem sie in die Körper
ihrer eigenen
„schweißgeborenen“ Nachkommenschaft absorbiert wurden,
die dichter waren
als ihre eigenen. Die alte Form verging und wurde
absorbiert und verschwand in
die neue Form, die mehr menschlich und körperlich war.
Es gab keinen Tod in
jenen Tagen einer Periode, die glückseliger war als
das goldene Zeitalter; aber
das erste oder väterliche Material wurde benützt zur
Bildung des neuen Wesens,
um Körper und selbst die inneren oder niedrigeren Prinzipien
oder Körper der
Nachkommenschaft zu bilden.
[25] De Quatrefagesm L´espèce
humaine. (The Human Species, p. 124;
„International Scientific Series“,
Volume XXVI).
[26] Ebenda, p.125.
[27] Fol. 186.
27V
27 V
Körper. Der „Flügel“ oder die ätherische Form, welche
ihren Schatten und Bild
hervorbrachte, wurde der Schatten des Astralkörpers
und seiner eigenen Nachkommenschaft. Die Ausdrucksweise ist sonderbar, aber
originell.
Da keine Gelegenheit sein dürfte, auf dieses Geheimnis
später Bezug zu
nehmen, ist es ebenso gut, sogleich die doppelte
Bedeutung zu erklären, welche
in der griechischen Mythe, die sich auf diese
besondere Entwicklungsphase
bezieht, enthalten ist. So findet sich in den
verschiedenen Abarten der Allegorie
von der Leda und ihren zwei Söhnen Kastor und Pollux,
von welchen Abarten
eine jede eine besondere Bedeutung hat. So spricht
Buch der Odysse von
Leda als von der Gemahlin des Tyndareus, welche ihrem
Gatten „zwei Söhne
von mutigen Herzen“ gebar - Kastor und Pollux. Jupiter
verleiht ihnen ein
wundervolles Geschenk und Vorrecht. Sie sind halb
unsterblich; sie leben und
sterben, jeder der Reihe nach, und jeden Tag [korrekter
Abdruck siehe Buch]
[28] . Als die Tyndariden sind die Zwillingsbrüder ein
astronomisches Symbol und
stehen für Tag und Nacht; ihre beiden Weiber, Phoebe
und Hilaeira, die Töchter
des Apollo oder der Sonne, personifizieren die
Morgendämmerung und das
Zwielicht. [29] Hinwieder in der Allegorie, in der
Zeus als der Vater der beiden
Heroen gezeigt wird - die aus dem Ei geboren sind,
welches Leda hervorbringt -,
ist der Mythos gänzlich theogonisch. Er bezieht sich
auf jene Gruppe kosmischer
Allegorieen, worin die Welt als aus dem Eie geboren
beschrieben wird. Denn
Leda nimmt in ihm die Gestalt eines weißen Schwanes
an, während sie sich mit
dem Göttlichen Schwane oder Brahma-Kalahamsa
vereinigt. Leda ist dann der
mythische Vogel, welchem in den Überlieferungen der
verschiedenen Völker der
ârischen Rasse verschiedene ornithologische Formen von
Vögeln zugeschrieben
werden, welche alle goldene Eier legen. [30] In der Kalewala,
dem epischen
Gedichte von Finnland, schafft die schöne Tochter des
Ether, die
„Wassermutter“, die Welt in Verbindung mit einer
„Ente“ - einer andern Form des
Schwanes oder der Gans, Kalahamsa - welches sechs
goldene Eier, und das
siebente, ein „Ei von Eisen“, in ihren Schoß legt.
Aber die Abart der Leda-Allegorie,
welche eine unmittelbare Beziehung auf den mystischen
Menschen
hat, findet sich nur bei Pindar, [31] mit einer
schwächern Anspielung darauf in
den homerischen Hymnen. [32] Kastor und Pollux sind
darin nicht mehr die
Dioskuren des Apollodor, [33] sondern werden das
hochbedeutsame Symbol des
doppelten Menschen, des sterblichen und des
unsterblichen. Nicht nur das,
sondern, wie man jetzt sehen wird, sind sie auch das
Symbol der dritten Rasse
und ihrer Umformung aus dem Tiermenschen in einen
Gottmenschen, der bloß
einen tierischen Körper hat.
29V
Pindar zeigt Leda als sich in derselben Nacht mit
ihrem Gatten und auch mit dem
Vater der Götter - mit Zeus - vereinigend. Auf diese
Art ist Kastor der Sohn des
Sterblichen, Pollux der Nachkomme des Unsterblichen.
In der aus diesem
Anlasse zugerichteten Allegorie heißt es, daß in einem
Rachestreite gegen die
Aphariden [34] Pollux den Lynceus tötet - „den der von
allen Sterblichen das
schärfste Auge hatte“ - daß aber Kastor von Idas
verwundet wird, „welcher sieht
und weiß“. Zeus macht dem Kampf ein Ende, indem er
seinen Blitz schleudert,
und die letzten zwei Kämpfer tötet. Pollux findet
seinen Bruder sterbend. [35] In
seiner Zerzweiflung ruft er Zeus an, auch ihn zu
erschlagen. „Du kannst
überhaupt nicht sterben,“ antwortet der Meister der
Götter; „du bist von göttlicher
Abstammung.“ Aber er lässt ihm die Wahl: Pollux wird
entweder unsterblich
bleiben und ewig im Olymp leben; oder wenn er seines
Bruders Schicksal in allen
Dingen teilen will, muß er die Hälfte seines Daseins
unterirdisch verbringen, und
die andere Hälfte in den goldenen himmlischen Räumen.
Diese
Halbunsterblichkeit, welche auch von Kastor geteilt
werden soll, wird von Pollux
angenommen.
[36] Und somit leben die Zwillingsbrüder abwechselnd, der eine
während des Tages und der andere während der Nacht.
[37]
Ist dies bloß eine poetische Erdichtung? Eine
Allegorie, eine von jenen
„Sonnenmythen“-Erklärungen, die das Höchste zu sein
scheinen, bis wohin sich
ein moderner Orientalist aufschwingen kann? In der
That, es ist viel mehr. Hier
haben wir eine Anspielung auf die „Eigeborene“ dritte
Rasse, deren erste Hälfte
sterblich ist, d. i. unbewusst in ihrer Persönlichkeit
und nichts in sich habend, das
überleben könnte, [38] und deren spätere Hälfte
unsterblich wird in ihrer
Individualität, auf Grund ihres fünften Prinzipes,
welches durch die beseelenden
Götter ins Lebens gerufen wurde, und so die Monade mit
dieser Erde verknüpft.
Dies ist Pollux; während Kastor den persönlichen sterblichen
Menschen
repräsentiert, ein Tier von nicht einmal höherer Art,
wenn es von der göttlichen
Individualität losgelöst
ist. „Zwillinge“ fürwahr; aber durch den Tod für immer
geschieden, wenn nicht Pollux, bewegt durch die Stimme
der Zwillingsschaft,
seinem weniger begünstigten sterblichen Bruder Anteil
gewährt an seiner
eigenen göttlichen Natur, und ihn so mit seiner
eigenen Unsterblichkeit vereinigt.
Dies ist die occulte Bedeutung des metaphysischen
Aspektes der Allegorie. Ihre
weit verbreitete moderne Erklärung - so berühmt im
Altertum, wie uns Plutarch
sagt, [39] als symbolisch für brüderliche Hingabe -
nämlich, daß sie ein dem
Schauspiele der Natur entlehntes Bild von Sonne und
Mond war, ist schwach
und ungenügend, die geheime Bedeutung zu erklären.
Abgesehen von der
Thatsache, daß der Mond bei den Griechen in der
exoterischen Mythologie
29V
weiblich war und daher kaum als Kastor betrachtet, und
zur selben Zeit mit Diana
identifiziert werden konnte, würden alte Symbologen,
welche die Sonne, den
König aller Gestirne, für das sichtbare Bild der
höchsten Gottheit hielten, ihn nicht
in Pollux, der bloß ein Halbgott war, personifiziert
haben. [40]
Wenn wir von der griechischen Mythologie zu den
mosaischen Allegorieen und
Symbolik übergehen, werden wir eine noch auffallendere
Bestätigung desselben
Lehrsatzes unter einer andern Form finden. Nicht
imstande, in ihnen die
„Eigeborenen“ nachzuweisen, werden wir doch
unverkennbar in den ersten vier
Kapiteln der Genesis die Androgynen und die ersten
drei Rassen der Geheimlehre finden, verborgen unter höchst sinnreicher
Symbologie. [28] Odyssee, .
298-305; Ilias, III. 243.
[29] Hyg., Fab., 80. Ovid., Fast., 700
ff. Siehe Decharme´s Mythologie de la Grèce Antique, p. 653.
[30] Siehe Decharme, ebenda,
p. 652.
[31] Nem., X. 80 ff.
Theokr., XXIV. 131.
[32] XXXIV v. 5. Theokr.,
XXII. 1.
[33] III. 10, 7.
[34] Apollodorus, III. 1.
[35] Kastors Grabmal wurde in Sparta in alter Zeit
gezeigt, sagt Pausanias (III.13, 1) und Plutarch sagt, daß er zu Argos der
Halbsterbliche oder Halbheros, [korrekter Abdruck siehe Buch], genannt
wurde (Quest. Gr., 23). [36]
Pindar, Nem., X. 60 ff., Dissen.
[37] Schol. Eurip., Orest., 463. Dindorf. Siehe
Decharme, a. a. O., p. 654.
29V
[38] Die Monade ist unpersönlich und ein Gott an sich,
wenn auch auf dieser Ebene unbewusst. Denn geschieden von ihrem dritten (oft
sogenannten fünften) Prinzip, dem Manas, welches die Horizontallinie des ersten
geoffenbarten Dreiecks oder Dreieinigkeit ist, kann sie auf dieser irdischen
Ebene kein Bewusstsein oder Wahrnehmung der Dinge haben. „Das Höchste sieht
durch das Auge des Niedrigsten“ in der geoffenbarten Welt, Purusha (Geist)
bleibt blind ohne Hilfe von Prakriti (Materie) in den materiellen Sphären; und
dasselbe gilt von Âtmâ-Buddhi ohne Manas.
[39] Moral., p. 484 f.
[40] Diese seltsame Idee und Erklärung ist von
Decharme in seiner
Mythologie de la Grèce Antique (p. 655) angenommen. „Kastor und Pollux“,
sagt er, „sind nichts als die Sonne und der Mond,
vorgestellt als Zwillinge . . . .
Die Sonne, das unsterbliche und mächtige Wesen,
welches jeden Abend vom
Horizonte verschwindet und unter die Erde hinabsteigt,
als ob sie dem
brüderlichen Gestirne Platz machen wollte, welches mit
der Nacht zum Leben
kommt, ist Pollux, welcher sich für Kastor aufopfert;
Kastor, welcher geringer
ist als sein Bruder, verdankt diesem seine
Unsterblichkeit: Denn der Mond, sagt Theophrastus, ist nur eine andre, aber
schwächere Sonne (De Ventis, 17)“.
29 V
Ein undurchdringlicher Schleier des Geheimnisses ward
nach dem Untergange
des letzten Überrestes der atlantischen Rasse vor
ungefähr 12 000 Jahren über
die occulten und religiösen Geheimnisse geworfen,
damit sie nicht von den
Unwürdigen geteilt und so entwürdigt würden. Von
diesen Wissenschaften sind
jetzt einige exoterisch geworden - wie zum Beispiel
die Astronomie in ihren rein
mathematischen und physikalischen Aspekten. Aber ihre
Dogmen und Sätze,
welche alle symbolisiert und der einzigen Obhut von
Parabel und Allegorie
überlassen waren, sind vergessen worden, und daher
wurde die Bedeutung
verkehrt. Nichtsdestoweniger findet man den
Hermaphroditen in den Schriften
und Überlieferungen von fast jeder Nation; und warum
eine solche einmütige
Übereinstimmung, wenn das Behauptete bloß eine
Erdichtung ist?
Unter der Decke dieses Geheimnisses wurde die fünfte
Rasse dahin geführt,
religiöse Mysterien einzuführen oder vielmehr wiedereinzuführen,
in denen alte
Wahrheiten den kommenden Generationen unter dem
Schleier von Allegorie und
Symbolik gelehrt werden konnten. Betrachtet den
unvergänglichen Zeugen der
Entwicklung der Menschenrassen von der göttlichen, und
insbesondere von der
androgynen Rasse, die ägyptische Sphinx, dieses Rätsel
der Zeitalter! Die
göttliche Weisheit, welche sich auf Erden inkarniert
und gezwungen ist, die
bittere Frucht der persönlichen Erfahrung von Schmerz
und Leid zu kosten, die
auf Erden nut unter dem Schatten des Baumes der
Erkenntnis von Gut und Böse
hervorgebracht wird - ein Geheimnis, zuerst bekannt
nur den Elohim, den Selbstinitiierten, „Höheren Göttern“. [41]
[40] Diese seltsame Idee und Erklärung ist von
Decharme in seiner
Mythologie de la Grèce Antique (p. 655) angenommen. „Kastor und Pollux“,
sagt er, „sind nichts als die Sonne und der Mond,
vorgestellt als Zwillinge . . . .
Die Sonne, das unsterbliche und mächtige Wesen,
welches jeden Abend vom
Horizonte verschwindet und unter die Erde hinabsteigt,
als ob sie dem
brüderlichen Gestirne Platz machen wollte, welches mit
der Nacht zum Leben
kommt, ist Pollux, welcher sich für Kastor aufopfert;
Kastor, welcher geringer
ist als sein Bruder, verdankt diesem seine
Unsterblichkeit: Denn der Mond, sagt Theophrastus, ist nur eine andre, aber
schwächere Sonne (De Ventis, 17)“.
Im Buche Enoch haben wir Adam, [42] den ersten
Göttlichen Androgynen, der
sich in Mann und Weib trennt, und Jah-Heva in der
einen Form oder Rasse wird,
und Kain und Abel [43] - männlich und weiblich - in
seiner andern Form oder
Rasse - der doppelgeschlechtliche Jehovah, [44] ein
Echo seines ârischen
Vorbildes Brahmâ-Vâch. Danach kommen die dritte und
vierte Wurzelrasse der
Menschheit [45] - das heißt Rassen von Männern und
Weibern, oder Individuen
entgegengesetzten Geschlechtes, nicht länger
geschlechtlose Halbgeister oder
Androgynen, wie die beiden Rassen waren, welche ihnen
vorangingen. Diese
Thatsache ist angedeutet in jeder Anthropogenie. Sie
findet sich in Fabel und
Allegorie, in Mythe und geoffenbarten Schriften, in
Legende und Überlieferung.
Denn von all den großen Geheimnissen, ererbt von
Initiierten aus grauem
Altertum, ist dies eines der größten. Es
erklärt das zweigeschlechtliche Element,
welches sich in jeder schöpferischen Gottheit findet,
in Brahmâ-Virâj-Vâch, wie in
Adam-Jehovah-Eva, auch in Kain-Jehovah-Abel. Denn das
„Buch von des Adam
Geschlecht“ erwähnt nicht einmal Kain und Abel,
sondern sagt bloß:
Und schuf sie, ein Männlein und Fräulein, . . . und
hieß ihre Namen Adam. [46]
Dann fährt er fort:
Und Adam . . . . zeugte einen Sohn, der seinem
Bilde ähnlich war, und hieß ihn Seth. [47]
Hierauf zeugt er andere Söhne
und Töchter und beweist damit, daß Kain und
Abel seine eigenen
allegorischen Permutationen sind. Adam steht für die
ursprüngliche menschliche Rasse,
insbesondere in ihrem kosmo-siderischen
Sinne. Nicht so jedoch in
ihrer theo-anthropologischen Bedeutung. Der
zusammengesetzte Name Jehovah, oder Jâh-Hovah, welcher
männliches Leben
und weibliches Leben bedeutet - zuerst
androgyn, dann in Geschlechter getrennt
·
wird in diesem
Sinne in der Genesis vom fünften Kapitel an, gebraucht. Wie der
Verfasser von der Source of Measures sagt:
Diese zwei Worte, aus denen Jehovah zusammengesetzt
ist, bilden die ursprüngliche Idee des Mannweiblichen, als des Urhebers der
Geburt. [48] Denn der hebräische Buchstabe Jod war das membrum virile
und Hovah war Eva, die Mutter alles Lebendigen, oder die Erzeugerin,
Erde und Natur. Der Verfasser glaubt daher:
Man sieht, daß die vollkommene Eins (der
vollkommene weibliche Kreis, oder
Yoni, 20612, numerisch) als Urheberin der Maße,
auch die Form annimmt von
Geburtsursprung
als Hermaphrodite Eins; daher die phallische Form und Benützung.
Genau so; nur kam „die phallische Form und Benützung“
lange Zeitalter später;
und die erste und ursprüngliche Bedeutung von Enos,
dem Sohne des Seth, war
die der ersten auf die gegenwärtige gewöhnliche Weise
von Mann und Weib
geborenen Rasse, denn Seth ist kein Mensch, sondern
eine Rasse. Vor ihm war
die Menschheit hermaphroditisch. Indem Seth das erste
Resultat (physiologisch)
nach dem „Falle“ ist, ist er auch der erste Mensch.
Daher wird sein Sohn Enos
bezeichnet als der „Sohn des Menschen“. Seth
repräsentiert die spätere dritte Rasse.
Um den wirklichen Mysteriennamen des Ain Suph - des
schrankenlosen und
endlosen Nichtdings - geheim zu halten, haben die
Kabbalisten die
zusammengesetzte Attributsbenennung eines der
persönlichen schöpferischen
Elohim vorgebracht, dessen Namen Yah oder Jah war -
die Buchstaben i oder j
oder y sind vertauschbar - oder Jah-Hovah, d.
i. männlich und weiblich; [49] Jah-Eva,
ein Hermaphrodit oder die erste Form der Menschheit,
der ursprüngliche
Adam von Erde, nicht einmal Adam-Kadmon, dessen „aus
der Seele geborener
Sohn“ mystisch der irdische Jah-Hovah ist. und da er
dies wusste, hat der schlaue rabbinische Kabbalist daraus einen Namen gemacht,
der so geheim (sekret) war, daß er ihn später nicht veröffentlichen
konnte, ohne das ganze Schema preiszugeben; und daher war er gezwungen, ihn
heilig (sakriert) zu machen.
Wie enge die Identität zwischen Brahmâ-Prajâpati und
Jehovah-Sephiroth ist,
zwischen Brahmâ-Virâj und Jehovah-Adam, können allein
die Bibel und die
Purânen verglichen
zeigen. Analysiert und im selben Lichte gelesen, bieten sie
einen zwingenden Beweis, daß sie zwei Kopien desselben
Originals sind -
gemacht zu zwei von einander weit entfernten
Zeitpunkten. Man vergleiche noch
einmal in Bezug auf diesen Gegenstand Genesis .
1 und 26, und Manu I. 32,
und sie werden beide ihren Sinn darbieten. Im Manu steht
Brahmâ, welcher, wie
Jehovah oder Adam in der Genesis, beides,
Mensch und Gott ist und seinen
Körper in männlich und weiblich teilt, in seiner
esoterischen Bedeutung für die
symbolische Personifikation der schöpferischen und zeugenden
Kraft, sowohl
göttlich als auch menschlich. Der Zohar liefert
einen noch überzeugenderen
Beweis der Identität, indem einige Rabbiner Wort für
Wort gewisse purânische
Originalausdrücke wiederholen; z. B. die: „Schöpfung“
wird gewöhnlich betrachtet
in den brâhmanischen Büchern als die Lîlâ, die Lust
oder das Spiel, die
Unterhaltung des Höchsten Schöpfers.
Vishnu, der somit getrennte und ungetrennte Substanz
Geist und Zeit ist,
spielt wie ein munterer Knabe, wie ihr lernten sollt,
indem ihr seinen Scherzen
lauscht. [50]
Man vergleiche nun damit, was in dem Buche Nobeleth
´Hokhmah gesagt ist:
Die Kabbalisten sagen, daß das Insdaseintreten der
Welten durch Lust
geschah, indem Ain Suph (?!) über sich selbst erfreut
war und von sich selbst
zu sich selbst blitzte und strahlte . . . . was alles
Lust genannt wird. [51]
Somit ist es nicht eine „seltsame Idee der
Kabbalisten“, wie der soeben
angeführte Verfasser bemerkt, sondern eine rein
purânische, ârische Idee. Nur,
warum aus Ain Suph einen Schöpfer machen?
Der „göttliche Hermaphrodit“ ist also Brahmâ-Virâj;
und der der Semiten, oder
richtiger der Juden, ist Hehovah-Kain-Abel. Nur waren
und sind die „Heiden“
aufrichtiger und gerader als die späteren Isrealiten
und Rabbis, welche unleugbar
die wirkliche Bedeutung ihrer exoterischen Gottheit
kannten. Die Juden betrachten den ihnen gegeben Namen - die Yah-Oudi - als eine
Schmähung.
Doch haben sie oder hätten, wenn sie es nur wollten,
ein ebenso unleugbares
Recht, sich die alten Yah-Oudi zu nennen, die
„Jah-hovier“, als die Brâhmanen
haben, sich selbst Brâhmanen zu nennen, nach ihrer
nationalen Gottheit. Denn
Jah-hova ist der generische Name der Gruppe oder
Hierarchie von
schöpferischen Planetenengeln, unter deren Sterne ihre
Nation sich entwickelt
hat. Er ist einer von den planetarischen Elohim der
Regentengruppe des Saturn.
Vers 26 des Kapitels
der Genesis, wenn richtig gelesen, würde allein schon
ihnen ein solches Recht geben, denn er nennt die neuen
Menschenrasse -
entsprungen von Seth und Enos - Jehovah, etwas
ganz verschiedenes von der in
der Bibel angenommenen
Übersetzung, welche lauten sollte:
Ihm ward auch geboren ein
Sohn, Enos; da begannen die Menschen sich
selbst Jah oder Yah-hovah zu
nennen,
nämlich, Männer und Weiber, die „Herren
der Schöpfung“. Man braucht bloß den
oben erwähnten Vers im hebräischen Originaltexte und
im Lichte der Kabbalah
zu lesen, um zu finden, daß an Stelle der Worte, wie
sie jetzt übersetzt stehen,
die richtige Übersetzung lauten sollte:
Da begannen die Menschen sich selbst Jehovah zu
nennen; und nicht:
Zu derselben Zeit fing man an zu predigen von des
Herren Namen; welches letztere eine Missübersetzung ist, einerlei ob
absichtlich oder nicht.
Wiederum die wohlbekannte Stelle:
Ich habe einen Mann von dem
Herren.
sollte lauten:
Ich habe einen Mann gleich
Jehovah. [52]
Luther übersetzt die Stelle auf die eine Art, die
römischen Katholiken anders.
Bischof Wordsworth übersetzt sie:
Cain - ich habe erzeugt - Kain von Kâ´nithi,
ich habe erzeugt.
Luther:
Ich habe den Mann, den Herren (Jehovah).
Und der Verfasser von The Source of Measures:
Ich habe gemessen einen Mann gleich Jehovah. Die letzte ist die richtige Übersetzung, denn
(a) ein berühmter Rabbiner, ein Kabbalist, erklärte die Stelle der
Schreiberin auf genau dieselbe Art, und (b)
diese Darstellung ist identisch mit der, welche in der
Geheimlehre des Ostens
mit Bezug auf Brahmâ enthalten ist.
[42] Adam (Kadmon) ist, wie Brahmâ und Mars, das
Symbol der zeugenden
und schöpferischen Kraft als Typus von Wasser
und Erde - ein alchimistisches
Geheimnis. „Es braucht Erde und Wasser, um eine
menschliche Seele zu
schaffen“, sagte Moses. Mars ist der indische Mangala,
der Planet Mars
gleichwesend mit Kârttikeya, dem „Kriegsgott“; er ist
Gharma - ja, geboren aus
Shiva´s Schweiß und aus der Erde. Er ist
Lohita, der Rote, wie Brahmâ auch
und Adam. Der indische Mars ist wie Adam von keinem
Weibe und Mutter
geboren. Bei den Ägyptern war Mars das ursprüngliche
Zeugungsprinzip, und
so sind Brahmâ in der exoterischen Lehre und Adam in
der Kabbalah.
[43] Abel ist Chebel, bedeutend „Geburtswehen“,
Empfängnis.
[44] Siehe Isis Unveiled, II. 398, wo Jehovah
gezeigt wird als Adam und Eva
vereinigt, und Hevah und Abel als die weibliche
Schlange.
[45] Siehe Isis Unveiled, I. 305: „Die
Vereinigung dieser zwei Rassen brachte
hervor eine dritte . . .
Rasse.“
[46] Genesis, V. 2.
[47] Ebenda, V. 3.
[48] P. 159.
[49] Jod in der Kabbalah hat als Symbol die Hand, den
Zeigefinger und das Lingam, indem es numerisch die vollkommene Eins ist; aber
es ist auch die Zahl 10, männlich und weiblich, wenn geteilt. [50] Vishnu Purâna, I. II.; Wilson´s
Übers., I. 20.
[51] Angeführt in Myer´s Qabbalah, p. 110.
[52] Siehe Source of Measures, p. 277.
In Isis entschleiert, [53] wurde von der
Schreiberin erklärt:
Kain . . . . ist der Sohn des „Herrn“, nicht des Adam.
Der „Herr“ ist Adam Kadmon, der „Vater“ von Yod-heva,
„Adam-Eva“, oder
Jehovah, dem Sohne des sündigen Gedankens, nicht dem
Nachkommen von
Fleisch und Blut. Seth, auf der andern Seite, ist
der Führer und der Vorfahre der
Rassen der Erde;
denn er ist der Sohn von Adam exoterisch. Aber esoterisch ist
er der Nachkomme von Kain und Abel, nachdem Abel oder
Hebel etwas
Weibliches ist, das Gegenstück und die weibliche
Hälfte des männlichen Kain,
und Adam ist der kollektive Name für Mann und Weib.
Männlich und weiblich (zacher va nakobeh) schuf
er sie . . . . und nannte ihren
Namen Adam.
Diese Verse in der Genesis von Kapitel I-V sind
absichtlich für kabbalistische
Zwecke durcheinandergemengt. Nach dem „Menschen“ von Genesis
I, 26, und
Enos, dem Sohne des Menschen, von , 26; nach Adam, dem
ersten
androgynen, nach Adam Kadmon, dem geschlechtslosen
(dem ersten) Logos -
Adam und Eva einmal getrennt, kommen schließlich
Jehovah-Eva und Kain-Jehovah.Diese stellen verschiedene Wurzelrassen dar, denn
Millionen von Jahren sind zwischen ihnen vergangen.
Daher sind die ârischen und semitischen
Theoanthropographien zwei Blätter von
demselben Stamme; ihre bezüglichen Personifikationen
und symbolischen Persönlichkeiten stehen zu einander in folgender Weise in
Beziehung:
I. Das „Unerkennbare“, das auf verschiedene Weise im rigvedischen
Verse erwähnt wird, so als „Nichts war“. späterhin Parabrahman genannt -
der
[korrekter Abdruck siehe Buch], Ain, Nichts, oder Ain Suph der Kabalisten - und
wieder, der „Geist“ (Gottes),
der auf der Fläche der Wasser schwebt, in der
Genesis. Alle diese sind wesensgleich. Obendrein ist in Genesis
I, Vers 2 als
Vers 1 in den geheimen kabbalistischen
Texten gesetzt, wo ihm die Elohim
folgen, „welche den Himmel
und die Erde erschaffen,“ Diese absichtliche
Verschiebung der Reihenfolge der Verse war notwendig
für monotheistische und
kabbalistische Zwecke. Jeremias Fluch gegen jene
Elohim (Götter), so den
Himmel und Erde nicht gemacht haben, [54]
zeigt, daß es andere Elohim gab,
welche dies thaten.
II. Der Himmlische Manu-Svâyambhuva, welcher aus Svayambhû-Nârâyana
35V
entsprang, dem „Selbstexistierenden“, der Adam Kadmon
der Kabbalisten, und
der androgyne Mensch“ von Genesis I, sind auch
wesensgleich.
III. Manu-Svâyambhuva ist Brahmâ oder der Logos; und er ist Adam
Kadmon,
welcher in Genesis , 5, sich in zwei Hälften
trennt, männlich und weiblich, und
so Jah-Hovah oder Jehovah-Eva wird; wie
Manu-Svâyambhuva oder Brahmâ
sich trennt, um „Brahmâ-Virâj und Vâch-Virâj“ zu
werden, männlich und weiblich.
Alles übrige von den Texten und Versionen sind
„Masken“.
. Vâch ist die Tochter von Brahmâ und wird genannt Shata-Rûpa, „die
Hundertförmige“, und Sâvitrî, die Erzeugerin, die
Mutter der Götter und alles
Lebendigen. Sie ist wesensgleich mit Eva, „der Mutter
(aller Harren oder Götter
oder) alles Lebendigen.“ Außerdem sind viele andere
occulte Bedeutungen.
Was über den Gegenstand Isis entschleiert geschrieben
ist, wenn auch verstreut
und damals sehr vorsichtig ausgedrückt, ist richtig.
Bei der esoterischen Erklärung von Hesekiels Rad heißt
es über Jodhovah oder
Jehovah:
Wenn der Ternar am Beginne des Tetragramms genommen
wird, so drückt er
aus die göttliche Schöpfung geistig, d. i. ohne
fleischliche Sünde: als ein entgegengesetztes Ende genommen drückt er die
letztere aus; er ist weiblich.
Der Name Eva ist aus drei
Buchstaben zusammengesetzt, der des
ursprünglichen oder
himmlischen Adam ist mit einem Buchstaben
geschrieben, Jod oder Yod;
daher darf es nicht gelesen werden Jehovah,
sondern Ieva oder Eva. Der
Adam der ersten Kapitels ist der geistige, daher
rein androgyne, Adam Kadmon.
Wenn das Weib aus der linken Rippe des
zweiten Adam (von Staub)
hervorgeht, ist die reine Jungfrau getrennt und
wird, in die „Zeugung“ oder dem abwärts gerichteten
Cyklus verfallend, zum
Skorpion, dem Emblem für Sünde und Stoff. Während der
aufwärts steigende
Cyklus auf die rein geistigen Rassen hinweist, oder
die zehn vorsintflutlichen
Patriarchen, die Prajâpatis oder Sephiroth, angeführt
von der schöpferischen
Gottheit selber, welche da ist Adam Kadmon oder
Yodcheva (geistig), ist der
niedere (Jehovah) der der irdischen Rassen, angeführt
von Enoch, oder der
Wage, dem siebenten; welcher, weil er halb-göttlich,
halb-irdisch ist, von Gott,
wie es heißt, lebend entrückt worden ist. Enoch oder
Hermes, oder die Wage sind eins. [55]
Dies ist nur eine von den verschiedenen Bedeutungen.
Es ist nicht notwendig,
den Schüler daran zu erinnern, das der Skorpion das
astrologische Zeichen der
35V
Zeugungsorgane ist. Gleichwie die indischen Rishis
sind die Patriarchen alle in
ihren Zahlen umsetzbar sowohl, als vertauschbar. Je
nach dem Gegenstande,
auf welchen sie sich beziehen, werden sie 10, 12, 7
oder 5, oder sogar 14, und
sie haben dieselbe
esoterische Bedeutung, wie die Manus oder Rishis.
[53] II. 464 ff.
[54] Jeremias, X. 11.
[55] Isis Unveiled,
II. 462, 463.
35 V
Obendrein hat Jehovah, wie gezeigt werden kann, eine
Verschiedenheit von Etymologien, aber nur jene sind wahr, welche sich in
der Kabbalah finden.
[korrekter Abdruck siehe Buch] (Jeve) ist der
alttestamentarische Ausdruck, und
wurde ausgesprochen Ya-va. Inman vermutet, daß er
zusammengezogen ist aus
den beiden Worten [korrekter Abdruck siehe Buch],
Yaho-Iah, Jaho-Jah, oder
Jaho ist Jah. Punktiert ist er [korrekter Abdruck
siehe Buch], was jedoch eine
rabbinische Grille ist, um ihn mit dem Namen Adoni
oder [korrekter Abdruck
siehe Buch]
zu assoziieren, welcher dieselben Punkte hat. Es ist sonderbar, und
in der That schwerlich begreiflich, daß die Juden in
alter Zeit den Namen
[korrekter Abdruck siehe Buch] Adoni lasen, da sie doch so viele Namen hatten,
von denen Jeho, und Jah, und Iah einen Teil bildeten.
Aber so war es. Und Philo
Byblus, welcher uns das sogenannte Fragment des
Sanchunathon giebt, schrieb
ihn mit griechischen Buchstaben [korrekter Abdruck
siehe Buch], Javo oder
Jevo. Theodoret sagt, daß die Samaritaner ihn Yahva
aussprechen, und die
Juden Yaho. Prof. Gibbs jedoch schlägt als Punktierung
der vier vor: [korrekter
Abdruck siehe Buch] (Yeh-hou-vih); und er zerhaut den gordischen Knoten
seiner wahren occulten Bedeutung. Denn in dieser
letzten Form, ein hebräisches
Zeitwort, bedeutet er „er will - sein.“ [56] Er wurde
auch abgeleitet von dem
chaldäischen Zeitworte [korrekter Abdruck siehe Buch],
oder [kokorrekter
Abdruck siehe Buch], eue (eve), oder eua (eva), „sein“. Und so war es, nachdem
nur von Enosh, dem „Sohne des Menschen“, die wahrhaft
menschlichen Rassen
anfangen und „sein“ sollten, als männlich und
weiblich. Diese Behauptung
empfängt weitere Bestätigung, insofern Parkhurst das
Zeitwort [korrekter
Abdruck siehe Buch] bedeuten lässt: (1) „herabfallen“ „(d. i. in die Zeugung oder
Materie);“ und (2) „sein, fortbestehen“ - als eine Rasse.
Daß die Aspirata des
Wortes eua (Eva), „sein“, [korrekter Abdruck siehe
Buch], Heve (Eve) ist,
welches das Femininum von [korrekter Abdruck siehe
Buch], und dasselbe wie
Hebe, die griechische Göttin der Jugend und die
olympische Braut des Herakles
ist, lässt den Namen Jehovah noch klarer in seiner
ursprünglichen doppelgeschlechtlichen Form erscheinen.
Da er im Sanskrit Silben fand wie Jah und Yah, z. B.
Jah-navî, „Ganges“, und
Jagan-nâtha, „Herr der Welt“, so wird es klar, warum
Herr Rawlinson in seinen
Werken so sehr von einem ârischen oder vedischen
Einflusse auf die
frühzeitliche Mythologie von Babylon überzeugt ist.
Auch ist es nicht mehr zu
verwundern, daß die angeblichen zehn Stämme von Israel
während der
Gefangenschaftsperiode verschwanden, ohne eine Spur
zurückzulassen, wenn
wir dahin belehrt werden, daß die Juden thatsächlich
nur zwei Stämme hatten -
jene von Judah und von Levi. Die Leviten waren
obendrein überhaupt kein
Stamm, sondern eine priesterliche Kaste. Die
Abkömmlinge sind nur ihren
37V
Ahnen, den verschiedenen Patriarchen, in dünne
Sternenluft nachgefolgt. Es gab
Brahms und A-brahms
in der alten Zeit fürwahr und bevor der erste Jude
geboren wurde. Jede Nation hielt ihren ersten Gott und
Götter für androgyn; und
es konnte auch icht anders sein, da sie ihre
entfernten ursprünglichen Vorfahren,
ihre doppelgeschlechtlichen Ahnen, als göttliche Wesen
und Götter betrachteten,
geradeso wie es die Chinesen bis zum heutigen Tage
thun. Und sie waren in
einem Sinne göttliche, wie es auch ihre erste
menschliche Nachkommenschaft
war¸ die „aus der Seele geborene“ ursprüngliche
Menschheit, welche ganz sicherlich doppelgeschlechtlich war, wie alle älteren
Symbole und Überlieferungen zeigen.
Unter den sinnbildlichen Allegorieen und der
sonderbaren Ausdrucksweise der
Priesterschaft de alten Zeit liegen verborgen Andeutungen
auf Wissenschaften, die bis jetzt während des gegenwärtigen Cyklus noch
unentdeckt sind. Wie wohl auch ein Schüler mit der hieratischen Schrift und dem
Hieroglyphensystem der Ägypter vertraut sein mag, muß er doch vor allem erst
lernen, ihre Aufzeichnungen zu untersuchen. Er hat sich zu vergewissern, Zirkel
und Lineal in der Hand, daß die Bilderschrift, welche er untersucht, auf die
Linie übereinstimmt mit gewissen feststehenden geometrischen Figuren,
welche die verborgenen Schlüssel zu solchen Aufzeichnungen sind, bevor er sich
auf eine Erklärung einlässt.
Aber es giebt Mythen, welche für sich selbst sprechen.
In diese Klasse können
wir einschließen die doppelgeschlechtlichen ersten
Schöpfer einer jeden
Kosmogonie. Den griechischen Zeus-Zên (Äther), und
Chtonia (die chaotische
Erde) und Metis (Wasser) seine Frauen, Osiris und
Isis-Latona - der erster
Gott repräsentiert auch Äther, die erste Emanation aus
der Höchsten Gottheit,
Amun, der ursprünglichen
Quelle des Lichtes; die Göttin Erde und Wasser
wiederum; Mithras, den
felsengeborenen Gott, das Symbol des männlichen
Weltenfeuers, oder das
personifizierte Ursprüngliche Licht, und Mithra, die
Feuergöttin, zugleich seine
Mutter und sein Weib; das reine Element des
Feuers (das aktive oder männliche Prinzip) betrachtet
als Licht und Wärme, in
Vereinigung mit Erde und Wasser, oder Materie (dem
weiblichen oder passiven Element der kosmischen Zeugung.“ [57] All dies sind
Berichte über den ursprünglichen göttlichen Hermaphroditen.
[56] Siehe zum Vergleiche Hosea, XII. 6, wo er
so punktiert ist.
37V
[57] Isis Unveiled, I. 156.
37
22. Fortsetzung de Entwicklung der drei Rassen.
23. Die Zweite Rasse erschafft die dritte und vergeht.
22. DANN ENTWICKELTE DIE ZWEITE, DIE EIGEBORENE, DIE
DRITTE [1] .
DER SCHWEISS WUCHS, SEINE TROPFEN WUCHSEN, UND DIE
TROPFEN
WURDEN HART UND RUND. DIE SONNE ERWÄRMTE IHN; DER MOND
KÜHLTE UND GESTALTETE IHN; DER WIND ERNÄHRTE IHN BIS
ZU
SEINER REIFE. DER WEISSE SCHWAN VOM STERNENGEWÖLBE [2]
ÜBERSCHATTETE DEN GROSSEN TROPFEN. DAS EI DER
ZUKÜNFTIGEN
RASSE, DER MENSCHENSCHWAN [3] DER SPÄTEREN DRITTEN (a).
ZUERST MANNWEIBLICH, DANN MANN UND WEIB (b).
(a) Der Text der
Strophe schließt deutlich in sich, daß der menschliche Embryo
von außen her durch kosmische Kräfte ernährt wurde,
und daß das „Vater-Mutter“
offenbar den Keim lieferte, welcher reifte; aller
Wahrscheinlichkeit nach
ein „schweißgeborenes Ei“, welches abgetrennt von dem
„doppelten“ Vorfahr auf
irgend eine geheimnisvolle Weise ausgebrütet werden
mußte. Es ist
verhältnismäßig leicht, sich eine Eier hervorbringende
Menschheit vorzustellen,
da selbst jetzt noch der Mensch in einem Sinne
„eigeboren“ ist. Magendie obendrein, erwähnt in seinem Precis Élémentaire de
Physiologie einen Fall, wo die Nabelschnur gerissen und vollständig
vernarbt war und doch das Kind lebend geboren wurde, und fragt sachgemäß:
Wie wurde der Kreislauf in diesem Organe durchgeführt?
Auf der nächsten Seite sagt er:
Nichts ist gegenwärtig bekannt über die Art der
Verdauung des Fötus.
Und in Bezug auf seine Ernährung stellt er die
folgende Frage auf:
Was können wir also von der Ernährung des Fötus sagen?
Die
physiologischen Werke enthalten nur unbestimmte
Vermutungen über diesen
39VI
Gegenstand.
„Ach was“, kann der Skeptiker
sich ereifern, „Magendies Buch gehört der
letztvergangenen Generation
an, und die Wissenschaft hat seither solche
Fortschritte gemacht, daß sein Brandmal der
Unwissenheit nicht länger mehr der
Zunft aufgedrückt werden kann.“ In der That; wenden
wir uns also an eine sehr
große Autorität in Bezug auf Physiologie, nämlich Sir
Michael Foster, und wir
werden ihn zum Nachteile der modernen Wissenschaft
sagen finden:
In Bezug auf die Entstehung und Entwicklung der
funktionellen Thätigkeiten
des Embryos ist unsere
Kenntnis nahezu ein leeres Blatt. Wie wissen kaum
irgend etwas über die
verschiedenen Stufen, auf welchen die ursprünglichen
Grundeigenschaften des
Protoplasmas des Eies zu den verwickelten
Erscheinungen differenziert werden, welche wir in
diesem Buche zu erklären
versucht haben. [4]
Die Studenten vom Trinity College in Cambridge werden
jetzt gütig einen
Schleier vor die Statue der Hygieia hängen und die
Augen der Büsten des Galen
und Hippokrates verbinden, damit sie nicht
vorwurfsvoll auf ihre entarteten
Nachkommen blicken. Eine weitere Thatsache müssen wir
bemerken. Sir
Michael schweigt vorsichtig über den Fall der
gerissenen Nabelschnur, den sein
großer französischer Kollege angeführt hat.
(b) Dies ist eine
sehr seltsame Behauptung nach der Erklärung der e.
Um es klar zu machen; nachdem die erste Rasse die
Zweite durch „Knospung“
erschaffen hat, wie oben erklärt, bringt die Zweite
Rasse die Dritte hervor -
welche selbst in drei verschiedene en zerfällt, welche
aus
verschiedenartig erzeugten Menschen besteht. Die
ersten zwei von diesen sind
hervorgebracht auf eine ovipare Art, die vermutlich
der modernen
Naturwissenschaft unbekannt ist. Während die ersten
Unterrassen der Dritten
Menschheit ihre Art durch ein gewisses Ausschwitzen
von Feuchtigkeit oder
Lebensflüssigkeit fortpflanzten, deren
zusammenrinnende Tropfen eine eiförmige
Kugel bildeten - oder sollen wir sagen ein Ei - welche
als ein äußerer Träger für
die darin stattfindende Erzeugung eines Fötus oder
Kindes diente, änderte sich
bei den späteren Unterrassen die Fortpflanzungsweise,
zum mindesten in ihren
Resultaten. Die Kleinen der früheren Unterrassen waren
gänzlich geschlechtslos
·
formlos sogar,
soweit uns bekannt ist [5] - aber jene späteren Unterrassen wurden androgyn
geboren. In der Dritten Rasse fand die Trennung der Geschlechter statt. Die
Menschheit war zuerst ungeschlechtlich, wurde dann ausgesprochen
hermaphroditisch oder doppelgeschlechtlich, und schließlich
39VI
begannen die menschenenthaltenden Eier allmählich und
ihrer evolutionellen
Entwicklung nach nahezu unbemerkbar zuerst Wesen
hervorzubringen, in denen
ein Geschlecht das andere überwog, und schließlich
unterschiedene Männer und
Weiber. Und nun wollen wir nach einer Bestätigung
dieser Behauptung in den
religiösen Legenden des Ostens und Westens suchen.
Nehmen wir zuerst die
„Eigeborene Rasse“. Man denke an Kashyapa, den
vedischen Weisen, und den
fruchtbarsten der Schöpfer.
Er war der Sohn des Marîchi, des aus der Seele
geborenen Sohnes des Brahmâ -
und man ließ ihn zum Vater der Nâgas oder
Schlangen werden, neben
anderen Wesen. Exoterisch sind die Nâgas
halbgöttliche Wesen, welche ein menschliches Gesicht
und den Schwanz einer
Schlange haben. Doch gab es eine Rasse von Nâgas - es
heißt, daß sie nur
tausend an der Zahl waren - geboren oder vielmehr
entsprungen aus Kadrû,
Kashyapas Weib, zum Zwecke der Bevölkerung von
Pâtâla, welches unleugbar
Amerika ist, wie gezeigt werden wird; und es gab einen
Nâga-Dvîpa, einen von
den sieben Teilen von Bhâratavarsha oder Indien, der
von einem Volke bewohnt
war, welches denselben Namen trug, und von dem selbst
einige Orientalisten zugeben, daß es historisch ist und mancherlei
Spuren bis zum heutigen Tag hinter sich zurückgelassen hat.
[1] Rasse.
[2] Der Mond.
[3] Hamsa.
[4] Text-Book of Philosophy,
dritte Ausg., 1879, p. 623.
[5] Siehe den Timäus.
39
Nun ist der Punkt, auf den gegenwärtigen der größte
Nachdruck gelegt wird, der,
daß, welchen Ursprung immer man für den Menschen
behaupten möge, seine
Entwicklung in dieser Reihenfolge stattfand: (1)
geschlechtslos, wie alle ersten
Formen sind; (2) sodann wurde er durch einen
natürlichen Übergang ein
„solitärer Hermaphrodit“, ein zweigeschlechtliches
Wesen; und (3) schließlich
teilte er sich und wurde, was er jetzt ist. Die
Wissenschaft lehrt uns, daß alle
ursprünglichen Formen, obwohl geschlechtslos, „doch
die Kraft, die Vorgänge
einer ungeschlechtlichen Vermehrung einzugehen,
beibehielten“; warum also
sollte der Mensch von diesem Naturgesetze
ausgeschlossen sein?
Zweigeschlechtliche Fortpflanzung ist eine
Entwicklung, eine spezialisierte und
vervollkommnete Form auf der Stufenleiter der Materie,
von dem durch Teilung
geschehenden Fortpflanzungsakte. Die occulten Lehren
sind in hervorragendem
Maße panspermisch, und die frühe Geschichte der
Menschheit ist nur „vor
gewöhnlichen Sterblichen verborgen“; auch ist die
Geschichte der ursprünglichen
Rassen für die Initiierten nicht in das Grab der Zeit
versenkt, wie sie es für die
profane Wissenschaft ist. Daher, unterstützt auf der
einen Seite von jener
Wissenschaft, welche uns fortschreitende Entwicklung
und eine innere Ursache
für jede äußere Veränderung als ein Gesetz in der
Natur zeigt; und auf der
andern Seite von einem unbedingten Glauben an die Weisheit
- wir können
selbst sagen Pansophia - der universalen
Überlieferung, die von den Initiierten
gesammelt und aufbewahrt sind, welche sie zu einem
nahezu fehlerlosen
System vervollkommnet haben -, also unterstützt, wagen
wir es, die Lehre klar
darzustellen.
In einem trefflichen Aufsatz, geschrieben vor ungefähr
fünfzehn Jahren, zeigt
unser gelehrter und geschätzter Freund Prof. Alexander
Wilder aus New York die
unbedingte Logik und Notwendigkeit des Glaubens an
das: „Die ursprüngliche
Rasse war doppelgeschlechtlich“, und giebt eine Anzahl
von wissenschaftlichen
Gründen dafür. [6] Er bringt zuerst vor, daß ein
großer Teil der
Pflanzenschöpfung die Erscheinung der
Zweigeschlechtigkeit zeigt, indem die
Linnéische Einteilung der pflanzlichen Reiche ebenso sehr
der Fall, wie in den
niedrigeren Formen, vom Hanf bis zum Pyramidenpappel
und zum Götterbaum.
Im Tierreiche ist es ebenso. Im Insektenleben erzeugt
die Motte einen Wurm,
und der Wurm wird zur Motte;
wie in den Mysterien das große Geheimnis
ausgedrückt wurde: Taurus
Draconum genuit, et Taurum Draco. Die
korallenbildende Familie,
welche nach Agassiz, viele Hunderttausende von
Jahren der gegenwärtigen geologischen Periode
gebraucht hat, um die Halbinsel
von Florida aufzubauen, bringt ihre Nachkommenschaft
aus sich selbst hervor
wie die Knospen und Verzweigungen in einem Baume. Die
Bienen verhalten sich
einigermaßen nach denselben Regeln. Die Aphiden oder
Blattläuse halten Haus
wie die Amazonen, und jungfräuliche Mütter pflanzen die
Rasse durch zehn aufeinanderfolgende Generationen fort.
Was sagen die alten Weisen, die philosophischen Lehrer
des Altertums?
Aristophanes spricht über den Gegenstand in Platos Gastmahl
wie folgt:
Unsere Natur war in alter Zeit nicht dieselbe wie sie
jetzt ist. Sie war androgyn;
Form und Name gehörten und waren gemeinsam beiden, dem
Mann und dem
Weib . . . Ihre Körper . . . waren rund, und die Art
ihres Laufens kreisförmig. [7]
Sie waren fruchtbar an Kraft und Stärke und hatten
gewaltigen Ehrgeiz. Daher
teilte Zeus einen jeden von ihnen in zwei und macht
sie so schwächer; Apolle,
unter seiner Anleitung, schloß die Haut zu.
Meshia und Meshiane war bloß ein einziges Individuum
bei den alten Persern.
Sie lehrten auch, daß der Mensch die Hervorbringung
des Lebensbaumes war
und in androgynen Paarenwuchs, bis sie bei einer
folgenden Abänderung der menschlichen Form getrennt wurden.
In dem Buche der Schöpfung (Toleduth) von Adam
wird der Vers:
Und Gott schuf (bara, brachte hervor) den
Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und er schuf sie, ein
Männlich und Fräulein.
·
wenn esoterisch
gelesen, den wahren sinn geben, nämlich:
Die Elohim (Götter) brachten hervor aus sich selbst
(durch Modifikation) den
Menschen nach ihrem Bilde . . . . schufen sie ihn (die
kollektive Menschheit
oder Adam), männlich und weiblich schuf er (die
kollektive Gottheit) sie. [8][6] Siehe Auszüge aus diesem Aufsatze in The
Theosophist, Februar 1883, woraus das folgende in Kürze wiedergeben ist.
[7] Vergleiche Hesekiel´s
Gesicht (Kap. I) von den vier göttlichen Wesen,
„welche gestaltet waren wie
ein Mensch“ und doch das Aussehen eines
Rades hatten, „wenn sie
gingen, gingen sie auf vier Seiten . . . . denn es war
ein lebendiger Wind in den
Rädern.“
[8] Eugibinus, ein Christ, und die Rabbiner Samuel
Menasseh ben Israel und
Maimonides lehrten, daß „Adam zwei Gesichter
hatte und eine Person, und
von Anbeginn an zugleich männlich und weiblich war -
männlich auf der einen
Seite und weiblich auf der anderen (wie Manu´s
Brahmâ); aber später wurden
die Teile getrennt.“ Der
einhundertneununddreißigste Psalm Davids wurde
von Rabbi Jeremiah ben
Eliazar als Beweis dafür angeführt: „Du hast mich
gebildet hinten und vorne“, nicht eingeschlossen, wie es in der
Bibel steht,
was widersinnig und ohne Bedeutung ist, und dies
zeigt, wie Professor Wilder
glaubt, „daß die ursprüngliche Form der Menschheit
androgyn war.“
Dies wird den esoterischen Punkt zeigen. Die geschlechtslose
Rasse war ihre
erste Hervorbringung, eine Modifikation von und
aus ihnen selbst, den reinen
geistigen Existenzen; und dies war Adam allein.
Davon kam die Zweite Rasse:
Adam-Eva, oder Jod-Heva, unthätige Androgynen; und
schließlich die Dritte,
oder der „sich trennende Hermaphrodit“, Kain
und Abel, welche die vierte
hervorbringen, Seth-Enos, u.s.w. Diese Dritte, die
letzte halbgeistige Rasse, war
auch der letzte Träger der göttlichen und angeborenen
Weisheit, welche den
Enochs, den Sehern dieser Menschheit ureigen war. Die
Vierte, welche von der
Frucht vom Baume des Guten und Bösen gekostet hat -
Weisheit, bereits
vereinigt mit irdischer, und daher unreiner Intelligenz,
[9] hatte infolgedessen jene
Weisheit durch Initiation und schweren Kampf zu
erlangen. Und die Vereinigung
von Weisheit und Intelligenz, wobei die erstere die
letztere beherrscht, heißt in
den hermetischen Büchern „der
Gott, welcher die doppelte Fruchtbarkeit der
beiden Geschlechter besitzt.“
Mystisch wurde Jesus für
mannweiblich gehalten. So finden wir in den
orphischen Hymne, die während der Mysterien gesungen
wurden: „Zeus ist ei
Mann, Zeus ist unsterbliche Maid“. Der ägyptische
Ammon war die Göttin Neith
in seiner andern Hälfte. Jupiter hat weibliche Brüste,
Venus ist in einigen ihrer
Statuen bärtig, und Ilâ, die Göttin, ist auch
Su-dyumna, der Gott, als Vaivasvata´s
Nachkommenschaft.
Professor Wilder sagt:
Der Name Adam oder Mensch schließt in sich
selbst diese doppelte Form des
Daseins ein. Er ist wesensgleich mit Athamas oder
Thomas (Tamil, Tam), welches durch das griechische Didymos, ein Zwilling,
wiedergegeben wird; wenn daher das erste Weib später als der erste Mann
gebildet wurde, so muß sie logisch notwendigerweise „aus dem Menschen genommen
sein“. Dementsprechend lesen wir: „Und
die Seite, welche Gott der Herr (Elohim)
von dem Menschen genommen hatte, machte er zu seinem
Weibe.“ Das hier
gebrauchte hebräische Wort ist Tzala, dem die
Übersetzung entspricht, die wir
gegeben haben. Es ist leicht, die Legende im Berosis
zu verfolgen, welche sagt, daß Thalatth (die Omorôka oder Herrin von
Urka) der Anfang der Schöpfung war. Sie war auch Telita (? Melita), die Königin
des Mondes . . . .
Die zwei merkwürdigen Zwillingsgeburten der Genesis,
die von Kain und Abel,
und die von Esau und Jakob, deuten dieselbe Idee an.
Der Name Hebel ist
dasselbe wie Eva und seine Charakteristik scheint
weiblich zu sein. „Zu Dir
soll sein Verlangen sein“, sagte Gott der Herr zu
Kain; „und Du sollst über ihn
herrschen.“ Dieselben Worte waren zu Eva gesprochen
worden. „Dein
Verlangen soll zu deinem Manne sein; und er soll über
dich herrschen.“
43 (1 of 7)
Somit ist eine ehemalige doppelgeschlechtliche Einheit
der menschlichen dritten
Wurzelrasse ein Lehrsatz in der Geheimlehre. Ihre
jungfräulichen Individuen
wurden zu „Göttern“ erhoben, weil jene Rassen ihre
„göttliche Dynastie“
repräsentierte. Die Neueren sind zufrieden, die
männlichen Herren der Vierten
Rasse zu verehren, welche die Götter der
ursprünglichen Menschheit „männlich
und weiblich“
waren. Wie im ersten Bande festgestellt, entwickeln sich die
Menschheit in derselben Ordnung und gleichlaufend mit
den vier Elementen,
indem jede neue Rasse der Begegnung mit dem
hinzukommenden Elemente
physiologisch angepaßt ist. Unsere Fünfte Rasse nähert
sich rasch dem fünften
Elemente - man nenne es interstellaren Ether, wenn man
will - welches jedoch
mehr mit Psychologie als mit Physik zu thun hat. Wir
Menschen haben gelernt, in
jedem Klima zu leben, einerlei ob kalt oder tropisch,
aber die ersten zwei Rassen
hatten nichts zu thun mit Klima, noch waren sie von
irgendwelcher Temperatur
oder Wechsel derselben abhängig. Und so - wird uns
gelehrt - lebten die
Menschen bis herab zum Schlusse der Dritten
Wurzelrasse, da ein ewiger
Frühling auf der ganzen Kugel herrschte, wie ihn jetzt
die Bewohner des Jupiter
genießen; einer Welt, welche, wie Herr Camille
Flammarion sagt:
Nicht wie die unsere dem Wechsel der Jahreszeiten und
plötzlichen Temperaturschwankungen unterworfen ist, sondern bereichert durch
alle Schätze eines ewigen Frühlings. [10]
Astronomen, welche behaupten, daß Jupiter sich nach
unseren Begriffen in
einem geschmolzenen Zustand befindet, sind
aufgefordert, ihren Streit mit
diesem gelehrten Astronomen auszugleichen. [11] Man
muß sich jedoch immer
vor Augen halten, daß der erwähnte „ewige Frühling“
ein Zustand ist, der nur von
den Jupiterbewohnern als solcher erkannt wird. Aber es
ist kein „Frühling“, wie
wir ihn kennen.
In diesem Vorbehalte liegt die Versöhnung zwischen den beiden
hier angeführten Theorieen. Beide umfassen teilweise
Wahrheiten.
Es ist somit eine universelle Überlieferung, daß sich
die Menschheit zu ihrer
gegenwärtigen Gestalt stufenweise aus einem nahezu
durchsichtigen Zustande
des Gewebes entwickelt hat, und zwar weder durch
Wunder noch durch
geschlechtlichen Verkehr. Obendrein ist dies in voller
Übereinstimmung mit den
alten Philosophien; von jenen von Ägypten und Indien,
mit ihren göttlichen
Dynastien, bis herab zu jener des Plato. Und alle
diese universalen Glauben
müssen in eine Klasse gereiht werden mit den
„Ahnungen“ und „hartnäckigen
Vorstellungen“, von denen einige unausrottbar sind, in
den Volksglauben. Solche
43 (2 of 7)
Glauben sind, wie Louis
Figuier bemerkt,
häufig das Ergebnis der
Weisheit und Beobachtung einer unendlichen Anzahl
menschlicher Generationen . . . . (Denn), eine
Überlieferung, welche einen gleichförmigen und universalen Bestand hat, hat das
ganze Gewicht eines wissenschaftlichen Zeugnisses. [12]
Und es giebt mehr als eine solche Überlieferung in den
purânischen Allegorieen,
wie gezeigt worden ist. Obendrein wird die Lehre, daß
die erste Rasse der Menschheit aus den Chhâyâs oder Astralbildern der Pitris
gebildet wurde, vollständig bestätigt im Zohar.
Nach dem Tzelem, dem Schattenbilde der Elohim
(der Pitris, machte Er Adam
(den Menschen). [13]
Es wurde wiederholt als ein Einwand vorgebracht, daß,
wie hoch auch der Grad
des metaphysischen Denkens im alten Indien war, die
alten Ägypter sich nichts
anderen als eines groben Bilderdienstes und
Tierdienstes rühmen konnten;
Hermes, so wird behauptet, sei das Werk griechischer
Mystiker gewesen, welche
in Ägypten lebten. Darauf kann die Antwort gegeben
werden: ein unmittelbarer
Beweis dafür, daß die Ägypter an die Geheimlehre
glaubten, ist der, daß sie
ihnen bei der Initiiation gelehrt wurde. Mögen die
Gegner die Eclogae Physicae
et Ethicae des
Stobäus, des griechischen Kompilators alter Fragmente, welcher
im fünften Jahrhunderte n. Chr. lebte, aufschlagen.
Das folgende ist eine von ihm
herrührende Abschrift eines alten hermetischen Fragmentes,
welches die ägyptische Seelentheorie zeigt. Wort für Wort übersetzt sagt es:
Von einer Seele, von der des Alls, entspringen alle
Seelen, welche sich
ausbreiten, als ob sie mit Absicht über die Welt
verbreitet wären. Diese Seelen
erfahren viele Umformungen;
solche, die bereits kriechende Geschöpfe sind,
verwandeln sich in
Wassertiere; von diesen Wassertieren stammen die
Landtiere her; und von den
letzteren die Vögel. Von den Wesen, welche
droben in der Luft (Himmel)
leben, sind die Menschen geboren. Bei der
Erreichung dieses Zustandes
der Menschen, empfangen die Seelen das
Prinzip der (bewußten) Unsterblichkeit, werden
Geister, und treten dann ein in
den Chor der Götter.
43 (3 of 7)
[9] Siehe die Vereinigung von Chokmah, Weisheit, mit
Binah, Intelligenz, oder
Jehovah, dem Demiurgen, genannt Verstand, in den Sprüchen
Solomons
(). Den Menschen ruft die Weisheit (göttliche occulte
Weisheit) zu: „O ihr
Einfältigen, versteht die Weisheit; und ihr Narren
seid eines verständigen Herzens“. Es ist Geist und Materie, der Nous und die
Psyche; von welch letzterer St. Jakob sagt, daß sie „irdisch, sinnlich und
teuflisch“ ist. [10] Pluralité des
Monds, p. 69.
[11] Eine von Herrn W. Mattieu Williams im Jahre 1881
entwickelte Hypothese
scheint auf die Astronomen nur wenig Eindruck gemacht
zu haben. Es sagt der Verfasser von „Die Nahrung der Sonne“ in Knowledge,
Dez. 23., 1881:
„Wenn ich jetzt die
Untersuchungen des Dr. Andrews auf die Bedingungen
des Zustandes der Sonne anwende
. . . .so schließe ich, daß die Sonne
keinen Kern hat, weder fest,
noch flüssig, noch gasförmig, sondern aus
dissociierter Materie im
kritischen Zustande zusammengesetzt ist, umgeben
zuerst von einer flammenden
Hülle, welche der Wiederverbindung der
dissociierten Materie
zuzuschreiben ist, und außerhalb dieser von einer
anderen Hülle von Dämpfen,
welche durch diese Verbindung entstehen.“
Dies ist eine neue Theorie,
die zu den anderen Hypothesen hinzugefügt
werden soll, ganz
wissenschaftlich und orthodox. Die Bedeutung des
„kritischen Zustandes“ wird
von Herrn W. Mattieu Williams in derselben
Zeitschrift (Dez. 9, 1881) in einem Aufsatze über
„Feste Körper, Flüssigkeiten
und Gase“ erklärt. Die Gelehrte spricht über ein
Experiment des Dr. Andrews
mir Kohlensäure, und sagt:
„Wenn 88° erreicht ist, so
schwindet die Grenze zwischen Flüssigkeit und
Gas; Flüssigkeit und Gas
haben sich zu einem geheimnisvollen,
dazwischenliegenden Fluidum
verbunden; ein unbestimmtes flutendes Etwas
43 (4 of 7)
erfüllt die ganze Röhre -
eine etherisch gemachtes Flüssigkeit oder ein
sichtbares Gas. Man halte ein
rotglühendes Schüreisen zwischen das Auge
und das Licht; man wird eine
aufwärts strömende Welle einer Bewegung
sehen von etwas, das wie
flüssige Luft erscheint. Die Erscheinung des
Mischfluidums in der Röhre
ist dem ähnlich, aber merklich dichter, und steht
offenbar zwischen dem flüssigen und dem gasförmigen
Zustande der Materie,
wie Pech oder Sirup zwischen fest und flüssig steht.“
Die Temperatur, bei welcher dies geschieht, wurde von
Dr. Andrews „Kritische
Temperatur“ genannt; hier sind der gasförmige und der
flüssige Zustand „kontinuierlich“, und es ist wahrscheinlich, daß alle anderen
Substanzen, welche in diesen beiden Zuständen bestehen können, ihre eigenen, besonderen
kritischen Temperaturen haben.
Bei weiterer Spekulation über diesen „kritischen“
Zustand äußert Herr W. Mattieu Williams
einige ganz occulte Theorieen über Jupiter und andere Planeten. Er sagt:
„Unsere Begriffe von festen Körpern, Flüssigkeiten und
Gasen sind aus unseren Erfahrungen über den Zustand der Materie hier auf dieser
Erde abgeleitet. Könnten wir auf einen anderen Planeten versetzt werden, so
würden sie seltsam verändert. Auf dem Merkur würde das Wasser unter die
kondensierbaren Gase gehören; auf dem Mars unter die schmelzbaren festen
Körper; aber wohin auf dem Jupiter?
Neue Beobachtungen geben uns
das Recht, diesen als eine kleine Sonne zu
betrachten, mit einer äußeren
Hülle wolkigen Stoffes, anscheinend aus
teilweise kondensiertem
Wasser, aber rotglühend, oder wahrscheinlich noch
heißer im Inneren. Seine
Dampfatmosphäre ist offenbar von ungeheurer
Tiefe, und da die Schwerkraft
auf seiner sichtbaren äußeren Oberfläche
43 (5 of 7)
zweiundeinhalbmal so groß ist
als die unserer Erdoberfläche, so muß der
Luftdruck bei einem
Hinabsteigen unter diese sichtbare Oberfläche bald den
Betrag erreichen, bei dem der
Wasserdampf in seinen kritischen Zustand
versetzt wird. Wir können
daher schließen, daß die Meere des Jupiter weder
aus gefrorenem, noch flüssigem,
noch gasförmigem Wasser bestehen,
sondern Meere oder
Atmosphären von kritischen Wasser sind. Wenn
irgendwelche Fische oder
Vögel darin schwimmen oder fliegen, so müssen
sie sehr kritisch organisiert
sein.“ - Da die ganze Masse des Jupiter 300mal
größer ist als die der Erde
und sein nach dem Mittelpunkt zu gerichtete
Kompressionskraft derselben proportional ist, würden
seine Materialien, wenn
sie jenen auf der Erde
ähnlich und nicht heißer wären, erheblich dichter sein,
und der Planet würde ein höheres
spezifisches Gewicht haben. Aber wir
wissen aus der Bewegung
seiner Satelliten, daß an Stelle dessen sein
spezifisches Gewicht weniger
als ein Viertel von dem der Erde beträgt. Dies
rechtfertigt den Schluß, daß
er intensiv heiß ist; denn selbst Wasserstoff
würde, wenn er kalt wäre, unter einem solchen Drucke
dichter werden, als der
Jupiter ist.
„Da alle elementaren
Substanzen als feste Körper, Flüssigkeiten oder Gase,
oder kritisch existieren
können, je nach den Bedingungen von Temperatur
und Druck, so bin ich zu dem hypothetischen Schlusse
berechtigt, daß Jupiter
weder ein fester, noch ein flüssiger oder gasförmiger
Planet ist, sondern ein
kritischer Planet
oder ein Gestirn, das innerlich aus associierten Elementen im
kritischen Zustande zusammengesetzt ist und von einer dichten
Atmosphäre
ihrer Dämpfe und jener von
einigen ihrer Verbindungen, wie z. B. Wasser
umgeben ist, Dieselbe
Überlegung trifft bei Saturn und anderen großen und
nicht dichten Planeten zu.“
Es ist befriedigend zu sehen,
wie sich die „wissenschaftliche Einbildung“ jedes
Jahr enger dem Grenzlande
unserer occulten Lehren nähert.
43 (6 of 7)
[12] The Day after Death, p. 23.
[13] Cremona Ausgabe, III. 76 a: Brody Ausg., III. 159
a; Qabbalah, Isaac Myer p. 420.
43 (7 of 7)
23. DIE SELBSTGEBORENEN WAREN DIE CHHAYAS, DIE SCHATTEN AUS
DEN KÖRPERN DER SÖHNE DES ZWIELICHTES. WERDER WASSER
NOCH
Dieser Vers kann nicht ohne die Hilfe der e verstanden
werden. Er
bedeutet, daß die erste Wurzelrasse, die „Schatten“
der Vorfahren, nicht verletzt
oder durch Tod zerstört werden konnten. Da sie so
ätherisch und so wenig
menschlich ihrer Konstitution nach waren, konnten sie
von keinem Elemente -
Flut oder Feuer - beeinflußt werden. Aber ihre
„Söhne“, die Zweite Wurzelraße
konnten es und wurden so
zerstört. So wie die Vorfahren gänzlich in ihrer
eigenen Astralkörpern
aufgingen, welche ihre Nachkommenschaft waren, so
wurde diese Nachkommenschaft
in ihren Abkömmlingen, den
„Schweißgeborenen“
absorbiert. diese waren die Zweite Menschheit -
zusammengesetzt aus den
verschiedenartigsten, riesigen halbmenschlichen
Ungeheuern - den ersten Versuchen der materiellen
Natur, menschliche Körper
zu bilden. Die immer blühenden Länder (Grönland unter
anderen) des Zweiten
Kontinentes wurden nach einander aus Paradiesen mit
ihrem ewigen Frühling, in
einen hyperboreischen Hades verwandelt. Diese
Umwandlung war eine Folge
der Lageveränderung der großen Wasser der Kugel, indem
die Meere ihre
Betten veränderten; und die Hauptmasse der Zweiten
Rasse ging in diesen
ersten großen Wehen der Entwicklung und Verfestigung
der Kugel während der
menschlichen Periode zu Grunde. Solcher großer
Umwälzung haben bereits vier
stattgefunden. [15] Und wir können für uns selbst eine
fünfte im richtigen Verlaufe der Zeit erwarten.
[14] So zerstört.
[15] Die erste ereignete sich, als das, was jetzt der
Nordpol ist, von den späteren Kontinenten getrennt wurde.
45
Die Berichte in den verschiedenen Purânen sind
in ihren Einzelheiten so
widerspruchsvoll, wie alles übrige. Während so im Rig-Veda
Idâ oder Ilâ die
Unterrichterin des Vaivasvata Manu genannt wird, macht
Sâyana aus ihr eine
Göttin, welche der Erde vorsteht, und das Shatapatha
Brâhmana zeigt sie als die
Tochter Manus, als ein Kind seines Opfers, und
späterhin als sei (Vaivasvata´s)
Weib, mit welchem er die Rasse der Manus erzeugte. In
den Purânen ist sie
hinwieder Vaivasvatas Tochter, jedoch das Weib von
Budha (Weisheit), dem
unrechtmäßigen Sohne des Mondes (Soma) und des Weibes
des Planeten
Jupiter (Brihaspati), der Târâ. all dies, welches dem
Profanen als ein Wirrwarr
erscheint, ist voll von philosophischer Bedeutung für
den Occultisten. Schon auf
der Oberfläche der Erzählung ist ein geheimer und
heiliger Sinn wahrnehmbar;
alle Einzelheiten jedoch sind so absichtlich
vermischt, daß nur das erfahrene
Auge eines Initiierten ihnen folgen und die Ereignisse
in ihre richtige Reihenfolge
setzen kann.
Die Geschichte, wie sie im Mahâbhârata erzählt
ist, schlägt den Grundton an,
und doch bedarf sie einer Erklärung durch den geheimen
Sinn, welcher in der
Bhagavad Gîtâ enthalten
ist. Sie ist der Prolog zu dem Drama unserer (fünften)
Menschheit. Während Vaivasvata an dem Flussufer in
Andacht versunken war,
fleht ein Fisch um seinen Schutz vor einem größeren
Fisch. Er rettet ihn und
setzt ihn in einen Krug; darin größer und größer
wachsend, teilt dieser ihm die
Neuigkeit der bevorstehenden Sintflut mit. Dieser
Fisch ist der wohlbekannte
Matsya Avatâra, der erste Avatâra des Vishnu, der
Dagon [16] des chaldäischen
Xisuthrus, und noch viele andere Dinge. Die Geschichte
ist zu gut bekannt, als
daß sie wiederholt zu werden brauchte. Vishnu giebt
den Auftrag, ein Schiff zu
erbauen, in welchem Manu samt den sieben Rishis
gerettet wird, nach dem
Mahâbhârata;
doch fehlt dies in anderen Texten. Hier stehen die sieben Rishis
für die sieben Rassen, die sieben Prinzipien, und
verschiedene andere Dinge; denn es ist wieder ein doppeltes Geheimnis eingeschlossen
in dieser mannigfaltigen Allegorie.
Wir haben anderwärts gesagt, daß die Große Flut
verschiedene Bedeutungen
hatte, und daß sie sich, sowie auch der „Fall“, auf
geistige wie auf körperliche,
auf kosmische wie auf irdische Ereignisse bezog: wie
oben, so ist es unten. Das
Schiff oder die Arche - Navis - kurz gesagt, als das
Symbol des weiblichen
Zeugungsprinzipes, ist vorgebildet am Himmel durch den
Mond und auf Erden
durch den Schooß. Beide sind die Gefäße und Träger der
Samen des Lebens
47
und Seins, welche die Sonne
oder Vishnu, das männliche Prinzip, belebt und
befruchtet. Die erste
kosmische Flut bezieht sich auf die ursprüngliche
Schöpfung, oder die Bildung
von Himmel und den Erden; in welchem Falle
Chaos und die große Tiefe für die „Flut“ stehen, und
der Mond für die „Mutter“,
aus der alle Lebenskeime hervorgehen. [17] Aber die
irdische Flut und ihre
Geschichte hat auch ihre doppelte Anwendung. In dem
einen Falle hat sie Bezug
auf jenes Geheimnis, da die
Menschheit vor gänzlicher Zerstörung durch das
sterbliche Weib bewahrt
wurde, welches am Ende der dritten Rasse zum
Behälter des menschlichen
Samens gemacht wurde, [18] und in dem anderen
auf den wirklichen und geschichtlichen Untergang der
Atlantis. In beiden Fällen
wird die „Schaar“ – oder der Manu, welcher den „Samen
rettete – Vaivasvata
Mann genannt. Daher die Verschiedenheit zwischen den
purânischen und
anderen Darstellungen; während im Shatapatha
Brâhmana Vaivasvata eine
Tochter hervorbringt und mit ihr die Manurasse erzeugt
– eine Bezugnahme auf
die ersten menschlichen Manushyas, welche durch den
Willen (Kriyâshakti)
Weiber zu erschaffen hatten, bevor diese auf
natürliche Weise von den
Hermaphroditen als ein unabhängiges Geschlecht geboren
wurden, die daher als
die „Töchter“ ihres Schöpfers betrachtet wurden. Die
purânischen Berichte
machen Idâ oder Ilâ zum Weibe des Budha (Weisheit).
Diese Darstellung bezieht
sich auf die Ergebnisse der atlantischen Flut, als
Vaivasvata, der große Weise
auf Erden, die fünfte Wurzelrasse davor bewahrte,
zusammen mit den Überresten der vierten zerstört zu werden.
Dies ist sehr klar gezeigt in der Bhagavad Gîtâ,
welche den Krishna sagen läßt:
Die sieben großen Rishis, die vier vorhergehenden Manus,
welche an meiner Weisheit teilhaben, wurden aus meinem Gemüte geboren: aus
ihnen entsprangen (wurden geboren) das Menschengeschlecht und die Welt. [19]
Hier sind die vier vorhergehenden Manus von den sieben, die vier Rassen, [20]
welche bereits gelebt haben, denn Krishna gehört der
fünften Rasse an, da sein
Tod das Kaliyuga eröffnete. Somit ist Vaivasvata Manu,
der Sohn des Sûrya, und
der Heiland unserer Rasse, verknüpft mit dem „Samen
des Lebens“, sowohl
körperlich als geistig. Aber gegenwärtig, indessen wir
von allen sprechen, haben
wir uns selbst nur mit den ersten zweien zu befassen.
[16] Wir müssen uns daran erinnern, daß an der Spitze
der babylonischen
Götter Ea, Anu, und der ursprüngliche Bel standen; und
daß Ea, der erste, der
Gott der Weisheit war, der große „Gott des Lichtes“ und
der Tiefe, und daß er
identifiziert wurde mit Oannes, oder dem biblischen
Dagon - dem Mann-Fische,
der sich aus dem persischen
Golf erhob.
[17] Es ist viel später, daß
der Mond ein männlicher Gott wurde; bei den
Hindûs war er Soma, bei den
Chaldäern Nanak oder Nanar, und Sin, der
Sohn des Mulil, des älteren
Bel. Die Akkadier nannten ihn den „Herrn der
Geister“; und er war der Gott von Nipur (Niffer) im
nördlichen Babylonien. Es
war Mulil, welcher die Wasser der Flut vom Himmel auf
die Erde fallen ließ,
weshalb ihm Xisuthrus nicht
gestatten wollte, sich seinem Alter zu nähern.
Wie die modernen Assyriologen
jetzt festgestellt haben, ist das nördliche
Nippur das Centrum, von dem
aus die chaldäische (schwarze) Magie sich
ausbreitete; und Eridu (der
südliche), welches der ursprüngliche Sitz der
Verehrung des Kulturgottes
war, des Gottes der himmlischen Weisheit -
indem der Sonnengott überall
die höchste Gottheit ist. Bei den Juden ist der
Mond verknüpft mit Israels
Jehovah und seinem Samen, denn Ur war der
Hauptsitz der Verehrung des Mondgottes, und von
Abraham wird gesagt, daß
er von Ur gekommen sei, wobei er aus einem A-bra(h)m
zu einem Abraham wird.
[18] Als Nârada, der jungfräuliche Asket, dem
Menschengeschlecht dadurch ein Ende zu machen drohte, daß die Söhne des Daksha
verhinderte, dasselbe hervorzubringen.
[19] X. 6.
[20] Dies wird bestätigt von einem gelehrten
Brâhmanen. in seinen ganz
vorzüglichen Vorlesungen über die Bhagavad Gîtâ
(Theosophist, April, 1887,
p. 444) sagt der Vortragende:
„Es ist da eine Besonderheit, auf die ich ihre
Aufmerksamkeit lenken muß. Er
(Krishna) spricht hier von vier Manus. Warum spricht
er von Vieren? Wir sind
jetzt im siebenten Manvantara - in dem des Vaivasvata.
Wenn er von den vergangenen Manus spricht, so sollte er von sechsen sprechen,
aber er erwähnt nur vier. In einigen en ist ein Versuch gemacht worden, dies
auf eine eigentümliche Art zu erklären.“ „Das Wort ‘Chatvârah´ wird getrennt
von dem Worte ‘Manavah´, und wird bezogen auf Sanaka, Sanandana, Sanatkumâra,
und Sanatsujata, welche auch inbegriffen waren unter den aus der Seele
geborenen Söhnen des Prajâpati.
„Aber diese Erklärung wird zu
einem höchst widersinnigen Schlusse führen,
und den Satz sich selbst
widersprechen machen. Die im Text angedeuteten
Personen haben einen näher
bestimmenden Zusatz in dem Satze. Es ist wohl
bekannt, daß Sanaka und die
drei anderen sich weigerten, zu schaffen,
obwohl die anderen Söhne dies
thun zugestimmt hatten; daher wäre es
widersinnig, wenn man von
jenen Personen spricht, von denen die
Menschheit ihr Dasein
begleitet, die vier auch in die Liste aufzunehmen. Die
Stelle muß erklärt werden,
ohne das Kompositum in zwei Hauptwörter zu
zerlegen. Die Zahl der Manus wird dann vier sein, und
die Behauptung würde
dann in Widerspruch mit dem purânischen Bericht sein,
jedoch in
Übereinstimmung mit der occulten Theorie. Sie werden
sich daran erinnern,
daß (im Occultismus) behauptet wird, daß wir jetzt in
der fünften Wurzelrasse
sind. Jede Wurzelrasse wird
als die Santati eines besonderen Manu
betrachtet. Nun ist die
vierte Rasse vergangen, oder, mit anderen Worten, es
sind vier vergangene Manus
gewesen.“
Die „Sintflut“ ist unleugbar eine „universale
Überlieferung.“ „Eiszeiten“ waren
zahlreich und ebenso die „Sintfluten“ aus verschiedenen
Gründen. Stockwell und
Croll zählen ungefähr ein halbes Dutzend Eiszeiten und
darauffolgende Fluten
auf, deren früheste von ihnen auf 850 000, und deren
letzte auf 100 000 Jahre
zurückversetzt wird. [21] Aber welches war unsere Flut?
Sicherlich die erstere,
diejenige, welche bis zum heutigen Tage in den
Überlieferungen aller Völker vom
entferntesten Altertume an aufgezeichnet bleibt;
diejenige, welche schließlich die
letzten Halbinseln der Atlantis hinwegschwemmte,
beginnend mit Ruta und
Daitya und endigend mit der verhältnismäßig kleinen
von Plato erwähnten Insel.
Dies zeigt sich in den Übereinstimmungen gewisser
Einzelheiten, in allen
Legenden. Sie war die letzte ihres gigantischen
Charakters. Die kleine Flut,
deren Spuren Baron Bunsen in Centralasien fand und
welche er auf ungefähr 10
000 Jahre v. Chr. versetzt, hatte weder zu thun mit
der halbuniversalen Flut oder
Noahs Sintflut, - welche letztere eine rein mythische
Wiedergabe alter
Überlieferungen ist – noch selbst mit dem Untergange
der letzen atlantischen
Insel; oder zum mindesten hatte sie mit ihnen nur
einen moralischen Zusammenhang.
Unsere fünfte Rasse – die nicht initiierten Teile
derselben – hörte von vielen
Sintfluten und verwechselte dieselben und weiß jetzt
nur von einer. Diese eine
veränderte den ganzen Anblick der Kugel mit ihrer
Vertauschung und Verschiebung von Land und Meer.
Wir können damit die Überlieferung der Peruaner
vergleichen:
Die Inkas, sieben an der Zahl, haben die Erde
nach der Sintflut wieder bevölkert. [22]
Humboldt erwähnt die mexikanische Lesart derselben
Legende, aber verwirrt
einigermaßen die Einzelheiten der noch erhaltenen
Legende über den
amerikanischen Noah. Nichtsdestoweniger erwähnt der
ausgezeichnete
Naturforscher zweimal sieben Genossen und den
„göttlichen Vogel“, welcher
dem Bote der Azteken voranflog, und macht so fünfzehn
auserwählte an Stelle
der sieben und der vierzehn. Dies wurde wahrscheinlich
unter irgend einer
unwillkürlichen Erinnerung an Moses geschrieben,
welcher fünfzehn Enkel des
Noah erwähnt haben soll, welche mit ihrem Großvater
entkamen. Dann wird
wiederum Xisuthrus, der chaldäische Noah, gerettet und
„lebendig“ in den
Himmel erhoben – wie Enoch – mit den sieben Göttern,
den Kabirim, oder den
sieben göttlichen Titanen. Wiederum hat der chinesische
Yao sieben Figuren,
welche mit ihm segeln und welche er „beleben“ wird,
wenn er landet und als „menschliche Samen“ gebrauchen. Osiris, wenn er in die
Arche oder das Sonnenboot eintritt, nimmt sieben Strahlen mit sich u. s.
w.
Sanchuniathon macht die Aletae oder Titanen (die
Kabirim) zu Zeitgenossen des
Agruerus, des großen phönizischen Gottes, - welchen
Faber mit Noah zu
identifizieren suchte; [23] ferner wird vermutet, daß
der Name „Titan“ hergeleitet
ist von Tit-Ain, - die „Quellen des chaotischen Abgrundes“
[24] (Tit-Theus, oder
Tityus ist die „göttliche Flut“); und so ist gezeigt,
daß alle Titanen, welche sieben
sind, in Zusammenhang stehen mit der Flut und den
sieben von Vaivasvata Manu geretteten Rishis. [25]
Diese Titanen sind die Söhne von Chronos, der Zeit,
und Rhea, der Erde. Und da
Agruerus, Saturn und Sydyk ein und dieselbe
Persönlichkeit sind, und da es
auch von den sieben Kabiren heißt, daß sie die Söhne
von Sydyk oder Chronos-Saturn
sind, sind die Kabiren und Titanen wesentlich gleich.
Denn einmal hatte der fromme Faber Recht in seinen Schlußfolgerungen, wenn er
schrieb:
Ich zweifle nicht, daß die sieben Titanen oder Kabiren
auch dasselbe sind, wie
die sieben Rishis der indischen Mythologie (?), von
denen es heißt, daß sie in
einem Boot entkommen sind, zusammen mit Menu, dem
Haupte (?) der Familie. [26]
Aber er ist weniger glücklich in seinen Spekulationen,
wenn er hinzufügt:
Die Hindûs haben in ihren wilden Legenden verschiedenartig
die Geschichte
der Noachiden verdreht (?!), doch es ist
bemerkenswert, daß sie ehrfürchtig
die Zahl sieben [27] anhingen: Daher bemerkt Capt.
Wilford sehr scharfsinnig,
daß „vielleicht die sieben Menus, die sieben
Brahmâdicas, mitsamt den sieben
Rishis, ein und dieselben sind, und nur sieben individuelle
Personen
ausmachen. [28] Die sieben Brahmâdicas waren prajâpatis,
oder Herren der
prajâs oder
Kreaturen. Von ihnen wurde die Menschheit hervorgebracht, und
sie sind wahrscheinlich
dasselbe wie die sieben Menus . . . Diese sieben
großen Vorfahren des Menschengeschlechts
waren . . . zu dem Zwecke
erschaffen, die Erde wieder
mit Bewohnern zu erfüllen.“ [29] Die
wechselseitige Ähnlichkeit
der Kabiren, der Titanen, der Rishis, und der
noachischen Familie, ist zu auffallend, um die Wirkung
eines bloßen Zufalles
zu sein.
[21] Stockwell,
Smithsonian Contributions to Knowledge, ; R. W.
McFarland, American Journal of Science, III. .
456; und Crolls Climate and
Time.
Lemurien wurde nicht durch eine Flut ertränkt, sondern durch eine vulkanische
Thätigkeit zerstört, und versank darnach.
[22] Coste I., . 19.
[23] Agruerus ist Chronos, oder Saturn, und das
Vorbild des isrealitischen Jehovah. Als in Zusammenhang stehend mit Argha, dem
Monde oder der Arche der Erlösung, ist Noah mythologisch eins mit Saturn. Aber
dann kann sich dies nicht auf die irdische Flut beziehen. (Siehe Fabers Cabiri,
I. 35, 43 und 45.)
[24] Ebenda, II, 240.
[25] Sanchuniathon sagt, daß die Titanen die Söhne
Chronos waren, und sieben an der Zahl; und er nennt sie Feueranbeter, Aletae
(Söhne des Agni?) und Sintflutler. Al-ait ist der Gott des Feuers.
[26] Ebenda, I. 130, Anm.
[27] Von welcher sieben, wie wir bemerken
wollen, die Ârier und nicht die Semiten die Urheber waren, während die Juden
die Zahl von den Chaldäern erhielten.
[28] Sieben individuelle Gottessöhne, oder Pitaras,
Pitris; in diesem Falle auch die Söhne des Chronos oder Saturn (Kâla, „Zeit“)
und Arkiten, gleich den Kabiren und Titanen, wie ihr Name - „Mondvorfahren“
- zeigt, denn der Mond ist die Arche, oder Argha, auf dem Wasserabgrunde des
Raumes. [29] Asiatic Researches,
V. 246.
Faber ward zu diesem Irrtum verleitet und baute in der
Folge seine ganze
Theorie bezüglich der Kabiren auf Grund der Thatsache
auf, daß der Name des
Japhet der Schrift in dem Verzeichnisse der Titanen
vorkommt, welches in einem
Verse der orphischen Hymnen enthalten ist. Nach
Orpheus waren die Namen der
sieben arktischen Titanen, - welche Faber mit den gottlosen
Titanen, ihren
Nachkommen, zu identifizieren sich weigert – Koeus,
Kroeus, Phorcys, Cronus,
Oceanus, Hyperion und Iapetus.
[korrekter Abdruck siehe Buch] [30]
Aber warum könnte nicht der
babylonische Ezra den Namen des Iapetus für
einen der Söhne Noahs adoptiert haben? Die Kabiren,
welche die Titanen sind,
werden auch Manes genannt, und ihre Mutter Mania, nach
Arnobius. [31] Die
Hindûs können daher mit viel mehr Grund behaupten, daß
die Manes ihre Manus
bedeuten und daß Mania der weibliche Manu des Râmâyana
ist. Mania ist Ilâ
oder Idâ, das Weib und die Tochter des Vaivasvata
Manu, mit der er „die Rasse
der Manus erzeugte.“ Wie Rhea, die Mutter der Titanen,
ist sie die Erde –
Sâyana machte sie zur Göttin der Erde – und sie ist
nur die zweite Auflage und
Wiederholung der Vâch. Beide, Idâ und Vâch, werden in
Männer und Weiber
verwandelt; Idâ wird Sudyumna und Vâch, der „weibliche
Virâj“, verwandelt sich
in ein Weib, um die Gandharvas zu bestrafen; eine
Leseart bezieht sich auf
kosmische und göttliche Theorie, die andere auf die
spätere Periode. Die Manes
und Mania des Arnobius sind Namen indischen Ursprungs,
von den Griechen
und Lateinern aufgegriffen und entstellt.
Somit ist es kein Zufall, sondern die Folge der
uralten Lehre, welche allen
gemeinsam war und deren letzte Bearbeiter die
Israeliten waren, durch Ezra, den
Verfasser der mosaischen Bücher. So ungezwungen gingen
sie mit anderer
Leute Eigentum um, daß der Pseudo-Berosus [32] zeigt,
daß Titaea, - welche
Diodorus Siculus [33] zur Mutter der Titanen oder
Sintflutler macht – das Weib
des Noah war.
Faber nennt ihn den „Pseudo-Berosus“, nimmt aber die Mitteilung
an, um einen neuen Beweis gegen die Heiden zu
verzeichnen, welche alle ihre
Götter von den Juden entlehnt haben, durch Umwandlung
patriarchischen
Materials. Nach unserer bescheidenen Meinung ist dies
einer der bestmöglichen
Beweise für genau das Gegenteil. Er zeigt so klar, als
Thatsachen zeigen
können, daß die biblischen Pseudopersönlichkeiten alle
aus den heidnischen
Mythen entlehnt sind, wenn das schon Mythen sein
müssen. Er zeigt auf jeden
Fall, daß sich Berosus der Quelle der Genesis wohl
bewußt war und daß
dieselbe den gleichen kosmischen astronomischen
Charakter trug wie die
Allegorieen von Isis-Osiris und der Arche und anderen
älteren „arktischen“
Symbolen. Denn Berosus sagt, daß „Titaea Magna“ später
Aretia genannt [34]
und mit der Erde zusammen verehrt wurde; und dies
identifiziert Titaea, Noahs
Gattin mit Rhea, der Mutter der Titanen, und mit Idâ;
beide sind Göttinnen,
welche der Erde vorstehen, und die Mütter der Manus
und Manes, oder Titan-Kabiren.Und Titaea-Aretia wurde als Horchia veehrt, sagt
derselbe Berosus und dies ist ein Titel der Vesta, der Göttin der Erde. Sicanus deificavit Aretiam, et nominavit eam
linguâ Janigenâ Horchiam. [35]
Schwerlich unterläßt ein alter Dichter der
geschichtlichen oder vorgeschichtlichen
Zeit, das Sinken der beiden Festländer – oft Inseln
genannt – in der einen oder
anderen Form zu erwähnen. Daher die Zerstörung,
abgesehen von Atlantis, der
phlegrischen Insel. Pausanius und Nonnus sagen uns
beide:
Bis zum tiefwurzelnden Fuß erschüttert die phlegrische
Insel Tobend Neptun, und versenkt die gottvergess´nen Bewohner In die Tiefen
des Meeres. [36]
Faber war überzeugt, daß die
phlegrische Insel Atlantis war. Aber solchen
Allegorieen sind mehr oder
weniger entstellte Wiederhalle der indischen
Überlieferung von jener
großen Umwälzung, welche die vierte, wirklich
menschliche, wenn auch
gigantische Rasse, diejenige, welche der ârischen
voranging, befiel. Jedoch hat, wie schon gesagt,
gleich allen anderen Legenden
die Legende von der Sintflut mehr als eine Bedeutung.
Sie bezieht sich in der
Theogonie auf präkosmische Transformationen,
auf geistige Korrelationen – wie
unsinnig auch der Ausdruck einem wissenschaftlichen
Ohre klingen mag – und
auch auf die darauffolgende Weltentstehung; auf die
große Flut der Wasser
(Materie) im Chaos, erweckt und befruchtet durch jene
Geistesstrahlen, welche
von der geheimnisvollen Differentiation überwältigt
wurden und in ihr vergingen –
ein präkosmisches Geheimnis, der Prolog zu dem Drama
des Seins. Anu, Bel
und Noah gingen voran dem Adam Kadmon, Adam dem Roten,
und Noah;
geradeso wie Brahmâ, Vishnu und Shiva vorangingen dem
Vaivasvata und den
übrigen. [37]
All dies geht darauf aus, zu zeigen, daß die halbuniversale
Flut, welche der
Geologie bekannt ist – die erste Eiszeit – gerade zu
der ihr von der Geheimlehre
zugeschriebenen Zeit stattgefunden haben muß: nämlich
200 000 Jahre in
runder Zahl, nach dem Beginne unserer fünften Rasse,
oder ungefähr zu der
Zeit, welche die Herren Croll und Stockwell für die
erste Glacialperiode angeben:
d. i. vor
ungefähr 850 000 Jahren. Somit, da die spätere Störung von Geologen
und Astronomen einer „außerordentlichen Excentricität
der Erdbahn“
zugeschrieben wird, und da die Geheimlehre sie
derselben Ursache zuschreibt,
aber mit Hinzufügen eines anderen Faktors, der
Verlegung der Erdachse – wofür
ein Beweis im Buch Enoch [38] gefunden werden
kann, wenn die verhüllte
Sprache der Purânen nicht verstanden wird –
sollte alles dies dazu dienen, zu
zeigen, daß die Alten etwas von den „modernen
Entdeckungen“ der Wissenschaft wußten. Enoch, welcher von „der großen Neigung
der Erde“ spricht, welche in „Geburtswehen ist“, ist ganz deutlich und
klar. [30] Orpheus apud Proclum in
Timaeum, V. 295.
[31] Arnobius, Contra
Gentes, III. 124; angeführt von Faber, a. a. O., I. 135.
[32] Ant., III. 8.
[33] Bibl., III. 170.
[34] Aretia war die weibliche
Form von Artes, dem ägyptischen Mars. Daher
das chaldäische (und jetzt hebräische Wort [korrekter
Abdruck siehe Buch] (Arets), „Erde“. Seyffarth, der Verfasser der Beiträge
zur Kenntnis (unter „Artes“, Mars) citiert wie folgt:
Addit Cedrenus (Salm. I. c.):
Stella Martis ab Aegyptiis vocatur Ertosi
(plantare, generare).
class=”Fussnote”>Significat autem hoc omnis generis
procreationem et vivificationem,
omnisque substaniae et materiae naturam et
vim ordinentem atque
procreantem.“ Es ist die Erde als „Quelle des Seine“;
oder, wie der Verfasser von The
Source of Measures (p. 186) erklärt, Arts ist
dasselbe im Hebräischen und
Ägyptischen, und beide „verbinden die
ursprüngliche Idee von Erde
als Quelle; genau so wie im Hebräischen selbst,
unter einer anderen Form Adam
und Mâdim, Mars, dieselben sind, und die
5I
Idee von Erde verbinden mit Adam unter
der Form von h-a lam-h.“ [35] Ant., V. 64.
[36] Nonnus, Dionys, . 319, citiert von Faber,
a. a. O., I. 139.
[37] Siehe Isis Unveiled, II. 420 ff., wo eine
oder zwei der sieben Bedeutungen
angedeutet sind.
[38] Kap. LXIX. (Sect. class=”Fussnote”>).
51
Ist das nicht einleuchtend! Nuah
ist Noah, der auf den Wassern schwimmt in
seiner Arche; die letztere
ist das Emblem der Argha, oder des Mondes, des
weiblichen Prinzips; Noah ist
der „Geist“, welcher in die Materie fällt. Wir
finden ihn, sobald er auf die Erde herabsteigt, einen
Weingarten pflanzen, den
Wein trinken, und davon trunken werden, d. i.
der reine Geist wird berauscht,
sobald er gänzlich in den
Stoff eingekerkert ist. Das siebente Kapitel der
Genesis ist nur eine andere Wiedergabe des ersten. Während so
das letztere
lautet: „Und es war finster
auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte auf
dem Wasser“; heißt es in dem
ersteren. „Also nahm das Gewässer
überhand; . . . und die Arche fuhr (mit Noah, dem
Geiste) auf dem Gewässer.“
Somit ist Noah, wenn er mit dem chaldäischen Nuah
wesensgleich ist, der
Geist, welcher den Stoff belebt, welch letzterer das
Chaos ist, repräsentiert
durch die Tiefe oder die Gewässer der Flut. In der
babylonischen Legende (wo
das praekosmische mit dem irdischen Ereignis vermengt
ist) ist Istar
(Ashteroth, oder Venus, die Mondgöttin), welche in die
Arche eingeschlossen
ist und eine Taube aussendet, um trockenes Land
zu suchen. [39]
George Smith bemerkt in den „Tafeln“, zuerst die
Schöpfung des Mondes und
dann die der Sonne: „Ihre
Schönheit und Vollkommenheit werden gepriesen,
und die Regelmäßigkeit ihrer
Bahn, was dahin führte, dieselbe als den Typus
eines Richters und als den
Leiter der Welt zu betrachten.“ Wenn diese
Geschichte sich einfach auf eine kosmologische
Umwälzung beziehen würde
·
wenn auch diese
letztere universell wäre – warum sollte die Göttin Istar oder
Ashteroth, der Mond, von der Schöpfung der Sonne nach
der Sintflut sprechen? Die Wasser mögen so hoch gereicht haben wie der Berg
Nizir in der chaldäischen Version, oder der Jebel Djudi, das Sintflutgebirge
der arabischen Legende, oder auch der Ararat der biblischen Erzählung, und
selbst als der Himâlaya der indischen Überlieferung, und doch nicht bis zur
Sonne gereicht haben; die Bibel selbst hält inne vor einem solchen
Wunder!
Es ist offenbar, daß die Sintflut für das Volk,
welches sie zuerst aufzeichnete,
eine andere, weniger problematische und viel
philosophischere Bedeutung hatte als die einer universellen Flut, von der es
durchaus keine geologischen Spuren giebt. [40]
Alle solchen Umwälzungen sind
periodisch und cyklisch, und da Manu
Vaivasvata als ein
generischer Charakter figuriert unter verschiedenen
Umständen und Ereignissen, so
scheint es keinen ernsten Einwand gegen die
Annahme zu geben, daß die erste „große Flut“ eine allegorische,
sowohl als auch
eine kosmische Bedeutung hatte und daß sie sich am
Ende des Satya Yuga
53VI
ereignete, des „Zeitalters der Wahrheit“, als die
zweite Wurzelrasse, „die Manu
mit Knochen“, zuerst als die „Schweißgeborenen“
auftraten.
Die zweite Flut – die sogenannte „universelle“, -
welche die vierte Wurzelrasse
betraf – die von der Theologie ohne Beschwer als „die
verfluchte Rasse der
Riesen“ betrachtet wird, als die Kaiiniten und die
„Söhne des Ham“ – ist die erste
von der Geologie wahrgenommene Flut. Wenn man
sorgfältig die Berichte in den
verschiedenen Legenden der Chaldäer und anderen
exoterischen
Nationalwerken vergleicht. So wird man finden, daß sie
alle mit den orthodoxen,
in den brâhmanischen Büchern gegebenen Erzählungen
übereinstimmen.
Und man wird bemerken, daß, während im ersten Berichte
„kein Gott und kein
Sterblicher schon auf Erden ist“, da Manu Vaivasvata
am Himavân landet; in dem
zweiten den sieben Rishis erlaubt ist, ihm
Gesellschaft zu leisten; und dies zeigt,
daß, während einige Berichte sich auf die siderische
und kosmische Flut vor der
sogenannten „Schöpfung“ beziehen, andere von der
großen Flut der Materie auf
Erden und wieder andere von
einer wirklichen Wasserflut handeln. Im
Shatapatha Brâhmana findet Manu, daß die Flut alle lebendigen Kreaturen
weggeschwemmt hat und daß er
allein übrig gelassen wurde – d. i. der Same
des Lebens allein
blieb übrig von der vorhergehenden Auflösung des Weltalls,
oder dem Mahâpralaya nach einem „Tag des Brahmâ“; und
das Mahâbhârata
bezieht sich einfach auf die geologische Umwälzung,
welche nahezu die ganze
vierte Rasse hinwegschwemmte, um Platz für die fünfte
zu machen. Daher zeigt
sich Vaivasvata Manu unter drei verschiedenen
Attributen in unserer
esoterischen Kosmogonie: [41] a) als der „Wurzel-Manu“
auf Kugel A in der
ersten Runde, b) als der „Same des Lebens“ auf
Kugel D in der vierten Runde
und c) als der „Same des Menschen“ beim Beginne einer
jeden Wurzelrasse –
insonderheit in unserer
fünften Rasse. Eben der Anfang der letzteren ist,
während des Dvâpara Yuga,
[42] Zeuge der Vernichtung der verfluchten
Zauberer;
von jener Insel (Plato
spricht bloß von ihrer letzten Insel) jenseits der Säulen
des Herkules im atlantischen Ozean, von welcher aus
ein bequemer Übergang
zu anderen Inseln in der Nachbarschaft eines anderen großen
Festlandes (Amerika) war.
[39] Isis Unveiled, II. 423,424.
53VI
[40] Ebenda, 423, Anm.
[41] Man hat sich daran zu erinnern, daß in der
indischen Philosophie eine
jede unterschiedene Einheit eine solche nur während
der Cyklen Mâyâ ist, da
sie eins ist in ihrer
Wesenheit mit dem Höchsten oder Einen Geist. Daher
entsteht die scheinbare
Verwirrung und Widerspruch in den verschiedenen
Purânen, und manchmal in in denselben Purâna, in
Bezug auf dasselbe
Individuum. Vishnu - als der vielförmige Brahmâ, und
als Brahma (neutrum) -
ist einer, und doch heißt es von ihm, daß er
alle achtundzwanzig Vyâsas sei.
„In jedem Dvâpara (oder dritten) Zeitalter teilt
Vishnu in der Person des Vyâsa
den Veda, welcher (eigentlich
nur) einer ist, in viele Teile . . . .
Achtundzwanzig sind die Veden
von den großen Rishis im Vaivasvata
Manvantara, in dem
Dvâpara-Zeitalter bearbeitet worden; und folglich sind
achtundzwanzig Vyâsas
dahingegangen.“ (Vishnu Purâna, III. 3; Wilson´s
Übers., III. 33, 34.) „Sie, die alle waren) in der
Form des Veda-Vyâsa; welche
die Vyâsas ihrer bezüglichen Zeitalter waren.“ (Ebenda,
a. a. O., p. 33.).
„Diese Welt ist Brahmâ, in Brahmâ, von Brahmâ . . .
nichts weiter zu wissen!“
Dann wieder im Harivamsha: „Es waren (im ersten
Manvantara) sieben berühmte Söhne des Vasishtha, welche (im dritten Manvantara)
Söhne des Brahma waren (d. i. Rishis, die glänzende Nachkommenschaft von
Ûrjâ.“)
(Ebenda,
III. 6, Anm.) Das ist klar: Die Menschheit des ersten Manvantara ist
jene des siebenten und aller zwischenliegenden. die
Menschheit der ersten Wurzelrasse ist die Menschheit der zweiten, dritten,
vierten, fünften u. s. w.; bis zur letzten bildet sie eine cyklische und
beständige Reinkarnation der Monaden, welche zu den Dhyân Chohans unserer
Planetenkette gehören.
[42] Das Dvâpara Yuga ist für jede Rasse verschieden.
Alle Rassen haben
ihre eigenen Cyklen, welche Thatsache einen großen
Unterschied verursacht.
Zum Beispiel die vierte Unterrasse der Atlantier war
in ihrem Kali Yuga, als sie
53VI
vernichtet wurden, während die fünfte in ihrem Satya
oder Krita Yuga war. Die
ârische Rasse ist jetzt in ihrem Kali Yuga, und wird
noch weitere 427 000
Jahre darin verbleiben, während verschiedene
Familienrassen, genannt die
semitische, hamitische, u. s. w., in ihren eigenen
besonderen Cyklen sind. Die
bevorstehende sechste Unterrasse - welche sehr bald
beginnen mag - wird in
ihrem Satya (goldenen) Zeitalter sein, indes wir die
Frucht unserer Bosheit in
unserem Kali Yuga ernten.
53
Dieses atlantische Land war das mit der „weißen Insel“
verbundene, und diese
weiße Insel war Ruta; aber das war nicht das Atala und
der „weiße Teufel“ des
Oberst Wilford, [43] wie bereits gezeigt. Es mag gut
sein, hier zu bemerken, daß
das Dvâpara Yuga 864 000 Jahre dauert, nach den
Sanskrittexten; und daß,
wenn Kali Yuga erst vor ungefähr 5000 Jahren anfing,
es gerade 869 000 Jahre
sind, seitdem jene Vernichtung stattfand. Hinwieder
sind diese Ziffern nicht sehr
weit verschieden von jenen, welche die Geologen geben,
die ihre Eiszeit auf 850
000 Jahre zurückversetzen.
Das Shatapatha sagt uns sodann, daß ein Weib
hervorgebracht wurde, welche
zum Manu kam und erklärte, daß sie seine Tochter sei
und mit welcher er lebte
und die Nachkommenschaft des Manu erzeugte. Dies bezieht
sich auf die
physiologische Umwandlung der Geschlechter während der
dritten Wurzelrasse.
Und die Allegorie ist zu durchsichtig klar, als daß
sie vieler Erklärung bedürfte.
Natürlich wurde, wie bereits bemerkt, angenommen, daß
bei der Trennung der
Geschlechter ein androgynes Wesen seinen Körper in
zwei Hälften teilte – wie in
dem Falle von Brahmâ und Vâch und selbst von Adam und
Eva – und daß die
weibliche in einem gewissen Sinne seine Tochter ist,
geradeso wie er ihr Sohn
sein wird, „Fleisch von seinem (und ihrem) Fleisch und
Bein von seinem (und
ihrem) Bein.“ Man möge auch wohl daran erinnert sein,
daß keiner von unseren
Orientalisten bis jetzt in jenen „Widersprüchen und
verwirrendem Unsinn“, wie
einige die Purânen nennen, wahrzunehmen gelernt
hat, daß eine Bezugnahme
auf ein Yuga eine Runde bedeuten kann, eine
Wurzelrasse und oft auch eine
Unterrasse, sowie auch ein aus der präkosmischen
Theogonie herausgerissenes
Blatt vorstellen kann. Diese doppelte und dreifache
Bedeutung wird bewiesen
durch verschiedene
Bezugnahmen auf scheinbar einunddasselbe Individuum,
unter einem und demselben
Namen, während sie sich in Wirklichkeit auf
Ereignisse beziehen, die
durch ganze Kalpas voneinander getrennt sind. Ein
gutes Beispiel ist das der Ilâ. Sie wird zuerst als
ein Ding dargestellt und dann als
ein anderes. In den exoterischen Legenden heißt es,
daß Manu Vaivasvata, in
dem Verlangen Söhne zu erzeugen, ein Opfer an Mitra
und Varuna anordnete;
daß aber durch ein Versehen des den Gottesdienst
leitenden Brâhmanen nur
eine Tochter erhalten wurde – Ilâ oder Idâ. Dann wird,
„durch die Gunst der zwei
Gottheiten“ ihr Geschlecht geändert und sie
wird ein Mann, Sudyumna. Dann
wird sie wieder in ein Weib verwandelt und so fort;
die Fabel fügt hinzu, daß es
Shiva und seiner Gattin beliebte, daß „sie in dem
einen Monat ein Mann und im
andern Monat ein Weib sein solle.“ Dies hat eine
unmittelbare Beziehung auf die
dritte Wurzelrasse, deren Menschen androgyn waren.
Aber einige sehr gelehrte
Orientalisten [44] glauben und haben erklärt, daß:
55VI
Idâ ist ursprünglich Speise, Nahrung, oder ein
Trankopfer von Milch: daher ein
Strom von Lobpreisungen personifiziert als die Göttin
der Rede.
Den „Profanen“ wird jedoch nicht der Grund gesagt,
warum „ein Trankopfer von
Milch“ oder „ein Strom von Lobpreisung“ abwechselnd männlich
und weiblich
sein sollte: wenn nicht in der That irgend eine
„innere Gewissheit“ dabei ist, welche wahrzunehmen die Occultisten verfehlen.
In ihrer mystischen Bedeutung steht die Vereinigung
von Svâyambhuva Manu
mit Vâch-Shata-Rûpâ, seiner eigenen Tochter – was die
erste „Euhemerisation“
des dualen Prinzipes ist, wovon Vaivasvata Manu und
Ilâ eine zweite du eine
dritte Form sind – in kosmischer Symbolik als das
Wurzelleben, der Keim, aus
dem alle Sonnensysteme, Welten, Engel und Götter
entspringen. Denn, wie Vishnu sagt:
Von Manu müssen die Götter, Asuras, der Mensch,
hervorgebracht werden;
Von ihm muß die Welt erschaffen werden, das, was sich
bewegt und nicht bewegt.
Aber wir können schlechtere Gegner finden, als sogar
die westlichen Gelehrten
und Orientalisten. Wenn in Bezug auf die Frage der
Zahlen Brâhmanen mit
unserer Lehre übereinstimmen mögen, so sind wir doch
nicht so sicher, daß nicht
einige von den orthodoxen konservativen Einwendungen
erheben werden gegen
die Fortpflanzungsarten, die ihren Pitri Devatâs
zugeschrieben werden. Man wird
uns auffordern, die Werke vorzulegen, aus denen wir
zitieren, und wir werden sie
einladen, ihre eigenen Purânen etwas sorgfältiger und
mit einem auf die
esoterische Bedeutung gerichteten Auge zu lesen. Und
dann, wir wiederholen es
nochmals, werden sie, unter dem Schleier mehr oder
weniger durchsichtiger
Allegorieen, jede hierin gemachte Behauptung durch
ihre eigenen Werke
bestätigt finden. Ein oder zwei Beispiele sind bereits
gegeben worden, in Bezug
auf die Erscheinung der zweiten Rasse, welche die
„Schweißgeborenen“ genannt wird. Diese Allegorie wird als ein Feenmärchen
betrachtet und doch verbirgt sie eine psycho-physiologische Erscheinung und
eines der größten Geheimnisse der Natur.
[43] Siehe Asiatic Researches, I. 280.
55VI
[44] Siehe Dowson´s, Hindû Classical Dictionary,
unter „Idâ“.
55
Aber angesichts der hierin gemachten chronologischen
Behauptungen ist naturgemäß, zu fragen:
Hierauf antwortet der Occultismus bejahend, trotz
aller wissenschaftlichen
Gegner. Obendrein deckt diese Dauer nur den
Vaivasvata-Manu-Menschen, d. i.
die bereits in unterschiedene Geschlechter getrennte
männliche und weibliche
Wesenheit. Die zwei und einhalb Rassen, welche dieser
Ereignisse vorangingen,
können vor 300 000 000 Jahren gelebt haben, nach
allem, was die Wissenschaft
sagen kann. Denn die geologischen und physikalischen
Schwierigkeiten auf dem
Wege der Theorie konnten nicht existieren für den ursprünglichen
ätherischen
Menschen der occulten Lehren. Die ganze Streitfrage
zwischen der profanen und
der
esoterischen Wissenschaft beruht auf dem Glauben an und dem Nachweis
von der Existenz eines Astralkörpers innerhalb des
physischen, welch ersterer
von dem letzteren unabhängig ist. Paul d´Assier, der
Positivist, schein die
Thatsache hübsch klar bewiesen zu haben; [45] nicht zu
reden von dem
aufgehäuften Zeugnis der Zeitalter und von dem der
modernen „Spiritualisten“
und Mystiker. Es wird sich als schwierig erweisen,
diese Thatsache in unserem
Zeitalter der Prüfungen, Versuche und sichtbaren
Beweisen zu verwerfen.
Die Geheimlehre behauptet, daß, ungeachtet der
allgemeinen Umwälzungen und
Störungen der vierten Runde unserer Kugel, welche,
weil die vierte Runde die
Periode ihrer stärksten Entwicklung ist, indem sie den
Mittelpunkt des ihr
bestimmten Lebenscyklus bildet – viel schrecklicher
und gewaltiger waren, als
die irgend einer der drei vorhergehenden Runden – der
Cyklen ihres früheren
psychischen und geistigen Lebens und ihrer
halbätherischen Zustände – die
physischen Menschheit auf derselben während der
letzten 18 000 000 Jahre
existiert hat. [46] Dieser Periode gingen 300 000 000
Jahre der mineralischen
und vegetabilen Entwicklung voran. Dem werden all jene
widersprechen, welche
sich weigern, die Theorie von einem „knochenlosen,
rein ätherischen“ Menschen
anzunehmen. Die Wissenschaft, welche nur von
physischen Organismen weiß,
wird empört sein; und die materialistische Theologie
noch mehr. Die erstere wird
mit logischen und verstandlichen Gründen
entgegentreten, welche auf der
vorgefaßten Meinung beruhen, daß alle belebten
Organismen immer auf
derselben Ebene der Materialität in allen Zeitaltern
gelebt haben; die letztere mit
einem Gewebe der abgeschmacktesten Dichtungen. Der von
den Theologen
gewöhnlich vorgebrachte lächerliche Anspruch beruht
auf der der Wirklichkeit
nicht entsprechenden Annahme, den einzigen
menschlichen Wesen im ganzen
Weltalle zu bestehen, welche auf einer Kugel wohnen
und folgerichtig die besten
57VI
ihrer Art sind. [47]
Die Occultisten, welche fest
an die Lehren der Mutter-Philosophie glauben,
weisen die Einwände sowohl
der Theologen, als auch der Wissenschaftler
zurück. Sie behaupten ihrerseits, daß selbst während
jener Perioden, in denen
eine unerträgliche Hitze geherrscht haben muß sogar an
den beiden Polen, mit
aufeinanderfolgenden Fluten, Emporhebungen der Thäler
und beständiger
Verschiebungen der großen Wasser und Meere, keiner
dieser Umstände ein
Hindernis für menschliches Leben und Organisation
bilden konnte, so wie sie es
der frühen Menschheit zuschreiben. Weder die Verschiedenartigkeit der einschließenden
Regionen, die voll schädlicher Gase waren, noch die Gefahr einer kaum
gefestigten Kruste konnten die erste und zweite Rasse hindern, schon während
des Karbon oder des Silurzeitalters selbst aufzutreten. [45] Siehe Posthomous Humanity; ins
Englische übersetzt von H. S. Olcott, London, 1887.
[46] Professor Newcomb sagt, daß die durch
Zusammenziehung freiwerdender Wärme nur 18 000 000 Jahre vorhalten werde; (Popular
Astronomy, 509). Anderseits konnte eine Temperatur, welche den Bestand von
Wasser gestattete, nicht früher als vor 10 000 000 Jahren erreicht sein.
(Winchells World-Life, 356.) Aber Sir William
Thomson sagt, daß das ganze
Alter der Verkrustung der Erde 80 000 000 Jahre
beträgt, obwohl er heuer
wiederum seine Meinung geändert hat und nur 15 000 000
Jahre für das Alter
der Sonne zuläßt. Wie in den Zusätzen gezeigt werden
wird, ist das Auseinandergehen der wissenschaftlichen Meinungen so bedeutend,
daß niemals irgendwelches Vertrauen auf wissenschaftliche Spekulation
gesetzt werden kann.
[47] Der Aufsatz über die Mehrheit der Welten (1853)
- ein Werk ohne
Urhebername, aber, wie wohl bekannt, von Dr. Whewell
verfaßt - ist ein guter
Beweis dafür. Kein Christ dürfte an die Mehrheit der
Welten oder an das
geologische Alter der Kugel glauben, argumentiert der
Verfasser; weil, wenn
57VI
behauptet wird, daß diese Welt nur eine unter den
vielen ihrer Art ist, welche
alle das Werk Gottes sind, so wie sie selbst, daß alle
der Sitz von Leben sind,
alle das Bereich und die
Wohnung verständiger Geschöpfe, die mit Willen
begabt, dem Gesetze
unterworfen und eines freien Willens fähig sind; es
dann überspannt wäre, zu
glauben, daß unsere Welt der Gegenstand der
Gnade Gottes und seiner
besonderen Einmischung, seiner Mitteilungen und
seines persönlichen
Besuches gewesen sein solle. Kann die Erde sich
zutrauen, für den Mittelpunkt des moralischen und
religiösen Weltalls gehalten
zu werden - so fragt er -
wenn sie nicht die geringste Unterscheidung hat, auf
die sie sich im physischen
Weltalle stützen kann? Ist es nicht ebenso
widersinnig, eine solche Behauptung
(von der Mehrheit der bewohnten
Welten) aufrecht zu erhalten,
als es heute sein würde, die alte Hypothese des
Ptolemaeus aufrecht zu erhalten, welcher die Erde in
den Mittelpunkt unseres
Systems versetzte? Das Obige ist aus dem Gedächtnis
angeführt, aber
nahezu wörtlich.
Der Verfasser verfehlt, einzusehen, daß er mit einer solchen
Vertheidigung seine eigene Seifenblase plötzlich zum
platzen bringt.
57
So waren die Monaden, welche
bestimmt waren, die zukünftigen Rassen zu
beseelen, bereit zur neuen
Umwandlung. Sie hatten ihre Phasen der
„Immetallisation“ des
Pflanzen- und Tierlebens, von der niedersten bis zur
höchsten durchlaufen und warteten auf ihre
menschliche, mehr intelligente Form.
Aber was konnten die formgebenden Bildner anders thun,
als den Gesetzen der
evolutionellen Natur folgen? Konnten sie, wie von dem
toten Buchstaben der
Bibel behauptet
wird, „Herrgott“-gleich, oder wie Pgymalion in der griechischen
Allegorie Adam-Galatea aus dem vulkanischen Staub
formen und dem
Menschen eine „lebendige Seele“ einblasen? Nein; weil
die Seele bereits da war,
verborgen in ihrer Monade und nur einer Bekleidung
bedurfte. Pygmalion, dem
es mißlingt, seine Statue zu beseelen, und
Bahak Zivo der nazaraeische
Gnostiker, dem es mißlingt, „eine menschliche Seele in
dem Geschöpfe“ zu
bilden, sind als Vorstellungen viel philosophischer
und wissenschaftlicher, denn
Adam im buchstäblichen Sinne genommen oder die
biblischen Elohim-Schöpfer.
Die esoterische Philosophie, welche Urzeugung lehrt –
nachdem die Shishta und
Prajâpati den Samen des Lebens auf die Erde geworfen
hatten – zeigt, daß die
Niederen Engel dem physischen Menschen selbst
mit Hilfe der Natur nur dann
bilden konnten, nachdem sie die ätherische Form aus
sich selbst entwickelt
hatten und es der physischen Form überließen, sich aus
ihrem ätherischen oder
wie man es jetzt nennen
würde: protoplasmischen Modell zu entwickeln.
Gegen das wird man wieder
Einwendungen machen; „Urzeugung“ ist eine
veraltete Theorie, wird man
uns sagen. Pasteurs Experimente haben sie vor
zwanzig Jahren abgethan und Professor Tyndall ist
gegen sie. Gut, nehmen wir
an, er ist. Er sollte wissen, daß, wenn auch die
Urzeugung für unsere
gegenwärtige Weltperiode und wirklichen Bedingungen
thatsächlich als
unmöglich nachgewiesen sein sollte – was die
Occultisten leugnen – das noch
immer kein Beweis dafür wäre, daß sie nicht unter
anders gearteten kosmischen
Bedingungen nicht nur in den Meeren der laurentischen
Periode, sondern auch
auf der damals erschütterten Erde stattgefunden haben
konnte. Es wäre
interessant, zu wissen, wie die Wissenschaft jemals
das Erscheinen der Arten
und des Lebens auf Erden, insbesondere vom Menschen,
erklären könnte, sobald sie gleichzeitig die biblischen Lehren und die
Urzeugung verwirft.
Pasteurs Beobachtungen sind jedoch weit davon
entfernt, vollkommen oder
beweiskräftig zu sein. Blanchard und Dr. Lutard
verwerfen ihre Wichtigkeit, und
zeigen thatsächlich, daß sie keine haben. Die Frage
ist soweit unentschieden
gelassen, sowie auch die andere: wann, zu welcher
Periode das Leben auf der
Erde erschien? Was die Idee anbelangt, daß Haeckels
Moner – eine Prise Salz!
·
das Problem des
Ursprungs des Lebens gelöst hat, so ist sie einfach unsinnig.
59VI
Jene Materialisten, welche sich geneigt fühlen, die
Theorie vom
„Selbstexistierenden“, vom „Selbstgeborenen
Himmlischen Menschen“, der als
ein ätherischer, astraler Mensch dargestellt wird,
geringschätzend zu betrachten,
müssen selbst einen Neuling im Occultismus
entschuldigen, wenn er seinerseits
über einige Spekulationen des modernen Denkens lacht.
Nachdem sehr gelehrt
bewiesen wurde, daß das ursprüngliche
Protoplasmaklümpchen (Moner) weder
Tier noch Pflanze ist, sondern beides, und daß es
keine Ahnen unter den einen
oder den anderen von diesen hat, weil eben dieses
Moner als ein
Ausgangspunkt für alle organisierte Existenz dient,
wird uns schließlich gesagt,
daß die Moneren ihre eigenen Ahnen sind. Das
mag sehr wissenschaftlich sein,
aber es ist auch sehr metaphysisch; zu sehr so selbst
für den Occultisten.
59VI
Wenn die Urzeugung jetzt ihre Methoden geändert hat –
vielleicht infolge des
vorhandenen aufgehäuften
Materials – sodaß sie nahezu der Entdeckung
entschlüpft, so war sie
nichtsdestoweniger bei der Entstehung des irdischen
Lebens in vollem Schwunge.
Selbst die einfache physische Form und die
Entwicklung der Arten zeigen, wie die Natur vorgeht.
Der schuppengepanzerte,
riesige Saurier, der geflügelte Pterodactylus, der
Megalosaurus und der hundert
Fuß lange Iguanodon der späteren Periode, sind die
Umbildungen der frühesten
Repräsentanten des Tierreiches, die sich in den
Ablagerungen der Primär-Epoche
finden. Es gab eine Zeit, da alle oben aufgezählten
„vorsintflutlichen“
Ungeheuer als fadenartige Infusorien ohne Schale oder
Kruste erschienen, ohne
Nerven, Muskeln, Organe oder Geschlecht und ihre Art
durch Knospung
fortpflanzten; so wie auch mikroskopische Tiere thun,
die Erbauer und Bildner
unserer Bergketten, in Übereinstimmung mit den Lehren
der Wissenschaft.
Warum nicht der Mensch in diesem Falle? Warum sollte
er nicht demselben
Gesetze bei seinem Wachstum, d. i. seiner allmählichen
Verdichtung, gefolgt
sein? Jede vorurteilsfreie Person würde zu glauben
verzeihen, daß ursprüngliche
Menschheit zuerst eine ätherische – oder, wenn man es
so vorzieht, eine
ungeheuere fadenartige, gallertartige Form hatte, die
von Göttern oder
natürlichen „Kräften“ entwickelt war, wuchs, sich
während Millionen von Zeitaltern
verdichtete und in ihrem physischen Antrieb und
Richtung riesenartig wurde, bis
sie sich zur ungeheuren körperlichen Form des Menschen
der vierten Rasse
ausgestaltete – vielmehr, als zu glauben, daß er aus
dem Staube der Erde
(buchstäblich) geschaffen sei, oder von irgend einem
unbekannten, anthropoiden
Ahnen.
Auch verspricht unsere esoterische Theorie nicht den
wissenschaftlichen Daten,
ausgenommen auf den ersten Anschein hin, wie Dr. A.
Wilson, F. R. S. in einem
Briefe an die Knowledge (Dezember 23., 1881)
sagt:
Entwicklung – vielmehr die Natur im Lichte der
Entwicklung – ist erste seit
ungefähr fünfundzwanzig Jahren oder dergleichen
studiert worden. Das ist
natürlich bloß ein kleiner Raum in der Geschichte des
menschlichen Denkens.
Und gerade deshalb verlieren wir nicht die Hoffnung,
daß die materialistische
Wissenschaft ihre Wege verbessern und allmählich die
esoterischen Lehren annehmen wird – wenn auch zuerst getrennt von ihren (für
die Wissenschaft) allzu metaphysischen Elementen.
Ist das letzte Wort über den Gegenstand der
menschlichen Entwicklung bereits
gesprochen worden? Wie Professor Huxley sagt:
6I
Jede solche Antwort auf die
große Frage (nach dem wirklichen Platze des
Menschen in der Natur) wird
ausnahmslos von den Nachfolgern ihres
Verkünders, wenn nicht von
diesem selbst, für vollständig und endgültig
ausgegeben; sie bleibt in hohem Ansehn und
Wertschätzung, mag sein für ein
Jahrhundert, mag sein für zwanzig; aber ebenso
ausnahmslos zeigt die Zeit, daß jede Antwort eine bloße Annäherung an die
Wahrheit gewesen ist –
erträglich hauptsächlich wegen der Unwissenheit jener,
von welchen sie
angenommen wurde, und gänzlich unerträglich, wenn man
dem größeren
Wissen ihrer Nachfolger
geprüft. [48]
Wird dieser hervorragende
Darwinist die Möglichkeit zugeben, daß seine
„pithekoide Ahnenschaft“ auf die Liste der „gänzlich
unerträglichen Glauben“
gesetzt werden kann, in dem „größeren Wissen“ der
Occultisten? Aber woher
kommt der Wilde? Bloßes „Erheben zum civilisierten
Zustande“ erklärt nicht die
Entwicklung der Form.
In demselben Briefe über „die Entwicklung des Menschen“
macht Dr. Wilson
andere seltsame Zugeständnisse. So bemerkt er in
Beantwortung der Fragen, welche „G. M.“ an die Knowledge gestellt hat:
„Hat die Entwicklung irgendwelche Veränderung im
Menschen bewirkt? Wenn
so, welche Veränderung? Wenn nicht, warum nicht?“ . .
. Wenn wir uns
weigern zuzugestehen (wie es die Wissenschaft thut),
daß der Mensch als ein
vollkommenes Wesen geschaffen
wurde und dann entartet ist, so besteht nur
eine andere Annahme – die der
Entwicklung. Wenn der Mensch von einem
wilden zu einem zivilisierten
Zustand sich erhoben hat, so ist dies sicherlich
Entwicklung. Wie wissen noch nicht, weil ein solches
Wissen schwer zu
erlangen ist,
ob die menschliche Gestalt denselben Einflüssen unterworfen ist,
wie jene der niederen Tiere. Aber es ist wenig zu bezweifeln, daß die
Erhebung von der Wildheit zum civilisierten Leben
„Entwicklung“ bedeutet und
in sich schließt, und zwar solche von beträchtlichem
Umfange. Im Mentalen kann die Entwicklung des Menschen nicht angezweifelt
werden; die sich immer erweiternde Sphäre des Denkens ist aus kleinen und rohen
Anfängen entsprungen, so wie die Sprache selbst. Aber die Lebenswege des
Menschen, seine Kraft der Anpassung an seine Umgebung, und zahllose andere
Umstände haben es bewirkt, daß die Thatsachen und der Verlauf seiner
„Entwicklung“ sehr schwierig zu verfolgen sind.
Diese große Schwierigkeit sollte die Evolutionisten
vorsichtig in ihren
6I
Behauptungen machen.
Aber warum ist Entwicklung unmöglich, wenn „der Mensch
als ein vollkommenes
Wesen geschaffen wurde und dann entartet ist?“
Höchstens kann sich das auf
den äußern, körperlichen Menschen beziehen. Wie
in Isis entschleiert bemerkt,
beginnt Darwins Entwicklung am mittleren Punkte,
anstatt für den Menschen, wie
für alles andere vom Universalen zu beginnen. Die
aristotelisch-baconische
Methode mag ihre Vorteile haben, aber sie hat auch
unleugbar bereits ihre
Mängel bewiesen. Pythagoras und Plato, welche vom
Allgemeinen nach abwärts
fortschritten, zeigen sich jetzt als gelehrter, im
Lichte der modernen
Wissenschaft, denn Aristoteles. Denn der letztere
bekämpfte und rügte die Idee
des Umlaufs der Erde und
sogar ihrer Rundheit, indem er schrieb:
Nahezu alle jene, welche
versichern, daß sie den Himmel in seiner
Regelmäßigkeit studiert
haben, behaupten, daß die Erde im Centrum steht,
aber die Philosophen der italischen Schule, in anderer
Beziehung Pythagoräer
genannt, lehren durchaus das Gegenteil.
Dies, weil die Pythagoräer Inittierte waren, und die
deductive Methode befolgten.Währenddessen beklagte sich Aristoteles, der Vater
des induktiven Systems über jene, welche lehrten, daß: das Centrum unseres
Systems von der Sonne eingenommen und die Erde nur ein Stern sei, welcher durch
eine Rotationsbewegung um eben dieses Centrum Tag und Nacht hervorbringt. [49]
Dasselbe gilt mit Bezug auf den Menschen. Die in der
Geheimlehre gelehrte und
jetzt dargelegt Theorie ist
die einzige, welche – ohne in den Widersinn eines
„wunderbaren“ aus dem Staube
der Erde erschaffenen Menschen, oder in die
noch größere Täuschung, daß
der Mensch sich aus einer Prise Kalksalz, dem
exprotoplasmischen Moner, entwickle, zu verfallen –
sein Erscheinen auf Erden
erklären kann.
[48] Man´s Place in Nature,
p. 58.
[49] De Celo, II. 13.
61
Analogie ist
das leitende Gesetz der Natur, der einzig wahre Ariadnefaden,
welcher uns durch die unentwirrbaren Pfade ihres
Reiches zu ihren ersten und
letzten Geheimnissen führen kann. Die Natur ist als
eine schöpferische Kraft
unendlich, und keine Generation von Naturforschern
kann sich jemals rühmen,
das Verzeichnis ihrer Wege und Methoden erschöpf zu
haben, wie sehr auch die
Gesetze, nach denen sie
vorgeht, gleichförmig sind. Wenn wir uns vorstellen
können, wie ein Ball von
„Feuernebel“ – während er Aeonen lang in den
interstellaren Räumen
dahinrollt – allmählich ein Planet wird, eine
selbstleuchtende Kugel, um in den Zustand einer menschentragenden
Welt oder
Erde überzugehen, und so aus einem weichen, bildsamen
Körper in eine
felsenstarrende Kugel übergegangen ist; und wenn wir
sehen, daß Alles auf ihr
sich aus dem kernlosen Gallertpünktchen entwickelt,
das zum Sarkod [50] des
Moners wird, dann aus seinem protistischen Zustand
[51] in die Form eines
Tieres übergeht, um zu einem riesigen reptilischen
Ungeheuer der mesozoischen
Zeiten anzuwachsen; und dann wieder zu dem
(verhältnismäßig) zwergartigen
Krokodil zusammenzuschrumpfen, das jetzt bloß auf die
tropischen Regionen
beschränkt ist, und zu der überall gemeinen Eidechse
[52] – wenn wir uns alles
dies vorstellen können, wie kann dann der Mensch
allein dem allgemeinen
Gesetze entrinnen? „Es waren auch zu den Zeiten Riesen
auf Erden“, sagt die
Genesis, und
wiederholt damit die Behauptung aller anderen östlichen Schriften;
und die Titanen sind auf einer anthropologischen und
physiologischen Thatsache
begründet. Und wie das hartschalige Krustentier
einstmals ein Gallertpünktchen
war, ein „vollkommen gleichartiges Teilchen von Eiweiß
in einem fest adhäsiven
Zustand“, so war die äußere Hülle des ursprünglichen
Menschen, sein früher
„Hautrock“, plus einer unsterblichen geistigen
Monade und einer psychischen
zeitlichen Form und Körper innerhalb dieser Schale.
Der jetzige feste, muskulöse
Mensch, der fast für jedes Klima undurchdringlich ist,
war vielleicht vor etwa 25
000 000 Jahren gerade das, was das Haeckelsche Moner
ist, streng genommen
ein „Organismus ohne Organe“, eine gänzlich
gleichartige Substanz mit einem
strukturlosen Eiweißkörper im Innern und einer
menschlichen Form bloß nach
außen.
Kein Mann der Wissenschaft hat das Recht, in diesem
Jahrhundert die Zahlen
der Brâhmanen in Sachen der Chronologie für unsinnig
zu erklären; denn ihre
eigenen Berechnungen gehen oft weit über die von der
esoterischen
Wissenschaft gemachten Behauptungen hinaus. Dies kann
leicht gezeigt werden.
Helmholtz berechnete, daß die Abkühlung unserer Erde
von einer Temperatur
von 2000° auf 200° C. einen Zeitraum von nicht weniger
als 350 000 000 Jahren
eingenommen haben muß. Die westliche Wissenschaft
(einschließlich der
Geologie) scheint im allgemeinen unserer Kugel ein
Alter von ungefähr 500 000
63VI
000 Jahren insgesamt zu gestatten. Sir William Thomson
jedoch setzt das
Auftreten des ersten Pflanzenlebens auf 100 000 000
Jahre zurück – eine
Bemerkung, der die archaischen Aufzeichnungen
achtungsvoll widersprechen.
Spekulationen wechseln obendrein täglich in den
Gebieten der Wissenschaft.
Unterdessen stehen einige Geologen einer solchen
Begrenzung sehr feindlich
gegenüber. Volger berechnet:
daß die Zeit, welche zur Ablagerung der uns bekannten
Schichten erforderlich
war, mindestens 648 Millionen Jahre betragen haben
muß.
Sowohl Zeit wie Raum sind unendlich und ewig. Die Erde, als eine materielle Existenz, ist
in der That unendlich; die Veränderungen nur, welche sie erfahren hat, können
durch endliche Zeitperioden bestimmt werden . . . . .
Wir müssen daher annehmen, daß der Sternenhimmel nicht
nur im Raume, was kein Astronom bezweifelt, sondern auch in der Zeit ohne
Anfang und Ende ist, daß er niemals erschaffen wurde, und daß er unvergänglich
ist. [53] Czolbe wiederholt genau, was die Occultisten sagen. Aber die ârischen
Occultisten, kann uns gesagt werden, wußten nichts von diesen späteren
Spekulationen. Wie Coleman sagt:
Sie waren sogar in Unkenntnis der Kugelgestalt unserer
Erde.
Darauf enthält der Vishnu Purâna eine Antwort,
welche gewisse Orientalisten
gezwungen hat, ihre Augen
sehr weit aufzumachen.
Die Sonne steht alle Zeit in
der Mitte des Tages, und entgegengesetzt der
Mitternacht, in allen Dvîpas
(Kontinenten), Maitreya. Aber da Auf- und
Untergang der Sonne beständig
einander entgegengesetzt sind, - und auf
dieselbe Art alle Kardinalpunkte, und auch die
Kreuzungspunkte, Maitreya, so
sprechen die Leute von einem Aufgehender Sonne dort,
wo sie es sehen; und
wo die Sonne verschwindet, dort ist sie für sie im
Untergange. Für die Sonne,
die immer an einem und demselben Platze ist, giebt es
weder Untergang noch
Aufgang; denn was Aufgang und Untergang genannt wird,
ist bloß die Sichtbarkeit und Nichtsichtbarkeit der Sonne. [54]
Dazu bemerkt Fitzedward Hall:
Die in dieser Stelle gelehrte Heliocentricität ist
bemerkenswert. Ihr wird jedoch
ein wenig weiter unten widersprochen. [55]
Absichtlich widersprochen,
weil sie eine geheime Tempellehre war. Martin Haug
bemerkte dieselbe Lehre an einer andern Stelle. Es ist
nutzlos, die Ârier noch
weiter zu verleumden.
63VI
Kehren wir zur Chronologie der Geologen und
Anthropologen zurück. Wir
fürchten, daß die Wissenschaft keine vernünftigen
Gründe hat, vermöge welcher
sie den Anschauungen der Occultisten in dieser
Richtung entgegentreten könnte.
Ausgenommen dem, daß „von dem Menschen, dem höchsten
organischen
Wesen der Schöpfung, keine Spur in den ursprünglichen
Schichten gefunden
wurde; nur in den obersten, dem sogenannten alluvialen
Lager“, kann insoweit
nichts geltend gemacht werden. Daß der Mensch nicht
das letzte Glied in der Säugetierfamilie war, sondern das erste in dieser
Runde, ist etwas, das die Wissenschaft eines Tages anzuerkennen gezwungen sein
wird. Eine ähnliche Anschauung ist auch bereits in Frankreich von einer sehr
hohen Autorität angeregt worden.
Daß gezeigt werden kann, daß der Mensch in der
mitteltertiären Periode gelebt
hat, und in einem geologischen Zeitalter, da noch
nicht ein einziges Exemplar der
jetzt bekannten Arten von Säugetieren existierte, ist
eine Behauptung, welche die
Wissenschaft nicht leugnen kann und welche
jetzt von de Quatrefages [56]
bewiesen worden ist. Aber selbst wenn wir annehmen,
daß seine Existenz in der
Eocänperiode noch nicht bewiesen ist, welche
Zeitperiode ist verstrichen seit der
Kreidezeit? Wir sind von der Thatsache unterrichtet,
daß nur die kühnsten
Geologen den Menschen weiter zurück als in die
Miocänzeit zu versetzen
wagen. Aber wie lange, fragen wir, ist die Dauer jener
Zeitalter und Perioden seit
der mesozoischen Zeit? Darauf, nach einem guten Teil
Spekulation und Streit,
schweigt die Wissenschaft und die größten Autoritäten
über den Gegenstand
sagen, wenn sie zur Antwort auf die Frage gezwungen
werden: „Wir wissen es
nicht.“ Das sollte zeigen, daß die Männer der
Wissenschaft in dieser Sache keine
größeren Autoritäten sind als die Profanen. Wenn, nach
Professor Huxley, „die
Zeit, welche von der Kohlenformation dargestellt wird,
allein sechs Millionen
Jahre ausmachte, [57] wie viel mehr Millionen wären
erforderlich, die Zeit
auszufüllen zwischen der Juraperiode oder der Mitte
des sogenannten
Reptilienzeitalters - da die dritte Rasse erschien -
bis hinauf vom Miocän, da die
Hauptmasse der vierten Rasse versenkt wurde? [58]
[50] Oder was allgemeiner als Protoplasma bekannt ist.
Diese Substanz
erhielt den Namen „Sarkod“ von Prof. Dujardin Beaumetz
viel früher als ihre
gegenwärtige Benennung.
[51] Die Moneren sind in der That Protisten. Sie sind
weder Tiere noch
63VI
Pflanzer, schreibt Haeckel; „der ganze Körper des
Moners stellt nichts weiter
vor, als ein einzelnes, vollkommen gleichartiges
Teilchen von Eiweiß in einem
fest adhäsiven Zustand.“ (Journal of Microscopical
Science, Jan., 1869. p. 28.)
[52] Siehe den Iguanodon der mesozoischen Zeitalter -
das hundert Fuß
lange Ungeheuer - jetzt verwandelt in die kleine
Leguaneidechse von
Südamerika. Die volkstümlichen Überlieferungen über
„Riesen“ der alten Zeit,
und ihre Erwähnung in jeder Mythologie, einschließlich
jener der Bibel, mögen
sich eines Tages als auf Thatsachen begründet
erweisen. Die Logik der Analogie allein sollte uns diese Überlieferung als
wissenschaftliche Wahrheiten in der Natur annehmen lasse.
[53] Dies sind die Ansichten von Burmeister und
Czolbe. Siehe Kraft und Stoff, von L. Büchner.
[54] Vishnu Purâna, II. I; Fitzedward Hall´s
Wiedergabe in Wilsons Übersetzung, II. 241.
[55] Ebenda, p. 242.
[56] Introducion à l´Étude des Races Humaines.
[57] Modern Science and
Modern Thought, von S. Laing, p.32.
[58] Esoteric Buddhism, p.
70.
63
Der Schreiberin ist bekannt, daß jene Fachmänner,
deren Berechnungen der
Zeitalter für die Kugel und den Menschen die
reichlichsten waren, immer die
furchtsamere Mehrheit gegen sich gehabt haben. Aber
dies beweist sehr wenig,
da die Mehrheit selten, wenn jemals, sich auf die
Dauer im Rechte erweist.
Harvey stand durch viele Jahre allein. Die Fürsprecher
der Durchkreuzung des
Atlantischen Oceans mit Dampfschiffen waren in Gefahr,
ihre Tage in einem
Irrenhaus zu beschließen. Mesmer wird bis zum heutigen
Tage - in den
Konversationslexiken - zugleich mit Cagliostro und St.
Germain als Marktschreier
und Betrüger hingestellt. Und jetzt, nachdem die
Herren Charcot und Richet die
Behauptungen Mesmers gerechtfertigt haben, und der
Mesmerismus unter dem
neuen Namen „Hypnotismus“ - eine falsche Nase auf ein
sehr altes Gesicht - von
der Wissenschaft angenommen ist, stärkt es nicht
unsere Hochachtung von jener
Mehrheit, wenn wir die Leichtfertigkeit und
Sorglosigkeit sehen, mit der ihre
Mitglieder den „Hypnotismus“, die „telepathischen
Beeinflussungen“ und seine
anderen Erscheinungen behandeln. Sie sprechen davon,
kurz gesagt, als ob sie
seit den Tagen des Solomon daran geglaubt hätten und
nicht noch vor wenigen
Jahren ihre Anhänger Wahnsinnige und Betrüger genannt
hätten! [59] Derselbe Umschwung des Denkens steht bevor für die lange Periode
von Jahren, welche die esoterische Philosophie als das Alter der sexuellen und
physiologischen Menschheit behauptet. Daher hat sogar die Strophe, welche sagt:
„Die aus der
Seele geborenen , die Knochenlosen, gaben Dasein den aus dem
Willen geborenen mit Knochen;“ - mit dem Zusatze, daß dies in der Mitte der
dritten Rasse vor 18 000 000 Jahren stattgefunden hat
- daher hat diese Strophe
noch eine Aussicht, von zukünftigen Wissenschaftlern
angenommen zu werden.
Insofern das Denken des
neunzehnten Jahrhunderts in Betracht kommt, so
werden uns sogar einige
persönliche Freunde, welche von einem abnormen
Respekt für die
veränderlichen Schlussfolgerungen der Wissenschaft
durchdrungen sind, sagen, daß eine solche Behauptung
unsinnig ist. Um wie viel
unwahrscheinlicher wird unsere weitere Behauptung
erscheinen, daß nämlich
das Alter der ersten Rasse
wiederum um Millionen von Jahren hinter diese
zurückdatiert. Denn, obwohl
die genauen Zahlen vorenthalten sind - und es
gehört nicht hierher, ob die
anfängliche Entwicklung der ursprünglichen
Göttlichen Rasse mit Sicherheit
entweder in das frühe sekundäre, oder in das
primäre Zeitalter der Geologie zu verweisen ist - ein Ding
ist klar, daß nämlich die
Zahl von 18 000 000 Jahren, welche die Dauer des geschlechtlichen,
körperlichen Menschen
umfaßt, außerordentlich vermehrt werden muß, wenn der
ganze Vorgang der geistigen und physischen Entwicklung
in Rechnung gezogen
65VI
wird. Viele Geologen sind in der That der Ansicht, daß
die Dauer des
quarternären und tertiären Zeitalters das Zugeständnis
einer solchen Schätzung
erfordert; und es ist ganz sicher, daß keine irdische
Bedingung irgend welcher
Art die Hypothese eines
eocänen Menschen widerlegt, wenn ein Zeugnis für
seine Wirklichkeit erscheint.
Occultisten, welche behaupten, daß das obige
Datum uns weit zurückbringt
in das sekundäre oder „reptilische“ Zeitalter,
können sich zur Bekräftigung der Daseinsmöglichkeit
des Menschen in jenem
entfernten Altertum auf Herrn de Quatrefages berufen.
Aber mit Bezug auf die
frühesten Wurzelrassen ist der Fall ganz anders. Wenn
die dichte Anhäufung von
Dämpfen, überladen mit Kohlensäure, die aus dem Boden
entwich, oder in der
Atmosphäre seit dem Beginn der Schichtenbildung in
Schwebe erhalten war, für
das Leben der menschlichen Organismen, wie sie jetzt
bekannt sind, ein
todbringendes Hindernis bildete, wieso, so wird man
fragen, konnten die
ursprünglichen Menschen existiert haben? Diese Überlegung
ist in Wirklichkeit
ausgeschlossen. Solche irdische Bedingungen, wie sie
damals wirksam waren,
hatten keinen Berührungspunkt mit der Ebene, auf
welcher die Entwicklung der
ätherischen astralen Rasse vor sich ging. Nur in
verhältnismäßig jungen
geologischen Perioden hat der spirale Verlauf des
cyklischen Gesetzes die
Menschheit auf die niedrigste Stufe der körperlichen
Entwicklung gerissen - auf
die Ebene der grobmateriellen Ursächlichkeit. In jenen
frühen Zeitaltern ging die
astrale Entwicklung allein vor sich, und die zwei Ebenen, die
astrale und die
physische, [60] obwohl sie
sich gleichlaufend entwickelten, hatten keinen
unmittelbaren Berührungspunkt
miteinander. Es ist einleuchtend, daß ein
schattenartiger ätherischer Mensch kraft seiner
Organisation - wenn man das so
nennen kann - nur zu jener Ebene in Beziehung steht,
welcher die Substanz seine Upâdhi entnommen ist.
Es giebt vielleicht Dinge, welche den weitschauenden -
aber nicht allschauenden
·
Augen unserer heutigen
Naturforscher entgangen sein mögen; doch die Natur
selbst unternimmt es, die fehlenden Glieder zu
liefern. Die agnostischen
spekulativen Denker haben zu wählen zwischen der
Darstellung, wie sie von der
Geheimlehre des Ostens gegeben wird, und den hoffnungslos
materialistischen
darwinistischen und biblischen Berichten über den
Ursprung des Menschen; zwischen der Abwesenheit von Seele und von geistiger
Entwicklung und zwischen der occulten Lehre, welche die „besondere Schöpfung“
und die „evolutionistische“ Anthropogenesis gleichermaßen verwirft.
65VI
[59] Dasselbe Schicksal steht
den spiritistischen Erscheinungen und allen
anderen psychologischen
Offenbarungen des inneren Menschen bevor. Seit
den Tagen von Hume, dessen
Untersuchungen in einen nihilistischen
Idealismus gipfelt, hat die
Psychologie ihre Stellung allmählich zu einem
krassen Materialismus verschoben. Hume wird als ein
Psychologe betrachtet,
und doch leugnete er in vorhinein die Möglichkeit von
Erscheinungen, an die
jetzt Millionen glauben, einschließlich vieler Männer
der Wissenschaft. Die Hylo-Idealisten sind heute reine Annihilationisten. Die
Schulen von Spencer und Bain sind beziehungsweise positivistisch und
materialistisch, und durchaus nicht metaphysisch. Es ist Psychismus und
nicht Psychologie; er erinnert einen ebenso wenig an die Vedântalehre, wie der
Pessimismus des Schopenhauers und v. Hartmann an die esoterische Philosophie,
das Herz und die Seele des wahren Buddhismus erinnern.
[60] Es ist zu beachten, daß obwohl die astrale und
die körperliche Ebene des
Stoffes einander selbst in den frühesten geologischen
Zeitaltern parallel liefen, sie doch nicht in denselben Phasen der Offenbarung
standen, in der sie sich jetzt befinden. Die Erde erreichte ihren
gegenwärtigen Dichtigkeitsgrad erst vor 18 000 000 Jahren. Seit damals
sind sowohl die physische, wie auch die astrale Ebene beide gröber
geworden.
65
Um die Frage der „Urzeugung“ wieder aufzunehmen; das
Leben hat - wie die
Wissenschaft zeigt - nicht immer auf dieser irdischen
Ebene geherrscht. Es gab
eine Zeit, da selbst das Haeckelsche Moner - jenes
einfache
Protoplasmakügelchen - noch nicht auf dem Grunde der
Meere erschienen war.
Woher kam der Anstoß, welcher die Moleküle von
Kohlenstoff, Stickstoff,
Sauerstoff, u. s. w. veranlaßte, sich zum Urschleim
des Oken zu gruppieren, zu
jenem organischen „Schleim“, der jetzt Protoplasma
getauft ist? Was waren die
Vorbilder der Moneren? Sie konnten mindestens nicht
auf Meteoriten von
anderen bereits ausgestalteten Kugeln herabgefallen
sein, ungeachtet Sir
William Thomsons darauf hinzielender abenteuerlicher
Theorie. Und selbst wenn
sie so gefallen wären; wenn unsere Erde ihren Vorrat
an Lebenskeimen von
andern Planeten herhalten hätte; wer oder was hat
sie auf jene Planeten
gebracht? Hier sind wir wieder, wenn nicht die occulte
Lehre angenommen wird,
gezwungen, vor einem Wunder zu stehen - die
Theorie eines persönlichen,
anthropomorphischen Schöpfers anzunehmen, dessen
Eigenschaften und
Beschreibung, wie sie von den Monotheisten aufgestellt
sind, ebenso sehr die
Philosophie und Logik
widersprechen, wie sie das Ideal einer unendlichen
Universellen Gottheit
herabsetzen, vor deren unfaßbarer hehrer Größe der
höchste menschliche Intellekt
sich nichtig fühlt. Daß doch der modernde
Philosoph, während er sich
eigenmächtig auf den höchsten Gipfel bisher
erreichter menschlicher Intellektualität setzt, sich
nicht geistig und intuitiv so weit
hinter den Vorstellungen der alten Griechen
zurückstehend zeigte, die selbst
wieder in dieser Hinsicht auf einer viel niedrigeren
Stufe standen, als die
Philosophen des östlichen ârischen Altertums.
Hylozoismus, wenn philosophisch
verstanden, ist der höchste Aspekt des Pantheismus. Er
ist das einzig mögliche
Entrinnen aus dem
blödsinnigen Atheismus, der auf törichter Materialität
begründet ist, und aus den
noch blödsinnigeren anthropomorphischen
Vorstellungen der
Monotheisten; zwischen welchen er auf seinem eigenen,
gänzlich neutralen Boden steht. Der Hylozoismus fordert
absolutes Göttiches
Denken, welches die zahllosen
thätigen, schaffenden Kräfte oder „Schöpfer“
durchdringen würde, welche Wesenheiten von jenem Göttlichen
Gedanken
bewegt sind und in, von und
durch ihn ihr Dasein haben; der letztere hat
nichtsdestoweniger nicht mehr
persönlichen Anteil an ihnen und ihren
Schöpfungen, als die Sonne hat an der Sonnenblume und
ihren Samen, oder an
der Vegetation im allgemeinen. Von solchen thätigen
„Schöpfern“ weiß man, daß
sie existieren, und man glaubt an sie, weil sie von
dem inneren Menschen im
Occultismus wahrgenommen und empfunden werden. So sagt
der letztere, daß
eine Absolute Gottheit, da sie unbedingt und ohne
Beziehung sein muß, nicht
gleichzeitig als ein thätiger, schöpferischer,
einziger lebendiger Gott gedacht
67VI
werden kann, ohne unmittelbare Herabwürdigung des
Ideals. [61] Eine Gottheit,
welche sich in Raum und Zeit offenbart - welche beiden
einfach die Formen von
TAT sind, welches das absolute ALL ist - kann nur ein
Bruchteil des Ganzen
sein. Und da jenes „All“ in seiner Unbedingtheit nicht
geteilt werden kann, daher
kann dieser empfundene Schöpfer (wir sagen
Schöpfer in der Mehrzahl) im
besten Falle nur der bloße Aspekt desselben
sein. Um dieselbe Metapher zu
gebrachen - ungeeignet zwar, die volle Idee auszudrücken,
aber wohl passend
für den gegenwärtigen Fall - so sind diese Schöpfer
wie die zahlreichen Strahlen
der Sonnenscheibe, welche unbewußt und unbekümmert um
das Werk bleibt;
indes ihre vermittelnden Werkzeuge, die Strahlen, in
jedem Frühlinge - der
manvantarischen Dämmerung der Erde - die
instrumentellen Mittel werden, die
der Natur und ihrer diffenziierten Materie
innewohnende, schlummernde
Lebenskraft zu befruchten und zu erwecken. Dies wurde
im Altertum so wohl
verstanden, daß selbst der mäßig religiöse Aristoteles
bemerkt, daß ein solches
Werk der unmittelbaren Schöpfung für Gott ganz
unschicklich wäre - [korrekter
Abdruck siehe Buch]. Plato und andere Philosophen lehrten dasselbe: Die
Gottheit kann nicht selbst Hand an die Schöpfung legen
- [korrekter Abdruck
siehe Buch].
Das nennt Cudworth „Hylozoismus“. Wie der alte Zeno nach Laertius gesagt haben
soll:
Die Natur ist ein von sich selbst nach im Keime
vorhandene Prinzipien
bewegter Zustand; sie vervollkommnet und enthält jene
verschiedenen Dinge,
welche zu bestimmten Zeiten von ihr hervorgebrachte
werden, und handelt in
Übereinstimmung mit dem, von dem sie abgetrennt worden
ist. [62]
Kehren wir zu unserem Gegenstande zurück und nehmen
wir uns Zeit, darüber
nachzudenken: In der That, wenn es ein Pflanzenleben
während jener Periode
gab, das in den damaligen giftigen Elementen seine
Nahrung finden konnte; und
wenn es sogar Tierleben gab, dessen dem Wasser
angepaßte Organisation
ungeachtet der vermuteten Seltenheit des Sauerstoffs
sich entwickeln konnte,
warum könnte da nicht auch menschliches Leben gewesen
sein, in seiner beginnenden körperlichen Form, d. i. eine Rasse von
Wesen, die jener geologischen Periode und ihren Umgebungen angepaßt waren?
Außerdem gesteht die Wissenschaft, daß sie von der wirklichen Länge der
geologischen Perioden nichts weiß.
[61] Die Vorstellung und Definition des Absoluten
durch Kardinal Cusa kann
nur dem westlichen Verstande genügen, der sich selbst
unbewußt durch
67VI
lange Jahrhunderte scholastischer und theologischer Sophistik
eingekerkert und gänzlich entartet ist. Aber diese „neue Philosophie des
Absoluten“, die von Sir William Hamilton auf Cusa zurückgeführt wird, würde
niemals dem schärferen metaphysischen Verstand des irdischen Vedânisten
genügen. [62] Cudworths Intellectual
System, I. 328.
67
Aber die uns vorliegende Hauptfrage lautet, ob es ganz
sicher ist, ob von der Zeit
des sogenannten azoischen
Zeitalters an jemals eine solche Atmosphäre war,
wie sie von den
Naturforschern hypothetisch angenommen wird. Nicht alle
Physiker stimmen mit dieser
Idee überein. Wenn die Schreiberin ängstlich
danach strebte, die Lehren der Geheimlehre durch die
exakte Wissenschaft zu
bestätigen, so wäre es leicht, auf das Geständnis mehr
als eines Physikers hin
zu zeigen, daß sich die Atmosphäre wenig, wenn
überhaupt, seit der ersten
Niederlagerung der Ozeane verändert hat - d. i. seit
der laurantischen Periode,
dem pyrolithischen Zeitalter. So ist zum mindesten die
Ansicht von Blanchard, S.
Meunier und selbst von Bischof - wie die Experimente
des letztgenannten
Gelehrten mit Basalten gezeigt haben. Denn sollten wir
der Mehrheit der
Gelehrten aufs Wort glauben in Bezug auf die Menge der
tödlichen Gase und der
mit Kohlenstoff und Stickstoff gänzlich gesättigten
Elemente, in welchen, wie
gezeigt wird, das Pflanzen- und Tierreich lebte,
gedieht und sich entwickelte,
dann mußte man zu dem seltsamen Schlusse kommen, daß
es in jenen Tagen
Ozeane von flüssiger Kohlensäure gab, anstatt
von Wasser. Es wird zweifelhaft,
ob bei einem solchen Element die Ganoiden oder auch
nur die ursprünglichen
Trilobiten selber in den Ozeanen des primären
Zeitalters leben konnten - geschweige denn in jenen des silurischen, wie
Blanchard zeigt.
Die Bedingungen jedoch, welche für die früheste Rasse
der Menschheiten
notwendig waren, verlangen keine Elemente, weder
einfache noch
zusammengesetzte. Was zu Anbeginn festgestellt wurde,
wird aufrecht erhalten.
Die geistige ätherische Wesenheit, welche in für die
Erde unbekannten Räumen
lebte, bevor der erste siderische „Gallertpunkt“ sich
in dem Ozean der rohen
kosmischen Materie entwickelte - Billionen und
Trillionen Jahre früher, als unser
kugelförmiger Punkt in der Unendlichkeit, genannt
Erde, ins Dasein trat und die
Moneren in ihren Tropen, genannt
Ozeanen, erzeugte - brauchte keine
„Elemente“. Der „Manu mit
weichen Knochen“ konnte wohl des
Calciumphosphates entbehren,
da er keine Knochen hatte, außer in einem
figürlichen Sinne. Und
während selbst die Moneren, wie gleichartig auch ihr
Organismus ist, noch immer körperliche
Lebensbedingungen brauchen, welche
ihnen zu weiterer Entwicklung helfen sollten, konnte
das Wesen, welches zum
ursprünglichen Menschen und zum „Vater des Menschen“
wurde, nachdem es
sich auf Daseinsebenen entwickelt hatte, von denen
sich die Wissenschaft nichts
träumen läßt, wohl für jeden Zustand der
atmosphärischen Bedingungen seine
Umgebung unzugänglich bleiben. Der ursprüngliche
Vorfahr, in Brasseur de
Bourbourgs Popol Vuh, welcher - in den
mexikanischen Legenden - mit gleicher
Leichtigkeit unter der Erdoberfläche und dem Wasser
sowie auf der Erde
handeln und leben konnte, entspricht bloß der zweiten
und anfänglichen dritten
69VI
Rasse unserer Texte. Und wenn die drei Naturreiche in
den vorsintflutlichen drei
Naturaltern so verschieden
waren, warum sollte nicht der Mensch aus
Materialien und
Atomverbindungen bestanden haben, die jetzt der
Naturwissenschaft gänzlich
unbekannt sind? Die jetzt nahezu zahllosen
Unterarten und Arten
bekannter Pflanzen und Tiere haben sich alle, nach
wissenschaftlichen Hypothesen, aus ursprünglichen und
viel weniger zahlreichen
organischen Formen entwickelt. Warum sollte nicht
dasselbe im Falle des
Menschen, der Elemente und des Übrigen geschehen sein?
Wie der
sagt:
Die
Universale Genesis geht von der Eins aus, teilt sich in die Drei, dann in die
Fünf und
gipfelt schließlich in der sieben, um zurückzukehren in die Vier, Drei
und Eins.
69
VON DER HALBGÖTTLICHEN BIS HERAB ZUR ERSTEN
MENSCHLICHEN
RASSE.
24. Die höheren Schöpfer verwerfen in ihrem Stolze die
von den „Söhnen des
Yoga“ entwickelten Formen. 25. Sie wollen sich nicht
in den ersten Eigeborenen
inkarnieren. 26. Sie wählen die späteren Androgynen.
27. Der erste mit Gemüt
begabte Mensch.
24. DIE SÖHNE DER WEISHEIT, DIE SÖHNE DER NACHT [1] ,
BEREIT ZUR
WIEDERGEBURT, KAMEN HERAB. SIE SAHEN DIE SCHLECHTEN
[2]
FORMEN DER ERSTEN DRITTEN [3] . (a) „WIR KÖNNEN
WÄHLEN,“ SAGTEN
DIE HERREN, „WIR HABEN DIE WEISHEIT.“ EINIGE TRATEN IN
CHHÂYÂS
EIN . EINIGE ENTSENDETEN EINEN FUNKEN. EINIGE WARTETEN
BIS ZUR
VIERTEN. [4] AUS IHREM EIGENEN RÛPA FÜLLTEN [5] SIE
DEN KÂMA. [6]
JENE, WELCHE EINTRATEN, WURDEN ARHATS. JENE, WELCHE
NUR
EINEN FUNKEN ERHIELTEN, BLIEBEN BAR DER ERKENNTNIS.
[7] DER
FUNKEN LEUCHTETE SCHWACH. (b) dDIE DRITTEN
BLIEBEN GEMÜTLOS.
GESETZT UNTEN DEN SIEBEN. [9] SIE WURDEN
SCHWACHKÖPFIG. DIE
SPRACHEN DIE HERREN DER FLAMME UND DER DUNKLEN WEISHEIT.
©
Diese Strophe enthält in sich den ganzen Schlüssel zu
den Geheimnissen des
Bösen, des sogenannten Falles der Engel und der vielen
Probleme, welche die
Gehirne der Philosophen von der Zeit an, mit der die
menschliche Erinnerung
begann, in Verwirrung gesetzt haben. Sie löst das
Geheimnis der in der Folge
sich zeigenden Ungleichheiten der intellektuellen
Fähigkeit, der Geburt oder
gesellschaftlichen Stellung und giebt eine logische
Erklärung für den
unbegreiflichen Verlauf des Karma während der ganzen
darauffolgenden Äonen.Die beste Erklärung, die angesichts der Schwierigkeiten
des Gegenstandes gegeben werden kann, wird nunmehr versucht werden.
(a) Bis
hinauf zur vierten Runde und selbst bis zum spätere Teile der dritten
Rasse in dieser Runde, ist der Mensch - wenn
die immer wechselnden Formen,
welche die Monaden während der ersten drei Runden und
während der ersten
zwei und einhalb Rassen der
gegenwärtigen Runde bekleideten, dieser
irreführende Name gegeben
werden kann - einstweilen nur eine tierische
Intellektualität. Erst in der
gegenwärtigen am halben Wege gelegenen Runde
70
entwickelt er sich vollständig, das vierte Prinzip als
einen geeigneten Träger des
fünften. Aber Manas wird verhältnismäßig vollständig
entwickelt erst in der
folgenden Runde, wodann er eine Gelegenheit haben
wird, durchaus göttlich zu
werden bis zum Ende der Runden. Wie Christian
Schoettgen in seinen Horae
Hebraicae u.
s. w. sagt: hatte der erste irdische Adam „nur den Odem des Lebens“ - Nephesh, aber
nicht die lebendige Seele.
(b) Hier
sind die niederen Rassen, von denen noch einige Analoga übrig sind -
wie die jetzt rasch aussterbenden Astralneger und
einige afrikanische und
ozeanische Stämme - gemeint. „Sie waren nicht bereit“
bedeutet, daß die
karmische Entwicklung dieser Monden dieselben noch
nicht geeignet gemacht
hatte, die für Inkarnation in höheren intellektuellen
Rasse bestimmten Menschenformen einzunehmen. Aber dies wird weiter unten
erklärt werden. [1] Hervorgegangen aus
Brahmâs Körper, als derselbe Nacht wurde.
[2] Intellektuell schlecht.
[3] Noch unverständige Rasse.
[4] Rasse.
[5] Verstärkten.
[6] Den Träger der Begierde.
[7] Der höheren Erkenntnis.
[8] Monaden.
70
© Der Zohar
spricht von „schwarzem Feuer“, welches unbedingten Licht ist -
Weisheit. Jenen, welche durch
altes theologisches Vorurteil verleitet, sagen
mögen: aber die Asuras sind
die aufrührerischen Devas, die Widersacher der
Götter - daher Teufel und die
Geister des Bösen - wird geantwortet: die
esoterische Philosophie läßt werde
gut noch böse an sich zu als etwas
unabhängig in der Natur
Existierendes. Die Ursache für beides findet sich in
Bezug auf den Kosmos in der Notwendigkeit der
Gegensätze oder Kontraste und
mit Rücksicht auf den Menschen in seiner menschlichen
Natur, seiner
Unwissenheit und seinen Leidenschaften. Es giebt keine
Teufel oder gänzlich
Böse, sowie es auch keine unbedingt vollkommenen Engel
giebt, obwohl es
Geister des Lichtes und der Dunkelheit geben mag; so
ist Lucifer - der Geist der
intellektuellen Erleuchtung
und Gedankenfreiheit - bildlich das führende
Leuchtfeuer, welches dem
Menschen seinen Weg durch die Klippen und
Sandbänke des Lebens finden
hilft, denn Lucifer ist der Logos in seinem
höchsten und der „Widersacher“ in seinem niedrigsten
Aspekt - welche beide in
unserem Ego reflektiert sind. Lactantius, wo er von
der Natur Christi spricht, macht den Logos, das Wort, zum „erstgeborenen
Bruder des Satan und zum ersten aller Geschöpfe“. [10]
Das Vishnu Purâna beschreibt diese
ursprünglichen Geschöpfe (Tiryaksrotas)
mit gekrümmten Verdauungskanälen:
(Sie waren begabt mit inneren Offenbarungen, aber
wechselseitig in Unkenntnis über ihre Art und Natur.) [11]
Die achtundzwanzig Arten von Badhas, oder
„Unvollkommenheiten“ beziehen
sich nicht, wie Wilson dachte, auf die jetzt bekannten
Tiere, die von ihm
aufgezählt werden, denn diese existierten nicht in
jenen geologischen Perioden.
Das ist ganz klar aus dem angeführten Werke, in
welchem zuerst die „fünffältige
(unbewegliche) Welt“ geschaffen wird, die Mineralien
und Vegetabilen; dann
kommen jene fabelhaften Tiere, die Tiryaksrotas - die
Ungeheuer des
Abgrundes, erschlagen von den „Herren“ der Strophen II
und III; dann die
Ûrdhvasrotas, die seligen himmlischen Wesen, welche
sich von Ambrosia nähren
und zuletzt die Arvâksrotas, menschliche Wesen -
Brahmâs siebente sogenannte
„Schöpfung“. Aber diese „Schöpfungen“, einschließlich
der letzteren, geschahen
nicht auf dieser Kugel, wo immer sonst sie
stattgefunden haben mögen. Nicht
Brahmâ erschafft Dinge und Menschen auf dieser Erde,
sondern der Führer und
Herr, der Prajâpatis, der Herren des Daseins und der
irdischen Schöpfung.
„Gehorchend dem Befehle des Brahmâ“ machte Daksha -
die Zusammenfassung
71
oder die Zusammenscharung der irdischen Schöpfer und
Vorfahren,
einschließlich der Pitris - höhere und niedere (vara
und avara) Dinge, „sich
beziehend auf putra“ Nachkommenschaft und „Zweifüßer
und Vierfüßer und in
der Folge, durch seinen Willen (sich beziehend auf die
Söhne von Willen und
Yoga), brachte er weibliche Wesen hervor“ [12] - d. i.
trennte die androgynen.Hier haben wir wieder „Zweifüßer“ oder Menschen,
erschaffen vor den „Vierfüßern“, wie in den esoterischen Lehren.
Nachdem in den exoterischen Erzählungen die Asuras als
die ersten Wesen aus
dem „Körper der Nacht“ erschaffen werden, während die
Pitris aus jenem des
„Zwielichts“ hervorgehen; und die „Götter“ von
Parâshara im Vishnu Purâna
zwischen die beiden versetzt und als aus dem „Körper
des Tages“
hervorgegangen dargestellt werden, ist es leicht, eine
bestimmte Absicht zu
entdecken, die Reihenfolge der Schöpfung zu
verschleiern. Der Mensch ist der
Arvâksrota, welcher aus dem „Körper der
Morgendämmerung“ kommt; und
anderwärts wird wiederum auf den Menschen Bezug
genommen, wenn es von
dem Weltschöpfer Brahmâ heißt, daß er „grausame Wesen
schuf, welche Bhûtas
benannt wurden und Fleischesser“ oder, wie der Text es
sagt, „Unholde fürchterlich dadurch, daß sie affenfarbig und fleischfressend
sind.“ [13]
Andererseits werden die Râkshasas gewöhnlich übersetzt
mit „bösen Geistern“
und „Feinden der Götter“, was sie mit den Asuras
identifiziert. Im Râmâyana
findet Hanumân bei der Auskundschaftung des Feindes in
Lankâ daselbst
Râkshasas, einige scheußlich, „während einige schön
anzusehen waren“ und im
Vishnu Purâna wird
unmittelbar darauf Bezug genommen, daß sie die Heilande
der „Menschheit“ oder des
Brahmâ werden.
[10] Inst. Div., II.
I; angeführt in Myers Qabbalah, 116.
[11] a. a. O., I. V; Wilsons
Übers., Fitzedward Halls Wiedergabe, I. 72.
[12] Ebenda, II. 10.
[13] Ebenda, I. 83.
71
Die Allegorie ist sehr sinnreich. Großer Intellekt und
allzu viel Wissen sind eine
zweischneidige Waffe im Leben und Werkzeuge zum Bösen,
sowohl wie zum
Guten. Wenn mit Selbstsucht verbunden, werden sie aus
ganzen der Menschheit
einen Fußschemel für die Erhebung ihres Besitzers und
ein Mittel zur Erreichung
seine Zwecke machen; während sie, zu selbstlosen
menschenfreundlichen
Zwecken angewendet, das Mittel zur Erlösung von vielen
werden können. Auf
jeden Fall wird die Abwesenheit von Selbstbewußtsein
und Intellekt aus einem
Menschen einen Blödsinnigen machen, ein Vieh in
menschlicher Form. Brahmâ
ist Mahat, das Universalgemüt; daher zeigen die allzu
selbstsüchtigen unter den
Râkshasas das Verlangen, sich in den Besitz von
alledem zu setzen - Mahat zu
„verschlingen“. Die Allegorie ist durchsichtig.
Auf jeden Fall identifiziert die esoterische
Philosophie die vorbrâhmanischen
Asuras, Rudras, [14] Râkshasas und alle die
„Widersacher“ in den Allegorieen
mit den Egos, indem sie sich in dem noch
unverständigen Menschen der dritten
Rasse inkarnierten, ihn bewußt unsterblich
machten. Sie sind also während des
Cyklus der Inkarnationen der wirkliche duale Logos
- das sich widerstreitende
und doppelgesichtige göttliche Prinzip im Menschen.
Der , welcher
folgt, und die nächsten Strophen mögen ohne Zweifel
mehr Licht auf diesen sehr
schwierigen Lehrsatz werfen, aber die Schreiberin
fühlt sich nicht berechtigt, es
vollständig zu veröffentlichen. Von der
Aufeinanderfolge der Rassen jedoch sagt
der :
Zuerst kommen
die SELBSTEXISTIERENDEN auf diese Erde. Sie sind die
„Geistigen
Leben“, projiziert von dem unbedingten WILLEN und GESETZ, bei der
Morgendämmerung
einer jeden Wiedergeburt der Welten. Diese Leben sind die
göttlichen
„Shishta“ (die Samen-Manus, oder die Prajâpatis und die Pitris).
Aus diesen gehen hervor:
1. Die erste
Rasse, die „Selbstgeborenen“, welche die (astralen) Schatten ihrer
Vorfahren
sind. Der Körper war baar allen Verstandes (Gemütes, Intelligenz und
Willens). Das
innere Wesen (das höherer Selbst, oder die Monade) war zwar
innerhalb der
irdischen Gestalt, aber nicht mit ihr verbunden. Das Bindeglied, das
Manas, war noch nicht da.
2. Aus der Ersten (Rasse) ging hervor die Zweite,
genannt die
„Schweißgeborenen“ [15] und die „Knochenlosen“. Diese
ist die Zweite
Wurzelrasse,
begabt von den Erhaltern (Râkshasas) [16] und den inkarnierenden
73
Göttern (den
Asuras und Kumâras) mit dem ersten ursprünglichen und schwachen Funken (dem
Keine der Intelligenz) . . .
Und aus diesen geht ihrerseits hervor:
3. Die Dritte
Wurzelrasse, die „Zweifältigen“ (Androgynen). Die ersten Rassen
derselben
waren Schalen, bis schließlich die letzte von den Dhyânis „bewohnt“ (d. i.
beseelt) wird.
[14] Welche Manu „Großväter väterlicherseits“ nennt
(III. 284). Die Rudras sind die sieben Offenbarungen des Rudra-Shiva, des
„zerstörenden Gottes“, und auch großen Yogîs und Asketen.
[15] Von einer Entstehung des Lebens und von einem
Ursprunge des Menschengeschlechts auf diese unsinnig unwissenschaftliche Weise
zu sprechen, angesichts der modernen Stammbäume des Menschengeschlechts, heißt
augenblickliche Vernichtung herausfordern. Die esoterische Lehre setzt sich
nichtsdestoweniger der Gefahr aus, und geht sogar soweit, den unparteiischen
Leser aufzufordern, die obige Hypothese (wenn sie eine ist) mit Haeckels
Theorie zu vergleichen - die jetzt rasch ein Axiom für die Wissenschaft wird -
und die wir wörtlich wie folgt anführen:
“Wie entstand überhaupt das Leben, die lebendige
Formenwelt der Organismen?“ und zweitens, die besondere Frage:
Die erste dieser beiden
Fragen, diejenige von der ersten Entstehung
lebendiger Wesen, kann
empirisch (!!) nur entschieden werden durch den
Nachweis der sogenannten
Urzeugung oder Generatio aequivoca, d. h. der
freiwilligen oder spontanen
Entstehung von Organismen der denkbar
einfachsten Art. Solche sind
die Moneren (Protogenes, Protoamoeba,
Protomyxa, Vampyrella),
vollkommen einfache mikroskopische
Schleimklümpchen ohne die Struktur und Organisation,
welche sich ernähren
73
und (durch Teilung) fortpflanzen. Ein solches
Moner, nämlich der von dem
berühmten englischen Zoologen Huxley entdeckte und
Bathybius Haeckelii
genannte Ur-Organismus bedeckt in Form einer zusammenhängenden
dicken
Schleimdecke die größten
Tiefen des Ozeans, zwischen 3000 und 30 000
Fuß. Zwar ist die Urzeugung solcher Moneren bis jetzt
noch nicht sicher
beobachtet; sie hat aber an sich nichts Unwahrscheinliches. (E.
Haeckel, „Über die Entstehung des Menschengeschlechts.“ Popul. Vorträge,
I. p. 35.) Da sich in neuerer Zeit herausgestellt hat, daß das
Bathybius-Protoplasma überhaupt keine organische Substanz ist, so bleibt wenig
zu sagen übrig.
Noch braucht man nach der
Durchlesung dieses, weitere Zeit mit der
Widerlegung der folgenden
Behauptung zu verbringen: „Dann ist zweifellos
(für die Gemüter des Haeckel
und seinesgleichen) ebenso der Mensch aus
niederen Säugetieren, Affen,
früher Halbaffen, und noch früher Beuteltieren,
Amphibien, Fischen u. s. w. durch allmähliche
Umbildung entstanden“ (p. 39)
·
alle
hervorgebracht durch „eine Summe von sogenannten blinden, zweck-und planlos
wirkenden Naturkräften.“ Die oben angeführte Stelle trägt ihre Kritik in
sich selbst. Man läßt die Wissenschaft das lehren, was bis zur gegenwärtigen
Zeit „noch nicht sicher beobachtet ist.“ Man läßt sie die Erscheinung
einer intelligenten Natur und einer von Form und Stoff unabhängigen Lebenskraft
leugnen, und es mehr wissenschaftlich finden, die wunderbare Arbeitsleistung zu
lehren von
„blinden, zweck- und planlos wirkenden Naturkräften.“
Wenn dem so ist, dann
sind wir dahingeführt zu denken, daß die
physisch-mechanische Gehirnkräfte
gewisser hervorragender Wissenschaftler dieselben
ebenso blind
dahinführen, Logik und gesunden Menschenverstand auf
dem Altare
wechselseitiger Bewunderung zu opfern. Warum sollte
das protoplasmatische
Moner, welches das erste
lebendige Geschöpf durch Selbstteilung
hervorbringt, für eine sehr
wissenschaftliche Hypothese gehalten und eine
ätherische vormenschliche
Rasse, die den ursprünglichen Menschen auf
73
dieselbe Art erzeugt, als ein unwissenschaftlicher
Aberglaube in bann gethan werden? Oder hat der Materialismus ein
ausschließliches Monopol in der Wissenschaft erlangt?
[16] Die Râkshasas, welche in der indischen
volkstümlichen Theologie Dämonen betrachtet, werden jenseits der Himâlayas die
„Erhalter“ genannt. Diese doppelte
Bedeutung hat ihren Ursprung in einer philosophischen Allegorie, die in den Purânen
auf verschiedene Art wiedergegeben wird. Es wird behauptet, daß als Brahmâ
die Dämonen erschuf, die Yakshas (von yaksh, essen) und die Râkshasas,
beide dieser Arten von Dämonen, sobald sie geboren waren, ihren Schöpfer zu
verschlingen wünschten, und daß „jene unter ihnen, welche ausriefen ,Nicht so:
o! möge er gerettet (erhalten) sein!´ Râkshasas genannt wurden.“ (Vishnu
Purâna, I. V; Wilson, I. 82.) Das Bhâgavata Purâna (III. 20, 19-21; ebenda,
a. a. O.) überliefert die Allegorie auf eine andere Art. „Brahmâ verwandelte
sich in Nacht (oder Unwissenheit)
bekleidet mit einem Körper.) diesen ergriffen die
Yakshas und Râkshasas mit
dem Ausrufe: „Schont ihn nicht; verschlingt ihn.“
Brahmâ rief aus: „Verschlingt
mich nicht schont mich.“
Das hat natürlich eine innere
Bedeutung. Der „Körper der Nacht“ ist das
Dunkel der Unwissenheit, und
er ist das Dunkel des Schweigens und
Geheimhaltens. Nun werden die
Râkshasas in fast jedem Falle als Yogîs,
fromme Sâdhus und Initiierte
hingestellt, eine etwas ungewohnte
Beschäftigung der Dämonen.
Die Bedeutung ist dann die, daß, während wir
die Kraft haben, das Dunkel
der Unwissenheit zu zerstreuen - „es zu
verschlingen“ - wir die heilige Wahrheit vor
Entweihung zu bewahren haben.„Brahmâ ist für die Brâhmanen allein“, sagt jene
stolze Kaste. Die Moral der Fabel ist einleuchtend.
73
Die Zweite Rasse, wie oben festgestellt auch
geschlechtslos, entwickelte aus sich selbst bei ihrem Anbeginne die Dritte,
androgyne Rasse durch einen entsprechenden, aber bereits verwickelten Vorgang.
Wie im beschrieben, waren die
allerersten von jenen Rassen:
Die „Söhne
des Passiven Yoga.“ [17] Sie gingen hervor aus den Zweiten
Manushyas
(Menschenrasse) und wurden Eier hervorbringend. Die Ausflüsse
aus ihren Körpern
während der Fortpflanzungszeiten waren eiartig; die kleinen
kugelförmigen
Kerne entwickelten sich zu einem großen, weichen, eiähnlichen
Träger, der
allmählich erhärtete, worauf er, nach einer Reifungsperiode, zerbrach
und das junge
menschliche Tier aus ihm ohne Hilfe hervorging, so wie in unserer
Rasse die Hühner.
Das muß dem Leser lächerlich unsinnig erscheinen.
Nichtsdestoweniger ist es
streng nach dem Verfahren der evolutionelle Analogie,
welche die Wissenschaft
in der Entwicklung der lebenden tierischen Art
wahrnimmt. Zuerst die
Monerartige Fortpflanzung durch „Selbstteilung“; dann
nach ein paar Stadien, die
ovipare, wie im Falle der Reptilien, denen die Vögel
folgen; dann schließlich die
Säugetiere mit ihren ovoviviparen Arten der
Hervorbringung ihrer Jungen.
Wenn der Ausdruck „ovovivipar“ auf einige Fische und
Reptilien angewendet
wird, welche ihre Eier innerhalb ihrer Körper
ausbrüten, warum sollte er nicht auf
weibliche Säugetiere, einschließlich des menschlichen
Weibes, angewendet
werden? Das Ovulum, in welchem nach der Befruchtung
die Entwicklung des
Fötus stattfindet, ist ein Ei.
Auf jeden Fall ist diese Vorstellung philosophischer,
als die von der Eva mit einer
plötzlich erschaffenen Placenta, welche den Kain
hervorbringt, von wegen des
„Apfels“, wenn sogar das Beuteltier, das früheste
unter den Säugetieren, noch
keine Placenta hat.
Obendrein ist die fortschreitende Reihenfolge der
Fortpflanzungsmethoden, wie
sie die Wissenschaft enthüllt hat, eine glänzende
Bestätigung der esoterischen
Ethnologie. Es ist nur notwendig, die Daten
tabellarisch einzuordnen, um unsere
Behauptung zu beweisen. [18]
I. Spaltung.
(a) Wie zu sehen in der Zweiteilung des als Moner oder
Amoebe bekannte
75
Protoplasmaklümpchens.
(b) Wie zu sehen in der Teilung der mit einem Kerne
versehenen Zelle, in
welcher sich der Zellkern in
zwei Unterkerne spaltet, welche sich entweder
innerhalb der ursprünglichen Zelle entwickeln oder
dieselbe zersprengen und
sich außerhalb derselben als unabhängige Wesenheiten
vermehren. (Vgl. die Erste Wurzelrasse.)
II. Knospung.
Ein kleiner Teil der mütterlichen Struktur quillt aus
der Oberfläche hervor und
trennt sich schließlich ab, zur Größe des
ursprünglichen Organismus
anwachsend; z. B. viele Vegetabilen, die Seeanemonen
u. s. w. (Vgl. die Zweite
Wurzelrasse.) [19]
III. Sporen.
Eine einzelne Zelle wird von dem mütterlichen
Organismus ausgeworfen und
entwickelt sich zu einem vielzelligen Organismus, der
die Züge des letzteren wiederholt, z. B. Bakterien und Moose.
.
Intermediärer Hermaphroditismus.
Männliche und weibliche Organe gehören demselben
Individuum an; z. B. die
Mehrzahl der Pflanzen, Würmer und Schnecken u. s. w.;
der Knospung verwandt. (Vgl. Zweite und frühe Dritte Wurzelrasse.)
V. Wahre geschlechtliche Vereinigung.
(Vgl. die spätere Dritte
Wurzelrasse.)
Wir kommen nun zu einem
wichtigen Punkt mit Bezug auf die doppelte
Entwicklung des
Menschengeschlechtes. Die Söhne der Weisheit, oder die
geistigen Dhyânîs
waren „intellektuell“ geworden durch ihre Berührung mit dem
Stoffe, weil sie bereits während frührer
Inkarnationscyklen jenen Grad von
Intellekt erreicht hatten, welcher sie befähigte,
unabhängig und selbstbewußte
Wesenheiten auf dieser Ebene des Stoffes zu
werden. Sie wurden nur auf Grund
karmischer Wirkungen wiedergeboren. Sie traten ein in
jene, welche „bereit“
waren und wurden die oben angedeuteten Arhats oder
Weisen. Dies bedarf einer
75
Erklärung.
[17] Die allmähliche Entwicklung des Menschen in der
Geheimlehre zeigt, daß
alle späteren (für den
Profanen die frühesten) Rassen ihren physischen
Ursprung in der frühen
vierten Rasse haben. Jedoch ist die Unterrasse,
welche derjenigen voranging,
die sich geschlechtlich trennte, als der geistige
Vorfahr unserer gegenwärtigen Generationen, und
insbesondere der östlichen
ârischen Rassen zu betrachten. Webers Idee, daß die
indogermanische Rasse der ârischen vedischen Rasse voranging, ist für
den Occultisten in höchstem Grade grotesk.
[18] Vergleiche insbesondere Schmidts Descendenzlehre
und Darwinismus, p. 34 ff., und Laings A Modern Zoroastrian, pp.
102-111.
[19] . Jeder Heilungs- oder Vernarbungsvorgang in den
höheren Tiergruppen -
selbst im Falle der Wiederhervorbringung verstümmelter
Glieder bei den Amphibien - wird bewirkt durch Spaltung und Knospung der
elementaren morphologischen Elemente.
75
Es bedeutet nicht, daß die Monaden in Formen
eintraten, in denen bereits
andere Monaden waren. Sie waren „Wesenheiten“,
„Intelligenzen“ und bewußte
Geister; Wesen, welche durch Vereinigung mit mehr
entwickelter Materie noch
bewußter zu werden suchten. Ihre Wesenheit war zu
rein, um von der
Universalen Wesenheit unterschieden zu sein; aber ihre
„Egos“ oder Manas
(nachdem sie Mânasaputra genannt werden, geboren aus
Mahat oder Brahmâ)
hatten durch irdische menschliche Erfahrungen
hindurchzugehen, um allweise zu
werden und im stande zu sein, auf dem wiederkehrenden
aufsteigenden Cyklus
vorzugehen. Die Monaden sind keine getrennten Principien,
begrenzt oder
bedingt, sondern Strahlen von jenem einen universellen
absoluten Princip. Der
Eintritt eines Sonnenstrahls hinter einem anderen
durch dieselbe Öffnung, in
einem dunklen Raum, wird nicht zwei Strahlen
ausmachen, sondern einen
verstärkten Strahl. Es liegt nicht im Gange des
Naturgesetzes, daß der Mensch
ein vollkommenes siebenfältiges Wesen werden
solle vor der Siebenten Rasse in
der Siebenten Runde. Doch hat er alle diese Prinzipien
seit seiner Geburt in sich
verborgen. Auch ist es nicht Teil des
Entwicklungsgesetzes, daß das Fünfte
Prinzip (Manas) seine vollständige Entwicklung vor der
Fünften Runde erlangen
solle. Alle solchen vorzeitig entwickelten Intellekte
(auf der geistigen Ebene) in
unserer Rasse sind abnormal; sie sind jene, die
wir die „Fünftrunder“ genannt
haben. Selbst in der kommenden Siebenten Rasse, am
Schlusse dieser Vierten
Runde, wird, während unsere Vier niedrigeren
Prinzipien voll entwickelt sein
werden, das von Manas nur verhältnismäßig sein. Diese
Beschränkung bezieht
sich jedoch nur auf die geistige Entwicklung. Die intellektuelle
auf der physischen
Ebene wurde während der Vierten Wurzelrasse erreicht.
Somit bilden jene,
welche „halb fertig“ waren, welche „nur einen Funken“
empfingen, die
Durchschnittsmenschheit, welche ihre Intellektualität
während der gegenwärtigen
manvantarischen Entwicklung zu erlangen hat, worauf
sie in der nächsten zur
vollen Aufnahme der „Söhne der Weisheit“ bereit sein
wird. Indessen blieben
jene, welche überhaupt „nicht bereit waren“, die
spätesten Monaden, welche sich
kaum aus ihren letzten, den Übergang bildenden und
niedre tierischen Formen
am Schlusse der Dritten Runde entwickelt hatten, die
„Schwachköpfigen“ der
Strophe. Dies erklärt die im
andren Falle unerklärlichen Abstufungen der
Intellektualität zwischen den
verschiedenen Menschenrassen – dem wilden
Buschmann und dem Europäer –
selbst jetzt noch. Jene Stämme von Wilden,
deren Verstandeskräfte sehr wenig über dem Range der
Tiere stehen, sind nicht
die ungerecht Enterbten, oder die „Unbegünstigten“,
wie einige denken mögen –
nicht von der Art! Sie sind einfach jene letzten
Ankömmlinge unter den
menschlichen Monaden, „welche nicht bereit waren“;
welche sich während der
gegenwärtigen Runde, sowie auch auf den drei übrigen
Kugeln zu entwickeln
77
haben – somit auf vier verschiedenen Daseinsebenen –
um in dem Range der Durchschnittsklasse anzukommen, wenn sie die fünfte Runde
erreichen.
Eine Bemerkung mag sich als nützlich erweisen, als
Nahrung für das Denken
des Schülers in diesem Zusammenhang. Die Monaden der
niedrigsten Arten der
Menschheit – des
„schwachköpfigen“ [20] wilden Südseeinsulaners, des
Afrikaners, des Australiers –
hatten kein Karma abzuarbeiten, als sie zum
erstenmale als Menschen geboren wurden, wie ihre an
Intelligenz mehr
begünstigten Brüder hatten. Die ersteren spinnen ihr Karma nur jetzt aus; die
letzteren sind belastet mit vergangenem, gegenwärtigem
und zukünftigem
Karma. In dieser Beziehung ist der arme Wilde
glücklicher als der größte Genius
zivilisierter Länder.
Halten wir inne, bevor wir irgendmehr
solcher seltsamen Lehren geben.
Versuchen wir herauszufinden,
in wiefern irgendwelche alten Schriften, und
selbst die Wissenschaft die Möglichkeit solcher
abenteuerlicher Gedanken, wie
sie sich in unserer Anthropogenesis finden, zulassen
oder sogar ausdrücklich bekräftigen.
Wiederholen wir was gesagt worden ist, so finden wir,
daß die Geheimlehre für
den Menschen beansprucht: (1) einen polygenetischen
Ursprung; (2) eine
Verschiedenheit von Fortpflanzungsarten, bevor die
Menschheit auf die
gewöhnliche Zeugungsmethode verfiel; (3) daß die
Entwicklung der Tiere – auf
jeden Fall der Säugetiere – jener des Menschen folgt,
anstatt ihr voranzugehen.
Und dies ist den jetzt allgemeinen angenommenen
Theorien der Entwicklung und
der Abstammung des Menschen von einem tierischen Ahnen
diametral entgegengesetzt.
Untersuchen wir – und geben dabei Cäsar, was des Cäsar
ist – vor, allem
anderen die Aussichten für die polygenetische Theorie
unter den Männern der
Wissenschaft.
Nun neigt die Mehrzahl der
darwinistischen Evolutionisten zu einer
polygenetischen Erklärung des
Ursprungs der Rassen. In dieser besonderen
Frage sind jedoch, wie in vielen anderen Fällen, die
Gelehrten nicht einig; sie
stimmen überein, daß sie nicht übereinstimmen.
Stammt der Mensch von einem einzigen Paare oder
von verschiedenen
Gruppen ab –
Monogenismus oder Polygenismus? Soweit man es wagen darf,
sich über das auszusprechen, was in Abwesenheit von
Augenzeugen (?) niemals bekannt wird (?), ist die zweite Hypothese bei weitem
die wahrscheinlichste. [21]
Abel Hovelacque kommt in seiner Sprachwissenschaft zu
einem ähnlichen
Schlusse, indem er aus dem Beweismateriale folgert,
das einem Sprachforscher
77
zugänglich ist.
In einer von der British Association gehaltenen
Ansprache bemerkte Professor
W. H. Flower zu dieser Frage:
Die Anschauung, die mit dem, was jetzt von den
Eigenschaften und der
Verteilung der Menschenrassen bekannt ist, am besten
übereinstimmt, . . . . ist
eine Modifikation der
monogenetischen Hypothese (?). Ohne auf die
schwierige Frage nach der Art
der ersten Erscheinung des Menschen auf der
Welt einzugehen, müssen wir
dafür ein ungeheures Alter annehmen, zum
mindesten, wenn man dasselbe
nach irgend einem historischen Maßstabe
mißt. Wenn
wir irgend eine Annäherung an eine vollständige paläontologische
Aufzeichnung
hätten, so könnte die Geschichte des Menschen rekonstruiert werde, aber nichts
von der Art zeigt sich.
[20] Der Ausdruck bedeutet hier weder die
dolichokephalen noch die
brachyokephalen, noch Schädel von geringerem Volumen,
sondern einfach
Gehirne, denen de Intellekt im allgemeinen mangelt.
Die Theorie, welche die
intellektuelle Kapacität
eines Menschen nach seiner Schädelkapacität
beurteilen möchte, erscheint
einem, der den Gegenstand studiert hat,
unsinnig unlogisch. Die
Schädel der Steinzeit, sowie jene der afrikanischen
Rassen (einschließlich der
Buschmänner) zeigen, daß die ersteren vielmehr
über, als unter der durchschnittlichen Gehirnkapacität
des heutigen Menschen
stehen, und die Schädel der letzteren sind im Ganzen
(sowie auch im Falle
der Papuas und der Polynesier im allgemeinen) um einen
Kubikzoll größer als
jene des durchschnittlichen Franzosen. Die
Schädelkapacität des heutigen Parisers repräsentiert wieder einen Mittelwert
von 1437 Kubikcentimeter im Vergleiche zu 1523 des Auvergnaten.
[21] A. Lefèvre, Philosophy, p. 498.
77
Ein derartiges Zugeständnis muß als ein für den
Dogmatismus der
physikalischen Evolutionisten verhängnisvoll
betrachtet werden, und als eines,
das einen weitreichenden Spielraum eröffnet für
occulte Spekulationen: Die
Gegner der Darwinschen Theorie waren und bleiben noch
immer Polygenisten.
„Intellektuelle Riesen“ wie John Crawford Hunt
erörterten die Frage und waren
der Polygenesis gewogen, und zu ihrer Zeit war das
Gefühl stärker zu Gunsten
als entgegen dieser Theorie. Erst im Jahre 1864
begannen die Darwinisten sich
mit der Theorie der Einheit zu verbinden, deren erste
Wortführer die Herren
Huxley und Lubbock wurden. In Bezug auf die andere
Frage, nach dem
Vorgange des Menschen vor den Tieren in der
Reihenfolge der Entwicklung, ist
die Antwort ebenso rasch gegeben. Wenn der Mensch
wirklich der Mikrokosmos
des Makrokosmos ist, dann hat die Lehre nichts so sehr
Unmögliches an sic und
ist nur logisch. Denn der Mensch wird jener
Makrokosmos für die drei unter ihm
stehenden niedrigeren Reiche. Wenn wir von einem
physischen Standpunkt aus
argumentieren, so sind alle niedrigeren Reiche, mit
Ausnahme des mineralischen
Reiches – welches Licht selber ist, kristallisiertes
und immetallisiertes – von den
Pflanzen an bis zu den Geschöpfen, welche den ersten
Säugetieren
vorangingen, alle in ihrem Körperbaue gefestigt worden
mit Hilfe des „abgelegten
Staubes“ jener Mineralien und des Abfalles des
menschlichen Stoffes, einerlei ob
von
lebendigen oder toten Körpern, von welchen sie sich ernährten und welche
ihnen ihre äußeren Körper gaben. Seinerseits gestaltete sich auch der Mensch
körperlicher, indem er in sein System wiederaufnahm,
was er ausgegeben hatte
und was in den lebendigen animalischen Retorten, durch
welche es
hindurchgegangen war, infolge der alchimistischen
Umwandlungen der Natur
umgeformt worden war. Es gab
Tiere in jenen Tagen, von denen sich unsere
moderne Naturwissenschaft
niemals haben träumen lassen; und je stärker der
physische materielle Mensch –
der Riese jener Zeiten – wurde, um desto
mächtiger waren seine Ausstrahlungen. Sobald jene
androgyne Menschheit sich
in Geschlechter geteilt hatte, von der Natur in
kindergebärende Maschinen
umgewandelt, hörte sie auf, ihresgleichen durch aus
dem Körper aussickernde
Tropfen von Lebensenergie fortzupflanzen. Aber solange
der Mensch noch in
Unkenntnis seiner Fortpflanzungskräfte auf der
menschlichen Ebene war – vor
seinem Fall, wie ein Gläubiger an Adam sagen würde – wurde
alle seine aus ihm
weit und breit verstreute Lebenskraft von der Natur
zur Hervorbringung der ersten Säugetierformen benutzt. Die Entwicklung ist ein
ewiger Cyklus des Werdens, wird uns gelehrt; und die Natur läßt niemals ein
Atom unbenutzt.
Obendrein strebt vom Anbeginne der Runde an alles in
der Natur dahin, Mensch
zu werden. Alle Antriebe der doppelten, centripetalen
und centrifugalen Kraft sind
nach einem Punkt gerichtete – dem Menschen. Der
Fortschritt in der
79
Aufeinanderfolge der Wesen, sagt Agassiz:
besteht in einer wachsenden Gleichartigkeit der
lebenden Faune, und unter den
Wirbeltieren insbesondere in der wachsenden
Ähnlichkeit mit dem Menschen.
Der Mensch ist das Ende, dem alle tierische Schöpfung
seit dem ersten Auftreten
der ersten paläozoischen Fische zugestrebt hat. [22]
Genau so: aber die „paläozoischen Fische“ stehen an
der niederen Krümmung
des Bogens der Entwicklung der Formen, und
diese Runde begann mit dem
Astralmenschen, dem Wiederscheine der Dhyân
Chohans, genannt die „Bildner“.
Der Mensch ist das Alpha und das Omega der
gegenständlichen Schöpfung. Wie
es in Isis entschleiert heißt:
Alle Dinge hatten ihren Ursprung im Geiste – indem die
Entwicklung ursprünglich von oben begonnen hatte und abwärts fortschritt,
anstatt des umgekehrten, wie es in der darwinistischen Theorie gelehrt wird.
[23]
Daher ist das Streben, von dem der oben angeführte
hervorragende
Naturforscher spricht, ein jedem Atom innewohnendes.
Nur würden, wollte man
es auf beide Seiten der Entwicklung anwenden, die
gemachten Beobachtungen
der modernen Theorie, die jetzt nahezu zum
(darwinistischen) Gesetz geworden
ist, sehr widerstreiten.
Denn wenn wir die Stelle aus dem Werke des Agassiz
beistimmend anführen, so
darf das nicht so verstanden werden, als ob die
Occultisten der Theorie, welche
den Menschen vom Tierreich herleitet, irgend welches Zugeständnis
machen
würden. Die Thatsache, daß er in dieser Runde den
Säugetieren vorausging,
wird offenbar nicht durch Überlegung bekämpft, durch
die letzteren den Spuren
des Menschen folgen.
25. WIE HANDLTEN DIE MÂNASA, DIE SÖHNE DER WEISHEIT?
SIE
VERWARFEN DIE SELBSTGEBORENEN. [24] SIE SIND NICHT
BEREIT. SIE
VERSCHMÄHTEN DIE SCHWEISSGEBORENEN. [25] SIE SIND
NICHT GANZ
BEREIT. SIE WOLLTEN NICHT EINTRETEN IN DIE ERSTEN
EIGEBORENEN.
[26]
Für eine Theisten oder Christen dürfte dieser Vers
eine ziemliche theologische
Idee andeuten: die vom Falle der Engel durch Stolz. In
der Geheimlehre jedoch
scheinen die Gründe für die Weigerung, sich in halbfertigen
physischen Körpern
zu inkarnieren, mehr mit physiologischen als mit
metaphysischen Erwägungen
verknüpft zu sein. Nicht alle Organismen waren
genügend fertig. Die
79
inkarnierenden Kräfte wählten die reifsten Früchte und
verschmähten die
übrigen. Durch einen sonderbaren Zufall wählte die
Schreiberin bei der Auswahl
eines vertrauten Namens für das Festland, auf dem die
ersten Androgynen, die
dritte Wurzelrasse, sich trennten, aus geographischen
Erwägungen den von
Herrn P. L. Sclater erfundenen Namen „Lemurien“. Erst
später fand sich beim
Lesen von Haeckels Stammbaum des
Menschengeschlechtes, daß der deutsche
„Animalist“ den Namen für seinen letzten Kontinent
gewählt hatte. Er führt,
zutreffend genug, den Mittelpunkt menschlicher
Entwicklung auf Lemurien
zurück, aber mit einer leichten wissenschaftlichen
Abänderung. Indem er davon
als von der „Wiege des Menschengeschlechtes“ spricht,
malt er die allmähliche
Umwandlung des menschenähnlichen Säugetieres in den
ursprünglichen Wilden
aus!! Vogt wieder hält dafür, daß in Amerika der
Mensch aus einem Zweige der
breitnasigen Affen entsprang, unabhängig von
dem Ursprunge der afrikanischen
und asiatischen Wurzelstämme von den Schmalnasen der
alten Welt. Die
Anthropologen sind wie gewöhnlich uneins in dieser
Frage, sowie in vielen
anderen. Wir werden diese Behauptung im Lichte der
esoterischen Philosophie
in Strophe I untersuchen. Unterdessen wollen wir
einige Augenblicke der Aufmerksamkeit den verschiedenen nach den Gesetzen der
Entwicklung aufeinanderfolgenden Fortpflanzungsarten widmen. [22] Principles of Zoology, p. 206.
[23] I. 154.
[24] Die Knochenlosen.
[25] Die ersten Scheißgeborenen.
Dies wird erklärt in der , welche
dieser Reihe von Strophen
folgt, in der Allegorie aus den Purânen betreffs
Kandu, des heiligen Weisen,
und Pramlochâ, der Nymphe, welche ihn
angeblich hypnotisiert hat; eine wissenschaftlich
bedeutsame Allegorie, indem
die Schweißtropfen, welche sie schwitzte, die Symbole
der Sporen der Wissenschaft sind.
[26] Dies wird im weiteren Verlaufe erklärt werden.
Diese Unwilligkeit, den
79
Menschen zu bilden oder zu schaffen, wird in den Purânen
durch das Benehmen des Daksha gegen seinen Widersacher Nârada, den
„streitmachenden Asketen“ symbolisiert.
79
Beginnen wir mit der Fortpflanzungsart der späteren Unterrassen
der dritten
Menschenrasse, von jenen, die sich mit dem „heiligen
Feuer“ begabt fanden, aus
dem Funken höherer und damals unabhängiger Wesen,
welche die psychischen
und geistigen Väter des Menschen waren, so wie die
niederen Pitri Devatâs (die
Pitris) die Vorfahren seines physischen Körpers waren.
Jene Dritte und Heilige
Rasse bestand aus Menschen, welche auf ihrem
Höhepunkte beschrieben
wurden als „gewaltige Riesen von göttlicher Stärke und
Schönheit und Verwahrer
aller Geheimnisse von Himmel und Erde.“ Sind sie
gleichermaßen gefallen, wenn
damals Inkarnation der „Fall“ war?
Davon sofort. Das einzige Ding, das jetzt an diesen zu
beachten ist, ist, daß die
Hauptgötter und Heroen der vierten und fünften Rasse,
sowie des späten
Altertums, die vergötterten Bilder dieser Menschen der
Dritten sind. Die Tage
ihrer physiologischen Reinheit und jene ihres
sogenannten Falles sind
gleichermaßen in den Herzen und Gedächtnissen ihrer
Nachkommen lebendig
geblieben. Daher die bei
diesen Göttern auftretende doppelte Natur – sowohl
Tugend wie Sünde sind in den
von der Nachwelt zusammengestellten
Lebensbeschreibungen bis zu
ihrem höchsten Grade erhöht. Sie waren die
voradamische und die göttliche Rasse, mit denen sich
jetzt sogar die Theologie,
in deren Anschauung sie alle „die verfluchten
kainitischen Rassen“ sind, zu beschäftigen beginnt.
Aber zuerst muß das Wirken der „geistigen Vorfahren“
jener Rassen erledigt werden. Ein sehr schwieriger und verwickelter Punkt muß
mit Bezug auf die Shlokas 26 und 27 erklärt werden.
26. ALS DIE SCHWEISSGEBORENEN DIE EIGEBORENEN
HERVORBRACHTEN, DIE ZWEIFÄLTIGEN, [27] DIE MÄCHTIGEN,
DIE
STARKEN MIT KNOCHEN, DA SPRACHEN DIE HERREN DER
WEISHEIT:
Warum „nun“ – und nicht früher? Dies erklärt der
folgende Shloka.
27. DIE DRITTE RASSE WURDE DAS VÂHAN [28] DER HERREN
DER
KRIYÂSHAKTI, DIE HEILIGEN VÄTER, VORFAHREN DER ARHATS.
. . .
Wie „schufen“ sie, nachdem die „Herren der Weisheit“ wesensgleich
sind mit den
indischen Devas, welche sich weigern zu „schaffen“?
Offenbar sind sie die
81
Kumâras des indischen Pantheons und der Purânen,
jene Älteren Söhne des Brahmâ:
Sanandana und die anderen Söhne der Vedhas, (welche)
früher von ihm geschaffen . . . ohne Begierde oder Leidenschaft (keusch
blieben), durchdrungen von heiliger Weisheit . . . und ohne Begierde nach
Nachkommenschaft. [29]
Die Kraft, mit Hilfe deren sie zuerst schufen, ist
dieselbe, welche sie seither von
ihrem hohen Stande zur Stellung böser Geister
herabsinken ließ, zu Satan und
seiner Schaar – die ihrerseits durch die unreine
Phantasie der exoterischen
Glauben geschaffen wurden. Dies geschah durch
Kriyâshakti, jene
geheimnisvolle und göttliche Kraft, verborgen im Willen
eines jeden Menschen,
welche, wenn nicht ins Leben gerufen, angeregt und
entwickelt durch
Yogaübungen, in 999 999 Menschen unter einer Million
schlummernd bleibt und
so verkümmert. Diese Kraft wird in den „Zwölf
Tierkreiszeichen“ [30] wie folgt
erklärt:
Kriyâshakti:
- die geheimnisvolle Kraft des Gedankens, welche denselben befähig,
äußere, wahrnehmbare, phänomenale Resultate durch die ihm innewohnende Energie
hervorzubringen. Die Alten waren der Ansicht, daß jede Idee sich äußerlich offenbaren
wird, wenn jemandes Aufmerksamkeit (und Wille) tief auf dieselbe koncentriert
ist. Auf ähnliche Weise wird einer intensiven Willensbewegung das verlangte
Resultat folgen. Ein Yogî bewirkt im
allgemeinen seine Wunder mit Hilfe von Ichchhâshakti (Willenskraft) und
Kriyâshakti.
Die Dritte Rasse hatte derart die sogenannten „Söhne
von willen und Yoga“, oder
die „Ahnen“ – die geistigen Vorväter – aller
folgenden und gegenwärtigen Arhats,
oder Mahâtmâs, auf eine wahrhaft unbefleckte Weise
erschaffen. Sie waren in
der That erschaffen, nicht erzeugt, wie
ihre Brüder von der Vierten Rasse,
welche geschlechtlich erzeugt wurden, nach der
Trennung der Geschlechter,
dem „Falle des Menschen“. Denn Schöpfung ist bloß das
Ergebnis des auf den
erscheinungsmäßigen Stoff einwirkenden Willens, das
Hervorrufen des
Ursprünglichen Göttlichen Lichtes und Ewigen Lebens
aus jenem. Sie waren alle
das „heilige Samenkorn“ der zukünftigen Heilande der
Menschheit.
81
[27] Die androgyne dritte Rasse. Der Evolutionist
Professor Schmidt spielt an
auf „die Thatsache der Trennung der Geschlechter, über
deren Hervorgehen
aus einstigen hermaphroditischen Arten man wohl
einig ist (die Schöpfungs-Gläubigen
natürlich ausgenommen).“
(Descendenzlehre und Darwinismus, p.
145). Dergestalt ist in der
That der unwiderlegliche Beweis, der aus der
Anwesenheit rudimentärer
Organe hergeleitet ist. Abgesehen von solchen
greifbaren Spuren von
ursprünglichem Hermaphroditismus möge die
Thatsache beachtet werden,
daß, wie Laing schreibt, „ein Studium der
Embryologie . . . .zeigt, daß
bei der menschlichen und höheren tierischen Art
der Unterschied des
Geschlechtes nicht entwickelt ist, bevor nicht ein
beträchtlicher Fortschritt
in dem Wachstum des Embryo geschehen
ist.“ (A
Modern Zoroastrian, p. 106.) Das Gesetz der Retardation - welches
gleichermaßen im Falle von
Menschenrassen, Tierarten, u. s. w. thätig ist,
wenn einmal ein höherer Typus
entwickelt worden ist - erhält noch
Hermaphroditismus als die Fortpflanzungsmethode der
Mehrheit der Pflanzen
und vieler niedriger Tiere.
[28] Träger.
[29] Vishnu Purâna, I.
; Wilson, I. 100.
81
Hier müssen wir wieder eine Unterbrechung eintreten
lassen, um gewisse schwierige Punkte zu erklären, deren es hier so viele giebt.
Es ist nahezu unmöglich, solche Unterbrechungen zu vermeiden. [31] Die
Reihenfolge der Entwicklung der Menschenrassen steht wie folgt im fünften Buche
der e und ist bereits gegeben worden:
„Schweißgeborenen“
(2); die dritten „Eigeboren“ und die durch die Kraft von
Kriyâshakti
geborenen heiligen Vätern(3); die vierten waren die Kinder des Padmapâni
(Chenresi) (4).
Natürlich sind solche ursprünglichen
Fortpflanzungsarten – durch die
Entwicklung eines Abbildes; durch Scheißtropen;
hierauf jene durch Yoga; und
dann durch etwas, was die Leute für Magie halten
werden (Kriyâshakti) –
vorderhand dazu verurteilt, für Märchen gehalten zu
werden. Nichtsdestoweniger
ist in ihnen, von der ersten angefangen und schließend
mit der letzten thatsächlich nichts Wunderbares, noch irgend etwas, das nicht
als natürlich nachgewiesen werden könnte. Dies muß bewiesen werden. 1. Chhâyâ-Geburt, oder jene ursprüngliche Art
geschlechtloser Fortpflanzung –
indem die erste Rasse aus den Körpern der Pitris
sozusagen herausgesickert ist
·
wird in einer
kosmischen Allegorie in den Purânen angedeutet. [32] Es ist die
schöne Allegorie und Geschichte von der Sanjnâ, der
Tochter des
Vishvakarman, vermählt mit der Sonne, welche, „unfähig
die Glut ihres Herrn zu
ertragen“, ihm ihre Chhâyâ (Schatten, bild oder
Astralkörper) gab, während sie
selbst sich in das Dickicht begab, um religiöse
Andachtsübungen, oder Tapas zu
verrichten. Die Sonne, welche in der Chhâyâ ihr Weib
vermutete, erzeugte mit ihr
Kinder, wie Adam mit der Lilith – auch einem ätherischen
Schatten, wie in der
Legende, jedoch einem thatsächlichen lebenden
weiblichen Ungetüm vor Millionen von Jahren.
Aber vielleicht beweist diese Beispiel wenig mehr als
die überschwängliche
Phantasie der purânischen Verfasser. Wir haben einen
anderen Beweis bereit.
Wenn die materialisierten Formen, welche mitunter aus
den Körpern gewisser
Medien heraussickern, anstatt zu verschwinden, fixiert
und festgemacht werden
könnten – so würde die „Schöpfung“ der ersten Rasse
ganz verständlich werden.
Diese Art der Fortpflanzung kann nicht verfehlen, für
den Schüler anregend zu
sein. Sicherlich ist weder das Geheimnis, noch die
Unmöglichkeit einer solchen
Art irgend größer, - während sie für den Verstand des
wahren metaphysischen
83
Denkers viel begreifbarer sind –als das Geheimnis von
der Empfängnis des Fötus, seines Reifens und seiner Geburt als Kind, so wie wir
es jetzt kennen.
Nun zu der seltsamen und wenig verstandenen
Bestätigung in den Purânen in
Betreff der „Scheißgeborenen“.
2. Kandu ist ein Weiser und ein Yogî, hervorragend
durch heilige Weisheit und
fromme Kasteiung, welche schließlich die Eifersucht
der Götter erwecken, die in
den indischen Schriften als in niemals endendem Streit
mit den Asketen
befindlich dargestellt werden. Indra, der „König der
Götter“ [33] , sendet
schließlich eine seiner weiblichen Apsarasen, um den
Weisen zu versuchen. Das
ist nicht schlechter, als wenn Jehovah Sarah, Abrahams
Weib, sendet, um den
Pharaoh zu versuchen; aber in Wahrheit sind es diese
Götter (und dieser Gott),
welche immer versuchen, die
Asketen zu stören und sie so der Frucht ihrer
Bußen verlustig zu machen,
welche als „versuchende Dämonen“ betrachtet
werden sollten, anstatt den
Ausdruck auf die Rudras, Kumâras und Asuras
anzuwenden, deren große Heiligkeit und Keuschheit als
ein beständiger Vorwurf
für die Don Juanischen Götter des Pantheon erscheinen.
Aber wir finden das
Umgekehrte in allen purânischen Allegorieen und nicht
ohne guten esoterischen
Grund.
[31] Wegen Erklärungen und einem philosophischen
Bericht über die Natur jener Wesen, welche jetzt als die „bösen“ und
aufrührerischen Geister betrachtet werden, die Schöpfer durch Kriyâshakti, wird
der Leser auf die Kapitel über den „Mythos von den ,gefallenen Engeln´ in
seinen verschiedenen Aspekten“, in Teil II dieses Buches, verwiesen. [32] Vishnu Purâna, III. II.
[33] In der ältesten Handschrift des Vishnu Purâna,
im Besitze eines Initiierten
im südlichen Indien, ist der Gott nicht Indra, sondern
Kâma, der Gott der Liebe
und Begierde.
83
Der König der Götter, oder Indra, sendet eine schöne
Apsaras (Nymphe) mit
Namen Pramlochâ, um Kandu zu verführen und seine Buße
zu stören. Sie hat
mit ihrer unheiligen Absicht Erfolg und „neunhundert
und sieben Jahre, sechs
Monate und drei Tage“ [34] in ihrer Gesellschaft
zugebracht, erscheinen dem
Weisen wie ein Tag. Sobald als dieser psychologische
oder hypnotische Zustand
endet, verflucht der Muni bitterlich das Geschöpf,
welches ihn verführt und so
seine Andachtsübungen gestört hat. „Hinweg, fort!“
ruft er, „nichtswürdiges
Bündel von Blendwerken!“ Und Pramlochâ flieht entsetzt
hinweg, indem sie den
Schweiß von ihrem Körper abwischt mit den Blättern der Bäume, wie sie durch
die Luft fährt.
Die Nymphe ging von Baum zu Baum, und wie sie mit den
schattigen
Schossen, welche ihre Gipfel krönten, ihre Glieder
antrocknete, kam das Kind,
welche sie von dem Rishi
empfangen hatte, aus den Poren ihrer haut in
Gestalt von Schweißtropen
hervor. Die bäume nahmen die lebendigen
Tautropfen auf; und die Winde
sammelten sie zu einer Masse. „Diese“, sagte
Soma (der Mond), „reifte ich mit meinen Strahlen; und
allmählich nahm sie zu
an Größe, bis die Ausdünstung, die auf den Baumwipfeln
geruht hatte, zu dem
lieblichen Mädchen mit Namen Mârishâ wurde. [35]
Nun steht Kandu für die erste Rasse. Er ist ein Sohn
der Pitris, daher einer, der,
„des Verstandes bar“ ist, eine Thatsache, die dadurch
angedeutet wird, daß er
nicht im stande ist, eine Periode von nahezu tausend
Jahren von einem Tage zu
unterscheiden; daher wird er also leicht hintergangen
und verblendet dargestellt.
Hier ist eine Abart der Allegorie in der Genesis von
Adam, geboren als ein
thönernes Bild, in welches „Gott der Herr“ den „Atem
des Lebens“ einhaucht,
aber nicht den des Verstandes und der Einsicht, welche
erst entwickelt werden,
nachdem er von der Frucht des Baumes der Erkenntnis
gekostet hat; mit
anderen Worten, als er die erste Entwicklung des
Gemütes erlangte und sich das
Manas eingepflanzte hatte, dessen terrestrischer
Aspekt von der Erde irdisch ist,
obwohl seine höchsten Fähigkeiten es mit dem Geiste
und der Göttlichen Seele
verknüpfen. Pramlochâ ist die indische Lilith des
ârischen Adam; und Mârishâ,
die aus dem Schweiße ihrer Poren geborene Tochter, ist
die „Schweißgeborene“,
und steht als ein Symbol für die Zweite Rasse der
Menschheit.
Es ist nicht Indra, welcher in diesem Falle in den Purânen
figuriert, sondern
Kâmadeva, der Gott der Liebe und Begierde, welcher die
Pramlochâ auf die Erde
sendet. Logik sowohl, wie auch die Geheimlehren
zeigen, daß dem so sein muß.
Denn Kâma ist der König und Herr der Apsarasen, deren
eine Pramlochâ ist; und
85
wenn daher Kandu sie verfluchend ausruft: „Du hast das
Werk vollbracht, daß Dir
von dem Herrscher der Götter zugewiesen war: gehe!“ -
so muß er unter jenem
Herrscher Kâma verstehen und nicht Indra, welchem die
Apsarasen nicht
dienstbar sind. Denn Kâma ist wiederum im Rig Veda [36]
die Personifikation
jenes Gefühls, welches zur Schöpfung führt und antreibt.
Er war die Erste
Bewegung,
welche das EINE, nach seiner Offenbarung aus dem rein Abstrakten
Prinzip, anregte, zu erschaffen.
Verlangen erhob sich zuerst in Ihm, was der
ursprüngliche Keim des Gemütes
war; und was die Weisen, mit ihrem Intellekt suchend,
als das Band entdeckt hatten, das Sein mit Nichtsein verbindet.
Ein Hymnus im Atharva Veda erhebt Kâma zu einem
höchsten Gott und Schöpfer, und sagt:
Kâma wird als erster geboren. Ihm sind weder Götter noch
Väter (Pitris) noch
Menschen gleichgekommen.
Der Atharva Veda identifiziert ihn mit Agni,
aber macht ihn höher als diesen Gott.
Das Taittirîya Brâhmana macht ihn allegorisch
zum Sohne des Dharma
(moralisch religiöser Pflicht, Frömmigkeit und
Gerechtigkeit) und der Shaddhâ
(Glauben). Anderwärts ist Kâma geboren aus dem Herzen
des Brahmâ; daher ist
er Âtmanbhû, „Selbstexistierend“, und Aja, der
„Ungeborene“. Sein Senden der
Pramlochâ hat eine tiefe philosophische Bedeutung; von
Indra gesendet - hat die
Erzählung keine. Wie Erôs in
der ersten griechischen Mythologie mit der
Weltschöpfung im Zusammenhang
stand und erst später der geschlechtliche
Kupido wurde, so war Kâma in
seinem ursprünglichen Charakter; der
Harivamsha macht aus ihm einen Sohn der Lakshmî, welche Venus
ist. Die
Allegorie, wie gesagt, zeugt
das psychische Element das physiologische
entwickelnd, vor der Geburt
des Daksha - des Vorfahren der wirklichen
physischen Menschen - welcher dargestellt ist als geboren von Mârishâ und vor
dessen Zeit die lebenden Wesen und Menschen
hervorgebracht wurden „durch
den Willen, durch Blick, durch Berühren, und „durch
Yoga“, wie gezeigt werden
wird.
Dies also ist die Allegorie über die Fortpflanzungsart
der Zweiten oder der
„Schweißgeborenen“. Dasselbe Prinzip für die Dritte
Rasse in ihrer schließlichen
Entwicklung.
85
Mârishâ, durch die Berührung
des Soma, des Mondes, wird zum Weibe
genommen von den Prachetasas,
auch die Hervorbringung der „aus der Seele
geborenen“ Söhne des Brahmâ,
[37] welche mit ihr den Patriarchen Daksha
erzeugen - auch ein Sohn des Brahmâ in einem frühern
Kalpa oder Leben, fügen
die Purânen erklärend hinzu, um irre zu führen,
aber dabei die Wahrheit sprechend.
3. Die anfängliche Dritte Rasse wird sodann gebildet
aus „Schweiß“tropfen,
welche nach so mancher Umformung zu menschlichen
Körpern heranwachsen.
dies ist nicht schwierig vorzustellen oder zu
verwirklichen, als das Wachstum des
Fötus aus einem menschlichen Keim, und seine
darauffolgende Entwicklung zu
einem Kind und dann zu einem
starken schweren Menschen. Aber die dritte
Rasse ändert noch einmal ihre
Fortpflanzungsart nach den en. Es
heißt, daß sie eine
Gestaltungskraft emanierte, welche die Schweißtropfen in
größere Tropfen verwandelte, welche wuchsen, sich
ausdehnten und eiförmige
Körper wurden - sehr große Eier. In diesen reifte der
menschliche Fötus
verschiedene Jahre lang. In den Purânen wird
Mârishâ die Tochter des weisen
Kandu, das Weib der Prachetasas und die Mutter des
Daksha. Nun ist Daksha
der Vater der ersten menschenartigen Vorfahren,
geboren auf diese Art. Er wird
weiter unten erwähnt. Die Entwicklung des Menschen,
des Mikrokosmos, ist
analog jener des Weltalls, des Makrokosmos. Diese
Entwicklung steht zwischen
der des letztern und der des Tieres, für welches der
Mensch seinerseits Makrokosmos ist.
[34] Dies sind die exoterischen Zahlen, auf eine
absichtlich verkehrte und
verzerrte Art gegeben, in Wirklichkeit die Zahl der
Dauer des Cyklus zwischen
der ersten und zweiten Menschenrasse. Wenn auch alle
Orientalisten das
Gegenteil sagen, so ist doch kein Wort in irgend einem
der Purânen, das nicht
eine besondere esoterische Bedeutung hat.
[35] Vishnu Purâna, I. XV; Wilson, II. 5.
Vergleiche auch Viviens Verführung
des Merlin (bei Tennyson) - dieselbe Legende in
irischer Überlieferung.
[36] X. 129.
85
[37] Der Text sagt: „Von Brahmâ, welcher zu meditieren
fortfuhr, wurde eine
aus dem Gemüte erzeugte Nachkommenschaft geboren, mit
aus seiner
körperliche Natur abgeleiteten Formen und Fähigkeiten,
verkörperte Geister,
hervorgebracht aus den Gliedern (Gâtra) des Dhîmat
(der allweisen Gottheit).“
Alle diese Wesen waren die Wohnung der drei Qualitäten
des Devasarga, oder der göttlichen Schöpfung, welcher, die die fünffältige
Schöpfung, der Klarheit der Wahrnehmung entbehrend, ohne Reflexion, von
stumpfer Natur ist. „Aber da sie sich nicht vermehrten, schuf Brahmâ
andere aus der Seele geborene Söhne nach seinem Gleichnis,“ nämlich die
Brahmarshis, oder die Prajâpatis, zehn und sieben an der Zahl. „Sanandana und die
anderen Söhne des Vedhas (Brahmâ) wurden vorher erschaffen“, aber, wie
anderwärts gezeigt, waren sie „ohne Begierde oder Leidenschaft,
durchdrungen von heiliger Weisheit, dem Weltalle entfremdet und ohne Begierde
nach Nachkommenschaft.“ (Vishnu Purâna, I. ; Wilsons Übers., I. 100,
101.)
Diese, Sanandana und andere
Kumâras, sind dann die Götter, welche
nachdem sie sich geweigert
hatten, „Nachkommenschaft zu erzeugen“,
gezwungen sind, sich in
sinnlosen Menschen zu inkarnieren. Der Leser muß
unvermeidliche Wiederholungen angesichts der großen
Zahl von mitgeteilten
Thatsachen entschuldigen.
85
Dann wird die dritte Rasse:
4. Die Androgyne oder Hermaphrodite. Dieser Vorgang
des Menschengebärens
erklärt vielleicht, warum Aristophanes in Platos Gastmahl
die Natur der alten
Rasse als „androgyn“ beschreibt, wobei die Form eines
jeden Einzelwesens
gerundet ist, „indem sie den Rücken und die Seiten wie
in einem Kreise hatten“,
deren „Art zu laufen kreisförmig war . . . schrecklich
an Kraft und Stärke und von
gewaltigem Ehrgeiz“. Daher, um sie schwächer zu
machen, teilte Zeus sie (in der
dritten Wurzelrasse) in zwei, und Apollo (die Sonne)
schloß unter seiner Anleitung die Haut zu.
Die Madegassen - die Insel gehörte zu Lemurien - haben
eine Überlieferung in
Bezug auf den ersten Menschen. Er lebte zuerst ohne zu
essen, und nachdem er
der Speise gefrönt hatte, erschien eine Anschwellung
an seinem Bein; diese
zerplatzte und es kam aus ihr ein Weib hervor, welche
die Mutter ihrer Rasse
wurde. Fürwahr, „wir haben unsere Wissenschaften der
Heterogenesis und
Parthenogenesis, welche zeigen, daß das Feld noch
offen ist . . . Die Polypen . . .
bringen ihre Nachkommenschaft aus sich selbst hervor,
wie die Knospen und
Verzweigungen eines Baumes . . .“ Warum nicht der ursprüngliche
menschliche
Polyp? Der sehr interessante Poly Stauridium geht
abwechselnd von der
Knospung zur geschlechtlichen Fortpflanzungsart über.
Sonderbar bringt er,
obwohl er bloß wie ein Polyp auf einem Stock wächst,
Knospen hervor, welche
sich schließlich zu einer Meernessel oder Meduse
entwickeln. Die Meduse ist
ihrem Mutterorganismus, dem Stauridium gänzlich
unähnlich. Sie vermehrt sich
auch anders, auf geschlechtliche Art, und aus den
davon herrührenden Eiern
kommen neuerdings Stauridien hervor. Diese auffallende
Thatsache mag vielen
das Verständnis dafür vermitteln, daß eine Form
entwickelt werden kann, welche
·
wie bei den sexuellen
Lemuriern von hermaphroditischer Abstammung - ihren
unmittelbaren Vorfahren ganz unähnlich ist. Es ist obendrein
unbezweifelbar, daß
in dem Falle menschlicher Inkarnationen das
Gesetz des rassischen oder
individuellen Karmas die untergeordneten Triebe der
Vererbung, seiner Dienerin,
über den Haufen wirft.
Die Bedeutung des letzten Satzes in dem oben angeführten zum
Verse 27, nämlich, daß die vierte Rasse die Kinder des
Padmapâni waren, kann
ihre Erklärung in einem gewissen Briefe von dem
Eingeber des Geheimbuddhismus finden:
Die Mehrzahl
der Menschheit gehört der siebenten Unterrasse der vierten
87
Wurzelrasse
an - die oben erwähnten Chinesen und ihre Abzweigungen und
Schösslinge
(Malayen, Mongolen, Tibetaner, Finnen, und selbst die Eskimos sind
alle
Überbleibsel dieser letzten Abzweigung).
Padmapâni oder Avalokiteshvara im Sanskrit ist im
Tibetanischen Chenresi. Nun
ist Avalokiteshvara der große Logos in seinem höhern
Aspekt und in den
göttlichen Regionen. Aber auf den geoffenbarten Ebenen
ist er, wie Daksha, der
Vorfahr (in einem geistigen Sinne) der Menschen.
Padmapâni-Avalokiteshvara
wird esoterisch genannt: Bodhisattva (oder
Dhyân Chohan) Chenresi Vanchug,
„der Mächtige und Allsehende“. Er wird jetzt als der
größte Beschützer von Asien
im allgemeinen und von Tibet im besonderen betrachtet:
Man glaubt, daß, um die
Tibetaner und Lamas in der Heiligkeit zu leiten und
die großen Arhats in der Welt
zu bewahren, dieses himmlische Wesen sich von
Zeitalter zu Zeitalter in
menschlicher Form offenbart. Eine volkstümliche
Legende sagt, daß, so oft der
Glaube der Welt auszusterben beginnt, Padmapâni
Chenresi, der „Lotusträger“,
einen glänzenden Lichtstrahl entsendet, und sich
sogleich in einem der zwei
großen Lamas - des Dalai und des Teschu Lama -
inkarniert; schließlich, so
glaubt man, wird er sich als der „vollkommenste
Buddha“ in Tibet inkarnieren,
anstatt in Indien, wo seine
Vorgänger, die großen Rishis und Manus, beim
Beginne unserer Rasse
erschienen waren, aber jetzt nicht länger mehr
erscheinen. Selbst die
exoterische Erscheinung des Dhyânî Chenresi ist eine
Andeutung der esoterischen Lehre.
Es ist offenbar, wie Daksha, die
Zusammenfassung aller
vorhergehenden Rassen und der Vorfahr aller
menschlichen Rassen nach der Dritten - der ersten vollständigen -,
und wird
somit als der Höhepunkt der vier ursprünglichen
Rassen in seiner elfgesichtigen
Form dargestellt. Es ist dies eine in vier Reihen
aufgebaute Säule, von denen
jede Reihe drei Gesichter oder Häupter von
verschiedener Hautfarbe hat; die drei
Gesichter für eine jede Rasse sind typisch für ihre
drei fundamentalen
physiologischen Umwandlungen. Die erste ist weiß
(mondfarben); die zweite ist
gelb,; die dritte ist rotbraun; die vierte, in der nur
zwei Gesichter sind - das dritte
Gesicht ist leer gelassen als Anspielung auf das
unzeitige Ende der Atlantier - ist
braunschwarz. Padmapâni (Daksha) sitzt auf der Säule
und bildet die Spitze. In
Bezug darauf vergleiche Shloka 39. Der Dhyân Chohan
wird mit vier Armen
dargestellt, eine andere Anspielung auf die vier
Rassen. Denn während zwei
gefaltet sind, hält die dritte Hand einen Lotis -
Padmapâni, der „Lotusträger“; die
Blume versinnbildlicht die Zeugung - und die vierte
hält eine Schlange, das
Emblem der Weisheit in seiner Kraft. Um seinen Nacken
ist ein Rosenkranz, und
auf seinem Haupte das Zeichen für Wasser [Symbolabbildung,
siehe Buch] -
Materie, Sintflut - während auf seiner Stirn das
dritte Auge ruht, Shivas Auge; das
87
Auge der geistigen Einsicht. Sein Name ist „Schützer“
(von Tibet), „Heiland der
Menschheit“. Bei andern Gelegenheiten, wenn er nur
zwei Arme hat, ist er
Chenresi der Dhyâni, und Bodhisattva, Chakna Padma
Karpo, „der einen weißen
Lotus hält.“ Sein anderer Name ist Chantong, „der mit
den tausend Augen“, wenn
er mit tausend Armen und Händen versehen ist, auf
deren jeder einzelnen
Handfläche ein Auge der Weisheit dargestellt ist, und
welche Arme aus seinem
Körper wie ein Wald von Strahlen hervorkommen. Ein
anderer seiner Namen im
Sanskrit ist Lokapati oder Lokanâtha, „Herr der Welt“;
und im Tibetanischen
Jigten Gonpo, „Schützer und Heiland“ gegen Übel jeder
Art. [38]
[38] Vgl. Schlagintweit´s Buddhism in Tibet,
pp. 88-90.
87
Padmapâni ist jedoch der „Lotusträger“ symbolisch nur
für die Profanen;
esoterisch bedeutet er den Träger der Kalpas, deren
letzter Pâdma genannt wird
und eine Hälfe des Lebens von Brahmâ repräsentiert!
Obwohl in Wirklichkeit ein
kleinerer Kalpa, wird er Mahâ, „groß“ genannt, weil er
das Zeitalter in sich
schließt, in welchem Brahmâ aus einem Lotus entsprang.
Theoretisch sind die
Kalpas unendliche, aber praktisch werden sie nach Raum
und Zeit geteilt und
untergeteilt, wobei jede Einteilung - hinab bis zur
kleinsten - ihren eigenen
Dhyânî als Schutzherrn oder Beherrscher hat. Padmapâni
(Avalokiteshvara) wird
in China in seinem weiblichen Aspekt Kwan-yin, „welche
nach belieben jede
Form annimmt, um die Menschheit zu erretten.“ Die
Kenntnis des astrologischen
Aspekts der Konstellationen an den bezüglichen
„Geburtstagen“ dieser Dhyânîs -
Amitabha (den A-mi-to Fo von China) inbegriffen: z. B.
am 19. Tage des zweiten
Monats, am 17. Tage des elften Monats, und am 7. Tage
des dritten Monats, [39]
u. s. w. - giebt dem Occultisten die größten
Erleichterungen bei der Vollbringung
sogenannter „magischer“ Thaten. Die Zukunft eines
Individuums, alle seine
zukünftigen Ereignisse der Reihe nach geordnet, ist in
einem magischen Spiegel
zu sehen, der unter den Strahl gewisser
Konstellationen gestellt ist. Aber - hütet
euch vor der Kehrseite der Münze, vor ZAUBEREI.
89I
28. Wie die ersten Säugetiere hervorgebracht wurden.
29. Eine quasi-darwinische
Entwicklung. 30. Die Tiere bekommen feste Körper. 31.
Ihre Trennung in Geschlechter. 32. Die erste Sünde des gemütlosen Menschen.
28. AUS DEN SCHWEISSTROPFEN, AUS DEM RÜCKSTANDE DER
SUBSTANZ, AUS STOFF VON TOTEN KÖRPERN VON MENSCHEN UND
TIEREN DES VORHERRSCHENDEN RADES [1] UND AUS
ABGESTOSSENEM STAUBE WURDEN DIE ERSTEN TIERE [2] HERVORGEBRACHT.
Die occulte Lehre behauptet, daß in dieser Runde die
Säugetiere ein späteres
Werk der Entwicklung waren als der Mensch. Die
Entwicklung schreitet in Cyklen
vorwärts. Der große manvantarische Cyklus von sieben
Runden, beginnend in
der ersten Runde mit Mineral, Pflanze und Tier, bringt
sein Entwicklungswerk auf
dem absteigenden Boden zu völligem Stillstand in der
Mitte der vierten Rasse,
am Schlusse der ersten Hälfte der vierten Runde. Auf
unserer Erde nun - der
vierten Sphäre und der niedrigsten - und in der
gegenwärtigen Runde ist dieser
mittlere Punkt erreicht worden. Und nachdem die Monade
nach ihrer ersten
„Inmetallisation“ auf Kugel A durch die mineralische,
pflanzliche und tierische
Welt in jedem Grade der drei Zustände der Materie
hindurchgegangen ist,
ausgenommen den letzten Grad des dritten oder festen
Zustandes, welchen sie
nur am „Mittelpunkte der Entwicklung“ erreichte, ist
es nur logisch und natürlich,
daß am Beginne der vierten Runde auf Kugel D der
Mensch als erster
erscheinen sollte; und daß auch seine Gestalt aus dem
zartesten Stoffe
bestehen sollte, welcher mit Gegenständlichkeit
vereinbar ist. Um es noch klarer
zu machen: wenn die Monade
ihren Cyklus der Inkarnation durch die drei
gegenständlichen Reiche auf
der absteigenden gekrümmten Linie beginnt, so
muß sie notwendigerweise in
die wieder aufsteigende gekrümmte Linie der
Sphäre auch als ein Mensch eintreten. Auf dem
absteigenden Boden ist es das
Geistige, das sich allmählich in das Materielle
umwandelt. Auf der Mittellinie der
Basis stehen Geist und Stoff im Menschen im Gleichgewicht.
Auf dem
aufsteigenden Bogen macht sich der Geist langsam auf
Kosten des Körperlichen
oder der Materie wieder geltend, so daß beim Schlusse
der siebenten Rasse der
90I
siebenten Runde die Monade sich ebenso frei vom Stoffe
und allen seinen
Eigenschaften finden wird, als sie am Beginne war;
wobei sie die Erfahrung und
Weisheit hinzugewonnen hat, die Frucht aller ihrer
persönlichen Leben, ohne ihr
Böses und ihre Versuchungen.
[1] Der vorhergegangenen
dritten Runde.
[2] Der jetzigen Runde.
90I
Diese Reihenfolge der Entwicklung findet sich auch im
ersten und zweiten
Kapitel der Genesis, wenn man sie in ihrem
wahren esoterischen Sinn liest; denn
Kapitel I enthält die Geschichte der ersten drei
Runden, sowie die der ersten drei
Rassen der vierten bis zu dem Augenblicke, da der
Mensch von den Elohim der
Weisheit zu bewußtem Leben gerufen wird. Im Kapitel I
werden Tiere, Walfische
und Vögel der Luft vor dem androgynen Adam erschaffen.
[3] In Kapitel II kommt
Adam (der geschlechtslose) zuerst, und die Tiere
erscheinen erst nach ihm.
Selbst der Zustand geistiger Stumpfheit und
Unbewußtheit der ersten zwei
Rassen, und der ersten Hälfte der dritten Rasse, wird
in dem zweiten Kapitel der
Genesis durch
den tiefen Schlaf des Adam versinnbildlicht. Der traumlose Schlaf
der geistigen Unthätigkeit, der Schlummer der Seele
und des Gemütes ist mit
jenem „Schlafe“ gemeint, und durchaus nicht der
physiologische Prozeß der
Differentiation der Geschlechter, wie ein gelehrter
französischer Theoretiker,
Herr Naudin, sich einbildete.
Die Purânen, die
chaldäischen und ägyptischen Bruchstücke, und auch die
chinesischen Überlieferungen
zeigen alle eine Übereinstimmung mit der
Geheimlehre in Bezug auf den Vorgang und die
Reihenfolge der Entwicklung.
Wir finden in ihnen die Bestätigung von nahezu unserer
ganzen Lehre: zum
Beispiel die Behauptung betreffs der oviparen
Erzeugungsart der dritten Rasse,
und selbst eine Andeutung einer weniger unschuldigen
Erzeugungsart der ersten
Säugetierformen. „Riesig, durchsichtig, stumme und ungeheuerlich
waren sie“,
sagt der . Man studiere in diesem Zusammenhang die
Geschichten
der verschiedenen Rishis und ihrer mannigfaltigen
Nachkommenschaft. Pulustya
ist der Vater aller Schlangen und Nâgas - eines Eier
hervorbringenden
Geschlechtes; Kashyapa ist durch sein Weib Tâmrâ
Ahnherr der Vögel und des
Garuda, des Königs des gefiederten Geschlechtes;
während er durch sein Weib
Surabhi der Vater der Kühe und Büffel u. s. w. war.
In der Geheimlehre sind die ersten Nâgas - Wesen klüger
als die Schlangen - die
„Söhne von Willen und Yoga“, geboren vor der
vollständigen Trennung der
Geschlechter, „gereift in den menschentragenden Eiern,
[4] die hervorgebracht
sind durch die Kraft (Kriyâshakti) der heiligen Wesen“
der frühen Dritten Rasse.
[5]
„In dieser waren inkarniert die Herren der drei
(oberen) Welten - die verschiedenen Klassen der Rudras, welche Tushitas gewesen
waren, welche Jayas gewesen waren, welche Âdityas sind“; denn wie von Parâshara
erklärt:
„Sie sind hundert Benennung der unermeßlich mächtigen
Rudras.“
91 I
Einige von den Abkömmlingen der ursprünglichen Nâgas,
der Schlangen der
Weisheit, bevölkerten Amerika, als sich sein Festland
während der glorreichen
Tage der großen Atlantis erhob; Amerika ist nämlich
das Pâtâla oder die
Antipoden von Jambu-dvîpa. nicht von Bhârata-varsha.
Woher kämen sonst die
Überlieferungen und Legenden - die letzteren immer
wahrer als die Geschichte,
wie Augustin Thierry sagt - und selbst die Gleichheit
in den Namen von gewissen
„Medizinmännern“ und Priestern, welche bis zum
heutigen Tage in Mexico
existieren? Wir werden einiges über die Nargals und
die Nagals zu sagen haben
und auch über Nagalismus, der von den Missionären
Teufeldienst genannt wird.
In nahezu allen Purânen wird die Geschichte von
dem „Opfer des Daksha“
gegeben, deren ältester Bericht sich in Vâyu Purâna
findet. Allegorisch wie er ist,
ist mehr Sinn und biologische Offenbarung für den
Naturforscher darin enthalten,
als in allen den pseudowissenschaftlichen Schrullen,
die für gelehrte Theorien
und Hypothesen gelten.
Daksha, welcher als der Hauptvorfahr betrachtet wird,
wird obendrein als der
Schöpfer des physischen Menschen bezeichnet, in
der „Fabel“, welche ihn das
Haupt von seinem Körper bei dem allgemeinen Kriege
zwischen den Göttern und
den Raumas verlieren läßt. Dieses Haupt wurde im Feuer
verbrannt und durch
das Haupt eines Widders ersetzt, nach dem Kâshi
Khanda des Skanda Purâna.
Nun sind Haupt und Hörner des Widders immer das
Sinnbild der zeugenden
Macht und der Fortpflanzungskraft, und sind phallisch.
Wie wir gezeigt haben, ist
es Daksha, der das Zeitalter der durch
geschlechtlichen Verkehr erzeugten
Menschen einleitet. Diese Fortpflanzungsart trat
jedoch nicht plötzlich auf, wie
man meinen möchte, sondern bedurfte langer Zeiträume,
bevor sie der einzige
„natürliche“ Weg wurde. Daher wird Dakshas Opfer an
die Götter dargestellt als
gestört durch Shiva - die zerstörende Gottheit,
Entwicklung und Fortschritt
personifiziert,
welcher zur selben Zeit der Erneuerer ist; der die Dinge unter der
einen Form nur zerstört, um sie unter einem andern,
vollkommeneren Typus
wieder ins Leben zu rufen. Shiva-Rudra erschafft den
schrecklichen Vîrabhadra,
geboren aus seinem Atem, das „tausendköpfige,
tausendarmige“ Ungeheuer,
und beauftragt ihn, das von Daksha vorbereitete Opfer
zu zerstören. Darauf
schuf Vîrabhadra, „der in dem Bereiche der Gespenster
(ätherischen Menschen)
wohnte . . . . aus den Poren seiner Haut (Romakûpas)
mächtige Raumas.“ [6]
Wie mythisch nun auch die Allegorie sein mag, das Mahâbhârata
[7] - welches
ebenso viel Geschichte enthält wie die Ilias,
läßt die Raumas und andere Rassen
auf dieselbe Art aus den Raumakûpas, den Harr- oder
Hautporen entspringen.
91 I
Diese allegorische Beschreibung von Dakshas „Opfer“
ist voll Bedeutung für die
Schüler der Geheimlehre, welche um die
„Schweißgeborenen“ wissen.
In dem Berichte des Vâyu Purâna über das Opfer
wird obendrein gesagt, daß es
stattgefunden habe in Gegenwart der Geschöpfe, welche geboren
sind aus dem
Eie, aus dem
Dunste, aus der Vegetation, aus den Hautporen, und erst zum Schlusse, aus dem
Schoße. [8]
Daksha versinnbildlicht die anfängliche dritte Rasse,
heilig und rein, aber noch
eines Individuellen Egos entbehrend, und bloß im
Besitze passiver Fähigkeiten.Brahmâ befiehlt ihm daher zu schaffen (in den
exoterischen Texten); dem Befehle gehorchend, schuf er „niedere und höhere“
(Avara und Vara)
Nachkommenschaft (Putra), Zweifüßer und Vierfüßer;
und durch seinen Willen
brachte er Weibchen hervor für die Götter, die Daityas
(Riesen der vierten Rasse), die Schlangengötter, Tiere, Vieh und die Dânavas
(Titanen und dämonische Magier) und andere Wesen.
Von dieser Zeit an wurden die Lebewesen durch
geschlechtlichen Verkehr
erzeugt. Vor der
Zeit des Daksha wurden sie auf verschiedene Art
fortgepflanzt -
durch den Willen, durch den Blick, durch Berührung, und durch
die Wirkung religiöser Kasteiungen, die von frommen
Weisen und Heiligen ausgeführt wurden. [9]
Und nun kommt die einfach zoologische Lehre. [3] Eine allegorische Bezugnahme auf die
„Heiligen Tiere“ des Zodiaks und andere Himmelskörper. Einige Kabbalisten sehen
in ihnen die Vorbilder der Tiere.
[4] Bei Hesiod erzeugt Zeus die dritte Menschenrasse
aus Eschenbäumen. In
den Popol Vuh wird die dritte Menschenrasse aus
dem Baume Tzita und dem
Marke des Rohres genannt
Sibac erschaffen. Aber Sibac bedeutet „Ei“ in der
Mysteriensprache der Artufas,
oder Initiationshöhlen. In einem Berichte, der
1812 von Don Baptista Pino an
die Cortes gesendet wurde, heißt es: „Alle
Pueblos haben ihre Artufas -
so nennen die eingeborenen unterirdische
91 I
Gemächer mit nur einem einzigen Thor, wo sie sich
(heimlich)
versammeln . . . . . Diese sind unzugängliche Tempel .
. . . und die Thore sind
den Spaniern immer verschlossen . . . . . Sie beten
Sonne und Mond an, . . . .
das Feuer und die große Schlange (die
schöpferische Kraft), deren Eier Sibac
genannt werden.“
[5] Esoterisch besteht
ein beachtenswerter Unterschied zwischen den Worten
Sarpa und Nâga, obwohl sie
beide unterschiedslos gebraucht werden. Sarpa,
Schlange, kommt von der Wurzel srip, kriechen,
vgl. lateinisch serp-o; und sie
werden Ahi genannt, von hâ,
verlassen. Die Sarpas wurden aus Brahmâs
Haar erschaffen, welches
infolge seines Entsetzens beim Anblicke der
Yakshas, welche er als
schrecklich anzuschauen erschaffen hatten, von
seinem Haupte fielen, wobei ein jedes Haar eine
Schlange wurde. Sie werden
genannt „Sarpa wegen ihres Kriechens und Ahi, weil sie
das Haupt verlassen hatten.“ (Wilson, I. 83.) Aber die Nâgas in den Allegorien
kriechen nicht, ungeachtet ihres Schlangenschwanzes, sondern bringen es fertig
zu gehen, zu laufen und zu kämpfen.
[6] Wilson übersetzt das Wort mit „Halbgöttern“ (Vishnu
Purâna, I. 130); aber
die Raumas sind einfach eine
Rasse, ein Stamm.
[7] XII. 10308.
[8] Wilson, ebenda,
II. 123.
91 I
29. TIERE MIT KNOCHEN, DRACHEN, UND FLIEGENDE SARPAS
[10]
KRIECHEN AUF DEM BODEN, BEKAMEN SCHWINGEN. DIE, MIT
DEN
LANGEN HÄLSEN IM WASSER WURDEN DIE AHNEN DER VÖGEL DER
Dies ist ein Punkt, über den die Lehren und die
moderne biologische Spekulation
in vollkommener Übereinstimmung sind. Die fehlenden
Glieder, welche diesen
Übergangsprozeß zwischen Reptil und Vogel
repräsentieren, sind auch für den
echtesten Frömmler sichtbar, insbesondere in den
Ornithosceliden, im Hesperornis und im Archäopteryx des Vogt.
30. WÄHREND DER DRITTEN [11] WUCHSEN DIE KNOCHENLOSEN
TIERE
UND VERÄNDERTEN SICH; SIE WURDEN ZU TIEREN MIT
KNOCHEN, IHRE
Wirbeltiere, und hierauf Säugetiere. Vorher waren die
Tiere auch ätherische Protoorganismen, gerade so wie der Mensch es war.
31. DIE TIERE TRENNTEN SICH ZUERST. [13] SIE BEGANNEN
SICH ZU
BEGATTEN. DER ZWEIFÄLTIGE MENSCH TRENNTE SICH [14]
AUCH ER [15]SAGTE: „LASST UNS WIE SIE SEIN; LASST UNS VEREINIGEN UND GESCHÖPFE
ERZEUGEN. SIE THATEN ES. . . .
32. UND JENE, WELCHE KEINEN FUNKEN HATTEN, [16] NAHMEN
UNGEHEURE WEIBLICHE TIERE ZU SICH. SIE ERZEUGTEN MIT
IHNEN
STUMME RASSEN. STUMM WAREN SIE [17] SELBER. ABER IHRE
ZUNGEN
LÖSTEN SICH. [18] DIE ZUNGEN IHRER NACHKOMMENSCHAFT
BLIEBEN
SCHWEIGEND. UNGETÜME BRACHTEN SIE HERVOR. EINE RASSE
VON
KRUMME, MIT ROTEM HAAREN BEDECKTEN UNGETÜMEN, DIE AUF
ALLEN VIEREN GINGEN. [19] EINE STUMME RASSE, DAMIT DIE
SCHANDE
Die Thatsache früherer hermaphroditischer Säugetiere
und der darauffolgenden
Trennung der Geschlechter ist jetzt unbestreitbar
sogar vom Standpunkte der
Biologie. Wie Prof. Oskar Schmidt, der sich offen als
Darwinist bekennt, zeigt:
Gebrauch und Nichtgebrauch in Verbindung mit Auslese
erläutern (?) die
Trennung der Geschlechter und das auf anderem Wege
völlig unbegreifliche
93 I
Vorhandensein der
rudimentären Geschlechtsorgane. Besonders bei den
Wirbeltieren hat jedes Geschlecht so auffallende
Spuren von den das andere
charakterisierende
Fortpflanzungswerkzeugen, daß schon
das Altertum den Hermaphroditismus als einen natürlichen Urzustand des Menschen
annahm . . . . Die Zähigkeit, mit welcher diese Rudimente der Geschlechtsorgane
vererbt worden, ist eine ganz enorme.
In der Klasse der Säugetiere ist wirklicher
Hermaphroditismus unerhört; durch
ihre ganze Entwicklungsperiode hindurch schleppen sich
die schon von ihren
unbekannten Stammformen, wer weiß wie lange, getragenen Überbleibsel.
[21]
[10] Schlangen.
[11] Rasse.
[12] Ebenfalls.
[13] In Männchen und
Weibchen.
[14] Sodann.
[15] Der Mensch.
[16] Die „Schwachköpfigen“.
Vgl. Shloka 24.
[17] Die „Schwachköpfigen“.
[18] Siehe zu Shloka 36.
[19] Diese „Tiere“ oder
Ungetüme sind nicht die menschenähnlichen oder irgend welche andere Affen,
sondern wahrhaftig das, was die Anthropologen das „fehlende Glied“ nennen
möchten, der ursprüngliche niedere Mensch.
[20] Die Schande ihres tierischen Ursprungs, den
unsere heutigen
93 I
Wissenschafter hervorheben würden, wenn sie
könnten. [21] Descendenzlehre und
Darwinismus, p. 171, 172. Die erwähnten „unbekannten Stammformen“ sind die ursprünglichen
astralen Vorbilder.
93 I
„Die Tiere trennten sich zuerst“, sagt Shloka 31. Man
halte sich vor Augen, daß
zu jener Zeit die Menschen verschieden waren, sogar
physiologisch, von dem,
was sie jetzt sind, nachdem der Mittelpunkt der
fünften Rasse bereits
überschritten ist. Es wird uns nicht gesagt, was die
„ungeheuren weiblichen
Tiere“ waren; aber sie waren sicherlich ebenso
verschieden von allen die wir jetzt
kennen, als die „Menschen“ verschieden waren von den
Menschen von
heutzutage. Dies war der erste physische „Fall in die
Materie“ von einigen der
damals existierenden und niederen Rassen. Man erinnere
sich an Shloka 24. Die
„Söhne der Weisheit“ hatten frühere, d. i. die
nicht entwickelte Dritte Rasse
verschmäht, und werden als sich in der späteren Dritten
Rasse inkarnierend und
diese so mit Intellekt begabend dargestellt.
So fiel die Sünde der gehirnlosen oder „gemütlosen“
Rassen, welche keinen
„Funken“ hatten und unverantwortlich waren, auf jene,
welche ihre karmische
Pflicht durch dieselben zu thun verschmähten.
95a I
WAS DIE EINWENDUNGEN GEGEN DAS VORHERGEHENDE SEIN
KÖNNEN.
Somit verwirft der Occultismus die Idee, daß die Natur
den Menschen aus dem
Affen entwickelte, oder auch nur aus einem beiden
gemeinsamen Ahnen; er führt
vielmehr im Gegenteile einige der menschenähnlichsten
Arten auf den Menschen
der dritten Rasse aus der frühen atlantischen Periode
zurück. Da dieser Satz
anderwärts behauptet und verteidigt werden wird, so
sind ein paar Worte mehr
alles, was gegenwärtig notwendig ist. Der größeren
Klugheit halber wollen wir
jedoch in Kürze wiederholen, was vorher in Band I,
Strophe gesagt wurde.
Unsere Lehren zeigen, daß es zwar richtig ist, zu
sagen, daß die Natur einstmals
rund um die menschliche Astralform eine affenähnliche
äußere Gestalt aufgebaut
hatte, daß es aber auch ebenso richtig ist, daß diese
Gestalt in keinem höheren
Grade jene des „fehlenden Gliedes“ war, als es die
vielfältigen anderen
Bedeckungen dieser Astralform waren, während des
Verlaufes ihrer natürlichen
Entwicklung durch alle Naturreiche. Auch hat, wie
gezeigt worden ist, eine solche
Entwicklung nicht auf diesem Planeten der Vierten
Runde stattgefunden, sondern
bloß während der Ersten, Zweiten und Dritten Runde,
als der Mensch der Reihe
nach „ein Stein, eine Pflanze, und ein Tier“ war, bis
er das wurde, was er in der
ersten Wurzelrasse der gegenwärtigen Menschheit war.
Die wirkliche
Entwicklungsreihe ist von der Darwinschen verschieden,
und die zwei Systeme
sind unvereinbar, wenn nicht das letztgenannte von den
Dogmen der „natürlichen
Zuchtwahl“ und dergleichen getrennt wird.
In der That liegt zwischen dem Moner des Haeckel und
dem Sarîsripa des Manu
ein unüberschreitbarer Abgrund in Gestalt des Jîva;
denn die „menschliche“
Monade, einerlei ob „inmetallisiert“ im Steinatom,
oder „invegetalisiert“ in der
Pflanze, oder „inanimalisiert“ im Tiere, ist noch
immer eine göttliche, somit auch
eine menschliche Monade. Sie hört auf,
menschlich zu sein erst dann, wenn sie
absolut göttlich wird. Die Ausdrücke „mineralische“, „vegetabilische“ und
„animalische“ Monade beabsichtigen eine oberflächliche
Unterscheidung zu
bewirken: es giebt nichts Derartiges, wie eine Monade
(Jîva), die anders wäre als
göttliche, und die nicht infolgedessen einmal
menschlich gewesen oder in
Zukunft menschlich werden müßte. Der letztere Ausdruck
muß bedeutungslos
bleiben, wenn nicht dieser Unterschied wohl verstanden
wird. Die Monade ist ein
Tropfen aus dem uferlosen Ocean jenseits, oder um das
richtige zu sagen,
innerhalb der
Ebene der ursprünglichen Differentiation. Sie ist göttlich in ihrem
höheren und menschlich in ihrem niederen
Zustande - die Eigenschaftswörter
„höher“ und „niedriger“ sind in Ermangelung besserer
Worte gebraucht - aber
95bI
eine Monade bleibt sie jeder Zeit, ausgenommen im
nirvânischen Zustande unter
jedweder Bedingung, oder jedweden äußeren Formen. Wie
der Logos das
Weltall in dem göttlichen Gemüte reflektiert, und das
geoffenbarte Weltall sich
selbst in jeder seiner Monaden reflektiert, wie
Leibnitz es in Wiederholung einer
östlichen Lehre dargestellt hat, so hat die Monade
während des Cyklus ihrer
Inkarnationen in sich jede Wurzelform eines
jeden Reiches zu reflektieren. Daher
sagen die Kabbalisten richtig, daß „der Mensch ein
Stein wird, eine Pflanze, ein
Tier, ein Mensch, ein Geist, und schließlich Gott“,
und so seinen Cyklus oder
Kreislauf vollendet, und zu
dem Punkte zurückkehrt, von welchem er als der
Himmlische Mensch ausgegangen war. Aber unter „Mensch“ ist die göttliche
Monade gemeint, und nicht die
denkende Wesenheit, noch weniger sein
physischer Körper. Die Männer
der Wissenschaft versuchen jetzt, die
unsterbliche Seele, während
sie ihr Dasein leugnen, durch eine Reihe von
tierischen Formen von der niedrigsten bis zur höchsten
zu verfolgen; während in
Wahrheit die ganze gegenwärtige Faune von jenen
ursprünglichen Ungetümen
abstammt, von denen die Strophen sprechen. die Tiere -
die Kriechtiere sowohl
und jene in den Wassern, welche dem Menschen in dieser
vierten Runde
vorangingen, sowie auch jene, welche mit der dritten
Rasse gleichzeitig waren,
und wiederum die Säugetiere, welche später sind als
die dritte und vierte Rasse -
sind alle entweder mittelbar oder unmittelbar, physisch
die gegenseitige und
wechselseitige Hervorbringung des Menschen. Es ist
richtig zu sagen, daß der
Mensch dieses Manvantaras, d. i. der drei
vorhergehenden Runden, durch alle
Reiche der Natur hindurchgegangen ist; daß er „ein
Stein, eine Pflanze, und ein
Tier“ war. Aber (a) diese Steine, Pflanzen und
Tiere waren Vorbilder, die zarten
Darstellungen von jenen der vierten Runde, und (b)
selbst jene am Beginne der
vierten Runde waren die astralen Schatten, wie die
Occultisten es ausdrücken,
der gegenwärtigen Steine, Pflanzen und Tiere. Und
schließlich waren weder die
Formen noch die Gattungen von Mensch, Tier oder
Pflanze das, was sie später
wurden. So waren die astralen Vorbilder der niederen
Wesen des Tierreiches der
vierten Runde, welche den Chhâyâs der Menschen vorhergingen,
verfestigte,
wenn auch noch sehr ätherische Scheiden von
noch ätherischen Formen oder
Modellen, die am Schlusse der dritten Runde auf Kugel
D hervorgebracht waren,
wie im Geheimbuddhismus auseinandergesetzt
ist; hervorgebracht „aus dem
Rückstande der Substanz, aus
Stoff von toten Körpern von Menschen und
(anderen ausgestorbenen)
Tieren des vorhergehenden Rades“, oder der
vorhergegangenen Dritten Runde - wie Shloka 28
uns sagt. Während somit die
noch nicht beschriebenen
„Tiere“, welche dem Astralmenschen am Beginne
seines Lebenscyklus auf
unserer Erde vorangingen, noch sozusagen die
Nachkommenschaft des Menschen
der dritten Runde waren, verdanken die
95bI
Säugetiere dieser Runde ihr Dasein in einem
bedeutenden Maße wiederum dem
Menschen. Obendrein ist der „Ahne“ des gegenwärtigen
menschenähnlichen Tieres, des Affen, die unmittelbare Hervorbringung des noch
gemütlosen Menschen, welcher seine Menschenwürde dadurch schändete, daß er sich
selbst physisch auf die Stufe eines Tieres stellte.
Das Obige erklärt einige der angeblichen
physiologischen Beweise, welche von
den Anthropologen als ein augenscheinlicher Beweis für
die Abstammung des
Menschen von den Tieren vorgebracht werden.
95b I
Der Punkt, auf den die Evolutionisten den größten
Nachdruck legen, ist der, daß
„die Geschichte des Embryo
ein Abriß von jener der Rasse ist.“ Daß:
Jeder Organismus durchläuft
bei seiner Entwicklung aus dem Ei eine Reihe
von Formen, welche in
ähnlicher Reihenfolge seiner Vorfahren im langen
Verlaufe der Erdengeschichte
durchlaufen haben. [22] Die Keimgeschichte
gestaltet sich daher zum
Miniaturgebilde oder zum Auszuge der
Stammesgeschichte. Diese Vorstellung bildet den Inhalt
unseres
biogenetischen Grundgesetzes, welches wir als das
wahre „Grundgesetz der
organischen Entwicklung“ an die Spitze der
Entwicklungsgeschichte stellen
müssen. [23]
Diese moderne Theorie war den Weisen und Occultisten
seit den entferntesten
Zeitaltern als eine Thatsache bekannt und wurde von
ihnen viel philosophischer
ausgedrückt.
Eine Stelle aus Isis entschleiert mag hier
angeführt werden, um ein paar
Vergleichspunkte zu liefern. Es wurde gefragt, warum
die Physiologen bei aller
ihrer großen Gelehrsamkeit nicht im stande seien, die
Erscheinungen der Mißbildungen zu erklären?
Jeder Anatom, der die Entwicklung und das Wachstum des
Embryo . . . „zum
Gegenstand seines speciellen Studiums“ gemacht hat,
kann uns ohne große Gehirnanstrengung sagen, was tägliche Erfahrung und der
eigene Augenscheinung ihm zeigen, nämlich, daß bis zu einem gewissen Zeitpunkt
der menschliche Embryo ein getreues Abbild eines jungen Batrachiers auf seiner
ersten Stufe nach dem Laiche ist - eine Kaulquappe. aber kein Physiologe oder
Anatom scheint die Idee gehabt zu haben, auf die Entwicklung des menschlichen Wesens
- vom ersten Augenblicke seines physischen Erscheinens als Keim bis zu seiner
schließlichen Ausgestaltung und Geburt - die pythagoräische esoterische Lehre
von der Metempsychosis anzuwenden, die von den Kritikern so irrtümlich
ausgelegt wird. Die Bedeutung des kabbalistischen Satzes: „Ein Stein wird eine
Pflanze; eine Pflanze ein Tier; ein Tier ein Mensch“ u. s. w., wurde an anderer
Stelle in Beziehung zur geistigen und körperlichen Entwicklung der Menschen auf
dieser Erde erwähnt. Wir wollen nun einige weitere Worte beifügen, um die Sache
klarer zu machen.
Was ist die ursprüngliche Gestalt des zukünftigen
Menschen? Ein Korn, eine
97I
Zelle, sagen einige Physiologen; ein Molekül, ein Ei
des Eies, sagen andere.
Wenn sie analysiert werden könnte - durch das
Mikroskop oder auf andere Art
·
welche
Zusammensetzung derselben sollten wir vorzufinden erwarten? Nach
Analogie sollten wir sagen, die eines Kernes von
unorganischer Materie, von
der Cirkulation niedergelegt an dem Keimpunkte, und
vereinigt mit einer
Ablagerung organischer Materie. Mit anderen Worten,
dieser außerordentlich
kleine Kern des zukünftigen Menschen ist aus denselben
Elementen zusammengesetzt wie ein Stein - aus denselben Elementen wie die Erde,
welche der Mensch zu bewohnen bestimmt ist. Moses wird von den Kabbalisten als
Autorität für die Bemerkung angeführt, daß es Wasser und Erde bedurfte, um ein
lebendiges Wesen zu machen, und daher kann gesagt werden, daß der Mensch zuerst
als ein Stein erscheint.
Am Ende von drei oder vier Wochen hat das Ei ein
pflanzenartiges Aussehen
angenommen, das eine Ende ist kugelig geworden und das
andere spitz
zulaufend, wie eine Mohrrübe. Beim Zerschneiden findet
man, daß es wie eine
Zwiebel aus sehr zarten Blättchen oder Häuten
zusammengesetzt ist, die eine
Flüssigkeit einschließlich. Die Blättchen nähern sich
einander an dem unteren
Ende und der Embryo hängt von der Wurzel des Nabels
nahezu wie die Frucht
von dem Zweige. Der Stein ist jetzt, durch
„Metempsychose“ in eine Pflanze verwandelt worden.
Dann beginnt das embryonale
Geschöpf von innen nach außen seine Glieder
hervorzutreiben, und
entwickelt seine Züge. Die Augen werden sichtbar als
zwei schwarze Punkte; die
Ohren, Nase und Mund bilden Vertiefungen, wie
die Tüpfel einer Ananas,
bevor sie hervorzutreten beginnen. Der Embryo
entwickelt sich zu einem tierartigen Fötus - zur
Gestalt einer Kaulquappe - und
wie ein amphibisches Reptil lebt er im Wasser und
entwickelt sich aus demselben. Seine Monade ist noch nicht menschlich oder auch
unsterblich geworden, denn die Kabbalisten sagen uns, daß dies erst in der
„vierten Stunde“ geschieht. allmählich nimmt der Fötus die Eigenschaften des
menschlichen Wesens an, die erste Schwingung des unsterblichen Atems geht durch
sein Wesen: er bewegt sich; und die göttliche Wesenheit läßt sich in der
kindlichen Gestalt nieder, welche sie bewohnen wird, bis zum Augenblicke des
körperlichen Todes, wo dann der Mensch ein Geist wird.
Diesen geheimnisvollen Vorgang einer neumonatlichen
Bildung nennen die
Kabbalisten die Vollendung des „individuellen Cyklus
der Evolution“. Wie sich
der Fötus inmitten des Liquor amnii in dem
Schoße entwickelt, so keimen die
97I
Erden in dem Universalen Ether oder der
Astralflüssigkeit in dem Schoße des
Weltalls. Diese kosmischen
Kinder sind, wie ihre zwerghaften Bewohner,
zuerst Kerne; dann eichen;
dann reifen sie allmählich; und werden ihrerseits
Mütter, und entwickeln
mineralische, pflanzliche, tierische und menschliche
Formen. Vom Mittelpunkt zum
Umkreise, vom kaum wahrnehmbaren
Bläschen bis zu den äußersten
erfaßbaren Grenzen des Kosmos ziehen diese
erhabenen Denker, die
Occultisten, Kreis um Kreis, die sich umfassen und
umfaßt sind in endloser Reihe. Den Embryo, der sich in
seiner vorgeburtlichen
Sphäre entwickelt, den Einzelnen in seiner Familie, die
Familie im Staate, den
Staat in der Menschheit, die Erde in unserem System,
jenes System in seinem
centralen Universum, das Universum im Kosmos in der
EINEN URSACHE -
der schrankenlosen und unendlichen. [24]
[22] „Ein sehr starkes Argument zu Gunsten der
Variabilität wird von der Wissenschaft der Embryologie geliefert. Ist nicht der
Mensch im Uterus . . . . eine sehr
einfache Zelle, eine Pflanze mit drei oder vier Blättchen, eine Kaulquappe mit
Kiemen, ein Säugetier mit einem Schwanz, schließlich ein Säugetier erster
Ordnung (?) und ein Zweifüßer? Es ist kaum möglich, in der embryologischen
Entwicklung nicht eine flüchtige Skizze, eine getreue Zusammenfassung der
ganzen organischen Reihe zu erkennen.“ (Lefèvre, Philosophie, p. 484.)
Die erwähnte Zusammenfassung
ist jedoch nur die des Vorrates an Typen,
der im Menschen, dem
Mikrokosmos aufgespeichert ist. Diese einfache
Erklärung begegnet allen
solchen Einwänden, wie dem Vorhandensein eines
rudimentären Schwanzes am
Fötus - einer Thatsache, mit der Haeckel und
Darwin als zu Gunsten der Affenvorfahrentheorie
entscheidend im Triumphe
prunken. Es kann auch darauf
hingewiesen werden, daß das Vorhandensein
einer Pflanze mit Blättern
in den embyronischen Stadien nach
gewöhnlichen
evolutionistischen Prinzipien
nicht erklärt ist. Die Darwinisten haben den
Menschen nicht durch das
Pflanzenreich zurückverfolgt, aber die Occultisten
thaten dies. Warum also diese
Erscheinung beim Embryo, und wie erklären
97I
sie die ersteren?
[23] „Über die Urkunden der Stammesgeschichte“,
eine Vorlesung von Haeckel (a. a. O. II. p. 93).
[24] BD. I. pp. 388-390.
97 I
So lautet ihre Philosophie der Entwicklung, wie
wir sehen, verschieden von der
des Haeckel.
Nur Teile sind´s des
Einen ohne Fehle,
Deß´ Körper die Natur,
und (Parabrahm) die
Seele.
Dies sind die Beweise des
Occultismus und sie werden von der Wissenschaft
verworfen. Aber wie ist die Kluft zwischen dem Gemüte
des Menschen und dem
des Tieres in diesem Falle zu
überbrücken? Wenn wir des Beweises halber
annehmen, daß der
menschenähnliche Affe und der homo primigenius einen
gemeinsamen Ahnen hatten -
auf die Art, wie es die moderne Spekulation
darstellt - wieso entfernten sich die beiden Gruppen
voneinander soweit in Bezug
auf mentale Fähigkeit? Es ist wahr, dem Occultisten
kann gesagt werden, daß
auf jeden Fall der Occultismus dasselbe thut, was die
Wissenschaft wiederholt;
er giebt dem Affen und dem Menschen einen gemeinsamen
Ahnen, nachdem er
den ersteren aus dem Ursprünglichen Menschen
hervorgehen läßt. Ja, aber
jener „Ursprüngliche Mensch“ war Mensch nur seiner
äußeren Form nach. Er war
gemütlos und
seelenlos zu der Zeit, als er mit einem weiblichen Tierungeheuer
den Vorvater einer Reihe von Affen erzeugte. Diese
Spekulation - wenn es eine
Spekulation ist - ist zum mindesten logisch, und füllt
die Kluft zwischen dem
Gemüte des Menschen und des Tieres aus. So begründet
und erklärt sie das
bisher Unergründbare und Unerklärbare. Die Thatsache -
deren die Wissenschaft
nahezu sicher ist - daß in dem gegenwärtigen
Entwicklungsstadium keine
Nachkommenschaft aus der Vereinigung von Mensch und
Tier erfolgen kann,
wird anderwärts betrachtet und erklärt.
Was ist nun der fundamentale Unterschied zwischen den
angenommenen (oder
nahezu angenommenen)
Schlußfolgerungen - wie sie im Stammbaum des
Menschengeschlechts verkündet sind - daß Mensch und Affe einen
gemeinsamen Urahn haben, und
den Lehren des Occultismus, welche diese
Schlußfolgerung bestreiten
und die Thatsache annehmen, daß alle Dinge und
alle lebenden Wesen aus einer
gemeinsamen Quelle entsprungen sind? Die
naturalistische Wissenschaft
läßt den Menschen sich stufenweise zu dem
entwickeln, was er jetzt
ist. Ausgehend von dem ersten protoplasmatischen
Klümpchen, dem sogenannten Moner - welches, wie uns
gesagt wird, gleich dem
übrigen „in dem Verlaufe unermeßlicher Zeitalter aus
ein paar, oder aus einer
einzigen, spontan entstehenden Urform
entsprang, welche dem einen Gesetze
99I
der Evolution gehorchte“, wird er durch „unbekannte
und unerkennbare“ Typen
hinauf bis zum Affen, und von da an bis zum
Menschenwesen emporgeführt. Wo
die Übergangsgestalten entdeckbar sind, wird uns nicht
gesagt; aus dem
einfachen Grunde, weil bis jetzt keine „fehlenden
Glieder“ zwischen dem
Menschen und den Affen jemals gefunden worden sind,
obwohl diese Thatsache
Leute, wie Haeckel, auf keinerlei Weise verhindert,
sie nach Belieben zu erfinden.
Auch wird man ihnen niemals begegnen; wieder einfach
deshalb, weil jenes
Glied, welches den Menschen mit seinen wirklichen
Ahnen vereinigt, auf der
objektiven Ebene und in der materiellen Welt der
Formen gesucht wird, während
es vor dem Mikroskope und dem Seciermesser innerhalb
des tierischen
Gehäuses des Menschen selbst sicher verborgen ist. Wir
wiederholen, was wir in
der Entschleierten Isis gesagt haben:
Alle Dinge hatten ihren Ursprung im Geiste - die
Entwicklung begann
ursprünglich von oben und schritt nach abwärts vor,
anstatt umgekehrt, wie in
der Darwinschen Theorie
gelehrt wird. Mit anderen Worten, es hat eine
allmähliche Verstofflichung
der Formen stattgefunden, bis ein bestimmter
Tiefpunkt der Erniedrigung
erreicht wurde. Dies ist der Punkt, bei dem die
heutige Entwicklungslehre den Kampfplatz der
spekulativen Hypothese betritt.
Bei dieser Periode angelangt, werden wir es leichter
finden, Haeckels
Anthropogonie zu
verstehen, welche den Stammbaum des Menschen „von
seiner protoplasmatischen Wurzel, verfault in dem
Schlamme von Meere, die
bestanden, bevor die ältesten der fossilienführenden
Felsen abgelagert
wurden,“ herleitet, nach Herrn Huxley Darstellung. Wir
können noch leichter
daran glauben, daß sich der Mensch (der dritten runde)
entwickelte „durch allmähliche Umwandlung eines (astralen) Säugetieres von
affenartiger Organisation,“ wenn wir uns daran erinnern, daß dieselbe Theorie,
in einer gedrängteren und weniger eleganten, aber ebenso verständlichen
Ausdrucksweise, nach der Erzählung des Berosus viele tausend Jahre vor seiner
Zeit von dem Mannfisch Oannes oder Dagon, dem Halbdämon von Babylonien, [25]
(wenn auch auf etwas andere Art) gelehrt wurde.
Aber was liegt jenseits der Darwinschen
Abstammungslinie? soweit Darwin in
Betracht kommt, nichts als
„unverificierbare Hypothesen“, denn, nach seiner
Darstellung betrachtet er alle
Wesen „als die geradlinigen Abkömmlinge
einiger weniger Wesen, welche
viel früher lebten, als die erste Schicht des
silurischen Systems abgelagert wurde.“ [26] Er
versucht nicht, uns zu zeigen,
was diese „wenige Wesen“
waren. Aber es entspricht unserem Zwecke
ebenso gut, denn mit dem
bloßen Zugeständnis ihrer Existenz, erlangt die
Zufluchtnahme zu den Alten um
Bestätigung und Ausarbeitung der Idee, den
99I
Stempel wissenschaftlicher
Billigung. [27]
Fürwahr, wie wir in unserem
ersten Werke gesagt haben, wenn wir Darwins
Theorie der Entwicklung der
Arten annehmen, so finden wir, daß sein
Ausgangspunkt vor einer offenen Tür liegt. Wir haben
die Freiheit, entweder mit
ihm drinnen zu bleiben, oder die Schwelle zu
überschreiten, hinter welcher das
Unbegrenzte und das Unbegreifliche, oder vielmehr das
Unaussprechliche liegt.
Wenn unsere sterbliche Sprache unzulänglich ist, das
auszudrücken, was unser
Geist - während er auf dieser Erde verweilt -
undeutlich in dem Großen „Jenseits“
voraussieht, so muß er es an irgend einem Punkt
in der zeitlosen Ewigkeit verwirklichen. Aber was liegt „jenseits“ von Haeckels
Theorie? Warum der Bathybius Haeckelii, und nicht mehr!
[25] Siehe Cory, Ancient Fragments, pp. 21ff.
[26] Origin of Species, pp. 448, 448, erste
Ausg.
99 IX
33. Die Schöpfer trauern. 34. Sie sühnen ihre
Unterlassung. 35. Die Menschen
werden mit Gemütern begabt. 36. Die vierte Rasse
entwickelt vollkommene
Sprache. 37. Jede androgyne Einheit trennt sich und
wird zweigeschlechtlich.
33. ALS SIE DIES [1] SAHEN, DA TRAUERTEN DIE LHAS, [2]
WELCHE NICHT
34. „DIE AMANASA [4] HABEN UNSERE ZUKÜNFTIGEN
WOHNUNGEN
VERUNREINIGT. DIES IST KARMA. LASST UNS IN DEN ANDEREN
WOHNEN. LASST UNS SIE BESSER BELEHREN, DAMIT NICHT SCHLIMMERES GESCHEHE.“ SIE
THATEN ES. . . .
35. DA WURDEN ALLE MENSCHEN MIT MANAS [5] BEGABT. SIE
SAHEN DIE
SÜNDE DER GEMÜTLOSEN.
Aber sie hatten sich bereits getrennt, bevor
der Strahl der göttlichen Vernunft das
dunkle Gebiet ihrer bis dahin schlummernden Gemüter
erleuchtet hatte, und
hatten gesündigt. Das heißt, sie hatten
unbewußt Böses verübt, indem sie eine
Wirkung hervorbrachten, die unnatürlich war. Aber,
gleich den sechs anderen
ursprünglichen Rassen, ihren Brüdern und Genossen,
wird selbst diese siebente
von nun an entartete Rasse, welche wegen der
begangenen Sünde ihre Zeit für
ihre schließliche Entwicklung abwarten muß - wird
selbst diese siebente Rasse
sich am letzten Tage auf einem der sieben
Pfahle finden.
Denn:
Die Weisen [6] bewachen das Haus der Naturordnung: sie
nehmen an vortreffliche Formen im geheimen. [7]
Aber wir müssen sehen, ob die „Tiere“, mit denen sie
sich abgegeben hatten, von
derselben Art waren, wie die der Zoologie
bekannten. Der „Fall“ geschah, nach dem
Zeugnisse der alten Weisheit und der alten Berichte, sobald Daksha - der
reinkarnierte Schöpfer der Menschen und der Dinge in der frühen Dritten Rasse -
verschwunden war, um jenem Teile der Menschheit Platz zu machen, welcher sich
„getrennt“ hatte. Ein erklärt die
Einzelheiten, welche dem „Falle“ vorangingen, folgendermaßen:
In der
Anfangsperiode der Vierten Entwicklung des Menschen verzweigte sich
41201IX
das
Menschenreich nach mehreren und verschiedenen Richtungen. Die äußere
Gestalt
seiner ersten vertreten war nicht einheitlich, denn mit den Trägern (den
eiartigen
äußeren Schalen, in denen der zukünftige vollständige körperliche
Mensch
heranreifte), gaben sich oft, bevor jene erhärteten, ungeheure Tiere ab,
die von jetzt
unbekannten Arten waren, und den versuchsweisen Anstrengungen
der Natur
angehörten. Das Ergebnis war, daß Zwischenrassen von Ungeheuern,
halb Tieren,
halb Menschen, hervorgebracht wurden. Aber da sie Mißerfolge
waren, so war
ihnen nicht gestattet, lange zu atmen und zu leben, obwohl, da die
wesentlich
überwiegende Kraft des psychischen über die physische Natur noch
sehr schwach
war, und kaum begründet, die „Eigeborenen“ Söhne verschiedene
ihrer Weibchen
sich als Genossinnen genommen, und andere menschliche
Ungeheuer
erzeugt hatten. Später, als die Tierarten und Menschenrassen
allmählich
ins Gleichgewicht kamen, trennten sie sich, und paarten sich nicht
weiter. Der
Mensch schuf nicht mehr - er erzeugte. Aber er erzeugte auch Tiere
ebenso gut
wie Menschen in der alten Zeit. Daher sprachen die Weisen (oder
Wahrsager),
welche von Männern sprachen, die keine durch den Willen erzeugte
Nachkommenschaft
mehr hatten, sondern verschiedene Tiere zugleich mit
Dânavas
(Riesen) mit Weibchen von anderen Arten erzeugten - Tiere, welche
gleich (oder
nach Art von) vermeintlichen Söhnen zu ihnen standen; während sie
(die
menschlichen Männer) es mit der Zeit zurückwiesen, für die (vermeintlichen)
Väter der
stummen Geschöpfe gehalten zu werden - Wahrheit und Weisheit. Da
die Könige
und Herren der letzten Rasse (der dritten und der vierten) dies
(diesen
Zustand der Dinge) sahen, so drückten sie das Siegel des Verbotes auf
das sündige
Verkehren. Es störte das Karma, es entwickelte neues (Karma). [8]
Sie (die
Göttlichen Könige) schlugen die Schuldigen mit Unfruchtbarkeit. Sie
zerstörten
die rote und die blaue Rasse. [9]
In einem andern finden wir:
Es gab blau-
und rotgesichtige Tiermenschen selbst in späteren Zeiten; nicht aus
thatsächlicher
Vermischung (zwischen menschlichen und tierischen Arten), sondern durch
Abstammung.
Und noch eine andere Stelle erwähnt:
Rothaarige,
schwärzliche Menschen, die auf allen Vieren gehen, welche sich
krümmen und
gerade richten (aufrecht stehen und wieder auf ihre Hände fallen),
welche wie
ihre Vorväter sprechen, und wie ihre riesigen Vormütter auf ihren
Händen
laufen.
Vielleicht würden Haeckelianer in diesen Exemplaren
zwar nicht den „Homo
Primigenius“ wiedererkennen, aber einige von den niederen
Stämmen, wie zum
41201IX
Beispiel einige Stämme der australischen Wilden.
Nichtsdestoweniger stammen
nicht einmal diese von den
menschenähnlichen Affen ab, sondern von
menschlichen Vätern und
halbmenschlichen Müttern, oder, um genauer zu
sprechen, von menschlichen
Ungetümen - von jenen im ersten
erwähnten „Mißerfolgen“. Die wirklichen Anthropoiden,
Haeckels Catarrhinae und
Platyrrhinae, kamen viel später, in der letzten Zeit
der Atlantis. Der Orangutan,
der Gorilla, der Schimpanse und der Pavian sind die
spätesten und rein
physischen Entwicklungen aus niederen anthropoiden
Säugetieren. Sie haben
einen Funken rein menschlicher Wesenheit in sich: der
Mensch jedoch hat nicht
einen Tropfen pithekoiden [10] Blutes in seinen Adern.
So sagt die alte Weisheit
und allgemeine Überlieferung.
[1] Die mit den Tieren
begangene Sünde.
[2] Die Geister, die „Söhne
der Weisheit“.
[3] Welche sich geweigert
hatten, zu „schaffen“.
[4] Gemütlosen.
[5] Gemüt.
[6] Dieser Vers im Rig
Veda (X. 5, 6): „Die Sieben Weisen (Strahlen der
Weisheit, Dhyânîs) bilden
Sieben Pfade (oder Linien, und auch Rassen in
einem anderen Sinn). Auf
einen von diesen kann der trostlose Sterbliche
kommen“ - ein Vers, der nur
vom astronomischen und kosmischen Aspekt
aus interpretiert wird, ist
einer der gehaltvollsten an occulter Bedeutung. Die
„Pfade“ können Linien
(Maryâdâh) bedeuten, aber sie sind ursprünglich
Lichtstrahlen, die auf die Pfade fallen, welche zur
Weisheit führen. (Siehe Rig
Veda, .
5-13.) Es bedeutet „Wege“ oder Pfade. Sie sind kurz gesagt die
sieben Strahlen, welche aus dem makrokosmischen
Centrum frei herabfallen,
die sieben Prinzipien im metaphysischen, die sieben
Rassen im physischen
41201IX
Sinn. Alles hängt ab von dem
angewendeten Schlüssel.
[7] Rig Veda, X. 10,
5, 2.
[8] Es ist nahezu unmöglich,
einige dieser alten Kontinente wörtlich zu übersetzen. Wir sind oft gezwungen,
nur den Sinn zu geben, und so die wörtlichen Übersetzungen wieder zu
übersetzen. [9] Rudra, als ein Kumâra, ist
Nîlalohita - rot und blau. [10] Dies
gilt ohne Rücksicht auf die moderne materialistische Evolution, welche auf
folgende Art spekuliert: „Die ursprüngliche Urmenschenform, vo welcher wir alle
Menschen-Arten als Abkömmlinge betrachten, ist natürlich längst ausgestorben.
(Dies bestreiten wir; sie hat nur an Größe abgenommen und sich in Bezug auf
Gewebe verändrt.) Viele Gründe berechtigen uns aber zu der Vermutung, daß
dieselbe aus wollhaarigen Langköpfen von dunkler (bräunlicher?) Hautfarbe
bestand. (Die afrikanischen Rassen sind selbst jetzt in hervorragendem
Maße langköpfig, aber der paläolithische Neanderthalerschädel, der älteste, von
dem wir wissen, ist von bedeutender Größe, und der Kapacität des
Gorillaschädels nicht näher stehend, als die irgend eines anderen jetzt
lebenden Menschen.) Wir wollen diese hypothetische Menschen-Art vorläufig als
Urmenschen (Homo primigenius) bezeichnen. . . . . Die erste Menschen-Art, der
Urmensch (Homo primigenius)
oder der Affen-Mensch,
welcher der Stammvater aller übrigen Arten wurde,
entstand aller Wahrscheinlichkeit
nach in der Tropenzone der alten Welt aus
menschenähnlichen Affen.“ Um Beweise befragt, erwidert der Evolutionist
nicht im mindesten
eingeschüchtert, „von denen uns bis jetzt noch keine
fossilen Reste bekannt sind, die aber möglicherweise
heute noch lebenden
Orang und Gorilla ziemlich
nahe standen.“ Und dann wird der
Papua-Neger als der wahrscheinlich nächste Nachkomme erwähnt. (Stammbaum des
Menschengeschlechts, a. a. O., p. 87.)
41201IX
Haeckel hält fest an
Lemurien, welches er mit Ostafrika und Südasien als die
mögliche Wiege der
ursprünglichen Affenmenschen erwähnt. So thun auch
viele Geologen. Herr A. R.
Wallace giebt seinen Bestand zu, wenn auch in
einem etwas geänderten Sinne,
in seiner Geographischen Verbreitung der
Tiere. Aber die Evolutionisten sollen nicht so leichthin
von der
verhältnismäßigen Größe der Gehirne der Menschen und
des Affen sprechen,
denn das ist sehr unwissenschaftlich,
insbesondere wenn sie vorgeben,
keinen Unterschied, oder
wenigstens einen nur sehr geringen zwischen den
beiden zu sehen. Denn Vogt
selbst zeigte, daß, während der höchststehende
Affe, der Gorilla, ein Gehirn
von nur 30 - 51 Kubikzoll hat, das Gehirn des
niedrigststehenden australischen Ureinwohners 99,35
Kubikzoll erreicht. Das
erstere ist somit „nicht halb so groß wie das Gehirn
einen neugeborenen
Kindes“, sagt Pfaff
41201IX
Wie wurde die Trennung der Geschlechter bewirkt? wird
gefragt. Sollen wir an
die alte jüdische Fabel von der Rippe Adams glauben,
welche die Eva liefert?
Selbst ein solcher Glaube ist logischer und
vernünftiger als die
gänzlichvorbehaltlose Abstammung des Menschen von den
Vierhändern; denn
der erstere verbirgt unter einer fabelhaften
Darstellung eine esoterische Wahrheit
während die letztere keine tiefer Thatsache verhehlt,
als ein Verlangen, der
Menschheit eine materialistische Einbildung
aufzuzwingen. die Rippe ist ein
Knochen, und wenn wir in der Genesis lesen, daß
Eva aus der Rippe geschaffen
wurde, so bedeutet das einfach, daß die Rasse „mit
Knochen“ hervorgebracht
ward aus einer vorhergehenden
Rasse oder Rassen, welche „knochenlos
waren“. Dies ist ein weit und
breit verbreiteter esoterischer Lehrsatz. Es ist
nahezu universell unter
seinen verschiedenen Formen. Eine thatsächliche
Überlieferung besagt, daß der Mensch aus Araea, „roter
Erde“ geschaffen wurde.
Taaroa. die schöpferische Kraft, der Hauptgott,
„versetzte den Menschen auf
lange Jahre, auf verschiedene Leben in Schlaf.“ Dies
bedeutet Rassenperioden,
und ist eine Bezugnahme auf seinen mentalen Schlaf,
wie anderwärts gezeigt.
Während dieser Zeit zog die Gottheit einen Ivi
(Knochen) aus dem Menschen
und der wurde ein Weib. [11]
Nichtsdestoweniger, was immer diese Allegorie
vorstellen mag, macht sogar ihre
exoterische Bedeutung einen göttlichen Bildner
des Menschen notwendig - einen
„vorfahren“. Glauben wir also an eine solche
übernatürliche Wesen? Wir sagen:
Nein. Der Occultismus hat niemals an irgend etwas,
weder belebt noch unbelebt,
außerhalb der
Natur geglaubt. auch sind wir nicht Weltanbeter oder Polytheisten,
wenn wir an den „Himmlischen
Menschen“ und die Göttlichen Menschen
glauben, denn wir haben das
angehäufte Zeugnis der Zeitalter, mit seinem
unwandelbaren Beweis für
jeden wesentlichen Punkt, um uns darin zu
unterstützen; die Weisheit
der Alten und die universelle Überlieferung. Wir
verwerfen jedoch solche grundlosen und basislosen
Überlieferungen, welche aus
der strengen Allegorie und Symbolik herangewachsen
sind, wenn sie auch in
exoterischen Glauben Annahme gefunden haben mögen. Was
aber in einmütiger
Überlieferung aufbewahrt ist, könnte nur der
absichtlich Blinde verwerfen. Daher
glauben wir an Rassen von Wesen, in weit entfernten
geologischen Zeitaltern,
die anders waren als die unsere, an Rassen von
ätherischen Menschen, die auf
die unkörperlichen (Arûpa) folgten, mit Form,
aber ohne feste Substanz, Riesen,
welche uns Zwergen vorangingen; an Dynastien von
göttlichen Wesen, an jene
Könige und Unterweiser der dritten Rasse in Künsten
und Wissenschaften, mit
der es unsere kleine moderne Wissenschaft weniger auf
einen Vergleich ankommen lassen kann, als die elementare Arithmetik mit der
Geometrie.
Nein, sicherlich nicht. Wir glauben nicht an übernatürliche,
sondern nur an
41203IX
übermenschliche,
oder vielmehr zwischenmenschliche Intelligenzen. Man kann
leicht das Gefühl des Bedauerns begreifen, das eine
gebildete Person haben
würde, unter die Abergläubischen und Unwissenden
gerechnet zu werden; und
selbst die große Wahrheit erfassen, die von Renan
ausgesprochen wurde, wenn
er sagt:
Das Übernatürliche ist wie
die Erbsünde geworden, ein Makel, dessen sich
jedermann zu schämen scheint
- selbst jene höchst religiösen Personen,
welche sich heutigen Tages weigern, auch nur ein
Minimum biblischer Wunder
in ihrer ganzen Rohheit anzunehmen, und welche in dem
Bestreben, sie auf ein Minimum zu reducieren, sie in den entferntesten Winkeln
der Vergangenheit verstecken und verbergen. [12]
Aber das „Übernatürliche“ des Renan gehört dem Dogma
an und ist toter
Buchstabe. Es hat nicht zu thun mit seinem Geiste,
noch mit der Wirklichkeit der
Thatsachen in der Natur. Wenn die Theologie uns
auffordert zu glauben, daß vor
vier oder fünf Jahrtausenden die Menschen 900 Jahre
und mehr lebten, daß ein
Teil der Menschheit, die Feinde des Volkes Israels
ausschließlich, aus Riesen
und Ungeheuern bestand, so lehnen wir es ab, zu
glauben, daß etwas Derartiges
in der Natur von nur fünf Tausend Jahren
stattgefunden habe. Denn die Natur
schreitet niemals in Sprüngen und plötzlichen
Bewegungen vor, und Logik und
logischer Menschenverstand, abgesehen von Geologie,
Anthropologie und
Ethnologie haben sich mit Recht gegen solche
Behauptungen aufgelehnt. Wenn
aber dieselbe Theorie, ihre phantastische Zeitrechnung
aufgebend, behauptet
hätte, daß die Menschen 969 Jahre - das Alter des
Methusalah - vor fünf
Millionen Jahren
lebten, so hätten wir nichts gegen die Behauptung zu sagen.Denn in jenen Tagen
verhielt sich die körperliche Gestalt der Menschen im Vergleich zu dem
gegenwärtigen menschlichen Körper, wie die eines Megalosaurus zu der einer
gemeinsamen Eidechse.
[11] Ellis´ Polynesian Researches, Bd. II, p.
38. Die Missionare scheinen über
diesen Namen Ivi hergefallen zu sein und daraus
Eva gemacht zu haben, aber, wie Professor Max Müller gezeigt hat, ist
Eva kein hebräischer Name, sondern eine europäische Umformung von [korrekter
Abdruck siehe Buch], Châvah, Leben, oder Mutter alles Lebendigen;
„während das tahitische ivi, und das maorische wheva, Knochen
bedeutete und nur Knochen.“ (Introduction to the Science of Religion, p.
304.)
41203IX
41203 IX
Ein Naturforscher macht eine andere Schwierigkeit
geltend. Die menschliche Art
ist die einzige, welche, wie ungleich sie auch in
ihren Rassen ist, untereinander
Nachkommenschaft hervorbringen kann. „Es handelt sich
nicht“ um Auswahl
zwischen Menschenrassen, sagen die
Antidarwinisten, und kein Evolutionist
kann das Argument bestreiten, welches höchst siegreich
die spezifische Einheit
beweist. Wie kann dann der Occultismus darauf
bestehen, daß ein Teil der
Menschheit der vierten Rasse Junge erzeugte mit
Weibchen einer anderen, nur
halbmenschlichen, wenn nicht ganz tierischen Rasse;
und daß die aus dieser
Vereinigung hervorgehenden Hybriden sich nicht nur
selbstständig fortpflanzen,
sondern auch die Ahnen der heutigen menschenähnlichen
Affen hervorbrachten?
Die esoterische Wissenschaft erwidert hierauf, daß
dies beim ersten Anbeginne
des physischen Menschen der Fall war. Seit damals hat
die Natur ihre Verfahren
geändert, und Unfruchtbarkeit ist das einzige Ergebnis
des Verbrechend der
menschlichen Bestialität. Aber wir haben selbst heute
noch Beweise dafür. Die
Geheimlehre lehrt, daß die spezifische Einheit der
Menschheit selbst jetzt nicht
ohne Ausnahmen ist. Denn es giebt, oder gab vielmehr
noch vor wenigen
Jahren, Abkömmlinge dieser halbtierischen Stämme oder
Rassen, sowohl von
entferntem lemurischen als auch lemuro-atlantischen
Ursprung. Die Welt kennt
sie als Tasmanier (jetzt erloschen), Australier,
Andamaneninsulaner u. s. w. Die
Abstammung der Tasmanier kann nahezu nachgewiesen
werden durch eine Thatsache, welche Darwin in ziemliches Erstaunen versetzte,
ohne daß er im stande gewesen wäre, irgend etwas daraus zu machen. Diese
Thatsache verdient Beachtung.
De Quatrefages und andere Naturforscher, welche
Monogenesis eben durch die
Thatsache zu beweisen suchen,
daß jede Rasse der Menschheit fähig ist, sich
mit jeder anderen zu kreuzen,
haben aus ihren Berechnungen Ausnahmen
ausgelassen, welche in diesem
Falle die Regel nicht bestätigen. Menschliche
Kreuzung mag seit der Zeit
der Trennung der Geschlechter eine allgemeine
Regel gewesen sein, aber dies
hindert nicht, daß sich ein anderes Gesetz
geltend macht, nämlich
Unfruchtbarkeit zwischen zwei Menschenrassen,
geradeso wie zwischen zwei
Tierspezies von verschiedener Art, in jenen
seltenen Fällen, wo ein
Europäer, der sich herabließ, in einem Weibe eines
wilden Stammes eine Genossin
zu sehen, zufällig ein Mitglied eines solchen
gemischten Stammes erwählt. [13] Darwin bemerkt einen
solchen Fall bei einem
tasmanischen Stamme, dessen Weiber plötzlich in Masse
von Unfruchtbarkeit
betroffen wurden, einige Zeit nachdem unter ihnen
europäische Kolonisten
angekommen waren. Der große Naturforscher versuchte
diese Thatsache durch
einen Wechsel der Lebensweise, der Nahrungsbedingungen
u. s. w. zu erklären,
gab aber schließlich die Lösung des Geheimnisses auf.
Für den Occultisten ist
41205IX
sie sehr klar. „Kreuzung“, wie es genannt wird, von
Europäern mit
Tasmanierinnen - das ist mit Vertreterinnen einer
Rasse, deren Vorfahren ein
„seelenloses“ [14] und gemütloses Ungeheuer und ein
wirklicher menschlicher,
wenn auch noch ebenso gemütloser Mensch waren -
brachte Unfruchtbarkeit mit
sich; und dies nicht nur als Folge eines physiologischen
Gesetzes, sondern auch
als ein Gesetz der karmischen Evolution in der Frage
des weiteren Überlebens
der abnormalen Rasse. In Bezug auf keinen Punkt des
Obigen ist die Wissenschaft bis jetzt bereits zu glauben - aber sie wird
es am Ende müssen.
Die esoterische Philosophie, daran wollen wir uns
erinnern, füllt bloß die von der
Wissenschaft übrig gelassenen Lücken aus, und
berichtigt ihre falschen Voraussetzungen.
Aber in dieser Einzelheit unterstützen die Geologie,
und selbst die Botanik und
Zoologie die esoterischen Lehren. Es ist von vielen
Geologen darauf
hingewiesen worden, daß der australische Ureinwohner -
welcher thatsächlich
mit einer archaischen Faune und Flora zusammenbesteht
- in ein außerordentliches Altertum zurückreichen muß. Die ganze Umgebung
dieser geheimnisvollen Rasse, über deren Ursprung die Ethnologie schweigt, ist
ein Zeugnis für die Wahrheit der esoterischen Behauptung. Wie Jukes sagt:
Es ist eine sehr seltsame
Thatsache, daß nicht nur diese Beuteltiere (die in
den Oxfordshire Stone-field
Schiefern gefundenen Säugetiere), sondern auch
verschiedene Muscheln - wie z.
B. die Trigonias und selbst einige von den
Pflanzen, die in den
Oolithfelsen fossil gefunden werden - den jetzt in
Australien lebenden viel
ähnlicher sind, als den lebenden formen auf irgend
einem anderen teile der Erdkugel. Die könnte auf Grund
der Annahme erklärt
werden, daß seit der oolithischen (jurassischen)
Periode in Australien weniger
Veränderung stattgefunden hat als anderwärts, und daß
die australische Flora
und Faune infolgedessen etwas
von dem oolithischen Typus bewahrt,
während er auf der übrigen Erde gänzlich verdrängt und
ersetzt ist (!!). [15]
Warum hat nun in Australien
weniger Veränderung stattgefunden, als
anderwärts? Wo ist der
Daseinsgrund für einen solchen „Fluch der
Verzögerung“? Einfach
deshalb, weil sich die Natur der Umgebung gleichen
Schrittes mit der
betreffenden Rasse entwickelt. Entsprechungen herrschen
allüberall. Die überlebenden jener letzten Lemurier,
welche der Vernichtung ihrer
Genossen entgingen, als der Hauptkontinent versank,
wurden die Vorfahren
eines Teiles der gegenwärtigen Ureinwohnerstämme. Da
sie eine sehr niedrige
Unterrasse waren, die ursprünglich von Tieren, von
Ungeheuern erzeugt wurde,
deren bloße Überreste jetzt Meilen unter dem
Meeresboden liegen, so existierte
ihr Stamm seither in einer Umgebung, die dem Gesetze
der Verzögerung stark
41205IX
unterworfen war. Australien ist eines der ältesten,
jetzt über dem Wasser
befindlichen Länder, und befindet sich in der
greisenhaften Abgelebtheit des
hohen Alters, ungeachtet seines „jungfräulichen Bodens“.
Es kann keine neuen
Formen hervorbringen, wenn ihm nicht neue und frische
Rassen, und künstliche
Kultur und Züchtung zu Hilfe kommen.
[13] Von solchen halbtierischen Geschöpfen waren die
einzigen der
Ethnologie bekannten Überbleibsel die Tasmanier, ein Teil
der Australier und
ein Gebirgsstamm in China, dessen Männer und Weiber
gänzlich mit Haar
bedeckt sind. Sie waren die letzten geradlinigen Abkömmlinge
der erwähnten
halbtierischen Lemurier der letzten Zeit. Es giebt
jedoch beträchtliche Mengen
gemischter lemuro-atlantischer Völkershaften, die
durch verschiedene Kreuzungen, mit solchen halbmenschlichen Stämmen entstanden
waren - z.
B. die Wilden von Borneo, die Veddhas von Ceylon, die
von Prof. Flower
unter die Ârier (!) klassificiert werden, die meisten
der übrigen Australier, die
Buschmänner, Negritos,
Andamaneninsulaner, u. s. w.
Die Australier vom Golf von
St. Vincent und aus der Nachbarschaft von
Adelaide sind sehr haarig,
und der braune Flaum auf der Haut der Knaben
von fünf oder sechs Jahren
nimmt ein pelzartiges Aussehen an. Sie sind
jedoch herabgesunkene Menschen;
nicht die engste Annäherung an den
„pikethoiden Menschen“, wie
Haeckel so unbedingt versichert. Nur ein Teil
dieser Menschen sind ein lemurischer Überrest. (Vgl. Esoteric
Buddhism, pp.
64 ff.)
[14] Wenn wir die Tiere seelenlos nennen, so sprechen
wir dem Tiere, von der
niedrigsten bis zur höchsten
Art, nicht eine Seele ab, sonder nur eine
bewußte überlebende Ego-Seele,
d. i. jenes Prinzip, welches den Menschen
überlebt, und in einem
ähnlichen Menschen reinkarniert, Das Tier hat einen
Astralkörper, welches die
körperliche Form eine kurze Zeit lang überlebt;
nichtsdestoweniger
reinkarniert seine (tierische Monade) nicht in derselben,
41205IX
sondern in einer höheren Art, und hat natürlich keinen
„Devachan“. Es hat die
Samen aller menschlichen Prinzipien in sich, aber sie
sind verborgen.
[15] Manual
of Geology, p. 302.
41205 IX
Um jedoch nochmals auf die Geschichte der dritten
Rasse, der
„Schweißgeborenen“, der „Eihervorbringenden“, und der
„Androgynen“,
zurückzukommen. Nahezu geschlechtslos in ihren ersten
Anfängen, wurde sie
doppelgeschlechtig oder androgyn; natürlich
allmählich. Der Übergang von der
ersten bis zur letzten
Umformung erforderte zahllose Generationen, während
welcher die einfache Zelle,
welche aus dem frühesten Vorfahr (den zwei in
einem) hervorging, sich
zuerst zu einem zweigeschlechtlichen Wesen
entwickelte; und dann brachte die Zelle, welche ein
regelrechtes Ei wurde, ein
eingeschlechtliches Geschöpf hervor. Die Menschheit
der dritten Rassen ist die
geheimnisvollste aller fünf bisher entwickelten
Rassen. Das Geheimnis des „Wie“
der Erzeugung der getrennten Geschlechter muß
natürlich hier sehr dunkel
bleiben, da das die Aufgabe eines Embryologen und
eines Spezialforschers ist;
das vorliegende Werk giebt nur schwache Umrisse des
Vorganges. aber es ist
einleuchtend, daß die Einzelwesen der Menschheit der
dritten Rasse anfingen,
sich in ihren vorgeburtlichen Schalen oder Eiern [16]
zu trennen und aus
denselben als unterschiedene männliche und weibliche
Kinder hervorzukommen,
Zeitalter nach dem Auftreten ihrer frühen Vorfahren.
Und wie die Zeit ihre
geologischen Perioden abrollte, begannen die
neugeborenen Unterrassen ihre
Geburtsfähigkeit zu verlieren. Gegen das Ende der
vierten Unterrasse der dritten
Rasse verlor das Kind seine Fähigkeit, sofort nach der
Befreiung aus seiner
Schale zu gehen, und mit dem Ende der fünften wurde
die Menschheit unter
denselben Bedingungen und mit genau demselben Vorgang
geboren, wie unsere
historische Generationen. Dies erforderte natürliche
Millionen von Jahren. Der
Leser ist mit den angenäherten Zahlen zum mindesten
der exoterischen Berechnung bekannt gemacht worden. [17]
Wir nähern uns dem Wendepunkt in der Entwicklung der
Rassen. Sehen wir, was
die occulte Philosophie über
den Ursprung der Sprache sagt.
36. DIE VIERTE RASSE
ENTWICKELTE DIE SPRACHE.
Die e erklären, daß die erste
Rasse - die ätherischen oder astralen
Söhne des Yoga, auch genannt
die „Selbstgeborenen“ - in unserem Sinne
sprachlos war, denn sie entbehrte des Gemütes auf
unserer Ebene. Die zweite
Rasse hatte eine „Tonsprache“, nämlich gesangartige
Töne, die nur aus Vokalen
zusammengesetzt waren. Die dritte Rasse entwickelte im
Anfange eine Art von
Sprache, die nur ein geringer Fortschritt über die
verschiedenen Töne in der
Natur war, über den Schrei der riesigen Insekten und
der ersten Tiere, welche
jedoch zur Zeit der „Schweißgeborenen“ oder der frühen
dritten Rasse kaum im
Entstehen waren. In ihrer zweiten Hälfte, als die
„Schweißgeborenen“ die
41207IX
„Eigeborenen“ die mittlere Dritte Rasse
hervorbrachten; und als diese, anstatt als
androgyne Wesen zu „brüten“ - der Leser möge den, wenn
auf menschliche
Wesen unseres Zeitalter angewendet, ziemlich
lächerlichen Ausdruck
entschuldigen - sich zu getrennten Männern und Weibern
zu entwickeln begann
und als dasselbe Gesetz der Entwicklung sie
dahinführte, ihre Art geschlechtlich
fortzupflanzen - eine Handlung, welche die
Schöpferischen Götter unter dem
Antriebe des karmischen Gesetzes zwang, sich in gemütlosen
Menschen zu
inkarnieren; dann erst wurde die Sprache entwickelt.
Aber selbst dann war sie
noch nichts Besseres als eine versuchsweise
Anstrengung. Das ganze
Menschengeschlecht war zu jener Zeit „von einer
Sprache und von einer Zunge“.
Dies hinderte die letzten zwei Unterrassen der Dritten
Rasse [18] nicht, Städte zu
bauen, und weit und breit die ersten Samen der
Civilisation unter der Leitung
ihrer göttlichen Unterweiser [19] und ihrer eigenen
bereits erweckten Gemüter
auszusäen. Der Leser möge sich auch vor Augen halten,
daß ebenso wie jede
der sieben Rasse, so auch jede kleinste Unterteilung
einer solchen Rasse, in vier
Zeitalter geteilt ist - das goldene, silberne, eherne
und eiserne Zeitalter. Die
Sprache entwickelte sich sodann nach der occulten
Kehre in folgender Ordnung:
[16] Die „Fabeln“ und
„Mythen“ von Leda und Jupiter, und dergl., hätten
niemals in der Phantasie des
Volkes entstehen können, wenn nicht die
Allegorie auf eine Thatsache
in der Natur begründet gewesen wäre. Die
Entwicklung, welche den Menschen allmählich in ein
Säugetier umwandelte,
that in seinem Falle nur das, was sie in dem von
andern Tieren that. Aber dies
hindert nicht, daß der Mensch immer an der Spitze der
Tierwelt und anderer organischer Arten gestanden ist, und daß er der ersteren
vorangegangen ist. [17] Siehe die über „die Zeitrechnung der Brâhmanen“, p. 69. [18] Um Verwirrung zu vermeiden, möge sich
der Leser daran erinnern, daß sich der Ausdruck Wurzelrasse auf eine der sieben
großen Rassen bezieht;
Unterrasse auf einen ihrer großen Zweige, und
Familienrasse auf eine der Unterteilungen, welche Nationen und große Stämme
einschließen.
41207IX
[19] In der
über „die fünfte Rasse und ihre göttlichen Unterweiser,“
im zur Strophe
XII, wird die Natur dieser „Unterweiser“ erklärt.
41207 IX
I. Einsilbige Sprache: die Sprache der ersten
annäherungsweise vollständig
entwickelten Menschenwesen am Schlusse der dritten
Wurzelrasse, der
„goldfarbigen“, gelbgesichtigen Menschen, nach ihrer
Trennung in Geschlechter
und dem vollen Erwachen ihrer Gemüter. Vorher
verkehrten sie mit Hilfe von
etwas, das jetzt „Gedankenübertragung“ genannt werden
würde, obwohl, mit
Ausnahme der Rasse mit Namen die „Söhne von Willen und
Yoga“ - die ersten,
in denen sich die „Söhne der Weisheit“ inkarniert
hatten - das Denken in dem
entstehenden körperlichen Menschen nur sehr wenig
entwickelt war, und sich
niemals über einen niedrigen irdischen Gesichtskreis
erhob. Ihre physische
Körper gehörten der Erde an, ihre Monaden blieben
gänzlich auf einer höheren
Ebene. Die Sprache konnte nicht wohl entwickelt werden
vor der vollen
Erlangung und Entwicklung ihrer Vernunftfähigkeiten.
Diese einsilbige Sprache
war sozusagen die vokalische Mutter der mit harten
Konsonanten vermischten
einsilbigen Sprachen, welche bei den gelben Rassen in
Gebrauch sind, die dem
Anthropologen bekannt sind. [20]
II. Agglutinierende Sprache: diese sprachlichen
Eigenschaften entwickelten sich
zu den agglutinierenden Sprachen. Die letzteren wurden
von einigen atlantischen
Rassen gesprochen, während andere Väterstämme der
vierten Rasse die
Muttersprache bewahrten. Und wie die Sprachen ihre
cyklische Entwicklung
haben, ihre Kindheit, Reinheit, Wachstum, Fall in
die Materie, Vermischung mit
anderen Sprachen, Reife, Verfall und schließlich Tod,
[21] so verfiel auch die
ursprüngliche Sprache der höchstcivilisierten
atlantischen Rassen - jene
Sprache, welche in alten Sanskritwerken als Râkshasî
Bhâshâ bezeichnet wird -
und starb fast aus. Während die „Auslese“ der vierten
Rasse immer mehr und
mehr dem Gipfel physischer und intellektueller
Entwicklung zustrebte und so der
entstehenden fünften (der ârischen) Rasse die
flektierenden, hochentwickelten
Sprache zum Erbe hinterließ, verfielen die
agglutinierenden und blieben zurück
als ein fragmentarisches fossiles Idiom, das jetzt
zerstreut und nahezu auf die
eingeborenen Stämme von Amerika beschränke ist.
III. Flektierende Sprache: die Wurzel des
Sanskrit, das sehr irrtümlich die „ältere
Schwester“ des Griechischen genannt wird anstatt seine
Mutter - war die erste
Sprache, jetzt die Mysteriensprache der Initiierten
der fünften Rasse. Die
„semitischen“ Sprachen sind die Bastardabkömmlinge der
ersten phonetischen
Korruptionen der ältesten
Kinder des frühe Sanskrit. Die occulte Lehre giebt
keine solchen Einteilungen
wie die ârische und die semitische zu, und nimmt
selbst die turanische nur mit
weitgehenden Vorbehalten an. Die Semiten,
insbesondere die Araber, sind
spätere Ârier - entartet in Geistigkeit und
41209IX
vervollkommnet in Stofflichkeit. Zu diesen gehören
alle Juden und Araber. Die
ersteren sind ein Stamm, der von den Chandâlas Indiens
entstammte, von den
außerhalb der Kasten stehenden, von denen viele
Exbrâhmanen waren, welche
in Chaldäa, in Sind, und in Aria (Iran) zuflucht
suchten , und welche wirklich von
ihrem Vater A-Bram (Nicht-Brâhmane) etwa 8000 Jahre v.
Chr. herstammen. Die
letzteren, die Araber, sind die Abkömmlinge jener
Ârier, welche zur Zeit der
Zerstreuung der Nationen nicht nach Indien gehen
wollten, von denen einige in
seinen Grenzländern blieben, in Afghanistan und Kabul
[22] und den Oxus
entlang, während andere nach Arabien vor- und
eindrangen. Aber dies geschah,
als Afrika sich bereits als ein Kontinent erhoben
hatte.
Wir müssen unterdessen so genau, als es der
beschränkte Raum gestattet wird,
der allmählichen Entwicklung der jetzt wahrhaft
menschlichen Art folgen. In der
plötzlich gehemmten Entwicklung gewisser Unterrassen
und in ihrer
erzwungenen und gewaltsamen Ablenkung in die rein
tierische Linie durch
künstliche Kreuzung, fürwahr gleichartig der
Hybridenbildung, welche wir jetzt im
Pflanzen- und Tierreiche nutzbar zu machen gelernt
haben, haben wir den Ursprung der menschenähnlichen Affen zu suchen.
In diesen rothaarigen und haarbedeckten Ungetümen, der
Frucht der
unnatürlichen Verbindung zwischen Menschen und Tieren,
inkarnierten sich die
„Herren der Weisheit“, wie wir sehen, nicht. So
entsprang durch eine lange Reihe
von Umwandlungen, die unnatürlicher Kreuzung -
unnatürlicher „geschlechtlicher
Auswahl“ - folgten, im entsprechenden Verlauf der Zeit
die niedrigsten Abarten
der Menschheit; während weitere Bestialität, und die
Frucht ihrer ersten
tierischen Fortpflanzungsanstrengungen eine Art
erzeugte, welche sich Zeitalter
später zu den Affensäugetieren entwickelten. [23]
Was die Trennung der Geschlechter anbelangt, so
geschah sie nicht plötzlich,
wie man glauben könnte. Die Natur schreitet in allem, was
sie that, langsam vorwärts.
[20] Die gegenwärtigen gelben Rassen sind jedoch die
Abkömmlinge der
frühen Zweige der Vierten Rasse. Die einzigen reinen
und unmittelbaren
Abkömmlinge der Dritten sind, wie oben gesagt, ein
Teil der gesunkenen und
entarteten Australier, deren weit entfernte Vorfahren
einer der
siebenten Unterrase der Dritten angehörten. Der Rest
ist von gemischt lemuro-http://
212.41209IX
atlantischer Abstammung. Sie haben sich seit damals an
Gestalt und intellektuellen Fähigkeiten gänzlich geändert. [21] Die Sprache ist sicher
gleichartig mit der Vernunft, und konnte sich niemals entwickelt haben, bevor
die Menschen eins wurden mit den beseelenden Prinzipien in ihnen - mit jenen,
welche das im ursprünglichen Menschen schlummernde mânasische Element
befruchteten und zum Leben erweckten. Denn, wie Professor Max Müller uns in
seiner Wissenschaft des Gedankens sagt: „Gedanke und Sprache sind
identisch.“ Dem jedoch die Überlegung hinzuzufügen, daß Gedanken, welche für
Worte zu tief sind, überhaupt nicht wirklich existieren, ist
ziemlich gewagt, denn ein den Astraltafeln eingedrückter Gedanke existiert in
Ewigkeit, ob er nun ausgedrückt wurde oder nicht. Logos ist sowohl
Vernunft als auch Sprache.
Aber die Sprache, die in Cyklen fortschreitet, ist
nicht immer geeignet, geistige
Gedanken auszudrücken. Obendrein ist in einem Sinne
der griechische Logos
gleichwertig mit der Sanskrit
Vâch, „dem unsterblichen (intellektuellen)
Strahlen des Geistes.“ Und
die Thatsache, daß Vâch (als Devasenâ, ein
Aspekt von Sarasvâti, der Göttin der verborgenen Weisheit)
die Gattin des
ewig ehelosen Kumâra ist,
enthüllt eine bedeutungsvolle,. wenn auch
verhüllte Bezugnahme auf die
Kumâras, auf jene, „welche sich weigerten zu
schaffen,“ welche aber späterhin gezwungen waren, den göttlichen
Menschen
vollständig zu machen, indem sie sich in ihm
inkarnierten. All dies wird in den
folgenden en ausführlich erklärt werden.
[22] Ptolemäus, der in seiner neunten Tafel von den
Kaboliten oder
Kabulmännern spricht, nennt sie [korrekter Abdruck
siehe Buch], Aristophyli,
die aristorkatischen oder edlen Stämme. Die Afghanen
nennen sich selbst
Ben-Issrael, Kinder von Is(sa)real, von Issa, „Weib
und auch Erde“, Söhne der
Mutter Erde. Aber wenn ihr einen Afghanen Yahoudi
(Jude) nennt, so wird er
euch töten. Die Namen der angeblichen zwölf Stämme der
Juden und die
41209IX
Namen der wirklichen zwölf Stämme der Afghanen sind
dieselben. Da die Afghanen viel älter sind (zum mindesten ihr arabischer
Stamm), als die Isrealiten, so darf niemand erstaunt sein, solche Stammesnamen
unter ihnen zu finden, wie Youssoufzic, Söhne des Josef, in Punjcaure und
Boonere;
Zablistani (Zebulon); Ben-manasseh, Söhne des
Manasseh, unter den Khojar Tartaren; Isaguri, oder Issachar, jetzt Ashnagor in
Afghanistan u. s. w.
Die ganzen zwölf Namen der
sogenannten zwölf Stämme sind Namen der
Tierkreiszeichen, wie jetzt
gut bewiesen ist. Auf jeden Fall geben die Namen
der ältesten arabischen
Stämme zurückübersetzt die Namen der
Tierkeiszeiche4n und gleicherweise
der mythischen Söhne des Jakob. Wo
sind die Spuren der jüdischen
zwölf Stämme? Nirgends. Aber es giebt eine
Spur und zwar eine tiefe, daß
die Juden versucht haben, die Leute mit Hilfe
dieser Namen zu täuschen.
Denn siehe, was Zeitalter, nachdem die zehn
Stämme gänzlich von Babylon verschwunden waren, geschieht.
Ptolemäus
Philadelphus verlangte, das
hebräische Gesetz für sich ins Griechische
übersetzt zu besitzen (die
berühmte Septuaginta), und schrieb an den
Hohepriester Eleazar, er möge
ihm sechs Männer aus einem jeden der zwölf
Stämme schicken; und die
zweiundsiebzig Repräsentanten (von denen
sechzig augenscheinlich Gespenster waren), kamen zum
Könige von Ägypten
und übersetzen das Gesetz inmitten von Zeichen und
Wundern. Siehe Butler ´s Horae Biblicae, Josephus, und Philo Judaeus.
[23] Der
erklärt, daß die Affen die einzige Art unter den Tieren ist,
welche allmählich, und mit jeder Generation und Abart
mehr und mehr zu dem
ursprünglichen Typus ihres männlichen Vorfahren - des
dunklen riesigen Lemuriers und Atlantiers - zurückzukehren strebt.
41209 IX
37. DIE EINEN [24] WURDEN ZWEI; DSGLEICHEN ALLE DIE
LEBENDEN UND
KRIECHENDEN DINGE, WELCHE NOCH EINS WARE,
RIESENFISCHE,
Dies bezieht sich offenbar auf das sogenannte
Zeitalter der amphibischen
Reptilien, während welches, wie die Wissenschaft
behauptet, der Mensch nicht
existierte! Aber was konnten die Alten von
vorsintflutlichen vorgeschichtlichen
Tieren und Ungeheuern wissen? Nichtsdestoweniger
findet sich in Buch der
e eine Stelle, welche, frei übersetzt, sagt:
Als die
Dritte sich trennte und durch die Erzeugung von Menschen-Tieren in
Sünde fiel,
wurden diese (die Tiere) wild, und die Menschen und sie für einander
verderblich.
Bis dahin gab es keine Sünde, kein Leben ward genommen. Hierauf
(nach der
Trennung) war das Satya (Yuga) zu Ende. Der ewige Frühling wurde
zum
beständigen Wechsel, und Jahreszeiten folgten. Die Kälte zwang die
Menschen,
Wohnungen zu bauen und Kleidung zu erfinden. Dann wendete sich
der Mensch an
die oberen Väter (die höheren Götter oder Engel). Die
Nirmânakâyas
der Nâgas, die weisen Schlangen und Drachen des Lichtes
kamen, und
die Vorläufer der Erleuchteten (Buddhas). Göttliche Könige stiegen
herab und
lehrten die Menschen Wissenschaften und Künste, denn der Mensch
konnte nicht
mehr in dem ersten Lande (Âdi-Varsha, dem Eden der ersten Rasse) leben, welches
sich in einen weißen gefrorenen Leichnam verwandelt hatte.
Das Obige ist bedeutsam. Wir wollen sehen, was aus
dieser kurzen Behauptung
gefolgert werden kann. Einige mögen geneigt sein, zu
denken, daß mehr darinnen liegt, als was auf den ersten Anblick sichtbar
ist. [24] Androgynen.
41211IX
Woher die Idee, und die wahre Bedeutung des Ausdrucks
„Eden“? Christen
werden behaupten, daß der Garten Eden das heilige
Paradies ist, der durch die
Sünde von
Adam und Eva entweihte Platz; der Occultist wird diese buchstäbliche
Erklärung bestreiten und das Gegenteil zeigen. Man
braucht nicht an die Bibel zu
glauben und in ihr eine göttliche Offenbarung zu
sehen, um zu sagen, daß dieses
alte Buch, wenn esoterisch gelesen, auf denselben
universalen Überlieferungen
beruht, wie die anderen alten Schriften. Was Eden war,
ist teilweise in der entschleierten Isis gezeigt, wo es heißt:
Der Garten Eden ist als eine Örtlichkeit durchaus kein
Mythos; er gehört jenen
Landmarken der Geschichte an, welche gelegentlich dem
Schüler offenbaren,
daß die Bibel nicht durchaus
bloße Allegorie ist. „Eden, oder die hebräische
[korrekter Abdruck siehe
Buch], Gan-Eden, was den Park oder
den Garten
von Eden bedeutet, ist ein
archaischer Name für das vom Euphrat und seinen
zahlreichen Zweigen bewässerte Land, von Asien und
Armenien bis zum roten
Meer.“ [25] Im chaldäischen Buch der Zahlen ist
sein Ort in Zahlen bezeichnet,
und in dem chiffrierten Rosenkreuzerischen
Manuskripten, das vom Grafen St.
Germain hinterlassen wurde,
ist es vollständig beschrieben. Auf den
assyrischen Tafeln ist
es als Gan-duniyas wiedergegeben. „Siehe“, sagen die
[korrekter Abdruck siehe
Buch], Elohim, der Genesis,
„der Mensch ist
geworden als unser einer.“ Die Elohim können in einem
Sinne als Götter oder
Kräfte genommen werden, und im anderen als Aleim, oder
Priester - die in das
Gut und Böse dieser Welt initiierten Hierophanten;
denn es gab ein
Priesterkollegium mit Namen Aleim, während das Haupt
ihrer Kaste, oder
Führer der Hierophanten, als Java-Aleim bekannt war.
Anstatt ein Neophyt zu
werden, und allmählich sein esoterisches Wissen durch
eine regelrechte
Initiation zu erlangen, gebraucht ein Adam oder Mensch
seine intuitiven
Fähigkeiten und angetrieben von der Schlange - dem Weibe
und der Materie -
kostet er von dem Baume der
Erkenntnis, der esoterischen oder geheimen
Lehre, auf unrechtmäßige
Weise. Die Priester des Herkules oder Mel-karth,
des „Herrn“ von Eden, trugen
alle „Röcke von Fellen“. Der Text sagt: „Und
Java-Aleim machten Adam und
seinem Weibe [korrekter Abdruck siehe
Buch],
Chitonuth-our.“ Das erste hebräische Wort, Chiton, ist der griechische
[korrekter Abdruck siehe Buch] (Chitôn). Es wurde ein slavisches Wort durch
Herübernahme aus der Bibel, und bedeutet einen Rock,
ein Obergewand.
Obwohl die hebräische Schrift dieselbe Grundlage
esoterischer Wahrheit
41212IX
enthält, wie jede frühe
Kosmogonie, so trägt sie doch auf ihrer Stirne die
Zeichen eines doppelten
Ursprungs. Ihre Genesis ist einfach eine Erinnerung
an die babylonische
Gefangenschaft. Die Namen der Orte, Menschen, und
selbst Gegenstände, können
vom Urtext auf die Chaldäer und Akkadier, die
Vorfahren und ârischen
Unterweiser der ersteren, zurückgeführt werden. Es
wird heftig bestritten, daß die akkadischen Stämme von
Chaldaea, Babylonien
und Assyrien irgendwie mit den Brâhmanen von Hindûstan
verwandt waren; aber es giebt mehr Beweise zu Gunsten dieser Ansicht als für
das Gegenteil.
Die Semiten oder Assyrer hätten vielleicht die
Turanier genannt werden sollen,
und die Mongolen wurden als
Skythen bezeichnet. Aber wenn die Akkadier
jemals anders als in der
Einbildung einiger Philologen und Ethnologen
existierten, würden sie gewiß
niemals ein turanischer Stamm gewesen sein,
wie einige Assyriologen uns
glauben zu machen sich bemühten. Sie waren
einfach Auswanderer auf ihrem Wege nach Kleinasien,
von Indien, der Wiege
der Menschheit, und ihre priesterlichen Adepten
verweilten, ein barbarisches Volk zu civilisieren und initiieren. Halévy bewies
die Irrtümlichkeit der turanischen Manie in Bezug auf das akkadische Volk, und
andere Gelehrte haben bewiesen, daß die babylonische Civilisation in jenem
Lande weder geboren noch entwickelt ward. Sie war von Indien eingeführt, und
die Einführer waren brâhmanische Hindûs. [26]
[25] Dr. A. Wilder; welcher sagt, daß Gan-duniyas ein
Name von Babylonien
ist.
[26] Bd. I. pp. 575, 576.
41212IX
Und jetzt, zehn Jahre, nachdem dies geschrieben wurde,
finden wir uns selbst
durch Professor Sayce bestätigt, welcher in seiner
ersten Hibbert-Vorlesung
sagt, daß die Kultur der babylonischen Stadt Eridu von
„fremder Einfuhr“ war. Sie
kam von Indien.
Vieles in der Theologie hatten die Semiten von den
nichtsemitischen
Akkadiern oder Protochaldäern entlehnt, die sie
verdrängten, und deren lokale
Kulte auszutilgen sie wieder den willen noch die Kraft
hatten. In der That lebten durch eine lange Reihe von Menschenaltern die beiden
Rassen, die Semiten und die Akkadier, Seite an Seite, und ihre Vorstellungen
und Verehrung der Götter mischten sich unmerklich ineinander.
Hier werden die Akkadier „nichtsemitisch“ genannt, wie
wir von ihnen in Isis
entschleiert mit
Nachdruck behauptet haben, was eine weitere Bestätigung ist.
Auch sind wir nicht weniger im Recht, wenn wir immer
behaupten, daß die
jüdische biblische Geschichte eine Sammlung geschichtlicher
Thatsachen war,
die aus andere Leute Geschichten heraus in jüdischem
Gewande bearbeitet wurden – mit Ausnahme der Genesis, welche reine und
einfache Esoterik ist.
Aber die Wissenschaft hat wirklich zwischen dem
Euxinus und Kashmir und
darüber hinaus nach der Wiege – oder vielmehr nach
einer der Hauptwiegen –
der Menschheit und der Söhne von Ad-ah zu suchen;
insbesondere in späteren
Zeiten, als der Garten Ed-en am Euphrat das Kollegium
der Astrologen und Magier, der Aleim wurde.
Aber dieses Kollegium und dieses Eden gehören der
fünften Rasse an, und sind
einfach eine schwache Rückerinnerung an das Âdi-Varsha
der ursprünglichen
dritten Rasse. Was ist die etymologische Bedeutung des
Wortes Eden? Im
Griechischen ist es [korrekter Abdruck siehe Buch],
und bedeutet „Wollust“. In
diesem Aspekt ist es nicht besser als der Olymp der
Griechen, Indras Himmel,
Svarga am Berg Meru, und selbst als das Paradies voll
Houris, welches von
Mahomet den Gläubigen versprochen ist. Der Garten Eden
war niemals das
Eigentum der Juden, denn China, das kaum in Verdacht
kommen kann, irgend
etwas von den Juden 2000 v. Chr. Gewußt zu haben,
hatten einen solchen
ursprünglichen Garten in Centralasien, der von den
„Drachen der Weisheit“, den
Initiierten bewohnt war. Und nach Klaproth versetzt
die hieroglyphische Karte, die
aus einer japanischen Encyklopädie in dem Buche [korrekter
Abdruck siehe
Buch] [27]
kopiert ist, ihren „Garten der Weisheit“ in das Hochland des Pamir
zwischen die höchsten Spitzen der Himâlayaketten;
beschreibt ihn als den
höchsten Punkt von Centralasien und läßt die vier
Ströme – Oxus, Indus,
41213IX
Ganges und Silo – aus einer gemeinsamen Quelle
fließen, dem „See der Drachen“.
Aber dies ist nicht das Eden der Genesis; noch
ist es der kabbalistische Garten
Eden. Denn der erstere – Eden Illa-ah – bedeutet in
einem Sinne Weisheit, einen
Zustand gleich dem vom Nirvâna, ein Paradies der
Wonne; während es sich in
einem anderen Sinne auf den intellektuellen Menschen
selbst bezieht, welcher
das Eden erhält, in welchem der Baum der Erkenntnis
des Guten und des Bösen
wächst; der Mensch ist der Kenner desselben.
Renan und Barthélemy St. Hilaire, die sich „auf die
gründlichsten Induktionen“
stützen, halten es für unmöglich, irgend länger zu
zweifeln, und versetzen beide
die Wiege der Menschheit „in die Gegen des Timaus“.
Endlich schließt das Journal Asiatique: [28]
Alle Überlieferungen von dem
seine Urfamilien in der Gegen seines
Geburtsortes versammelnden
Menschengeschlecht zeigen uns diese um die
Länder herumgelagert, wohin
die jüdische Überlieferung den Garten Eden
versetzt; wohin die Ârier (Zoroastrier) ihren Airyana
Vaêjô oder den Meru (?)
verlegten. Sie sind im Norden von den Ländern umgeben,
welche an den
Aralsee stoßen, und im Süden von Baltistan oder
Kleintibet. Alles trägt dazu
bei, zu beweisen, daß dort die Wohnung jener
ursprünglichen Menschheit war,
auf die wir zurückgeführt werden müssen.
Jene „ursprüngliche Menschheit“ war in ihrer fünften
Rasse, als der „viermäulige
Drache“, der See, von dem jetzt nur sehr wenige Spuren
übrig sind, der
Aufenthaltsort der „Söhne der Weisheit“ war, der
ersten aus der Seele geborenen
Söhne der dritten Rasse. Doch war er weder die
einzige, noch die ursprüngliche
Wiege der Menschheit, obwohl er wahrhaftig das Abbild
der Wiege des ersten
denkenden göttlichen Menschen war. Er war der
Paradesha, das Hochland des
ersten Sanskritsprechenden Volkes, die Hedone, das
Land der Wonne der
Griechen, aber er war nicht die „Wohnung der Wollust“
der Chaldäer, denn die
letztere war nur die Rückerinnerung daran; auch war es
hinwiederum nicht dort,
wo der „Fall des Menschen“ nach der „Trennung“
erfolgte. Das Eden der Juden
war kopiert nach der
chaldäischen Kopie.
Daß der Fall des Menschen in
die Zeugung während des frühesten Teiles der
von der Wissenschaft
sogenannten Mesozoischen Zeiten, oder der
Reptilienperiode stattfand, geht aus der biblischen
Ausdrucksweise in betreff der
41213IX
Schlange hervor, deren Natur im Zohar erklärt
wird. Die Frage dreht sich nicht
darum, ob Evas Erlebnis mit dem verführerischen Reptil
allegorisch oder wörtlich
zu nehmen ist, denn niemand kann zweifeln, daß
ersteres der Fall ist, sondern zu
zeigen, daß ihm das hohe Alter der Symbolik auf die
Stirne geschrieben ist, und
daß sie keine jüdische , sondern eine universale Idee
war.
[27] [korrekter Abdruck siehe Buch], ou Relations des
Royaumes Buddhiques;
par Chy Fa-hian; übersetzt von Abel Remusat.
[28] Siebentes Jahr, 1855.
41213 IX
Nun finden wir im Zohar eine sehr seltsame
Behauptung, eine solche, die dazu
angethan ist, den Leser durch ihre lächerliche
Unsinnigkeit zu fröhlichem Lachen
zu reizen. Er sagt uns, daß die Schlange, welche von
Shamael, dem angeblichen
Satan, zur Verführung der Eva benützt wurde, eine Art
von „fliegendem Kamel“ -
[korrekter Abdruck siehe Buch] – war. [29]
Ein „fliegendes Kamel“ ist in der That auch für das
freisinnigste Mitglied der
Royal Society zu viel. Nichtsdestoweniger war der Zohar,
von dem man
schwerlich den Gebrauch einer Cuvierschen
Ausdrucksweise erwarten kann, mit
seiner Beschreibung im Rechte; denn wir finden, daß es
in der alten
Zoroastrischen Handschrift Aschmogh genannt wird, der
nach der Darstellung
der Avesta nach dem Falle seine Natur und
seinen Namen verloren hat, und als
eine ungeheure Schlange mit einem Kamelhals
beschrieben wird.
Salverte versichert:
Er giebt keine geflügelten Schlangen und keine
wirklichen Drachen . . . . Heuschrecken
werden noch jetzt von den Griechen geflügelte Schlangen genannt, und dieses
Bild mag verschiedene Erzählungen vom Dasein geflügelter Schlangen verursacht
haben. [30]
Jetzt giebt
es keine: aber es ist kein Grund, warum sie nicht während des mesozoischen
Zeitalters existiert haben sollten; und Cuvier, der ihre Skelette rekonstruiert
hat, ist ein Zeuge für „fliegende Kamele“. Schon nach der Auffindung einfacher
Versteinerungen gewisser Saurier hat der große Naturforscher geschrieben:
Wenn irgend etwas die Hydren und andere Ungeheuer,
deren Bilde von
mittelalterlichen Geschichtsschreibern so oft
wiederholt wurden, rechtfertigen
kann, so ist das unstreitig der Plesiosaurus. [31]
Wir wissen nicht, ob Cuvier irgend etwas von der Art
einer weiteren mea culpa
hinzugefügt hat, aber wir können uns seine Verwirrung
wegen aller seiner
Verlästerungen der archaischen Wahrhaftigkeit wohl
vorstellen, als er sich selbst
einem fliegenden Saurier gegenüber fand, dem in
Deutschland gefundenen,
achtundsiebzig Fuß langen Pterodactylus, der kräftige
Flügel an seinem
Reptilkörper angefügt trug. Diese Versteinerung wird
als ein Reptil beschrieben,
bei dem die kleinen Finger der Hand derart
verlängert sind, daß sie einen langen
membranartigen Flügel tragen. Hier ist also das
„fliegende Kamel“ des Zohar
41215IX
gerechtfertigt. Denn sicherlich ist zwischen dem
langen Hals des Plesiosaurus
und dem membranartigen Flügel des Pterodactylus, oder
noch besser des
Mosasaurus genug wissenschaftliche Wahrscheinlichkeit,
um darauf ein
„fliegendes Kamel“ oder einen langhalsigen Drachen
aufzubauen. Prof. Cope,
von Philadelphia, hat gezeigt, daß das
Mosasaurusfossil in der Kreide eine
geflügelte Schlange dieser Art war. Seine Wirbelsäule
weist Züge auf, welche
mehr auf eine Zugehörigkeit zu den Schlangen als zu
den Eidechsen hinweisen.
Und nun zur Hauptfrage. Es
ist wohlbekannt, daß das Altertum niemals
Paläontographie und Paläontologie
unter seine Künste und Wissenschaften
gerechnet hat; und es hatte
niemals seine Cuviers. Und doch hat auf den
babylonische Ziegeln, und insbesondere in alten
chinesischen und japanischen
Zeichnungen, in den ältesten Pagoden und Monumenten,
und in der kaiserlichen
Bibliothek zu Peking, so mancher Reisender vollkommene
Darstellungen der
Plesiosauren und Pterodaktylen in den vielförmigen
chinesischen Drachen
gesehen und wiedererkannt. [32] Ferner sprechen die
Propheten in der Bibel von
den fliegenden feurigen Schlangen, [33] und Hiob
erwähnt den Leviathan. [34]
Nun werden die folgenden
Fragen ganz gerade heraus gestellt.
I. Wie konnten die alten
Nationen irgend etwas von den ausgestorbenen
Ungeheuern des Karbon und der
mesozoischen Zeit wissen, und dieselben
sogar mündlich und bildlich darstellen und
beschreiben, wenn sie nicht entweder
diese
Ungeheuer selber gesehen oder Beschreibungen von ihnen in ihren
Überlieferungen besessen haben; welche Beschreibungen
lebende und intelligente Augenzeugen notwendig machen?
II. Und wenn solche Augenzeugen einmal zugestanden
sind (wenn nicht
rückblickendes Hellsehen zugestanden wird), wie können
dann die Menschheit
und die ersten palölithischen Menschen nicht früher
gewesen sein als ungefähr
zur Mitte der Tertiärzeit? Wir müssen uns vor Augen
halten, daß die meisten
Männer der Wissenschaft den Menschen nicht vor der
Quaternärzeit erschienen
sein lassen, und ihn so gänzlich aus den känozoischen
Zeiten ausschließen?
Hier haben wir ausgestorbene Tierarten, welche vor
Millionen von Jahren vom
Antlitz der Erde verschwunden sind, von Nationen
beschrieben und gekannt,
deren Civilisation, wie es heißt, vor kaum ein paar
Jahrtausenden begonnen
haben kann. Wie ist es möglich? Offenbar muß man
entweder ein Übergreifen
der mesozoischen Zeit in die Quaternärzeit annehmen,
oder der Mensch muß zum Zeitgenossen des Pterodaktylus und Plesiosaurus gemacht
werden.
41215IX
[29] De Mirville´s Des Esprit, II. 423. Siehe
auch Moses Maimonides, More Nevochim.
[30] Sciences Occultes, p. 464.
[31] Révolution du Globe,
Bd. V, p. 247.
[32] Wir lesen in De
Mirvilles „Mémoire à L´Académie“ (II. 431) von dem
„naiven Erstaunen des Geoffrey St. Hilaire, als Herr
de Paravey ihm in einigen
alten chinesischen Werken und babylonischen Ziegeln Drachen
zeigte, . . . .
Ornithohynchusse und Saurier (Wassertiere, die sich
nur in Australien finden),
u. s. w., ausgestorbene Tiere, „von denen er geglaubt
hatte, daß sie auf Erden unbekannt seien . . . bis zu seiner eigenen Zeit.“
[33] Siehe Jesaja, XXX. 6: „Die Otter und die fliegende Schlange“, und
die feurigen Schlangen,. die von der ehernen Schlange des Moses besiegt wurden.
[34] Die uns bekannten, von
der Wissenschaft rekonstruierten Fossilien
sollten eine genügende Gewähr
für die Möglichkeit sogar eines Leviathan,
nicht zu erwähnen Jesajas
fliegende Schlangen oder Saraph Mehophep -
Worte, die in allen hebräischen Wörterbüchern
übersetzt werden als „Saraph“,
entflammtes oder feuriges Gift, und „Mehophep“,
fliegend. Aber, obwohl die
christliche Theologie immer sowohl Leviathan wie
Saraph Mehophep mit dem
Teufel in Verbindung gebracht
hat, sind die Ausdrücke bildlich und haben
nichts mit dem „Bösen“ zu
thun. Nichtsdestoweniger ist das Wort „Drache“
jetzt ein Synonym für den
letzteren geworden. In der Bretagne bedeutet das
Wort Drouk jetzt „Teufel“, woher, wie uns Cambry (Monuments
Celtiques, p.
299) sagt, des Teufels Grabmahl in England, das
Droghedanum Sepulerum.
41215IX
Im Langeudoc werden die Meteorfeuer und die Irrlichter
Drac genannt, und in
der Bretagne Dreag und Wraie oder Geistererscheinung
(wraith); das Schloß
von Drogheda in Irland bedeutet „des Teufels Schluß“.
(De Mirville, ebenda, II.
423).
41215 IX
Daraus, daß die Occultisten an alte Weisheit und
Wissenschaft glauben und sie
verteidigen, selbst wenn geflügelte Saurier in den
Übersetzungen des Zohar
„fliegende Kamele“ genannt werden, folgt noch nicht,
daß wir ebenso bereitwillig
an alle Geschichten glauben, welche das Mittelalter
uns von solchen Drachen
erzählt. Die Pterodaktylen und Plesiosauren hörten mit
der großen Menge der
dritten Rasse auf, zu existieren. Wenn wir daher von
römisch-katholischen
Schriftstellern ernsthaft aufgefordert werden, an
Christoph Scherers und Pater
Kirchers Ammenmärchen zu glauben, daß sie beziehungsweise
in 1619 und
1669 mit ihren eigenen Augen lebendige feurige und
fliegende Drachen gesehen
haben, so möge uns gestattet sein, ihre Behauptung als
Träume oder Geflunker
zu betrachten. [35] Auch werden wir nicht anders denn
als eine „poetische
Freiheit“ die Geschichte betrachten, die von Petrarca
erzählt wird, der, während
er eines Tages seiner Laura in die Wälder folgte und
nahe einer Höhle
vorbeiging, einen Drachen gefunden haben soll, den er
sofort mit seinem Dolch
durchbohrte und tötete, wodurch er das Ungeheuer
verhinderte, die Dame seines
Herzen zu verschlingen. [36] Wir würden die Geschichte
willig glauben, wenn
Petrarca in den Tagen der Atlantis gelebt hätte, wo
solche vorsintflutliche
Ungetüme noch existiert haben mögen. Wir leugnen ihr Vorhandensein
in
unserer gegenwärtigen Epoche. Die Seeschlange ist ein
Ding, der Drache ist ein
ganz anderes. Die erste wird von der Mehrheit
geleugnet, weil sie gerade in den
Tiefen des Ozeans lebt, sehr selten ist, und sich zur
Oberfläche nur dann erhebt,
wenn sie, vielleicht durch Hunger, angetrieben ist. So
sich unsichtbar haltend,
kann sie existieren und doch geleugnet sein. Wenn es
aber ein solches ding
gebe, wie einen Drachen von der obigen Beschreibung,
wie könnte er der
Entdeckung immer entgangen sein? Er ist ein mit der
frühesten fünften Rasse
gleichzeitiges Geschöpf, und
existiert nicht mehr.
Der Leser kann fragen, warum
wir überhaupt von Drachen sprechen? Wir
antworten: Erstens, weil die
Kenntnis solcher Tiere ein Beweis für das
außerordentliche Alter des
Menschengeschlechts ist; und zweitens, um den
Unterschied zwischen der
wirklichen zoologischen Bedeutung der Worte
„Drache“, „Nâga“, und „Schlange“, und der
metaphorischen Bedeutung, wenn sie
symbolisch gebraucht werden, zu zeigen. Der profane Leser,
der von der
Mysteriensprache nichts weiß, ist geneigt, so oft er
eines dieser Worte erwähnt
findet, dasselbe buchstäblich zu nehmen. Daher die
Verwechslungen und
ungerechten Anklagen. Ein paar Beispiele werden
genügen. „Sed et Serpens?“
Ja: aber was war die Natur der Schlange? Die Mystiker
sehen in der Schlange
der Genesis intuitiv ein tierisches Emblem und
eine hohe geistige Wesenheit:
eine kosmische Kraft, superintelligent, ein „großes
gefallenes Licht“, einen Geist,
41217IX
siderisch, luftig und irdisch zur selben Zeit, „dessen
Einfluß die Erdkugel
umwandelt“ (qui circumambulat terram), wie De
Mirville, [37] ein christlicher
Eiferer des toten Buchstaben, es hat, und welcher bloß
„sich unter dem
physischen Emblem offenbarte, welches am besten mit
seinen moralischen und
intellektuellen Windungen übereinstimmte“ – d.
i. unter der Schlangenform.
Aber was werden die Christen aus der ehernen Schlange
machen, dem
„göttlichen Heiler“, wenn die Schlange als das
Sinnbild der List und des Übels
betrachtet werden muß; als der „Böse“ selbst? Wie kann
die Grenzlinie jemals
übereinstimmend festgesetzt werden, wenn sie
willkürlich in einem
sektiererischen theologischen Geist gezogen wird?
Denn, wenn den Anhängern
der römischen Kirche gelehrt wird, daß Merkur und
Aeskulap, oder Asklepios,
welche in Wahrheit eins sind, „Teufel und Söhne von
Teufeln“ sind, und der Stab
und die Schlange des letzteren der „Stab des Teufels“;
was ist es mit der
ehernen Schlange des Moses? Jeder Gelehrte weiß, daß
beide, der heidnische
„Stab“ und die jüdische „Schlange“ eins und dasselbe
sind, nämlich der
Caducäus des Merkur, des Sohnes von Apollo-Python. Es
ist leicht zu verstehen,
warum die Juden für ihren Verführer die
Schlangengestalt wählten. Für sie war
sie rein physiologisch und phallisch;
und keine Menge kasuistischer Schlüsse
von Seite der römisch-katholischen Kirche kann ihr
eine andere Bedeutung
geben, sobald die Mysteriensprache gut studiert ist,
und die hebräischen Rollen
numerisch gelesen werden. Die Occultisten wissen, daß
die Schlange, der Nâga,
und der Drache ein jedes eine siebenfältige Bedeutung
haben; daß die Sonne z.
B. das astronomische und kosmische Sinnbild der zwei
entgegengesetzten
Lichter und der zwei Schlangen der Gnostiker war, der
guten und der bösen. Sie
wissen auch, daß die Schlußfolgerungen, sowohl der
Wissenschaft wie auch der
Theologie, beide höchst lächerliche Embleme
darstellen, wenn sie
verallgemeinert werden. Denn, wenn uns die erstere sagt, daß es genügend ist,
die Legenden von den Schlange über die Sonne, den
Besieger des Python, und
über die himmlische Jungfrau des Zodiaks, welche den
verschlingenden Drachen
zurückzwingt, nachzudenken,
wenn man den Schlüssel zu allen folgenden
religiösen Dogmen haben will
- so ist es leicht wahrzunehmen, daß der
Verfasser, anstatt zu
verallgemeinern, nur die christliche Religion und
Offenbarung im Auge hat. Wir nennen dies das eine Extrem. Wir
sehen das
andere, wenn die Theologie in Wiederholung der
berühmten Entscheidungen des
Tridentinischen Konzils die Massen zu überzeugen
sucht, daß:
vom Falle des Menschen an bis zur Stunde seiner Taufe
der Teufel volle
Gewalt über ihn hat, und ihn rechtmäßig besitzt
- diabolum dominium et
41217IX
potestatem super homines
habere et jure eos possidere. [38]
[35] Die ultramontanen
Schriftsteller nehmen die ganze Reihe von
Drachengeschichten, die Pater
Kircher in seinem Oedipus Aegyptiacus, „De
Genesi Draconum“ erzählt,
vollständig ernst. Jener Jesuit sah nach seiner
eigenen Erzählung selbst einen
Drachen, der 1669 von einem römischen
Bauern getötet wurde, da der
Direktor des Museo Barberini ihm denselben
sandte, damit er eine Zeichnung des Tieres anfertigte,
was Pater Kircher that,
und sie in einem seiner Folianten veröffentlichte.
Darauf erhielt er einen Brief
on Christoph Scherer, Präfekten vom Kanton Solothurn
in der Schweiz, worin
dieser Würdenträger bestätigt, daß er selber, mit
seinen eigenen Augen, in
einer schönen Sommernacht des Jahres 1619 einen
lebenden Drachen
gesehen habe. Auf seinem Balkone geblieben, „um die
vollkommene Reinheit
des Firmamentes zu
betrachten“, schreibt er, „sah ich einen feurigen
glänzenden Drachen aus einer
der Höhlen des Pilatus aufsteigen und sich
rasch gegen Fluelen am
anderen Ende des Sees hinbewegen. Ungeheuer an
Größe, war sein Schweif noch länger, und sein Hals
sausgestreckt. Sein Kopf
und Rachen waren jene einer
Schlange. Beim Fliegen ward er auf seinem
Wege zahlreiche Funken aus
(?!) . . . . Ich glaubte zuerst, ein Meteor zu
sehen, aber bald, da ich aufmerksamer
hinblickte, war ich durch sein Fliegen
und durch seine Körperbildung
überzeugt, daß ich einen wirklichen Drachen
sah. Ich bin glücklich, auf
diese Art im stande zu sein, Euer Hochwürden
aufzuklären über die vollkommen
thatsächliche Existenz jener Tiere“ - in
Träumen, hätte der Schreiber hinzufügen sollen von
lang vergangenen Zeiten.
(Ebenda, p.
424.)
[36] Als auf einen überzeugenden Beweis von der
Wirklichkeit der Thatsache
verweist ein römischer Katholik den Leser auf das Bild
des Ereignisses, das
von Simon von Sienna, einem Freude des Dichters, am
Portale der Kirche
41217IX
Notre Dame du Don zu Avignon
gemalt ist, ungeachtet des Verbotes des
obersten Bischofes, welcher
„nicht erlauben wollte, daß dieser Triumph der
Liebe an dem heiligen Orte thronen
solle“; und fügt hinzu: „Die Zeit hat das
Kunstwerk beschädigt, aber die Überlieferung nicht
geschwächt.“ (Ebenda, p.
425.) De Mirvilles „Drachenteufel“ unserer Zeit
scheinen kein Glück zu haben,
denn sie verschwinden höchst geheimnisvoll aus den Museen,
wo sie gewesen sein sollen. So der von Ulysses Alovrandus einbalsamierte und
dem Senatsmuseum zu Neapel oder Bologna geschenkte Drache, „wo er noch im Jahre
1700 war“, aber jetzt nicht mehr dort ist. (Ebenda, p. 427.) [37] a. a.
O., II. 422.
[38] Ebenda, p. 433.
41217 IX
Darauf antwortet die occulte
Philosophie: Beweise zuerst die Existenz des
Teufels als einer Wesenheit,
und dann können wir an einen solchen
angeborenen Besitz glauben.
Ein sehr geringer Betrag von Beobachtung und
Kenntnis der menschlichen Natur mögen hinreichend
sein, die Falschheit dieses
theologischen Dogmas zu beweisen. Hätte Satan
irgendwelche Wirklichkeit in
der objektiven oder selbst subjektiven Welt (im
kirchlichen Sinne), so wäre es der
arme Teufel, der sich selbst dauernd geplagt und sogar
besessen sähe von den
Schlechten - somit von der großen Masse der
Menschheit. Es ist die Menschheit
selbst, und insbesondere der Klerus, angeführt von der
hochmütigen,
gewissenlosen und unduldsamen römischen Kirche, welche
den Bösen erzeugt,
geboren und liebevoll aufgezogen haben. Aber dies ist
eine Abschweifung. Der ganzen
Gedankenwelt wird von der Kirche vorgeworfen, die Schlange angebetet zu haben.
Die ganze Menschheit spendete ihr Weihrauch oder
steinigte sie. Die Zends
sprechen von ihr ebenso wie die Kings und die Veden,
sowie die Edda . . . und
die Bibel . . . . Überall hat die heilige
Schlange (der Nâga) ihren Schrein und
ihren Priester; in Rom ist es die Vestalin, die . . .
ihr die Mahlzeit mit derselben
Sorgfalt bereitet, die sie dem heiligen Feuer erweist.
In Griechenland kann Aeskulap ohne ihren Beistand nicht heilen und überträgt
auf sie seine Kräfte.
Jeder hat gehört von der
berühmten römischen Gesandtschaft, die vom
Senate an den Gott Medicin
abgesendet wurde, und von ihrer Rückkehr mit
der nicht weniger berühmten
Schlange, welche sich freiwillig und von selbst
nach dem Tempel ihres Meisters auf einer der Inseln
des Tiber begab. Es gab
keine Bacchantin, die nicht sie (die Schlange) in ihr
Haar schlang, keinen
Auguren, der sie nicht mit Sorgfalt befragte, keinen
Nekromanten, dessen
Grüfte von ihrer Gegenwart frei waren! Die Kainiten
und Ophiten nennen sie
Schöpfer, während sie anerkennen, wie es Schelling
that, daß die Schlange „böse der Substanz und der Person nach“ ist. [39]
Ja, der Verfasser hat recht, und wenn jemand einen
vollständigen Begriff von
dem Ansehen haben will, dessen sich die Schlange bis
zu unserem heutigen
Tage erfreut, sollte er die Sache in Indien studieren,
und alles das kennen lernen,
was in jenem Lande von den Nâgas (Kobras) geglaubt und
noch immer ihnen
zugeschrieben wird; man sollte auch die Afrikaner von
Whydah, die Voodoos von
Port-au-Prince und Jamaika, die Nagals von Mexiko, und
die Pâ oder
Menschenschlangen von China, u. s. w. besuchen. Aber
warum sich wundern,
daß die Schlange „angebetet“ und zugleich verflucht
wird, nachdem wir wissen,
daß sie vom Anfang an ein Symbol war? In jeder alten
Sprache bedeutete das
41219IX
Wort Drache dasselbe, was es jetzt im
Chinesischen bedeutet, long oder „das
Wesen, welches sich durch Intelligenz auszeichnet“,
oder im Griechischen
[korrekter Abdruck siehe Buch], oder „der, welcher sieht und wacht“. [40] Ist
es das Tier dieses Namens, auf das irgend eines dieser
Beiworte Anwendung
finden kann? Ist es nicht einleuchtend, daß, wo immer
auch Aberglaube und
Vergessen der ursprünglichen Bedeutung die Wilden
jetzt hingeführt haben mag,
die obigen Eigenschaften auf die menschlichen
Originale gemünzt waren, die
durch Schlangen und Drachen symbolisiert wurden? Diese
Originale - in China
bis zum heutigen Tage die Drachen der Weisheit genannt
- waren die ersten
Schüler der Dhyânîs, welche ihre Unterweiser waren;
kurz gesagt, die
ursprünglichen Adepten der dritten Rasse, und
späterhin der vierten und fünften
Rasse. Der Name wurde universal, und kein vernünftiger
Mensch vor der christlichen Zeitrechnung würde jemals den Menschen und das
Symbol verwechselt haben.
Das Symbol des Chnouphis, oder der Weltseele, schreibt
Champollion:
ist unter anderem das einer auf menschlichen Beinen
stehenden ungeheuren Schlange; dieses Reptil, das Emblem des guten Genius, ist
ein wahrhafter Agathodämon. Es wird of bösartig dargestellt. . . . Dieses
heilige Tier, wesensgleich mit der Schlange der Ophiten, findet sich auf
zahlreichen gnostischen und Basilidischen Steinen eingeschnitten. . . . Die
Schlange hat verschiedenartige Köpfe, ist aber beständig mit den Buchstaben [korrekter
Abdruck siehe Buch] umschrieben. [41]
[39] Ebenda, pp. 432, 433. Dies ist ungefähr
ebenso gerecht, als wenn in ein paar Jahrtausenden ein Eiferer irgend eines
zukünftigen neuen Glaubens, der darauf erpicht wäre, seine Religion auf
Kosten des alten Christentums zu verherrlichen, sagen würde: Überall
wurde das vierfüßige Lamm angebetet.
Die Nonne, die es Agnus
nannte, trug es auf ihrer Brust; der Priester legte es
auf den Altar. Es figurierte
bei jedem Ostermahl, und wurde laut in jedem
Tempel gepriesen. Und doch
fürchteten und haßten es die Christen, denn sie
erschlugen und verschlangen
es. Heiden zum mindesten essen nicht ihre
heiligen Symbole. Wir kennen keine Schlangen- oder
Reptilienesser, außer in
41219IX
den christlichen civilisierten Ländern, wo sie mit
Fröschen und Aalen
beginnen, und mit der wirklichen Schlange enden
müssen, ebenso wie sie mit
dem Lamm anfingen und mit
Pferdefleisch endeten.
[40] Ebenda, p. 423.
[41] Pantheon, 3.
41219 IX
Der Agathodämon war begabt „mit der Kenntnis von Gut
und Böse“, d. i. mit
göttlicher Weisheit, denn ohne die letztere ist das erstere
unmöglich. [42] Den
Jamblichus wiederholend, zeigt Champollion, daß er
ist:
Die Gottheit mit Namen [korrekter Abdruck siehe Buch]
(oder das Feuer der himmlischen Götter - der große Thot-Hermes), [43] welchem
Hermes Trismegistus die Erfindung der Magie zuschreibt. [44]
Die „Erfindung der Magie“! Eine seltsame Anwendung
eines Wortes, als ob die
Enthüllung der ewigen und wirksamen Geheimnisse der
Natur erfunden werden
könnte! Ebenso gut könnte man in späteren
Jahrtausenden Herrn Crookes die
Erfindung anstatt
der Entdeckung der strahlenden Materie zuschreiben. Hermes
war nicht der Erfinder, oder auch nur der Entdecker,
denn wie in der vorletzten
Fußnote gesagt ist, ist Thoth-Hermes ein Gattungsname,
so wie Enoch-Enoichion,
das „innere, geistige Auge“ -
Nebo, der Prophet und Seher, u. s. w. Er
ist nicht der Eigenname
irgend eines lebenden Menschen, sondern ein
generischer Titel vieler
Adepten. Ihre Verbindung mit der Schlange in den
symbolischen Allegorien rührt
von ihrer Erleuchtung durch die Sonnen- und
Planetengötter während der frühesten intellektuelle
Rasse, der Dritten, her. Sie
sind alle die repräsentierenden Schutzherren der
geheimen Weisheit. Asklepios
ist der Sohn des Sonnengottes Apollo, und er ist
Merkur; Nebo ist der Sohn von
Bel-Merodach; Vaivasvata Manu, der große Rishi, ist
der Sohn von Vivasvat - der
Sonne oder Sûrya, u. s. w. Und während astronomisch
die Nâgas zusammen
mit den Rishis, den Gandharvas, Apsarasen, Grâmanîs
(oder Yakshas, niederen
Göttern), Yâtudhânas und Devas die Diener der Sonne
während der zwölf
Sonnenmonate sind; sind sie in der Theogonie, und auch
in der
anthropologischen Entwicklung Götter und Menschen -
wenn in der Niederen
Welt inkarniert. Der Leser möge in diesem Zusammenhang
an die Thatsache erinnert werden, daß Apollonius in Kashmir mit buddhistischen
Nâgas zusammentraf. Diese sind weder Schlangen im zoologischen, noch auch die
Nâgas im ethnologischen Sinn, sondern „weise Männer“.
Die Bibel ist, von der Genesis bis zur Offenbarung,
nur eine Reihe
geschichtlicher Aufzeichnungen des großen Kampfes
zwischen der weißen und
schwarzen Magie, zwischen den Adepten des Rechten
Pfades, den Propheten,
und jenen des Linken, den Leviten, dem Klerus der
brutalen Massen. Selbst die
Schüler des Occultismus, obwohl einige von ihnen mehr
archaische
Handschriften und unmittelbare Belehrung haben, auf
die sie sich verlassen
können, finden es schwierig, eine Grenzlinie zwischen
den Brüdern des rechten
41221IX
und jenen des Linken zu ziehen. Die große Spaltung,
welche zwischen den
Söhnen der Vierten Rasse entstand, sobald die ersten
Tempel und
Initiationshallen unter der Leitung der „Söhne Gottes“
errichtet wurden, ist in den
Söhnen des Jakob allegorisiert.
Das es zwei Schulen der Magie gab, und daß die
orthodoxen Leviten nicht der
heiligen angehörten, zeigt sich in den vom sterbenden
Jakob gesprochenen Worten.
Und hier mag es gut sein, ein paar Sätze aus Isis
entschleiert anzuführen. [45]
Der sterbende Jakob beschreibt also seine Söhne:
„Dan“, sagt er, „wird eine
Schlange werden
auf dem Wege und eine Otter auf dem Steige, und das
Pferd in die Fersen beißen, daß sein Reiter
zurückfalle (d. i. er wird Bewerbern
schwarze Magier
lehren). Herr, ich warte auf die Heil!“ Von Simeon und Levi
bemerkt der Patriarch, daß sie „Brüder sind; Werkzeuge
der Grausamkeit sind
in ihren Wohnungen. O meine Seele, komme nicht in ihr Geheimnis;
in ihre
Versammlung.“
[46] Nun lauten im Urtext die Worte „ihr Geheimnis“ - „ihren
Sod“. [47] Und Sod war der Name für die großen
Mysterien des Baal, Adonis
und Bacchus, welche alle Sonnengötter waren und
Schlangen zu Symbolen hatten. Die Kabbalisten erklären die Allegorie von den
feurigen Schlangen, indem sie sagen, daß dies der dem Stamme Levi, kurz gesagt
allen Leviten gegebene Name war, und daß Moses das Haupt der Sodalen war. [48]
Auf die Mysterien muß die ursprüngliche Bedeutung der „Drachentöter“
zurückgeführt werden, und die Frage wird später vollständig behandelt.
Unterdessen folgt. daß, wenn Moses das Haupt der
Mysterien war, er der
Hierophant derselben war; und ferner, wenn wir
gleichzeitig die Propheten gegen
die „Gräuel“ des Volkes Israel donnern hören, da0 es
zwei Schulen gab. „Feurige
Schlangen“ war somit einfach der Beiname, der den
Leviten der Priesterkaste,
nachdem sie vom Guten
Gesetze, den traditionellen Lehren des Moses
abgewichen waren, und allen
jenen, welche der schwarzen Magie anhingen,
gegeben wurde. Wenn Jesaia
die „abtrünnigen Kinder“ erwähnt, welche ihre
Reichtümer in die Länder zu
führen haben werden, woher „die Otter und die
feurige fliegende
Schlange“ kommen, [49] oder nach Chaldaea und Ägypten,
dessen Initiierte bereits seht entartet waren zu
seiner Zeit (700 v. Chr.), so meinte er die Zauberei jener Länder. [50] Aber
diese müssen sorgfältig unterschieden werden von den „feurigen Drachen der
Weisheit“ und den „Söhnen des Feuernebels“.
41221IX
[42] Der solare Chnouphis, oder Agathodämon, ist der
Christus der Gnostiker,
wie jeder Gelehrte weiß. Er
ist enge verknüpft mit den sieben Söhnen der
Sophia (Weisheit), den sieben
Söhnen der Aditi, der universalen Weisheit,
deren achter Mârttânda war,
die Sonne, welche Sieben der sieben
planetarischen Regenten oder Genien sind. Daher war
Chnouphis die geistige
Sonne der Erleuchtung, der Weisheit, daher der
Schutzherr aller ägyptischen
Initiierten, wie es Bel-Merodach, oder Bel-Belitanus,
später bei den Chaldäern
wurde.
[43] Hermes, oder vielmehr Thot, war ein generischer
Name. Abul Feda zeigt
in seiner Historie
Anti-Islamitica fünf Hermesse, und die Namen Hermes,
Nebo, Thot wurden in verschiedenen
Ländern beziehungsweise großen
Initiierten gegeben. So gab
Nebo, der Sohn von Merodach und Zarpanitu,
welchen Herodot Zeus-Belos
nennt, seinen Namen allen Propheten, Sehern
und Initiierten. Sie waren aller „Schlangen der
Weisheit“, da sie mit der Sonne
astronomisch, und mit der
Weisheit geistig zusammenhing.
[44] Pantheon, Text
15.
[45] I. 555.
[46] Genesis, XLIX.
17, 18 und 5, 6.
[47] Dunlap, in seiner Einleitung zu Sod, die
Mysterien des Adoni (), erklärt
das Wort „Sod“ als arcanum,
religiöses Mysterium, auf Grund der Autorität
von Schindlers Penteglott,
1202. „Das Geheimnis des Herrn ist unter denen,
die ihn fürchten“, sagt Psalm
XXV, 14. Dies ist eine Mißübersetzung der
Christen, denn es sollte
heißen: „Sod Ihoh (die Mysterien des Ihoh) sind für
jene, die ihn fürchten.“ „Al (El) ist schrecklich in dem großen Sod der
41221IX
Kedeshim (der Priester), der Heiligen, der
Initiierten).“ - Psalm LXXXIX, 7 (ebenda). Die Kedeshim waren sehr
entfernt von Heiligkeit. Siehe die über
das „Allerheiligste“, in Teil II dieses Bandes.
[48] „Die Mitglieder der Priesterkollegien wurden
Sodales genannt“, sagt
Freunds Lateinlexikon (. 448). „Sodalitäten
wurden gegründet in den
Idaischen Mysterien der Mächtigen Mutter“, schreibt
Cicero in De Senectute.
(Dunlap. ebenda, p. XXII.)
[49] XXX. 6.
[50] Die Priester des Baal, welche über die Feuer
sprangen. Aber dies war ein
hebräischer Ausdruck und zwar ein lokaler. Saraph
bedeutet „feuriges oder brennendes Gift“.
41221 IX
In dem Großen Buche der Geheimnisse wird uns gesagt:
Sieben Herren
schufen sieben Menschen; drei Herren (Dhyân Chohans oder
Pitris) waren
heilig und gut, vier weniger himmlisch und voll Leidenschaft . . . . .
die Chhâyâs (Schattenbilder) der Väter waren wie sie.
Dies erklärt die Unterschiede
in der menschlichen Natur, welche in sieben
Abstufungen von Gut und Böse
geteilt ist. Es waren sieben Zelte bereit, von
Monaden unter sieben
verschiedenen karmischen Bedingungen bewohnt zu
werden. Die e erklären auf dieser Grundlage die
leichte Ausbreitung
des Bösen, sobald die menschlichen Formen zu
wirklichen Menschen geworden
waren. Einige alte Philosophen jedoch ignorierten in
ihren genetischen Berichten
die sieben und gaben bloß vier. So hat die
mexikanische lokale Genesis „vier
gute Menschen“
beschrieben als die vier wirklichen Vorfahren des
Menschengeschlechts, „welche weder von den Göttern
erzeugt, noch vom Weibe
geboren waren“; sondern deren Schöpfung ein von den
schöpferischen Kräften
vollbrachtes Wunder war, und welche nur hervorgebracht
waren, nachdem „drei
Versuche, Menschen herzustellen, fehlgeschlagen
hatten.“ Die Ägypter hatten in
ihrer Theologie nur „vier Söhne Gottes“ - während im Pymander
sieben gegeben
sind - und vermieden so jede Erwähnung der bösen Natur
des Menschen. Als
jedoch Set von einem Gott zu Set-Typhon herabsank,
begann er der „siebente
Sohn“ genannt zu werden; woraus wahrscheinlich der
Glaube entstand, daß „der
siebente Sohn des siebenten Sohnes“ immer ein
naturgeborener Magier ist -
obwohl zuerst nur ein Zauberer gemeint war. Apap, die
das Böse
symbolisierende Schlange, wird von Aker, Sets Schlange
vernichtet; [51] daher
konnte Set-Typhon nicht dieses Böse sein. Im Totenbuche
wird befohlen, daß
Kapitel CLXIII gelesen werden solle „in Gegenwart
einer Schlange mit zwei Beinen“, was einen hohen Initiierten bedeutet, einen
Hierophanten, weil der Diskus und die Widderhörner, [52] welche das Haupt
seiner „Schlange“ schmücken, in den Hieroglyphen des Titels des genannten
Kapitels, dies bezeichnen.
Über der „Schlange“ sind die zwei mystischen Augen des
Ammon, [53] des
verborgenen „Mysteriengottes“ dargestellt. Die obigen
Stellen bestätigen unsere
Behauptung, und zeigen, was das Wort „Schlange“ im
Altertume wirklich bedeutete.
Was aber die Nagals und Nargals betrifft; woher kam
die Ähnlichkeit der Namen
zwischen den indischen Nâgas und den amerikanischen
Nagals?
41223IX
Der Nargal war das chaldäische und assyrische
Oberhaupt der Magier (Rab-Mag),
und der Nagal war der oberste Zauberer der mexikanischen
Indianer.
Beiden leiten ihre Namen her von Nergal-Serezer, dem
assyrischen Gott, und
von den indischen Nâgas.
Beide haben dieselben Fähigkeiten und die Macht,
einen dienstbaren Dämon zu
haben, mit dem sie sich selbst vollständig
identificieren. Der
chaldäische und assyrische Nargal hielt seinen Dämon in
Gestalt irgend eines für
heilig gehaltenen Tieres innerhalb des Tempels; der
indianische Nagal hält ihn, wo immer er kann - in dem
benachbarten See oder
Gehölz, oder im Hause in Gestalt irgend eines
Haustieres. [54]
Eine solche Ähnlichkeit kann nicht dem Zufall zugeschrieben
werden. Eine neue
Welt wird entdeckt, und wir finden, daß sie für unsere
Vorväter von der vierten
Rasse bereits eine alte war; daß Arjuna, Krishnas
Genosse und Chelâ, nach
Pâtâla, zu den „Antipoden“ hinabgestiegen sein und
dort Ulûpî, [55] eine Nâga,
oder vielmehr Nâgî geheiratet haben soll, die Tochter
des Königs der Nâgas Kauravya. [56]
Und nun ist hoffentlich die volle Bedeutung des
Schlangenemblems dargethan.
Sie ist weder die des Bösen, noch am allerwenigsten
die des Teufels; sondern
sie ist in der That [korrekter Abdruck siehe Buch],
die „Ewige Sonne Abrasax“,
die Centrale Sonne aller Kabbalisten, in einigen
Diagrammen dargestellt durch
den Kreis des Tiphereth.
Und hier können wir wieder aus unseren früheren Bänden
citieren und in weitere
Erklärung eingehen.
Aus dieser Region der unergründlichen Tiefe (Bythos,
Aditi, Shekinah, dem
Schleier des Unbekannten) geht ein Kreis hervor, der
aus Spiralen gebildet ist.Dies ist Tiphereth; was in der Sprache der Symbolik
einen großen Cyklus bedeutet, der aus kleineren zusammengesetzt ist.
Darin liegt zusammengerollt,
sodaß sie den Spiralen folgt, die Schlange - das
Sinnbild der Weisheit und
Ewigkeit - des Dualen Androgynen; der Cyklus
repräsentiert Ennoia oder das
göttliche Gemüt (eine Kraft, welche nicht
schafft, sondern welche
assimilieren muß), und die Schlange den
Agathodämon, den Ophis, den Schatten
des Lichtes (nicht ewig, jedoch das
größte Göttliche Licht aus unserer Ebene). Beide waren
die Logoi der Ophiten;
oder die Einheit als Logos, der sich selbst als ein
doppeltes Prinzip von Gut und Böse offenbart. [57]
41223IX
Wäre allein unthätiges und unbedingtes Licht, das
menschliche Gemüt könnte es
nicht schätzen oder auch nur sich vergegenwärtigen.
Schatten ist das, was Licht
befähigt, sich zu offenbaren, und ihm gegenständliche
Wirklichkeit giebt. Daher
ist der Schatten nicht Böses, sondern er ist das
notwendige und unentbehrliche
Korrolar, welches das Licht oder das Gute vollständig
macht; es ist sein Schöpfer
auf Erden.
[51] Totenbuch, Kap.
XXXIX.
[52] Dieselben Widderhörner
finden sich auf den Mosesköpfen, welche die
Schreiberin auf einigen alten Medaillen in Palästina
sah, von denen eine noch
in ihrem Besitze ist. Die Hörner, die auf der Statue
des Moses in Rom, von
Michelangelo, einen Teil der glänzenden Aureole
bilden, sind vertikal, anstatt
zu den Ohren hingebogen zu sein, aber das Emblem ist
dasselbe; daher die eherne Schlange.
[53] Aber siehe Harris´ Magic Papyrus, No. V,
und den widdergehörnten Ammon, welcher Menschen auf eine Töpferscheide
anfertigt. [54] Brasseur de Bourboug, Mexique,
pp. 135 und 514. [55] Ulûpî (Ulûpl) hat
einen vollständig atlantischen Klang an sich. Wie Atlantis, ist es weder ein
griechischer noch ein Sanskritname, sondern erinnert einen an mexikanische
Namen.
[56] Mahâbhârata, Adi Parva, Shlokas 7788,
7789. Das Bhâgavata Purâna
(IX. XX. 31), nach der Erklärung des Kommentators
Shridhara, macht Ulûpî
zur Tochter des Königs von Manipûra (siehe Vishnu
Purâna, Wilson, . 160);
aber der verstorbene Pandit
Dayânand Sarasvatî, sicherlich die größte
Sanskrit- und Purânaautorität
in Indien für solche Fragen, bestätigte
persönlich, daß Ulûpî die
Tochter des Königs der Nâgas in Pâtâla oder
41223IX
Amerika war, vor 5000 Jahren und daß die Nâgas
Initiierte waren.
[57] Isis Unveiled, II. 293.
41223 IX
Nach den Anschauungen der Gnostiker sind diese zwei
Prinzipien
unveränderliches Licht und unveränderlicher Schatten;
gut und böse sind dem
Wesen nach eins und haben durch alle Ewigkeit
existiert, sowie sie immer fortfahren werden zu existieren, so lange als es
geoffenbarte Welten giebt.
Dieses Symbol erklärt die Anbetung, welche diese Sekte
der Schlange
entgegenbringt, als dem Heilande, wenn sie entweder
rund um das Opferbrod,
oder um ein Tau (das
phallische Emblem) gerollt ist. Als eine Einheit sind
Ennoia und Ophis der Logos.
Wenn getrennt, ist die eine der Baum des
geistigen Lebens, und der
andere der Baum der Erkenntnis des Guten und
Bösen. Daher finden wir, daß
Ophis das erste Menschenpaar - welches die
stoffliche Hervorbringung von
Ildabaoth ist, aber sein geistiges Prinzip der
Sophia-Achamoth verdankt -
antreibt, die verbotene Frucht zu essen, obwohl
die Ophis die göttliche
Weisheit repräsentiert. Die Schlange, der Baum der
Erkenntnis des Guten und
Bösen, und der Baum des Lebens sind alles
Symbole, die aus dem indischen Boden verpflanzt sind.
Das Arasamaram (?),
der Bananenbaum, welcher den
Indern so heilig ist - nachdem Vishnu
während einer seiner
Inkarnationen unter seinem dichten Schatten ruhte und
dort menschliche Philosophie
und Wissenschaft lehrte - wird der Baum der
Erkenntnis und der Baum des
Lebens genannt. Unter dem schützenden Laub
dieses Königs der Wälder
geben die Gurus ihren Schülern ihre ersten Lehren
über Unsterblichkeit und initiieren sie in die
Geheimnisse von Leben und Tod.
In der chaldäischen
Überlieferung heißt es von den Java-Aleim des
Priesterkollegiums, daß sie
die Söhne der Menschen gelehrt haben, ihnen
gleich zu werden. Bis zum
heutigen Tage wirkt Foh-tchou, [58] welcher in
seinem Foh-Maeyu oder
Buddhatempel auf der Spitze des großen Berges
Kouin-Long-Sang [59] lebt,
seine größtes religiösen Wunder unter einem
Baum, der im Chinesischen
Sung-Ming-Shû, oder der Baum der Erkenntnis
und der Baum des Lebens
genannt wird, denn Unwissenheit ist Tod und
Wissen allein giebt Unsterblichkeit. Dieses wunderbare
Schauspiel findet alle
drei Jahre statt und eine ungeheure Menge chinesischer
Buddhisten versammelt sich im Pilgerzuge an der heiligen Stätte. [60]
Nun kann es verständlich werden, warum die frühesten
Initiierten und Adepten,
oder die „weisen Männer“, welche angeblich in die
Geheimnisse der Natur durch
das Universalgemüt initiiert worden
sind, das durch die höchsten Engel
repräsentiert wird, die
„Schlangen der Weisheit“ und die „Drachen“ genannt
wurden; und auch, wie so die
ersten physiologischen vollständigen Paare -
nachdem sie in das Geheimnis der menschlichen
Schöpfung durch Ophis, den
41225IX
geoffenbarten Logos und den androgynen initiiert
worden sind, durch das Essen
der Frucht der Erkenntnis - allmählich von dem
materiellen Geist der Nachwelt
angeklagt zu werden begannen, daß sie Sünde verübt hätten,
daß sie „Gott dem
Herrn“ ungehorsam gewesen und von der Schlange
verführt worden seien.
So wenig haben die ersten Christen - welche die Juden
ihrer Bibel beraubten -
die ersten vier Kapitel der Genesis ihrer
esoterischen Bedeutung nach
verstanden, daß sie niemals gewahr wurden, daß in
diesem Ungehorsam nicht
nur keine Sünde beabsichtigt war; sondern daß die
„Schlange“ sogar thatsächlich
„Gott der Herr“ selber war, welcher als der Ophis, der
Logos, oder der Träger der
göttlichen schöpferischen Weisheit die Menschheit
lehrte, ihrerseits Schöpfer zu
werden. [61] Sie begriffen niemals, daß das Kreuz eine
Entwicklung aus dem
Baum und der Schlange war, und so die Erlösung der
Menschheit wurde. Auf
diese Art würde es zum Grundsymbol der schöpferischen
Ursache werden, und
sich auf Geometrie, Zahlen, Astronomie, Maß, und
tierische Fortpflanzung beziehen. Nach der Kabbalah kam der Fluch über den
Menschen mit der Erschaffung des Weibes. [62] Der Kreis wurde getrennt von
seinem Durchmesser.
Aus dem Besitze des doppelten
Prinzipes im einen, d. i. dem androgynen
Zustande, geschah die
Trennung des duales Prinzipes, welches zwei
Gegensätze darbot, deren
Bestimmung es für alle Zukunft war,
Wiedervereinigung in dem ursprünglichen einen Zustand
zu suchen. Der Fluch
war der, daß nämlich die Natur, während sie zum Suchen
antrieb, den
begehrten Erfolg durch die Hervorbringung eines neuen
Wesens vereitelte,
welches von dieser angestrebten Wiedervereinigung oder
Einheit verschieden
ist, wodurch das natürliche Verlangen, einen
verlorenen Zustand wieder zu erobern, getäuscht wurde und für immer getäuscht
wird. Durch diesen Tantalusqualen verursachenden Vorgang eines fortgesetzten
Fluches lebt Natur. [63]
Die Allegorie, daß Adam von dem Baume des Lebens
weggetrieben wurde,
bedeutet esoterisch, daß die soeben getrennte Rasse
das Geheimnis des
Lebens mißbrauchte und in das Bereich der Tierheit und
Bestialität hinabzog.
Denn, wie der Zohar zeigt, ist
Matronethah-Shekinah, das Weib des Metatron
symbolisch - „der Weg zu dem großen Baume des Lebens, zu
dem mächtigen
Baume“, und Shikinah ist göttliche Gnade. Wie erklärt,
erreicht dieser Baum das
himmlische That und ist zwischen drei Bergen (der
oberen Dreiheit von
Prinzipien im Menschen) verborgen. Von diesen drei
Bergen steigt der Baum
41225IX
aufwärts (die Erkenntnis des Adepten strebt
himmelwärts), und neigt sich dann
wieder abwärts (zu dem Ego des Adepten auf Erden).
Dieser Baum ist bei Tage
offenbar und bei Nacht verborgen, d. i. einem
erleuchteten Gemüte offenbar, und
der Unwissenheit, welche die Nacht ist, verborgen.
[64]
Wie der sagt:
Der Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen wächst aus
den Wurzeln des
Baumes des Lebens hervor.
[58] Foh-tchou, bedeutet im
Chinesischen wörtlich Buddhas Herr, oder der Lehrer der Lehrsätze des Buddha
Foh.
[59] Dieser Berg liegt südwestlich von China, ungefähr
zwischen China und Tibet.
[60] Ebenda, pp. 293,
294.
[61] Der Leser möge daran
erinnert sein, daß im Zohar, und auch in allen
kabbalistischen Werken
behauptet wird, daß „Metatron sich mit Shekinah
vereinigte“. Nun ist Shekinah als der Schleier (Gnade)
von Ain Suph, welche
den Logos repräsentiert, eben
jener Baum der Erkenntnis; während Shamael
– der dunkle Aspekt
des Logos – nur die Rinde jenes Baumes einnimmt, und
bloß die Kenntnis des Bösen
hat. Wie Lacour, der in der Scene vom Fall
(Genesis, III) einen der ägyptischen Initiation angehörigen
Zwischenfall
ansah, sagt: „Der Baum der
Weissagung, oder der Erkenntnis des Guten und
Bösen . . . ist die
Wissenschaft des Tzyphon, des Genius des Zweifels, von
tzy ,lehren´,
und phon ,Zweifel´. Tzyphon ist einer der Aleim; wir werden ihn
sogleich unter dem Namen des Nach, des ,Versuchers‘
sehen.“ (Les Oeloim,
Bd. II. p. 218.) Er ist jetzt den Symbologen unter dem
Namen Jehova bekannt.
41225IX
Anschauungsweise, aber es ist nicht die wirkliche
esoterische Lehre. Der Fluch begann weder mit der Erschaffung des
Mannes, noch mit der des Weibes, denn ihre Trennung war eine natürliche Folge
der Entwicklung, sondern mit dem Bruche des Gesetzes.
[63] Wodurch die menschliche Natur lebt; nicht
einmal die tierische – sondern
die irregeführte, sinnliche und lasterhafte Natur,
welche die Menschen, nicht die Natur, geschaffen haben. Siehe die „Kreuz und Kreis.“ [64] Siehe Zohar,
I. 172, a und b.
41225 IX
Aber dann ist da auch, wie der Verfasser der Quelle
der Maße schreibt:
In der Kabbalah ist es klar zu finden, daß der „Baum
des Lebens“ das
Henkelkreuz in seinem geschlechtlichen Aspekt ist, und
daß der „Baum der
Erkenntnis“ die Trennung und das Wiederzusammenkommen
zur Erfüllung der
verderblichen Bedingung war.
Um dies in Zahlen auseinanderzusetzen, so
sind die Zahlenwerte der
Buchstaben, welche das Wort Otz ([korrekter
Abdruck siehe Buch]) „Baum“ zusammensetzen, 7 und 9, wobei die Sieben
die heilige weibliche Zahl
ist, und die neun die Zahl der phallischen oder
männlichen Kraft. Dieses
Henkelkreuz ist das Symbol des ägyptischen
Weiblich-männlichen, Isis-Osiris, des Keimprinzipes in allen Formen, das auf
der ursprünglichen Offenbarung beruht, die in allen
Richtungen anwendbar ist.
Dies ist die kabbalistische Anschauung der westlichen
Occultisten, und sie
unterscheidet sich von den philosophischeren östlichen
oder ârischen
Anschauungen über den Gegenstand. [65] Die Trennung
der Geschlechter lag im
Programme der Natur und der natürlichen Entwicklung;
und die schöpferische
Fähigkeit in Mann und Weib war eine Gabe der
göttlichen Weisheit. An die
Wahrheit solcher Überlieferungen hat das ganze
Altertum, vom patrizischen
Philosophen bis zum bescheidensten geistig veranlagten
Plebejer, geglaubt. Und
im weitern Verlaufe können wir mit Erfolg zeigen, daß
die verhältnismäßige
Wahrheit solcher Legenden, wenn nicht ihre unbedingte
Genauigkeit - für die
solche intellektuelle Riesen eintraten wie Solon,
Pythagoras, Plato und andere -
mehr als einen modernen Gelehrten aufzudämmern
beginnt. Es ist bestürzt; er
steht überrascht und verwirrt vor Beweisen, die sich
täglich vor ihm anhäufen; er
fühlt, daß es keinen Ausweg giebt, die vielen geschichtlichen
Probleme, die ihm
entgegenstarren zu lösen,
wenn er nicht alte Überlieferungen anzunehmen
beginnt. Wenn wir daher
sagen, daß wir unbedingt an alte Zeugnisse und
universale Legenden glauben, so brauchen wir uns schwerlich vor
dem
unparteiischen Beobachter
schuldig zu bekennen, denn andere und viel
gelehrtere Schriftsteller,
und zwar auch unter jenen, welche der modernen
wissenschaftlichen Schule
angehören, glauben offenbar an vieles, an das die
Occultisten glauben - an „Drachen“ z. B., und nicht
bloß symbolisch, sondern
auch an ihre thatsächliche einstmalige Existenz.
Es wäre in der That vor einigen dreißig Jahren für
jedermann ein kühner
Schritte gewesen, daran zu denken, die Öffentlichkeit
mit einer Sammlung von
Geschichten zu bewirten, die gewöhnlich für fabelhaft
gelten, und für
dieselben die Beachtung zu beanspruchen, welche echten
Wirklichkeiten
41227IX
gebührt oder Geschichten, die als Erdichtungen
altehrwürdig sind, als
wirkliche Thatsachen zu verfechten; oder von
Ammenmärchen zu behaupten,
daß sie in vielen Fällen mehr oder weniger entstellte
Legenden sind, die
wirkliche Wesen oder Ereignisse beschreiben.
Heutzutage ist dies ein weniger
gewagtes Vorgehen. [66]
So beginnt die Einleitung zu einem neuen (1886) und
höchst interessanten Werk
von Herrn Charles Gould, mit Namen Mythische
Ungeheuer. Er erklärt tapfer
seinen Glauben an die meisten dieser Ungeheuer. Er
giebt folgendes zu erwägen:
Viele von den sogenannten
mythischen Ungeheuern, welche durch lange
Zeitalter und bei allen
Nationen die fruchtbaren Gegenstände von Dichtung
und Fabel waren, kommen
rechtmäßig in den Kreis der gewöhnlichen auf
Thatsachen beruhenden
Naturgeschichte und es kommt dahin, daß sie nicht
mehr als das Ergebnis einer
überschwänglichen Phantasie betrachtet werden,
sondern als Geschöpfe, welche
einstmals wirklich existierten, und von denen
unglücklicherweise nur unvollkommene und ungenaue
Beschreibungen zu uns
herabgesickert sind,
wahrscheinlich durch die Nebel der Zeit stark
gebrochen; ... Überlieferungen
von Geschöpfen, die einstmals mit den
Menschen gleichzeitig waren, und von denen einige so
unheimlich und schrecklich sind, daß sie auf den ersten Blick unmöglich
erscheinen . . .
Für mich besteht der größte Teil dieser Geschöpfe
nicht aus Chimären,
sondern aus Gegenständen vernünftigen Studiums. Der
Drache ist nicht ein
Geschöpf, das aus der Einbildung des ârischen Menschen
bei der Betrachtung
von blitzen, welche durch die von ihm bewohnten Höhlen
aufleuchteten, entstand, wie einige Mythologen glauben, sondern an Stelle
dessen ein Tier, das einstmals lebte und seine gewichtigen Windungen
dahinschleppte, und vielleicht flog . . . .
Mir erscheint die bestimmte Existenz des Einhorns
nicht unglaublich, und in der That wahrscheinlicher, als jene Theorie, welche
seinen Ursprung einem Mondmythos zuschreibt. [67] ...
Ich für meinen Teil bezweifle die allgemeine
Herleitung der Mythen von „der
Betrachtung der sichtbaren Wirkungen der äußeren
Natur.“ Es erscheint mir
leichter, zu vermuten, daß die abschwächende Wirkung
der Zeit den Ausdruck
dieser oft erzählten Geschichten verwischt, bis ihr
ursprüngliches Aussehen
nahezu nicht mehr erkennbar ist, als daß unkultivierte
Wilde Kräfte der
Einbildung
und poetischen Erfindung besitzen sollten, welche jene, deren sich
die
unterrichtesten Nationen des heutigen Tages erfreuen, weit übertreffen;
41227IX
weniger schwierig zu glauben, daß diese wundervollen
Geschichten von
Göttern und Halbgöttern, von Riesen und Zwergen, von
Drachen und
Ungeheuern jeglicher Beschreibung Umwandlungen sind,
als zu glauben, daß
sie Erfindungen sind. [68]
Von demselben Geologen wird gezeigt, daß:
Paläontologen haben mit Erfolg das Dasein des Menschen
auf Zeitperioden
zurückgeführt, die verschiedentlich zwischen dreißigtausend
und einer Million
Jahre geschätzt wurden - auf Perioden, wo er mit
Tieren gleichzeitig existierte,
die unterdessen schon lange ausgestorben sind. [69]
[65] Vergleiche die
über „die Geheimnisse der Siebenheit“ in Teil II
dieses Bandes.
[66] Goulds Mythical
Monsters, p. 1.
[67] The Unicorn: A
Mythological Investigation, Robert Brown jun., F. S. A.
London, 1881.
[68] Mythical Monsters,
pp. 2-4.
[69] Ebenda, p. 20.
41227 IX
Diese „unheimlichen und schrecklichen“ Tiere waren, um
einige Beispiele zu
geben: 1. die Gattung Cidastes, deren gewaltige
Knochen und Wirbelsäule
zeigen, daß sie eine Länge von nahezu zweihundert Fuß
erreicht haben. Die
Überreste von solchen Ungetümen, nicht weniger als
zehn an der Zahl, wurden
von Professor Marsh in den Mauvaises Terres von
Colorado über die Ebenen
verstreut gesehen. 2. Der Titanosaurus montanus,
welcher fünfzig oder sechzig
Fuß an Länge erreicht. 3. Die Dinosaurier in den
jurassischen Lagern des
Felsengebirges, von noch riesigeren Verhältnissen. 4.
Der Atlantosaurus
immanis, dessen Schenkelknochen allein über sechs Fuß
lang ist, und welcher
somit über hundert Fuß Länge
haben würde. Aber selbst da ist die Grenzlinie
noch nicht erreicht, und wir
hören von der Entdeckung von Überresten so
riesigen Verhältnissen, daß
ein Schenkelknochen mehr als zwölf Fuß Länge
besitzt! [70] Dann lesen wir
von dem ungeheuerlichen Sivatherium in den
Himâlayas, dem vierhörnigen
Hirschen, so groß wie ein Elephant, und den
letzteren an Höhe übertreffend; von dem riesigen
Megatherium; von gewaltigen
fliegenden Eidechsen, den Pterodaktylen mit
Krokodilrachen an einem Entenkopf
u. s. w. Alle diese waren mit dem Menschen
gleichzeitig, griffen höchst
wahrscheinlich den Menschen an, so wie der Mensch sie
angriff. Und man mutet
uns zu, zu glauben, daß der Mensch damals nicht größer
war, als er jetzt ist! Ist
es möglich vorzustellen, daß der Mensch, umgeben von
einer Natur von solchen
ungeheuren Geschöpfen, wenn er nicht selbst ein
gewaltiger Riese gewesen
wäre, hätte überleben können, während alle seine
Feinde zugrunde gegangen
sind? Soll er mit seinem Steinbeil ein Sivatherium
oder einen riesigen fliegenden
Saurier überwältigt haben? Halten wir uns immer vor
Augen, daß mindestens ein
großer Mann der Wissenschaft, de Quatrefages, keine guten
wissenschaftlichen
Gründe dafür sieht, warum nicht der Mensch
„gleichzeitig mit den frühesten
Säugetieren und bis zur Sekundärzeit zurückgehend“
gewesen sein solle. [71]
Der sehr konservative Professor Jukes schreibt:
Es scheint, daß die fliegenden Drachen des Märchens in
früheren Weltzeitaltern etwas wie wirkliches Dasein gehabt haben. [72]
Und der Verfasser fährt fort zu fragen:
Umfaßt die geschriebene Geschichte des Menschen,
welche ein paar Jahrtausende einschließt, den ganzen Verlauf seines intelligenten
Daseins?
Oder haben wir in den langen
mythischen Ären, welche sich über
Hunderttausende von Jahren
erstrecken, und in den Chronologien von
Chaldaea und China
aufgezeichnet sind, schattenhafte Erinnerungen an den
vorgeschichtlichen Menschen,
von der Überlieferung weitergegeben, und
41229IX
vielleicht von wenigen Überlebenden nach bestehenden
Ländern überbracht, aus anderen, welche, wie die fabelhafte Atlantis des Plato,
untergegangen sein mögen, oder der Scene irgend einer großen Katastrophe,
welche sie mit ihrer ganzen Civilisation vernichtete? [73]
Die wenigen überbleibenden riesigen Tiere, wie die
Elephanten - die selber
kleiner sind als ihre Vorfahren die Mastodonten - und
die Flußpferde sind die
einzigen überlebenden Reste, und neigen mit jedem Tage
mehr zu gänzlichem
Verschwinden. Aber selbst sie haben bereits einige
Vorläufer ihrer zukünftigen
Gattung gehabt und haben an Größe in demselben
Verhältnisse abgenommen,
wie die Menschen. Denn die Überreste eines zwerghaften
Elefanten, Elephas
Falconeri, wurden in den Höhlenablagerungen von Malta
gefunden; und derselbe
Verfasser behauptet, daß sie vereinigt waren mit den
Überresten von zwerghaften Flußpferden, wobei die ersteren nur zwei Fuß sechs
Zoll hoch waren. Es giebt auch den noch existierenden Hippopotamus (Choeropsis)
Liberiensis, „welchen Herr Milne-Edvards als wenig
mehr denn zwei Fuß hoch
abbildet.“ [74]
Skeptiker mögen lächeln und unser Werk als voll mit
Unsinn oder
Ammenmärchen brandmarken. Aber wenn sie das thun,
rechtfertigen sie bloß die
Weisheit des chinesischen Philosophen Chuang, welcher
sagte:
Die Dinge, die die Menschen wissen, können zahlenmäßig
gesprochen werden, keineswegs mit den Dingen verglichen werden, die unbekannt
sind. [75]
So lachen sie nur über ihre
eigene Unwissenheit.
[70] Ebenda, pp. 36,
37.
[71] The Human Spezies, p.
52.
[72] Manual of Geology, p.
301.
[73] Ebenda, p. 17.
[74] Goulds Mythical
Monsters, p. 16. Siehe auch Recherches, etc., des
41229IX
Mammifères,
Tafel I. Paris, 1868-1874.
[75] Vorrede zum Shan Hai King, oder „Wunder
auf Land und Meer.“
41229 IX
Die in Isis entschleiert [76] gegebene
„Legende“ in Bezug auf einen Teil der
Erdkugel, den die Wissenschaft jetzt als ehemalige
Wiege der Menschheit
anerkennt - obwohl er in Wahrheit eine von den sieben
Wiegen war - lautet wie
folgt:
Die Überlieferung sagt, und die Aufzeichnungen des Großes
Buches (des Buches des Dzyan) erklären, daß lange vor den Tagen des Ad-am,
und seines neugierigen Weibes He-va dort, wo jetzt nur Salzseen und trostlose
kahle Wüsten zu finden sind, ein weites Inlandmeer sich befand, welches sich
über Mittelasien ausbreitete, nördlich von der stolzen Himâlayakette und ihrer
westlichen Fortsetzung. Eine Insel darin, welche in ihrer beispiellosen
Schönheit ihresgleichen in der Welt nicht hatte, wurde von dem letzten
Überreste der Rasse, welche der unseren voranging, bewohnt.
Der „letzte Überrest“ bedeutete die „Söhne von Willen
und Yoga“, welche, mit ein
paar Stämmen, die große Umwälzung überlebten. Denn es
war die dritte Rasse,
welche das große lemurische Festland bewohnte, die den
echten und
vollständigen menschlichen Rassen - der vierten und
fünften - voranging. Daher
wurde in Isis entschleiert gesagt:
Diese Rasse konnte mit gleicher Leichtigkeit in
Wasser, Luft oder Feuer leben,
denn sie hatte eine unbegrenzte Herrschaft über die
Elemente. Diese waren die „Söhne Gottes“; nicht jene, welche die Töchter der
Menschen sahen, sondern die wirklichen Elohim, obwohl sie in der orientalischen
Kabbalah einen anderen Namen haben. Sie waren es, welche den Menschen
die zauberhaftesten Geheimnisse der Natur mitteilten, und ihm das
unaussprechliche und jetzt verlorene „Wort“ offenbarten.
Diese „Insel“ existiert, wie geglaubt wird, bis zur
gegenwärtigen Stunde als eine
Oase, umgeben von der schrecklichen Wildnis der großen
Wüste Gobi - deren
Sandflächen „noch kein Fuß
durchquert hat seit Menschengedenken.
Dieses Wort, welches kein
Wort ist, hat einstmals die Reise um die Welt
gemacht, und säumte noch als
ein fern verklingendes Echo in den Herzen
einiger bevorzugter Menschen.
Die Hierophanten aller Priesterkollegien
wußten von dem Dasein dieser
Insel; aber das „Wort“ war bloß dem Java
Aleim (Mahâ Chohan in einer
anderen Sprache) oder obersten Herrn eines
41230IX
jeden Kollegiums bekannt, und wurde seinem Nachfolger
erst im Augenblicke
des Todes überliefert. Es gab vier solche Kollegien,
und die alten klassischen
Schriftsteller sprechen von ihnen.
Es gab keine Verbindung mit der schönen Insel zur See,
aber unterirdische
Gänge, die nur den Leitern bekannt waren, stellten mit
ihr in allen Richtungen
die Verbindung her. [77]
[76] Bd. I. pp. 589 ff.
[77] Es giebt Archäologen,
welche, wie Herr James Fergusson, jedem
einzelnen Monument in Indien ein großes Alter
absprechen. In seinem Werke
Illustrations of the Rock-Cit Tempels of India wagt er
die sehr ungewöhnliche
Meinung auszusprechen: „Ägypten hatte aufgehört eine
Nation zu sein, bevor
der früheste Höhlentempel von Indien ausgehauen
wurde.“ Kurz gesagt, er giebt nicht das Dasein irgend eines Höhlentempels vor
der Regierung des Ashoka zu, und scheint bestrebt zu sein, zu beweisen, daß die
meisten dieser in den Felsen gehauenen Tempel während einer Periode ausgeführt
wurden, die sich von der Zeit jenes frommen buddhistischen Königs bis zum
Untergange der Andhradynastie von Magadha am Beginne des fünften Jahrhunderts
erstreckte. Wir glauben, daß eine solche Behauptung vollkommen willkürlich ist.
Weitere Entdeckungen werden zeigen, daß sie irrtümlich und ungerechtfertigt
ist.
41230IX
Die Überlieferung behauptet,
und die Archäologie nimmt die Wahrheit der
Legende an, daß es mehr als
eine blühende Stadt in Indien giebt, welche auf
verschiedenen anderen Städten
aufgebaut ist, und so eine sechs oder sieben
Stockwerke hohe unterirdische Stadt bildet. Delhi ist
eine von ihnen, Allahabad
eine andere; Beispiele finden sich selbst in Europa,
z. B. in Florenz, welches auf
verschiedenen ausgestorbenen etruskischen und anderen
Städten aufgebaut ist.
Warum also könnten nicht Ellora, Elephanta, Karlo und
Ajunta über
unterirdischen Labyrinthen und Gängen erbaut worden
sein, wie behauptet wird?
Natürlich spielen wir nicht auf die Höhlen an, welche
einem jedem Europäer
entweder vom Sehen oder vom Hörensagen bekannt sind,
ungeachtet ihres
außerordentlichen Alters, obwohl selbst dieses von der
modernen Archäologie
bestritten wird; sondern auf eine Thatsache, welche
den initiierten Brâhmanen
von Indien und insbesondere den Yogîs bekannt ist,
nämlich, daß es keinen
Höhlentempel im Lande giebt, der nicht seine
unterirdischen Gänge hätte, die in
jeder Richtung verlaufen, und daß diese unterirdischen
Höhlen und endlosen Korridore ihrerseits ihre Höhlen und Korridore
haben. Wer kann sagen, ob die
dahingegangene Atlantis - welche auch in dem Geheimen Buche erwähnt ist,
aber wiederum unter einem anderen Namen, der der heiligen Sprache eigentümlich
ist - in jenen Tagen nicht noch existierte?
fuhren wir fort zu fragen. Die existierte ganz
sicherlich, denn sie näherte sich den
größten Tagen ihrer Herrlichkeit und Civilisation, als
der letzte der lemurischen
Kontinente versank.
Der große dahin gegangene
Kontinent mag vielleicht, südlich von Asien
gelegen, sich von Indien bis
Tasmanien erstreckt haben. [78] Wenn die
Hypothese - die jetzt so sehr
bezweifelt und von einigen gelehrten
Schriftstellern, die sie für
einen Scherz des Plato halten, gänzlich abgelehnt
wird - jemals für richtig
erkannt werden wird, dann werden vielleicht die
Gelehrten daran glauben, daß
die Beschreibung von dem Götterbewohnten
Kontinent nicht ganz und gar Fabel war. [79] Und sie
mögen dann bemerken,
daß Platos vorsichtige Andeutungen und der Umstand,
daß er die Erzählung
dem Solon und den ägyptischen Priestern zuschrieb, nur
eine kluge Art waren,
die Thatsache der Welt mitzuteilen und zur selben Zeit
durch geschickte
Verbindung von Wahrheit und Dichtung sich selbst von
einer Geschichte zu
trennen, die zu veröffentlichen ihm bei der
Initiiation auferlegte Verpflichtung
verboten.
41231IX
Um in der Überlieferung fortzufahren, so haben wir
hinzuzufügen, daß die
Klasse der Hierophanten in zwei getrennte Kategorien
geteilt wurde; [80] in
jene, welche von den „Gottessöhnen“ der Insel
unterrichtet und in die göttliche
Lehre der reinen Offenbarung initiiert wurden; und in
die anderen, welche die
vergangene Atlantis - wenn
das ihr Name sein soll - bewohnten und welche
von einer anderen Rasse waren
(geschlechtlich, aber von göttlichen Eltern
hervorgebracht) und mit einem
Blicke geboren wurden, der alle verborgenen
Dinge umfaßte, und von der
Entfernung wie von materiellen Hindernissen
unabhängig war. Kurz gesagt, sie waren die in den Popol
Vuh erwähnte vierte
Rasse der Menschen, deren Blick unbegrenzt war und
welche alle Dinge sofort wußten.
Mit andern Worten, sie waren die Lemuro-Atlantier, die
ersten, welche eine
Dynastie von Geister-Königen hatten; nicht von Manen
oder „Gespenstern“, wie
einige glauben, [81] sondern von wirklichen lebendigen
Devas, oder Halbgöttern
oder Engeln, wiederum, welche Körper angenommen
hatten, um über diese
Rasse zu herrschen, und welche ihrerseits sie in
Künsten und Wissenschaften
unterrichteten. Nun waren diese Dhyânîs Rûpa oder
materielle Geister, und
daher nicht immer gut. Ihr König Thevetat war einer
von den letzteren, und unter
dem bösen Einflusse dieses königlichen Dämons wurde
die Atlantisrasse zu einer Nation verruchter „Magier“.
Infolge davon wurde Krieg erklärt, dessen Geschichte
zu lang sein würde; das
wesentliche davon ist in den
entstellten Allegorien von der Rasse des Kain,
den Riesen, und in jener des
Noah und seiner rechtschaffenen Familie zu
finden. Der Streit wurde
beendet durch den Untergang der Atlantis, welcher
seine Nachbildung in den Geschichten der babylonischen
und der mosaischen
Flut findet. Die Riesen und
Magier, „und alles Fleisch starben . . . . und jeder
Mensch.“ Alle mit Ausnahme
von Xisuthrus und Noah, welche wesentlich
identisch sind mit dem großen
Vater der Thlinkithier, [82] welche, wie sie
sagen, ebenfalls in einem großen Boot entkamen, gleich
den indischen Noah-Vaivasvata.
Wenn wir die Überlieferung
überhaupt glauben, so müssen wir auch der
weiteren Geschichte Glauben
schenken, daß aus dem
Durcheinanderheirathen der
Nachkommenschaft der Hierophanten der Insel
und der Abkömmlinge des
atlantischen Noah eine Mischrasse von
Rechtschaffenen und
Verruchten entsprang. Auf der einen Seite hat die Welt
ihre Enochs, Mosesse,
verschiedenen Buddhas, ihre zahlreichen „Heilande“,
und großen Hierophanten; auf
der andern Seite ihre „natürlichen Magier“,
41231IX
welche Mangels der zügelnden Kraft der eigenen
geistigen Erleuchtung . . . . ihre Gaben
zu bösen Zwecken mißbrauchten.
[78] Amerika wurde zur Zeit seiner Entdeckung von
einigen eingeborenen Stämmen Atlanta genannt.
[79] Seither ist Donnelys Atlantis erschienen,
und bald wird ihre wirkliche Existenz eine wissenschaftliche Thatsache geworden
sein. [80] Sie wird bis zum heutigen
Tage so eingeteilt, und Theosophen und Occultisten, welche etwa von der
occulten, aber unleugbaren Macht der Dugpaschaft auf ihre eigenen Kosten
gelernt haben, wissen dies nur zu gut.
[81] Siehe De Marville Pneumatologie: Des Esprits, III. 57 ff.
[82] Siehe Max Müller, Chips, I. 339; „Popol
Vuh“. Vergleiche auch Holmberg,
Ethnographische Skizzen über die Völker des russischen
Amerika.
Helsingfors, 1855.
41231 IX
Wir können dies durch das Zeugnis einiger
Auszeichnungen und Überlieferungen
ergänzen. In seiner Histoire des Vierges: les Peuples
et les Continents Disparus,
sagt Louis Jacolliot:
Eine der ältesten Legenden von Indien, die in den
Tempeln durch mündliche
und schriftliche Überlieferung bewahrt wurde, erzählt,
daß vor verschiedenen
hunderttausend Jahren im stillen Ozean ein ungeheurer
Kontinent existierte, welche durch geologische Umwälzung zerstört wurde, und
dessen Bruchstücke in Madagaskar, Ceylon, Sumatra, Java, Borneo, und in den
Hauptinseln von Polynesien zu suchen sind.
Diese Hochländer von Indien und Asien wären nach
dieser Hypothese zu
jenen entfernten Zeiten nur durch große Inseln
repräsentiert gewesen, welche
dem centralen Kontinent
benachbart waren . . . . Nach den Brâhmanen hatte
dieses Land eine hohe
Civivlisation erreicht, und die indische Halbinsel, die
durch die Lagenveränderung
der Gewässer zur Zeit der großen Umwälzung
vergrößert worden war, hat
die Kette der an dieser Stelle geborenen
ursprünglichen Überlieferungen bloß fortgesetzt. Diese
Überlieferungen geben
den Namen Rutas den Völkern, welche diesen ungeheuer
großen Kontinenten
bewohnten, und von deren Sprache das Sanskrit
herstammte. Die indisch-griechisch
Überlieferung bewahrt von der höchst intelligenten
Bevölkerung,
welche aus den Ebenen von Indien auswanderte, erzählt
auch von dem
Dasein eines Kontinentes und eines Volkes, denen sie
die Namen Atlantis und
Atlantiden giebt, und die sie in den atlantischen
Ozean in den nördlichen Teil
der Tropen verlegt.
Abgesehen von dieser Thatsache entbehrt die Ausnahme
eines alten
Kontinets in jenen Breiten, dessen Spuren in den
vulkanischen Inseln und auf
der gebirgigen Oberfläche der Azoren, der kanarischen
und der kapverdischen
Inseln zu finden sind, nicht
der geographischen Wahrscheinlichkeit. Die
Griechen, welche obendrein
wegen ihrer Furch vor dem geheimnisvollen
Ozean niemals über die Säulen
des Herkules hinauszugehen wagten,
erschienen zu spät im
Altertum, als daß die von Plato aufbewahrten
Geschichten irgend etwas
anderen als ein Wiederhall der indischen Legende
sein könnten. Wenn wir ferner einen Blick auf eine
Planisphäre werfen, so ist
es angesichts der Inseln und Inselchen, die vom
malayischen Archipel bis
Polynesien, von der Sundastraße bis zur Osterinsel
zerstreut, sind unmöglich,
bei der Annahme von Kontinenten, welche den von uns
bewohnten vorangingen, nicht den wichtigsten von allen dorthin zu verlegen.
41233IX
Ein religiöser Glaube, den Malakka und Polynesien, d.
h. die zwei entgegengesetzten Enden der ozeanischen Welt gemein haben,
behauptet:
„Daß einstmals alle diese Inseln zwei ungeheure Länder
bildeten, die von
gelben Menschen und von schwarzen Menschen bewohnt
waren, welche sich
immer bekriegten; und daß die
Götter, deren Geduld durch jene Kämpfe
erschöpft war, den Ozean
beauftragt hatten, sie zu versöhnen, worauf der
letztere die beiden
Kontinente verschlang und es seither unmöglich war, ihn
zur Herausgabe seiner
Gefangenen zu bewegen. Nur die Bergspitzen und
Hocheben entgingen der Flut
durch die Macht der Götter, welche zu spät den
von ihnen begangenen Mißgriff
erkannt hatten.“
Was immer auch an jenen Überlieferungen sein mag, und
wo immer auch der
Ort gewesen sein mag, an dem eine Civilisation, älter
als die von Rom,
Griechenland, Ägypten, oder Indien, entwickelt wurde;
sicher ist, daß diese
Civilisation existierte, und daß es für die
Wissenschaft höchst wichtig ist, ihre
Spuren wiederzugewinnen, wie
schwach und flüchtig sie auch sein mögen.
[83]
Diese ozeanische
Überlieferung bestätigt die nach den „Aufzeichnungen der
Geheimlehre“ gegebene Legende. Der erwähnte Krieg
zwischen den gelben und
den schwarzen Mensche bezieht sich auf einen Kampf
zwischen den „Söhnen
Gottes“ und den „Söhnen der Riesen“, oder den
Bewohnern und Magiern der
Atlantis.
Die endliche Schlußfolgerung des Verfasser, welcher
persönlich alle Inseln von
Polynesien besuchte, und dem Studium der Religion,
Sprache und Überlieferungen nahezu alle Völker Jahre widmete, ist die folgende:
Was den polynesischen Kontinent anbelangt, welcher zur
Zeit der letzten
geologischen Umwälzung verschwand, so beruht seine
Existent auf solchen
beweisen, daß wir, wenn wir logisch sein wollen, nicht
länger zweifeln können.
Die drei Gipfel dieses Kontinentes, die
Sandwichinseln, Neuseeland,
Osterinsel, stehen von einander fünfzehn- bis
achtzehnhundert Seemeilen ab,
und die Gruppen der dazwischen liegenden Inseln, Viti
(Fiji), Samoa, Tonga,
Foutouna (? Foutouha), Ouvea (Oueeha), die Marquesas,
Tahiti, Poumoutou (? Pomatou), die Gambiers, stehen selber von diesen äußersten
Punkten von sieben oder achthundert bis eintausend Seemeilen ab.
Alle Seefahrer stimmen in der
Aussage überein, daß die äußersten und die
centralen Gruppen angesichts
ihrer thatsächlichen geographischen Lage und
bei den ungenügenden Mitteln,
die ihnen zu Gebote standen, niemals
41233IX
miteinander verkehrt haben konnten. Es ist physisch
unmöglich, solche
Entfernungen in einer Piroge zu durchqueren . . . .
ohne Kompaß, und Monate
lange ohne Vorräte zu reisen.
Andererseits haben die
Ureinwohner der Sandwichinseln, von Viti, von
Neuseeland, von den
Centralgruppen, von Samoa, Tahiti, u. s. w., einander
niemals gekannt, von einander niemals gehört, vor der
Ankunft der Europäer.
Und doch
behauptete jedes dieser Völker, daß seine Inseln einstmals einen
Teil eines
ungeheuren Landstriches gebildet habe, welcher sich gegen
Westen, nach der asiatischen Seite erstreckte. Und von
allen fand sich, als sie
zusammengebracht wurden, daß sie dieselbe Sprache
sprachen, dieselben Gebräuche hatten, dieselben Gewohnheiten, denselben
Gewohnheiten, denselben religiösen Glauben. Und alle streckten auf die Frage:
„Wo ist die Wiege Eures Geschlechtes?“ zur einzigen Antwort ihre Hand nach
der untergehenden Sonneaus.“ [84]
Geographisch widerspricht diese Beschreibung ein wenig
den Thatsachen in den
geheimen Aufzeichnungen; aber sie zeigt das Dasein
solcher Überlieferungen,
und das ist alles, um das es sich handelt. Denn, wie
es keinen Rauch ohne
Feuer giebt, so muß eine Überlieferung auf irgend
einer angenäherten Wahrheit
beruhen.
An entsprechender Stelle werden wir zeigen, daß die
moderne Wissenschaft die
obigen und andere Überlieferungen der Geheimlehre mit
Bezug auf die zwei
vergangenen Kontinente vollständig bestätigt. Die
Überreste auf der Osterinsel
zum Beispiel sind die erstaunlichsten und beredtesten
Denkmale der
ursprünglichen Riesen. Sie sind so großartig, daß sie
geheimnisvoll sind; und
man braucht bloß die Köpfe der Kolossalstatuen, welche
unzerbrochen geblieben
sind, zu untersuchen, um auf einen Blick die Züge des
Typus und Charakters,
wie sie den Riesen der vierten Rasse zugeschrieben
werden, zu erkennen. Sie
scheinen von einer Kaste zu sein, doch sind ihre
Gesichtszüge verschieden - von
einem ausgesprochen sinnlichen Typus, wie einen
solchen die Atlantier (die Daityas oder „Atalantier“) nach den esoterischen indischen
Büchern gehabt haben sollen.
[83] a. a. O., pp. 13-15.
[84] Ebenda, p. 308.
41233IX
41233 IX
Man vergleiche diese mit den Gesichtern einiger
anderer kolossaler Statuen in
Centralasien - jener bei Bamiam zum Beispiel - der
Portraitstatuen , wie uns die
Überlieferung sagt, von Buddhas, welche früheren Manvantaras
angehören; von
jenen Buddhas und Helden, welche in den buddhistischen
und indischen Werken
als Menschen von fabelhafter Größe erwähnte werden,
[85] den guten und
heiligen Brüdern ihrer verworfenen leiblichen Brüder
im allgemeinen, geradeso
wie Râvana, der Riesenkönig von Lankâ, der Bruder des
Kumbhakarna war; alle
Abkömmlinge der Götter durch die Rishis, und somit wie
„Titan und sein
ungeheures Geschlecht“ alle „des Himmels
Erstgeborene“. Diese „Buddhas“,
obwohl oft durch die symbolische Darstellung großer
herabhängender Ohren
entstellt, zeigen auf den ersten Blick wahrnehmbarer
einen bedeutsamen
Unterschied in ihrem Gesichtsausdruck von jenem der
Statuen der Osterinseln.
Sie mögen von einer Rasse
sein - aber die ersteren sind „Göttersöhne“; die
letzteren die
Nachkommenschaft mächtiger Zauberer. Alle diese sind jedoch
Reinkarnationen, und
abgesehen von unvermeidlichen Übertreibungen in der
volkstümlichen Phantasie und Überlieferung sind sie historische
Charaktere. [86]
Wann lebten sie? Vor wie langer Zeit lebten die zwei
Rassen, die dritte und die
vierte; und wie spät darnach begannen die
verschiedenen Stämme der fünften
ihren Kampf, die Kriege zwischen gut und böse? Die
Orientalisten versichern
uns, daß die Chronologie in den Purânen und
anderen indischen Schriften
sowohl hoffnungslos vermengt, als auch unsinnig
übertrieben ist. Wir sind ganz
bereit, der Anklage zuzustimmen. Wenn aber die
ârischen Schriftsteller
gelegentlich ihr chronologisches Pendel zu weit in der
einen Richtung gaben
schwingen lassen, über die berechtigte Grenze der
Thatsachen hinaus, so wird
man doch finden, wenn die Entfernung dieser Abweichung
mit der Entfernung
der Abweichung der Orientalisten nach der
entgegengesetzten Richtung
verglichen wird, daß die Mäßigung auf Seite der
Brâhmanen ist. Der Pandit wird
am Ende als wahrhafter und der Thatsache näher
befunden werden, als der
Sanskritist. Die Verkürzungen des Sanskritisten - wenn
auch der Nachweis
geliefert wird, daß er nur der Laune eines
persönlichen Steckenpferdes zu Liebe
seine Zuflucht dazu genommen hat - werden von der
öffentlichen Meinung des
Westens als „eine vorsichtige Annahme der
Thatsachen“ betrachtet, während der
Pandit brutal im Druck als ein „Lügner“
behandelt wird. Aber sicherlich ist das
kein Grund, weshalb jederman gezwungen sein sollte,
das in demselben Lichte
zu sehen! Ein unvoreingenommener Beobachter mag anders
urteilen. Er kann
entweder beide für gewissenlose Geschichtsschreiber
erklären, oder beide,
jeden auf seinen eigenen Boden, rechtfertigen und
sagen: die indischen Ârier
schrieben für ihre Initiierten, welche die Wahrheit
zwischen den Zeilen lassen;
nicht für die Massen. Wenn sie Ereignisse
durcheinander mischten und Zeitalter
41235IX
absichtlich vermengten,
so geschah das nicht in der Absicht, irgend jemand zu
täuschen, sondern im ihr wissen vor dem spähenden Auge
des Fremdlings zu
bewahren. Aber für jenen, der die Generationen von
den Manus an zählen kann,
und die Reihe von Inkarnationen, die im Falle
einzelner Helden angeführt sind,
[87] in den Purânen und chronologische Ordnung
sehr klar. Was den westlichen
Orientalisten anbelangt, so ist er zu entschuldigen,
wegen seiner unleugbaren Unkenntnis über die von der archaischen Esoterik
angewendete Methode.
Aber solche bestehende Vorurteile werden sehr bald
Raum geben und vor dem
Lichte neuer Entdeckungen verschwinden müssen. Bereits
sind Dr. Webers und
Prof. Max Müllers Lieblingstheorien - nämlich, daß das
Schreiben in Indien selbst
noch in den Tagen des Pânini (!) unbekannt war; daß
die Hindûs alle ihre Künste
und Wissenschaften - selbst bis auf den Tierkreis und
ihre Architektur
(Fergusson) - von den makedonischen Griechen hatten;
diese und andere solche
märchenhafte Hypothesen sind mit dem Untergange
bedroht. Das Gespenst des
alten Chaldaea kommt der Wahrheit zu Hilfe. In seiner
dritten Hibbert-Vorlesung
(1887) spricht Professor Sayce aus Oxford von
neuentdeckten assyrischen und
babylonischen Cylindern und bezieht sich ausführlich
auf Ea, den Gott der
Weisheit, der jetzt mit dem Oannes des Berosus, dem
Halbmensch-Halbfisch,
welcher die Babylonier Kultur und die Kunst des
Schreibens lehrte, identificiert
wird. Von diesem Ea, dem bisher dank der biblischen Sintflut
ein Alter von kaum
1500 v. Chr. gestattet wurde, wird nun in den
folgenden Ausdrücken gesprochen,
um den Professor kurz
zusammenzufassen:
Die Stadt des Ea war Eridu,
welche vor 6000 Jahren an den Ufern des
persischen Golfes stand. Der
Name bedeutet „die gute Stadt“, einen
besondern heiligen Punkt, da
sie das Centrum war, von dem aus dir früheste
chaldäische Civilisation
ihren Weg nach Norden nahm. Da der Kulturgott als
von dem Meere kommend
dargestellt wurde, so war es möglich, daß die
Kultur, deren Sitz Eridu war, von fremder Einfuhr war.
Wir wissen jetzt, daß zu
einer sehr frühen Zeit
Verkehr zwischen Chaldaea und der Halbinsel Sinai,
sowie mit Indien bestand. Die
von den Franzosen zu Tel-loh entdeckten
Statuen (die zum mindesten
bis 4000 v. Chr. zurückdatieren), waren aus
einem äußerst harten Stein,
der als Diorit bekannt ist, gemacht, und die
Inschriften darauf sagten,
das der Diorit aus Magan - d. i. von der Halbinsel
Sinai gebracht worden war,
welche damals von den Pharaonen beherrscht
wurde. Man weiß, daß die
Statuen im allgemeinen Stil der Dioritstatue des
Kephren, des Erbauers der
zweiten Pyramide ähneln, während nach Herrn
Petrie die Maßeinheit, welche
auf dem Plane der Stadt verzeichnet ist, den
41235IX
eine von den Tel-loh Figuren auf ihrem Schoße hält,
die gleiche ist, wie die von der Pyramidenerbauern angewendet.
Teakholz wurde gefunden zu Mugheit, oder Ur der
Chaldäer, obwohl jenes
Holz ein indisches Spezialprodukt ist; dazu kommt, daß
eine alte Liste von
Bekleidungen sindhu oder „Musselin“ erwähnt,
das als „Pflanzentuch“ erklärt
wird. [88]
Musselin, am besten bekannt jetzt als Daeca Musselin,
in Chaldaea bekannt als
indisches (sindhu), und Teakholz 4000 Jahre v. Chr. in
Verwendung, und doch
waren die Inder, denen Chaldaea seine Civilisation
verdankt, wie von Oberst
Vans Kennedy genau bewiesen ist, unbekannt mit der
Schreibart, bevor die
Griechen sie ihr Alphabet lehrten - zum mindesten,
wenn wir den Orientalisten
glauben müßten!
[85] Etwas Annäherndes an die Statuen von Bamian –
auch ein Buddha in der
Höhe von 200 Fuß – findet sich in der Nähe einer
Jainaniederlassung im südlichen Indien, und scheint der einzige Überrest dieser
Art in der Gegenwart zu sein.
[86] Selbst Wilson gesteht zu, daß Râma und Râvana auf
geschichtlichen
Thatsachen beruhende Persönlichkeiten sind. „Die
Überlieferungen von
Südindien schreiben gleichmäßig seine Civilisation . .
. und die Niederlassung
civilisierter Hindûs (der fünften Rasse) der Eroberung
von Lankâ durch Râma
zu“ (Vishnu Pûrana, III. 318) – dem Siege der
„Göttersöhne“ über die atlantischen Zauberer, sagt die wahre Überlieferung.
[87] So zeigt man uns, um ein
Beispiel zu geben, einen Helden zuerst
geboren als den „ungerechten,
aber mächtigen Monarchen“ (Purusha) der
Daityas, Hiranyakashipu
erschlagen von dem Avatâra Nara-sinha
(Mannlöwe). Dan wurde er
geboren als Râvana, der Riesenkönig von Lankâ,
und von Râma getötet; hierauf
wird er wiedergeboren als Shishupâla, der
Sohn des Rajarshi (königliche
Rishi) Damaghosgha, und wird wieder getötet
41235IX
von Krishna, der letzten Inkarnation des Vishnu. Diese
gleichlaufende
Entwicklung von Vishnu (Geist) mit einem Daitya als
Menschen, mag sinnlos
erscheinen, giebt uns jedoch den Schlüssel nicht nur
zu den bezüglichen Daten von Râma und Krishna, sondern auch sogar zu einem
gewissen psychologischen Geheimnis.
[88] Vergleiche Hibbert Lectures, 1877, Sayce,
pp. 134-138.
41235 X
38. Die Geburt der vierten (atlantischen) Rasse. 39. Die
Unterrassen der vierten
Menschheit beginnen sich zu teilen und zu vermischen;
sie bilden die ersten
gemischten Rassen von verschiedenen Farben. 40. Der
Vorrang der atlantischen
über die anderen Rassen. 41. Sie verfallen in Sünde
und erzeugen Kinder und
Ungetüme. 42. Die ersten Keime von Anthropomorphismus
und Sexualreligion.
Sie verlieren ihr „drittes Auge“.
38. SO BRACHTE, ZWEI UND ZWEI, IN DEN SIEBEN ZONEN,
DIE DRITTE
39. DIE ERSTE, [2] IN JEDER ZONE, WAR MONDFARBEN. [3]
DIE ZWEITE
WAR GELB WIE GOLD; DIE DRITTE ROT; DIE VIERTE BRAUN,
WELCHE
SCHWARZ WURDE VOR SÜNDE. [4] DIE ERSTEN SIEBEN
MENSCHLICHEN
SCHÖSSLINGE WAREN ALLE VON EINER FARBE. [5] DIE
NÄCHSTEN
Um Shloka 38 zu verstehen, muß man ihn sammt den
Shlokas der Strophe IX
lesen. Bis zu diesem Punkte der Entwicklung gehört der
Mensch mehr zur
metaphysischen als zur physischen Natur. Erst nach dem
sogenannten „Falle“
begannen die Rassen sich rasch zu einer rein
menschlichen Gestalt zu
entwickeln. Damit der Schüler die volle Bedeutung des
Falles - der seinem
wirklichen Sinne nach so mystisch und transcendental
ist - richtig könne, müssen
ihm zugleich die Einzelheiten gesagt werden, die ihm
vorangingen, in Anbetracht
dessen, daß die moderne Theologie aus dem Ereignis
einen Angelpunkt gemacht hat, um den sie ihre verderblichsten und unsinnigsten
Dogmen und Glauben sich drehen läßt.
Die archaischen e, wie der Leser sich erinnern mag,
erklären , daß
von der Schar der Dhyânîs, die an der Reihe waren,
sich als die Egos der
Unsterblichen, aber auf dieser Ebene sinnlosen
Monaden zu inkarnieren - einige
(dem Gesetze der Evolution) sofort „gehorchten“, da
die Menschen der dritten
Rasse physiologisch und physisch bereit wurden, d. i.
da sie sich in Geschlechter
getrennt hatten. Dies waren jene frühen bewußten
Wesen, welche jetzt, bewußte
Erkenntnis und Willen zu der ihnen innewohnenden
göttlichen Reinheit
41237X
hinzufügend, durch Kriyâshakti den halbgöttlichen
Menschen „erschufen“,
welcher auf erden der Same für zukünftige Adepten
wurde. Jene andererseits,
welche, eifersüchtig auf ihre intellektuelle Freiheit
- wie sie damals von den
Banden der Materie ungefesselt war - sagten: „Wir
können wählen, . . . wir haben
Weisheit,“ [8] und sich so viel später inkarnierten -
diese hatten ihre erste
karmische Strafe für sich vorbereitet. Sie erhielten
Körper, die (physiologisch)
niedriger standen als ihre Astralmodelle, weil ihre
Chhâyâs den Vorfahren eines
niedrigeren Grades in den sieben Klassen angehört
hatten. Was jene „Söhne der
Weisheit“ anbelangt, welche ihre Inkarnation bis zur
vierten Rasse „verschoben“,
die bereits (physiologisch)
mit Sünde und Unreinheit befleckt war, so setzten
diese eine schreckliche
Ursache, deren karmische Wirkung bis zum heutigen
Tage auf ihnen lastet. Sie
wurde in ihnen selbst gesetzt, und sie wurden die
Träger dieses Samens der Bosheit für zukünftige Äonen,
weil die Körper, die sie
zu beseelen hatten, durch ihre eigene Verzögerung
verunreinigt wurden. [9]
Dies war der „Fall der Engel“, infolge ihres Aufruhrs
gegen das karmische
Gesetz. Der „Fall des Menschen“ war kein Fall, denn
er war unverantwortlich.
Aber da die „Schöpfung“ nach dem dualistischen System als
das „Vorrecht
Gottes allein“ erfunden worden ist - das legitime Attribut,
das von der Theologie
im Namen einer von ihr selbst gemachten unendlichen
Gottheit patentiert worden
ist - so mußte die Kraft von Kriyâshakti als
„satanisch“ und als eine Anmaßung
göttlicher Rechte betrachtet werden. Somit muß im
Lichte solcher beschränkter
Anschauungen das vorhergehende natürlich als eine
schreckliche
Verunglimpfung des Menschen, der „nach dem Ebenbilde
Gottes geschaffen ist“,
und als eine noch furchtbarere Lästerung angesichts
des toten
Buchstabendogmas betrachtet werden. „Eure Lehre“,
wurde den Occultisten
bereits gesagt, „macht aus dem Menschen, der aus dem
Staub seinem Gott zum
Gleichnis geschaffen wurde, ein Gefäß des Teufels vom
Anbeginn an.“ „Warum
macht ihr aus eurem Gott einen Teufel - die beide
obendrein nach eurem
eigenen Bilde
geschaffen sind?“ - ist unsere Erwiederung. Die esoterische
Erklärung der Bibel widerlegt jedoch
hinlänglich diese verleumderische Erfindung
der Theologie; die Geheimlehre muß eines Tages das
gerechte Karma der
Kirchen werden - die antichristlicher sind als die
repräsentativen Versammlungen
der überzeugtesten
Materialisten und Atheisten.
[1] Die Götter wurden
Nichtgötter.
[2] Rasse.
41237X
[3] Gelbweiß.
[4] Streng genommen sollte
man erst von der Zeit der atlantischen braunen
und gelben Riesenrassen an
von einem Menschen sprechen, weil erst die
vierte Rasse die erste vollständig menschliche Art
war, um wie viel größer sie
auch an Gestalt, als wir jetzt, sind. In Man:
Fragments of Forgotten History (von zwei Chelâs) ist alles, was über die
Atlantier gesagt ist, ganz richtig.
Hauptsächlich diese Rasse,
die „schwarz vor Sünde“ wurde, war es, welche
die göttlichen Namen der
Asuras, der Râkshasas und der Daityas, in Verruf
brachte und sie der
Nachkommenschaft als die Namen von Feinden
überlieferte. Denn wie
gesagt, da die Suras, Götter oder Devas sich in den
weisen Menschen der Atlantis inkarniert hatten, so
wurden die Namen Asuras
und Râkshasas den gewöhnlichen Atlantiern gegeben.
Infolge der unaufhörlichen Kämpfe der letzteren mit den letzten Überresten der
dritten Rasse und der „Söhne von Wille und Yoga“ haben ihre Namen zu den
späteren Allegorieen über dieselben in den Purânen geführt. „Asura war
die Götterbenennung aller Atlantier, welche die Feinde der geistigen Heroen der
Ârier (Götter) waren.“ (Man, p. 77.)
[5] Im Anfange.
[6] Die Unterrassen.
[7] Ihre Farben.
[8] Strophe , Shloka 24.
[9] Siehe Shloka 32, 34.
41237 X
Die wahre Bedeutung der alten Lehre von den „gefallenen
Engeln“, in ihrem
anthropologischen und evolutionären Sinne, ist in der Kabbalah
enthalten, und
erklärt die Bibel. Sie findet sich in
hervorragender Weise in der Genesis, wenn
die letztere in einem Geiste des Suchens nach Wahrheit
gelesen wird, ohne
Rücksicht auf Dogma, und ohne voreingenommene
Stimmung. Dies ist leicht zu
beweisen. In der Genesis () verlieben sich die
„Söhne Gottes“ - B´ne Aleim - in
die Töchter der Menschen, heiraten, und enthüllten
ihren Weibern die
Geheimnisse, die sie, nach Enoch, unrechtmäßiger Weise
im Himmel gelernt
hatten, und dies ist der „Fall der Engel“. [10] Aber
was ist in Wirklichkeit das Buch
Enoch selbst,
aus dem der Verfasser der Offenbarung und sogar St. Johannes
des vierten Evangeliums [11] so ausführlich citiert
hat? Einfach ein Buch der
Initiation,
welches, in Allegorie und vorsichtiger Ausdrucksweise das Programm
gewisser archaischer Mysterien, die in den innern Tempeln
vollzogen wurden
veröffentlicht. Der Verfasser der Heiligen Mysterien
bei den Mayas und Quiches
vermutet sehr richtig, daß die sogenannten „Gesichte“
des Enoch sich auf seine
(Enochs) Erfahrung bei der Initiation, und was er in
den Mysterien lernte,
beziehen; indeß er sehr irrtümlich die Ansicht
ausspricht, daß Enoch sie kennen
gelernt hatte, bevor er zum Christentum bekehrt war
(!!); ferner glaubt er, daß
dieses Buch geschrieben wurde „am Beginne der
christlichen Zeitrechnung,
als . . . . die Gebräuche und Religion der Ägypter in
Verfall gerieten!“ Dies ist
kaum möglich, nachdem Judas in seiner Epistel [12] aus
dem Buche Enoch
citiert; weshalb es, wie Erzbischof Laurence, der
Übersetzer des Buches Enoch
aus der äthiopischen Version bemerkt, „nicht das
Erzeugnis eines Schriftstellers
gewesen sein kann, der später als . . . . oder
gleichzeitig mit“ den Schreibern des
Neuen Testamentes lebte, wenn nicht in der That Judas und die Evangelien, und
alles was folgt, auch das Erzeugnis der bereits
gegründeten Kirche waren - was,
wie einige Kritiker sagen, nicht unmöglich ist. Aber
wir haben jetzt vielmehr mit
den „gefallenen Engeln“ des Enoch zu thun, als mit
Enoch selber.
In der indischen Exoterik werden diese Engel (Asuras)
auch als die „Feinde der
Götter“ geschmäht; als jene, welche sich dem den Devas
dargebrachten
Opferdienst wiedersetzen. In der christlichen
Theologie werden sie weitläufig
erwähnt als die „gefallenen Geister“, die Helden
verschiedener widerstreitender
und widersprechender Legenden, die aus heidnischen
Quellen gesammelt sind.
Der coluber tortuosos, die „gewundene Schlange“
- eine Bezeichnung - die bei
den Juden entstanden sein soll - hatte einen ganz
andern Sinn, bevor die Kirche
sie entstellte; unter anderen eine rein
astronomische Bedeutung.
41239X
[10] Im allgemeinen sind die sogenannten orthodoxen
christlichen
Vorstellungen über die „gefallenen“ Engel oder Satan
ebenso merkwürdig als
unsinnig. Ungefähr ein
Dutzend könnten angeführt werden, von
verschiedensten Charakter in
Bezug auf die Einzelheiten, und alle aus den
Federn gebildeter
Laienschriftsteller, „akadamisch Graduierter“, des
gegenwärtigen Viertels
unseres Jahrhunderts. So widmet der Verfasser von
den Urzeitaltern der Erde,
G. H. Pember, M. A., einen dicken Band dem
Beweise, daß die Theosophen,
Spiritualisten, Agnostiker, Mystiker,
Metaphysiker, Dichter, und
jeder zeitgenössische Schriftsteller über
orientalische Spekulationen
ergebene Diener des „Fürsten der Luft“ und
unwiderruflich verdammt sind. Er beschreibt Satan und
seinen Antichrist wie
folgt:
„Satan ist der ‘gesalbte
Cherub´ des Altertums . . . . Gott schuf den Satan,
den schönsten und weisesten
aller Seiner Geschöpfe in diesem Teile Seines
Weltalls, und macht ihn zum Fürsten der Welt, und der
Macht der Luft . . . . Er
wurde in ein Paradies
versetzt, das sowohl viel früher war als das Paradies
der Genesis . . . .
als auch von einem ganz verschiedenen und mehr
substanziellen Charakter,
ähnlich dem Neuen Jerusalem. Da somit Satan
vollkommen an Weisheit und
Schönheit ist, so ist sein weites Reich unsere
Erde, wenn nicht das ganze
Sonnensystem . . . . Sicherlich ist keine andere
englische Macht von größerer
oder auch nur gleicher Würde uns geoffenbart
worden. Judas erwähnt, wie
der Erzengel Michael selber gegenüber dem
Fürsten der Finsternis, die
einem Höherstehenden gebührende Achtung
bewahrt, wie verrucht er auch
sein mag, bis Gott formell seine Absetzung
befohlen hat.“ Dann wird uns
mitgeteilt, daß „Satan vom Augenblicke seiner
Schöpfung an von den Abzeichen der Königswürde umgeben
war“ (!!): daß er
„zum Bewußtsein erwachte, um
die Luft erfüllt zu finden mit der freudigen
Musik jener, die Gott dazu
bestimmt hatte“. Denn geht der Teufel „von der
Königswürde zu seiner priesterlichen
Würde über“ (!!!). „Satan war auch ein
41239X
Priester des Allerhöchsten,“ u. s. w., u. s. w. Und jetzt - „wird der
Antichrist der
inkarnierte Satan sein.“
(Kap. III. und pp. 56-59.) Die Vorläufer des
kommenden Apollyon sind
bereits erschienen - es sind dies die Theosophen,
die Occultisten, die
Verfasser von dem Perfect Way, der Isis Unveiled, des
Mystery of the Ages, und selbst des Light of Asia!! Der Verfasser bemerkt die
„eingestandene Herkunft“ der Theosophie von den
„herabsteigenden Engeln“,
von den „Nephilim“, oder den Engeln der Genesis (),
und den Riesen. Er sollte auch seine eigene Abstammung von diesen bemerkten,
wie unsere Geheimlehre zu zeigen versucht - wenn er es nicht ablehnt,
zur gegenwärtigen Menschheit zu gehören.
[11] Vergleiche X. 8, wo dasselbe von allen, die vor
Jesus gekommen sind, als von „Dieben und Mördern“ spricht.
[12] Vers 14.
41239 X
Die „Schlange“, die von oben
herabfiel (de orsum fluens) soll im Besitze der
Schlüssel des Reiches des
Todes [korrekter Abdruck siehe Buch] gewesen
sein, bis zum Tage, da Jesus
sie herabfallen sah „wie ein Blitz . . . . vom
Himmel“, [13] ungeachtet der römisch-katholischen
Auslegung von „cadebat ut
fulgur“. Es
bedeutet in der That, daß selbst „die Teufel unterworfen sind“ dem
Logos - welcher Weisheit ist, aber zur selben Zeit,
als der Gegner der
Unwissenheit, Satan oder Lucifer. Diese Bemerkung
bezieht sich auf die göttliche
Weisheit, welche wie ein Blitz auf die Intellekte
jener, welche die Teufel der
Unwissenheit und des Aberglaubens bekämpften,
herabfährt und sie begeistert.
Bis zu der Zeit, da die Weisheit in der Gestalt der
inkarnierenden Geister von
Mahat von oben herabsteigen, um die dritte Rasse zu
beseelen und zu
wirklichem bewußten Leben zu rufen - war die
Menschheit, wenn sie in ihrem
tierischen, sinnlosen Zustand so genannt werden kann,
natürlich ebenso zum
moralischen wie zum physischen Tode verdammt. Die in
die Zeugung verfallenen
Engel werden
sinnbildlich als Schlangen und Drachen der Weisheit erwähnt.
Andererseits, im Lichte des Logos betrachtet, kann
gesagt werden, daß der
christliche Heiland, wie Krishna, sei es al Mensch
oder Logos, jene, welche an
die geheimen Lehren glaubten, vom „ewigen Tode“
errettet, und das Reich der
Finsternis oder die Hölle besiegt habe, wie jeder
Initiierte thut. Dies ist die
menschliche, irdische Form der Initiierten, und auch -
weil der Logos Christos ist
·
jenes „Prinzip“
unserer inneren Natur, welches sich in uns zum geistigen Ego
entwickelt - zum Höheren Selbst - das aus der
unauflöslichen Vereinigung von
Buddhi, dem sechsten, und der geistigen Blüte des
Manas, des fünften
„Prinzipes“ gebildet ist. [14] „Der Logos ist passive
Weisheit im Himmel und
bewußte, selbstthätige Weisheit auf Erden,“ wird uns
gelehrt. Es ist die
Vermählung des „himmlischen Menschen“ mit der
„Jungfrau der Welt“ oder der
Natur, wie im Pymander beschrieben; deren
Ergebnis ihr Nachkomme - der
unsterbliche Mensch ist. Es ist dies dasselbe, was in
der Offenbarung [15] St.
Johannis die Hochzeit des Lammes mit seiner Braut
genannt wird. Dieses Weib
wird jetzt mit der römischen Kirche identificiert,
infolge der willkürlichen
Auslegungen ihrer Anhänger. Aber diese scheinen zu
vergessen, daß ihr
„Linnen“ äußerlich „rein und weiß“ sein mag,
wie das „übertünchte Grab“; aber
die Fäulnis, mit der sie innerlich erfüllt ist, nicht
die „Gerechtigkeit der Heiligen“,
[16] sondern vielmehr das Blut der Heiligen, die sie
„auf Erden erwürgt“ hat. [17]
So wurde die Bemerkung, die der große Initiierte bei Lukas
macht - welche sich
allegorisch auf den Strahl der Erleuchtung und
Vernunft bezieht, der wie ein Blitz
vom Himmel fällt in die Herzen und Gemüter derjenigen, die sich zur alten
Weisheitsreligion bekehrt haben, die damals in einer
neuen Form von dem
41241X
weisen galileischen Adepten [18] vorgebracht wurde -
bis zur gänzlichen
Unkenntlichkeit entstellt, wie auch seine eigene
Persönlichkeit, und wurde mit
einem der grausamsten und gefährlichsten aller
theologischen Dogmen in Übereinstimmung gebracht.
Aber wenn westliche Theologie allein das Patent und
Urheberrecht des Satan
hält - in dem ganzen
dogmatischen Schrecken dieser Erdichtung - so haben
andere Nationalitäten und
Religionen gleiche Irrtümer durch ihre falsche
Auslegung des Lehrsatzes
begangen, welcher einer der am tiefsten
philosophischen und idealen Vorstellung des alten
Denkens ist. Sie haben die
richtige Bedeutung desselben
in ihren zahlreichen Allegorieen über den
Gegenstand sowohl entstellt,
als auch angedeutet. Auch haben die
halbesoterischen Dogmen des
purânischen Hindûtums nicht verfehlt, sehr
bedeutsame Symbole und
Allegorieen in betreff der aufrührerischen und
gefallenen Götter zu entwickeln. Die Purânen sind
voll davon und wir finden
einen unmittelbaren Hinweis auf die Wahrheit in den
häufigen Anspielungen auf
Parâshara im Vishnu Purâna, auf alle jene
Rudras, Rishis, Asuras, Kumâras und
Munis, welche in einem jeden Zeitalter geboren werden
müssen - um in jeden
Manvantara zu reinkarnieren. Dies kommt esoterisch dem
Ausspruche gleich,
daß die aus dem Universalgemüte oder Mahat geborenen
„Flammen“ infolge des
geheimnisvollen Wirkens des karmischen Willens und des
Antriebes des
Entwicklungsgesetzes - ohne irgend welchen
stufenweisen Übergang - auf dieser
Erde gelandet seien, nachdem sie, wie in Pymander,
die „sieben Feuerkreise“,
oder kurz gesagt, die sieben dazwischen liegenden
Welten durchbrochen hatten.
Es giebt ein ewiges
cyklisches Gesetz der Wiedergeburten, und an der Spitze
der Reihe stehen mit jeder
neuen manvantarischen Dämmerung jene, welche
nach den Reinkarnationen in
früheren Kalpas durch unzählbare Aeonen ihre
Ruhe genossen hatten, die höchsten und die frühesten
Nirvânîs. Diese „Götter“
waren an der Reihe, sich in dem gegenwärtigen
Manvantara zu inkarnieren.
Daher ihre Gegenwart auf Erden und die daraus sich
ergebenden Allegorieen;
daher auch die Verdrehung der ursprünglichen
Bedeutung. [19] Die Götter,
welche „in die Zeugung gefallen“ waren, deren
Sendung es war, den göttlichen
Menschen zu vollenden, finden sich später dargestellt
als Dämonen, böse
Geister, und Feinde, in Fehde und Krieg mit den
Göttern, oder den
unverantwortlichen Werkzeugen des einen ewigen
Gesetzes. Aber niemals war
eine Vorstellung von solchen Geschöpfen wie die Teufel
und der Satan der
christlichen, jüdischen und muhammedanischen Religion
durch jene tausend und
eine ârische Allegorieen angedeutet. [20]
41241X
[13] Lukas, X. 18.
[14] Es ist nicht richtig, Christus - wie es einige
Theologen thun - als Buddhi,
das sechste Prinzip im Menschen, aufzufassen. Das
letztere an sich ist ein passives und latentes Prinzip, der geistige Träger von
Âtmâ, untrennbar von der geoffenbarten Universalseele. Nur in Vereinigung mit Selbstbewußtsein
wird Buddhi das Höhere Selbst und die Göttliche unterscheidende Seele. Christos ist das siebente Prinzip, wenn
irgend etwas.
[15] XIX. 7.
[16] Ebenda, Vers 8.
[17] . 24.
[18] Um dies klarer zu
machen, so wird jeder, der die Stelle im Lukas liest,
sehen, daß die Bemerkung dem
Berichte der Siebenzig folgt, welche sich
freuen, daß „auch die Teufel
(der Geist des Streites und des Rechtens, oder
der Widerstandskraft, da
Satan einfach ‘Widersacher´ oder ‘Gegner´
bedeutet) uns unterthan sind in deinem Namen.“ (Lukas,
X. 17.) Nun offenbart
„dein Name“, den Namen Christos, oder Logos, oder den
Geist der wahren
göttlichen Weisheit, zum Unterschiede von dem Geiste
der intellektuellen und
rein materialistischen Urteilskraft - kurz gesagt, das
Höhere Selbst. Und wenn
Jesus hierauf bemerkt, daß er
„sah den Satanas vom Himmel fallen als einen
Blitz“, so ist dies eine
bloße Behauptung seiner hellsehenden Kräfte, welche
ihnen bekannt giebt, daß er
dies bereits kannte, und eine Bezugnahme auf
die Inkarnation des göttlichen Strahles - der Götter
oder Engel - welcher in die
Zeugung verfällt.
Denn durchaus nicht alle Menschen haben Nutzen aus
dieser Inkarnation, und bei einigen bleibt die Kraft
während des ganzen
41241X
Lebens latent und tot. Wahrlich „niemand weiß, wer der
Sohn sei, denn nur der Vater; noch wer der Vater sei, denn nur der Sohn“, wie
Jesus damals und dort (Vers 22) hinzufügte - die „Kirche Christi“ weniger als
sonst irgend jemand.
Die Initiierten allein verstanden die geheime Bedeutung
der Ausdrücke „Vater“
und „Sohn“, und wussten, daß sie sich auf Geist und
Seele auf Erden bezog. Denn die Lehren
Christi waren occulte Lehren, welche nur bei der Initiation erklärt werden
konnten. Sie waren niemals für die Massen berechnet, denn Jesus verbat den
Zwölfen, zu den Heiden und zu den Samaritanern zu gehen (Matthäus X. 5)
und wiederholte seinen Schülern, daß das „Geheimnis des Reiches Gottes“ für sie
allein sei, und nicht für die Menge (Markus, . 11).
[19] So hatte zum Beispiel in
den Purânen Pulastya, ein Prajâpati oder Sohn
des Brahmâ - der Vorfahr der
Râkshasas und der Großvater des Râvanam
des großen Königs von Lankâ
im Râmâyana - in einer früheren Geburt einen
Sohn Namens Dattoli, „welcher jetzt bekannt ist als
der Weise Agastya,“ sagt
das Vishnu Purâna (Wilsons
Übers., I. 154). Dieser Name Dattoli allein hat
noch sechs weitere Varianten,
oder sieben Bedeutungen. Er heißt
beziehungsweise Dattoli,
Dattâli, Dattotti, Dattotri, Dattobhri, Dambhobhi,
Dambholi. Diese sieben Varianten haben eine jede einen
geheimen Sinn, und
beziehen sich in den
esoterischen en auf verschiedene
ethnologische
Klassifikationen, und auch auf physiologische und
anthropologische Geheimnisse
der ursprünglichen Rassen. Denn sicherlich
sind die Râkshasas kein
Dämonen, sondern einfach die ursprünglichen und
wilden Riesen der Atlantier,
welche über die Erdoberfläche zerstreut waren,
wie es jetzt die fünfte Rasse
ist. Vasishtha ist eine Gewähr dafür, wenn
anders seine Worte, die er an Parâshara richtete,
welcher zur Vernichtung der
Râkshasas ein bischen Jadoo
(Zauberei) versuchte, was er „Opfer“ nennt,
irgend etwas bedeuten. Denn
er sagt: „Vernichte nicht mehr von diesen
harmlosen ‘Geistern der Dunkelheit´.“ (Wegen der Einzelheiten
siehe
41241X
Mahâbhârata, Âdi Parvan, s. 176; auch Linga Purâna,
Pûrvârdha, s. 64;
Wilson, ebenda, I. 8,
9.)
[20] Wir haben eine Stelle
aus dem Briefe eines Meisters, welcher sich
unmittelbar auf diese inkarnierende Engel bezieht. Der
Brief sagt: „Nun giebt
es, und es muß solche geben,
Mißerfolge in den ätherischen Rassen der
vielen von Dhyân Chohans,
oder Devas (vorgeschrittene Wesenheiten aus
einer früheren planetarischen
Periode), so gut wie unter den Menschen. Da
jedoch diese Mißerfolge zu
weit fortgeschritten und vergeistigt sind, als daß
sie mit Gewalt aus ihrer
Dhyân-Chohanschaft in den Strudel einer neuen
ursprünglichen Entwicklung
durch die niederen Reiche geworfen werden
könnten, so geschieht
folgendes. Wo ein neues Sonnensystem entwickelt
werden soll, werden diese
Dhyân Chohans durch Einströmen ‘an die Spitze´
der Elementale (Wesen . . .
die in einer zukünftigen Zeit zur Menschheit
entwickelt werden sollen)
getragen und bleiben als eine verborgene oder
unthätige geistige Kraft in
der Aura einer entstehenden Welt . . . bis der
Zustand der menschlichen Entwicklung erreicht ist. . .
. Dann werden sie eine
thätige Kraft und
vermengen sich mit den Elementalen, um allmählich den
vollen Typus der Menschheit zu entwickeln.“ Das heißt,
sich im Menschen zu
entwickeln, und ihn mit seinem selbstbewußtem Gemüt
oder Manas zu begaben.
41241X
Die wahre esoterische
Anschauung über den „Satan“, die Meinung, die das
gesamte philosophische
Altertum über diesen Gegenstand hatte, ist
bewundernswert in einem „Das
Geheimnis des Satan“ betitelten Anhang zur
zweiten Ausgabe von Dr. A. Kingsford´s Perfect Way vorgebracht.
[21] Keine
bessere und klarere Andeutung der Wahrheit konnte dem
verständigen Leser geboten werden, und daher wird sie hier in einiger
Ausführlichkeit citiert.
1. Und am siebenten Tage (der siebenten Schöpfung der
Inder) [22] ging aus
von der Gegenwart Gottes ein mächtiger Engel,
voll Zorn und Zerstörung, und
Gott verlieh ihm die Herrschaft über die äußerste
Sphäre. [23]
2. Die Ewigkeit brachte die Zeit hervor; das
Grenzenlose gebar das Begrenzte;
das Sein stieg herab in die Zeigung. [24]
4. Unter den Göttern ist keiner gleich ihm, in
dessen Hände gelegt sind die Reiche, die Macht und die Herrlichkeit der
Welt. 5. Throne und Herrschaften, die
Dynastien der Könige, [25] der Fall der Nationen, die Geburt der Kirchen, die
Triumphe der Zeit.
Denn, wie es im Hermes heißt:
20. Satan ist der Thürhüter des Tempels des Königs;
er steht in Solomons Vorhalle; er hält die Schlüssel des Heiligtums;
21. Damit niemand darin eintreten könne, außer der
Gesalbte, der das Geheimnis des Hermes hat.
Diese bedeutsamen und majestätischen Verse hatten
Bezug, bei den alten
Ägyptern und anderen civilisierten Völker des
Altertums, auf das schöpferische
und zeugende Licht des Logos - Horus, Brahmâ, Ahura, Mazda u. s. w., als
ursprüngliche Offenbarungen des ewig-ungeoffenbarten
Prinzips, einerlei ob
genannt Ain Suph, Parabrahman oder Zeruâna Akerne,
oder Grenzenlose Zeit,
Kâla - aber die Bedeutung ist jetzt in der Kabbalah
erniedrigt worden. Der
„Gesalbte“ - welcher die Geheimnisse und Mysterien des
Hermes oder Budha
der Weisheit hat, und dem allein die „Schlüssel des
Heiligtums“, des Schoßes
der Natur anvertraut sind, um sie zu befruchten und
den ganzen Kosmos zu
thätigem Leben und Dasein anzurufen - ist bei den
Juden zum Jehova geworden,
dem „Gotte der Zeugung“ auf dem Mondberge - Sinai, dem
Berge des Mondes
(Sin). Das „Heiligtum“ ist zum „Allerheiligsten“
geworden und das Geheimnis ist
fürwahr anthropomorphisiert und „phalliciert“, und in
die Materie hinabgezogen
worden. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, den
„Drachen der Weisheit“ zur
„Schlange“ der Genesis zu machen; die
Notwendigkeit des bewußten Gottes,
41243 (1 of 6)X
welcher einen Körper brauchte, zur Bekleidung seiner
allzu subjektiven
Göttlichkeit, den Satan. Aber die „unzähligen
Inkarnationen des Geistes“ und „der
unaufhörliche Puls und Strom des Verlangens“ [26]
beziehen sich zum ersten auf
unsere Lehre von den karmischen und cyklischen
Wiedergeburten, zum zweiten
·
auf Erôs, nicht
den späteren Gott der materiellen physiologischen Liebe,
sondern auf das göttliche Verlangen in den Göttern
sowohl, wie in der ganzen
Natur, zu erschaffen und Wesen zu beleben. Dies
konnten die Strahlen der einen
„dunklen“, weil unsichtbaren und unfassbaren „Flamme“
nur erreichen, indem sie
selbst in die Materie hinabstiegen.
Daher fährt der Anhang fort:
12. Viele Namen hatte Gott ihm (Satan) gegeben, Namen
des Geheimnisses, verborgen und schrecklich.
13. . . . Der Widersacher, weil die Materie dem Geiste
widerstreitet und die Zeit selbst die Heiligen des Herrn verklagt.
28. Fürchtet ihn, und sündigt nicht; sprechet seinen
Namen mit Zittern . . . 29. Denn Satan
ist der Richter der Gerechtigkeit Gottes (Karma); er hält die Wage und das
Schwert.
31. Denn ihm sind anvertraut Gewicht und Maß und Zahl.
Man vergleiche den letzten Satz mit dem, was der
Rabbi, welcher im Buche Al
Chazari, dem
Prinzen die Kabbalah erklärt, sagt, und man wird finden, daß
Gewicht und Maß und Zahl im Sepher Jetzirah die
Attribute der Sephiroth (der
drei Sephrim, oder Zahlen, Ziffern) sind, welche der
ganzen zusammengefaßten
Zahl von 10 gleichkommen; und daß die Sephiroth der
kollektive Adam Kadmon,
der „Himmlische Mensch“ oder der Logos sind. Somit
werden Satan und der Gesalbte im alten Denken identificiert.
Daher:
33. Satan ist der Diener Gottes, der Herr der sieben
Wohnungen des Hades, der Engel der offenbaren Welten.
Der sieben Lokas, oder Saptaloka, der Erde bei den
Indern; denn Hades, oder
der Limbus der Täuschung, aus
dem die Theologie ein Grenzland der Hölle
macht, ist einfach unsere
Kugel, die Erde, und somit wird Satan genannt: der
„Engel der offenbaren Welten.“
Es ist „Satan, welcher der Gott
ist unseres Planeten und der Einzige Gott“, und
dies ist ohne irgend welche
metaphorische Anspielung auf ihre Schlechtigkeit
41243X
und Verkommenheit. Denn er
ist eins mit dem Logos.
Der erste und „älteste der
Götter“ in der Reihenfolge der mikrokosmischen
(göttlichen) Entwicklung ist
Saturn (Satan) [astronomisch] der siebente und
letzte in
der Reihenfolge der makrokosmischen Emanation, da er der Umkreis
des Reiches ist, dessen Mittelpunkt Phoebus (das Licht
der Weisheit, auch die
Sonne) ist.
Die Gnostiker hatten Recht, als sie den jüdischen Gott
einen „Engel des Stoffes“
nannten, oder ihn, welcher (bewußtes) Leben dem Adam
einblies, und dessen
Planet der Saturn war.
34. Und Gott hat einen Gürtel um seine Lenden gethan
(die Ringe des Saturn), und der Name des Gürtels ist Tod.
In der Anthropologie ist dieser „Gürtel“ der
menschliche Körper mit seinen zwei
niederen Prinzipien.
Diese drei sterben, indes der
innerste Mensch unsterblich ist.
Und nun nähern wir uns dem Geheimnis
des Satan.
37. . . . Auf Satan allein ruht
die Schande der Zeugung. 38. Er hat seinen
jungfräulichen Zustand verloren (ebenso der Kumâra durch die Inkarnation): indem
er himmlische Geheimnisse enthüllte, ist er in Knechtschaft getreten.
39. Er umschließt mit Fesseln und begrenzt alle Dinge.
. . . 42. Zweifach sind die Heerscharen
Gottes: im Himmel die Scharen des Michael; im Abgrunde (der geoffenbarten Welt)
die Legionen des Satan.
43. Diese sind der Ungeoffenbarte und der
Geoffenbarte; der Freie und der (in
der Materie) Gebundene; der Jungfräuliche und der
Gefallene.
44. Und beide sind die Diener des Vaters, die das
göttliche Wort erfüllen.
Daher:
55. Heilig und ehrwürdig ist der Sabbath Gottes: gesegnet
und geheiligt ist der
Name des Engels des Hades (Satan).
Denn:
41. Die Herrlichkeit des Satan ist der Schatten des
Herrn (Gottes in der
geoffenbarten Welt): der Thron des Satan ist der
Fußschemel des Adonai (der
41243 (3 of 6)X
ganze Kosmos).
Wenn daher die Kirche den
Satan verflucht, so verflucht sie den kosmischen
Wiederschein Gottes; sie thut
Gott in Bann, der in der Materie oder im
Gegenständlichen offenbar
geworden; sie schmäht Gott, oder die ewig
unfaßbare Weisheit, die sich selbst als Licht und
Schatten, als Gutes und Böses
in der Natur offenbart - die einzige Weise, die dem
beschränkten Verstande des
Menschen faßbar ist.
Dies ist die wahre
philosophische und metaphysische Auslegung des Samael
oder Satan, des Wiedersachers
in der Kabbalah; dieselben Lehrsätze und
derselbe Geist finden sich in den allegorischen
Auslegungen einer jeden alten
Religion. Diese philosophische Anschauung
widerstreitet jedoch nicht den damit
verknüpften historischen Urkunden. Wir sagen
„historischen“, weil Allegorie und
mythische Ausschmückung rund um den Kern der
Überlieferung es auf keine
Weise verhindern, daß dieser Kern eine Urkunde
wirklicher Ereignisse ist. So hat
die Kabbalah, in Wiederholung der
altehrwürdigen Offenbarung der einstmals
universellen Geschichte unserer Kugel und der
Entwicklung ihrer Rassen ihm der
legendären Form der verschiedenen Geschichten
darboten, welche die Bibel
bilden. Seine geschichtliche Grundlage, einerlei in
welch unvollkommener Form,
wird jetzt auf diesen Blättern aus der Geheimlehre des
Ostens dargeboten; und
so findet sich die allegorische und symbolische
Bedeutung der Schlange der
Genesis erklärt
als die „Söhne der Weisheit“ - oder Engel aus höheren Sphären,
obwohl alle und jeder dem Reiche des Satan, oder der
Materie angehören -
welche den Menschen die Geheimnisse des Himmels
enthüllen. Daher erweisen
sich auch alle sogenannten Mythen des indischen, griechischen,
chaldäischen
und jüdischen Pantheons als auf Thatsache und Wahrheit
begründet. Die Riesen
der Genesis sind die historischen Atlantier von
Lankâ, und die griechischen Titanen.
Wer kann vergessen, daß Troja einstmals für einen
Mythos erklärt wurde, und
Homer für eine nicht existierende Persönlichkeit,
während die Existenz solcher
Städte wie Herculanum und Pompeii geleugnet und bloßen
Feenmärchen zugeschrieben wurden?
Aber Schliemann hat bewiesen,
daß Troja wirklich existierte, und die beiden
letzteren Städte, obwohl
durch lange Zeitalter unter der Lava des Vesuvs
begraben, haben ihren
Auferstehungstag gehabt, und leben wieder auf der
Oberfläche der Erde. Um wie viel mehr Städte und
Örtlichkeiten, die „fabelhaft“
genannt werden, auf der Liste zukünftiger Entdeckungen
stehen, wie viel mehr
Persönlichkeiten, die als mythisch [27] betrachtet
werden, eines Tages historisch
werden, können allein jene sagen, welche die
Beschlüsse des Fatums im
41243 (4 of 6)X
Astrallicht lesen.
Da aber die Lehrsätze der östlichen Lehre immer geheim
gehalten worden sind,
und da der Leser kaum hoffen kann, daß ihm die
Originaltexte gezeigt werden,
wenn er nicht ein angenommener Schüler wird, so möge
sich der Kenner des
Griechischen und Lateinischen an die Originaltexte der
hermetischen Literatur
wenden. Er möge z. B. sorgfältig die Anfangsseiten des
Pymander des Hermes
Trismegistos lesen und er wird unsere Lehre darin
bestätigt sehen, wie
verschleiert auch ihr Text ist. Es wird auch die
Entwicklung des Weltalls, unserer
Erde, genannt „Natur“ im Pymander, sowie von
allen übrigen aus dem „feuchten
Prinzip“, oder der großen Tiefe, Vater-Mutter - der
ersten Differentiation im
geoffenbarten Kosmos finden. Zuerst das
„Universalgemüt“, welches die Hand
des christlichen Übersetzers in den frühesten
Wiedergaben in Gott den Vater
verwandelt hat; dann den „Himmlischen Menschen“, [28]
die große Gesamtheit
jener Schar von Engeln, welche zu rein war für die
Erschaffung der unteren
Welten oder der Menschen unserer Kugel, die aber
nichtsdestoweniger in die
Materie fielen, kraft derselben Entwicklung,
wie der zweite Logos des „Vaters“.
[29]
[21] Anhang XV, pp. 369ff.
[22] Als die erde mit ihrer Planetenkette und den
Menschen erscheinen sollte.
[23] Unsere Erde und die physische Bewußtseinsebene.
[24] Als die reinen, himmlischen Wesen oder Dhyân
Chohans, die großen
Pitris der verschiedenen Klassen beauftragt waren -
die einen, ihre Bilder oder
Chhâyâs zu evolvieren und aus ihnen den physischen
Menschen zu machen;
die anderen, diesen zu beseelen und ihn so mit
göttlicher Intelligenz und dem
Verständnis für die Geheimnisse der Schöpfung zu
begaben.
[25] Die „Dynastien der Könige“, welche sich alle als
„gesalbt“ betrachten, als
von „Gottes Gnaden“ herrschend, während die in
Wirklichkeit von Gnaden der
Materie, der großen Täuschung, der Betrügering
herrschen.
41243X
[26] Ebenda, a. a. O. Vers 10.
[27] Siehe die „Ursprünglichen Manus der Menschheit“.
[28] Der „Himmlische Mensch“ - es wird gebeten, dieses
Wort neuerdings zu
beachten - ist der „Logos“ oder der „Sohn“ esoterisch.
Sobald daher der Titel
auf Christus angewendet war, welcher als Gott und als
der wahre Gott selbst
erklärt war, hatte die christliche Theologie keine
Wahl. Um ihr Dogma von der
persönlichen Dreieinigkeit zu stützen, mußte sie, wie
sie es noch immer thut,
verkünden, daß der christliche Logos der einzige wahre
ist, und daß alle Logoi
der anderen Religionen falsch und bloß das maskierte
böse Prinzip, der Satan
seien. Man sehe, wohin dies die westliche Theologie
geführt hat. [29] „Denn das Gemüt, eine
Gottheit, die mit beiden Geschlechtern versehen und Licht und Leben ist,
brachte durch seine Worte ein anderes Gemüt oder einen Arbeiter hervor; dieser,
welcher Gott des Feuers und des Geistes ist, bildete und formte sieben andere
Lenker, welcher in ihren Kreisen die Erscheinungswelt erhalten, und deren
Anordnung Fatum oder Geschick genannt wird“ (Abt. IX. cap. I, Ausg. 1579).
Hier ist einleuchtend, daß das Gemüt, der
ursprüngliche universale göttliche Gedanke, weder das Unbekannte Ungeoffenbarte
eine ist, da es mit beiden Geschlechtern versehen - männlich und weiblich -
ist, noch auch der christliche „Vater“, da der letztere nämlich männlich ist
und nicht androgyn. Thatsache ist, daß
der „Vater“, „Sohn“ und „Mensch“ in den Übersetzungen des Pymander hoffnungslos
durcheinandergemengt sind.
41243 (6 of 6)X
Zusammengefaßt ist jeder schöpferische Logos, oder der
„Sohn, welcher eins ist
mit dem Vater“, die Schar der Rectores Mundi in sich
selbst. Selbst in die
christliche Theologie macht aus den sieben „Engeln der
Gegenwart“ die
Tugenden oder die personificierten Attribute Gottes,
welche, von ihm erschaffen,
so wie die Manus von Brahmâ, zu Erzengeln wurden. die
römisch katholische
Theodice selbst, die in ihrem schöpferischen Verbum
Princeps das Haupt dieser
Engel (caput angelorum) und den Engel des
großen Rates (magni consilii angelus) anerkennt, anerkennt damit die
Identität Christi mit diesen. „Die Sura
werden A-Sura“ - die Götter wurden Nichtgötter - sagt der Text; d. i.
Götter wurden Feinde - Satan, wenn buchstäblich
gelesen. Aber es wird jetzt
gezeigt werden, in der Lehre der Geheimlehre, daß
Satan als Gut und als Opfer,
als ein Gott der Weisheit, unter verschiedenen Namen
allegorisiert ist.
Die Kabbalah lehrt, daß Stolz und Vermessenheit
- die zwei Hauptanreizer der
Selbstsucht und des Egoismus - die „Ursachen sind,
welche den Himmel um ein
Drittel seiner
göttlichen Bewohner mystisch, und um ein Drittel der Sterne
astronomisch leer machte; mit anderen Worten, die
ersten Behauptung ist eine
Allegorie, und die zweite eine Thatsache. Die erstere
hängt jedoch nichtsdestoweniger, wie gezeigt ist, enge mit der Menschheit
zusammmen.
Andererseits behielten die Rosenkreuzer, welche mit
der geheimen Bedeutung
der Überlieferung wohl vertraut waren, dieselbe für
sich und lehrten bloß, daß die
ganze „Schöpfung die Folge und das Ergebnis war von
jenem sagenhaften
„Krieg im Himmel“, der durch den Aufruhr der Engel
[30] gegen das
schöpferische Gesetz oder den Demiurgen herbeigeführt
wurde. Die Behauptung
ist richtig, aber die innere Bedeutung ist bis
zum heutigen Tage ein Geheimnis.
Einer weiteren Erklärung der Schwierigkeit dadurch
auszuweichen, daß man sich
auf ein göttliches Mysterium
oder auf die Sündhaftigkeit des Ausspähens der
Absichten desselben beruft -
heißt überhaupt nicht sagen. Das mag sich als
hinlänglich für die Anhänger
der Unfehlbarkeit des Papstes erweisen, aber es
wird schwerlich das
philosophische Gemüt befriedigen. Aber die Wahrheit,
obwohl sie den meisten der höheren Kabbalisten bekannt
war, ist niemals von
irgend einem aus ihrer Zahl
gesagt worden. Sämtliche Kabbalisten und
Symbologen haben ein
außerordentliches Widerstreben gezeigt, die
ursprüngliche Bedeutung des Falles
der Engel einzugestehen. Bei einem
Christen ist ein solches
Schweigen natürlich. Weder ein Alchimist noch ein
Philosoph hätte während des Mittelalters das
aussprechen können, [31] was in
den Augen der orthodoxen Theologie eine schreckliche
Lästerung war, denn es
41247X
hätte sie unmittelbar durch das „heilige“ Officium der
Inquisition zu Folter und
Scheiterhaufen geführt. Aber für unsere Kabbalisten
und Freidenker liegt die
Sache anders. Bei den letzteren, fürchten wir, ist es
bloß menschlicher Stolz,
Eitelkeit, die auf einem laut verworfenen, aber
ausrottbaren Aberglauben beruht.
Seitdem die Kirche in ihrem Kampfe mit dem
Manichäismus den Teufel erfunden
und dadurch, daß sie ein
theologisches Löschhorn über den strahlenden
Sternengott, Lucifer, den „Sohn
des Morgens“, gestülpt hat, so den
großartigesten aller ihrer
Widersprüche erschaffen hat, ein schwarzes und
finsteres Licht - hat die Fabel ihre Wurzel erschaffen hat,
Boden des blinden
Glaubens gesenkt, als daß sie in unserem Zeitalter
auch nur jenen, welche sich
mit ihren Dogmen nicht beruhigen und über ihren
gehörnten und pferdefüßigen
Satan lachen, gestatten würde, mutig aufzutreten und
das hohe Alter der ältesten
aller Überlieferungen zu bekennen. Mit ein paar kuren
Worten ist es dies. Halb
exoterisch wurde den „Erstgeborenen“ des allmächtigen
- Fiat Lux - oder den
Engeln des ursprünglichen Lichts, befohlen zu
„schaffen“; ein Drittteil von ihnen
lehnte sich auf und „weigerte sich“; während jene,
welche „gehorchten“, wie Fetahil that - ganz vollständig fehlten.
[30] Die Allegorie von dem Feuer des Prometheus ist
eine andere Lesart des Aufruhrs des stolzen Lucifer, welcher in den „bodenlosen
Abgrund“, oder einfach auf unsere Erde hinabgeschleudert wurde, um als Mensch
zu leben.
Der indische Lucifer, der
Mahâsura, soll auch eifersüchtig auf das glänzende
Licht des Schöpfers geworden
sein und sich an der Spitze der niederen
Asuras (nicht Götter, aber
Geister) gegen Brahmâ aufgelehnt haben; dafür
schleudert ihn Shiva hinab
nach Pâtâla. Da aber in indischen Mythen
Philosophie Hand in hand mit
allegorischer Dichtung geht, so lässt sie den
„Teufel“ bereuen und es wird ihm Gelegenheit zum
Fortschritte gewährt: es ist
esoterisch ein sündiger Mensch, und kann durch Yoga, Hingabe und
Adeptschaft neuerlich seinen
Zustand des „Einsseins mit der Gottheit“
erreichen. Herkules, der
Sonnengott, steigt in den Hades (die Höhle der
Initiation) hinab, um die
Opfer von ihren Qualen zu befreien, u. s. w. Nur die
christliche Kirche schafft ewige Qual für den
Teufel und die Verdammten, die
sie erfunden hat.
41247X
[31] Warum sollte zum
Beispiel Éliphas Lévi, der sehr fruchtlose und
ausgesprochene Kabbalist,
gezögert haben, das Geheimnis des sogenannten
gefallenen Engel zu
veröffentlichen? Daß er die Thatsache und die wirkliche
Bedeutung der Allegorie sowohl in ihrem religiösen und
mystischen, als auch
in ihrem physiologischem
Sinne kannte, ist durch seine umfangreichen
Schriften und häufigen
Anspielungen und Winke erwiesen. Und doch sagt
Éliphas, nachdem er
hundertmal in seinem früheren Werken darauf
angespielt, in seiner
späteren Histoire de la Magie (pp. 220, 221): „Wir
protestieren mit aller
unserer Kraft gegen die Herrschaft und das Überallsein
des Satan. Wir beabsichtigen hier die Überlieferung
von dem Falle der Engel
weder zu leugnen noch zu behaupten . . . . Aber wenn dem so ist . . . dann kann der Fürst
der rebellischen Engel im besten Falle der letzte und machtloseste unter den
Verdammten sein - nun, da er getrennt ist von der Gottheit - welche das Prinzip
jeder Kraft ist.“ Das ist verschwommen und ausweichend genug; aber sehen wir,
was Hargrave Jennings in seinem unheimlichen, abgehackten Styl schreibt:
„Beide, St. Michael und St. Georg, sind Typen. Sie
sind geheiligte Personen
oder erhabene Helden, oder vergöttlichte Kräfte. Sie
sind ein jeder mit seinen
eigentümlichen Fähigkeiten und Attributen dargestellt.
Diese sind reproduciert
und stehen vervielfältigt - unterschieden durch
verschiedene Namen in allen
Mythologien (einschließlich der christlichen). Aber
die Idee in Bezug auf einen
jeden ist eine allgemeine. Diese Idee und
Gedankenvorstellung ist die eines
allmächtigen Kämpfers - kindergleich in seiner
‘jungfräulichen Unschuld´ - so
mächtig, daß diese gotterfüllte Unschuld (die Seraphim
‘wissen am meisten´,
die Cherubim ‘lieben am meisten´) die Welt
zerschmettern kann (die artikuliert
ist - um das Wort so zu gebrauchen - in der Magie des
Lucifer, aber
verdammt), im Gegensatz zu den kunstvollen
Konstruktionen, erlangt von der
Erlaubnis des Allerhöchsten - kunstvollen Konstruktionen,
erlangt von der
41247X
Erlaubnis des Allerhöchsten -
kunstvollen Konstruktionen (‘Dieseitsleben´) -
des herrlichen Apostaten des
mächtigen Rebellen, aber doch zur selben Zeit
des ‘Lichtbringers´, des
Lucifer - des ‘Morgensterns´, des ‘Sohnes des
Morgens´ - der allerhöchste
Titel ‘außerhalb des Himmels´, denn im Himmel
kann er nicht sein, aber
außerhalb des Himmels ist er alles. Mit einer
scheinbar unglaublichen Seite
seines Charakters - denn der Leser möge
sorgfältig bemerken, daß
Eigenschaften kein Geschlecht haben - ist dieser
Erzengel St. Michael die unbesiegbare, geschlechtlose,
himmlische ‘Energie´
·
um ihm mit seinen
großen Charakteristiken zu würdigen - der unbesiegbare
‘jungfräuliche Kämpfer´, bekleidet . . . und zur
selben Zeit bewaffnet mit dem
verneinenden Panzer der gnostischen ‘Weigerung zu
schaffen´. Dies ist ein
anderer Mythos, ein ‘Mythos innerhalb Mythen´ . . .
ein erstaunliches
‘Geheimnis der Geheimnisse´, weil es so unmöglich und
kontradiktorisch ist.
Unerklärlich wie die Apokalypse. Unoffenbarlich wie
die ‘Offenbarung´.
(Phallicism,
pp. 212, 213.)
Nichtsdestoweniger wird dieses unoffenbarliche und
unerklärliche Geheimnis
jetzt durch die Lehre des Ostens erklärt und offenbar
werden. Natürlich so, wie es der sehr gelehrte, aber noch mehr verwirrende
Verfasser des Phallicism giebt, würde freilich kein uninitiierter
Sterblicher jemals seine wirkliche Absicht verstehen.
41247 X
Um die Weigerung und den Mißerfolg ihrer richtigen
physischen Bedeutung nach
aufzufassen, muß man die östliche Philosophie
studieren und verstehen; man
muß mit den grundlegenden mystischen Lehrsätzen der
Vedântisten in Bezug
auf die vollständige Unrichtigkeit eines Zuerteilens
funktioneller Thätigkeit an die
unendliche und unbedingte Gottheit vertraut sein. Die
esoterische Philosophie
behauptet, daß während der Sandhyâs die „Centralsonne“
ein schöpferisches
Licht -
sozusagen passiv - aussendet. Die Kausalität ist latent. Nur während der
thätigen Perioden des Daseins ruft sie einen Strom
unaufhörlicher Energie
hervor, deren Schwingungsströme, mit jeder Sprosse der
siebenfältigen Leiter
des Daseins, auf der sie herabsteigen, mehr Thätigkeit
und Kraft erlangen.
Dadurch wird es verständlich, wieso der Vorgang des
„Schaffens“ oder vielmehr
Bildens des organischen Weltalls, mit allen seinen
Einheiten der sieben Reiche,
intelligente Wesen notwendig machte - welche kollektiv
ein Wesen oder schöpferischer Gott wurden, welcher bereits differenciert ist
von der einen unbedingten Einheit, da letztere nicht in Beziehung steht zu der
bedingten „Schöpfung“. [32]
Nun enthält das vatikanische Kabbalah-Manuskript
- dessen einziges Exemplar
(in Europa) in Besitze des Grafen St. Germain gewesen
sein soll - die
vollständigste Darlegung der Lehre, einschließlich der
sonderbaren Version, die
von den Luciferianern [33] und anderen Gnostikern
angenommen ist; und in
jenem Pergament werden die „sieben Sonnen des Lebens“
in der Reihenfolge
gegeben, in der sie in dem Saptasûrya zu finden sind.
Von diesen werden jedoch
nur vier in den Ausgaben der Kabbalah erwähnt,
welche in öffentlichen
Bibliotheken erhältlich sind, und selbst die nur in
mehr oder weniger
verschleierter Ausdrucksweise. Nichtsdestoweniger ist
selbst diese verringerte
Zahl vollständig ausreichend, einen identischen
Ursprung zu zeigen, da sie sich
auf die vierfältige Gruppe der Dhyân Chohans bezieht,
und zeigt, daß die
Spekulation ihren Ursprung in den geheimen Lehren der
Ârier hatte. Wie wohl
bekannt ist, entstand die Kabbalah nicht bei
den Juden, denn die letzteren erhielten ihre Ideen von den Chaldäern und den
Ägyptern.
So sprechen selbst die exoterischen kabbalistischen
Lehren von einer
„Centralsonne“ und von drei sekundären Sonnen in einem
jeden Sonnensystem -
einschließlich des unseren. Wie in dem trefflichen,
aber allzu materialistischen
Werk New Aspects of Life and Religion, welches
ein Überblick der Anschauung
der Kabbalisten von einem tief durchdachten und
assimilierten Standpunkt aus
ist, gezeigt wird:
Die Centralsonne . . . war für sie (ebenso wie für die
Ârier) das Centrum des
41249X
übrigen; das Centrum, auf das alle Bewegung schließlich
bezogen werden
mußte. Rund um diese
Centralsonne . . . „bewegte sich die erste von den drei
Sonnen des Systems . . . in
einer polaren Ebene . . . die zweite in einer
äquatorialen Ebene“ . . . und
nur die dritte war unsere sichtbare Sonne. Diese
vier Sonnenkörper waren „die Organe, von deren
Thätigkeit das, was der
Mensch die Schöpfung nennt, die Entwicklung des Lebens
auf dem
Erdplaneten abhängt.“ Die Kanäle, durch welche der Einfluß dieser Körper auf
die Erde übertragen wurde, hielten sie (die
Kabbalisten) für elektrische . . . Die
strahlende Energie, die aus der Centralsonne [34]
ausströmte, rief die Erde als
eine wässerige Kugel ins
Dasein . . . (deren Neigung) als Kern eines
Planetenkörpers die war, in
die (centrale) Sonne zu stürzen . . . . in die
Sphäre, deren Anziehung sie
geschaffen hatte . . . . Aber die strahlende
Energie, welche beide auf die gleiche Weise
elektrisierte, hielt die eine von der
anderen entfernt und verwandelte so die Bewegung nach
dem
Anziehungsmittelpunkt, welchen der umlaufende Planet
(die Erde) auf diese Art zu erreichen suchte, in eine solche um denselben.
In der organischen Zelle fand die sichtbare Sonne ihre
eigene richtige Matrix,
und brachte durch diese das tierische Reich (während
sie das pflanzliche zur Reife brachte) hervor, und setzte schließlich den
Menschen an die Spitze desselben, in welchem sie durch die beseelende Wirkung
dieses Reiches die psychische Zelle entstehen ließ.
Aber der so an die Spitze des tierischen Reiches, an
die Spitze der Schöpfung
gestellte Mensch war der
tierische, der seelenlose, der vergängliche
Mensch . . .
Daher würde der Mensch,
obzwar scheinbar die Krone der Schöpfung, durch seine Ankunft den Schluß derselben
bezeichnet haben; da die Schöpfung, welche in ihm ihre Höhepunkt erreichte, bei
seinem Tode in ihren Verfall eingetreten wäre. [35]
[32] „Schöpfung“ - natürlich aus einer
praeexistierenden ewigen Substanz oder Materie, welche Substanz nach unseren
Lehren der grenzenlose, immer dauernde Raum ist.
[33] Die Lucifianer, eine
Sekte des vierten Jahrhunderts, welche angeblich
gelehrt haben, daß die Seele
ein fleischlicher Körper sei, der dem Kinde von
seinem Vater überliefert
wird, und die Lucianisten, eine andere und frühere
41249X
Sekte des dritten Jahrhunderts n. Chr., welche all
dies lehrten und ferner, daß die tierische Seele nicht unsterblich sei,
philosophierten auf dem Boden der wirklichen kabbalistischen und occulten
Lehren. [34] Diese „Centralsonne“ der
Occultisten muß sogar die Wissenschaft im astronomischen Sinne annehmen, denn
sie kann die Gegenwart im Sternenraume, von einem Centralkörper in der
Milchstraße, einem unsichtbaren und geheimnisvollen Punkte, dem immer
verborgenen Anziehungscentrum unserer Sonne und unseres Systems, nicht
leugnen. Aber diese „Sonne“ wird von den
Occultisten des Ostens anders betrachtet.
Während die westlichen und jüdischen Kabbalisten - und
selbst einige fromme
moderne Astronomen - behaupten, daß in dieser Sonne
die Gottheit speziell
gegenwärtig ist, und die Wissensakte Gottes darauf
zurückführen, behaupten
die östlichen Initiierten, daß, da die übergöttliche
Wesenheit des unbekanntes
Absoluten gleichermaßen in jedem Bereiche und an jeder
Stelle ist, die
„Centralsonne“ einfach das Centrum der universalen
Lebenselectricität ist; der
Behälter, in den jene göttliche Ausstrahlung, die
bereits am Beginne einer
jeden „Schöpfung“ differentiiert ist, als in einem
Brennpunkt sich ansammelt.Obwohl noch in einem Laya- oder neutralem Zustand,
ist sie doch nichtsdestoweniger das eine anziehende, sowie das immer
aussendende Lebenscentrum.
[35] a. a. O., pp. 287-289.
41249 X
Diese kabbalistische Ansicht wird hier citiert, um
ihre vollständige Identität dem
Geiste nach, mit der östlichen Lehre zu zeigen.
Erkläret, oder vervollständigt die
Lehre von den sieben Sonnen
mit den sieben Systemen von Daseinsebenen,
deren Centralkörper die
„Sonnen“ sind, und ihr habt die sieben englischen
Ebenen, deren „Schar“
kollektiv die Götter derselben sind. [36] Sie sind die
Hauptgruppe, geteilt in vier
Klassen, von der unkörperlichen abwärts bis zur
halbkörperlichen. Diese Klassen stehen in
unmittelbaren Zusammenhang - wenn
auch auf verschiedene Arten in Bezug auf freiwillige
Verbindung und Funktion -
mit unserer Menschheit. Sie sind drei, zusammengefaßt
durch die vierte, die
erste und höchste, welche in der soeben angeführten
kabbalistischen Lehre die
„Centralsonne“ genannt wird. Dies ist der große
Unterschied zwischen der
semitischen und der ârischen Kosmogenie - die eine
verstofflicht, vermenschlicht
die Geheimnisse der Natur; die andere vergeistigt den
Stoff, und ihre Physiologie
ist immer der Metaphysik dienstbar gemacht. Wenn auch
das siebente „Prinzip“
den Menschen durch alle Phasen des Seins rein als ein
ungetrenntes Element
und als eine unpersönliche Einheit erreicht, so geht
es doch durch - die Kabbalah
lehrt: aus - die centrale geistige Sonne und
die zweite Gruppe, die polare Sonne,
welche beide auf den Menschen seinen Âtmâ ausstrahlen.
Die dritte Gruppe, die
äquatoriale Sonne, verkittet die Buddhi mit Âtman und
den höheren Attributen
des Manas; indeß die vierte Gruppe, der Geist unserer
sichtbaren Sonne, ihn mit
seinem Manas und mit dessen
Träger, dem Kâma Rûpa, oder Körper der
Leidenschaften und Begierden
begabt. - mit den beiden Elementen von
Ahamkâra, welche
individualisiertes Bewußtsein, das persönliche Ego
entwickeln. Schließlich bildet der Geist der Erde in
seiner dreifachen Einheit den
physischen Körper, indem er an diesen die Geister des
Lebens anzieht und seinen Linga Sharîra formt.
Aber alles geht cyklisch vor sich, die Entwicklung des
Menschen ebenso wie
alles übrige, und die Reihenfolge, in welcher er
hervorgebracht wird, ist in den
östlichen Lehren vollständig beschrieben, während sie
in der Kabbalah bloß
angedeutet ist. Das Buch des Dzyan sagt mit
Bezug auf den ursprünglichen
Menschen, da er erst von dem „Knochenlosen“, dem
unkörperlichen Schöpfer
gestaltet wurde:
Zuerst wurde
der Atem, dann Buddhi, und der Schattensohn (der Körper)
„geschaffen“.
Aber wo war der Angelpunkt (das mittlere Prinzip, Manas)? Der
Mensch ist
verdammt. Wenn allein, brechen das umgedrehte (undifferenziierte
Element) und
das Vâhan (Buddhi) - die Ursache des Unverursachten - entzwei
vom
geoffenbarten Leben.
41251X
„Wenn nicht“,
erklärt der :
Wenn nicht
zusammengekittet und zusammengehalten von dem mittleren Prinzip, dem Träger des
persönlichen Bewußtseins des Jîva.
Mit anderen Worten, die zwei höheren „Prinzipien“, können
auf Erden keine
Individualität haben, können nicht Mensch sein, wenn nicht (a) das Gemüt des
Manas-Ego da ist, um sich selbst zu erkennen, und (b)
die irdische falsche
Persönlichkeit, oder der Körper der selbstsüchtigen
Begierden und des
persönlichen Willens, um das Ganze zusammenzukitten,
wie um eine Angel -
welche sie thatsächlich ist - für die physische Form
des Menschen. Das fünfte
und vierte „Prinzip“ [37] - Manas und Kâma Rûpa
- enthalten die doppelte
Persönlichkeit; das wirkliche unsterbliche Ego, wenn
es sich selbst den beiden
höheren assimiliert, und die falsche und vergängliche
Persönlichkeit; den
sogenannten Mâyâvi- oder Astralkörper, oder die
tierisch menschliche Seele -
und die beiden müssen zum Zwecke eines vollen irdische
Daseins eng
verbunden sein. Inkarniert die geistige Monade eines
Newton, gepfropft auf die
des größten Heiligen auf Erden, in den vollkommsten
physischen Körper, den ihr
euch denken könnt - d. i. in einem zwei- oder sogar
dreiprinzipigen Körper, der
aus seinen Sthûla Sharîra, Prâna (Lebensprinzip) und
Linga Sharîra besteht -
und wenn das mittlere und das fünfte „Prinzip“ fehlen,
so werdet ihr einen
Blödsinnigen geschaffen
haben - im besten Falle eine schöne, seelenlose, leere
und unbewußte Erscheinung. „Cogito - ergo sum“
kann keinen Platz in dem Gehirne eines solchen Geschöpfes finden, zum mindesten
nicht auf dieser Ebene.
Es giebt jedoch Gelehrte, die schon vor längerer Zeit
die philosophische
Bedeutung, die der - von der römischen Kirche so
mißhandelten und entstellten -
Allegorie von den „gefallenen Engeln“ zugrunde liegt,
verstanden haben. Das Reich der Geister
und der geistigen Wirkung, welche aus der geistigen Willenskraft ausströmt und
hervorgebracht ist, ist außerhalb und im Gegensatze und im Widerspruche zu dem
Reiche der (göttlichen) Seelen und der göttlichen Wirkung. [38]
Wie es im Texte des s XIV heißt:
Gleiches
bringt Gleiches hervor und nicht mehr bei der Entstehung des Seins,
und die
Entwicklung mit ihren begrenzten, bedingten Gesetzen kommt später.
Die
Selbstexistierenden [39] werden „Schöpfungen“ genannt, denn sie
erscheinen in
dem Geisterstrahle geoffenbart durch die Kraft, welche seiner
ungeborenen
Natur innewohnt, welche jenseits von Zeit und (begrenzten oder
bedingten)
Raum ist. Irdische Hervorbringungen, beseelte und unbeseelte,
einschließlich
der Menschheit werden fälschlich Schöpfung oder Geschöpfe
41251X
genannt; sie
sind die Entwicklung (Evolution) der getrennten Elemente.
[36] Siehe zur
Strophe , Band I.
[37] Das vierte und fünfte von unten,
beginnend mit einem physischen Körper;
das dritte und das vierte, wenn wir von
Âtmâ an zählen.
[38] New Aspects of Life.
[39] Englische geistige Wesenheiten, unsterblich in
ihrem Sein, weil unbedingt
in der Ewigkeit; aber periodisch und bedingt in ihren
manvantarischen Offenbarungen.
41251 X
Wiederum:
Das
himmlische Rûpa (Dhyân Chohan) erschafft (den Menschen) nach seiner
eigenen Form;
es ist eine geistige Ideenbildung, die auf die erste Differentiation
und Erwachung
der universalen (geoffenbarten) Substanz folgt; jene Form ist der
ideale
Schatten von ihr selbst: und dies ist der Mensch der ersten Rasse.
Um es in noch klarerer Form auszudrücken, dabei die
Erklärung bloß auf diese
Erde beschränkend, so war es die Pflicht der ersten
„differentiierten“ Egos - die
Kirche nennt sie Erzengel - die ursprüngliche Materie
mit dem evolutionellen
Antriebe zu durchdringen und ihre Formungskräfte bei
der Gestaltung ihrer
Erzeugnisse zu leiten. Das ist es, woraus sich die,
sowohl in der östlichen wie
auch in der westlichen Überlieferung enthaltenen Sätze
beziehen: „Den Engeln
wurde befohlen zu schaffen.“ Nachdem die Erde von den niederen und mehr
materiellen Kräften
vorbereitet worden war und die drei Reiche ihren Weg,
„fruchtbar zu sein und sich
zu vermehren“, gut angetreten hatten, wurden die
höheren Kräfte, die Erzengel oder Dhyânîs, von dem
Evolutionsgesetz getrieben,
auf die Erde herabzusteigen, um die Krone ihrer
Entwicklung - den Menschen -
zu bilden. So entsendeten die „Selbstgeschaffenen“ und
die „Selbstexistierenden“ ihre blassen Schatten; aber die dritte Gruppe, die
Feuerengel, lehnten sich auf und weigerten sich, sich ihren Mitdevas
anzuschließen.
Die indische Exoterik stellt sie alle als Yogins dar,
deren Frömmigkeit sie dazu
begeisterte, sich zu weigern, zu „schaffen“, da sie
ewig Kumâras bleiben wollten,
„jungfräuliche Jünglinge“, um womöglich ihren Genossen
im Fortschreiten nach
dem Nirvâna - der schließlichen Befreiung -
zuvorzukommen. Aber entsprechend
der esoterischen Auslegung war es ein Selbstopfer zum
Wohle der Menschheit.
Die „Aufrührer“ wollten nicht willenlose
unverantwortliche Menschen schaffen,
wie es die „gehorsamen Engel“ thaten; noch konnten sie
die menschlichen
Wesen auch nur mit vergänglichen Wiederscheinen ihren
eigenen Eigenschaften
begaben; denn die letzteren, die einer anderen und um
so höheren Ebene des
Bewußtseins angehören, würden den Menschen noch immer
unverantwortlich
lassen, somit irgend welche Möglichkeit höheren
Fortschrittes durchkreuzen.
Keine geistige oder psychische Entwicklung ist auf der
Erde - der niedrigsten und
materiellsten Ebene - für einen solchen möglich, der
zum mindesten auf dieser
Erde innerlich vollkommen ist, und weder
Verdienst noch Schuld anhäufen kann.
Wäre der Mensch der blasse Schatten der unthätigen,
unveränderlichen, und
unbeweglichen Vollkommenheit geblieben, des einen
negativen und passiven
Attributes des wirklichen Ich bin der ich bin,
so würde er dazu verurteilt gewesen
41253X
sein, durch das Erdenleben wie
in einem schweren traumlosen Schlafe
hindurchzugehen; ein
Mißerfolg also auf dieser Ebene. Die Wesen, oder das
Wesen, kollektiv Elohim
genannt, welche zuerst die grausamen Worte
aussprachen (wenn sie in der That jemals ausgesprochen
wurden): „Siehe, der
Mensch ist geworden als unser einer, und weiß,
was gut und böse ist. Nun aber,
daß er nicht ausstreckte seine Hand und breche auch
von dem Baume des
Lebens, und esse, und lebe ewiglich . . .“ - müssen in
der That der Ilda-baoth, der
Demiurg der Nazarener, gewesen sein, erfüllt mit Zorn
und Neid gegen sein eigenes Geschöpf. dessen Wiederschein den Ophiomorphos
erzeugt hat. In diesem Falle ist es nur natürlich - selbst vom Standpunkte des
toten Buchstabens aus - den Satan, die Schlange der Genesis, als den wirklichen
Schöpfer und Wohlthäter, den Vater der geistigen Menschheit zu betrachten.
Denn er war der „Bote des Lichtes“, der helle
strahlende Lucifer, welcher die
Augen des angeblich von Jehovah „geschaffenen“
Automaten eröffnete. Und er,
welcher der erste war zu raunen: „welches Tages ihr
davon esset, so werdet ihr
sein wie Elohim, und wissen, was gut und böse ist,“
kann nur im Lichte eines
Heilandes betrachtet werden. Ein „Widersacher“ gegen
Jehovah, den
„personificierenden Geist“, bleibt er doch der esoterischen Wahrheit nach der
ewig liebende „Sendbote“, der Engel, die Seraphim und
Cherubin, welche beide
wohl „wußten“, und noch mehr „liebten“ und auf uns
geistige, an Stelle der
physischen Unsterblichkeit übertrugen - welche
letztere eine Art von statischer
Unsterblichkeit wäre, die den Menschen in einen nicht
sterbenden „ewigen Juden“ verwandelt hätte.
Wie in King´s Gnostic and their Remains in
Bezug auf Ilda-baoth, den verschiedene Sekten als den Gott des Moses
betrachteten, erzählt wird:
Ildabaoth war weit davon entfernt, ein reiner Geist zu
sein; Ehrgeiz und Stolz
herrschten in seiner Zusammensetzung vor. Er beschloß
daher, alle
Verbindung mit seiner Mutter Achamoth abzubrechen, und
eine Welt ganz für
sich selbst zu schaffen. Unterstützt von seinen eigenen
sechs Geistern schuf
er den Menschen, den er als das Abbild seiner Macht
beabsichtigte; aber sein
Werk war ein vollständiger Mißerfolg, sein Mensch
erwies sich als ein großes
seelenloses Ungeheuer, das
auf der Erde kroch. Die Sechs Geister waren
gezwungen, ihr Werk wieder
vor ihren Vater zu bringen, damit er es beseele:
dies that er, indem er ihm
den Strahl des göttlichen Lichts mitteilte, den er
selbst von Achamoth geerbt hatte, welche ihn durch
diesen Verlust für seinen
Stolz und seine Selbstzufriedenheit bestrafte.
Der Mensch, also von Achamoth auf Kosten ihres eigenen
Sohnes
41253X
begünstigte, folgte dem Antriebe des göttlichen
Lichtes, das sie auf ihn übertragen hatte, sammelte einen weiteren Vorrat aus
der Schöpfung, mit der es vermengt war, und begann, nicht das Abbild seines
Schöpfers Ildabaoth darzustellen, sondern vielmehr das des Höchsten Wesens
hervorgebracht zu haben, das ihm so sehr überlegen war. Seine durch seine
Leidenschaften entflammten Blicke wurden in dem Abgrunde wie in einem Spiegel
zurückgeworfen, das Bild wurde belebt, und es stieg auf der „schlangenförmige
Satan“, Ophiomorphos, die Verkörperung von Neid und List. [40]
Dies ist die exoterische Wiedergabe der Gnostiker, und
die Allegorie, wenn auch
eine sektiererische Lesart, ist bedeutsam und
erscheint lebenswahr. Sie ist die
natürliche Schlußfolgerung aus dem buchstäblich
aufgefaßten Texte des Kapitels
III der Genesis.
[40] a. a. O., pp. 97, 98; zweite Ausg. 1887.
41253 X
Daher die Allegorie des Prometheus, der das göttliche
Feuer stiehlt, um es den
Menschen zu ermöglichen,
bewußt auf dem Pfade geistiger Entwicklung
fortzuschreiten, wodurch es
das vollkommenste der Tiere auf Erden in einen
möglichen Gott verwandelte
und ihm die Freiheit gab, „das Himmelreich mit
Gewalt zu erobern.“ Daher
auch der Fluch, den Zeus gegen Prometheus
ausspricht, und Jehovah-Ilda-baoth gegen seinen
„aufrührerischen Sohn“, den
Satan. Die kalten, reinen Schneeflächen des
Kaukasusgebirges und die
unaufhörlichen sengenden Feuer und Flammen einer
unauslöschlichen Hölle,
zwei Pole, doch dieselbe Idee, der doppelte Aspekt
einer raffinierten Folter, ein
„Feuererzeuger“ - das personificierte Emblem des [korrekter
Abdruck siehe Buch] (Phôsphoros), des Astralfeuers und Lichtes in der Anima
Mundi (das Element, von dem der deutsche materialistische Philosoph Moleschott
sagt:
„ohne Phosphor kein Gedanke“) - brennend in den
gewaltigen Flammen seiner
irdischen Leidenschaften; der Brand angefeuert durch
seinen Gedanken, welcher
jetzt ja zwischen gut und böse unterscheidet, und doch
ein Sklave der
Leidenschaften seines irdischen Adam ist; der den
Geier des Zweifels und des
vollen Bewußtseins an seinem Herzen nagen fühlt -
fürwahr ein Prometheus, weil
ein bewußtes, und daher ein verantwortliches
Wesen. [41] Der Fluch des Lebens
ist groß, und doch, mit Ausnahme einiger Hindû- und
Sufî-Mystiker, wie wenige
sind es, die alle Qualen des bewußten Lebens, alle
Übel eines verantwortlichen
Daseins, gegen die unbewußte Vollkommenheit eines
passiven (objektiv)
unkörperlichen Wesens,
oder selbst gegen die universale statische Unthätigkeit,
die in Brahmâ während seiner „Nacht“-Ruhe
personificiert ist, vertauschen wollten.
Denn, um einen trefflichen Aufsatz eines Mannes [42]
zu citieren, der der Verwechslung der Daseins- und Bewußtseinsebenen zum Opfer
fiel:
Satan (oder Lucifer) repräsentiert die aktive,
oder wie (Herr Jules) Baissac es
nennt, die „centrifugale“ Energie des Weltalls (in
einem kosmischen Sinne). Er
ist Feuer, Licht, Leben,
Kampf, Anstrengung, Gedanke, Bewußtsein,
Fortschritt, Civilisation,
Freiheit, Unabhängigkeit. Zu gleicher Zeit ist er
Schmerz, welcher die Rückwirkung des Vergnügens des
Handelns ist, und
Tod - welcher die Revolution des Lebens ist -
Satan, der in seiner eigenen
Hölle brennt, die
hervorgebracht ist durch die Heftigkeit seiner eigenen
Triebkraft - die expansive
Desintegration des Nebels, der sich zu neuen
Welten verdichten soll. Und geschickt wird er immer
und immer wieder durch
die ewige Unthätigkeit der passiven Energie des
Kosmos - das unerbittliche
„Ich bin“ -
gehindert, den Feuerstein, aus dem die Funken herausgeschlagen
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sind. Und geschickt . . . . werden er und seine
Anhänger . . . . dem
„Feuermeer“ übergeben - weil thatsächlich die Sonne
(in einem nur in der
kosmischen Allegorie), die Quelle des Lebens in unserem
System, der Ort ist,
wie sie gereinigt (in dem Sinne, daß sie dadurch
desintegriert werden) und aufgeschüttelt werden, um sie für ein anderes Leben
(die Auferstehung)
wieder zu ordnen - jene Sonne, welche, als der
Ursprung des aktiven Prinzips
auf unserer Erde, zugleich die Heimat und die Quelle
des weltlichen Satans ist . . . .
Weiter ist, als ob es die Richtigkeit von Baissac´s
allgemeiner Theorie (in Le Diable et Satan) beweisen sollte, bekannt,
daß Kälte eine „centripetale“ Wirkung hat. Unter dem Einfluß der Kälte zieht
sich alles zusammen . . . .
Unter ihr liegt das Leben im Winterschlafe,
oder stirbt aus, der Gedanke
gefriert, und das Feuer ist
erloschen. Satan ist unsterblich in seinem eigenen
Feuermeer - nur in dem
„Nifelheim“ (der kalten Hölle der skandinavischen
Edden) des „Ich
bin“ kann er nicht existieren. Aber trotz alledem giebt es eine
Art von unsterblichem Dasein
im Nifelheim, und dieses Dasein muß
schmerzlos und friedlich sein,
weil es unbewußt und unthätig ist. In dem
Reiche des Jehovah (wenn
dieser Gott alles das wäre, was die Juden und
Christen für ihn
beanspruchen) giebt es kein Elend, keinen Krieg, kein
Heiraten und kein zur Frau
geben, kein Wechsel, kein individuelles
Bewußtsein. [43] All dies ist absorbiert in dem Geiste des
Allmächtigsten. Es
ist mit
Nachdruck ein Reich des Friedens und der treuen Unterwerfung, sowie
jenes des
„Erzrebellen“ ein solches des Krieges und der Revolution ist . . . . .
Es (das erstere) ist thatsächlich das, was die
Theosophie Nirvâna nennt. Aber dann lehrt die Theosophie, daß, nachdem die
Trennung von der Urquelle einmal geschehen ist, die Wiedervereinigung,
nur durch Willensanstrengung erlangt werden kann - die in dem Sinne
dieses Aufsatzes ausgesprochen satanisch ist. [44]
Sie ist „satanisch“ vom Standpunkte des
orthodoxen Romanismus, denn dem
Vorbilde dessen, was mit der Zeit der christliche
Teufel wurde - den strahlenden
Erzengeln, den Dhyân Chohans, welche sich weigerten zu
schaffen, weil sie
wünschten, daß der Mensch sein eigener Schöpfer und
ein unsterblicher Gott
werde - ist es zu verdanken, daß die Menschen das
Nirvâna und den Hafen des
himmlischen göttlichen Friedens erreichen können.
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[41] Die Geschichte vom Prometheus, Karma und dem
menschlichen Bewußtsein findet sich in Teil II,
V. [42] Von einem Engländer, den
sein unsteter Genius getötet hat. Der Sohn eines protestantischen Geistlichen
wurde er ein Mohamedaner, dann ein wütender Atheist; darauf trat er mit einem
Meister, einem Guru, zusammen und wurde ein Mystiker; dann ein Theosophist,
welcher zweifelte und verzweifelte - die weiße gegen schwarze Magie
aufgab, wahnsinnig wurde und der römischen Kirche beitrat. Dann kehrte er
wieder um, verfluchte sie, wurde ein Atheist, und starb, Menschheit, Wissen und
Gott, an den zu glauben er aufgehört hatte, verfluchend. Mit allen esoterischen
Daten versehen, um „seinen Krieg im Himmel“ zu schreiben, machte er einen
halbpolitischen Artikel daraus, warf Malthus mit Satan, und Darwin mit dem
Astrallicht durcheinander. Friede seiner - Schale. Er ist eine Warnung
für Chelâs, welche fehlen. Sein vergessenes Grabmahl ist jetzt auf einem
muhammedanischen Begräbnisplatz zu Joonaghur in Kathiawar in Indien zu sehen.
[43] Der Verfasser spricht von dem thätigen,
streitenden, verdammenden Jehovah, als ob er ein anderer Name für
Parabrahman wäre! Wir haben diesen Aufsatz citiert, um zu zeigen, wo er von den
theosophischen Lehren abweicht; im anderen Falle würde er eines Tages gegen uns
citiert werden, wie es mit allem im Theosophist veröffentlichten
gewöhnlich geschieht. [44] The
Theosophist, Bd. III, p. 68.
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Um diese etwas langatmige Anmerkung zu schließen, so
lehrt die Geheimlehre,
daß die Feuerdevas, die Rudras, und die Kumâras, die
„jungfräulichen Engel“ (zu
welchen die beiden Erzengel Michael und Gabriel
gehören) die göttlichen
„Rebellen“ - die von den alles materialisierenden und
positivistischen Juden die
Nahash oder „Beraubten“ genannt werden - den Fluch der
Inkarnation und die
langen Cyklen von irdischen Dasein und Wiedergeburten
dem Anblicke des,
wenn auch unbewußten Elendes der Wesen
vorzogen, welche als Schatten aus
ihren Brüdern evolviert wurden, durch die halbpassive
Energie ihrer allzu
geistigen Schöpfer.
Wenn „der Gebrauch, den der Mensch vom Leben macht,
der sein soll, das Selbst weder zu vertieren, noch zu
vergeistigen, sondern zu
vermenschlichen“,
[45] so muß er, um dies thun zu können, als ein Mensch und
nicht als ein Engel geboren sein. Daher zeigt die Überlieferung,
daß sich die
himmlischen Yogîs als freiwillige Opfer darbieten, um
die Menschheit erlöschen,
welche im Anbeginn gottähnlich und vollkommen
geschaffen worden war, und sie
mit menschlichen Affekten und Aspirationen zu begaben.
Um dies zu thun,
mußten sie ihren natürlichen Zustand aufgeben, auf
unsere Kugel herabsteigen,
und in ihr für den ganzen Cyklus des Mahâyuga ihre
Wohnung nehmen, und sie
ihre unpersönlichen
Individualitäten gegen individuelle Persönlichkeiten
vertauschen - die Wonne himmlischen
Daseins gegen den Fluch irdischen
Lebens. Diese freiwillige
Opfer der feurigen Engel, deren Natur Wissen und
Liebe war, wurde von den exoterischen Theologieen zu einer
Behauptung
konstruiert, welche „die aufrührerischen Engel vom
Himmel in die Finsternis der
Hölle“ - unserer Erde - „herabgestürzt“ zeigt. Die
indische Philosophie deutet die
Wahrheit an durch die Lehre, daß die von Shiva
hinabgestürzten Asuras nur in
einem Zwischenzustand sind, in dem sie sich für
höhere Grade der Reinigung
und Erlösung aus ihrer elenden Lage vorbereiten; aber
die christliche Theologie -
welche behauptet, auf den Felsen der göttlichen Liebe,
Barmherzigkeit und
Gerechtigkeit von dem gegründet zu sein, den sie als
ihren Heiland anruft - hat,
um diese Behauptung auf widerspruchsvolle Weise zu
bekräftigen, das trostlose
Dogma von der Hölle erfunden, diesen archimedischen
Hebel der römisch-katholischen
Philosophie. Hingegen nennt die rabbinische Weisheit -
welche die
allerpositivistischeste, materialistischeste oder grob
irdischeste ist, da sie alles
auf physiologische Mysterien herabsetzt - diese Wesen
den „Bösen“; und die
Kabbalisten - Nahash, die „Beraubten“, wie soeben
gesagt, und die Seelen,
welche sich, nachdem sie sich im Himmel von dem
Heiligen getrennt hatten, bei
dem ersten Aufdämmern ihres Daseins selbst in einen
Abgrund gestürzt und die
Zeit vorweggenommen haben, zu der sie auf die Erde
herabsteigen sollen. [46]
Und es se